Die Schiffe der Kleopatra [SPQR 9]

Mit Die Schiffe der Kleopatra habe ich nun auch den neunten Teil der SPQR-Reihe des amerikanische Autors John Maddox Roberts abgeschlossen. Mal wieder in Rekordzeit muss ich dazu sagen – trotz der 284 Seiten, was wieder weitaus mehr als der Vorgängerroman war – aber die Bücher der SPQR-Reihe verschlinge ich nun mal wie nichts. Das mag zum einen an dem kurzweiligen Schreibstil des Authors liegen, zum anderen hängt es aber bestimmt auch mit einer gewissen Begeisterung zusammen, die ich aktuell noch immer für die Abenteuer des Decius Caecilius Metellus hege. Und auch mit diesem Band sollte Roberts seine Leser nicht enttäuschen.
Decius verschlägt es nach seiner Amtszeit als Aedil im Jahre 51 vor Christus nach Zypern, das aktuell unter römischer Herrschaft steht. Sein offizieller Auftrag ist es, das östliche Mittelmeer von Piraten zu säubern, die nach ihrer scheinbaren Vernichtung vor einigen Jahren wieder verstärkt in Erscheinung treten. Doch seine Bemühungen sind für die erste Zeit nicht von großem Erfolg geprägt, denn der Gegner scheint bestens Informiert und ihm immer einen Schritt voraus. Auch die Unterstützung der gerade siebzehnjährigen, ptolomäischen Prinzessin Kleopatra, die sich ebenfalls auf Zypern aufhält und Decius unter der Bedingung an der Jagd teilnehmen zu dürfen zusätzliche Schiffe und Männer zur Verfügung stellt, scheint dabei wenig zu helfen. Als dann der römische Stadthalter Silvanus bizarr ermordet wird, indem er an einer Überdosis Weihrauch erstickt, spitzen sich die Ereignisse zu. Die Verstrickungen der Hintermänner der Piraten scheinen weiter zu gehen als zuerst gedacht und schon bald ist auch Decius selbst in ernster Gefahr.
Für mich war dieser Roman eine weitere Geschichtsstunde, die amüsant und spannend in eine antike Krimigeschichte verpackt worden ist. Decius Caecilius Metellus erzählt wieder in der bekannten Ich-Form von den Ereignissen, die er selbst als alter Mann niederzuschreiben scheint. Man lernt nicht nur einiges über die Abneigung der Römer vor Seeschlachten, die römischen Schiffstypen zum Ende der alten Republik, die Machtverhältnisse und Handelswege im östlichen Mittelmeer knapp ein halbes Jahrhundert vor der Zeitenwende, römische Getreideflotten nach Ägypten und die Verehrung der Aphrodite, die der Legende nach aus Meerschaum geboren auf Zypern das erste Mal an Land trat und deren Kult ebenfalls eine gewisse Rolle innerhalb des Romans spielt. Ich habe mir bevor ich das ganze hier lobe natürlich die Zeit genommen und habe die geschichtlichen Eckdaten überprüft – aber wie immer hat der Autor John Maddox Roberts hier gute Arbeit bei der Recherche geleistet. Die einzigen beiden Dinge wo man ihm weiterhin schlechte Nachforschung vorwerfen kann sind zum einen, dass es ja eigentlich “Senatus Populesque Romaus” (Senat und Volk von Rom) und nicht (wie auch der Titel des ersten Romans der Reihe) “Senatus Populus Que Romanus“, und zum anderen seine Behauptung die Sklaven im alten Rom hätten sich durch andere, dunklere und einfachere Kleidung von den Römern unterschieden haben (was er z.B. in Tod eines Centurio behauptet). Das einzige was sie damals nicht tragen durften war die Toga, die ein Kleidungsstück der freien Römer mit vollen Bürgerrechten war. Davon abgesehen habe ich ihm aber bisher noch keinen wirklichen geschichtlichen Fehler nachweisen können. Für Decius, seinen Haussklaven Hermes und seine Frau Julia, die später im Verlauf ebenfalls zu den Protagonisten stößt, war dieses Buch auf jeden Fall wieder ein sowohl amüsant als auch spannend zu lesendes Abenteuer und für mich war es eine kurzweilige, spannende und auch interessante Lektüre. Und mit dem Folgeband habe ich bereits begonnen…

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

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Ein Kommentar to “Die Schiffe der Kleopatra [SPQR 9]”

  1. Im Namen Caesars [SPQR 10] | Subnetmask meinte am 27.07.2010 um 22:07 Uhr :

    […] mit dem Titel Im Namen Caesars zu konsumieren. Bei einer wieder im Gegensatz zum Vorgängerband Die Schiffe der Kleopatra auf nun 335 Seiten gewachsener Seitenzahl eine recht passable Leistung denke ich, aber dank der […]


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