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Ausflug nach Österreich – Bergisel-Schanze, Wirtshaus Nattererboden & Fackelwanderung [07.09.2019]

Sunday, September 8th, 2019

Trotz der kleinen Party gestern Abend war ich am Morgen gut aus dem Bett gekommen und konnte eine ausgedehnte Dusche nehmen bevor ich mich zum Frühstück begab. Ärgerlich dabei war, dass der Seifenspender in der Dusche leer war – das hätte in einem vier Sterne Hotel nicht passieren dürfen – doch glücklicherweise hatte ich Ersatz. Im Frühstücksraum waren, obwohl es nicht einmal 8:00 Uhr war, bereits viele meiner Kollegen am Speisen und nutzten dabei das umfangreiche Frühstücksangebot des Hotels, das von Obst über Müsli, verschiedene Aufschnittsorten aus Wurst und Käse, Marmeladen, Brötchen alles Art bis hin zu gekochten und gerührten Eiern, Speck und Würstchen alles bot, was das Herz begehrte. Wir jedes Mal wenn ich in einem Hotel frühstücke, galt mein erster Griff zu Rührei, Speck und Würstchen.

30 - Rührei, Speck & Würstchen - Frühstück - Hotel das MEI - Mutters

Na ja, leider waren alle drei Komponenten trotz Aufbewahrung unter der Warmehaltelampe nur noch maximal lauwarm, außerdem hätte der Bacon für meinen Geschmack etwas knuspriger sein können und bei Frühstückswürstchen bevorzuge ich Mini-Bratwürste und keine Frankfurter wie hier.

31 - Körnerbrötchen, Schinken & Lachs - Frühstück - Hotel das MEI - Mutters

Für die zweite Fuhre griff ich zu einem Kürbiskernbrötchen, etwas Räucherlachs und Kochschinken. Daran gab es absolut nichts auszusetzen.
Nach dem Frühstück holte ich mir noch meinen Rucksack und dann ging es zum Bus, der uns nach Innsbruck brachte. Hier stoppten wir vor einem Gebäude welches das Tiroler Kaiserjägermuseum, die Andreas Hofer Galerie sowie die Tiroler Ehrenhalle beherbergt, das aber geschlossen schien.

32 - Kaiserjägermuseum Innsbruck

Das war aber auch nicht unser Ziel. Bevor es weiter ging, nutzten wir den Blick von der davor liegenden Terasse, um einen ersten Eindruck der Stadt Innsbruck zu bekommen.

33 - Blick über Innsbruck

Eigentlich verschwendete Zeit und Mühe, denn da wo wir hin wollten sollten wir einen weitaus besseren Blick über die Stadt haben. Vorbei am Tirol Panorama, von dem ich leider kein Bild habe erreichten wir etwas weiter schließlich ein riesiges Denkmal für diesen Andreas Hofer.

34 - Andreas Hofer Statue

Für die Nicht-Tiroler unter uns sei an dieser Stelle angemerkt, dass Andreas Hofer ein Tiroler Gastwirst, Wein- und Pferdehändler aus dem 18. Jahrhundert war, der sich besonders im Kampf zuerst gegen die Bayrische Besetzung Tirols nach dem Pressburger Frieden 1805/06 und später gegen die Französische Besetzung unter Napoleon hervorgetan hatte. Napleon ließ ihn 1810 hinrichten und spätestens seit dem gilt er als DER Volksheld Tirols und wird vor allem von den deutschsprachigen Tirolern sehr verehrt. (Quelle: Wikipedia).

35 - Kaiser Franz Josef Statue

Wieder ein Stück weiter in einer Ecke findet sich eine deutlich kleinere Statue des letzten großen Monarchen das Landes, Kaiser Franz Joseph I. Mit seinem Tod ging die Zeit der Großmacht Österreich-Ungarn nach dem verlorenen ersten Weltkrieg zu Ende, nachdem das Attentat auf seinen Sohn und Nachfolger Franz-Ferdinand in Sarajevo diesen Krieg erst ausgelöst hatte. Auf weitere geschichtliche Erläuterungen verzichte ich hier aber mal. 😉
Von diesem Platz aus konnten wir auch den ersten richtigen Blick auf unser eigentliches Ziel werfen: Die Bergisel Skisprungschanze am gleichnamigen Berg im Süden Innsbrucks.

36 - Tiroler Haus & Erster Blick Bergisel

Nach einigen weiteren hundert Meter Fußmarsch über eine Treppe und eine kleine Steigung standen wir schließlich vor dem Eingang der Bergisel-Schanze, die als eines der vielen Touristenattraktionen ist.

37 - Eingang zur Bergisel Schanze

Ein einheimischer Fremdenführer nahm uns hier in Empfang und brachte uns ins Innere, wo wir endlich einen ungetrübten Blick auf die Schanze selbst mit dem Landebereich der Springer,

38 - Bergisel Schanze - Landebereich

die Zuschauertribünen

39 - Bergisl Schanze - Zuschauerbereich

sowie den Auslaufbereich, in dem die Skispringer ihre Fahrt verlieren, werfen konnten.

40 - Bergisel Schanze - Auslaufbereich

Bereits hier unten wurden wir nun mit Informationen über die Geschichte dieser dieser Schanze überflutet. Ursprünglich gab es hier wohl eine natürliche Sprungschanze, die später mit einem Anlaufturm versehen wurde. Für die Nordischen Skiweltmeisterschaften 1933 wurde sie komplett umgebaut, stürzte 1941 aber zusammen und wurde danach komplett abgerissen wurde. Nach dem Krieg wurde die Schanze nach den ursprünglichen Plänen wieder aufgebaut und ab 1952 für die Vierschanzentournee genutzt. Für die Olympischen Spiele in den Jahren 1964 und 1976 wurde die Schanze wieder jeweils komplett um- und ausgebaut. Die heutige Konstruktion wurde von der in London ansässigen irakischen Architektin Zaha Hadid geplant und für das 50jährige Jubiläum der Vierschanzentournee 2002 realisiert und 2003 endgültig fertiggestellt. Beim Bau wurde dabei bronzezeitliche Funde getätigt, deren Ausgrabungen den Bau noch einmal verzögerten, nicht aber ganz verhindern konnte.
Nach dieser Einführung in die Geschichte der Schanze, begaben wir uns zum Schrägaufzug an der linken Seite, um nach oben zu fahren.

41 - Bergisel-Schanze - Schanzenlift

42 - Bergisel Schanze - Schanzenlift - Nahaufnahme

Ein paar Kollegen wollten nicht warten und machten sich über die unter und neben dem Aufzug verlaufenden Treppen selbst nach oben zu steigen, trotz leichten Nieselregens. Ich selbst wäre wahrscheinlich halb tot gewesen, wenn ich das versucht hätte, daher wählte ich gemeinsam mit dem Rest der Mannschaft den Lift, der uns langsam, aber sicher und trocken vorbei an der Mittelstation mit ihrer eignen Haltestelle sicher und trocken bis ganz nach oben brachte.

43 - Im Schanzenlift - Bergisel Schanze - Unterer Abschnitt

44 - Im Schanzenlift - Bergisel Schanze - Obere Station

Aus der Nähe konnte man erst richtig realisieren, wie gewaltig dieses Turm eigentlich war. Fünfzig Meter Höhe klingt vielleicht nicht viel, aber wenn man darunter steht sieht es doch sehr imposant aus. 😉

45 - Bergisel Schanze - Turm - Nahaufnahme

Nachdem wir uns kurz unterhalb des Turms umgesehen hatten, fuhren wir mit dem Aufzug bis ganz nach oben wo sich noch über dem Restaurant die Aussichtsplattform befindet. Von hier hat man einen wunderschönen Blick über Innsbruck, der uns aber leider wieder durch die tiefhängenden Wolken über den gegenüberliegenden Gipfeln etwas vehagelt wurde.

46 - Blick über Innsbruck von der Bergisel Schanze

47 - Blick über Innsbruck 2 von der Bergisel Schanze

Der Fremdenführer war mit uns hier herauf gekommen und nutzte den Blick, um uns auch noch etwas die Schanze über Innsbruck selbst zu erzählen. So ist die Bergisel die einzige Schanze weltweit, bei welcher der Skispringer beim Absprung freies Sichtfeld auf einen Friedhof, den Friedhof der Basilika Wilten, hat und dadurch an seine eigene Vergänglichkeit erinnert wird.
Nachdem wir den ersten Teil unserer Tour beendet hatten, begaben wir uns zur Mittelstation, wo man Seminarräume für uns vorbereitet hatte, in denen wir das eigentliche Firmenseminar abhielten. Wir waren ja nicht nur zum Vergnügen hier. Unterbrochen wurde das Ganze nur durch eine kleine Kaffepause, bei der Kuchen und kleine Häppchen gereicht wurden.

48 - Kaffepause in der Mittelstation - Bergisel Schanze

Nach Ende des Seminars war es auch schon Zeit für die Mittagspause, die im Turmrestaurant der Schanze stattfinden sollte. Von einem kleinen Seitenbalkon, der auch als Raucherinsel genutzt wurde, hatte man dort einen direkten Blick auf den eine Etage unter uns liegenden Sprungbereich der Schanze. Ich ahnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich noch deutliche näher dort heran kommen würde.

49 - Blick auf den Sprungbereich vom Turmrestaurant - Bergisel Schanze

Doch zuerst ging es mal an mittägliche Schlemmen, das mit einer Karottenschaumsuppe eingeleitet wurde.

50 - Karottenschaumsuppe - Restaurant Bergisel Schanze

Sehr sahnig, deutliches Karottenaroma aber trotz der Sahne auch sehr dünn – als Vorspeise aber ausreichend.
Als Hauptgericht standen ein vegetarisches Gericht, ein Hausgemachter Schlutzkrapfen mit brauner Butter und Parmesan oder Tiroler Geröst’l vom Tafelspitz mit Spiegelei und Schnittlauch zur Auswahl. Ich entschied mich natürlich für das Geröst’l.

51 - Tiroler Geröstel mit Tafelspitz & Spiegelei - Restaurant Bergisel Schanze

Wo soll ich anfangen? Die Bratkartoffeln hätten knuspriger sein können, während da Fleisch in Form des Tafelspitz teilweise wieder zu knusprig gebraten war. Und Eigelb des Spiegelei war leider nicht mehr flüssig, was ich schade fand, denn ich liebe es das Geröst’l mit dem zerlaufenen Eigelb als Saucenersatz zu garnieren. Aber das ist natürlich jammern auf hohem Niveau, denn es war prinzipiell gut, aber nicht perfekt.
Als Nachtisch gab es wieder einheitlich einen Becher Coup Dänemark aus Vanilleeis mit Milchschokoladensauce, Sahne und einer Waffel.

52 - Coup Dänermark - Vanilleeis & Schokoladensauce - Restaurant Bergisel Schanze

Gab es natürlich nichts daran auszusetzen. Ich fand nur die Verwendung von Milchschokolade in einer Schokoladensauce ungewöhnlich, in Deutschland ist man hier ja eher dunkle Schokolade gewöhnt. Aber wir waren ja auch nicht in Deutschland… 😉
Nach dem Mittagessen begaben wir uns alle eine Etage tiefer, wo man uns Zugang zum Allerheiligsten der Schanze gewährte: dem Absprunbereich. Und es wurde derzeit sogar trainiert, denn auch im Sommer und Herbst ist dieser Bereich dank vereisbarer Schienen und durch mit Wasser gesprengten Matten im Landebereich nutzbar. Ein ehemaliger Profispringer erwartete uns hier und erzählte uns einiges über den Skisprung selbst, die Ausbildung des Nachwuchs, die verschiedenen Arten und Sprungschanzen die es gibt: (von groß nach klein) Flugschanze, Großschanze, Normalschanze, Mittlere Schanze und Kleine Schanze. Bergisel ist eine Großflugschanze, von der nächste höheren Kategorie der Flugschanze gibt es nur 4 Exemplare in Planica in Slowenien, in Vikersund in Norwegen, am Kulm in Bad Mitterndorf in Österreich und schließlich noch die Heini-Klopfer-Skiflugschanze in Oberstdorf in Deutschland. Das Trainieren von Skiflugschanzen außerhalb des Wettbewerbs ist übrigens untersagt, da die Verletzungsgefahr durch Winde zu hoch ist. Profis trainieren auf Groß- und Normalschanzen, während der Nachwuchs auf kleineren und mittleren Schanzen lernt. Es gibt übrigens weniger als 700 aktive Profis der gesamten Welt, es handelt sich also um eine ziemliche Randsportart.
Während wir den Ausführungen lauschten, machte sich einer seiner jüngeren Kollegen etwas weiter unten bereit einen Sprung zu wagen.

53 - Bergisel-Schanze - Springer macht sich fertig 54 - Bergisel -Schanze - Springer macht sich fertig 2
55 - Bergisel-Schanze - Springer auf dem Balken 56 - Bergisel-Schanze - Auf dem Weg zum Sprung

Nach umfangreichen Ausführungen rund um die theoretischen und praktischen Gesichtspunkte des Skisprung-Sports durften wir hinunter zum sogenannten Schanzentisch, das ist der Bereich am Ende der Schanze von dem die Springer abheben. Dieser verläuft übrigens waagerecht, denn würde er nach oben geneigt sein, würden die Springer einen Salto machen und das im Skisprung nicht erwünscht. Bevor wir hinauf stiegen, konnten wir einen Blick auf die Matten im Landebereich werfen, die aus lauter Fransen zu bestehen scheinen – wahrscheinlich um im Sommer besseres Gleiten zu gewährleisten.

58 - Bergisel-Schanze - Matten im Landebereich

Hier befindet sich auch eine kleine Digitalanzeige, welche die Geschwindigkeit beim Absprung anzeigt.

57 - Bergisel-Schanze - Absprunggeschwindigkeit

Schließlich stiegen wir alle auf den Schanzentisch und verteilten uns, wobei wir ständig darauf hingewiesen wurden bloß nicht über die Absperrung zu greifen und dem Springer in den Weg zu kommen.

59 - Bergisel-Schanze - Sprungtisch

Wenig später rauschte Skispringer dann in einem beachtlichen Tempo an uns vorbei:

Wirklich sehr sehenswert und beeindruckend – unbedingt mit Sound ansehen.
Vom Schanzentisch fuhren wir wieder herunter bis in den Bereich der Zuschauertribünen, von wo aus wir noch einmal einen Sprung bis in den Landebereich hinein ansehen konnten.

So nah war ich bisher noch nie an so einem sportlichen Event – auch wenn es sich hier natürlich nur um Trainingssprünge handelte.
Der Springer kam dann noch einmal zu uns und beantwortete weitere Fragen.

60 - Erläuterungen vom Springer - Bergisel-Schanze

Und der Mann hatte wirklich Ahnung, das muss man ihm lassen. Von Konstruktionsmerkmalen der Skisprung-Skier über spezielle Kleidung, Polster in den Schuhen, spezielle Ski-Bindungen konnte er alle Unklarheiten beseitigen. Respekt – ein wirklicher Kenner.
Mit diesem Vortrag war unser Ausflug Bergisel-Schanze beendet. Wir begaben uns zurück zum Bus und wurden zurück ins Hotel gebracht, wo wir etwas mehr als eine Stunde Zeit hatten uns ein wenig frisch zu machen und auszuruhen.
Gegen 18:00 Uhr trafen wir uns vor dem Hotel und fuhren mit dem Bus aus dem oben liegende Mutters in das etwas weiter unten im Tal gelegene Natters, genauer in das dort gelegene Wirsthaus Nattererboden.

61 - Wirtshaus Nattererboden - Nattern

Dort wurden wir mit Sekt und Orangensaft begrüßt und durch die Wirtin willkommen geheißen. Sie erzählte etwas über die Geschichte das Gasthauses, deren Versuche nachhaltig zu wirtschaften, über den beim Renovierungsarbeiten entdeckten Brunnen, den wohl mal Jesuiten eines einstmals hier ansässigen Stifts gegraben hatten

62 - Jesuiten-Brunnen - Wirtshaus Nattererboden

und über die Tiere, die sie am zum Wirtshaus gehörenden Bauernhof hielten, darunter einige seltene Rassen und ein gerade wenige Wochen altes weißes Eselsfohlen. Dann lud sie uns ein die Tiere zu zu besichtigen.
Am Brunnen vorbei gingen wir zu einem kleinen Gatter neben dem man bereits Hasen und Meerschweinchen in einem umzäunten Gehege sehen konnte. Etwas weiter befand sich schließlich ein Stall mit Ziegen und Schafen.

63 - Ziegen & Schafe - Wirtshaus Nattererboden

Am Kopfende des kleinen Hofes sahen wir ein offenes Gatter, in dem sich zuerst zwei Wollschweine tummelten, von denen eins aber – wohl aus Furcht vor den Menschenmassen – schnell ins Scheuneninnere verschwand, während das andere, größere Tier seelenruhig weiter den Boden nach Futter absuchte.

64 - Wollschwein - Wirtshaus Nattererboden

In einem Stall, in dem sich auch Shetland-Ponys und Mulis herumtrieben, fanden wir dann schließlich auch das weiße Eselsfohlen mit seiner gleichgefärbten Mutter. Verständlicherweise hatten sie sich erst einmal in eine Ecke des Stalls zurückgezogen.

65 - Weißes Eselfohlen - Wirtshaus Nattererboden

Recht schnell verlor es aber seine Furcht und nährte sich, natürlich von der Mutter begleitet, den unbekannten Besuchern und ließ sich auch aus der Nähe betrachten.

66 - Weißes Eselfohlen 2 - Wirtshaus Nattererboden

67 - Weißes Eselfohlen 3 - Wirtshaus Nattererboden

Langsam wurden wir dann aber auch hungrig und begaben uns zurück ins Wirtshaus, um unsere dortigen Tische zu besetzen und Essen zu bestellen. Die Speisekarte war recht umfangreich und beinhaltete viele Interessante Gerüchte der lokalen Küche, aber der Gros entschied sich dann doch für das Angebot des Tages in Form eines Hirschbratens in Pilzsauce, den wir allerdings verschiedentlich variierten und mit Broccoli oder Rotkraut sowie Nudeln, Spätzle oder Semmelknödeln bestellten. Bis das Essen fertig war, sollte noch die eine oder andere kleine Vorspeise serviert werden.
Nachdem alle bestellt hatten, bemerkte irgend jemand dass das erste Mal seit unserer Ankunft in Tirol die Wolkendecke aufgebrochen war und man die umgebenden Gipfel sehen konnte, was viele von uns – mich eingeschlossen – noch einmal bewog für ein paar Schnappschüsse nach draußen zu gehen.

68 - Gipfelblick - Wirtshaus Nattererboden

69 - Gipfelblick 2 - Wirtshaus Nattererboden

Kurz nach unserer Rückkehr an den Tisch wurden dann auch schon die ersten Vorspeisen serviert: Zum einen ein Carpaccio vom Wild mit marinierten Pfifferlingen und Ruccola

70 - Caprpaccio vom WIld - Wirtshaus Nattererboden

Außerdem brachte man paniert gebackene Bovist-Pilze, die mit einer Art hausgemachter Remoulade serviert wurden. Außerdem gab es mehrere Schälchen frisch getoastetes Toastbrot.

71 - Panierter Bovist - Wirtshaus Nattererboden

Das musste ich natürlich alles probieren. 😉

72 - Vorspeise Bovist, Carpaccio & Toastbrot - Wirtshaus Nattererboden

Während ich den Bovist wirlich sehr schätzte, konnte ich mich mit dem Capraccio vom Wild nicht ganz so anfreunden. Meinen Kollegen schmeckte es vorzüglich und es blieb auch nichts übrig, aber mir sagte das leicht säuerliche Aroma, wohl von irgend einem Essig nicht so zu. Geschmäcker sind eben verschieden.
Nachdem die Vorspeisen abgeräumt waren, brauchten wir glücklicherweise nicht mehr allzu lange warten bis schließlich das Hauptgericht serviert wurde.

73 - Roast Venison with dumpling & mushroom sauce / Hirschbraten in Pilzsauce mit Semmelknödel - Wirtshaus Nattererboden

Eigentlich hatte ich zum Hirschbraten Rotkohl anstatt Broccoli bestellt, doch bevor ich mich beschweren konnte brachte man zusätzlich für alle noch riesige Schüssel Apfelrotkraut hinein uns stellte sie auf den Tisch, so dass sich jeder nach eigenem Gutdünken davon nehmen konnte.
Wie man sieht war das Hirschfleisch so sanft gegart, dass es innen noch schön rosa war, wobei das Fleisch sich als wunderbar zart erwies und regelrecht auf der Zunge zerfiel. Dazu gab es wunderbar knackig gedünstetes, frisches Broccoli, einen riesigen, sehr gelungenen Semmelknödel aber leider etwas wenig einer überaus leckeren Pilz-Sauce. Doch wenig später brachte man noch eine Schüssel mit weiterem Fleisch und viel Sauce, so dass man sich auch hier jederzeit Nachschlag holen konnte.
Ich war danach eigentlich mehr als nur satt, aber nicht alle an meinem Tisch schienen der selben Meinung, daher wurde noch eine große Portion frisch zubereiteter Kaiserschmarrn bestellt, der mit Fruchtkompott serviert wurde.

74 - Dessert Kaiserschmarrn - Wirtshaus Nattererboden

Nach dem Essen wurde noch ein wenig geschwätzt und gelacht, dann erwartete uns der lokale Führer für die geplante Fackelwanderung. Ich hatte ihn bereits mehrmals an der Bar des Wirshaus gesehen, wo er schon das eine oder andere Bierchen gezischt hatte. Daher war es nicht verwunderlich dass er bereits leicht einen im Tee hatte, als er uns vor dem Haus versammelte und mit leicht schwerer Zunge die Anweisungen zum Fackeln anzünden gab.

74 - Fackelwanderung

Scherzhaft schlossen wir insgeheim Wetten ab ob wir nicht vielleicht doch in Kufstein, Salzburg oder Linz landen würden, wenn wir ihm folgen würden. Natürlich durfte der Scherz nicht fehlen, dass Deutsche die einem österreichischen Führer folgen meist nichts Gutes erwartet. Aber das bitte ich im Nachhinein damit zu entschuldigen, dass wir ja auch nicht ganz alkoholfrei gespeist hatten. 😉 Entgegen allen wurden wir aber sicher und ohne Umwege direkt zurück zum Hotel gebracht, wo wir uns einen Wassereimer bringen ließen um die Fackeln zu löschen.
Leider war die kleine Bar im Nebengebäude, die wir gestern okkupiert hatten, heute durch eine Hochzeitsgesellschaft belegt. Daher zogen wir uns zum Abschluss des Tages in das Restaurant zurück, in dem auch am Morgen das Frühstück serviert worden war. Dort genossen wir noch das eine oder andere hopfenhaltige Kaltgetränk, aber man merkte allen an dass sie nach all der Lauferei etwas geschlaucht waren. Daher endete der Abend dieses Mal deutlich früher, kurz nachdem der Chef die Rechnung bezahlt und verkündet hatte, dass alle weiteren Getränke nun auf eigene Rechnung gehen. Doch trotz des für meinen Geschmack etwas zu schnellen Endes muss ich zugeben dass wir einen erlebnisreichen und lehrreichen Tag hatten.
Am nächsten Tag sollte der Bus um 9:00 Uhr zur Heimreise aufbrechen. Ich war bereits gegen 7:30 Uhr wach, duschte in Ruhe und ging dann zum Frühstück nach unten, wo bereits viele meiner Kollegen anwesend waren. Am Buffet war dieses Mal nicht so viel los, so dass ich mal ein paar Fotos schießen konnte, um dem geneigten Leser einen kleinen Überblick über das Angebot zu geben.

75 - Frühstücksbuffet - Hotel das MEI - Mutters

76 - Frühstücksbuffet 2 - Hotel das MEI - Mutters

Rein aus Gewohnheit begann ich mein Frühstück wieder mit meiner traditionellen Kombination aus Rührei, Bacon und Würstchen. Dieses Mal gab es aber zumindest was die Temperatur anging nichts auszusetzen. Wie man das Rührei allerdings so intensiv dunkelgelb bekommen hat erschloss sich mir nicht so ganz – keine Ahnung ob hier nicht doch Kurkuma oder irgend ein anderes Mittelchen verwendet worden war.

77 - Frühstück - Rührei, Speck & Würstchen - Hotel das MEI

Da wir eine lange Fahrt vor uns hatten, wollte ich mich natürlich entsprechend stärken und nahm mir noch einen zweiten Teller, dieses Mal mit einem Laugenbrötchen, etwas Salami sowie Kochschinken.

78 - Frühstück 2 - Laugensemmel, Salami & Kochschinken - Hotel das MEI

Nachdem wir ausgecheckt hatten, begaben wir uns durch einen Nieselregen zum Bus und machten uns auf den Heimweg. Und der Regen schien keinen Moment nachzulassen während wir über Kufstein und den ehemaligen Grenzübergang Kiefersfelden nach Deutschland zurückkehrten und uns nach einem kurzen Zwischenstop an der Raststätte Irschenberg schließlich München nährten. Zwar wurde der Verkehr kurz vor München noch mal etwas dichter, aber ansonsten verlief die Fahrt Ereignislos, so dass ich diesen Bericht mit unserer Ankunft an dem Ort wo wir gestartet waren und an dem unsere Autos auf uns warteten beenden kann. Ein interessanter, lehrreicher und lustiger Ausflug der mich mit einem gewissen Maß an Vorfreude auf das nächste Offsite Meeting enden lässt, über dessen Einzelheiten bestimmt auch dieses Mal bis zum letzten Moment stillschweigen bewahrt werden wird.

Ausflug nach Österreich – Anfahrt, RachKuchl-Hütte & Hotel [06.09.2019]

Sunday, September 8th, 2019

Am heutigen Freitag stand mal wieder unser halbjährliches Offsite-Meeting an, das mich in der Vergangenheit ja bereits zur Weinleise im Rheingau, in den Spessart oder nach Kelheim und ins Kloster Weltenburg geführt hatte. Dieses Mal hatten unsere Kollegen aus der Niederlassung in Österreich das Offsite ausgerichtet und wir durften gespannt sein was uns erwarten würde, denn das wird nie im Voraus verraten.
Am fortgeschrittenen Nachmittag traf ich mich also mit all meinen Kollegen die mitfuhren – leider bei leichtem Nieselregen – vor dem Haupteingang des Firmengebäudes um dort auf den Bus zu warten, der uns und die Kollegen anderer Niederlassungen nach Österreich bringen würde. Mit geringer Verspätung kam dieser dann auch, wir begrüßten die bereits im Bus sitzenden Kollegen und nach einer kurzen Pause ging es weiter in Voralpenland und in Richtung Österreich.

01 - Voralpen in Wolken

Am Rasthof Irschenberg machten wir, weiterhin bei Nieselregen, noch einen kurzen Zwischenstop um zu Tanken, uns eine Vignette für die österreichische Autobahn zu kaufen und dem Busfahrer, der ja bereits seit Frankfurt fuhr, seine verdiente und vorgeschriebene Pause zu gönnen. Nach weiteren eindreiviertel Stunden Fahrtzeit erreichten wir schließlich die kleine Ortschaft Vomp am Vomperberg, wo wir die Hauptstraßen verließen und uns die schmalen Straßen am Vomperberg hinauf auf die Alm kämpften.

02 - Bergbauernhof in Vomperberg

Die schmalen Straßen hier erlauben kaum zwei normalen PKWs das aneinander vorbei kommen und mit einem Bus mittlerer Größe erwies sich das als noch komplizierter. Dazu kommen teilweise wirklich steile Streckenabschnitte. So kam es wie es kommen musste: Das vollbeladene Bus kam an einem besonders abschüssigen Hügel nicht mehr weiter und wir mussten aussteigen und das letzte Stück laufen. Wie man uns berichtete hätte man von dort aus auch einen wunderbaren Blick auf den Weerberg und die angrenzenden Gipfel auf der anderen Seite des Tals gehabt, aber da das Wetter es leider nicht gut mit uns meinte, sahen wir leider nur wolkenverhangene Hänge.

03 - Weerberg im Wolkenschleier

Dafür kamen wir aber an einem fast schon verwunschen in einem Park gelegenen kleinen Pyramidenhäuschen und zahlreichen traditionellen Berghöfen vorbei.

04 - Pyramidenhäuschen

05 - Am Vomperberg

Über eine schmale ansteigende Straße

07 - Anfahrtsweg zur Rachkuchl

erreichten wir schließlich unser erster Ziel in Österreich: Die RachKuchl – eine kleine Berghütte oberhalb der Ortschaft Vomp, die man also Veranstaltungsort mieten kann. Und genau dies hatten meine österreichischen Kollegen getan.

06 - Rachkuchl Hütte

Ich glaube sie gehört zur Rödelhütte, einem größeren Bauernhaus das direkt oberhalb der Hütte gelegen ist, aber sicher bin ich nicht.

08 - Rödelhütte Vomperberg

Nachdem alle eingetroffen waren, kam eine kleine Blaskapelle aus der Hütte uns spielte zur Begrüßung erst einmal etwas ortstypische traditionelle Blasmusik.

09 - Begrüßungsständchen - RechKuchl

Sie sollte uns auch den Rest des Abend weiter begleiten, saß dabei an einem der Tische innerhalb der Hütte und unterhielt uns immer wieder mit dem einen oder anderen Stück traditioneller Tiroler Blasmusik.
Das Innere der Hütte war einfach, aber gemütlich eingerichtet. Es gab einen größeren Tisch mit Sitzbank und Stühlen sowie mehrere kleinere Tische bei denen mit Fellen belegte Holzstämme als Sitzgelegenheiten bestückt waren. Über den Tischen hingen mit LED-Birnen ausgestattete Petroleumlampen, die mehr als genug Licht spendeten.

10 - Beleuchtung - RachKuchl

Außer für den einen großen und drei kleine Tische war nur noch Platz für eine Bar, die mit Kerzen auf der obersten Stiege stilvoll beleuchtet wurde.

11 - Bar - RachKuchl-Hütte

Wobei ich auch hier glaube, dass diese Kerzen nicht brannten, sondern innen ebenfalls mit LEDs ausgestattet waren. Ansonsten wäre die Brandgefahr wohl etwas zu groß gewesen. 😉
Nachdem wir mit Getränken versorgt worden waren, wurde aus der kleinen Küche hinter der Bar auch schon das Essen serviert. Und auch hier hatte man sich etwas ausgedacht, das gut zur Lokation passte. An jedem Tisch standen Tischgrills bereits, die ganz oben über eine Ablagefläche verfügten, auf das man eine Schale mit einer bunten Auswahl an Grillgut stellte.

12 - Fleisch zum Grillen - RachKuchl

Es gab Filetstücke von Rind. Schwein und Hähnchen sowie eine Schale mit marinierten Garnelen. Aus dieser Schale konnte der Gast sich nehmen was er wollte uns es auf den direkt darunter liegenden Grill legen

13 - Grill unterm Fleisch - RachKuchl

14 - Nahaufnahme Grill - RachKuchl

und es nach eigenem Gutdünken so lange grillen wie er wollte. Beheizt wurde das ganze durch kleine Brennschälchen, die sich unterhalb der Grillplatte befanden.

17 - Beheizung Grill - RachKuchl

Dazu gab es noch Salate, Gemüse, Kräuterbaguette, hausgemachte Pommes Frites und verschiedene Saucen, des weiteren standen Glasschälchen mit Salz, Pfeffer und einer Art Curry am Tisch bereit um das Fleisch zu würzen.

15 - Salat - RachKuchl

16 - Gemüsebeilage - RachKuchl

War etwas alle, gab es alsbald Nachschub, so dass wir über einen längeren Zeitraum schlemmen konnten, während wir in unsere Tischgespräche vertieft waren und die Blaskapelle am Nebentisch dazu hin und wieder aufspielte.

18 - Grillfleisch & Beilagen - RachKuchl

Doch irgendwann ging auch dieser Abend zu Ende und wir setzten uns wieder in den Bus, der inzwischen auf eine andere, weniger Steile Straße seinen Weg bis vor die Hütte gefunden hatte. Unser nächster weg führte uns in unser Hotel.
Es war bereits fast 22:30 Uhr als wir endlich im Hotel Das MEI in der Ortschaft Muttern in Tirol ankamen, einem gerade frisch renovierten vier Sterne Hotel mit schöner Hanglage und Alpenblick – zumindest wenn man auf der richtigen Gebäudeseite wohnte. 😉

19 - Hotel das Mei - Muttern

Dank Quick-Check-In erhielten wir schnell unsere Zimmerkarten. Die Raumkategorien hier im Hotel trugen dabei so malerisch klingende Namen wie “Koi”, “Waldzauber”, “Heimatliebe”, “Almrose” oder “Panda”, wobei Panda oder Koi wegen der Wortwahl aber etwas seltsam für Tirol erschien. Aber wie es schien wird das Hotel von einer asiatischen Gruppe betrieben, was dann auch diese Bezeichnungen verständlicher macht.
Über eine Treppe und durch einen langen Flur

20 - Flur - Hotel das Mei - Muttern

erreichte ich schließlich mein Zimmer der Koi-Kategorie – leider nicht mit Alpenblick, sondern mit Blick auf einen Hang mit darüber liegenden Bauernhof. Aber das Zimmer selbst konnte sich durchaus sehen lassen.

21 - Zimmer & Bett - Hotel das Mei - Muttern 22 - Bett - Hotel das Mei - Muttern

Ein schönes, großes Doppelbett mit darüber angebrachter Lichtleiste nahm den meisten Bereich des Raumes ein.

23 - Kleiner Schreibtisch - Hotel das Mei - Muttern 24 - FlatTV - Hotel das Mei - Muttern

Direkt neben der Tür befand sich ein kleiner Schreibtisch, auf dem sich neben Informationsmaterial auch ein frischer Apfel, eine Karaffe mit stillem Wasser und eine kleine Schreibtischlampe befand. Daneben war, fast genau gegenüber des Fußende des Bettes, ein Flachbildschirm an der Wand befestigt.

25 - Schrankecke mit Spiegel - Hotel das Mei - Muttern

Gegenüber des Schreibtischs an der Wand in Richtung Flur befand sich ein Kleiderschrank mit kleinem Safe und zusätzlichen Handtüchern darin, außerdem eine kleine Minibar mit zwei Flaschen Bier und einer Flasche spritzigen Mineralwassers und im Neunzig-Grad-Winkel dazu ein großer, fast bis zum Boden reichender Spiegel.

26 - Bad - Hotel das Mei - Muttern
27 - Toilette & Handtuchwärmer - Hotel das Mei - Muttern 28 - Dusche - Hotel das Mei - Muttern

Das Bad war ein weiteres kleines Highlight des kleinen, aber sehr wohnlichen Raums. Getrennt durch eine Milchglasscheibe mit Schiebtür fand sich dort erst einmal ein stilvolles Waschbecken mit viel Ablageflächen links und rechts, großem Spiegel, Rasierspiegel und dem üblichen Zubehör wie Handtüchern. Auf eingepackte Seifen oder ähnliche Sachen hatte man verzichtet, statt dessen gab es einen fest installierten Seifenspender an der Wand. Neben dem Waschbecken fand sich der Handtuchwärmer und gleich daneben die kleine, saubere Toilette. Ganz link schließlich, durch eine weitere Glaswand getrennt, war schließlich die Dusche installiert. Sie bestand aus einem frei beweglichen kleineren Duschkopf und einem großen starren Duschkopf in der in der Zimmerdecke installiert war, den ich aber leider nicht auf dem Foto abgelichtet habe. So schön diese Riesenduschköpfe in der Zimmerdecke ja auch sind, haben sie einen großen Nachteil: Wenn man sie aktiviert wird man erst einmal mit einem Schwall kalten Wassers übergossen, das noch den Leitungen gestanden hat bevor schließlich das warme Wasser kommt. Daher bin ich kein allzu großer Freund davon, aber stylisch war das Bad allemal.

29 - Balkon - Hotel das Mei - Muttern

Gegenüber der Tür war schließlich noch ein breites Fenster mit verriegelbarer Schiebetür, das auf einen kleinen Balkon mit zwei Sitzgelegenheiten, einem Tisch und einem Aschenbecher führte.
Nachdem alle ihre Zimmer bezogen und sich frisch gemacht hatten, trafen sich die Kollegen die wollten und nicht zu Müde waren schließlich noch in einer kleinen Hotelbar im Nebengebäude und wir ließen den Abend bei dem einen oder anderen Bierchen oder anderem Getränken gemütlich ausklingen. Allzu lange konnten wir allerdings nicht mehr machen, denn der Bus sollte am nächsten Morgen bereits um 8:30 Uhr abfahren. Doch dazu im nächsten Beitrag mehr.

Besuch in Kelheim & Ausflug zum Kloster Weltenburg [05. – 06.04.2019]

Sunday, April 7th, 2019

An diesem Wochenende war es mal wieder soweit: das vierteljährliche Offsite-Meeting meiner Abteilung stand an. Dieses Mal mussten wir aber nicht wieder so weit wie damals zur Weinlese in den Rheingau oder in den Spessart oder gar ins Nordhessische Fulda fahren, die Organisatoren kamen dieses Mal aus meiner Niederlassung, daher war die Veranstaltung im bayrischen Kelheim angesiedelt, nicht einmal eineinhalb Stunden Fahrtzeit vom heimatlichen München entfernt.
Ich war Freitags am früheren Vormittag noch kurz im Büro, denn ich wollte mit einem Kollegen gemeinsam zum Zielort fahren und wir hatten dies als Treffpunkt ausgemacht. Die Fahrt selber über A9 und A93 verlief ereignislos, wir waren glücklicherweise vor dem großen Rückreisestau der Wochenendpendler aus München raus und kamen deutlich vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung am Treffpunkt vor dem Hotel Dormero in Kelheim an. Da unsere Zimmer erst ab 15:00 Uhr bezugsfähig sein sollten, ließen wir das Gepäck in den Autos und erhielten ein kleines Lunchpaket mit Dingen wie belegten Brötchen, Obst, Schokoriegel und Getränken um uns für das bevorstehende zu stärken.

01 - Salamibrötchen

Wir sammelten uns anschließend vor dem Hotel, von wo aus man Blick auf verschiedene Sehenswürdigkeiten der Stadt Kelheim werfen konnte. So zum Beispiel den weißen runden Römerturm (Schleiferturm) und natürlich die Befreiungshalle hoch auf dem Hügel über der Stadt, die der Bayrische König Ludwig der Erste dort von 1842 bis 1863 anlässlich der Siege über Napoleon während der Befreiungskriege errichten ließ.

02 - Römerturm & Befreiungshalle - Kelheim

Vorbei am Donautor, einem von mehreren erhaltenen Stadttoren des historischen Stadtkerns, begaben wir uns schließlich zum nahen Donauufer.

03 - Donautor Kelheim

Vom Parkplatz am Donauufer auf konnten ich noch einmal einen etwas freieren Blick auf die Befreiungshalle werfen.

04 - Blick auf die Befreiungshalle Kelheim  vom Donauufer

Aber viel Zeit blieb nicht denn unser Fährschiff, die Maximilian II, wartete bereits am Steg und war bereit für den Einstieg.

05 - Bug der Maximilian-II - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg 06 - Einstieg ins Schiff - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Außer meinen Kollegen und mir waren nur wenige andere Touristen mit am Bord, denn jetzt im frühen April ist noch keine Saison und das Wetter eigentlich noch zu unbeständig. Wir hatten daher Glück dass es nur bewölkt und trocken war und die Temperaturen sich bereits im zweistelligen Bereich bewegten. Dennoch begaben wir uns alle auf das offene Oberdeck.

14 - Auf dem Oberdeck  - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Inzwischen war auch klar was das Ziel unseres Ausfluges sein sollte: Die Klosterbrauerei Weltenburg, die älteste noch in Betrieb befindliche Brauerei der Welt, die nachgewiesenermaßen seit 1050 diesen Gerstensaft herstellt.
Nachdem das Schiff abgelegt hatte, tuckerte es gemächlich in Richtung Westen, der Fließrichtung der Donau entgegen. Dabei bekamen wir nicht nur einen weiteren, näheren Blick auf die Befreiungshalle,

07 - Befreiungshalle Kelheim - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

sondern auch auf die unterhalb gelegene ehemalige Franziskanerkirche, die heute unter anderem auch ein Orgelmuseum beherbergt.

08 - Franziskanerkirche Kelheim  - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Wenig später verließen wir auch schon das besiedelte Stadtgebiet

09 - Blick über die Donau - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

und bewegten uns zwischen waldbedeckten Hügel und Felswänden die Donau hinauf.

10 - Felswand - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Einige der Kalksteinfelsen waren mit Höhlen durchzogen, in denen wie man uns über die Schiffslautsprecher mitteilte schon während der letzten Eiszeit Menschen gelebt haben sollen.

11 - Felswand mit Höhlen - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Bald schon nährten wir uns sozusagen dem Highlight unserer kleinen Donauschiffahrt: dem Donaudurchbruch, einer Engstelle der Donau, die auch Weltenburger Enge genannt wird.

12 - Anfahrt auf den Donaudurchbruch - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Viele liefen nach Vorne, um Fotos von der Felsformation an der Engstelle zu schießen, als ohne Vorwarnung die Nebelhörner auf dem vorderen Teil des Schiffes ein lautes, mehrstimmiges Signal abgaben – wahrscheinlich um eventuell entgegenkommenden Schiffsverkehr zu warnen. Das sorgte natürlich für einiges Zusammenzucken und einen entsprechenden Schreck.
Auf der linken Seite passierten wir kurz vor der Enge noch die sogenannte Versteinerte Jungfrau, einen nadelförmigen einzelstehenden Kalkfelsen – gut durch das Kreuz zu erkennen das seine Spitze ziert.

13 - Versteinerte Jungfrau - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Wir kamen immer näher an die Engstelle und das Schiff machte einen gehörigen Schlenker nach Backbord, um sie passieren zu können.

15 - Donaudurchbruch - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Dennoch kamen wir nah an der Felswand vorbei, die Steuerbord weit in den Flusslauf hinein ragte.

16 - Felswand am Donaudurchbruch  - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

17 - Am Donaudurchbruch - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg 18 - Am Donaudurchbruch 2 - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Auf der anderen Seite erhob sich der sogenannte Römerfelsen, auf dessen Spitze angeblich eine römische Siedlung gewesen sein soll und von dem aus, laut Sage, eine Hängebrücke aus Holz und Leder auf die andere Seite der Donau geführt haben soll.

19 - Römerfelsen - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Direkt nachdem wir die Weltenburger Enge passiert hatten, kam am linken Ufer auch schon unser Ziel in Sicht: die ehemalige Benediktinerabtei Weltenburg.

20 - Anfahrt auf das Kloster Weltenburg

Das Schiff legte am Ufer an und wir konnten aussteigen.

21 - Anlegestelle Kloster Weltenburg

Einige hundert Meter an der Donau entlang erreichten wir schließlich die eigentliche Klosteranlage.

23 - Eingang - Kloster Weltenburg

24 - Vor dem Kloster Weltenburg

An der Ecke des Gebäudes waren die Pegelstände der Donau bei Hochwasser verewigt.
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22 - Hochwassermarken - Kloster Weltenburg

Im Innenhof fanden wir einen großen Biergarten vor, der aber zu dieser kalten Jahreszeit verwaist da lag. Wir wir später aber erfuhren, ist im späteren Frühjahr und im Sommer die Hölle los und es werden häufig mehr als 20.000 Speisen am Tag serviert.

25 - Biergarten - Kloster Weltenburg

Während sich die Organisatoren darum kümmerten, dass wir unsere angekündigte Brauereiführung bekamen, wandten wir uns der Klosterkirche zu, die angeblich einen Blick wert war.

26 - Klosterkirche Weltenburg

Und wir wurden nicht enttäuscht, denn im Inneren fand sich eine barocke Prachtkirche, die ihresgleichen suchen dürfte.

27-Klosterkirche-Weltenburg---Innenraum

Und auch die Deckenfresken konnten sich wirklich sehen lassen – als Protestant aus dem Norden vergisst man schnell wie prächtig die katholischen Götteshäuser ausgestattet sein können.

28 - Klosterkirche Weltenburg - Deckengemälde

Nach unserem Besuch in der Klosterkirche wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und die Brauereiführung konnte beginnen. Zuerst wurde uns ein kurzer Film vorgeführt, der uns eine kurze Einführung in die Geschichte der Klosterbrauerei gab. Anschließend begann die eigentliche Führung durch die relativ kleine Brauereianlage des ehemaligen Klosters.

29 - In der Klosterbrauerei Weltenburg

Unser Fremdenführer erläuterte uns dabei nicht nur detailliert wie der eigentliche Brauvorgang durchgeführt wird, sondern auch dass das hiesige Bier wiederholt Preise in nationalen und internationalen Brauerei-Wettkämpfen gewinnt. Da daher die Nachfrage entsprechend groß ist, wird die hiesige Brauerei regelmäßig durch die Stiftsbrauerei Regensburg unterstützt.
Nach zwei Dritteln der Führung ließen wir uns in einem kleine Schankraum nieder, wo wir alle eine Probe des hiesigen hellen Pils-Biers erhielten.

30 - Aufsteller -  Klosterbrauerei Weltenburg

Sehr lecker und süffig muss ich sagen, es ist wirklich verständlich dass dieses Bier immer wieder Preis gewinnt. Zum Abschluss gingen wir in den sogenannten Felsenkeller

31 - Felsenkeller - Klosterbrauerei Weltenburg

wo wir noch einmal eine ungefilterte Probe des aktuell reifenden Asam-Bockbiers erhielten.

32 - Ausschank Asam-Bock - Klosterbrauerei Weltenburg

Das dunkle, ungefilterte Bier war mit ein paar Flocken der verbliebenen Hefe durchsetzt, aber der Geschmacks war auch hier wirklich vorzüglich. Leider habe ich versäumt dies auf einem Foto zu bannen.
Danach war die Führung auch schon beendet und wir trafen uns wieder mit der zweiten Gruppe im Hof der Klosterbrauerei. Nach einem kurzen Ausflug an den Donaustrand und einem Gruppenfoto dort, gingen wir zurück zum Schiff und machten uns auf den Rückweg nach Kelheim.

33 - Abfahrt vom Kloster Weltenburg

Inzwischen waren die Wolken etwas aufgeklart, so dass wir jetzt deutlich bessere Lichtverhältnisse hatten als bei unserer Anreise. Daher konnte ich es nicht unterlassen, den Römerfelsen noch einmal auf digitalem Film zu bannen.

34 - Römerfelsen - Donau bei Weltenburg

Außerdem konnten wir einen Blick auf die beiden Felsspitzen erhaschen, die auf etwa halben Weg aus dem dichten Wald hervorlugten und den Namen Peter und Paul tragen.

35 - Felsspitzen Peter und Paul - Donau zwischen Kelheim & Kloster Weltenburg

Da wir jetzt mit der Fließrichtung der Donau fuhren, kam das Schiff deutlich schneller voran als bei der Hinfahrt. So war es nicht verwunderlich dass auch bald schon die Befreiungshalle wieder am Horizont auftauchte.

36 - Blick auf die Befreiungshalle Kelheim

Schließlich erreichten wir auch schon Kehlheim und legten sicher am Ufer an, einige Meter hinter der Stelle an der wir losgefahren waren.

37 - Anlegen in Kehlheim

Nachdem das Schiff vertäut war konnten wir das Schiff verlassen und uns auf den Rückweg zum Dormero Hotel machen, wo inzwischen unsere Zimmer auf uns warten sollten.

38 - Donautor Kelheim

39 - Dormero Hotel Kelheim

Natürlich bildete sich eine Warteschlange an der Rezeption, doch die Hotelangestellten hatten alles organisatorisch bereits gut vorbereitet und mit Namen versehene Briefchen mit den Schlüsselkarten für die Zimmer vorbereitet, so dass alles angenehm schnell von statten ging.
Ich hatte ein Zimmer im ersten Obergeschoss und war mehr als nur positiv überrascht, als ich mein Reich für eine Nacht betrat.

40 - Doppelbett - Dormero Hotel Kelheim

41 - Schreibtisch & Sofa - Dormero Hotel Kelheim

44 - Fernseher - Dormero Hotel Kelheim

45 - Schrank & Flur - Dormero Hotel Kelheim

Das Zimmer war wirklich riesig, lichtdurchflutet und gut eingerichtet. Außerdem hing ein riesiger Flachbildfernseher an der Wand. Bad und Toilette lagen getrennt jeweils links und rechts des kurzen Flurs.

43 - Dusche & Bad - Dormero Hotel Kelheim 42 - Toilette - Dormero Hotel Kelheim

Nachdem wir alle unsere Zimmer bezogen und uns frisch gemacht hatten, trafen wir uns erneut vor dem Hotel, um uns auf den Weg ins Weisse Bräuhaus innerhalb der historischen Innenstadt von Kelheim zu machen, wo wir unser Abendbrot zu uns nehmen wollten.

46 - Weisses Bräuhaus - Kelheim

47 - Weisses Brauhaus - Kelheim

Leider versäumte ich Fotos von der wirklich sehr sehenswerten Innenstadt dieses kleinen bayrischen Städtchens mit seinen gerade mal 16.000 Einwohnern zu machen, denn die alten Häuser dort wirkten wirklich sehr malerisch, vor allem am Ludwigsplatz.
Wir betraten also das Weisse Bräuhaus durch einen Seitenflügel, wo wir in ein Gewölbe geführt wurden, das meinen Kollegen und mir exklusiv zur Verfügung stehen sollte.

48 - Im Weissen Brauhaus - Kelheim

Nachdem wir unsere ersten Getränke bestellt hatten, machten wir uns daran die ausliegenden Speisekarten zu studieren. Das Angebot war typsich deutsch-bayrisch und erstreckte sich vom Schnitzel über Suppen, Geflügel- und Fischgerichte bis hin zu verschiedenen Salatzubereitungen. Mir gefielen gleich mehrere der Angebote, ich entschied mich aber am Ende für den Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln und Beilagensalatteller. Dass die Bedienung mich fragte, ob ich meinen Zwiebelrostbraten englisch, medium oder durch wollte, wunderte mich dabei etwas, aber ich entschied mich einfach mal für Medium – da konnte man nicht viel falsch machen.

Da wir viel miteinander redeten, kann ich gar nicht sagen wie lange es dauert, bis schließlich die Gerichte serviert wurden, gefühlt ging es aber angenehm schnell.

49 - Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln - Weisses Brauhaus - Kelheim
50 - Salatteller - Weisses Bräuhhaus - Kelheim

Die Bratkartoffeln waren zwar nur einfach und mit einigen wenigen zusätzlichen Zwiebeln zubereitet, erwiesen sich aber als wunderbar knusprig und wohlschmeckend. Nur die wenigen die in der kleinen Portion der hellen, mild-würzigen Sauce lagen waren ein wenig vollgesogen, aber darüber konnte man hinwegsehen. Das Highlight war aber natürlich das Fleisch, das sich als wunderbar zart und saftig erwies. Es war zwar eher medium-done als medium, aber das änderte nichts daran dass es wirklich köstlich war.

51 - Zwiebelrostbraten - Medium - Weisses Bräuhaus Kelheim

Die Zwiebeln, welche das angenehm große Stück Rindfleisch in einem wahren Berg krönten, sahen mir allerdings eher nach Fertigware aus, aber geschmeckt hat der Zwiebelrostbraten natürlich dennoch vorzüglich. Und auch am bunt gemischten Salatteller mit seinem Öl-Essig-Kräuterdressing gab es nichts auszusetzen. Mit fasz 18 Euro kein billiger Spaß, aber hin und wieder geht das schon einmal. 😉
Nach Ende unseres Besuches im Bräuhaus gingen wir zurück zum Hotel, wo sich die meisten noch einmal in der SonderBar trafen, den zum Hotel gehörigen Bar im 3ten Obergschoss, wo auch ohne die Teilnehmer unseres Meetings bereits einiges los war. Hier wurde bis kurz nach Mitternacht noch etwas socializing betrieben und das eine oder andere alkoholische Getränk konsumiert, bevor wir uns schließlich auf unsere Zimmer begaben und uns zur Ruhe legten. Morgen um 9:00 Uhr sollte es weiter gehen und davor wollten die meisten auch noch frühstücken.
Ich schlief wirklich vorzüglich in dem großen Bett und wachte am nächsten Morgen gut erholt und früh genug auf, so dass ich mich noch ausgiebig duschen und frisch machen konnte, bevor ich mich ins Erdgeschoss in den Frühstücksraum begab. Hier wurde das üblich kontinentale Frühstück angeboten: Es gab Brot, Brötchen, Marmelade, Aufschnitt, Obst, Rührei, Bacon und Würstchen. Und wie bei solchen Hotelbesuchen für mich üblich hielt ich mich wieder vor allem an Rührei mit Speck und Würstchen – sie sind einfach meine Favoriten in fast jedem Hotel.

52 - Frühstück - Dormero Hotel Kelheim

Nach dem Frühstück fand eine Firmenveranstaltung statt, die zwar äußerst amüsant und interessant war, über die ich hier in der Öffentlichkeit aus wohl verständlichen Gründen nicht weiter berichten möchte. Nach dem Veranstaltung und vor der Rückreise durften wir noch einmal in die vorher als Frühstücksräume genutzte Lokalität zurückkehren, wo man uns noch eine kleines Mittagsbuffet für die Stärkung vor der Rückreise anbot. Das nahmen wir natürlich gern in Anspruch. Ich nahm mir etwas Mailänder Spaghetti, Schweinefleisch, ein Stück Fischfilet und eine Wirsing-Speck-Gemüsemischung.

53 - Vom Mittagsbuffet - Dormero Hotel Kelheim

Das Schweinefleisch war etwas trocken, aber ansonsten ein schmackhaftes Mittagessen, das ich mit je einem kleinen Gläschen Schoko- und Vanillemousse schmackhaft abschloss. Anschließend machten wir uns über A93 und A9 auf den Rückweg nach München. Abgesehen von einem Stück zähfließenden Verkehr kurz vor dem Ziel kamen wir schnell und störungsfrei durch, so dass wir um kurz nach 14:30 Uhr schließlich am Ausgangspunkt ankamen und das interessante Wochenende so erfolgreich beenden konnten.