Die Legion des Raben – Maria W. Peter [Invita 2]

Nach dem bereits vorgestellten Werk Fortunas Rache habe ich mit Die Legion des Rabens nun auch das zweite Werk der Geschichten der deutschen Autorin Maria W. Peter um die Sklavin Invita gelesen, das sich mit 424 Seiten als etwas umfangreicher als sein Vorgänger erwies.

Auch in der Fortsetzung versetzt und die Geschichte wieder ins Trier des 3. Jahrhunderts nach Christus, zu dieser Zeit noch unter dem Namen Colonia Augusta Trevorum fester Bestandteil des römischen Reichs in Germanien und Sitz des lokalen Statthalters, in dessen Haushalt auch die junge Sklavin Invita ihren Dienst tut. Nach den Ereignissen des ersten Bandes arbeitet die für ihren Stand recht gut gebildete Unfreie in der Schreibstube des Statthalters und ist persönliche Dienerin der introvertiert wirkenden Marcella, der Tochter ihres Herren – pflegt aber trotzdem noch einen guten Kontakt zu ihren Standesgenossen. Dadurch lernt sie auch während der Geburtstagsfeier ihres Besitzers den Sklaven Hyacinthus kennen, den Begleiter des hohen römischen Beamten Beatius Quigo. Als dieser Beamte auf dem Heimweg von der Feier ermordet wird, fällt der Verdacht natürlich gleich auf Hyacinthus – aber damit noch nicht genug. Beatius Sohn entschließt sich dazu, alle Sklaven des Haushaltes, Männer, Frauen und Kinder, nach altem römischen Recht für diesen Mord an ihrem Herren büßen und am Kreuz sterben zu lassen. Auch wenn Invita nicht gerade große Sympathien für Hyacinthus hegt, so erscheint ihr der Tod so vieler Unschuldiger doch als Unangemessen. Und auch ihre Herrin Marcella, die insgeheim dem neuen Glauben des Christentums anhängt, unterstützt sie bei ihren Bestrebungen dieser Ungerechtigkeit entgegen zu treten und gestattet ihr einige Recherchen vorzunehmen. Und Invita findet auch schon bald erste Hinweise, dass hinter diesem Mord mehr steckt als nur die unbedachte Tat eines unzufriedenen Leibeigenen. Dass dabei auch eine Verstrickung des sich weiterhin geheimnisvoll gebenden Germanen Flavus, mit dem Invita auf Betreiben ihres Herren in einer Partnerschaft lebt, möglich erscheint bringt sie dabei in gewisse Bredouille – gerade weil sich beide trotz gewisser Anlaufschwierigkeiten langsam etwas näher kommen. Aber trotz der Stolpersteine, die ihr von vielen Seiten bei ihrer Untersuchung in den Weg gelegt werden, kommt sie bald einer Sache auf die Spur, die nicht nur sie selbst, sondern das komplette römische Trier und seine Bewohner in große Gefahr bringt. Welche Rolle dabei der durchtriebene Legat Spurius Cornix spielt erfasst sie dabei fast zu spät – und Invita muss sich beeilen um Hyacinthus und die Sklaven vor dem Tod am Kreuz zu bewahren und die Stadt zu retten.

Auch mit dem zweiten Band hat Maria W. Peter wieder einen gut recherchierten und spannend geschriebenen Geschichte aus dem römischen Trier abgeliefert. Dank umfangreicher Unterstützung aus dem akademischen Umfeld der Historienforschung für diese Zeit kann man als geschichtsinteressierter Laie wie ich es bin keine Fehler oder Ungereimtheiten entdecken – sowohl die sozialen als auch die politischen Gegebenheiten passen perfekt in die beschriebene Zeit und werden gelungen mit dem erzählten Kriminalfall verwoben. Dabei ist es ein wirklich gelungener Kunstgriff, nicht etwa einen freien Bürger oder eine Bürgerin Roms sondern eine Sklavin, Mitglied des niedrigsten gesellschaftlichen Standes, zur Heldin dieser Romanreihe zu erwählen. Durch die Ich-Form bietet sich außerdem ein interessanter psychologischer Einblick in die Denkweise einer solchen Unfreien, wobei die Autorin auch hier eine große Einfühlungsvermögen beweist. Hat mir sehr gut gefallen – Spannung bis zur fast letzten Seite – und macht auf jeden Fall Appetit auf mehr. Somit werde ich mir wohl auch bald den dritten Teil dieser Romanreihe – Der Schatz Salomos – zu Gemüte führen. Sobald ich durch bin, werde ich natürlich wie gewohnt hier darüber berichten.

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

PS: Das ist – wenn ich richtig gezählt habe – übrigens das 77te Buchreview dass ich hier veröffentliche. Anlässlich dieser Schnapszahl habe ich mich nun auch dazu durchgerungen die neue Seite Literatur zu schaffen, die eine kleine Übersicht über alle Beiträge zu diesem Thema bietet.

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