Archive for October, 2006

Loewentag – ein Kurzbericht [16.10.2006]

Monday, October 16th, 2006

Heute war wieder unser traditioneller Loewetag (was den Tag bezeichnet, an dem wir im Restaurant Zum Löwen hier in Jena zu Mittag essen) – und die dortige Karte bot einiges was mich reizte auszuprobieren. Neben gebratenem Seelachsfilet mit Tagiatella Nero und Weißweinsoße, Bauernfrühstück oder vegetarischen In Sesam panierte Karotten mit Falafel und Joghurt-Minz Dip fand sich auch jenes Gericht, für welches ich mich dann letztenendes entschied: Putenschnitzel mit Buttererbsen und Reis.

Ich war ja drauf und dran, mal das vegetarische Gericht zu probieren – es klingt, nun wie soll ich sagen, sehr interessant. Aber ich hatte dann doch zu viel Hunger um mich auf solche Experimente einzulassen.
Eine Entscheidung die ich nicht bereute. War zwar nichts besonderes, aber trotz allem gut und vor allem sättigend. Die Bedienung war schnell und akurat wie immer. Gibt wie in den meisten Fällen nichts auszusetzen, Das Fleisch war schön zart und gut gewürzt. Nur etwas mehr Reis hätte dabei sein können. Wobei dann zu überlegen wäre, ob der (doch recht hohe) Preis von 7,50 Euronen für das Gericht wirklich gerechtfertigt waren….

Das verlorene Labyrinth – Kate Mosse

Monday, October 16th, 2006

Mit Das verlorene Labyrinth habe ich mein erstes Buch der britischen Autorin und Fernsehmoderatorin Kate Mosse (nicht zu verwechseln mit dem Fotomodell Kate Moss!!) in Hörbuchform konsumiert.
Kurz zum Inhalt:
Während einer Ausgrabung im Languedoc Südwestfrankreichs stößt Dr. Alice Tanner eher durch einen Zufall auf eine Höhle, die neben Wandmalereien auch zwei Skelette enthält. Die Polizei wird hinzugezogen und Alice wird durch ihre Entdeckung in Ereignisse verwickelt, die bereits vor 800 Jahren mit der jungen Alaïs aus Carcassona ihren Anfang nahm. Dies ist die Zeit, in welcher die ersten Zeichen des Albigenserkreuzzug zur Vernichtung der Glaubenslehre der Katharer seine dunklen Schatten vorraus wirft. Während der Verwicklungen gerät die junge Alais in den Besitz des sogenannten “Buch der Wörter”, welches sich als eines der Schlüssel zum Verständnis des heiligen Grals herauskristallisiert…
Eine alles in allem wirklich spannender und nicht wirklich vorhersehbare Geschichte. Gewiss kann man den Roman weitläufig in den Bereich der religös-mysterisch angehauchten Thriller im Stile des Sakrilegs von Dan Brown einordnen, aber er ist weit entfernt davon ein Plagiat zu sein. Besonders gut gefiel mir bei dieser Geschichte die Mischung der zwei Hauptstränge von Alice Tanner in der Jetztzeit und der im 13. Jahrhundert lebenden Alaïs aus Carcassona – eine meiner Meinung nach gelungene Mischung aus historischen Roman und Mystery-Thriller. Der historische Part um Alaïs ist meiner Meinung nach dabei etwas besser gelungen als die Geschichte um Alice Tanner, welche mir an einigen stellen etwas hölzern erschien. Aber trotzdem kann ich das Buch durchaus empfehlen.
Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

Knopfler reloaded

Saturday, October 14th, 2006

Nicht schlecht der Mann
[via]

Schlachtenbummler bei der Schlacht von Jena und Auerstedt

Saturday, October 14th, 2006

Ich hatte mich schließlich doch dazu entschlossen den Bus zur Schlacht von Jena und Auerstedt zu nehmen und so extrem lang mußte man entgegen vorheriger Befürchtungen auch nicht warten, obwohl sich die Schlange inzwischen über die Straßenbahnschienen bis in die Ludwig-Weimar-Gasse verlängert hatte. Aber dann kamen in kurzer Folge vier (übrigens mit “Napoleonexpress” titulierte) Busse hintereinander und da die Leute sich gesittet benahmen, kamen wir alle recht zügig rein. Die Fahrt dauerte allerdings ziemlich lange, da es sich durch das Mühltal hindurch staute – was meine Entscheidung für den Bus noch einmal bestätigte, denn wie ich später hörte sah es mit Parkplätzen ziemlich schlecht aus. In Cospeda angekommen, waren es noch einige Minuten Fußweg bis zum eingezäunten “Schlachtfeld“. Zum Glück hatte ich mir die Eintrittskarte bereits gestern geholt, die Schlange vor der Kasse war wirklich riesig und ich hätte wohl den Anfang der Schlacht verpasst, hätte ich auch noch hier anstehen müssen. Am eigentlichen Eingang ging es dann aber recht schnell und so konnte ich mich endlich zum eigentlichen Ort des Geschehens begeben, der nochmals weitläufig bis niedriger Umzäunung abgrenzt war, um die Zuschauer von den “kämpfenden” Truppen fernzuhalten. Ich erreichte diese gerade rechtzeitig, um den beginnenden Aufmarsch der französischen Truppen beobachten zu können, die ihren “Spawn-Point” historisch bedingt auf Cospedaischer Seite hatten. 😉

Aufmarsch der Franzosen

Die anderen Zuschauer umstanden natürlich dicht gedrängt die innere Absperrung und machten mit allem was sie hatten (von der eingebauten 640x480Pixel Handyknipse bis hin zur Profi-SLR-Kamera mit Zoomobjektiv) Fotos was das Zeug hält. Eng zusammenstehend und darauf bedacht ja nicht ihren einmal ergatterten Platz zu verlieren erschwerte das mir natürlich, einen genaueren Blick auf das Geschehen zu werfen. Ich entschied mich daher dazu, etwas weiter in Richtung der Mitte des Schlachtfeldes mein Glück zu versuchen. Irgendwo gelang es mir dann tatsächlich, etwas näher heran zu kommen. Daß ich dabei ziemlich dicht an einer französischen Artillerie-Batterie stand nahm ich vorerst nur unterbewußt war.

Pulverdampf

Als die Kanonen jedoch in kurzer Folge hintereinander eine Salve feuerten, wurde es mir ziemlich deutlich bewußt. Wer die Druckwelle und den lauten Knall einer vielleicht drei bis vier Meter entfernten Kanone noch nie gespürt hat, kann sich kaum vorstellen was das für ein Gefühl ist. Man spürt der Erschütterung nicht nur körperlich, das Geräusch und der Druck gehen einem so sehr durch Mark und Bein – es fühlt sich für eine Sekunde so an, als hätte man eine Faust in die Magengrube bekommen. Einige der umstehenden flohen regelrecht vor den weiteren Schüssen. Über den Schlachtverlauf möchte ich hier nichts berichten, den kann man besser bei Wikipedia oder in einem Geschichtsbuch nachlesen. Man bekommt aber wenn man einem solchen “Reenactment” beiwohnt doch einen recht guten Eindruck, wie es damals in Kriegen abgegangen sein muß – abzüglich natürlich der wirklich brutalen Seite.

Vor dem Angriff Attacke
Beobachter Schwenk

Zu jeder Truppenbewegung erschallten aus den überall aufgestellten Lautsprechern Erläuterungen in Deutsch, Englisch und Französisch. Über die französische Übersetzung möchte ich mit meinen eher bescheidenen Kenntnissen dieser Sprache kein Urteil abgeben, aber für die englische Version hätte sich mit Sicherheit eine bessere Übersetzerin gefunden. Nicht nur mir fiel das auf, auch die Gespräche der umstehenden Mit-Zuschauer bestätigten mir immer wieder, daß die englischsprachigen Erläuterungen – nun – teilweise ziemlich von dem abwichen, was der deutsche Sprecher zuvor gesagt hatte und vor allem die militärischen Begriffe oft unpassend übersetzt wurden. Hier bestände evtl. noch verbesserungsbedarf.

Kavallerie

Je weiter sich die Kampfhandlungen nun in das in Richtung Napoleonsstein / Jena liegende Senke verlagerte, desto schlechter wurde die Sicht von meinem Platz aus, daher begab ich mich nun weiter in Richtung des Tals, an dessen westlichen Ende auch die Tribünen mit Sitzplätze lagen. Zwar war hier durch eine Reihe Büsche der Weiterweg versperrt und ein durchbrechen der Umzäunung wurde von der Security der Veranstalter verhindert, aber über einen kleinen Trampelpfad durch die Büsche hindurch konnte man schließlich auf die kleine für “Normalsterbliche” freigegebene Fläche gelangen, von der man zumindest einen Teil des eigentlichen Schlachtgeschehens unten im Tal beobachten konnte. Leider ging das ganze gerade aber zu Ende, so daß ich von den Gefechten selbst nur noch wenig mitbekam, aber gegen Ende der Schlacht einen ziemlich genauen Blick auf den “siegreichen Feldherren Napoléon Bonaparte” (der im übrigen von einem Amerikaner dargestellt wurde) und einige seiner Kavalleristen werfen konnte, die nach dem Sieg ziemlich dicht an uns vorbei ritten.

Napoleon ist the winner Französische Kavalleristen

Was mich im übrigen etwas nervte war das klugscheißerische und zum größten Teil einfach falsche “Gelaber” einiger Zuschauer. Ich war mehrmals kurz davor, etwas dazu zu äußern, ließ es aber dann doch lieber – man weiß ja nie wie ein Ehemann reagiert, wenn man ihn vor seiner Ehefrau berichtigt und ihn dahingehend bloßstellt, daß er seine soeben zum “Besten” gegebenen geschichtlichen Kenntnisse mehr als aus den Fingern gesogen waren. Aber dies nur mal so am Rande erwähnt…
Zwar gingen nach der Verkündung des Sieges die Scharmützel noch hier und da weiter, aber ich schloß mich nun der Masse an und begab mich zurück in Richtung der Bushaltestelle. Ich hätte zwar auch über den Landgraf zurück Laufen können, aber zwei Stunden lang über eher unwegsames Gelände zu spazieren zollte in meinen Beinen dann doch etwas mehr seinen Tribut als ich gehofft hatte – daher entschied ich mich für den Shuttleservice. Auf dem Weg konnte man bereits die ersten der Freizeitsoldaten beobachten, wie sie ihr “Kriegsgerät” in die bereitsstehenden Transport luden.

After the Battle

An der Bushaltestelle herrschte natürlich hochbetrieb – und vom Schlangestehen oder einer sonstigen Form des “geordneten Abzuges” seitens der Besucher war diesmal leider keine Spur. Jegliche gute Erziehung (falls jemals vorhanden gewesen) vergessend drängelten und stießen sich die Männer und Frauen gegenseitig zur Seite, um einen Platz in dem gerade bereitstehenden Bus zu erlangen. Dabei stand dahinter schon der nächste bereit und ein weiterer kam bereits um die Kurve. Ich möchte bezweifeln daß irgend jemand unter den Wartenden dermaßen unter Zeitdruck stand, daß dieser ein solch rücksichtsloses Verhalten gerechtfertigt hätte.
Innerlich nur mit dem Kopf schüttelnd ließ ich mich einfach mit der Masse treiben und erlangte auch ohne drängeln, schubsen und schreien einen Platz im vierten der abfahrenden Busse. Dieser brachte mich schließlich zurück in die Jenaer Innenstadt.
Als kleines Resumée kann ich sagen: Für mich hat sich der Ausflug auf jeden Fall gelohnt. Dort hinauf zu gelangen war zwar eine ziemlich zähe und langwierige Angelegenheit, aber das Erleben einer Live-Schlacht hat eindeutig etwas. Die Anreise über Cospeda ist natürlich im Nachhinein gesehen keine wirklich gute Entscheidung gewesen, da das Hauptgeschehen eher auf der anderen Seite des Schlachtfeldes stattfand und die Sicht dorthin zusätzlich durch eine Hügelkuppe teilweise versperrt war. Sollte ich noch einmal dorthin gehen werde ich wohl zu Fuß über den Napoleonsstein “anreisen”. Nun ja, hinterher ist man ja immer schlauer… 😉
PS: Eine paar mehr handverlesene Bilder des heutigen Tages finden sich hier hier bei flickr!

Schlangestehen…

Saturday, October 14th, 2006

… beim Shuttle-Service zum Schlachtfeld der Schlacht bei Jena und Auerstedt. 🙁

Ich bin am überlegen ob ich mit dem Auto fahre. Aber die Idee werden auch viele andere haben befürchte ich und wenn ich Pech habe gibts keinen Parkplatz mehr. Mist…

Jena-Auerstedt 2006

Friday, October 13th, 2006

Wie Jojo ja schon so schön zeichnerisch angemerkt hat: Morgen ist das Schlachtnachstellung der Schlacht von Jena und Auerstedt von 1806, die sich dieses Jahr zum 200sten Male jährt.

Ich werde mir das mal ansehen – auch wenn es wahrscheinlich brechend voll sein wird. Hoffentlich kann ich ein paar Fotos machen. Bin mal sehr gespannt.

Nachtrag: Den Bericht zur Schlacht findet ihr hier.

Kartoffelhaus N° 1 am Markplatz

Friday, October 13th, 2006

Heute führte uns unser mittäglicher Ausflug zum Zwecke der Nahrungsaufnahme zum Marktplatz. Im R2 gab es, wie immer an einem Freitag, ein Fischgericht – Zanderfilet mit Zucchini wenn ich mich recht entsinne – auf jeden Fall sagte uns das nicht so recht zu, daher wandten wir uns der anderen Seite des Marktplatzes von Jena zu und landeten schließlich im Kartoffelhaus.

Trotz herbstlichen Wetters blieben wir draußen sitze, denn trotz des seit dem Morgen presenten Nebels, der sich in höheren Luftschichten noch als dünner Schleier zu erkennen gab, waren die Temperaturen durchaus erträglich. Während wir noch die Karten durchsahen, kam bereits eine Bedienung vorbei und fragte uns nach unseren Wünschen. Da wir noch schauen wollten, schickten wir sie erst einmal wieder fort – einen Fehler den wir bereuten, denn nun dauerte es fast 10 Minuten, bis sie wieder nach draußen kam. Ich entschied mich heute mal wieder für den Indischen Kartoffelauflauf, gefüllt mit Kartoffeln, Geflügelstreifen und Früchten, das ganze in einer Curry-Sauce eingelegt und schließlich mit Käse überbacken.

Mit 7,90 Euronen ein etwas kostspieligeres Vergnügen, aber heute gönnte ich mir dieses mal. Finde es wirklich lecker, auch wenn das Gericht natürlich wenig mit wirklich indischen Speisen zu tun hat. Von dem Markplatz-Inder sind wir ja auch inzwischen eher abgekommen, nachdem wir alle (nach dem Besuch von echten indischen Restaurants außerhalb von Jena) realisiert haben daß er nicht wirklich gut ist. Aber das nur am Rande erwähnt.
Nach der Bestellung ging es dann relativ schnell bis die Speisen bei uns auf dem Tisch standen. Gab nichts daran auszusetzen. Irgendwer hatte sich jetzt mal negativ über das Kartoffelhaus geäußert, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Die Bewertung im Jena Kneipentest Blog ist auf jeden Fall eher gut, während in den Kommentaren vor allem das Essen kritisiert wird. Diese sind meiner Meinung nach aber in Ordnung; Von “trocken” oder “würzarm” habe ich nichts bemerkt. Obwohl die Mensa hier recht gut ist, ist ein direkter Vergleich mit dem Mensa-Essen nicht wirklich angebracht. Ich habe auch schon einige Male in der Ernst-Abbe-Platz- sowie der Philosophenweg-Mensa gegessen und wage es hier zu behaupten, daß das Kartoffelhaus durchaus besser ist. Aber das mag meine subjektive Meinung sein.

Freitag, der…

Friday, October 13th, 2006

Nein, ich leide nicht an Paraskavedekatriaphobie