Senseo Entkalkungsodysee

Wie ich bereits am Donnerstag morgen feststellen, stimmte etwas mit meiner Senseo Kaffeemaschine nicht – die Tassen füllten sich nur noch stockend und ziemlich langsam. Und am Freitag morgen war es dann soweit: Der Deckel ließ sich nicht mehr öffnen, er schien sich durch eine Art Vakuum in Verbindung mit den Pads fest gesaugt zu haben.

Mir war also schnell klar: Das Ding mußte dringend mal entkalkt werden. Doch zuerst mußte ich es dazu erst einmal wieder öffnen könen, so dachte ich zumindest. Erst später, sehr viel später, stellte ich fest, daß ein fester Druck auf den hinteren Teil des Deckels (wo sich nämlich die eigentliche Verriegelung befindet) dies viel schneller erledigt hätte. So aber sinnierte ich zuerst tatsächlich einen Moment über den Einsatz von Schlitzschraubendrehern und ähnlichem nach, um mit Hilfe des Hebelwirkung das Öffnen zu erzwingen. Die Idee verwarf ich aber dann und füllte etwas Bioentkalker und Wasser in den hinteren Behälter, ließ die Maschine kurz anlaufen um den Entkalker in die Röhren zu bekommen und wartete dann ca. 45 Minuten. Als ich dann die Maschine anlaufen ließ, gab es nach einigen Sekunden einen trockenen Knall als sich das Vakuum löste und die Soße Wasser-Kaffe-Menge ließ oben aus dem Verschluß heraus und verursachte eine mittlere Sauerei, die sich jedoch schnell mit einigen Zewas beheben ließ. (sh. Foto links)
Nun begann der eigentliche Entkalkungsvorgang, bei dem ich genau nach Anleitung des Herstellers vorging: Einzelpadhalter mit einem gebrauchten Kaffeepad einsetzen (um den Kalk auf dem Filter im Padhalter heraus zu halten – sh. Bild rechts), den Behälter mit Wasser und Bioreiniger bis zum maximalen Fülllevel auffüllen und dann nach und nach durchlaufen lassen.

Eine kleine Kuriosität in dieser Anleitung war der Hinweis daß man unbeding(!) einen Behälter mit 1500ml Inhalt darunter stellen solle – wer aber die Konstruktion einer Senseo-Maschine kennt, sollte wissen daß man gerade so einen großen Kaffe-Mug mit 300ml Fassungsvermügen darunter bekommt. Eine kurze überprüfung zeigte, daß der Abstand zwischen Boden und Hals der Maschine nur knapp 9cm betrug – da war ein 1500ml Gefäß einfach nicht darunter zu kriegen.

Ich begnügte mich daher einfach mit einer etwas kleineren Schüssel und ließ dann zwei Behälter mit Bioreiniger-Wasser-Mischung nach und nach durchlaufen. Danach spülte ich die Maschine noch einige Male mit klaren Wasser nach und eigentlich hätte es jetzt funktionieren müssen. Aber weit gefehlt – denn ich hatte etwas wichtiges übersehen – sozusagen das Nadelöhr am gesamten Senseo-Mechanismus: Den Zwei-Pad-Halter, den ich natürlich durch den Einsatz des Ein-Pad-Halters während der Reinigung nicht mit Entkalkt hatte. Daher war das Ergebnis beim ersten Kaffee nach erfolgter Reinigung erst einmal wieder das selbe: Ein Vakuum entsand und der Deckel saugte sich am Rest der Maschine fest. Wäre ich in diesem Moment nicht so besonnen gewesen, wäre die Maschine wohl in großem Bogen an der nächsten Wand gelandet – so jedoch hieß es: Auf ein neues 😉

Nachdem sich das Vakuum dieses mal durch bereits oben genannten Druck auf den hinteren Teil des Deckels gelöst hatte, legte ich den Zwei-Pad-Halter noch einmal in die etwas aggressivere, jedoch etwas verdünnte Essig-Essenz, da der Bio-Reiniger beim letzten mal verbraucht worden war, spülte die ganze Maschine anschließend nach dem Abspülen des Halters mit Wasser noch einmal mit klaren Wasser durch und endlich hatte ich das Ziel erreicht: Die Maschine funktionierte wieder – endlich.
Kleiner Tipp noch für die, die es noch nicht bemerkt haben: Der Wasserbehälter leert sich NICHT komplett – wenn die Lampe blinkt ist immer noch ein Rest drin – also vor dem Durchspülen mit klarem Wasser nicht vergessen, den Behälter zu leeren und auszuspülen.

Fazit:
a) Immer die Maschine mit dem Pad-Halter reinigen, den man auch am häufigsten nutzt.
b) Verdünnte Essig-Essenz ist meiner Meinung nach das bessere Mittel – Bio-Reiniger sind meiner Meinung nach bei hartnäckigen Kalkablagerungen nicht so wirksam
c) Es kann durchaus mal 1 – 1,5 Stunden dauern, bis man so eine Maschine entkalkt hat. Bei “normalen” Kaffeemaschinen geht so etwas eindeutig schneller

Trotz dieser kleinen Unwegsambarkeiten werden ich aber in Zukunft nicht auf die Benutzung meiner lieb gewordenen Senseo-Kaffeemaschine verzichten. Vielleicht kann ich aber ja noch einem anderem Besitzer meine gemachten Erfahrungen ersparen und mit diesem kleinen Bericht davor bewahren, bei einer solchen Aktion in ähnliche Schwierigkeiten zu geraten. Für Fragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.

4 thoughts on “Senseo Entkalkungsodysee

  1. Ich empfehle dir die Anschaffung eines Brita Wasserentkalkers. Wir haben selbst einen Kaffee-Vollautomat und der musste noch nciht einmal entkalkt werden.
    Die Filter gibts sogar günstig in der Bucht.

    Grüße

  2. Habe mich mal über die Brita Wasserentkalker informiert – klingt wirklich gut. Habe mir gleich mal so ein Ding bestellt. Bericht folgt

  3. du wirst es nicht bereuen.
    wir nehmen die nachbau filter von ebay, kostet das stück knapp 2€ (20er pack)
    original gibts meist so ein 3+1 pack für 16€

  4. Ich hatte genau dasselbe Problem wie oben beschrieben. Hab’den Verschluß dann auch nach der Empfehlung aufgekriegt und den 2-Pad-Halter gründlich gereinigt. Danach die Maschine gereinigt mit einem handelsüblichen Kaffeemaschinenentkalker ohne!! Padhalter, da sich soviel Ablagerungen lösten, dass der Padhalter immer wieder verstopfte (nach nur knapp 3-monatigem Gebrauch/ ca.200 Tassen mit Typ Cappuccino, Latte+Choco).

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