Früher los, später da

Früher los, später da

Als ich heute am Frankfurter Hauptbahnhof ankam, bekam ich schon die ersten Hiobsbotschaften aus den Lautsprechern zu hören. Der Zug, der eigentlich eine Stunde früher in Richtung München fahren sollte, hatte aufgrund eines Notarzteinsatzes 55 Minuten Verspätung. Das hätte mich eigentlich nicht betroffen, aber wenig später tönte es dass auch mein Zug 45 Minuten später einfahren sollte. Also entschloss ich mich dazu, den verspäteten früheren Zug zu nehmen und mit diesem in Richtung München zu fahren. Dadurch hatte ich zwar keinen reservierten Sitzplatz, aber ich hoffte dennoch einen freien Sitz finden zu können. Eine kurzfristig getroffene Fehleinschätzung, denn ich war natürlich nicht der einzige der auf diese Idee kam und musste mich mit einem Stehplatz begnügen. Schon dachte ich so bei mir, dass es vielleicht besser gewesen wäre die 45 Minuten am Bahnhof zu stehen anstatt nun fast 4 Stunden im Zug. Doch nachdem wir Würzburg erreicht und wieder verlassen hatten, wurden zwei Sitze im Abteil neben mir trotz Reservierung nicht besetzt und ich nutzte die Gelegenheit und okkupierte einen von diesen. Jetzt wäre ja eigentlich alles in Ordnung gewesen, doch kurz nach Nürnberg hielt der Zug plötzlich auf freier Strecke und blieb einige Minuten stehen. Es wurde mitgeteilt dass Bauarbeiten die Ursache wäre und dass es gleich weiter gehen würde. Doch damit waren die ungeplanten Stopps noch nicht zu Ende. Der Halt in Ingolstadt war lt. Fahrplan zwar nicht eingeplant, aber hatte zumindest den Zweck Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen. Es folgten weitere Stops in Rohrbach südlich von Nürnberg, Pfaffenhofen an der Ilm und Petershausen nördlich von München – der erste Stop wieder auf freier Strecke und die letzten Beiden jeweils am Bahnhof der Städte. Dank iPhone konnte ich die jeweilige Position ja genau bestimmen. Somit erreichten wir um 20:40 Uhr endlich den Münchner Hauptbahnhof – mit 40 Minuten Verspätung, und das obwohl wir Frankfurt fünf Minuten früher als sonst verlassen hatten.
Nach so vielen Wochen die ich mit keiner nennenswerten Verspätung von und nach München gefahren bin – immerhin hatte ich die letzte Verspätung Ende Juli zu verzeichnen – und dem Anschein dass es sich hier um nicht von der Bahn verschuldete Ursachen handelt, kann ich hier kaum Vorwürfe erheben. Ärgerlich ist es aber allemal.

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