Gemüseauflauf & Käse-Abendbrot [11.04.2019]

Leider musste ich wegen einer kleineren Sache für ein paar Tage – wie bereits seit längerem geplant – ins Krankenhaus, genauer gesagt in die Außenstelle des Klinikums rechts der Isar in der Biedersteiner Straße nordwestlich des Englischen Gartens. Zum Einchecken sollte ich bereits um 7:30 Uhr dort vorstellig werden, das hieß für mich um kurz nach 6:00 Uhr aufstehen, damit ich noch in Ruhe duschen und mir ein Taxi dort hin bestellen konnte. Frühstücken oder ein Kaffee war nicht mehr möglich, denn ich sollte “nüchtern” dort einchecken.
Glücklicherweise kam das Taxi, das ich schon am Vorabend via Internet bestellt hatte, pünktlich um 7:00 Uhr. Es waren zwar etwa 7 km über den mittleren Ring bis dorthin, aber dank morgendlicher Rush-Hour und parallel stattfindender Bauma wollte ich lieber etwas mehr Zeit einplanen. Doch obwohl der Verkehr auf dem mittleren Rin sich mehr als nur zähfließend erwies, schaffte mein Taxi die Strecke in weniger als 20 Minuten, so dass ich eigentlich viel zu früh am Klinkgebäude eintraf.

Poliklinik Biedersteiner Straße

Der Pförtner empfiehl mir eine Nummer zu ziehen, obwohl ich ihm sagte ich seie zur Stationären Aufnahme hier. Als ich als als zweiter, eine Person war noch früher als ich dort gewesen, aufgerufen wurde, stellte sich aber heraus dass man hier nur für die ambulante Behandlung vorsprechen müsste, die stationäre Aufnahme war zwei Türen weiter in einem Seitengang. Nach kurzer Wartezeit kam ich dort schließlich an die Reihe, musste meine Krankenkasse vorzeigen und einige persönliche Fragen beantworten, anschließend erhielt ich meine Unterlagen und wurde auch Station geschickt. Dort musste ich wiederum warten, bis man mir schließlich mein Bett in einem Vierbettzimmer zuwies.
Dann hieß es wieder warten – ich durfte mir derzeit bereits mein Mittagsmenu für morgen aussuchen – bis eine junge Ärztin zu mir kam und mir einige weitere Fragen stellte (Allergien, ob ich in letzter Zeit einen Herzinfarkt hatte und ähnliches – was ich aber alles verneinen konnte). Außerdem brachte man mir ein Hemdchen für den OP-Saal. Ich zog mich um und wartete weiter, bis man mich schließlich abholte und ins Erdgeschoss brachte wo ich vor dem OP auf einer eher ungemütlichen Holzbank wieder warten musste. Schließlich ging es aber recht schnell, indem man mich in den OP brachte, mir ein Beruhigungsmittel und wenig später die Narkose versetzte.
Ich weiß nicht wie lange ich weg gewesen war, als ich dann wieder im selben Raum erwachte, betreut vom Anästhesisten und einer Schwester. Man wartet noch kurz bis sichergestellt war dass ich kreislauftechnisch stabil war, dann brachte man mich zurück auf Station, wo ich mich weiter erholen konnte. Jetzt machte sich auch der Hunger bemerkbar, immerhin hatte ich seit dem Abendbrot gestern nichts mehr zu mir genommen. Zum Glück brachte man kurz darauf auch schon das Mittagessen. Natürlich bekam ich das, was über war, da ich ja nicht vorbestellen hatte: einen Gemüseauflauf, dazu eine Schüssel Kurkumasauce, einen Salat mit Joghurtdressing, einen Schokopudding, ein kleines Stück Kuchen und eine Orange.

Vegetable casserole / Gemüseauflauf - Poliklinik Biedersteiner Straße

Ich hielt die Kurkumasauce für eine Suppe und verzehrte sie entsprechend, im Nachhinein gesehen denke ich aber eher, dass sie als Garnitur für den vegetarischen Auflauf aus Kartoffeln, Möhren, Blumenkohl gedacht gewesen ist. Der Auflauf war aber auch so ganz ok, nicht zu trocken und nicht zu lasch gewürzt. Und auch am knackigen Blattsalat gab es nichts auszusetzen. Den Pudding fand ich etwas dünn geraten und auch etwas zu süß, zumal mit dem Stück nicht allzu trockenen Streuselkuchen ja noch mehr süßes Bestandteil der Mahlzeit war. Ganz zu schweigen von der Orange, die ich mir allerdings für später aufhob.
Den Nachmittag über erholte ich mich weiter von der Narkose, konnte mir später sogar noch eine Patienten-Servicekarte am Automaten im Erdgeschoss besorgen, die mich zur Nutzung des Fernseher und des Patienten-WLAN berechtigte.

Patienten-Servicekarte Klinikum rechts der Isar TU München

Der Preis lag bei 20 Euro, 10 Euro Pfand für die Karte und 10 Euro Guthaben. Internet ist nach Kauf der Karte frei, für Fernsehen gehen 6 Euro zusätzlich vom Guthaben ab, um das Paket fürs Fernsehen mit 2 Sky Sport-Kanälen ab. Mal schauen wie lange das ausreicht.
Bereits um kurz nach 17:00 Uhr wurde schließlich das Abendessen serviert. Da ich, wie schon erwähnt, nicht vorbestellt hatte, erhielt ich vier Scheiben Brot, je zwei Weißbrot und Mischbrot, mit vier Scheiben Käse 🧀 und Butter. Außerdem Fenchel-Ananas-Salat und einen Apfel. Nicht unbedingt mein Wunschabendbrot und ich äußerte mein Bedauern gegenüber der Servicekraft, die das Essen servierte, worauf hin sie versprach zu sehen was sie noch für mich tun kann.

Cheese-Dinner / Käse-Abendessen - Poliklinik Biedersteiner Straße München

Der Fenchel-Salat war nicht so mein Ding, aber über Käse und Brot kann ich nicht meckern. Und siehe da, als ich bereits mit dem Essen fertig war kam die Servicefachkraft noch einmal zurück und bot mir einen kleinen Nachschlag an. Da ich wirklich noch ein wenig Kohldampf hatte, nahm ich die beiden Scheiben Schwarzbrot sowie den Schinken samt Salami gerne an.

Schwarzbrot, Schinken & Salami - Poliklinik Biedersteiner Straße München

Später gab es noch einmal eine kurze Visite und einen Verbandwechsel, dann wurde es ruhig auf der Station. Einige meiner Zimmergenossen gingen bereits früh zu Bett und da ich trotz längeren Zappens auch nichts im Fernsehen entdeckte, was mich dazu bewegen konnte wach zu bleiben begab auch ich mich früh zur Ruhe. Nach dem frühen Aufstehen und der OP sollte das verständlich erscheinen. Mal sehen was der morgige Tag so bringt und wie lange ich hier bleiben muss. Ich hoffe nicht allzu lange, denn zu Hause ist es eindeutig am schönsten… 😉

6 thoughts on “Gemüseauflauf & Käse-Abendbrot [11.04.2019]

  1. Deinem letzten Kommentar kann ich Dir nur absolut zustimmen…ZUhause ist es am schönsten. Ich hatte mir ja im letzten Frühjahr zwei Rückenwirbel beim Reiten gebrchen, und musste daraufhin operiert werden. Es wurden Schrauben und ein Metallstab in die Rückenwirbel eingesetzt um alls zu stabilisieren und eine Querschnittslähmung zu verhindern. Zwei Tage nach der OP ging ich einfach heim, auf eigenes Risiko. Mir ging es sehr schlecht, die Schmerzen waren kaum zu ertragen. Aber zuhause war es besser als im Krankenhaus, da hatte ich wenigstens gutes Essen. Auch wenn ich sehr schwer kochen konnte, irgendwie habe ich mich durchgekämpft. Das Ganze ist dann gut verhilt, und im Herbst kam die zweite OP um das Metallzeugs wieder aus meinem Rücken zu entfernen. Also wurde wieder alles aufgeschnitten, Schrauben und Metall rausgenommen, zugenäht. Ich wachte aus der vollnarkose auf und bin sofort nach hause gefahren, mit einem Taxi. Die Ärzte dachten ich bin völlig Plemplem. Eine Stunde nach der OP war ich daheim .Das war echt cool. ich musste kein Krankenhaus Essen ertragen. 😉

  2. P.S. Ich freu mich natürlich dass es Dir mittlerweile auch wieder gut geht.Danke für Deine interessante Beschreibung des Krankenhaus Aufenthaltes! Deine Erfahrungen decken sich in etwa mit den Meinigen.
    Ich war damals allerdings sehr zufrieden mit dem Service, allerdings gar nicht mit der Geschmacklichen Quaität der Essens. Auch nicht mit der Zusammenstellung, Gemüse und frischer Salat scheint ein Fremdwort zu sein.

  3. Da ich aktuell zu Hause niemanden habe der sich um mich kümmert bleibe ich dann doch lieber im Krankenhaus und lerne mit dem nicht ganz so tollen Essen zu leben.
    Der Service dort ist zwar nur grundlegend, die Pflegerinnen und Pfleger müssen sich ja um sehr viele Leute kümmern, aber ich war zufrieden – ich brauch nur ein Bett und einen Internetzugang. Und hin und wieder eine Kleinigkeit zu essen. 😉

  4. Es gibt auch Krankenhäuser mit gutem Essen. Die Wissenschaftler suchen jedenfalls noch und haben nicht aufgegeben. 😉

  5. Ich denke alleine als Privatpatient bekommt man schon ganz andere Mahlzeiten serviert. Aber ich will auch nicht meckern, sobald es zu einer Massenverköstigung kommt, sei es nun in einer Kantine oder einem Krankenhaus, kann man keine Gourmetqualität mehr erwarten. Ist nun mal so…. 😉

  6. Ich bin privat Patient und kann nur sagen … das Essen ist etwas vielfältiger in der Auswahl, aber leider geschmacklich der gleiche Müll .

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