Archive for September, 2006

Die Spinne

Thursday, September 14th, 2006

Eine sehr schöne Photo-Studie einer Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) erreichte mich bereits gestern (mit der Erlaubnis zur Veröffentlichung) von Marwi (Faith Healer). Zum Glück bin ich nicht Arachnophob veranlagt – ich finde Weberknechte weitaus ekeliger – ich hoffe keiner der Leser dieses Artikels irgendwelche Angstzustände aus. 😉

Araneus diadematus Araneus diadematus
Araneus diadematus Araneus diadematus
Araneus diadematus Araneus diadematus
Araneus diadematus Araneus diadematus
Araneus diadematus Araneus diadematus

Ich empfehle die Bilder in großer Auflösung direkt im zugehörigen Set bei flickr.com zu betrachten.
Danke noch einmal an Marwi, der unter Einsatz seines Lebens diese Fotos geschossen hat. Unser deutscher Steve Irwin…

Status [14.09.2006]

Thursday, September 14th, 2006

Wetter:

Der Morgen war zwar wieder angenehm, aber zur Mittagszeit war es dann schon fast wieder zu warm heute. Hing wohl auch damit zusammen, daß ich längere Zeit in der Sonne saß, die ziemlich heftig auf die Stadt knallte.

Die Vorhersage für die nächste Woche hält ihre Prognose daß es am Montag Regen gibt und es danach wieder deutlich kühler sein soll. Seis drum – der Sommer geht wohl dann entgültig zu Ende.

Mittag:
Da zwei meiner Kollegen über volle Rabattkarten vom Cheers verfügten, zog es uns heute zum Lunch eben dort hin.

Ich nahm natürlich wieder meinen bevorzugten Quesedilla. Nicht daß ich ihn als besonders oder gar den besten von Jena bezeichnen würde, aber sowohl für den Bauchansatz als auch den Geldbeutel ist er doch eine gute Alternative zum fetten Cheeseburger mit Pommes. 😉

Zum Abschluß gabs noch ein Käffchen im absolut kaffee, dann gings zurück zur Arbeit…

Amsterdam [09.09.2006]

Thursday, September 14th, 2006

Das Ziel unseres nächsten Ausfluges war natürlich Amsterdam – Hauptstadt der Niederlande.
Obwohl ich bereits wußte, daß ich am Abend zurückfahren darf, erklärte ich mich auch bereit den “Bob” für die Hinfahrt zu spielen. Vielleicht hoffte ich unterbewußt., daß sich andere Fahrer bereiterklärt, doch nichts zu trinken und zurückzufahren. Da hatte ich mich natürlich ziemlich heftig geschnitten, aber was solls. 😉
Von Emst aus ist die Strecke bis Amsterdam etwas kürzer als bis nach Scheveningen / Den Haag. In ungefähr einer Stunde erreichten wir das Stadium von Ajax Amsterdam im Vorort Bijlmer, wo sich das sogenannte “Transferium” befindet – eine Park and Ride Anlage.

Ajax Amsterdam Station Bijlmer Train Station

Nach Amsterdam kann man von dort mit der Straßenbahn gelangen – auch wenn der Bahnhof in Bijlmer gerade Baustelle ist. Diese Transfermöglichkeit nutzten wir dann auch und kamen schließlich dort am Hauptbahnhof an. Was macht man in Amsterdam als Tourist ? Nein, nicht kiffen, sondern eine Grachtenrundfahrt. An einer der Krachten in der Nähe des Bahnhofes fanden wir dann auch gleich eine Anlegestelle und ein Boot, das im Begriff war zu einer solchen Rundfahrt aufzubrechen. Sieben Euro sollte der Spaß kosten – aber wenn man schon mal da ist….

Amsterdam Street meyer's rondvaarten

Die Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten in Niederländisch, Französisch, Deutsch und Englisch kamen meist vom Band – und da sie hintereinander liefen, waren die Spots oft schon vorbei, wenn sie in einer mir verständlichen Sprache kamen. 😉 Einige wenige Male sprach auch der Kapitän persönlich. Leider kann ich mich nicht mehr an alle Grachten-Namen und Sehenswürdigkeiten im Einzelnen erinnern, daher lasse ich hier einfach mal die Bilder sprechen.

Amsterdam Krachtenrundfahrt - Start Krachten-Café
Boat & House Houseboat
Blick nach vorn Bridge
Side-Kracht Fassaden
Nemo Theater Church

Amsterdam ist eine wirklich hübsche Stadt mit viel alter Architektur. Das sieht man auch an den vielen engen Straßen, die wohl noch den Zeiten stammen, als es noch keine Autos gab. Wohnungen sind rar und teuer – weswegen es auch viele Hausboote gibt, die in den Krachten liegen. Ein amüsantes Detail ist auch, daß alle Häuser in Amsterdam über einen Dachkran verfügen, da die Treppenhäuser oft so schmal sind, daß Ein- bzw. Auszug durch die Fenster bewerkstelligt wird.
Nach der Grachtenrundfahrt begaben wir uns in Richtung des “Koninklijk Paleis” (Königspalastes) von Amsterdam.

Koninklijk Paleis Cathedral

Auf dem großen Platz konnten wir Unmengen von Darstellern in allen möglichen Arten von Kostümen, die sich auf kleinen Sockeln auf dem ganzen Platz verteilt aufgestellt hatten, teilweise Passanten erschreckten und natürlich mit Hilfe von Hüten oder Kästchen, die sie vor sich aufgestellt hatten, um Geld baten. Kein Kommentar dazu…

Es folgte eine kleine Wanderung durch die schmalen Gassen und über die Krachten. Hierbei stellte sich mal wieder heraus, wie sehr Holland doch ein Land der Radfahrer ist. Aber das hatten wir ja bereits in Den Haag festgestellt, ich erinnere nur an das Meer von geparkten Rädern vor der Den Haag Centraal.

Dinghy Brillenmuseam
Kracht Small Street

Irgendwann bekamen wir dann Hunger und entschieden uns für eines der vielen kleinen Bistro/Cafés mit Namen “Mokka” in den Seitengassen um dort unser Mittagessen zu uns zu nehmen. Die Karte war zum Glück sowohl in holländisch als auch in englisch gehalten, so daß wir zumindest ohne Übersetzung identifizieren konnten was wir da bestellten.

Café Mokka

Ich entschied mich für ein warmes Chicken Sandwich mit Käse überbacken.

Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg zum Anne Frank Haus, welches nur etwa zwei Blöcke entfernt war.

Anne Frank Statue Anne Frank Museum
Westermarkt Anne Frank Haus

Zwei von unserer fünfköpfigen Reisegruppe wollten nach einer kurzen “Außenbesichtigung” auch ins angrenzende Museum gehen – ich jedoch verzichtete darauf und machte mich mit den beiden Verbleibenden daran, die Stadt noch etwas zu erkunden. Eine Stunde später wollten wir uns wieder treffen. Wir hielten uns während dieser Stunde die meiste Zeit in einem Kaufhaus mit Namen Magna Plaza auf und schlenderten dort durch die Geschäfte, ohne jedoch etwas zu kaufen. Die Architektur mit dem hohen Glasdach dort war sehr interessant.

Magna Plaza Inside Magna Plaza - Amazing glas roof

Später trafen wir uns wieder mit den anderen und setzten unsere Tour durch Amsterdam fort. Während wir zu uns langsam in Richtung unserer Veranstaltung am Rembrandtplein, trafen wir unter anderem auf eine kleine Rockband, die mit einem Cabrio in einer der Seitengassen parkten und aus/von diesem Auto aus Musikwünsche der Gäste und Schaulustigen erfüllten und dabei für etwas Stimmung sorgten.

Rockband Playing

Natürlich kamen wir viel zu früh am Leidseplein Theater an, wo wir Karten für die Boom Chicago Show gebucht hatten. Zuerst setzten wir uns dort in eines der Cafés und tranken etwas, während wir dem bunten Treiben dort zusahen. Unter anderem konnten wir dabei einem Artisten beobachten, der etwas knapp bekleidet an einem Seil seine Kunsstücke vorführte. Auf der anderen Straßenseite arbeitete ein Feuerspucker. Wirklich der reinste Zirkus, diese Stadt. 😉

Rock'n'Roll Café Performer
Rembrandtplein

Wir schlugen uns noch ein wenig durch die umgebenden Seitenstraßen und aßen eine Kleinigkeit, bevor es dann endlich Zeit wurde, zu unserer Veranstaltung zu gehen.

Gasse

Wie bereits erwähnt wollten wir zu Boom Chicago einer Standup-Comedian Show in englischer Sprache im Leidseplein Theater.

Leidseplein Theater Boom Chicago Ticket
Boom Chicago Stage Boom Chicago Amsterdam
Leidseplein Theater (Night)

Ich kann diese Show nur empfehlen. Die Comedians lassen sich dabei z.B. aus dem Publikum Begriffe zurufen und bauen daraus on the fly einen Sketch. Natürlich ist eine einigermaßen gute Kenntnis der englischen Sprache dabei Vorraussetzung. Wir haben uns die zwei Stunden die sie dauerte alle sehr amüsiert – auch wenn ich selbst als “Bob” im Gegensatz zu den anderen keinen Bier trinken durfte. Man kann sich ja auch ohne Alkohol amüsieren. 😉
Nach der Show machten wir uns dann auf den Weg ins Rotlicht-Viertel. Das durfte natürlich bei einem Amsterdam-Besuch nicht fehlen. Vorbei an kleinen, rötlich beleuchteten Schaufenstern, in denen sich knapp bekleidete Damen aller Haut- und Haarfarben anboten sahen wir uns auch diesen Teil der Stadt an. Fotos machte ich hier außer diesem einen hier keine weiteren.

Somewhere inside the Redlight District

Das Fotografieren der Damen hinter den Scheiben war ausdrücklich verboten, außerdem hatte man mir auch berichtet, daß gewisse immigrierten Personen (vor allem jene, die den Touristen im Rotlichtviertel im Vorbeigehen leise fragend “Cokein” oder “Ekstasi” ins Ohr raunen) es nicht gerne sehen wenn man dort Bilder schießt. 😉
Abschließend wanderten wir noch etwas durch die Seitenstraßen außerhalb des Rotlichtviertels.

Doelen Hotel Castle

Nach einem abschließenden Besuch bei Kentucky Fried Chicken machten wir uns dann auf den Weg zum Bahnhof, fuhren zurück zum Stadium. Es war immerhin schon fast Mitternacht. Es dauerte einige Zeit bis wir einen funktionierenden Parkscheinautomaten fanden, dann konnten wir aber die Rückfahrt antreten. Alles in allem behalte ich Amsterdam als weltoffene, schöne Stadt mit allerlei Entertainmentmöglichkeiten und vielen seltsamen Personen in Erinnerung. 😉

Über die Rückfahrt am Sonntag werde ich keinen extra Post schreiben. Kurz vor Mittag brachen wir am nächsten Tag von Emst auf und fuhren nach einem kurzen Tankstop an einer “Tango” Tankstelle (welche uns als besonders günstig empfohlen worden war) mit zwei kleinen Zwischenstops zurück nach Jena.

Tango Gas Station - Netherlands

Da die Rückfahrt abgesehen von einem kleinen Stau vor dem Kirchheimer Kreuz ereignislos verlief, lohnt es sich nicht groß darüber zu schreiben. Nachdem alle soweit abgeladen waren brachte ich in Begleitung eines Mitreisenden noch den Mietwagen zurück zu Hertz und damit war die ganze Reise dann erfolgreich abgeschlossen.

Ach, eine Sache von Amsterdam möchte ich im Nachhinein noch kurz erwähnen: Die Stehpinkel-Dixies.

Dixie Dixie

Wie man mir berichtete gab es vor allem des Nachts in Amsterdam häufig das Problem, das die angetrunkenen Touristen von den Brücken in die Krachten urinierten. Daher hatte sich die Stadt dann dazu entschlossen, oben gezeigte Variante des Dixie-Klos aufzustellen. Allerdings scheinen sie bei einigen Aufstellungsorten (oben rechts) nicht so richtig nachgedacht zu haben. Wer stellt sich schon zwischen einer Gasse und einer Straßenbahnlinie an einer Hauptstraße hin? Wir fanden die Idee aber allgemein ganz nett – so etwas könnte man auch hier für die Dorf-Kirmes oder ähnliches deutschen Festen einführen. Ist Platzsparender als ein Toilettenwagen oder die großen Dixies. 😉

Wok to Walk

Thursday, September 14th, 2006

Gesehen in Amsterdam – mal wieder etwas “Imbisscasting-Content” 😉

Status [13.08.2006]

Wednesday, September 13th, 2006

Wetter:

Wie auch die Tage zuvor sehr angenehm warmes Wetterchen ohne daß es dabei zu heiß wurde. Dabei war der Morgen wieder recht kühl.

Betrachten wir die Vorhersage, sehen wir jedoch daß es ab Montag wieder regnen soll. Aber das ist noch weit weg und bis dahin kann sich die Meinung der Wetterfrösche noch ändern. 🙂

Mittag:
Heute verschlug es uns mal wieder in den Stilbruch.

Ich hatte zwar vorgeschlagen ins R2 zu gehen, jedoch hatte einer meiner Kollegen ziemlich großen Hunger und für den großen Hunger – und da eignet sich nun mal das R2 nicht besonders.
Ich persönlich wählte mal wieder mein geliebtes Chili con Carne.

Die Zeit von der Bestellung und Auslieferung dauerte heute recht lange – trotzdem tranken wir noch etwas Kaffee im Absolut Kaffee.

Dann ging es zurück zur Arbeit.

Scheveningen / Den Haag [08.09.2006]

Wednesday, September 13th, 2006

Aufbruch
Trotz der langen Fahrt des Vortages und dem kleinen Begrüßungsumtrunk am Abend standen wir alle am nächsten Tag recht zeitig auf und machten uns daran zu Frühstücken. Leider gab es keinen richtigen Kaffee im Haus, nur Instant-Cappucino. Dafür durften wir aber eine weitere “Spezialität” aus Holland kennenlernen: Chocoladehagel

Ich will nicht ausschließen, daß es so etwas auch in Deutschland gibt, aber in den Niederlanden scheinen diese Schokostreusel auf jeden gut gedeckten Frühstückstisch zu gehören. Wie es schmeckt ? Nun – wie auf Brot gestreute Schokostreusel halt. Hält auf dem Brot auch trotz Butter nicht so gut wie Nutella und neigt dazu runter zu rieseln, aber trotzdem eine nette Alternative.
Was ich im gestrigen Bericht vergessen hatte zu erwähnen, war der fluchtgefährdete Hauskater Tommi, dem wir wohl etwas suspekt waren. Fluchtgefährdet deshalb, weil wir dazu angehalten worden waren, die Türen alle geschlossen zu halten, damit eben diese Katze nicht ins Freie gelang und wegläuft.

Tommi

Abgesehen von dieser kleinen Macke und seiner Neigung, unvermittelt nach dem Finger einer Person zu beißen, ein hübsches Tier – und außerdem Katzencontent, der natürlich in jedes Blog gehört. 😉

Scheveningen
Nach dem Frühstück machten wir uns dann auf den Weg nach Nordwesten. Für die Hinfahrt spielte ich selbst den “Bob” (sh. Post zur Hinfahrt). Unser eigentliches Ziel war Den Haag, der Regierungssitz der Niederlande, aber erster Anlaufpunkt sollte Scheveningen sein, ein kleiner Vorort von Den Haag direkt am Meer. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, daß zwar Den Haag der Regierungssitz, Amsterdam aber die Hauptstadt ist.
In einem Parkhaus in Scheveningen (Aussprache: Sjreveningen) stellten wir unseren Mietwagen ab und machten uns auf den Weg in Richtung der lokalen Strandpromenade. Scheveningen selbst ist im eher unschönen Quasi-Modernen Baustil errichtet, einziger Lichtblick war das Kurhaus, das wie ein Palast gleich einem Anachronismus inmitten der pseudomodernen Architektur wirkte.

Kurhaus Scheveningen Scheveningen - modern architecture

Vorbei an diesem Kurhaus erreichten wir durch eine schmale Gasse die eigentliche Strandpromenade. Vor uns lag der breite Strand mit einem ins Meer hineingebauten Restaurant / Casino auf Stelzen. Direkt vor der Promenade war der Strand mit verschiedenen Strandbars und -restaurants zugebaut.

Scheveningen Beach Scheveningen Beach
Beachclub Scheveningen Beachclub

Wie man mir erzählte muß Scheveningen im Hochsommer von Touristen regelrecht überlaufen sein. Jetzt aber war es offensichtlich bereits zu kalt für einen Strandurlaub. Nur einige wenige Leute gingen auf der Promenade oder am Strand spazieren.

Beach Scheveningen Beach
Scheveningen Beach

Wir gingen als erstes runter an den Strand und liefen barfuß bis zum Meer, um zumindest mit den Füßen einmal ins Wasser zu gehen. Nach einiger Zeit machten wir uns dann wieder zurück in Richtung der befestigten Strandpromenade. Nachdem wir uns vom Sand gereinigt und unsere Schuhe wieder angezogen hatten, gingen wir etwas dort entlang. Überall auf der Promenade waren alte holländische Werbeplakate aufgehangen, meist mit Bezug zu Scheveningen und dem Strand. Ich konnte es leider nicht lassen, ein paar von ihnen für die Nachwelt festzuhalten.

Werbung / Plakat Werbung / Plakat
Werbung / Plakat Werbung / Plakat


Unser nächster Stop war eine der kleinen Buden hier oben. Wir sollten hier auf Anraten unseres mitreisenden Einheimischen unbedingt eine Fischspezialität der Region probieren: Kibbeling.


Im Grunde genommen handelt es sich dabei um panierter, frittierter Fisch, der mit einer Remouladen-Sauce gegessen wird. Sehr lecker muß ich sagen – und angeblich auch aus fangfrischem Fisch vom selben Tag zubereitet.
Nach diesem kurzen Mittagssnack machten wir uns auf den Weg in Richtung der Straßenbahn, die uns in die Innenstadt von Den Haag bringen sollte. Wir holten uns Fahrkarten in einem der vielen Toursimusbüros und fuhren dann mit der Linie 1 in Richtung Innenstadt. Einer meiner Mitreisenden wurde dabei von einem der Fahrgäste etwas belästigt, indem er ihm versuchte, deutlich angetrunken und immer wieder aus einer Weinflasche, die er sich in den Hosenbund gesteckt hatte nippend, ihm ein Gespräch ans Bein zu nageln. Aber da er dann bald ausstieg, ließen wir den kleinen Zwischenfall auf sich beruhen.

Friedenpalast / Vredespaleis
Erster Halt war der Friedenspalast, der unter anderem als Sitz des internationalen Gerichtshofes dient. Unser holländischer Kollege hatte uns hier eine Führung in englischer Sprache organisiert.

Friedenspalast Den Haag Friedenspalast Den Haag

Zuerst mußten wir jedoch warten, eine holländische Gruppe wurde vor uns eingelassen. Als wir dann endlich an der Reihe waren, mußten wir unsere Taschen ausleeren und alles durch ein Röntgengerät wie man es von Flughäfen her kennt laufen lassen. Auch am Friedenspalast besteht offensichtlich die Angst vor Anschlägen. Schließlich bekamen wir noch ID-Karten ausgehändigt, die uns als Mitglieder einer “Guided Tour” auswiesen.

Zuletzt wurden wir darauf hingewiesen daß man innerhalb keine Mobiltelefone verwenden darf sowie daß das Fotografieren im Inneren des Gebäudes verboten war und dann konnten wir uns endlich konnten zum eigentlichen Palast begeben.

Park Friedenspalast Fassade Friedenspalast

Während der Tour wurden uns einiges über die historische Geschichte und die aktuelle Verwendung des Friedenspalastes berichtet – unter anderem befindet sich dort auch eine der größten Rechtstexte-Sammlungen der Welt – ich möchte dies jedoch jetzt hier nicht detailliert wiedergeben, das würde den Umfang dieses Posts wohl sprengen. Es sei nur soviel gesagt: Der Besuch lohnt sich durchaus – ein sehr sehenswertes Gebäude.

Den Haag
Nach der Führung machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt von Den Haag. An vielen ausländischen Konsulaten und Vetretungen vorbei, die rund um den Friedenspalast angesiedelt waren, bewegten wir uns in Richtung des Stadtzentrums. Irgendwo hatte ich gehört, daß Den Haag eine der hässlicheren Städte der Niederlande wäre. Dies kann ich nicht wirklich bestätigen.

Spirituele Akademie Gasse
klaar voor de start

Als erste kleine Sehenswürdigkeit kamen wir schließlich am Arbeitspalast der Königin der Niederlande vorbei. Außer dem Gebäude war allerdings nicht viel zu sehen, daher schossen wir nur ein paar Fotos und setzten unseren Weg dann fort.

Arbeitspalast Den Haag DSC03267.jpg

Der nächste Halt war anschließend der “Binnenhof” – ein Wasserschloß aus dem 13. Jahrhundert und der Sitz der holländischen Regierung.

Binnenhof Binnenhof - Hofvijer

Im Innenhof findet sich unter anderem der Rittersaal, in dem die Monarchin zur Eröffnung des Parlaments am sogenannten Prinsjesdag ihre Rede hält. Rechts des auf den Fotos zu sehenden Rittersaales und des Brunnens befindet sich die eigentliche Sitzungssäle.

Rittersaal Well / Brunnen

Auf der anderen Seite des Hofes verließen wir das Schloß und sahen dann links das Büro des Premierministers in einem der Ecktürme des Binnenhof.

Binnenhof - Osttor Büro des niederländischen Premierminister

Gleich hinter dem Regierungssitz erreichten wir einen Platz mit einem Standbild von “Willem den Eersten. Hier machten wir erst einmal eine kurze Pause in einem Straßencafé mitten auf dem Platz.

Willem den Eerste La Piazza

Im Nachhinein gesehen wäre vielleicht eines der Cafés am Rande des Platzes eine bessere Wahl gewesen – das von uns gewählte war doch nicht das sauberste hier. Aber der Kaffee war ok. 😉
Anschließend schlenderten wir noch etwas durch die Innenstadt und sahen uns diese ein wenig an. Hier noch ein paar Impressionen aus dem Stadtkern von Den Haag:

Apple Store - Den Haag MegaGadgets
Haagsche Bluf - Cow de Bijenkorf - Den Haag

Dabei kamen wir auch zum modernen Verwaltungszentrum der Stadt, dem Rathaus oder Stadthuis, welches wir uns natürlich auch einmal näher betrachten mußten. Ein sehr lichter Bau mit viel Glas.

Stadthuis Den Haag - Entrance Inside the Stadthuis Den Haag

Von dort aus erreichten wir vorbei an einigen Krachten, die es auch hier gibt, die Den Haag Centraal, vor dem ein riesiges Meer an Fahrrädern zu finden war. Interessant finde ich daß man in den Niederlanden so gut wie keine modernen Mountainbikes sieht, sondern fast nur ältere Modelle. Entweder hat die Begeisterung fürs Mountainbikefahren aufgrund der fehlenden Berge nie Holland erreicht oder man nutzt in den Städten nur alte Fahrräder, um den Verlust bei Diebstahl gering zu halten. 😉

Kracht Bikes

Zurück nach Scheveningen
Vom Straßenbahn-Bahnhof neben der Den Haag Centraal ging es dann zurück in Richtung Scheveningen. Hier fuhren wir bis zur Endhaltestelle und gingen etwas in die Dünen östlich der Stadt.

Endhaltestelle Linie 1 - Scheveningen Strand Schreveningen

Hier findet sich das sogenannte “Meijendel” – ein Landschaftsschutzgebiet mit einigen für die sonstige Landschaft recht hohen Erhebungen. Von hier aus hatte man einen schönen Blick in Richtung Scheveningen und die umgebende Gegend.

Skyline of Scheveningen Tower
Scheveningen Beach Meijendel landscape

Anschließend gingen wir herunter zum Strand und gingen am Wasser zurück bis etwa auf Höhe des zu Beginn beschriebenen Kurhauses.

Beachclubs uitrengebied
Seagulls Beachrider

Langsam bekamen wir auch Hunger und gingen in eine der Strandclubs, das auch bereits oben gezeigte “Bora Bora”, um uns dort ein kleines Dinner zu gönnen. Nach dem Essen gingen wir am Strand weiter in Richtung des Hafens, während die Sonne langsam am Horizont unterging.

Sunset Sunset

Am Hafen konnten wir eine der LKW-Fähren aus England beobachten, die gerade entladen wurde. Wir drehten dort um und machten uns auf den Rückweg auf dem obersten Deich von Scheveningen. Von unten am Strand wummerten die Bässe einiger Abends geöffneten Tanzclubs zu uns hinauf.

Norfolk line Strandpromenade

Als letztes möchte ich noch eine Installation erwähnen, die wir am Deich entdeckten. Sehr putzige Figuren und Tierchen.

tied up The ring

Inzwischen war es schon spät geworden, wir wandten uns nun in Richtung der Parkgarage und lösten unseren Wagen aus. Der Rückweg über die Autobahn dauerte immerhin auch noch fast eineinhalb Stunden. Im Bauernhof saßen wir noch etwas zusammen und gingen dann kurz nach Mitternacht bereits in die Betten. Immerhin sollte es morgen mit der nächsten Tour weitergehen. Doch darüber dann mehr im nächsten Bericht.

Status [12.09.2006]

Tuesday, September 12th, 2006

Wetter:

Wer hätte gedacht daß es noch einmal so schön wird? Momentan ist es wirklich sommerlich und es soll sogar noch wärmer werden. Bin heute das erste mal wieder (in weiser Vorraussicht) mit kurzer Hose zur Arbeit. Am morgen war es zwar noch ziemlich frisch, aber bereits im Laufe des Vormittags kam die Sonne heraus und wärmte alles auf.

Wie es aussieht legt der Sommer an seinem Ende noch einmal mit Werten bis zu 28 Grad richtig los. Na meinetwegen.

Mittag:
Heute war unser (verspäteter) Loewe-Tag.

Allerdings war die Karte dieses mal nicht ganz so gut wie die Wochen zuvor. In Frage kommende Alternativen waren “Schweinebraten mit Rosenkohl und Herzoginkartoffeln”, eine “Gemüsepfanne mit Olivenöl (vegetarisch)” und schließlich “Bohneneintopf”. Ich entschied mich für den Bohnentopf in großer Ausführung.

Dazu gabs noch vier Scheibchen Baguettebrot. Reichte gerade so um einigermaßen Satt zu werden – dafür ist es aber kalorienarm. Obwohl ich in Holland ziemlich geschlemmt hatte, habe ich übrigens tatsächlich noch etwas abgenommen. Liegt wohl am vielen zu Fuß Laufen dort. 🙂
Als Abschluß gönnten wir uns schließlich noch Koffeinhaltiges im absolut kaffee bevor es zurück zur Arbeit ging.

Fahrt nach Emst [07.09.2006]

Tuesday, September 12th, 2006

Wo soll ich anfangen ?

Am besten am Anfang.
Aufbruch war für den Donnerstag um 12:00 Uhr geplant – Ziel waren die Niederlande, die uns unser Kollege und Freund aus eben diese Lande einmal näher bringen wollte. Treffpunkt war der Turm, doch leider zog sich der wirkliche Aufbruch dann doch etwas länger hin. Erstes Hindernis war: Wir mußten unsere Mietwagenfirma Hertz finden.

Hertz

Wir wußten daß sich die hiesige Niederlassung im Spitzweidenweg (Saalebahnhof) befindet, jedoch war uns nicht bewußt daß sie sich ganz am Ende besagter Straße befand – wir suchten uns einen wahren Wolf bis wir endlich die Geschäftsstelle erreichten. Dann stimmte auch noch der Vetrag nicht mit dem überein, was über das Internet vereinbart worden war. Nach langem hin und her bekamen wir dann endlich den Wagen: einen Ford Mondeo Kombi Diesel. Das war zwar nicht ganz was wir (5 Personen) uns für die Reise vorgestellt hatten – ein VW Sharan oder Renault Espace wäre schöner gewesen, aber wir konnten mit diesem Wagen dann doch ganz gut leben.

Ford Mondeo

Nun konnten wir uns endlich daran machen, den Rest unserer Reisegruppe abzuholen und schließlich fuhren wir bei Göschwitz kurz nach 14:00 Uhr auf die A4 und machten uns auf den Weg in Westen. In Kirchheim bei Bad Hersfeld in Hessen wechselten wir auf die A7 in Richtung Kassel und schließlich bei Kassel auf die A44 in Richtung Dortmund. Eine letzte Pause machten wir in Hünxe Ost kurz vor der niederländischen Grenze um den Wagen noch einmal aufzutanken, da die allgemeine These laut wurde, daß Benzin, wie eigentlich auch alles andere, in Holland teurer ist. Dies stellte sich zwar hinterher als Falsch heraus, aber zumindest hatten wir einen vollgetankten Wagen.

Arnheim Autobahnraststätte Hünxe Ost

Ab Hünxe übernahm ich selbst die Führung des Wagens und bald schon erreichten wir die Grenze, die abgesehen von einigen verlassenen Gebäuden seitlich der Autobahn, kaum noch als ehemalige Zollgebäude zu erkennen ist. Zum Glück wies man mich rechtzeitig darauf hin, daß in den ganzen Niederlanden eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 km/h pro Stunde auf den Autobahnen gilt und die Toleranz bei Überschreitungen hier auch recht niedrig ist. Also hieß es gesittet zu fahren – kannte ich ja bereits aus den USA. Jetzt hätte ich mir wirklich einen Tempomat im Wagen gewünscht, den es jedoch leider nicht gab. Trotzdem kamen wir recht schnell an Apeldorn vorbei bis zu unserem ersten Ziel, den kleinen Ort Emst etwas südlich von Epe.

Fahrtstrecke
Unsere Fahrtstrecke

Hier fuhren wir zuerst das Elternhaus unseres holländischen Mitreisenden an, wo wir sehr nett begrüßt wurden. Endlich nach mehr als fünfeinhalb Stunden Fahrt waren wir so gut wie am Ziel. Das Haus lag etwas außerhalb des Ortes und war nicht nur von einem großen Garten, sondern auf einigen Tiergehegen umgeben.
Nach einem kleinen Begrüßungsgetränk wurden wir durch den kleinen Privatzoo geführt. Neben verschiedenen Vögeln, darunter so seltene Tiere wie schwarze Schwäne,

House in Holland
Birds Black Swan

gab es eine kleine Herde Dammwild (samt Hirsch)

Dammwild - Rehe Dammwild - Hirsch

und als kleines Highlight zwei Alpakas. Diese Lama-Unterart gehört übrigens zu jenen die nicht spuckt – wir hatten uns dessen versichert, bevor wir das Gehege betraten. 😉

Alpaka Weibchen Alpaka Männchen


Anschließend ging es zum Abendbrot – die Mutter hatte eine holländische Spezialität für uns gekocht: Stamppot Boerenkool, Grünkohl und Kartoffel, zu einem Brei gestampft und dazu holländische Wurst und angebratenen Speck. Sehr lecker muß ich sagen, auch wenn ich mich bisher nicht gerade zu den Freunden von Grünkohl zählte.

Als Nachtisch gab es dann das ebenfalls landestypische Dubbel Vla, dünner Vanille- und Schokopudding, den man sich nach belieben mit Sahne oder Müsli garnieren konnte.

Beide Elternteile sprachen im übrigen recht gut Deutsch, und wenn es mal nicht ging konnte man immer noch auf Englisch ausweichen – Verständigungsprobleme existierten also nicht.
Nach besagtem Abendessen und etwas Smalltalk wandten wir uns letztenendes zur Weiterfahrt zu unserer entgültigen Bleibe, einem kleinen Bauernhof im Quasi-Familienbesitz, in dem wir für die Zeit in Holland kostenlos übernachten konnten.
Aber noch kurz eine Anmerkung zu den Einheimischen: Lustig finde ich daß viele Häuser in Holland ein riesiges Fenster im Wohnzimmerbereich haben, welches auch Abends wenn es bereits dunkel ist nicht mit einem Vorhang oder einer Jalousie vor neugierigen Blicken geschützt wird. Viel mehr kann man, wenn man durch ein Dorf oder eine Stadt fährt, die Menschen bei ihrem abendlichen Fernsehvergnügen (oder was immer sie auch gerade tun) beobachten. Bemerken sie einen Beobachter ihres Treibens, winken sie meist sogar freundlich. Andere Länder, andere Sitten halt.
Als wir schließlich bei unserer Unterkunft ankamen, waren wir wirklich angenehm überrascht.

Emst Farmhouse Terasse

Alles sehr nett eingerichtet und Komfortabel. Zwar bestanden unsere Schlafmöglichkeiten nur aus auf dem Boden liegenden, bezogenen Matratzen, einem Kissen und einer Decke, dies war aber vollkommen ausreichend.
Wir genossen noch gemeinsam mit der einheimischen Familie unseres Freundes und Kollegen etwas inländisches Bier, Dommelsch Pilsner

und laberten noch etwas, bevor wir dann schließlich ins Bett gingen. Für den nächsten Tag war ja unser erster großer Ausflug geplant, aber dazu im nächsten Bericht mehr.

Randbemerkung: Bereits als wir nach Holland reinfuhren, fiel uns ein Schild mit der Aufschrift: “Eerst een Bob, dann een fluitje.” auf, was soviel heißen soll: “Zuerst einen Fahrer bestimmen, dann ein Bier bestellen.”

In diesem Fall steht Bob für “Bewust OnBeschonken” – also bewußt unbetrunken oder so etwas. Bei uns bürgerte sich recht schnell der Begriff “Bob” für den Fahrer ein. Ich erwähne dies nur deswegen, weil es in den nächsten Berichten wohl öfter einmal auftauchen könnte.