Archive for February, 2007

Kassler-Hähnchen [28.02.2007]

Wednesday, February 28th, 2007

Das heutige Angebot in der Mensa war mal wieder eher durchwachsen. Irgendeine Nudel-Zusammenstellung mit Oliven, eine Schnitzel mit Spargel und Kartoffelbrei und schließlich Kassler Hähnchen mit Leipziger Allerelei” und Kartoffeln. Letzteres wählte ich kurzentschlossen – und wurde nicht enttäuscht. Es kam zwar nicht ganz an das Hähnchenkassler aus dem Löwen heran, war aber durchaus essbar (was man bei dieser Location ja leider nicht immer in vollem Umfang sagen kann).

Von dem Haselnuss-Mousse welches ich mir als Dessert dazu geholt habe, kann ich jedoch nur abraten – der Geschmack war wirklich eher seltsam. Aber für 3,94 €urönchen immer noch ein Schnäppchen. 🙂

Digitale Bohème light

Wednesday, February 28th, 2007

Smartphone-Division

Mit dem dem Mobiltelefon in einer Kneipe im WLAN surfen – Fluch oder Segen? Zwar praktisch beim Bierchen seine Email zu lesen oder seine eBay-Auktionen überprüfen zu können, aber ich empfand es eher als Gesprächskiller während eines gemütlichen Abends – aber bin wahrscheinlich nur neidisch weil mein Mobiltelefon das (noch!) nicht kann und das Notebook mit dem Apfel mir dann doch zu sperrig war um damit im Lokal rumzusitzen. 😉

Unscharfe Nummer 36 [27.02.2007]

Tuesday, February 27th, 2007

Heute verschlug es uns mal wieder in den Asia Spezial Imbiss am Ende der Wagnergasse – Ecke Quergasse. Ich überlegte lange was ich von der Karte wählte und entschied mich schließlich für die Nummer 36 – ein Geflügel-Gemüse-Gericht nach Thai-Art, welches angeblich scharf sein sollte zum Preis von 4,90 €uronen.

Von der Schärfe habe ich (leider) wenig bemerkt – dennoch war es durchaus lecker. Ich suche immer noch Asiaten, die auch mal wirklich scharf kochen. Ich denke dabei immer wieder gern an Henrys Hunan Restaurant in San Francisco zurück, wo scharf auch wirklich mal scharf hieß – nicht so wie diese euroasiatischen, dem normalen europäischen Geschmack angepasste Gerichte. Das soll keineswegs abwertend gegenüber den Betreibern des Asia Spezial klingen – ihr Speisen sind wirklich gut – aber wenn ich etwas aus einem anderen Land esse, sollte es doch auch so wie dort schmecken und nicht aus Gefälligkeit (oder warum auch immer…) angepasst werden. Oder gibt es hier in Mitteldeutschland so wenige Menschen die Scharfes mögen, so daß ein solches Vorgehen geschäftsschädigend wäre? Ich hoffe doch mal nicht. 🙂

Kirchenrechnung

Tuesday, February 27th, 2007

Klingt für mich teilweise etwas zweideutig – und das in einer Kirche… 😉
Das ganze gibts auch als PDF.
[via]

KZ Gedenkstätte Buchenwald [25.02.2007]

Monday, February 26th, 2007

Kurzentschlossen machten wir gestern einen Ausflug nach Buchenwald nahe Weimar, dem ehemaligen Konzentrationslager und jetziger Gedenkstätte.

Buchenwald

Ich muß dazu sagen, daß dies mein erster Besuch dort war – und ich bin doch etwas sprachlos. Daher lasse ich heute mal mehr die Bilder sprechen.

information center map of buchenwald
Links: Besucherzentrum – Rechts: Plan des Lagers

Wir hielten also in der Nähe des Besucherzentrums, wo wir uns kurz informierten, um uns dann auf einen Rundgang durch das ehemalige Lager zu machen.
Nach der ehemaligen Kaserne am Anfang erreichten wir über einen Weg das Torhaus mit seinem bekannten und berüchtigtem, zynischen Spruch: “Jedem das seine“.

Torhaus gate
Torgebäude des Lagers Buchenwald
"Jedem das seine"
“Jedem das seine” – Zynischer Spruch am Gatter des Torgebäudes

Hinter dem Torhaus beginnt das eigentliche ehemalige Hauptlager. Die Holzbarracken die hier standen wurden kurz nach dem Krieg aus Hygienegründen abgerissen – aber die so entstandene Freifläche gibt durchaus einen Eindruck von der vormaligen Größe des Lagers.

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Ehemaliges Barrackenlager – die Holzbarracken wurden aus Hygienegründen abgerissen.

Rechts des Torgebäudes ist auch noch einer der Wachtürme und ein Teil des Zaunes erhalten worden, der wohl ehemals des ganze Lager umgab.

fence and tower guardian tower

Ebenso ist noch das Krematorium erhalten – leider war es (wie alle anderen Gebäude und Ausstellungen auch) geschlossen – aber bei einem nächsten Besuch werde ich mir das ganze wohl auch mal von innen ansehen.

crematory crematory

Vor dem Krematorium sind ein Pfahl und ein Karren aufgestellt – das Schild davor besagen einfach “Pfahl und Karren – Straf- und Arbeitsmittel”. Erklärungen sind hier wohl auch nicht wirklich notwendig…

stake and cart

Geht man den Weg weiter nach unten, ist der Weg von Gedenksteinen und kurzen Stehlen flankiert, welche die Nummern Blöcke und der hier inhaftierten Menschen bezeichnet.

women camp memorial stone unbelievable
block 11 gedenkstein

Am unteren Ende des Lagers steht noch ein Gebäude – das sogenannte Kammergebäude, welches zur Einlagerung der wenigen Besitztümer der Häftlinge sowie der Häftlingskleidung diente. Davor lag früher die Wäscherei mit der sogenannten Goethe-Eiche, von der jetzt nur noch ein Stumpf übrig ist.

Kammergebäude Kammergebäude
Goethe Eiche Wäscherei

Vom Kammergebäude aus führt ein Weg durch ein kleines Waldstück zu jenem Teil des Lagers, welches nach dem zweiten Weltkrieg von den Sowjets genutzt wurde, um politisch unliebsame Personen, sowohl ehemalige Nazis als auch Unschuldige, zu inhaftieren und teilweise auch zu töten. Eine Teil der Geschichte von Buchenwald, der übrigens meines Kenntnisstandes nach während in der DDR totgeschwiegen wurde.

path of pales dark pale

In dem Wald unterhalb des Lagers wurden später mehrere hundert Massengräber gefunden. An jeder dieser Fundstellen wurden Alustehlen errichtet. Außerdem findet sich ein großes Holzkreuz als Gedenkstätte.

cross plate
303 stakes

Über einen weiteren kleinen Weg erreicht man einen Platz, auf dem mehrere Grabkreuze gelagert sind als Andenken für die hier im sowjetischen Speziallager ermordeten Menschen.

crosses spring and death

Über einen Weg seitlich des Kammergebäudes gelangten wir vorbei an einigen im Wald gelegenen Ruinen zur der sogenannten “Zeitschneise” – einem langen schnurgeraden Weg, der bereits im 1734 von den Weimaer Herzögen angelegt wurde. Ursprünglich handelte es sich um den Teil mehrerer sternförmig zum Schloß zu Ettersberg verlaufender Jagdschneisen. Besagte Zeitschneise wurde gem der Tafel erst 1997 wieder vollständig freigelegt. Wir gingen ein Stück hinein, entschlossen uns jedoch dem Weg nicht weiter zu folgen.

Zeitschneise Schild
Eingang Zeitschneise Zeitschneise

Schließlich gelangten wir wieder zurück auf Höhe des bereits oben erwähnten Wachturmes und des Krematoriums. Zynischerweise hatten die Wachmannschaften hier sogar einen kleinen Zoo errichtet – wir hatten lange gerätselt wobei es sich dabei handelt bis wir das Schild lasen.

barbwire of dark ages lamp of buchenwald
fence barbwire
Ex-Zoo

Von hier aus gingen wir zurück zum Auto und fuhren ein Stück zurück, um nun das Mahmal zu besuchen. Nach einem kurzen Stück Weg durch ein Wäldchen erreichten wir eine Treppe, welches durch einen Torbogen hindurch führte. Unterhalb des Torbogens fanden sich einige Reliefs und eine weitere Treppe, aber wir wandten uns erst einmal nach Links in Richtung des eigentlichen Mahnmals.

stairs relief
in memoriam

Das eigentliche Mahnmal besteht aus einem hohen Turm und einer davor aufgestellten Figurengruppe, welche das Andenken an den Aufstand kurz vor der Befreiung aufrecht erhalten soll.

Tower and Statues statues closeup

Vom Mahnmal aus führt eine weitere breite Treppe (mit großartigem Blick auf die Umgebung) herab zu einer Grube, deren Funktion oder Herkunft uns zu Beginn noch unklar war.

stairs down weimar
stairs the pit

Von der umrandeten Grube, die sich später als eines von mehreren eingefallenen Massengräber herausstellte, sahen wir einen Durchgang, der zu einem langem, von mit Feuerschalen gekrönten Steinblöcken gesäumten Weg führte.

alley alley closeup

Jede dieser Blöcke stand wie wir feststellten für eines der Herkunftsländer, aus denen die Opfer dieses Lagers hierher verschleppt worden waren. Daß die Architektur dieses Teil der Gedenkstätte ein wenig an jene der Urheber des Lagers erinnerte liegt wohl am damaligen Zeitgeist.

Block lined up

Alles in allem ein beeindruckendes Erlebnis – ich werde mich wohl noch ein weiteres mal dorthin begeben, um mir auch einmal die Ausstellungen anzusehen. Ein wirklich unglaubliches Zeitzeugnis einer dunklen Zeit.