Forellenfilet auf Balkan-Art mit Rosmarinkartoffeln [23.01.2013]
23.01.2013 20:36 bilderbuchUnkommentiert
Die Angebote an der Asia-Thai-Theke wie Bami Goreng – Gebratene Nudeln mit verschiedenem Gemüse in Spezial Sauce oder Moo Pad Takai – Schweinefleisch gebraten mit Bambusstreifen, Frühlingszwiebeln und Paprika in Chili-Zitronengrassauce klangen auch heute zwar verlockend, aber nachdem ich gestern ja bereits Asiatisch gespeist hatte, kamen sie für mich heute nicht in Frage. Ganz davon abgesehen dass ich Mittwochs natürlich traditionell zu einem Fischgericht greife. Daher nahm ich auch das Schweine Cordon Bleu mit Zitronenecke und Pommes Frites bei Tradition der Region und die Ricotte-Spinatravioli mit Birnen-Walnußcremesauce bei Globetrotter nicht näher ins Auge, sondern wandte mich zielstrebig dem Gebackenen Forellenfilet auf Balkan Art mit Rosmarinkartoffeln bei Vitality zu. Leider musste ich etwas warten weil gerade als ich an die Reihe kam die Kartoffeln aus waren, doch als der Nachschub geliefert war hatte ich schnell mein Gericht auf dem Tablett und ergänzte es – trotz beiliegenden Paprika-Gemüses – noch mit einem Schälchen Erbsen, Möhren und Spargelspitzen aus dem Gemüseangebot sowie einem Becherchen Vanille-Mousse von der Dessert-Theke.
Zu einem doppelten, mit Haut gebratenem Forellenfilet, das sich als angenehm zart und absolut grätenfrei erwies, hatte man eine leicht pikante Gemüsemischung aus roten und grünen Paprikstreifen, Möhren und Tomaten serviert, die wie ich fand geschmacklich sehr gut mit dem Fisch harmonierte. Als Sättigungsbeilage lagen außerdem zahlreiche kleinere Salzkartoffeln bei, die mit etwas Rosmarin gekocht worden waren, was ihnen ein leichte, zusätzliche Würznote verpasste. Sehr schmackhaft und mit gerade mal 378kcal aus angenehm leicht. Die Menge des Paprikagemüses war zwar Mengenmäßig gut auf die anderen Zutaten abgestimmt, aber die kleine Schale aus minimal gewürzten Erbsen, Pariser Möhren und einigen Spargelspitzen schadete auch nicht und sollte die heutige Kalorienbilanz nicht allzu stark erhöht haben. Da hat das Becherchen heute etwas flüssigeren, aber dennoch luftig-lockeren Vanille-Mousses mit seiner Garnitur aus Haferflocken, einigen wenigen Splittern dunkler Schokolade und einem Stück frischer Erdbeere schon etwas größere Auswirkungen – ich bin aber dennoch sicher dass ich mit der Summe aller Komponenten was die Kalorien angeht noch im Rahmen für ein ausgewogenes Mittagsmahl blieb.
Bei den anderen Gästen lag natürlich mit großem Vorsprung das Cordon Bleu mit Pommes am höchsten in der Gunst und belegte uneinholbar Platz eins auf der heutigen Beliebtheitsskala. Auf Platz zwei folgten dann die Asia-Gerichte und den dritten Platz teilten sich die Ricotta-Spinatravioli und das Forellenfilet auf Balkan-Art. Wäre ich nicht so auf Fisch fixiert gewesen, hätte ich heute bestimmt bei den Ravioli zugegriffen, denn meiner Aufzeichnungen nach war dieses Gericht eine Premiere gewesen. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht bei diesem einem Mal bleibt und ich irgendwann Gelegenheit bekomme, es auch mal zu probieren.
Mein Abschlußurteil:
Forellenfilets: ++
Paprikagemüse: ++
Rosmarinkartoffeln: ++
Erbsen, Möhren & Spargelspitzen: ++
Vanille-Mousse: ++
Tags: asparagus, bell pepper, betriebsrestaurant, carrots, dessert, erbsen, essen, food, forelle, forellen, gemüse, kantine, kartoffeln, lunch, möhren, mittagessen, mousse, nachtisch, nahrung, nahrungsmittel, paprika, peas, potatoes, rosemary potatoes, rosmarinkartoffeln, spargel, tomaten, tomatoes, trout, trout filets, Vanille Mousse, vegetables
Entenkeule mit Apfelblaukraut und Kartoffelknödel [16.01.2013]
16.01.2013 19:31 bilderbuchUnkommentiert
Auch wenn ich normalerweise ja Mittwochs in der Regel bevorzugt zum Fisch greife, so gab es heute gute Gründe von dieser gewohnten Vorgehensweise ausnahmsweise mal abzuweichen. Die Asia-Gerichte wie Kai Tzau Fhan – Gebratener Eierreis mit verschiedenem Gemüse oder Thoeng Ping Kai – Putenfleisch gebraten mit verschiedenem Gemüsesorten in Zitronengrassauce hatten nichts damit zu tun und auch das Aussehen oder die Qualität des heute bei Vitality angebotenen Gedünsteten Seelachs nach Art “Espanol” mit Kräuter-Knoblauchkartoffeln hatten auf meine Entscheidung einen nennenswerten Einfluss. Viel mehr fand ich das Angebot einer Frisch gebratenen Entenkeule mit Apfelblaukraut und Karotffelknödel in der Sektion Tradition der Region einfach zu verlockend als dass ich es hätte ablehnen können. Da konnte mich auch der ebenfalls recht gut aussehenden Erbseneintopf mit Wiener Würstchen und Bauernbrot nicht mehr umstimmen.
Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Zu einer angenehm fleischreichen Entenkeule mit wenig fett und knuspriger Haut, von der sich die essbaren Komponenten erfreulich leicht lösen ließen, hatte man eine größere Portion mit größeren Apfelschnitzen versehenes Blau- bzw. Rotkraut und einen großen, mit einigen Brotstückchen gefüllten und extra garnierten Kartoffelknödel sowie schließlich eine dunkle, eher milde Sauce, die geschmacklich natürlich wunderbar zu Geflügel passte. In der Summe ein mehr als zufriedenstellendes und schmackhaftes Gericht, das alle meine Anforderungen an eine solche Zusammenstellung erfüllte und keinen Grund zur Kritik aufkommen ließ.
Meine Meinung dass die gebratene Entenkeule heute die beste Wahl war teilten auch viele der anderen Gäste und trugen somit dazu bei, dass dieses Gericht heute ohne Zweifel Platz eins auf der Allgemeinen Beliebtheitsskala belegte. Auf Platz zwei folgte der Erbseneintopf, den ich meinte noch etwas häufiger zu sehen als die Asia-Gerichte, die somit Platz drei erreichten. Und auch der Seelachs nach Art “Espanol” war sehr beliebt, aber für mehr als einen guten vierten Platz reichte es meiner Ansicht dennoch nicht. Zusammen genommen aber trotz alle eine übliche Platzierung, der ich nichts mehr hinzuzufügen gedenke.
Mein Abschlußurteil:
Entenkeule: ++
Apfelblaukraut: ++
Kartoffelknödel: ++
Tags: betriebsrestaurant, blaukraut, duck, duck leg, ente, entenkeule, essen, food, kantine, kartoffelknödel, Kloß, knödel, lunch, mittagessen, nahrung, nahrungsmittel, red cabbage, rotkraut, sauce
Hirschbraten mit Wacholderrahmsauce & Mandelkroketten [20.11.2012]
20.11.2012 20:19 bilderbuchUnkommentiert
Mein erster Blick galt heute dem Angebot bei Vitality, wo heute Spaghetti al limone con ricotta auf der Speisekarte stande, einem Gericht, das ich hier schon mal probiert und für gut befunden hatte. Aber neben den ebenfalls sehr verlockenden Asia-Gerichten wie Gaeng Kiew Wan Pak – Gebratenes frisches Gemüse in grünem Thaicurry oder Pad Pla Muek – Gebratener Tintenfisch mit frischem Gemüse und Pilzen in Fischsauce hatte man vor allem in der regulären Küche zwei Angebote aufgefahren, die ich unmöglich ablehnen konnte. Gut, bei der Currywurst (rot oder weiß) mit Pommes Frites in der Abteilung Globetrotter gelang es mir aufgrund der voraussichtlich sehr hohen Kalorienwerte dann doch, aber bei einem Hirschbraten in Wacholderrahmsauce mit Mandelkroketten und Preiselbeerbirne bei Tradition der Region wurde ich dann schwach – Wildgerichte gibt es dann doch zu selten als dass ich hier nicht hätte zugreifen können. Da eine Gemüsebeilage im eigentlichen Angebot aber fehlte, ergänzte ich es noch mit einem Schälchen aus Erbsen, Pariser Möhren und Spargelspitzen von der Gemüsetheke.
Zu einem großen, zarten Stück mageren Hirschbratens in einer herben, mit Wacholderbeer-Aroma und einigen Wacholderbeeren versetzten Rahmsauce fanden sich eine gekochte Birnenhälfte mit etwas sehr süß geratenen Preiselbeergarnitur und schließlich elf Krokettenbällchen, die aus einer mit dünnen Mandelblättchen garnierten, knusprigen Hülle umfassten Kartoffelmasse hergestellt zu sein schienen. Bis auf das Fehlen einer Gemüsebeilage, hier hätte Blaukraut oder Rosenkohl meiner Meinung nach sehr gut gepasst, ein wirklich sehr gelungenes Gericht, das ich mir glücklicherweise mit der Mischung aus Erbsen, Möhren und Spargelspitzen kombiniert hatte, die es in diesem Fall ebenfalls ihren Zweck erfüllt und an der es aus meiner Sicht ebenfalls nichts auszusetzen gab. Was die Nährwerte angeht war der Hirschbraten zwar nicht optimal, aber das war mir der eher seltene Genuss eines Wildgerichts absolut wert.
Bei dem Wettstreit um den heutigen ersten Platz auf der Allgemeinen Beliebtheitsskala schlug sich der Hirschbraten zwar sehr gut, konnte der Currywurst mit Pommes aber dann doch nicht bestehen und belegte somit nach dieser doch nur einen guten zweiten Platz. Auf Platz drei folgten die Asia-Gerichte und auf Platz vier schließlich die vegetarischen Spaghetti al limone con ricotta. Hier hat die Vorliebe für Fastfood dann doch der kulinarisch eindeutig besseren Wahl leider mal wieder den Rang abgelaufen – manchmal muss ich mich wirklich fragen was die anderen Gäste zu solchen Entscheidungen bewegt. Aber beeinflussen kann ich es ja eh nicht…
Mein Abschlußurteil:
Hirschbraten: ++
Wacholderrahmsauce: ++
Mandelkroketten: ++
Preiselbeerbirne: + (weil zu deutlich süß)
Tags: almond, betriebsrestaurant, birne, carrots, cowberry, croquettes, erbsen, essen, food, gemüse, hirsch, Hirschbraten, juniper sauce, kantine, karotten, kroketten, lunch, mandelkroketten, mittagessen, nahrung, nahrungsmittel, pear, peas, preiselbeeren, roast, spargelspitzen, vegetables, venison, wacholderbeeren, wacholderrahmsauce, wild
Oktoberfest 2012 – und die Befüllung der Maß
25.10.2012 21:14 München, PhotowalksUnkommentiert
Besser spät als nie, dachte ich mir – daher kommt der diesjährige Beitrag etwas später.
Natürlich war ich auch dieses Jahr wieder beim Oktoberfest gewesen, als Wahlmünchner darf man sich eine solche Veranstaltung natürlich nicht entgehen lassen – auch wenn sich im nunmehr vierten Jahr die ich diese Veranstaltung besuche langsam eine Gewöhnung und Ernüchterung (wenn auch nicht im wortwörtlichen Sinne!) einstellt. Aber soweit dass ich zum Totalverweigerer werde bin ich noch lange nicht – dazu macht es dann doch einfach zu viel Spaß mit den richtigen Leuten durch die Zelte zu ziehen.
Für die Anreise zur Theresienwiese eignen sich natürlich am besten die hiesigen öffentliche Verkehrsmittel, bevorzugt die U-Bahnen der Linie U4 oder U5, die beide eine direkte Haltestelle unterhalb des Festplatzes verfügen. Natürlich sind die Bahnen gut gefüllt, umfallen kann man spätestens ab der Haltestelle Hauptbahnhof nicht mehr, aber es ist wenn man das eine oder andere Maß genießen möchte die unkomplizierteste Möglichkeit. Zumal die Zahl der Parkplätze rund um die Theresienwiese stark eingeschränkt ist und der Bavariaring rund um den Festplatz für den Verkehr gesperrt ist.
Gleich zu Beginn sei erwähnt, dass ich den Fahrgeschäften dieses Jahr wenig Beachtung geschenkt habe – die paar Male dass ich die Festwiese dieses Jahr besucht habe, hat sich mein Aufenthalt ausschließlich auf die Zeltstraße beschränkt. Daher gibt es dieses Jahr nur ein paar Fotos von diesem Abschnitt der Wiesn – einzig erwähnen möchte ich, dass man das Riesenrad im Jahr 2012 von der Zeltstraßen-Seite weg auf die andere Seite hat umziehen lassen – eine Entscheidung die ich sehr bedaure da man so keine schönen Aufnahmen eben dieser Zeltstraße aus diesem Fahrgeschäft hat machen können. Aber dies nur am Rande erwähnt.
Natürlich sollte man bevor man zur Maß greift erst mal eine Kleinigkeit essen. Dieses Jahr entschieden wir uns spontan dazu, mal Burtschers Bratwursthütt’n auszuprobieren, wo man die übliche Palette an Bratwürsten, Steaks, Fleischpflanzerl und ähnlichen Schlemmereien erhalten konnte.
Nach einigem Abwägen entschied ich mich für eine Weißwurst-Bratwurst im Brötchen, die ich mit etwas Ketchup garnierte. Normalerweise sollte man die Weißwurst der bayrischen Tradition nach ja eigentlich vor Mittag “zuzeln”, aber auch gebraten und im knusprigen Brötchen am frühen Abend verzehrt erwies sie sich als gute schlechte Wahl. Aber Fastfood bleibt natürlich Fastfood…
Zu einem Besuch auf dem Oktoberfest gehört natürlich auch der besuch in den Bierzelten, von denen es ja einige auf den Wiesn gibt. Das größte Problem ist dabei nur, einen Sitzplatz zu finden, der erst einmal als Grundlage dient dass man Getränke oder Speisen bestellen kann.
Am Wochenende kann man das in der Regel komplett vergessen – ich selbst habe auf Besuche an den Freitagen oder Samstagen komplett verzichtet, aber ein Kollege berichtete mir davon dass um 11:00 Uhr Vormittags die meisten Zelte bereits wegen Überfüllung geschlossen waren – und in den Biergärten rund um die Zelte sah es logischerweise auch nicht viel besser aus. Also waren unsere Besuche immer auf verschiedene Wochentage gelegt – und glücklicherweise fanden wir, wenn auch nach einigen Suchen, zumindest in den Biergärten jedes Mal genügend freie Plätze.
Schnell war auch dann immer eine der Servicekräfte zur Stelle, um unsere Bestellungen aufzunehmen und uns in wenigen Minuten mit der einen oder andere Maß zu versorgen. Jedoch ließ der Füllstand der Krüge bis auf seltene Ausnahmen sehr zu wünschen übrig – hier einige Beispiel:

Links: Maß im Biergarten des Hofbräu Festzelt – Rechts: Maß im Biergarten des Käfer Festzelts

Links: Maß im Löwenbräu Festzelt – Rechts: Maß im Paulaner Festzelt
Und auch wenn der Schaum sich gesetzt hat, was die meisten Gäste aber wohl kaum abwarten, ist die Füllmenge immer noch deutlich unter dem Eichstrich. Aber auf Diskussionen über die Füllstände ließen sich die Bedienungen auch gar nicht erst ein – dennoch gab man der Bedienung, auch wenn die Preise eigentlich “nur” zwischen 9,50 und 9,80 Euro pro Maß lagen, immer gleich einen Zehner mit dem Kommentar “Stimmt so.” Aber so ist eben das Oktoberfest und spätestens nach dem zweiten Maß ist es den Meisten glaube ich sowieso egal. ![]()
Mit etwas Glück kann man übrigens auch innerhalb der Zelte einen Platz ergattern. Besonders kleinere Gruppen haben zum einen die Möglichkeit in den öffentlichen Bereichen ein paar freie Plätze zu finden oder sich, später am Abend in die gemieteten Boxen herein zu schmuggeln, wenn die ersten Gäste der häufig bereits seit dem Nachmittag dort feiernden bereits nach Hause gegangen sind. Aber da gehört dann schon ein bisschen Dreistigkeit dazu, gerade weil häufig Männer der Security an den Aufgängen wacht und die zahlenden Gäste ein farbiges Armband tragen. Ist man aber erst einmal drin und hat einen Platz gefunden, wird man erfahrungsgemäß selten wieder vertrieben.
In der Summe kann ich auch dieses Jahr wieder sagen, dass der Besuch, solange man nicht unter Klaustrophobie leidet oder eine Abneigung gegen riesige Menschenmassen hat, auf jeden Fall lohnt. Auch wenn man nichts trinken möchte, lohnt es sich schon alleine um die Atmosphäre mal erlebt zu haben und gegebenenfalls ein wenig in sie einzutauchen. Nur an der vorschriftsgemäßen Füllung der Getränke muss man eindeutig noch arbeiten…
Tags: münchen, munich, oktoberfest, oktoberfest 2012, Theresienwiese
Votivkapelle Berg & Kloster Andechs
15.08.2012 21:47 PhotowalksUnkommentiert
Heute an Mariä Himmelfahrt ist hier in Bayern ein Feiertag und somit Arbeitsfrei. Da wollte ich natürlich nicht zu Hause versauern, vor allem da das Wetter mit 25 bis 28 Grad und Sonnenschein auch angenehm warm werden sollte. Also entschloss ich mich spontan und ungeplant dem Starnberg mal einen Besuch abzustatten – wenn ich mich auch leider erst kurz vor Mittag zum Aufbruch durchringen konnte, was sich als Fehler erweisen sollte – dazu aber später mehr.
Mit dem Auto aus München herauszukommen erwies sich auf jeden Fall schon mal als gar nicht so einfache Aufgabe, denn die Heckenstallerstraße in Sendling, der Zubringer zur A95 in Richtung Starnberg, ist aktuell Baustelle und das Verkehrsaufkommen war enorm. Doch nachdem ich endlich die Autobahn erreicht hatte, ging alles recht fix. Am Autobahnkreuz Starnberg wechselte ich auf die A952 und kam so schließlich in Berg am Starnberger See an, meinem ersten Ziel für heute. Glücklicherweise fand ich hier sogar einen gebührenfreien Parkplatz in der Nähe des Sees auf dem ich noch einen Platz für mein Auto fand.
Berg (Starnberg) – Votivkapelle & Todesstelle Ludwig II.
So konnte ich mich endlich auf den Weg machen. Über eine Art Trampelpfad erreichte ich schließlich die Straße nahe des Seeufers, wo das Hotel Schloss Berg – natürlich mit geöffnetem Biergarten – zu finden war. Hier befand sich außerdem eine Anlegestelle die Schiffe der Fährlinie, die über den Starnberger See führt.
Über die Seestraße ging ich, durch eine Häuserreihe getrennt, ein Stück am Seeufer entlang und bog dann in die Wittelsbacher Straße ab, die nun begann leicht anzusteigen. Vorbei an einigen hübschen, traditionell anmutenden Häuschen und Höfen
stieg ich die Anhöhe hinauf und bog dann, der Beschilderung folgend, auf einen Feldweg ab. Dabei kam ich zwar am Schloss Berg vorbei, wo der bayrische Märchenkönig Ludwig II. seine letzten Tage verbracht – doch ich fand keinen Zugang um mir dies näher anzusehen, daher zog ich weiter. Der Weg führte mich in ein kleines Waldstück, dessen Bäume glücklicherweise etwas Schatten spendeten – denn die Sonne brannte um die Mittagszeit wirklich kräftig.
Normalerweise führte nach Ende eines Zaunes der “offizielle” Weg geradeaus weiter, doch ich entschied mich ein Stück in Richtung See hinabzusteigen. Dabei folgte ich einem Päärchen, das (unverständlicherweise) in Badeschlappen über den steinigen Waldweg wanderte und scheinbar das selbe Ziel wie ich hatte.
So kam ich über Trampelpfade schließlich bis hinunter ans Seeufer, wo ich natürlich gleich mal die Gelegenheit nutzte ein paar Aufnahmen vom Starnberger See zu machen.
Über Trampelpfade, die ganz offensichtlich keine offiziellen Wege waren – dabei weiterhin den Badeschlappen-Pärchen folgend – bewegte ich mich nun weiter am See entlang
Und schließlich erreichte ich das Ziel meiner Wanderung: Die Stelle an welcher der bayrische König Ludwig II., auch als Märchenkönig bekannt, gemeinsam mit seinem Hausarzt Doktor Gudden am 13. Juni 1886, einem Pfingstsonntag, ertrunken aufgefunden worden war. Die Stelle ziert heute ein einfaches Holzkreuz auf einem Steinsockel ein am Ufer des Starnberger Sees.
Direkt oberhalb am Seeufer findet sich die Votivkapelle Berg, eine Gedenkkapelle die Prinzregent Luitpold 10 Jahre nach Ableben des Königs 1896 hier begann errichten zu lassen und die schließlich 1900 eingeweiht wurde.
Auf halber Höhe findet sich eine Totenleuchte, die sehr viel Älter ist als die Kapelle. Die Mutter Ludwig II., Königin Marie, ließ sie hier noch im Jahr des Todes ihres geliebten Sohnes errichten und zehn Jahre war stand sie einsam hier im Wald am östlichen Ufer des Starnberger Sees bis schließlich die Kapelle errichtet wurde. Votivkapelle ist dabei kein Eigenname – (Votiv von lat. votum = gelobtes Opfer, Gelübde) – sondern bezeichnet eine Kirche oder Kapelle, die als Zeichen des Dankes für die Rettung aus einer Notlage oder mit der Bitte um Erfüllung eines bestimmten Wunsches erbaut wurden. In der Votivkapelle zu Berg findet jährlich am Todestag ein Gottesdienst mit Monarchiefreunden und Königstreuen, die immer noch eine Rückkehr des Königtums in Bayern erhoffen – denn mit Ludwig II. ist der letzte echte bayrische König von Bayern hier verstorben. Verschwörungstheorien behaupten ja heute noch immer, dass Ludwig II nicht den Freitod gewählt, sondern man ihn ermordet hat. Das Haus Wittelsbach, das die Wirren der Revolution von 1918 überstanden hat, weigert sich auch bis heute, den Sarg Ludwig des zweiten öffnen und den Leichnam erneut untersuchen zu lassen – was die Gerüchteküche natürlich nicht verstummen lässt.
Vom Inneren der Kapelle, die zwar offen, aber gleich hinter der Tür mit einem dicken Eisengitter abgeriegelt ist, konnte ich leider keine Aufnahmen machen. Also setzte ich meine Weg fort. Oberhalb der Kapelle erreichte ich schließlich wieder einen Feldweg, an dem ich noch einige Aufnahmen des neuromanischen Baus tätigte.
Von hier aus machte ich mich zurück auf den Weg zum Wagen. Ich hatte noch einige vor und mein nächstes Ziel sollte eigentlich Starnberg etwas nordwestlich sein. Doch in Starnberg einen Parkplatz zu finden erwies sich als schwierig bis unmöglich – zwar gibt es ein Verkehrsleitsystem und mehrere Parkhäuser, doch alles wo ich vorbei kam war belegt und wo nicht bereits Autos standen war deutlich als absolutes Halteverbot ausgezeichnet. Also überlegte ich, zur Roseninsel, die einzige Insel des Starnberger Sees, weiter zu fahren – doch auch hier hatte ich mich geschnitten, denn nicht nur die freien als auch die Gebührenpflichtigen Parkplätze waren hier komplett überfüllt, auch auf den Wiesen, auf den Grünstreifen und in den Wäldern standen überall Autos, so dass ich keine Möglichkeit sah meinen Wagen irgendwo abzustellen. Ich denke dass ich Starnberg und die Roseninsel entweder außerhalb der Hauptsaison besuchen werde oder dass ich das nächste Mal mit Tagesticket für die S-Bahn hier runter fahre – die Linie S6 hält sowohl in Starnberg als auch in der Ortschaft Feldafing westlich der Roseninsel und fährt sogar bis Tutzing. Und vom S-Bahnhof bis zur Anlegestelle der Fähre zur Roseninsel sind es gerade mal 30 Minuten Fußweg.
Also entschloss ich mich, dem Starnberger See den Rücken zu kehren und mich dem Kloster Andechs am nahen Ammersee zuzuwenden – einem weiteren Ziel das ganz weit oben auf meiner Besuchsliste stand.
Kloster Andechs
Von Feldafing bis nach Andechs waren es etwas mehr als 11 Kilometer, die ich dank Navi schnell über einige schmale Landstraßen überwand und schließlich unterhalb des Klosterbergs ankam, auf dem das Kloster Andechs zu finden ist. Zwar war auch ein riesiger Andrang, aber auf dem Parkplatz gab es noch genügend freie Plätze so dass ich meinen Wagen hier sicher abstellen konnte.
Das heutige Kloster Andechs liegt an der Stelle, an der sich früher die Burg der Grafen von Andechs, deren direkte Linie aber bereits 1248 ausgestorben ist. Das heutige Kloster hatte seine Anfänge im Jahr 1270, als der Wittelsbacher Herzog Ludwig der Strenge den Wiederaufbau der Kirche der Burg befahl, nachdem diese 1208 zerstört worden war nachdem die Grafen von Andechs in Verdacht geraten waren, an der Ermordung Philip II. von Schwaben beteiligt gewesen zu sein, was sich jedoch später als falsch herausstellte. Im Jahr 1388 entdeckte man schließlich unter dem Altar versteckte Reliquien, die der legendäre Ahnherr derer zu Andechs, Grad Rasso von Andechs, im 10ten Jahrhundert aus dem heiligen Land mitgebracht haben soll. Dazu gehörten ein Zweig aus der Dornenkrone Jesu, ein Teil des “Spottzepters Christi”, ein Stück vom Kreuz sowie ein Stück von dessen Schweißtuch. Außerdem sind natürlich die Heiligen drei Hostien zu erwähnen, drei in Bergkristall eingelegten Hostien die auf Papst Leo IX. und Papst Gregor den Großen zurück gehen und als drei blutende Insignien einen Fingerglied, ein Kreuz und die Initialen IHS (das Christusmonogramm). Des weiteren gibt es noch einige weitere Reliquien die hier aufbewahrt werden oder wurden – die kurioseste darunter war wohl die Heilige Vorhaut Jesu, die angeblich im Mittelalter hier zu finden war. Um die Wallfahrt zu diesem heiligen Ort aufrecht zu erhalten, entschlossen sich die Wittelsbacher um 1391 oder 1392 das Kloster zu errichten, das 1392 auch das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Die alten Bauwerke wurden nach einem Blitzschlag im Jahre 1669 zerstört, aber bis 1675 wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammt auch der heutige Kirchturm.
Damit aber erst mal genug der Geschichte – ich machte mich also auf den Weg hoch zum Kloster Andechs zu steigen, gemeinsam mit einem nicht abreißenden wollenden Stroms von Touristen aus aller Welt.
Bald schon passierte ich den historische Klostergasthof, der 1425 das erste mal urkundlich erwähnt wurde und vor allem dazu diente, die Wallfahrer zu den Reliquien zu beherbergen und zu bewirten. Heute wird er natürlich vor allem von den Touristen frequentiert und bietet neben dem eigentlichen Gasthof auch noch einen Wirtsgarten direkt am Gebäude sowie quer gegenüber einen zusätzlichen Biergarten.
Wenig später konnte ich dann auch den aus dem Jahr 1675 stammenden Kirchturm in seiner für die Region typischen Zwiebelbauweise im Ganzen sehen.
Direkt gegenüber des Eingangs zur Wallfahrtkirche sag ich ein weiteres Gebäude, das zwar historisch anmutete, dem ich aber vorerst keinerlei Bedeutung zuordnen konnte. Eine kurze Recherche lassen aber vermuten, dass es sich um das frühere Gärhaus mit Fassremise, also ein Wirtschaftsgebäude, handelt.
Ich wandte mich nun dem Inneren der eigentlichen Wallfahrtskirche zu und die Pracht erwies sich wirklich als überwältigend.
Die heutige Ausstattung des Altarraums im Rokoko-Stil stammt dabei aus dem Jahr 1755, in dem damalige Abt Bernhard Schütz anlässliche des 300jährigen Jubiläums des Klosters den Maler und Stukateur Johann Baptist Zimmermann damit beauftragte das Interior neu zu gestalten. Von diesem stammen übrigens auch viele andere Innenausstattungen von Sakralbauten, so die Altarräume im Kloster Ettal (ich berichtete) und von St. Michael in Berg am Laim, einem Stadtteil in München.
Die Orgel, die sich wie üblich auf einer Empore gegenüber des Altars befindet, stammt übrigens vom 550-jährigen Jubiläum des Klosters aus dem Jahr 2005.
Nachdem ich mich einige Zeit im Altarraum umgesehen hatte, wandte ich mich in eine Seitenkapelle, die unter dem Namen Schmerzhafte Kapelle bekannt ist wie sich bei meiner späteren Recherche herausstellte.
In ihr hat, was ungewöhnlich für jemanden der weder adelig noch geistlich war, der berühmte Komponist Carl Orff (1895 bis 1982) – bekannt vor allem für sein Stück Carmina Burana – seine letzte Ruhe gefunden.
Auf die Empore kam ich leider nicht, es gab zwar eine Treppe die nach oben führte, von ihre aus konnte man aber nur den aktuell leider nicht begehbaren Turm besteigen und einen abgesperrten Andachtsraum bewundern.
Nachdem ich mich noch ein letztes Mal im Altarraum umgesehen hatte
wandte ich mich durch eine andere Tür nach draußen und erreichte wenig später einen mit einem Glasdach versehenen Innenhof.
Aber außer einem Modell der Klosteranlage, die gerade durch eine amerikanische Familie belagert wurde, gab es hier nichts weiter zu sehen. Die Treppen führen wohl in die Räumlichkeiten der Benedektiner Mönche, die hier immer noch tätig sein. Also machte ich mich wieder auf den Weg und kam so durch einen kurzen Torgang in den vorderen, nach oben offenen Klosterhof.
Kurz darauf trat ich wieder auf die Straße, über die ich gekommen war und wandte mich an dem Betriebsgebäude vorbei, wo ich einen kleinen Hof mit einem weiteren Kruzifix erreichte.
Von hier aus hatte man sowohl einen sehr schönen Blick über die Ortschaft Andechs
als auch zurück zur Wallfahrtskirche mit ihrem alles überragenden Kirchturm.
Nachdem ich dann einen kurzen Blick in den Klosterladen geworfen hatte, wo es kleinen Kruzifixen, Andechser Bier und christlichen Kinderbücher und allerlei Nippes und Andenken gab,
machte ich mich wieder an den Abstieg, bei dem ich das Braustüberl, also die Klosterschänke passierte.
Unerhalb des vorhin erwähnten Biergartens wandte ich mich nach links und erreichte bald eine Platz mit dem für Bayern typischen Maibaum. Auf dem Platz selbst zeigten einige Handwerker und Künstler ihr Geschick, aus Holzstämmen Figuren zu fertigen.
Am Fuß des Weges den ich kam konnte ich ein Beispiel dieser Kunst bewundern – einen Mönch mit einer Glocke in der Hand. Ich vermute mal der kleine Oberlippenbart war keine Absicht des ursprünglichen Künstlers, sondern wurde von einem der Besucher nachträglich aufgebracht – Ähnlichkeiten mit negativ behafteten Figuren der deutschen Geschichte sind also rein zufällig.
Leider entdeckte ich erst als ich den Parkplatz schon verlassen hatte, dass direkt am Rande dieses Parkplatzes auch ein kleiner Kräutergarten der Mönche zu besichtigen ist. Da ich nicht noch einmal umdrehen wollte, beließ ich es dabei mir diesen für den nächsten Besuch hier vorzumerken.
Von Andechs aus fuhr ich noch ein Stück in Richtung Herrsching, entschloss mich dann aber den Schildern in Richtung der Autobahn zurück nach München zu folgen. Ich hätte gerne mehr gesehen, aber mein später Aufbruch und die zeitraubende und teilweise erfolglose Parkplatzsuche haben leider zu viel Zeit in Anspruch genommen. Das nächste Mal – sollte ich noch mal in der Hauptsaison hierhin fahren – werde ich, wie schon erwähnt, entweder mit der S-Bahn hier runter fahren oder aber sehr früh aufbrechen – so habe ich zumindest noch Chancen an den neuralgischen Punkten einen Parkplatz zu finden. Hier unten an den Seen im südwesten Münchens gibt es noch viel zu entdecken – soviel steht fest…
Tags: andechs, ausflug, Bayern, berg, kloster, ludwig II, monastry ammersee, photowalk, starnberger see, trip, votivkapelle






















































