Die Sturmkönige-Triologie – Kai Meyer

Mit ihren drei Bänden Dschinnland, Wunschkrieg und Glutsand, der sogenannten Sturmkönige-Triologie, habe ich in Hörbuch-Form – erschienen bei Lübbe Audio und erworben wie immer bei meinen Haus-Hörbuchdealer Audible.de – mal wieder etwas Literatur verschlungen, die man wohl am treffendsten als Modernes Märchen oder Phantastik bezeichnen darf.

Ihr Schöpfer, der deutsche Journalist, Drehbuchautor und Schriftsteller Kai Meyer hat sich in dieser Literatursparte mit inzwischen über 50 Büchern einen Namen gemacht. Ich selbst muss zugeben dass dies die ersten Bücher dieses Autor sind die ich gelesen habe – aber sein Schreibstil macht eindeutig Lust auf mehr. Wobei mit Sicherheit hier auch der Sprecher Andreas Fröhlich seinen Anteil dazu beigetragen hat, dass ich mir gleich alle drei Teile hintereinander “reingezogen” habe. Aber nun genug der langen Vorrede, kommen wir nun zum eigentlichen Inhalt dieser Bücher:
Wir schreiben das 8. Jahrhundert nach Christus. Es ist nun fünfzig Jahre her dass die Dschinne aus den Wüsten und Einöden des Morgenlandes kamen und Tod und Verderben über die Landstriche zwischen Bagdad und Samarkand gebracht haben. Nur wenige todesmutige Schmuggel wagen es, die gefährliche Strecke zwischen diesen Städten auf ihren fliegenden Teppichen zu bewältigen. Auch Tarik al-Jamar und sein Bruder Junis gehörten einst zu diesen Männern, doch seit die Dschinne Tariks Geliebte Maryam geschnappt und offensichtlich getötet haben ist das Verhältnis der Brüder zerrüttet und Tarik versucht mit leichten Vergnügungen und der gelegentlichen Teilnahme an verbotenen Teppichrennen über Wasser zu halten. Erst als das Haremsmädchen Sabatea seinen Bruder Junis dazu überredet die gefährliche Reise nach Bagdad ein weiteres Mal zu machen um sie dort hin zu bringen, entschließt sich Tarik zähneknirschend dazu mit den beiden zu ziehen – denn trotz allem Zwists möchte er seinen Bruder nicht alleine gehen lassen. Auf der Reise treffen sie neben zahlreichen anderen Gefahren auch auf den Dschinnfürsten Amaryllis, den sogenannten Narbennarren, der sich versucht aus Leichenteilen ein menschliches Äußeres zu geben. Er, der es auch damals gewesen war der Maryam verschleppt hat, nimmt die Brüder gefangen und bringt sie in sein Versteck, wo er sie quält und zu seinen willenlosen Dienern machen will. Doch bei einem Überfall der Sturmkönige, einer Rebellentruppe die sich mit Magie die Kraft von Stürmen gefügig machen und sie als Waffe gegen die Dschinne einsetzen, können die Brüder und Sabatea fliehen und es gelingt Tarik schließlich sogar, den Dschinnfürsten Amaryllis zu töten. Neue Rätsel gilt es nun zu lösen: Was ist der Dritte Wunsch? Wollen die Dschinne dessen Magie verwenden um die Menschen entgültig zu vernichten? Welche Rolle spielen der naive Ifrin, ein Wüstengeist, und das geheimnissvolle Elfenbeinpferd dabei, die sich den Fliehenden bald anschließen. Während Junis sein Glück bei den Sturmkönigen versucht, bringt Tarik Sabatea nach Bagdad und erfüllt so seinen ursprünglichen Auftrag. Doch die Stadt ist kurz davor, von einem riesigen Heer der Dschinne belagert zu werden und Tarik versucht in Bagdad Licht hinter das Geheimnis des Dritten Wunsches zu bringen. Hinweise aus dem Diebesviertel von Bagdad bringen ihn auf die Spur hoher, dem Kalifen nahestehende Würdenträger, die mehr über diesen Dritten Wunsch zu wissen scheinen. So trifft er schließlich auf den Hofmagier Khalis, der scheinbar die Magie des Dritten Wunsches nutzen will um seine leblos in einem magischen Honigschrein konservierte Tochter zu retten. Gemeinsam mit ihm, den beiden Dieben Nachtgesicht und Ifranji sowie dem Byzanzinischen Dschinnjäger Amerik macht sich Tarik schließlich auf dem Weg in die magische Stadt Skarabapur um dort das Geheimnis des Dritten Wunsches zu lüften während sein Bruder Junis an der Seite der Verteidiger von Bagdad versucht dem Ansturm der Dschinnheere zu widerstehen. Wird es gelingen die Dschinne aufzuhalten? Was steckt hinter dem Geheimnis des Dritten Wunsches? Und welche Rolle spielt das geheimnisvolle Kind Jibril, dass die Rebellengruppe der Sturmkönige anzuführen scheint? Bis zum großen Showdown in Skarabapur stehen den verschiedenen Darstellern noch reichhaltige Abenteuer bevor bis sich alles schließlich auflösen wird. Ob zum guten oder schlechten möchte ich hier aber natürlich nicht verraten. 😉
Kai Meyer gelingt es in diesen drei Büchern eine komplexe und spannende Welt aufzubauen, die Elemente aus den klassischen Märchen von 1001 Nacht und moderner Fantasy gekonnt kombiniert. Aufgrund eines recht schonungslosen Detailreichtums mit dem der Autor die Brutalität des Krieges und der Dschinne beschreibt würde ich das ganze auch nicht unbedingt als Jugendbuch abtun, sondern eher in den Bereich der Erwachsenenliteratur einordnen. Jeder der Bände bietet zwar ein in sich abgeschlossenes Abenteuer, ist aber so in die Gesamtgeschichte verwoben dass es sinnlos wäre die Bücher einzeln zu betrachten. Außerdem enden die ersten beiden Bände natürlich mit einem kleinen “Cliffhanger”, so dass man sozusagen gezwungen ist weiter zu lesen. Auch wenn die Hörbuchversionen gekürzt sind, sind die mit 7 Stunden und 18 Minuten (Dschinnland), 7 Stunden (Wunschkrieg) und 7 Stunden und 45 Minuten (Glutsand) kein kurzes Vergnügen. Doch trotz der Kürzung geht meiner Meinung nach keine relevante Information verloren. Eine spannende und kurzweilige Geschichte um Magie, Liebe, Krieg und die Rettung des Morgenlandes die ich vorbehaltlos weiter empfehlen kann. Macht durchaus Lust auf mehr aus der Feder dieses Autors. Bei wie zu Beginn erwähnt über 50 Büchern die Kai Meyer bis heute veröffentlicht hat wird sich mit Sicherheit also das eine oder andere Werk demnächst mal auf meinen Nachttisch oder meinen MP3 Player verirren.

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

Print Friendly
« « Königskorallenfisch auf Krabbensauce [01.07.2011] | Bergbauern-Auflauf – das Rezept » »

Hinterlasse ein Kommentar

XHTML: Erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>