Hühnchenbrust an Cherry-Mandel-Soße [31.08.2007]

Nach langer Abstinenz aufgrund der Betriebsferien dieser Lokalität waren wir heute mal wieder im Restaurant “Zum Loewen” im F-Haus. Und ein Blick auf die Mittagskarte für diese Woche bot einiges an interessanten Gerichten. Die drei verlockensten davon waren für meinen Geschmack zum einen das Schnitzel “Wiener Art” mit Rahm-Champignons und Pommes Frites, dann das Gedünstete Lachs-Filet auf Blattspinat mit Dill-Kartoffeln und schließlich die “Gebratene Hähnchenbrust an Cherry-Mandel-Soße und Kartoffel-Kräuter-Ecken. Wie man bereits dem Titel des Posts entnehmen kann, entschied ich mich für letzters, für welches ein nicht unstolzer Preis von 7,50 €uronen gezahlt werden sollte.

Auch wenn ich mir unter den “Kräuter-Kartoffel-Ecken” eher so etwas wie Röstis vorgestellt hatte, bereute ich die Entscheidung nicht. Das Fleisch war extrem zart und die Soße mit den Mandeln ebenfalls exzellent. Und selbst die Kartoffeln, erfahrungsgemäß eher zu “Al dente” im Löwen, waren diesmal genau richtig durchgekocht. Einzig etwas Gemüse dazu hätte nicht schaden können – das bisschen Grünzeug am Rande tue ich dabei mehr als Dekoration ab. Alles in allem aber wieder mal eine sehr gutes, wenn auch nicht gerade billige Mahlzeit im Restaurant Zum Löwen.

Englischer Park Wörlitz – ein Rundgang

Beim meinem Besuch in der Umgebung von Wittenberg durfte natürlich auch ein Abstecher in den Wörlitzer Park nicht fehlen – den wohl bedeutensten Teil des sogenannten Dessau-Wörlitzer Gartenreiches und seit dem Jahre 2000 Bestandteil des UNESCO Weltkulturerbes.

Der in den Jahrens 1769 bis 1773 von Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau im englischen Stil angelegte und 1813 erweitere Landschaftspark war der erste in dieser Form in Deutschland erbauten und zählt mit seinen 112,5 Hektar Größe auch heute noch zu den größten Parks seiner Art. Ein Besonderheit zur damaligen Zeit war vor allem die Tatsache, daß der gesamte Park nicht etwa zum alleinigen Vergnügen des Fürsten errichtet wurde, sondern von Anfang an für alle seine Untertanen geöffnet war.
Vom nördlichsten Punkt des Parkes aus entschieden wir uns dazu, einfach einen Rundgang zu machen und zu schauen wie weit wir kommen würden. Das Gelände ist mit seinen bereits oben erwähnten 112,5 Hektar riesig und an einem Nachmittag – wir kamen ja gerade aus Ferropolis, über das ich bereits berichtet hatte – kaum zu bewältigen. Über eine Art Deich erreichten wir als erstes Bauwerk einen Art Turm, der teilweise aus grob behauenen Steinen, teilweise aus verputzten Mauern errichtet war. Über schmale, steile Stufen konnten wir diesen Besteigen und taten es auch – wobei der Aufstieg sich als weniger schlimm herausstellte, als der spätere Abstieg, bei dem man die schmalen, unregelmässig geformten und angebrachten Stufen mit den Füßen ertasten musste. Die Aussicht oben in die angrenzenden Elbwiesen war zwar nett – aber gab keinen wirklichen Einblick über die Größe des Parkes, da der Blick in drei von vier Himmelsrichtungen durch dichtes Blätterwerk verdeckt war.

'Wörlitzer Park' von JaBB 'Wörlitzer Park' von JaBB
Links: Aussichtsturm am nördlichen Ende des Parks – Rechts: Blick in die Elbwiesen

Nach dem erfolgreichen Abstieg begaben wir uns nicht zurück auf den Deich, über den wir gekommen waren, sondern stiegen etwas weiter herunter in eine Senke, von der aus man sowohl die Rückseite des Venustempels erblicken als auch durch schmale, niedrige Tunnel weiter in den weiter westlich gelegenen Teil des Parkes gelangen konnte. Durch diese unbleuchteten Tunnel setzten wir dann unseren Weg fort, wobei wir teilweise uns nur langsam vortasten konnten, da weder Licht vom Eingang noch vom Ausgang Details des Inneren preis gaben.

'Wörlitzer Park' von JaBB
Der Venustempel von “hinten”

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Die Tunnel (sh. Text)

Schließlich aber erreichten wir einen Aufstieg und erreichten über eine Plattform eine der vielen, teilweise kunstvollen, teilweise abenteuerlich wirkenden Brücken über die Kanäle der Parkanlagen. Jene die wir nun überqueren wollten, zählte wohl eher zu letzterer Kategorie, denn es handelte sich dabei um eine Hängebrücke aus Holzbrettern, die Ketten über den Kanal gespannt waren. Abenteuerlich sage ich vor allem deshalb, weil die Konstruktion bei Leibe nicht gerade vertrauenswürdig aussah und ein daneben angebrachtes Schild darauf hinwies, daß man sie nur Einzeln überqueren sollte. Aber es sah wirklich schlimmer aus als es dann wirklich war.

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Links: Wackelige Hängebrücke – Rechts: Malerischer Kanal


Hinweisschild an der Hängebrücke

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Schmale Kanäle und Bachläufe

Nachdem wir nun ein wenig am Rande des Parkes entlang spaziert waren, kamen wir an einen Seitenarm des Wörlitzer Sees, der im Zentrum des Parkes zu finden ist. Ein wirklich idyllisches Plätzchen – aber davon abgesehen gab es dort wenig zu sehen. Über die Wasserfläche hinweg konnten wir jedoch bereits einiges von dem Sehen, was uns noch erwartete.

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Links: Seitenarm des Wörlitzer Sees – Rechts: Blick über die Seefläche

Nach einigen Fußwegminuten kamen wir schließlich an eine der vielen Sehenswürdigkeiten des Parkes, dem “Gotischen Haus” – ein wie der Name schon vermuten lässt im gotischen Stil erbauten Gebäude, in dem in den Sommermonaten wechselnde Kunstausstellungen stattfinden. Jedoch verzichteten wir darauf, die aktuelle Ausstellung zu besuchen und setzten unseren Weg fort.

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Das “Gotische Haus”

Ein zur Zeit als der Park errichtet wurde neuartiges Konzept waren übrigens die sogenannten Sichtachsen, die jeweils mehrere besonders sehenswerte Punkte innrhalb Parkes ohne sichtbehinderung durch Bäume oder andere Gebäude verbindet. Kann man leider schlecht auf zweidimensionalen Bildern zeigen, es sei aber hier erwähnt um eventuelle Besucher darauf hinzuweisen. 😉
Versteckt zwischen den Bäumen tauchte, während wir weiter in Richtung der Hauptfläche des Wörlitzer Sees gingen, ein Gebäude mit zugemauerten Fenstern in ähnlichen Baustil wie das Gotische Haus auf, das wirklich malerisch an einem kleinen Bachlauf lag – da konnte ich nicht wiederstehen.

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Verstecktes Haus im gotischen Stil

Um den Wörlitzer See selbst im Süden des Parks, den wir anschließend erreichten, gruppieren sich viele der großen Gebäude und Sehenswürdigkeiten des Geländes, dazu gehören das Schloß von Wörlitz, die Synagoge, St. Petri & Bibelturm und natürlich der Vulkan, ein künstlicher Berg, der dazu in der Lage ist richtig auszubrechen – ein Schauspiel, daß man aufgrund des hohen Aufwands und der immensen Kosten allerdings leider nur selten bewunden kann.

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Links: Sichtachse am See – Rechts: St. Petri & Bibelturm

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Rechts: Synagoge – Links: Schloss

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Links: Synagoge am See, daneben die Bootsanlegestelle – Rechts: Am Wörlitzer See

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Der “Vulkan” an der Südspitze des Parks

Während unseren weiteren Weges um den See herum, erreichten wir noch weitere mehr oder wenig versteckt gelegene Gebäude, dazu gehörten unter anderem ein kleiner, im Berg eingelassener Tempel mit einer nackten Männerstatue darin, eine Art Grabmal, über dessen Eingang ein Relief prangte, das ein wenig an Alexander den Großen erinnerte.

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Links: Tempelanlage – Rechts: Grabmal mit Relief

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Recht: Das Innere der Tempelanlage – Rechts: Blick in Richtung der goldenen Urne (Grab)

Außerdem kamen wir an ein niedriges Steingebäude mit einer Säule darüber, welches wir bereits von der anderen Seite des See-Seitenarms gesehen hatten. Leider war es jedoch geschlossen und abgesperrt.

'Wörlitzer Park' von JaBB
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Da es langsam spät wurde, machten wir uns dann langsam auf den Rückweg – bewußt daß wir noch bei weitem nicht alles gesehen hatten. Auf dem Rückweg kamen wir zum Glück auch noch einmal am Venustempel vorbei, den ich dadurch noch einmal von vorne aufnehmen konnte.

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Der Venustempel

Als wir die Straße erreichten, entdeckten wir dort schließlich noch die alte Flutwassersperre, an der die Marke des Flut von 2002, die in dieser Gegend von 5 Jahren wirklich erhebliche Schäden angerichtet hatte. Davon war jedoch so gut wie nichts mehr zu sehen.

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Schienen für die Hochwassersperre

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Links: Marke des Hochwassers August 2002 – Rechts: Schild am Rande des Parkes

Auch wenn das nicht direkt dazu gehört – zum Abschluß noch ein kleines Erlebnis am Rande: Auf dem Rückweg wählten wir den Weg über das am anderen Ufer des Elbe liegende Coswig – um dieses jedoch zu erreichen, mußten wir jedoch mit der Fähre den Fluß überqueren. Ich selbst bin seit mehr als einem Jahrzehnt keine Fähre mehr gefahren, von daher noch ein angenehmes, wenn auch kurzes Erlebnis.

'Fähre Coswig' von JaBB 'Fähre Coswig' von JaBB
'Fähre Coswig' von JaBB 'Fähre Coswig' von JaBB
Überfahrt mit der Fähre nach Coswig

Die zwei €uro, die diese Überquerung kostete, war es aber allemal wert. 🙂

Schnitzel mit Specknudeln [20.08.2007]

Heute war ich mal im “frisch&knackig” am Marktplatz – jedoch sagte mir keine der angebotenen Suppen so sonderlich zu, daher wählte ich eines der Schnitzel, dazu Nudeln mit Eiern und Speck. Das ganze wurde dann wie auch beim letzten Mal gewogen und brachte für mich einen Preis von 4,04 €uronen für alles zusammen.

Dazu gab es kostenlos einen Becher frisch gepressten, trüben Apfelsaft. Dieser stellte sich dann auch als die besten Komponente heraus, denn sowohl die Nudeln als auch das Schnitzel konnten als nicht mehr als Lauwarm bezeichnet werden – und das um kurz nach 12.30 Uhr. Ok, vielleicht sollte ich nicht so hart sein – dann abgesehen davon schmeckte es eigentlich ganz gut – aber wenn man vorgekochte Speisen anbietet, sollte man doch dafür sorgen, daß sie auch warm bleiben. 🙂

PCdenzfall

Der (meiner Meinung nach wirklich genial gute) Berliner Kabarettist und Pianist Bodo Wartke mit dem Stück “PCDenzfall” aus seinem neuen Programm “Noah war ein Archetyp“. Mehr von ihm gibts auf seiner Seite zum Download.
Hoffe daß der mal irgendwann nach Jena oder in die nähere Umgebung kommt…. 🙂

Ende der neoliberalen Ära

Die Online-Ausgabe der Zeit zeigt in ihrem kurzem Essay Das Ende der neoliberalen Arä (hatten wir die jemals??) auf, wie seit den Anschlägen vom 11. September 2001 sich der Staat immer mehr auch in das Privatleben der Bürger einmischt und alles versucht zu (über-)regulieren. Aber vor allem der Aussage auf der ersten Seite, daß die “Bürger nach dem Staat rufen würden” und dessen Eingriff wünschen, halte ich doch für eine nicht wirklich haltbare These. Viel mehr lassen die meisten Bürger den Staat einfach werkeln und Glänzen durch Desinteresse und/oder es fehlt ihnen die Weitsicht was da wirklich alles geregelt wird. Dennoch sehr lesenswert…

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