Entfernungen [18.03.2006]

20:33 Pacific Standard Time (PST) – 5:33 Central European Time (CET)
Das Wetter ist heute wirklich unglaublich schön – blauer Himmel mit nur wenig Wolken und Sonnenschein – die gefühlte Temperatur ist erheblich höher als die angekündigten 14 Grad Celsius – weswegen viele heute auch schon hier in T-Shirt und kurzer Hose rumliefen. Natürlich weht wie meistens der Wind vom Ozean her, aber der sorgt eher für willkommene Abkühlung.
Mein Plan heute war eigentlich eine Tour bis zur Golden Gate Bridge gewesen – eine Strecke die ich bei weitem unterschätzt hatte – aber dazu später mehr.

Die obigen Karte (anklicken für eine Großansicht) zeigt die heute zurückgelegte Strecke, wobei der rechte Kreis den Startpunkt und der linke den Endpunkt anzeigt. Umwege und ähnliches (vor allem jene im Park von Fort Mason) habe ich nicht extra eingezeichnet – die Karte soll nur zur Orientierung dienen. 🙂
Meine Tour führte mich also den Embacadero entlang am Ferry Building – das ist jenes Gebäude mit dem Uhrenturm

Ferry Building Tower Ferry Building

zum Fishermans Wharf, der bereits zu relativ früher Stunde von Touristen überlaufen war. Hauptsächlich sind es wohl Amerikaner selbst, die diesen zentralen Punkt des Tourismus hier besuchen, aber es finden sich auch einige Japaner, Inder und sogar Deutsche – und ich orientiere mich da an den gesprochenen Sprachen, vom Aussehen kann man nicht ausgehen in einem Land wie den USA. 😉 Neben den Andenkenläden, Restausrants und sonstigen Attraktionen ist der Wharf auf Startpunkt für Touren nach Alcatraz, dem alten Staatsgefängnis,

Und nochmal Alcatraz Liebespaar vor Alcatraz

Angel Island – einem Naturpark auf einer anderen Insel sowie sonstigen Rundfahrten, die bis hin zur Golden Gate Bridge führen. Mal schauen – bei Gelegenheit werde ich wohl mal die eine oder andere Tour in Anspruch nehmen. Vor allem Alcatraz interessier mich doch ein wenig. Heute jedoch ließ ich Fishermans Wharf hinter mir und ging bis zum Aquatic Park,

Skyline San Francisco Maritime Museum

einem kleinen abgegrenzten Becken mit Strand weiter hinten an der Bay und bis hin zu jenem Pier, welches eben jenes Becken abgrenzt.

Alcatraz und Pier Noch mehr Pier am Aquatic Park

Von hier hat man einen sehr schönen Blick in Richtung Fishermans Wharf, North Beach und den Russian Hill – und natürlich rüber nach Alcatraz.

Russian Hill Aquatic Park Skyline

Besondere Erwähnung sollten für diesen Bereich auch die Möwen finden, die sich überall auf den Begrenzungen des Piers niederlassen und die Fußgänger ungewöhnlich nah an sich heranlassen. Dies sind Riesenviecher, sehr viel Größer als jene Tiere, die man aus heimischen Gefilden kennt.

Möwen Aquatic Park Moewe

Natürlich war ich dort nicht der einzige Tourist, der die Aussicht genoß – aber im Vergleich zu Fishermans Wharf selbst war es fast schon einsam hier. Allein die allgegenwärtigen Jogger ließen natürlich auch diesen Bereich der Bay auf ihren Touren nicht aus.
Vom Aquatic Park aus führt ein schmaler Weg

Der Weg Blick in Richtung Fort Mason Park

hoch nach Fort Mason – einem Parkgelände welches Bestandteil einer ehemaligen US Navy Basis ist

Piers Festival Pavilion

und heutzutage als sehr beliebtes Naherholungsziel nicht nur für Einheimische dient. Vor allem viele Hundebesitzer nutzen die Grünflächen um mit ihre Tieren dort zu toben – und trotz dieser Tatsache habe ich keinerlei “Hinterlassenschaften” eben dieser Tiere auf dem Rasen sehen können. Wohl auch aus dem Grund, daß es recht hohe Strafen zu erwarten gibt, wenn man hier nicht hinter seinem Haustier aufräumt 😉

Fort Mason Fort Mason Park

Nachdem ich den Fort Mason Park schließlich durchquer hatte, kam ich in einen Teil von San Francisco, der den schönen Namen Marina trägt – wohl eines der besseren, um nicht sogar das besten Wohngebiete dieser Stadt. Schnuckelige, teilweise sehr fantasievoll gestaltete Häuser säumen einen breiten Grünstreifen ( “Marina Green” ) am Ufer der Einfahrt zur Bay mit direktem Blick auf die Golden Gate Bridge.

Eingang nach Marina Marina in Richtung Golden Gate
Häuser am Marina Blvd Marina-Häuschen

Ich möchte hier noch erwähnen, daß das Rauchen im gesamten Uferbereich von Marina verboten ist – worauf überall angebrachte Schilder hinweisen. Das Ufer ist durchgehend befestigt, im vorderen Bereich gibt es keinerlei Badestrände oder ähnliches – jedoch mehrere Yachthäfen, die mit mehr oder minder großen Schiffen aller Art durchgehend voll belegt erschienen. Viele bessergestellte Familien gingen mit ihren Kindern spazieren, Leute joggten und auf den Rasenflächen wurde den verschiedensten Sportarten oder Drachensteigen nachgegangen. Leider geschah es hier, daß ich mir durch einen unglücklichen Umstand den Fuß verdrehte und mich daher entschloß, umzukehren. Zu Schade, denn mein Ziel, die Golden Gate Bridge, schien zum greifen nahe. 🙁

Und noch einmal die Brücke Yacht Harbour

Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend – an einem anderen Tag werde ich die Strecke bis dort schon noch schaffen. Besondere Erwähnung möchte ich auch noch eine von Polizei auf Motorrädern eskortierte Begräbnisprozession aus vielen Stretch-Limousinen und weiteren Autos, die zu diesem Zeitpunkt den Marina Blvd. entlang fuhr. Leider verpasste ich das erste Auto, ein Cabrio, auf dessen Rückbank ein großes, mit Blumen geschmücktes Bild des verstorbenen aufgestellt war – ich sah sie nur von hinten – daher kann ich nicht sagen wessen Beerdigung ein solcher Pomp zuteil wurde. Aber es war ein durchaus sehenswerter Konvoi, der sich da in Richtung der Golden Gate Bridge den Boulvard entlang zog.

Funeral convoi Scenic Drive

Im Fort Mason Park machte ich eine kleine Pause um meinem geschädigten Fuß etwas Ruhe zu gönnen – und ich muß sagen, daß diese Grünanlage, obwohl nicht gerade groß, wohl zu einer der schönsten hier gehört – wohl auch wegen des wundervollen Ausblickes auf Marina und die Golden Gate Bridge. Gut, da ich erst einen Bruchteil der Stadt gesehen habe, sollte ich vielleicht nicht vorschnell urteilen, aber so ist zumindest der aktuelle Stand meiner Erkundungen hier.

Statue in Fort Mason Park Triumphbogen (?)

Am Aquatic Park vorbei führte mich der Weg anschließend wieder nach Fishermans Wharf – wo sich inzwischen um so mehr Touristen eingefunden hatten. Ich wählte für einen Teil des Rückweges nicht den Bereich direkt am Ufer entlang, sondern den auf der anderen Seite des Embacadero, der weniger überlaufen erschien. Dieser ist gesäumt von aller Art Andenken-Geschäfte, unglaublich vielen Fotoläden und einigen Restaurants. Die große Anzahl von Kamera- und Fotoläden erschien mir im ersten Moment eher unsinnig, da man von einem gut vorbereiteten Touristen erwarten kann, daß er seine Ausrüstung mitbringt – aber wider dieser Annahme erschienen auch diese Läden recht gut besucht…

Nikon The Bay Company

Des weiteren wunderte ich mich sehr über einen Laden, der teilweise bis zu lebensgroße Bronze- und Steinstatuen verkaufte – wer bitte kauft sich in einem Bereich in dem es so gut wie keine Parkplätze gibt solche Andenken und schleppt sie über die Bürgersteige des mit Menschen überfüllten Wharf zu seinem Auto ? 🙂 (leider kein Foto).
Einen Moment überlegte ich noch, vielleicht zum Coil Tower aufzusteigen, verschob dies aber zu liebe meines beschädigten Fußes auf ein ander mal. Den Embacadero entlang ging es also, unterbrochen von kleinen Pausen um meine Verletzung zu schonen, zurück zur Harrison Street – den gesamten Weg auf der Uferseite. Dabei fiel mir das erste mal bewußt die kleine Grünanlage direkt am Fuße der bereits von mir fotografierten Pfeil- und Bogen Skulptur auf.

Gruenanlage Pfeil und Bogen

Hier finden sich nette kleine Bronzoapplikationen in Form von Tintenfischen, Seesternen und Muscheln auf den Betonbegrenzungen – eine sehr nette Idee finde ich – lockert das ganze noch mehr auf. 🙂

Krake Accessoires

Nach diesem langen Ausflug begab ich mich schließlich zurück ins Appartment, duschte mich – wobei ich merkte daß ich mir einen leichten Sonnenbrand geholt habe (und das im März (!!) – aber hier ist halt Kalifornien) und fing an dies zu schreiben….

Hills Bros Coffee

PS: Eine Auswahl der heutigen Fotos (es waren fast 250 – ich habe 93 davon ausgewählt) findet man natürlich wieder im Set des Tages bei flickr.

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10 Kommentare to “Entfernungen [18.03.2006]”

  1. kleinstadtjungeinnewyork.de meinte am 19.03.2006 um 09:21 Uhr :

    Grüße aus NYC. Viel Spaß in Frisco

    PS: Bin erst dabei den Blog einzurichten, deshalb sind deine Kommentare direkt beim Löschen der Testpostings mitgelöscht worden ^^, Sorry.

    adios
    kleinstadtjungeinnewyork.de


  2. JaBBa meinte am 19.03.2006 um 10:23 Uhr :

    kp – das eine war eh nicht richtig 😉
    Gruß zurück nach NYC


  3. Joerg meinte am 19.03.2006 um 12:11 Uhr :

    was für eine tour…blasen gelaufen???


  4. JaBBa meinte am 19.03.2006 um 19:09 Uhr :

    Nö. Nur den Fuß verrenkt – aber geht schon wieder.


  5. Joerg meinte am 19.03.2006 um 22:15 Uhr :

    sehr schicke bilder


  6. kernbergmaradona meinte am 20.03.2006 um 13:39 Uhr :

    Zum ersten Mal Duschen erwähnt, und das nach über einer Woche in SF. Du Ferkel 😉


  7. JaBBa meinte am 20.03.2006 um 17:14 Uhr :

    … ich werde mich jetzt nachdem ich alles ausgepackt habe erstmal duschen … aus “Ein kurzes Hallo” vom 11.03.206

    …Schirm ziemlich durchnaesst duschte ich mich erst einmal… aus Rainy Day [12.03.2006]

    usw

    Nicht immer nur Bildchen gucken!!!!!!!!


  8. Rundgang durch München | Subnetmask meinte am 08.05.2011 um 14:55 Uhr :

    […] ja schon damals bei meinem dreimonatigen Aufenthalt in San Francisco begründet (man siehe dazu hier, hier, hier, hier, hier oder hier) und ich möchte diese alte Tradition nicht sterben lassen. […]


  9. Golden Gate Bridge [26.03.2006] | Subnetmask meinte am 23.05.2012 um 10:55 Uhr :

    […] Schlappe vom letzten Wochenende konnte ich unmöglich auf mir sitzen lassen – immerhin war ich in San Francisco – […]


  10. Sunday [19.03.2006] | Subnetmask meinte am 23.05.2012 um 10:57 Uhr :

    […] Pacific Standard Time (PST) – 0:42 Central European Time (CET) Obwohl ich noch nicht ganz von gestern wieder genesen bin, war ich heute nochmal in der Stadt unterwegs – vor allem im Bereich der […]


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