Hamburger & Pommes Frites [15.09.2011]

Oh Kalorienbilanz vergib mir, denn ich habe gesündigt. Zwar wären sowohl die Asia-Thai-Angebote wie Asiatisches Gemüse herzhaft gebraten in Hoi-Sin-Sauce oder Moo Pad Bai Kraprao – Gebratene Schweinefleischstreifenmit Chili, frischem Gemüse und Thai-Basilikum recht verlockend und auch der Griechische Gemüsetopf mit Schafskäse und Oliven im Bereich Vitality sowie der traditionell-regionale Szegediener Rindergulasch mit Salzkartoffeln wären mit Sicherheit vorteilhafter gewesen, doch irgendwie war mir heute nach dem Globetrotter-Angebot, wo ein Hamburger mit Pommes Frites auf der Speisekarte stand. Dazu nahm ich mir noch etwas Ketchup sowie einen Becher Kirschquark von der Dessert-Theke.

Hamburger & Pommes Frites

Die Pommes Frites erwiesen sich wie üblich als fast ungesalzen, aber das hatte ich natürlich erwartet und dem konnte mit Hilfe des bereitstehenden Salzstreuers schnell beheben. Man hatte mir vor einiger Zeit erzählt dass aufgrund von möglicher Unverträglichkeit von Salz jedem der Gäste das Salzen selbst überlässt. Auch wenn ich von so etwas zuvor noch nie gehört hatte, muss ich halt damit leben und zum Salzstreuer greifen. Zumindest waren die Kartoffelstifte heiß und angenehm knusprig, daher kann ich bis auf das Fehlen von Salz keine weitere Kritik daran üben. Dazu gab es einen Hamburger aus zwei aufgetoasteten Brötchenhälften mit Sesam, zwischen denen sich zwei Scheiben Rindsbuletten sowie unter den Buletten etwas Salat, eine Tomatenscheibe, einige Scheiben Gewürzgurke, Ketchup und etwas beige Burgersauce fand. Für einen Kantinenburger war diese Zusammenstellung zwar in Ordnung – ich hatte schon schlechtere Burger in anderen Kantinen gehabt – aber er war auch nicht überragend. Vor allem etwas mehr Sauce und Salat, vor allem auf den Buletten, wäre von Vorteil gewesen. Und auch der Quark kommt nicht ganz schadlos weg, denn er bestand fast zur Hälfte aus entkernten Kirschen, war für einen Quark meiner Meinung etwas zu dünn geraten.
Dennoch lag der Burger mit klarem Vorsprung vor allen anderen Gerichten heute eindeutig auf Platz eins der Allgemeinen Beliebtheitsskala. Auf Platz zwei folgten die Asia-Gerichte, aber eng gefolgt vom Szegediener Gulasch auf Platz drei und dem Griechischem Gemüsetopf auf Platz vier. Diese Platzierung entsprach aber wieder mal ganz meinen Erwartungen.

Mein Abschlußurteil:
Hamburger: +
Pommes Frites: +
Kirschquark: ++

Chu Chi Pla – Fisch süß-sauer [14.09.2011]

Mittwoch sollte wie üblich auch diese Woche wieder mein Fisch- und/oder Meeresfrüchte-Tag werden. Daher fielen traditionell-regionalen Broccoli-Nußecken an mediterranem Gemüse mit Basailikumdip und die Penne Bolognese mit Parmesan bei Globetrotter schon mal raus. Blieben also noch der Gedünstete Seelachs im Tomatenbett mit Blattspinat und Kartoffeln in der Sektion Vitality (so etwas hatte ich hier, hier und hier bereits verzehrt) sowie das Chu Chi Pla – Knusprig gebackener Fisch Fisch mit frischem Gemüse in süß-saurer Sauce, welches ich hier auch schon mal auf dem Tablett gehabt hatte. Letztlich war mir dann doch mehr nach dem süß-sauren Fisch, den ich mir mit etwas Nasi Goreng – Gebratenem Gorengreis mit verschiedenem Gemüse kombinierte. Außerdem gab es natürlich noch eine Schale Reis und einen Glückskeks dazu.

Chu Chi Pla - Fisch süß-sauer / Fish sweet sour

Einen einzigen Kritikpunkt habe ich heute leider doch gefunden, denn die Möhren im Gemüse des süß-sauren Fisches waren größtenteils nur unzureichend gekocht und ziemlich hart geraten. An den restlichen Gemüsesorten wie Blumenkohl, Zucchini, Salat, Frühlingszwiebeln und Tomaten sowie dem paniert gebratenen, zarten und grätenfreien Fischfilets gab es nichts auszusetzen. Und auch am Curryreis mit bunter Gemüsemischung (Nasi Goreng) fand ich nichts auszusetzen. Dennoch gebe ich heute aufgrund der massiven Versäumnisse bei den Karotten mal keine volle Punktzahl.
Bei den anderen Kantinengästen lag heute aber eindeutig die Penne Bolognese am höchsten in der Günst und landete so auf dem ersten Platz der Allgemeinen Beliebtheitsskala. Danach folgten die Asia-Gerichte auf Platz zwei, danach der Fisch im Tomatenbett und schließlich die Broccoli-Nußecken. Hier also keine Überraschungen – ganz wie erwartet.

Mein Abschlußurteil:
Chu Chi Pla: +
Nasi Goreng: ++
Reis: ++
Glückskeks: ++

Polentaschnitten auf Ratatouillegemüse [13.09.2011]

Mit Pad Thai – Gebratene Reisnudeln mit Ei Lauchzwiebeln, Sprossen und Erdnüssen oder Gaeng Pananang Moo – Gebratenes Schweinefleisch mit frischem Gemüse und Kafir Limetten in rotem Curry schon mal recht interessante Gerichte auf der Asia-Thai-Karte, aber auch das traditionell-regionale Holzfällersteak vom Schweinenacken mit Zwiebeln und Röstkartoffeln, die Gebratene Hähnchenbrust auf Rahmgemüse mit Butternudeln bei Globetrotter sowie auch die Gebackene Polentaschnitten mit feinem Ratatouillegemüse in der Sektion Vitality klangen verlockend. Da ich in letzter doch etwas kalorienreicher gespeist hatte, entschied ich mich heute mal wieder für das vegetarische Gericht in Form der Polentaschnitten, ein Angebot das ich hier schon einmal genutzt hatte. Auf das kleine Becherchen Nachtisch – heute ein Becherchen Limettenmousse – wollte ich dann doch nicht verzichten.

Polentaschnitte auf Ratatouillegemüse / Polenta slices on ratatouille vegs

In einer knusprigen Panade fanden sich zwei dünne Scheiben aus Polenta (Maisgrieß), die durch eine weitere Schicht Rahmspinat getrennt waren. Eine sehr gelungene Komposition wie ich fand, die man auf einem Bett aus Zucchiniwürfeln, Paprika, Mais und stückigen Tomaten serviert hatte, welches sich als angenehm pikant gewürzt und irgendwie fruchtig erwies. Gab absolut nichts daran auszusetzen, auch wenn das Gericht absolut vegetarisch war. Außerdem hatte es gerade mal 490kcal pro Portion, das konnte ich mir die kleine Portion lockerer und luftiger, leicht säuerlicher Limettenmousse auch noch bedenkenlos leisten ohne dass es meine heutige Kalorienbilanz zu sehr ins Negative zu reißen. Ich konnte wirklich zufrieden sein.
Dass die Zusprache des restlichen Kantinenpublikums für die Polentaschnitten nicht ganz so groß war hatte ich mir aber schon denken können – das Gericht erreicht gerade mal den vierten Platz auf der Allgemeinen Beliebtheitsskala. Da stand die Hähnchenbrust mit Rahmgemüse mit einem dritten Platz schon etwas besser da, wurde von den Asia-Gerichten auf Platz zwei aber noch klar geschlagen. Mit deutlichem Vorsprung gewann natürlich das Holzfällersteak mit Bratkartoffeln, welches ohne jeglichen Zweifel und ganz wie ich es vermutet hatte heute den ersten Platz belegte. Wäre wenn ich nicht ein wenig auf die Nährwerte achten müsste wäre das mit Sicherheit auch meine Wahl gewesen.

Mein Abschlußurteil:
Polentaschnitten: ++
Ratatouillegemüse: ++
Limenttenmousse: ++

Linseneintopf mit Pfefferbeißern – das Rezept

Heute war mir mal nach Linseneintopf – doch gibt es da wie ich feststellen musste gibtes auch hier Rezepte wie Sand am Meer. Wichtig bei einem solchen Linseneintopf ist aus meiner Sicht dabei eine bunte Auswahl an verschiedenen zusätzlichen Gemüsesorten und ein leicht säuerliches Aroma das zu einem solchen Linsengericht einfach dazu gehört. So wälzte ich also ich also die verschiedenen Varianten und erstellte mir wie üblich ein eigenes Rezept, das ich hier kurz vorstellen möchte.

Was brauchen wir also für 3 bis 4 Portionen?

180g Tellerlinsen
01 - Zutat Tellerlinsen

1 kleine Stange Lauch
02 - Zutat Lauch

170g Blumenkohl
03 - Zutat Blumenkohl

1 große Möhre
04 - Zutat Möhre

1/4 Knollensellerie
05 - Zutat Knollensellerie

1 weiße Zwiebel
06 - Zutat Weiße Zwiebel

480-500g Kartoffeln
07 - Zutat Kartoffeln

2 Zehen Knoblauch
08 - Zutat Knoblauch

1 fleischige Tomate
09 - Zutat Tomate

60-70g durchwachsenen Speck
10 - Zutat Speck

2 Pfefferbeißer
11  -Zutat Pfefferbeißer

etwas Butterschmalz
12 - Zutat Butterschmalz

500ml Rinderbrühe
13 - Zutat Rinderbrühe

1/2 Bund Petersilie
14 - Zutat Petersilie

2 EL Weißweinessig und 2TL Balsamico
15 - Zutat Balsamico und Weißweinessig

sowie Salz, Pfeffer und Muskatnuss zum würzen

Als erstes kümmern wir uns um die Linsen, die wir für 30 Minuten in etwas handwarmen Wasser einweichen.
16 - Linsen einweichen

Während die Linsen einweichen, können wir uns um den Rest des Gemüses kümmern. Also waschen wir die Lauchstange und schneiden sie in Ringe,
17 - Lauch schneiden

schälen die Knollensellerie und schneiden sie in kleine Würfel,
18 - Sellerie hacken

schälen die Kartoffeln und würfeln sie,
19 - Kartoffeln würfeln

schälen die Möhre und schneiden die Möhre in kleine Stücke,
20 - Möhren schneiden

häuten die Zwiebel und hacken sie fein,
21 - Zwiebel hacken

zerpflücken den Blumenkohl
22 - Blumenkohl zerpflücken

und hacken die Knoblauchzehen in feine Stücke.
23 - Knoblauch hacken

Sobald die Linsen nach dreißig bis vierzig Minuten vollgesogen sind
24 - Linsen eingeweicht

gießen wir sie in einem Sieb ab, schütteln sie durch und lassen etwas abtropfen.
25 - Linsen abtropfen

Nun zerlassen wir etwas Butterschmalz in einem größeren Topf und braten wir die Speckwürfel darin rundherum gut an.
26 - Speck anbraten

Dann dünsten wir die Zwiebeln mit dem Speck glasig an und geben dann den gehackten Knoblauch hinzu
27 - Zwiebeln andünsten und Knoblauch rein

und geben einen Teelöffel Balsamico hinzu, das wir kurz einkochen lassen.
28 - Balsamico dazu

Jetzt geben wir Lauch, Möhren und Knollensellerie hinein und lassen das Gemüse bei regelmäßigen rühren etwas anbraten.
29 - Gemüse anbraten

Nach drei bis vier Minuten gießen wir alles mit der Rinderbrühe auf
30 - Mit Rinderbühe aufgießen

und geben den Blumenkohl
31 - Blumenkohl hinein

sowie die Kartoffelwürfel hinzu.
32 - Kartoffeln dazu

Nun stellen wir die Platte etwas höher ein, mischen dann die abgetropften Linsen unter
33 - Linsen addieren

und lassen alles kurz aufkochen.
34 - Aufkochen lassen

Während der Topfinhalt aufkocht, waschen und achteln wir die Tomate
35 - Tomate achteln

und geben sie mit in den Eintopf.
36 - Tomaten hinein

Außerdem schneiden wir die Pfefferbeißer in Scheiben
37 - Pfefferbeißer schneiden

und rühren sie auch unter.
38 - Pfefferbeißer addieren

Für 25 bis 30 Minuten lassen wir alles dann auf kleiner Flamme abgedeckt vor sich hin köcheln und rühren es gelegentlich um.
39 - Köcheln lassen

Nachdem alles gut durchgekocht ist, schmecken wir alles mit Salz und Pfeffer,
40 - Mit Pfeffer und Salz würzen

einem bis zwei Esslöffeln Weißweinessig,
41 - Weißweinessig rein

einer kräftigen Prise Muskatnuss
43 - Mit Muskatnuss abschmecken

sowie einem TL Balsamico ab.
44 - Balsamico einrühren

Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt unsere Kreation zu probieren, wobei wir ggf. natürlich auch noch nachwürzen dürfen.
45 - Probieren

Ein paar Minuten lassen wir alles nun noch auf niedriger Stufe vor sich hin köcheln und nutzen die Zeit die Petersilie zu waschen, trocken zu schütteln und klein zu hacken.
46 - Petersilie hacken

Etwa die Hälfte streuen wir nun noch in unseren Eintopf ein, während wir die andere Hälfte zum Garnieren zurück behalten.
47 - Petersilie einstreuen

Schließlich bleibt nur noch, das Gericht zu servieren und zu genießen.
48 - Linseneintopf / Lentil stew - Fertiges Gericht

Und diese Zusammenstellung entsprach genau dem was ich von einem solchen Gericht erwartete. Der herbe, leicht säuerliche Geschmack den das Balsamico und der Weißweinessig dem gut durchgekochtem Gemüse und den Linsen gab, der aber durch die Beigabe von Zucker etwas gemildert worden war, traf perfekt meine Erwartungen die ich an einen Linseneintopf stelle. Und auch die Pfefferbeißer, die mit den Speckwürfeln die Fleischkomponente bildeten, passten wunderbar ins geschmackliche Gesamtbild.

49 - Linseneintopf / Lentil stew - CloseUp

Zwar hatte ich mit dem Gedanken gespielt noch Erbsen hinzu zu geben, doch irgendwie schien es dann doch nicht in die Gesamtkomposition zu passen. In einen solchen Linseneintopf hätte man man allerhöchstens noch einige Bockwürste mit hinein schnippeln können – und viele der gelesenen Rezepte sprachen auch von so etwas – aber ich fand dass mit Speck und Pfefferbeißern für meinen Geschmack genügend Fleischzutaten verwendet worden waren. Und auch so war es ein sehr leckeres Gericht geworden, dass ich in dieser Zubereitungsform vorbehaltlos weiter empfehlen kann.

Guten Appetit

Flugwerft & Schloßanlage Schleißheim

Auch heute wollte ich natürlich wieder nicht zu Hause versauern, daher machte ich mich auf den Weg nach Oberschleißheim nördlich von München, wo neben der sogenannten Flugwerft, einer Außenstelle des hiesigen Deutschen Museums, auch das dortige Schloß mit dem Wilhelmshof und seinem Schloßpark zu bewundern war. Zwar wäre ich auch mit der S-Bahn hingekommen, die Linie S1 hat direkt in Oberschleißheim einen Haltepunkt, doch ich rang mich dann doch dazu durch mit dem Auto zu fahren. Hätte ich den Verkehr auf dem Mittleren Ring bedacht, wäre die S-Bahn im Nachhinein gesehen auf jeden Fall Stressfreier gewesen, aber sei es drum. Nach etwa einer halben Stunde Autofahrt erreichte ich schließlich die Gemeinde Oberschleißheim, die im Norden direkt an München angrenzt. Der Verkehr auf dem Mittleren Ring an einem so schönen Samstag ist natürlich höllisch, aber glücklicherweise bin ich ohne größere Verzögerungen durchgekommen.

Flugwerft Schleißheim
Ich parkte mein Auto direkt neben dem alten Schloß und machte mich von dort aus erst einmal auf den Weg zur etwas südlich gelegenen Flugwerft, um genau zu sein die Deutsches Museum Flugwerft Schleißheim, einer Außenstelle des deutschen Museums die sich südlich des Alten Oberschleißheimer Schloßes direkt am Sonderlandeplatz Schleißheim befindet, dem ältesten noch in Betrieb befindlichen Flughafen Deutschlands.

Eingangsbereich - Flugwerft Schleißheim
Eingangsbereich

Die Einrichtung schien gut relativ besucht wie es schien. Vor allem viele Familien mit Kindern konnte ich hier sehen. Auch viele Gruppen von Radfahrer hatten sich scheinbar diese Gegend als Ausflugsziel gewählt zu haben. Nachdem ich am Eingang meine Eintrittskarte zum Preis von 6 Euro gelöst hatte (diese Eintrittskarte gilt am selben Tag auch für das Hauptgebäude auf der Museumsinsel sowie das Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe),


Eintrittskarte – Links von vorne – Rechts von hinten

betrat ich wenig später die erste Halle des alten Gebäudeteils, in dem vor allem Gleitflieger und kleine Motorflugzeuge zu sehen waren – darunter auch ein Fieseler Fi 156 – genannt Storch.

Vordere Halle mit Fieseler "Storch" - Flugwerft Schleißheim

Von hier aus führte ein langer, zu beiden Seiten mit hohen Glaswänden abgegrenzter Gang in den hinteren Bereich der Ausstellung – vorbei an einer großen, für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Wartungshalle mit allerlei KrimsKrams darin. Über eine Empore konnte ich jedoch einen kurzen Blick hinein werfen.

Blick in die Wartungshalle - Flugwerft Schleißheim
Blick in die Wartungshalle

Schließlich erreichte ich die drei zusammenhängenden Hallen, die hier 1992 als Erweiterungsbau errichtet worden waren. Und hier fand sich der größte Teil der Exponate. Im ersten Teil der Hallen fanden sich dabei vor allem größere Propellermaschinen, darunter eine Antonov AN-2 aus dem Zweiten Weltkrieg und eine kleinere Cessna 195 aus den späten 1940ern und frühen 1950ern.

Erste Halle - Flugwerft Schleißheim
Blick in die erste Halle

Antonow AN-2
Antonow AN-2

Cessna 195 - Flugwerft Schleißheim
Cessna 195

Ab der zweiten Halle beherrschten jedoch die Düsenflugzeuge die Ausstellung. Als erstes fiel hier eine begehbare Dornier DO31 E3 ins Auge, eine senkrechtstartende Transportmaschine die 1959 von Dornier als Prototyp entwickelt worden war. Bei ihren frühen Flügen stellte sie damals gleich mehrere Rekorde für Senkrechtstarter, unter anderem im Bereich Geschwindigkeit mit 514km/h auf, aber bis auf die drei Prototypen, von denen die E3 einer ist, wurden das Programm in den frühen 1970er Jahren eingestellt.

Dornier DO31 E3
Dornier Do31 E3

Des weiteren fanden sich hier auch einige Hubschrauber, darunter ein russischer Kamow KA-26 aus den 1970er Jahren in seiner Agrar-Version mit großem Chemikalienbehälter zum besprühen von Feldern. Dieser konnte aber bei Bedarf auch gegen eine sechssitzige Passagierkabine ausgetauscht werden, was den KA-26 zu einem vielseitigen Fluggerät machte.

Kamow KA-26 (Agrarversion) - Flugwerft Schleißheim

Der Rest der Halle wurde von weiteren frühen Düsenjägern beherrscht, währen man an der Decke einige Segelflieger sehen konnte. Im vorderen Teil der Halle fand sich außerdem ein kleiner “Flugzirkus” an dem Kinder ein kleines Modellflugzeug an einer Schnur um einen Pfahl fliegen lassen konnten, indem sie einen Knopf drückten. Na ja, wenn so etwas den Kindern Spaß macht…

Mittlere Halle - Flugwerft Schleißheim

Flugzeuge - Flugwerft Schleißheim
Blick in die mittlere Halle

In der dritten Halle fanden sich wieder einige Düsenjäger, teilweise etwas modernerer Bauart. Darunter ein Lockhead F-104 “Starfighter” sowie die berühmte Mig-21.

Blick in die dritte Halle
Blick in die dritte Halle

Außerdem gab es hier die erste Raktenstufe einer kommerziellen EUROPA-Trägerrakete wie sie in den 1960er und 1970er Jahren vom europäischen ESA-Vorläufer ELDO (European Launcher Development Organisation) entwickelt worden waren.

Düsenjäger & Raktenstufe
Jets und Raketenstufe

1. Stufe der EUROPA-Rakete (Blue Streak)
Nahaufnahme – EUROPA-Rakete

Als ich die Halle wenig später verließ, konnte ich auch sehen dass weiter unten auf dem Flugplatz eine Vorführung von Modellflugzeugen stattfand. Hätte die Sonne nicht so gebrannt und hätte mich das mehr interessiert, hätte ich es mir vielleicht mal genauer angesehen – aber ich entschloss mich dazu weiter zu ziehen. Zumindest erklärte das warum auch einige Modellflugzeuge in der ersten Halle ausgestellt worden waren.

Modellbauvorführung - Flugwerft Schleißheim
Modellflugzeug-Vorführung

So begnügte ich mich damit hier noch einige Aufnahmen von den Gebäuden zu machen, bevor ich die Flugwerft wenig später wieder verließ und meine heutige Erkundung fortsetzte.

Blick auf die alten Hallen - Flugwerft Schleißheim
Alte Hallen der Flugwerft

Neue Hallen - Flugwerft Schleißheim
Neue Hallen

Vorderer Gebäudeteil - Flugwerft Schleißheim
Vorderer Gebäudeteil mit Turm

Schloßanlage Oberschleißheim
In Oberschleißheim gibt es um genau zu sein nicht nur ein, sondern sogar drei Schlößer. Der älteste Teil, der sogenannte Wilhelmshof oder Wilhelmsbau, den sich im Jahr 1598 der Bayrische Herzog Wilhelm V. zu der von ihm erworbenen Schwaige errichten ließ. Unter dem Begriff Schwaige, Schwaighof oder bayrisch Schwoag versteht sich dabei ein meist herrschaftlicher Hof in dem in Form einer Sennerei primär Vieh- und Milchwirtschaft betrieben wird. Vollendet wurde das Gebäude aber erst von dessen Sohn Maximilian I, der diesen Bereich später noch bis zu seinen heutigen Ausmaßen ausbaute. Auf beiden Seiten verläuft dabei ein Wasserkanal – über einen dieser Kanäle konnte ich auf meinem Rückweg von der Flugwerft schon mal einen Blick in Richtung Schloß werfen.

Kanal am Alten Schloß Oberschleißheim
Wasserkanal am Schloß

Der große Hof bildet den hinteren Teil der gesamten Anlage und wird offensichtlich auch heute noch regulär bewohnt – zumindest sah ich an einigen Seitengebäuden Briefkästen und Wäschespinnen auf dem Rasen davor. Den westlichen Abschluß des ersten Hofes bildet schließlich ein Haus, in dessen Mitte ein Durchgang mit ihm krönenden Uhrenturm zu finden ist.

Uhrenturm - Altes Schloß Oberschleißheim
Uhrenturm

Der Rest des Hofes wird heute durch eine T-förmig verlaufende Straße, für den öffentlichen Verkehr freigegebene Straße mit Allee beherrscht. Dieser Bereich schien aber keine nähere Betrachtung wert, daher wandte ich mich dem Durchgang unter dem Uhrenturm zu.

Hinterer Innenhof - Altes Schloß Oberschleißheim
Hinterer Innenhof mit Straßen und Allee

Durch dieses Tor betritt man einen weiteren, kleinen Innenhof mit gepflegtem Rasen, der etwa in der Mitte durch einen fließenden Bach in zwei Hälften getrennt wird. Hier hatte man auch das erste Mal Gelegenheit das Alte Schloß im Ganzen zu sehen, welches aber eher einem herrschaftlichem Haus als wirklich einem Schloß ähnelt.

Vorderer Innenhof - Altes Schloß Oberschleißheim

In vorderen Bereich des rechten Flügels findet sich die sogenannte Schloßwirtschaft, ein Gasthaus in dem Besucher Speisen und Getränke zu sich nehmen können. Links beherrschen ein großer Baum und ein Brunnen mit Heiligenfigur das Bild. Als ich näher kam konnte ich erkennen dass es sich bei dem Brunnen um einen Gedenkbrunnen für die Opfer des ersten Weltkrieges handelt.

Gedenkbrunnen im Innenhof des Alten Schloß Oberschleißheim
Gedenkbrunnen & Baum

Uhrenturm Alter Schloß Oberschleißheim
Rückblick auf den Uhrenturm vom kleinen Innenhof

Das Gebäude des alten Schloßes war geöffnet und konnte betreten werden, es existiert des weiteren im linken Bereich in weiterer kleiner Torbogen durch den man weiter gelangen kann. Sobald man auf der anderen Seite ankommt, erhält mein einen ersten Blick auf den Neuen Schloßbereich, der von Kurfürst Max Emanuel um 1700 als Residenz hinsichtlich der erhofften Kaiserwürde errichtet wurde. Ursrpünglich war hier eine vierflügelige Schloßanlage mit zusätzlichen Pavillions geplant, doch aufgrund des Spanischen Erbfolgekrieges 1704 und des Exils von Max Emanuel kamen die Bauarbeiten bis zu seiner Rückkehr aus dem Pariser Exil 1715 zum Stillstand. Realisiert wurde schließlich nur der monumentale Haupttrakt – auf die verbindenden Flügel zum alten Schloß und viele andere Pläne wurde aufgrund der schlechten finanziellen Lage verzichtet.

Neues Schloß Oberschleißheim
Neues Schloß Oberschleißheim – Haupttrakt

Mit seinem gepflegtem kleinen Park erinnerte dieses Schloß schon eher an das, was ich von meinem Besuch auf Schloß Nymphenburg her kannte. In diesem kleinen Park tummelte sich neben vielen anderen Besuchern auch ein Brautpaar, dass sich von einem Berufsfotografen wohl an ihrem Hochzeitstag vor dieser schönen Kulisse ablichten ließ. Verständlich – denn im Vergleich zum alten Schloß war dieses Gebäude wirklich pompös. Doch es sollte noch besser werden.

Altes Schloß Oberschleißheim
Rückblick auf das Alte Schloß

Sehenswert war auch die Tür des Neuen Schlosses mit seiner verspielten Ornamentik und seinen Figuren. Leider war sie verschlossen, so dass ich einmal komplett um das Gebäude herumgehen musste um in den hinteren Bereich zu gelangen.

Tür - Neues Schloß Schleißheim
Tür des Neuen Schloß Schleißheim

Nachdem ich an einigen rechteckig ausgerichteten Baumreihen vorbei gegangen war, konnte ich hinter einer weiteren Reihe Bäume bereits erahnen was mich hier erwartete.

Baumreihe
Blick auf den Hof des Neuen Schloßes Schleißheim

Und der Eindruck hatte nicht getrübt, den der Innenhof wurde von einer prächtigen, gepflegten Gartenanlage beherrscht, in der zwei kleinere Fontainen links und rechts sowie eine große Drillingsfontaine mit Kaskade im Hinteren Bereich des Hofgartens als Blickfang dienten.

Blick in den Schloßgarten
Blick in den Schloßgarten

Ähnlich wie in Nymphenburg verlief von der zentralen Treppe des Schloßes aus eine Sichtachse in den hinteren Bereich des Schloßparks. Hinter der Drillingsfontaine konnte ich dabei bereits das dritte der hiesigen Schlößer, Lustheim, erkennen.

Schloßgarten  - Schloß Oberschleißheim
Blick in die Sichtachse in Richtung Lustheim

Und auch der innere Bereich des Haupttraktes wirkte wirklich sehr prächtig. Der Baustil erinnerte klar an Nymphenburg, was aber auch nicht verwunderlich ist da auch hier der Architekt Joseph Effner gewirkt hat, der auch am Bau des Nymphenburger Schloßes beteiligt war.

Hauptgebäude - Schloß Oberschleißheim
Hauptgebäude – Neues Schloß Schleißheim

Ich folgte dem mittleren Weg und nahm als erstes die Drillingsfontaine in näheren Augenschein. Die ständig sprühenden Wassersäulen, zwei davon im unteren Becken und eine etwas größere im oberen Becken direkt über der zweistufigen Kaskade, erwiesen sich wirklich als wunderbares Werk der Brunnenbaukunst.

Blick auf den Fontainenbrunnen

Fontainen
Fontainen im Schloßpark Schleißheim

Zwischen dem oberen und unteren Becken führte eine schmale Mauer bis an die Kaskade heran. Auch wenn der Weg etwas wackelig war und die Gefahr eines unfreiwilligen Bades mit sich brachte, bestieg ich diese Mauer und nährte mit so der Kaskade. Von hier aus hatte man einen schönen Blick zurück auf das Hauptgebäude

Neues Schloß Oberschleißheim
Blick aus das Neue Schloß von der Kaskadenmauer

sowie in die andere Richtung auf Schloß Lustheim, das zum Greifen nah erschien.

Schloß Lustheim
Blick Richtung Lustheim von der Kaskadenmauer

Ähnlich wie bei der Hauptsichtachse in Nymphenburg hatte man auch hier im hinteren Bereich einen Kanal angelegt, an dem entlang gesäumt von Bäumen einige die Wege verliefen.

Blick über den Kanal Richtung Lustheim
Kanal in Richtung Lustheim

Fontänen und Neues Schloß Oberschleißheim
Fontainen und Neues Schloß

Ich folgte nun dem rechten Weg in Richtung Schloß Lustheim und musste schon bald feststellen dass die Entfernung weiter war als es erschien.

Blick auf den Kanal  - Schloß Oberschleißheim
Am Lustheim-Kanal

Wie bei solchen Wasserflächen üblich tummelten sich auch hier einige Wasservögel, die von einigen Besuchern sogar gefüttert wurden. Ich entdeckte unter anderem Wildgänse

Gans  - Schloß Oberschleißheim

einige Stockenten die ihre Runden über den Kanal zogen

Enten auf dem Kanal - Schloß Oberschleißheim

sowie natürlich Schwäne, wobei ich dabei auch einige braune Exemplare entdeckte. Zuerst dachte ich ja dass es sich hier um weibliche Tiere handelt, denn auch bei Enten sind Weibchen eher braun während das Männchen mit prächtigen Gefieder aufwartet. Doch meine Recherche zeigte mir dass es sich hier wohl um ältere Jungtiere handeln muss, die noch nicht ihr weißes Gefieder bekommen haben.

Schwan mit Jungtieren  - Schloß Oberschleißheim
Schwan mit Jungtieren

Des weiteren fiel mir auf dass viele schmale, durch Hecken begrenzte Sichtachsen vom Hauptweg fort liefen – ohne dass diese jedoch als Wege für die Besucher zu erkennen waren. Einige kümmerte das auch nicht und sie schlugen sich im wahrsten Sinne des Wortes “in die Büsche” – ich entschloß mich aber dazu am Kanal zu verbleiben.

Sichtachse

Schließlich erreichte ich Schloß Lustheim, ein kleines Jagd- und Gartenschlösschen welches Kurfürst Max Emanuel im Jahre 1685 anlässlich seiner Hochzeit mit der sterreichischen Kaisertochter Maria Antonia beauftragte und von seinem Hofarchitekten Henrico Zuccalli errichtet. Das im Stil italienischer Casinobauten errichtete Schloß sollte mit seinen 1300m Entfernung vom Hauptgebäude in der alten Planung das Zentrum der weitläufigen Schloßanlage werden. Heute liegt es am westlichen Ende – dahinter endet wenig später der Schloßpark.

Schloß Lustheim
Lustheim

Blick auf das Neue Schloss von Lustheim
Blick zurück zum Neuen Schloß

Der kleine Garten vor dem Schloß wirkt dabei nicht ganz so sauber strukturiert wie der Garten vor dem Haupttrakt mit seinen Fontainen, hat aber auch irgendwie seinen Reiz.
Nachdem ich Lustheim einmal umrundet hatte, machte ich mich schließlich auf den Rückweg und wählte dabei dieses Mal das andere Ufer.

Brücke

In der Mitte des Kanals – das hatte ich vorhin ganz vergessen zu erwähnen, gibt es außerdem eine “Ausbuchtung”, die die Gradlinigkeit des Wasserweges visuell etwas auflockert.

Bogen - Schloßpark Oberschleißheim

An der Kaskade vorbei wandte ich mich schließlich in Richtung der südlichen Spitze des Haupttrakts, wo ich den Park verließ.

Neues Schloß Oberschleißheim

Wäre ich nicht von meiner Tour vom letzten Wochenende noch etwas Fußlahm gewesen, hätte ich meine Erkundung bestimmt noch etwas ausgedehnt – da die Spuren aber wohl noch etwas brauchen um ganz zu verschwinden beließ ich es mit diesem Rundgang für heute dabei.

Zum Abschluß natürlich noch wie immer eine kleine Übersichtskarte des zurückgelegten Weges – auch dieses Mal wieder als interaktive Google-Maps-Karte.


Die Strecke dürfte sechs Kilometer knapp unterschreiten, also kein wirklich großer Rundgang heute. Aber ich bin sicher dass ich schon bald wieder mir größeren Aktionen dienen kann.

Abschließend möchte ich noch bemerken, dass sich der Besuch der Schloßanlage auf jeden Fall lohnt, ob die Flugwerft wirklich interessant ist sei jedem selbst überlassen, denn die Anzahl der ausgestellten Flugzeuge und die Bandbreite unterschreitet meiner Meinung nach das, was man auf der Museumsinsel im Hauptgebäude des deutschen Museums auf mehreren Etagen bewundern kann. Aber ob man die sechs Euro ausgeben will oder nicht sei jedem dabei natürlich selbst überlassen. 😉