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Ausflug nach Rotenburg & Pizza Sofia [22.08.2020]

Saturday, August 22nd, 2020

Aufgrund einer anstehenden Feier am Sonntag begab ich mich am heutigen Samstag nach langer Pause mal wieder in meine alte Heimat nach Nordhessen. Mit dem Zug wäre das leider zu teuer gewesen, da hätte eine Strecke ca. 90 Euro gekostet, das war einfach zu viel Daher fuhr ich mit dem Auto und kam – abgesehen von einigen kurzen Stellen mit etwas zäh fließendem Verkehr gut durch. Ein paar Mal passierte ich Regengebiete mit Platzregen, das Wetter in meinem Zielgebiet im nördlichen Landkreis Hersfeld-Rotenburg war war aber trocken und angenehm warm. Ursprünglich wollte ich bei einem guten Freund übernachten, doch leider war dieser kurzfristig im Krankenhaus gelandet und ich musste mir eine Alternative suchen und hatte mit dem einer Pension nahe der Alten Brücke in der Brückengasse in Rotenburg eine günstige und vor allem verfügbare Alternative. Die Altstadt von Rotenburg ist ja sowieso eine Perle der Fachwerkarchitektur und die meisten Häuser hier stehen auch unter Denkmalschutz. Diese Alte Brücke, die der Pension ihren Namen gibt, zwischen Rotenburger Alt- und Neustadt wurde 1882 nahe des alten Landgrafenschlosses errichtet und war die erste Verbindung über die Fulda und ersetzte die vorher bestehenden Fährverbindungen. Das originale Bauwerk wurde 1945 beim Einmarsch der Amerikaner zwar gesprengt, aber wenig später wieder Orginalgetreu aufgebaut. Erst 1968 wurde sie durch eine Auto- und verkehrs- und autogerechtere neue Brücke ein wenig weiter flußabwärts ersetzt. Heute liegt sie in einer verkehrsberuhigten Zone in der malerischen Innenstadt von Rotenburg.

Gästezimmer zur Alten Brücke - Rotenburg Rotenburg an der Fulda - Alte Brücke / Old Bridge
Links: Pension Gästezimmer zur alten Brücke – Rechts: Alte Brücke Rotenburg

Die Pensionswirtin empfing mich freundlich und zeigte mir sogleich mein Zimmer im zweiten Stock. Der Weg dorthin führte aber über zwei Steile Treppen, so wie eben in solchen alten Häusern vorkommen.

Gästezimmer zur Alten Brücke - Rotenburg - Treppen / Staircase

Das Zimmer war einfach, aber gemütlich mit einem Doppelbett, einem kleinen Schreibtisch mit Stuhl und Flachbild-Fernseher darauf und einem kleinen Kleiderschrank im Landhausstil.

Gästezimmer zur Alten Brücke - Rotenburg - Zimmer Bett / Room bed Gästezimmer zur Alten Brücke - Rotenburg - Schreibtisch / Desk
Links: Bett – Rechts: Schreibtisch & Fernseher

Außerdem gehört ein auf der anderen Seite des Flur liegendes, riesiges Bad mit geräumiger Dusche, Waschbecken und Toilette dazu, das ich exklusiv nutzen konnte.

Gästezimmer zur Alten Brücke - Rotenburg - Badezimmer / Bathroom

Und der Preis von 35 Euro ohne und 42 Euro mit Frühstück bei Einzelbelegung pro Person fand ich auch absolut akzeptabel. Ich wählte die Variante mit Frühstück, denn ich wusste dass es morgen erst nach der eigentlichen Feier um die Mittagszeit wieder etwas zu essen geben würde.
Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, machte ich in der Dämmerung noch einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt. Seit meiner Kindheit hat sich hier wirklich viel verändert und alles was ich sehen konnte zum besseren. Man hat inzwischen das touristische Potential der Innenstadt erkannt und die Gebäude entsprechend renoviert. Wirklich sehr sehenswert.
Schließlich bekam ich noch Hunger – ich hatte für den Weg nur ein belegtes Brot mitgenommen gehabt – und ließ mich im Ristorante Pizzeria Rialto gleich um die Ecke bei meiner Pension nieder. Trotz Coronakrise war die Location wirklich gut besucht, draußen auf der kleinen Terasse waren alle Tische belegt bzw. reserviert, so dass ich mich an einen kleinen Tisch im Gastraum niederlassen musste – was bei dem schönen Wetter ein wenig Schade war. Aus der Karte wählte ich nach kurzer Durchsicht für eine Pizza mit Namen Sofia, die mit Salami und Schinken belegt sein sollte und preisliche mit 7 Euro gut in mein Budget passte. 😉 Und nach kurzer Wartezeit wurde sie auch schon serviert.

Pizza Sofia - Ristorante Rialto

Dazu gab ein Gläschen Bitburger Pils.

Bitburger Pils

Was bei der Pizza als erstes auffällt, dass man hier den Käse oben auf und nicht, wie in Italien üblich, auf die Tomatensauce gestreut. Dafür war der Pizzaboden aber wunderbar knusperig-dünn, die Tomatensauce mit ihren Kräutern erwies sich als angenehm fruchtig-würzig und auch bei Belag selbst hatte man nicht gespart. Dazu noch eine überaus großzügige Menge Käse. Im Grunde genommen sehr lecker, allerdings waren Salami und Schinken zusammen für meinen Geschmack etwas zu salzig geraten. Aber dank des Bierchens war das kein allzu großes Problem. 😉
Danach ging ich zurück in die Pension und legte mich auf Bett, wo ich noch kurz den Fernsehen anschaltete, aber dann doch bald einschlief. Das war auch gut so, denn ich musste am nächsten Tag ja früh raus – ich hatte das Frühstück für 8:00 Uhr bestellt – und das an einem Sonntag…

Ausflug nach Österreich – Bergisel-Schanze, Wirtshaus Nattererboden & Fackelwanderung [07.09.2019]

Sunday, September 8th, 2019

Trotz der kleinen Party gestern Abend war ich am Morgen gut aus dem Bett gekommen und konnte eine ausgedehnte Dusche nehmen bevor ich mich zum Frühstück begab. Ärgerlich dabei war, dass der Seifenspender in der Dusche leer war – das hätte in einem vier Sterne Hotel nicht passieren dürfen – doch glücklicherweise hatte ich Ersatz. Im Frühstücksraum waren, obwohl es nicht einmal 8:00 Uhr war, bereits viele meiner Kollegen am Speisen und nutzten dabei das umfangreiche Frühstücksangebot des Hotels, das von Obst über Müsli, verschiedene Aufschnittsorten aus Wurst und Käse, Marmeladen, Brötchen alles Art bis hin zu gekochten und gerührten Eiern, Speck und Würstchen alles bot, was das Herz begehrte. Wir jedes Mal wenn ich in einem Hotel frühstücke, galt mein erster Griff zu Rührei, Speck und Würstchen.

30 - Rührei, Speck & Würstchen - Frühstück - Hotel das MEI - Mutters

Na ja, leider waren alle drei Komponenten trotz Aufbewahrung unter der Warmehaltelampe nur noch maximal lauwarm, außerdem hätte der Bacon für meinen Geschmack etwas knuspriger sein können und bei Frühstückswürstchen bevorzuge ich Mini-Bratwürste und keine Frankfurter wie hier.

31 - Körnerbrötchen, Schinken & Lachs - Frühstück - Hotel das MEI - Mutters

Für die zweite Fuhre griff ich zu einem Kürbiskernbrötchen, etwas Räucherlachs und Kochschinken. Daran gab es absolut nichts auszusetzen.
Nach dem Frühstück holte ich mir noch meinen Rucksack und dann ging es zum Bus, der uns nach Innsbruck brachte. Hier stoppten wir vor einem Gebäude welches das Tiroler Kaiserjägermuseum, die Andreas Hofer Galerie sowie die Tiroler Ehrenhalle beherbergt, das aber geschlossen schien.

32 - Kaiserjägermuseum Innsbruck

Das war aber auch nicht unser Ziel. Bevor es weiter ging, nutzten wir den Blick von der davor liegenden Terasse, um einen ersten Eindruck der Stadt Innsbruck zu bekommen.

33 - Blick über Innsbruck

Eigentlich verschwendete Zeit und Mühe, denn da wo wir hin wollten sollten wir einen weitaus besseren Blick über die Stadt haben. Vorbei am Tirol Panorama, von dem ich leider kein Bild habe erreichten wir etwas weiter schließlich ein riesiges Denkmal für diesen Andreas Hofer.

34 - Andreas Hofer Statue

Für die Nicht-Tiroler unter uns sei an dieser Stelle angemerkt, dass Andreas Hofer ein Tiroler Gastwirst, Wein- und Pferdehändler aus dem 18. Jahrhundert war, der sich besonders im Kampf zuerst gegen die Bayrische Besetzung Tirols nach dem Pressburger Frieden 1805/06 und später gegen die Französische Besetzung unter Napoleon hervorgetan hatte. Napleon ließ ihn 1810 hinrichten und spätestens seit dem gilt er als DER Volksheld Tirols und wird vor allem von den deutschsprachigen Tirolern sehr verehrt. (Quelle: Wikipedia).

35 - Kaiser Franz Josef Statue

Wieder ein Stück weiter in einer Ecke findet sich eine deutlich kleinere Statue des letzten großen Monarchen das Landes, Kaiser Franz Joseph I. Mit seinem Tod ging die Zeit der Großmacht Österreich-Ungarn nach dem verlorenen ersten Weltkrieg zu Ende, nachdem das Attentat auf seinen Sohn und Nachfolger Franz-Ferdinand in Sarajevo diesen Krieg erst ausgelöst hatte. Auf weitere geschichtliche Erläuterungen verzichte ich hier aber mal. 😉
Von diesem Platz aus konnten wir auch den ersten richtigen Blick auf unser eigentliches Ziel werfen: Die Bergisel Skisprungschanze am gleichnamigen Berg im Süden Innsbrucks.

36 - Tiroler Haus & Erster Blick Bergisel

Nach einigen weiteren hundert Meter Fußmarsch über eine Treppe und eine kleine Steigung standen wir schließlich vor dem Eingang der Bergisel-Schanze, die als eines der vielen Touristenattraktionen ist.

37 - Eingang zur Bergisel Schanze

Ein einheimischer Fremdenführer nahm uns hier in Empfang und brachte uns ins Innere, wo wir endlich einen ungetrübten Blick auf die Schanze selbst mit dem Landebereich der Springer,

38 - Bergisel Schanze - Landebereich

die Zuschauertribünen

39 - Bergisl Schanze - Zuschauerbereich

sowie den Auslaufbereich, in dem die Skispringer ihre Fahrt verlieren, werfen konnten.

40 - Bergisel Schanze - Auslaufbereich

Bereits hier unten wurden wir nun mit Informationen über die Geschichte dieser dieser Schanze überflutet. Ursprünglich gab es hier wohl eine natürliche Sprungschanze, die später mit einem Anlaufturm versehen wurde. Für die Nordischen Skiweltmeisterschaften 1933 wurde sie komplett umgebaut, stürzte 1941 aber zusammen und wurde danach komplett abgerissen wurde. Nach dem Krieg wurde die Schanze nach den ursprünglichen Plänen wieder aufgebaut und ab 1952 für die Vierschanzentournee genutzt. Für die Olympischen Spiele in den Jahren 1964 und 1976 wurde die Schanze wieder jeweils komplett um- und ausgebaut. Die heutige Konstruktion wurde von der in London ansässigen irakischen Architektin Zaha Hadid geplant und für das 50jährige Jubiläum der Vierschanzentournee 2002 realisiert und 2003 endgültig fertiggestellt. Beim Bau wurde dabei bronzezeitliche Funde getätigt, deren Ausgrabungen den Bau noch einmal verzögerten, nicht aber ganz verhindern konnte.
Nach dieser Einführung in die Geschichte der Schanze, begaben wir uns zum Schrägaufzug an der linken Seite, um nach oben zu fahren.

41 - Bergisel-Schanze - Schanzenlift

42 - Bergisel Schanze - Schanzenlift - Nahaufnahme

Ein paar Kollegen wollten nicht warten und machten sich über die unter und neben dem Aufzug verlaufenden Treppen selbst nach oben zu steigen, trotz leichten Nieselregens. Ich selbst wäre wahrscheinlich halb tot gewesen, wenn ich das versucht hätte, daher wählte ich gemeinsam mit dem Rest der Mannschaft den Lift, der uns langsam, aber sicher und trocken vorbei an der Mittelstation mit ihrer eignen Haltestelle sicher und trocken bis ganz nach oben brachte.

43 - Im Schanzenlift - Bergisel Schanze - Unterer Abschnitt

44 - Im Schanzenlift - Bergisel Schanze - Obere Station

Aus der Nähe konnte man erst richtig realisieren, wie gewaltig dieses Turm eigentlich war. Fünfzig Meter Höhe klingt vielleicht nicht viel, aber wenn man darunter steht sieht es doch sehr imposant aus. 😉

45 - Bergisel Schanze - Turm - Nahaufnahme

Nachdem wir uns kurz unterhalb des Turms umgesehen hatten, fuhren wir mit dem Aufzug bis ganz nach oben wo sich noch über dem Restaurant die Aussichtsplattform befindet. Von hier hat man einen wunderschönen Blick über Innsbruck, der uns aber leider wieder durch die tiefhängenden Wolken über den gegenüberliegenden Gipfeln etwas vehagelt wurde.

46 - Blick über Innsbruck von der Bergisel Schanze

47 - Blick über Innsbruck 2 von der Bergisel Schanze

Der Fremdenführer war mit uns hier herauf gekommen und nutzte den Blick, um uns auch noch etwas die Schanze über Innsbruck selbst zu erzählen. So ist die Bergisel die einzige Schanze weltweit, bei welcher der Skispringer beim Absprung freies Sichtfeld auf einen Friedhof, den Friedhof der Basilika Wilten, hat und dadurch an seine eigene Vergänglichkeit erinnert wird.
Nachdem wir den ersten Teil unserer Tour beendet hatten, begaben wir uns zur Mittelstation, wo man Seminarräume für uns vorbereitet hatte, in denen wir das eigentliche Firmenseminar abhielten. Wir waren ja nicht nur zum Vergnügen hier. Unterbrochen wurde das Ganze nur durch eine kleine Kaffepause, bei der Kuchen und kleine Häppchen gereicht wurden.

48 - Kaffepause in der Mittelstation - Bergisel Schanze

Nach Ende des Seminars war es auch schon Zeit für die Mittagspause, die im Turmrestaurant der Schanze stattfinden sollte. Von einem kleinen Seitenbalkon, der auch als Raucherinsel genutzt wurde, hatte man dort einen direkten Blick auf den eine Etage unter uns liegenden Sprungbereich der Schanze. Ich ahnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich noch deutliche näher dort heran kommen würde.

49 - Blick auf den Sprungbereich vom Turmrestaurant - Bergisel Schanze

Doch zuerst ging es mal an mittägliche Schlemmen, das mit einer Karottenschaumsuppe eingeleitet wurde.

50 - Karottenschaumsuppe - Restaurant Bergisel Schanze

Sehr sahnig, deutliches Karottenaroma aber trotz der Sahne auch sehr dünn – als Vorspeise aber ausreichend.
Als Hauptgericht standen ein vegetarisches Gericht, ein Hausgemachter Schlutzkrapfen mit brauner Butter und Parmesan oder Tiroler Geröst’l vom Tafelspitz mit Spiegelei und Schnittlauch zur Auswahl. Ich entschied mich natürlich für das Geröst’l.

51 - Tiroler Geröstel mit Tafelspitz & Spiegelei - Restaurant Bergisel Schanze

Wo soll ich anfangen? Die Bratkartoffeln hätten knuspriger sein können, während da Fleisch in Form des Tafelspitz teilweise wieder zu knusprig gebraten war. Und Eigelb des Spiegelei war leider nicht mehr flüssig, was ich schade fand, denn ich liebe es das Geröst’l mit dem zerlaufenen Eigelb als Saucenersatz zu garnieren. Aber das ist natürlich jammern auf hohem Niveau, denn es war prinzipiell gut, aber nicht perfekt.
Als Nachtisch gab es wieder einheitlich einen Becher Coup Dänemark aus Vanilleeis mit Milchschokoladensauce, Sahne und einer Waffel.

52 - Coup Dänermark - Vanilleeis & Schokoladensauce - Restaurant Bergisel Schanze

Gab es natürlich nichts daran auszusetzen. Ich fand nur die Verwendung von Milchschokolade in einer Schokoladensauce ungewöhnlich, in Deutschland ist man hier ja eher dunkle Schokolade gewöhnt. Aber wir waren ja auch nicht in Deutschland… 😉
Nach dem Mittagessen begaben wir uns alle eine Etage tiefer, wo man uns Zugang zum Allerheiligsten der Schanze gewährte: dem Absprunbereich. Und es wurde derzeit sogar trainiert, denn auch im Sommer und Herbst ist dieser Bereich dank vereisbarer Schienen und durch mit Wasser gesprengten Matten im Landebereich nutzbar. Ein ehemaliger Profispringer erwartete uns hier und erzählte uns einiges über den Skisprung selbst, die Ausbildung des Nachwuchs, die verschiedenen Arten und Sprungschanzen die es gibt: (von groß nach klein) Flugschanze, Großschanze, Normalschanze, Mittlere Schanze und Kleine Schanze. Bergisel ist eine Großflugschanze, von der nächste höheren Kategorie der Flugschanze gibt es nur 4 Exemplare in Planica in Slowenien, in Vikersund in Norwegen, am Kulm in Bad Mitterndorf in Österreich und schließlich noch die Heini-Klopfer-Skiflugschanze in Oberstdorf in Deutschland. Das Trainieren von Skiflugschanzen außerhalb des Wettbewerbs ist übrigens untersagt, da die Verletzungsgefahr durch Winde zu hoch ist. Profis trainieren auf Groß- und Normalschanzen, während der Nachwuchs auf kleineren und mittleren Schanzen lernt. Es gibt übrigens weniger als 700 aktive Profis der gesamten Welt, es handelt sich also um eine ziemliche Randsportart.
Während wir den Ausführungen lauschten, machte sich einer seiner jüngeren Kollegen etwas weiter unten bereit einen Sprung zu wagen.

53 - Bergisel-Schanze - Springer macht sich fertig 54 - Bergisel -Schanze - Springer macht sich fertig 2
55 - Bergisel-Schanze - Springer auf dem Balken 56 - Bergisel-Schanze - Auf dem Weg zum Sprung

Nach umfangreichen Ausführungen rund um die theoretischen und praktischen Gesichtspunkte des Skisprung-Sports durften wir hinunter zum sogenannten Schanzentisch, das ist der Bereich am Ende der Schanze von dem die Springer abheben. Dieser verläuft übrigens waagerecht, denn würde er nach oben geneigt sein, würden die Springer einen Salto machen und das im Skisprung nicht erwünscht. Bevor wir hinauf stiegen, konnten wir einen Blick auf die Matten im Landebereich werfen, die aus lauter Fransen zu bestehen scheinen – wahrscheinlich um im Sommer besseres Gleiten zu gewährleisten.

58 - Bergisel-Schanze - Matten im Landebereich

Hier befindet sich auch eine kleine Digitalanzeige, welche die Geschwindigkeit beim Absprung anzeigt.

57 - Bergisel-Schanze - Absprunggeschwindigkeit

Schließlich stiegen wir alle auf den Schanzentisch und verteilten uns, wobei wir ständig darauf hingewiesen wurden bloß nicht über die Absperrung zu greifen und dem Springer in den Weg zu kommen.

59 - Bergisel-Schanze - Sprungtisch

Wenig später rauschte Skispringer dann in einem beachtlichen Tempo an uns vorbei:

Wirklich sehr sehenswert und beeindruckend – unbedingt mit Sound ansehen.
Vom Schanzentisch fuhren wir wieder herunter bis in den Bereich der Zuschauertribünen, von wo aus wir noch einmal einen Sprung bis in den Landebereich hinein ansehen konnten.

So nah war ich bisher noch nie an so einem sportlichen Event – auch wenn es sich hier natürlich nur um Trainingssprünge handelte.
Der Springer kam dann noch einmal zu uns und beantwortete weitere Fragen.

60 - Erläuterungen vom Springer - Bergisel-Schanze

Und der Mann hatte wirklich Ahnung, das muss man ihm lassen. Von Konstruktionsmerkmalen der Skisprung-Skier über spezielle Kleidung, Polster in den Schuhen, spezielle Ski-Bindungen konnte er alle Unklarheiten beseitigen. Respekt – ein wirklicher Kenner.
Mit diesem Vortrag war unser Ausflug Bergisel-Schanze beendet. Wir begaben uns zurück zum Bus und wurden zurück ins Hotel gebracht, wo wir etwas mehr als eine Stunde Zeit hatten uns ein wenig frisch zu machen und auszuruhen.
Gegen 18:00 Uhr trafen wir uns vor dem Hotel und fuhren mit dem Bus aus dem oben liegende Mutters in das etwas weiter unten im Tal gelegene Natters, genauer in das dort gelegene Wirsthaus Nattererboden.

61 - Wirtshaus Nattererboden - Nattern

Dort wurden wir mit Sekt und Orangensaft begrüßt und durch die Wirtin willkommen geheißen. Sie erzählte etwas über die Geschichte das Gasthauses, deren Versuche nachhaltig zu wirtschaften, über den beim Renovierungsarbeiten entdeckten Brunnen, den wohl mal Jesuiten eines einstmals hier ansässigen Stifts gegraben hatten

62 - Jesuiten-Brunnen - Wirtshaus Nattererboden

und über die Tiere, die sie am zum Wirtshaus gehörenden Bauernhof hielten, darunter einige seltene Rassen und ein gerade wenige Wochen altes weißes Eselsfohlen. Dann lud sie uns ein die Tiere zu zu besichtigen.
Am Brunnen vorbei gingen wir zu einem kleinen Gatter neben dem man bereits Hasen und Meerschweinchen in einem umzäunten Gehege sehen konnte. Etwas weiter befand sich schließlich ein Stall mit Ziegen und Schafen.

63 - Ziegen & Schafe - Wirtshaus Nattererboden

Am Kopfende des kleinen Hofes sahen wir ein offenes Gatter, in dem sich zuerst zwei Wollschweine tummelten, von denen eins aber – wohl aus Furcht vor den Menschenmassen – schnell ins Scheuneninnere verschwand, während das andere, größere Tier seelenruhig weiter den Boden nach Futter absuchte.

64 - Wollschwein - Wirtshaus Nattererboden

In einem Stall, in dem sich auch Shetland-Ponys und Mulis herumtrieben, fanden wir dann schließlich auch das weiße Eselsfohlen mit seiner gleichgefärbten Mutter. Verständlicherweise hatten sie sich erst einmal in eine Ecke des Stalls zurückgezogen.

65 - Weißes Eselfohlen - Wirtshaus Nattererboden

Recht schnell verlor es aber seine Furcht und nährte sich, natürlich von der Mutter begleitet, den unbekannten Besuchern und ließ sich auch aus der Nähe betrachten.

66 - Weißes Eselfohlen 2 - Wirtshaus Nattererboden

67 - Weißes Eselfohlen 3 - Wirtshaus Nattererboden

Langsam wurden wir dann aber auch hungrig und begaben uns zurück ins Wirtshaus, um unsere dortigen Tische zu besetzen und Essen zu bestellen. Die Speisekarte war recht umfangreich und beinhaltete viele Interessante Gerüchte der lokalen Küche, aber der Gros entschied sich dann doch für das Angebot des Tages in Form eines Hirschbratens in Pilzsauce, den wir allerdings verschiedentlich variierten und mit Broccoli oder Rotkraut sowie Nudeln, Spätzle oder Semmelknödeln bestellten. Bis das Essen fertig war, sollte noch die eine oder andere kleine Vorspeise serviert werden.
Nachdem alle bestellt hatten, bemerkte irgend jemand dass das erste Mal seit unserer Ankunft in Tirol die Wolkendecke aufgebrochen war und man die umgebenden Gipfel sehen konnte, was viele von uns – mich eingeschlossen – noch einmal bewog für ein paar Schnappschüsse nach draußen zu gehen.

68 - Gipfelblick - Wirtshaus Nattererboden

69 - Gipfelblick 2 - Wirtshaus Nattererboden

Kurz nach unserer Rückkehr an den Tisch wurden dann auch schon die ersten Vorspeisen serviert: Zum einen ein Carpaccio vom Wild mit marinierten Pfifferlingen und Ruccola

70 - Caprpaccio vom WIld - Wirtshaus Nattererboden

Außerdem brachte man paniert gebackene Bovist-Pilze, die mit einer Art hausgemachter Remoulade serviert wurden. Außerdem gab es mehrere Schälchen frisch getoastetes Toastbrot.

71 - Panierter Bovist - Wirtshaus Nattererboden

Das musste ich natürlich alles probieren. 😉

72 - Vorspeise Bovist, Carpaccio & Toastbrot - Wirtshaus Nattererboden

Während ich den Bovist wirlich sehr schätzte, konnte ich mich mit dem Capraccio vom Wild nicht ganz so anfreunden. Meinen Kollegen schmeckte es vorzüglich und es blieb auch nichts übrig, aber mir sagte das leicht säuerliche Aroma, wohl von irgend einem Essig nicht so zu. Geschmäcker sind eben verschieden.
Nachdem die Vorspeisen abgeräumt waren, brauchten wir glücklicherweise nicht mehr allzu lange warten bis schließlich das Hauptgericht serviert wurde.

73 - Roast Venison with dumpling & mushroom sauce / Hirschbraten in Pilzsauce mit Semmelknödel - Wirtshaus Nattererboden

Eigentlich hatte ich zum Hirschbraten Rotkohl anstatt Broccoli bestellt, doch bevor ich mich beschweren konnte brachte man zusätzlich für alle noch riesige Schüssel Apfelrotkraut hinein uns stellte sie auf den Tisch, so dass sich jeder nach eigenem Gutdünken davon nehmen konnte.
Wie man sieht war das Hirschfleisch so sanft gegart, dass es innen noch schön rosa war, wobei das Fleisch sich als wunderbar zart erwies und regelrecht auf der Zunge zerfiel. Dazu gab es wunderbar knackig gedünstetes, frisches Broccoli, einen riesigen, sehr gelungenen Semmelknödel aber leider etwas wenig einer überaus leckeren Pilz-Sauce. Doch wenig später brachte man noch eine Schüssel mit weiterem Fleisch und viel Sauce, so dass man sich auch hier jederzeit Nachschlag holen konnte.
Ich war danach eigentlich mehr als nur satt, aber nicht alle an meinem Tisch schienen der selben Meinung, daher wurde noch eine große Portion frisch zubereiteter Kaiserschmarrn bestellt, der mit Fruchtkompott serviert wurde.

74 - Dessert Kaiserschmarrn - Wirtshaus Nattererboden

Nach dem Essen wurde noch ein wenig geschwätzt und gelacht, dann erwartete uns der lokale Führer für die geplante Fackelwanderung. Ich hatte ihn bereits mehrmals an der Bar des Wirshaus gesehen, wo er schon das eine oder andere Bierchen gezischt hatte. Daher war es nicht verwunderlich dass er bereits leicht einen im Tee hatte, als er uns vor dem Haus versammelte und mit leicht schwerer Zunge die Anweisungen zum Fackeln anzünden gab.

74 - Fackelwanderung

Scherzhaft schlossen wir insgeheim Wetten ab ob wir nicht vielleicht doch in Kufstein, Salzburg oder Linz landen würden, wenn wir ihm folgen würden. Natürlich durfte der Scherz nicht fehlen, dass Deutsche die einem österreichischen Führer folgen meist nichts Gutes erwartet. Aber das bitte ich im Nachhinein damit zu entschuldigen, dass wir ja auch nicht ganz alkoholfrei gespeist hatten. 😉 Entgegen allen wurden wir aber sicher und ohne Umwege direkt zurück zum Hotel gebracht, wo wir uns einen Wassereimer bringen ließen um die Fackeln zu löschen.
Leider war die kleine Bar im Nebengebäude, die wir gestern okkupiert hatten, heute durch eine Hochzeitsgesellschaft belegt. Daher zogen wir uns zum Abschluss des Tages in das Restaurant zurück, in dem auch am Morgen das Frühstück serviert worden war. Dort genossen wir noch das eine oder andere hopfenhaltige Kaltgetränk, aber man merkte allen an dass sie nach all der Lauferei etwas geschlaucht waren. Daher endete der Abend dieses Mal deutlich früher, kurz nachdem der Chef die Rechnung bezahlt und verkündet hatte, dass alle weiteren Getränke nun auf eigene Rechnung gehen. Doch trotz des für meinen Geschmack etwas zu schnellen Endes muss ich zugeben dass wir einen erlebnisreichen und lehrreichen Tag hatten.
Am nächsten Tag sollte der Bus um 9:00 Uhr zur Heimreise aufbrechen. Ich war bereits gegen 7:30 Uhr wach, duschte in Ruhe und ging dann zum Frühstück nach unten, wo bereits viele meiner Kollegen anwesend waren. Am Buffet war dieses Mal nicht so viel los, so dass ich mal ein paar Fotos schießen konnte, um dem geneigten Leser einen kleinen Überblick über das Angebot zu geben.

75 - Frühstücksbuffet - Hotel das MEI - Mutters

76 - Frühstücksbuffet 2 - Hotel das MEI - Mutters

Rein aus Gewohnheit begann ich mein Frühstück wieder mit meiner traditionellen Kombination aus Rührei, Bacon und Würstchen. Dieses Mal gab es aber zumindest was die Temperatur anging nichts auszusetzen. Wie man das Rührei allerdings so intensiv dunkelgelb bekommen hat erschloss sich mir nicht so ganz – keine Ahnung ob hier nicht doch Kurkuma oder irgend ein anderes Mittelchen verwendet worden war.

77 - Frühstück - Rührei, Speck & Würstchen - Hotel das MEI

Da wir eine lange Fahrt vor uns hatten, wollte ich mich natürlich entsprechend stärken und nahm mir noch einen zweiten Teller, dieses Mal mit einem Laugenbrötchen, etwas Salami sowie Kochschinken.

78 - Frühstück 2 - Laugensemmel, Salami & Kochschinken - Hotel das MEI

Nachdem wir ausgecheckt hatten, begaben wir uns durch einen Nieselregen zum Bus und machten uns auf den Heimweg. Und der Regen schien keinen Moment nachzulassen während wir über Kufstein und den ehemaligen Grenzübergang Kiefersfelden nach Deutschland zurückkehrten und uns nach einem kurzen Zwischenstop an der Raststätte Irschenberg schließlich München nährten. Zwar wurde der Verkehr kurz vor München noch mal etwas dichter, aber ansonsten verlief die Fahrt Ereignislos, so dass ich diesen Bericht mit unserer Ankunft an dem Ort wo wir gestartet waren und an dem unsere Autos auf uns warteten beenden kann. Ein interessanter, lehrreicher und lustiger Ausflug der mich mit einem gewissen Maß an Vorfreude auf das nächste Offsite Meeting enden lässt, über dessen Einzelheiten bestimmt auch dieses Mal bis zum letzten Moment stillschweigen bewahrt werden wird.

Ausflug nach Österreich – Anfahrt, RachKuchl-Hütte & Hotel [06.09.2019]

Sunday, September 8th, 2019

Am heutigen Freitag stand mal wieder unser halbjährliches Offsite-Meeting an, das mich in der Vergangenheit ja bereits zur Weinleise im Rheingau, in den Spessart oder nach Kelheim und ins Kloster Weltenburg geführt hatte. Dieses Mal hatten unsere Kollegen aus der Niederlassung in Österreich das Offsite ausgerichtet und wir durften gespannt sein was uns erwarten würde, denn das wird nie im Voraus verraten.
Am fortgeschrittenen Nachmittag traf ich mich also mit all meinen Kollegen die mitfuhren – leider bei leichtem Nieselregen – vor dem Haupteingang des Firmengebäudes um dort auf den Bus zu warten, der uns und die Kollegen anderer Niederlassungen nach Österreich bringen würde. Mit geringer Verspätung kam dieser dann auch, wir begrüßten die bereits im Bus sitzenden Kollegen und nach einer kurzen Pause ging es weiter in Voralpenland und in Richtung Österreich.

01 - Voralpen in Wolken

Am Rasthof Irschenberg machten wir, weiterhin bei Nieselregen, noch einen kurzen Zwischenstop um zu Tanken, uns eine Vignette für die österreichische Autobahn zu kaufen und dem Busfahrer, der ja bereits seit Frankfurt fuhr, seine verdiente und vorgeschriebene Pause zu gönnen. Nach weiteren eindreiviertel Stunden Fahrtzeit erreichten wir schließlich die kleine Ortschaft Vomp am Vomperberg, wo wir die Hauptstraßen verließen und uns die schmalen Straßen am Vomperberg hinauf auf die Alm kämpften.

02 - Bergbauernhof in Vomperberg

Die schmalen Straßen hier erlauben kaum zwei normalen PKWs das aneinander vorbei kommen und mit einem Bus mittlerer Größe erwies sich das als noch komplizierter. Dazu kommen teilweise wirklich steile Streckenabschnitte. So kam es wie es kommen musste: Das vollbeladene Bus kam an einem besonders abschüssigen Hügel nicht mehr weiter und wir mussten aussteigen und das letzte Stück laufen. Wie man uns berichtete hätte man von dort aus auch einen wunderbaren Blick auf den Weerberg und die angrenzenden Gipfel auf der anderen Seite des Tals gehabt, aber da das Wetter es leider nicht gut mit uns meinte, sahen wir leider nur wolkenverhangene Hänge.

03 - Weerberg im Wolkenschleier

Dafür kamen wir aber an einem fast schon verwunschen in einem Park gelegenen kleinen Pyramidenhäuschen und zahlreichen traditionellen Berghöfen vorbei.

04 - Pyramidenhäuschen

05 - Am Vomperberg

Über eine schmale ansteigende Straße

07 - Anfahrtsweg zur Rachkuchl

erreichten wir schließlich unser erster Ziel in Österreich: Die RachKuchl – eine kleine Berghütte oberhalb der Ortschaft Vomp, die man also Veranstaltungsort mieten kann. Und genau dies hatten meine österreichischen Kollegen getan.

06 - Rachkuchl Hütte

Ich glaube sie gehört zur Rödelhütte, einem größeren Bauernhaus das direkt oberhalb der Hütte gelegen ist, aber sicher bin ich nicht.

08 - Rödelhütte Vomperberg

Nachdem alle eingetroffen waren, kam eine kleine Blaskapelle aus der Hütte uns spielte zur Begrüßung erst einmal etwas ortstypische traditionelle Blasmusik.

09 - Begrüßungsständchen - RechKuchl

Sie sollte uns auch den Rest des Abend weiter begleiten, saß dabei an einem der Tische innerhalb der Hütte und unterhielt uns immer wieder mit dem einen oder anderen Stück traditioneller Tiroler Blasmusik.
Das Innere der Hütte war einfach, aber gemütlich eingerichtet. Es gab einen größeren Tisch mit Sitzbank und Stühlen sowie mehrere kleinere Tische bei denen mit Fellen belegte Holzstämme als Sitzgelegenheiten bestückt waren. Über den Tischen hingen mit LED-Birnen ausgestattete Petroleumlampen, die mehr als genug Licht spendeten.

10 - Beleuchtung - RachKuchl

Außer für den einen großen und drei kleine Tische war nur noch Platz für eine Bar, die mit Kerzen auf der obersten Stiege stilvoll beleuchtet wurde.

11 - Bar - RachKuchl-Hütte

Wobei ich auch hier glaube, dass diese Kerzen nicht brannten, sondern innen ebenfalls mit LEDs ausgestattet waren. Ansonsten wäre die Brandgefahr wohl etwas zu groß gewesen. 😉
Nachdem wir mit Getränken versorgt worden waren, wurde aus der kleinen Küche hinter der Bar auch schon das Essen serviert. Und auch hier hatte man sich etwas ausgedacht, das gut zur Lokation passte. An jedem Tisch standen Tischgrills bereits, die ganz oben über eine Ablagefläche verfügten, auf das man eine Schale mit einer bunten Auswahl an Grillgut stellte.

12 - Fleisch zum Grillen - RachKuchl

Es gab Filetstücke von Rind. Schwein und Hähnchen sowie eine Schale mit marinierten Garnelen. Aus dieser Schale konnte der Gast sich nehmen was er wollte uns es auf den direkt darunter liegenden Grill legen

13 - Grill unterm Fleisch - RachKuchl

14 - Nahaufnahme Grill - RachKuchl

und es nach eigenem Gutdünken so lange grillen wie er wollte. Beheizt wurde das ganze durch kleine Brennschälchen, die sich unterhalb der Grillplatte befanden.

17 - Beheizung Grill - RachKuchl

Dazu gab es noch Salate, Gemüse, Kräuterbaguette, hausgemachte Pommes Frites und verschiedene Saucen, des weiteren standen Glasschälchen mit Salz, Pfeffer und einer Art Curry am Tisch bereit um das Fleisch zu würzen.

15 - Salat - RachKuchl

16 - Gemüsebeilage - RachKuchl

War etwas alle, gab es alsbald Nachschub, so dass wir über einen längeren Zeitraum schlemmen konnten, während wir in unsere Tischgespräche vertieft waren und die Blaskapelle am Nebentisch dazu hin und wieder aufspielte.

18 - Grillfleisch & Beilagen - RachKuchl

Doch irgendwann ging auch dieser Abend zu Ende und wir setzten uns wieder in den Bus, der inzwischen auf eine andere, weniger Steile Straße seinen Weg bis vor die Hütte gefunden hatte. Unser nächster weg führte uns in unser Hotel.
Es war bereits fast 22:30 Uhr als wir endlich im Hotel Das MEI in der Ortschaft Muttern in Tirol ankamen, einem gerade frisch renovierten vier Sterne Hotel mit schöner Hanglage und Alpenblick – zumindest wenn man auf der richtigen Gebäudeseite wohnte. 😉

19 - Hotel das Mei - Muttern

Dank Quick-Check-In erhielten wir schnell unsere Zimmerkarten. Die Raumkategorien hier im Hotel trugen dabei so malerisch klingende Namen wie “Koi”, “Waldzauber”, “Heimatliebe”, “Almrose” oder “Panda”, wobei Panda oder Koi wegen der Wortwahl aber etwas seltsam für Tirol erschien. Aber wie es schien wird das Hotel von einer asiatischen Gruppe betrieben, was dann auch diese Bezeichnungen verständlicher macht.
Über eine Treppe und durch einen langen Flur

20 - Flur - Hotel das Mei - Muttern

erreichte ich schließlich mein Zimmer der Koi-Kategorie – leider nicht mit Alpenblick, sondern mit Blick auf einen Hang mit darüber liegenden Bauernhof. Aber das Zimmer selbst konnte sich durchaus sehen lassen.

21 - Zimmer & Bett - Hotel das Mei - Muttern 22 - Bett - Hotel das Mei - Muttern

Ein schönes, großes Doppelbett mit darüber angebrachter Lichtleiste nahm den meisten Bereich des Raumes ein.

23 - Kleiner Schreibtisch - Hotel das Mei - Muttern 24 - FlatTV - Hotel das Mei - Muttern

Direkt neben der Tür befand sich ein kleiner Schreibtisch, auf dem sich neben Informationsmaterial auch ein frischer Apfel, eine Karaffe mit stillem Wasser und eine kleine Schreibtischlampe befand. Daneben war, fast genau gegenüber des Fußende des Bettes, ein Flachbildschirm an der Wand befestigt.

25 - Schrankecke mit Spiegel - Hotel das Mei - Muttern

Gegenüber des Schreibtischs an der Wand in Richtung Flur befand sich ein Kleiderschrank mit kleinem Safe und zusätzlichen Handtüchern darin, außerdem eine kleine Minibar mit zwei Flaschen Bier und einer Flasche spritzigen Mineralwassers und im Neunzig-Grad-Winkel dazu ein großer, fast bis zum Boden reichender Spiegel.

26 - Bad - Hotel das Mei - Muttern
27 - Toilette & Handtuchwärmer - Hotel das Mei - Muttern 28 - Dusche - Hotel das Mei - Muttern

Das Bad war ein weiteres kleines Highlight des kleinen, aber sehr wohnlichen Raums. Getrennt durch eine Milchglasscheibe mit Schiebtür fand sich dort erst einmal ein stilvolles Waschbecken mit viel Ablageflächen links und rechts, großem Spiegel, Rasierspiegel und dem üblichen Zubehör wie Handtüchern. Auf eingepackte Seifen oder ähnliche Sachen hatte man verzichtet, statt dessen gab es einen fest installierten Seifenspender an der Wand. Neben dem Waschbecken fand sich der Handtuchwärmer und gleich daneben die kleine, saubere Toilette. Ganz link schließlich, durch eine weitere Glaswand getrennt, war schließlich die Dusche installiert. Sie bestand aus einem frei beweglichen kleineren Duschkopf und einem großen starren Duschkopf in der in der Zimmerdecke installiert war, den ich aber leider nicht auf dem Foto abgelichtet habe. So schön diese Riesenduschköpfe in der Zimmerdecke ja auch sind, haben sie einen großen Nachteil: Wenn man sie aktiviert wird man erst einmal mit einem Schwall kalten Wassers übergossen, das noch den Leitungen gestanden hat bevor schließlich das warme Wasser kommt. Daher bin ich kein allzu großer Freund davon, aber stylisch war das Bad allemal.

29 - Balkon - Hotel das Mei - Muttern

Gegenüber der Tür war schließlich noch ein breites Fenster mit verriegelbarer Schiebetür, das auf einen kleinen Balkon mit zwei Sitzgelegenheiten, einem Tisch und einem Aschenbecher führte.
Nachdem alle ihre Zimmer bezogen und sich frisch gemacht hatten, trafen sich die Kollegen die wollten und nicht zu Müde waren schließlich noch in einer kleinen Hotelbar im Nebengebäude und wir ließen den Abend bei dem einen oder anderen Bierchen oder anderem Getränken gemütlich ausklingen. Allzu lange konnten wir allerdings nicht mehr machen, denn der Bus sollte am nächsten Morgen bereits um 8:30 Uhr abfahren. Doch dazu im nächsten Beitrag mehr.

Besuch in Kelheim & Ausflug zum Kloster Weltenburg [05. – 06.04.2019]

Sunday, April 7th, 2019

An diesem Wochenende war es mal wieder soweit: das vierteljährliche Offsite-Meeting meiner Abteilung stand an. Dieses Mal mussten wir aber nicht wieder so weit wie damals zur Weinlese in den Rheingau oder in den Spessart oder gar ins Nordhessische Fulda fahren, die Organisatoren kamen dieses Mal aus meiner Niederlassung, daher war die Veranstaltung im bayrischen Kelheim angesiedelt, nicht einmal eineinhalb Stunden Fahrtzeit vom heimatlichen München entfernt.
Ich war Freitags am früheren Vormittag noch kurz im Büro, denn ich wollte mit einem Kollegen gemeinsam zum Zielort fahren und wir hatten dies als Treffpunkt ausgemacht. Die Fahrt selber über A9 und A93 verlief ereignislos, wir waren glücklicherweise vor dem großen Rückreisestau der Wochenendpendler aus München raus und kamen deutlich vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung am Treffpunkt vor dem Hotel Dormero in Kelheim an. Da unsere Zimmer erst ab 15:00 Uhr bezugsfähig sein sollten, ließen wir das Gepäck in den Autos und erhielten ein kleines Lunchpaket mit Dingen wie belegten Brötchen, Obst, Schokoriegel und Getränken um uns für das bevorstehende zu stärken.

01 - Salamibrötchen

Wir sammelten uns anschließend vor dem Hotel, von wo aus man Blick auf verschiedene Sehenswürdigkeiten der Stadt Kelheim werfen konnte. So zum Beispiel den weißen runden Römerturm (Schleiferturm) und natürlich die Befreiungshalle hoch auf dem Hügel über der Stadt, die der Bayrische König Ludwig der Erste dort von 1842 bis 1863 anlässlich der Siege über Napoleon während der Befreiungskriege errichten ließ.

02 - Römerturm & Befreiungshalle - Kelheim

Vorbei am Donautor, einem von mehreren erhaltenen Stadttoren des historischen Stadtkerns, begaben wir uns schließlich zum nahen Donauufer.

03 - Donautor Kelheim

Vom Parkplatz am Donauufer auf konnten ich noch einmal einen etwas freieren Blick auf die Befreiungshalle werfen.

04 - Blick auf die Befreiungshalle Kelheim  vom Donauufer

Aber viel Zeit blieb nicht denn unser Fährschiff, die Maximilian II, wartete bereits am Steg und war bereit für den Einstieg.

05 - Bug der Maximilian-II - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg 06 - Einstieg ins Schiff - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Außer meinen Kollegen und mir waren nur wenige andere Touristen mit am Bord, denn jetzt im frühen April ist noch keine Saison und das Wetter eigentlich noch zu unbeständig. Wir hatten daher Glück dass es nur bewölkt und trocken war und die Temperaturen sich bereits im zweistelligen Bereich bewegten. Dennoch begaben wir uns alle auf das offene Oberdeck.

14 - Auf dem Oberdeck  - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Inzwischen war auch klar was das Ziel unseres Ausfluges sein sollte: Die Klosterbrauerei Weltenburg, die älteste noch in Betrieb befindliche Brauerei der Welt, die nachgewiesenermaßen seit 1050 diesen Gerstensaft herstellt.
Nachdem das Schiff abgelegt hatte, tuckerte es gemächlich in Richtung Westen, der Fließrichtung der Donau entgegen. Dabei bekamen wir nicht nur einen weiteren, näheren Blick auf die Befreiungshalle,

07 - Befreiungshalle Kelheim - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

sondern auch auf die unterhalb gelegene ehemalige Franziskanerkirche, die heute unter anderem auch ein Orgelmuseum beherbergt.

08 - Franziskanerkirche Kelheim  - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Wenig später verließen wir auch schon das besiedelte Stadtgebiet

09 - Blick über die Donau - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

und bewegten uns zwischen waldbedeckten Hügel und Felswänden die Donau hinauf.

10 - Felswand - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Einige der Kalksteinfelsen waren mit Höhlen durchzogen, in denen wie man uns über die Schiffslautsprecher mitteilte schon während der letzten Eiszeit Menschen gelebt haben sollen.

11 - Felswand mit Höhlen - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Bald schon nährten wir uns sozusagen dem Highlight unserer kleinen Donauschiffahrt: dem Donaudurchbruch, einer Engstelle der Donau, die auch Weltenburger Enge genannt wird.

12 - Anfahrt auf den Donaudurchbruch - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Viele liefen nach Vorne, um Fotos von der Felsformation an der Engstelle zu schießen, als ohne Vorwarnung die Nebelhörner auf dem vorderen Teil des Schiffes ein lautes, mehrstimmiges Signal abgaben – wahrscheinlich um eventuell entgegenkommenden Schiffsverkehr zu warnen. Das sorgte natürlich für einiges Zusammenzucken und einen entsprechenden Schreck.
Auf der linken Seite passierten wir kurz vor der Enge noch die sogenannte Versteinerte Jungfrau, einen nadelförmigen einzelstehenden Kalkfelsen – gut durch das Kreuz zu erkennen das seine Spitze ziert.

13 - Versteinerte Jungfrau - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Wir kamen immer näher an die Engstelle und das Schiff machte einen gehörigen Schlenker nach Backbord, um sie passieren zu können.

15 - Donaudurchbruch - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Dennoch kamen wir nah an der Felswand vorbei, die Steuerbord weit in den Flusslauf hinein ragte.

16 - Felswand am Donaudurchbruch  - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

17 - Am Donaudurchbruch - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg 18 - Am Donaudurchbruch 2 - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Auf der anderen Seite erhob sich der sogenannte Römerfelsen, auf dessen Spitze angeblich eine römische Siedlung gewesen sein soll und von dem aus, laut Sage, eine Hängebrücke aus Holz und Leder auf die andere Seite der Donau geführt haben soll.

19 - Römerfelsen - Donaufahrt zum Kloster Weltenburg

Direkt nachdem wir die Weltenburger Enge passiert hatten, kam am linken Ufer auch schon unser Ziel in Sicht: die ehemalige Benediktinerabtei Weltenburg.

20 - Anfahrt auf das Kloster Weltenburg

Das Schiff legte am Ufer an und wir konnten aussteigen.

21 - Anlegestelle Kloster Weltenburg

Einige hundert Meter an der Donau entlang erreichten wir schließlich die eigentliche Klosteranlage.

23 - Eingang - Kloster Weltenburg

24 - Vor dem Kloster Weltenburg

An der Ecke des Gebäudes waren die Pegelstände der Donau bei Hochwasser verewigt.

22 - Hochwassermarken - Kloster Weltenburg

Im Innenhof fanden wir einen großen Biergarten vor, der aber zu dieser kalten Jahreszeit verwaist da lag. Wir wir später aber erfuhren, ist im späteren Frühjahr und im Sommer die Hölle los und es werden häufig mehr als 20.000 Speisen am Tag serviert.

25 - Biergarten - Kloster Weltenburg

Während sich die Organisatoren darum kümmerten, dass wir unsere angekündigte Brauereiführung bekamen, wandten wir uns der Klosterkirche zu, die angeblich einen Blick wert war.

26 - Klosterkirche Weltenburg

Und wir wurden nicht enttäuscht, denn im Inneren fand sich eine barocke Prachtkirche, die ihresgleichen suchen dürfte.

27-Klosterkirche-Weltenburg---Innenraum

Und auch die Deckenfresken konnten sich wirklich sehen lassen – als Protestant aus dem Norden vergisst man schnell wie prächtig die katholischen Götteshäuser ausgestattet sein können.

28 - Klosterkirche Weltenburg - Deckengemälde

Nach unserem Besuch in der Klosterkirche wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und die Brauereiführung konnte beginnen. Zuerst wurde uns ein kurzer Film vorgeführt, der uns eine kurze Einführung in die Geschichte der Klosterbrauerei gab. Anschließend begann die eigentliche Führung durch die relativ kleine Brauereianlage des ehemaligen Klosters.

29 - In der Klosterbrauerei Weltenburg

Unser Fremdenführer erläuterte uns dabei nicht nur detailliert wie der eigentliche Brauvorgang durchgeführt wird, sondern auch dass das hiesige Bier wiederholt Preise in nationalen und internationalen Brauerei-Wettkämpfen gewinnt. Da daher die Nachfrage entsprechend groß ist, wird die hiesige Brauerei regelmäßig durch die Stiftsbrauerei Regensburg unterstützt.
Nach zwei Dritteln der Führung ließen wir uns in einem kleine Schankraum nieder, wo wir alle eine Probe des hiesigen hellen Pils-Biers erhielten.

30 - Aufsteller -  Klosterbrauerei Weltenburg

Sehr lecker und süffig muss ich sagen, es ist wirklich verständlich dass dieses Bier immer wieder Preis gewinnt. Zum Abschluss gingen wir in den sogenannten Felsenkeller

31 - Felsenkeller - Klosterbrauerei Weltenburg

wo wir noch einmal eine ungefilterte Probe des aktuell reifenden Asam-Bockbiers erhielten.

32 - Ausschank Asam-Bock - Klosterbrauerei Weltenburg

Das dunkle, ungefilterte Bier war mit ein paar Flocken der verbliebenen Hefe durchsetzt, aber der Geschmacks war auch hier wirklich vorzüglich. Leider habe ich versäumt dies auf einem Foto zu bannen.
Danach war die Führung auch schon beendet und wir trafen uns wieder mit der zweiten Gruppe im Hof der Klosterbrauerei. Nach einem kurzen Ausflug an den Donaustrand und einem Gruppenfoto dort, gingen wir zurück zum Schiff und machten uns auf den Rückweg nach Kelheim.

33 - Abfahrt vom Kloster Weltenburg

Inzwischen waren die Wolken etwas aufgeklart, so dass wir jetzt deutlich bessere Lichtverhältnisse hatten als bei unserer Anreise. Daher konnte ich es nicht unterlassen, den Römerfelsen noch einmal auf digitalem Film zu bannen.

34 - Römerfelsen - Donau bei Weltenburg

Außerdem konnten wir einen Blick auf die beiden Felsspitzen erhaschen, die auf etwa halben Weg aus dem dichten Wald hervorlugten und den Namen Peter und Paul tragen.

35 - Felsspitzen Peter und Paul - Donau zwischen Kelheim & Kloster Weltenburg

Da wir jetzt mit der Fließrichtung der Donau fuhren, kam das Schiff deutlich schneller voran als bei der Hinfahrt. So war es nicht verwunderlich dass auch bald schon die Befreiungshalle wieder am Horizont auftauchte.

36 - Blick auf die Befreiungshalle Kelheim

Schließlich erreichten wir auch schon Kehlheim und legten sicher am Ufer an, einige Meter hinter der Stelle an der wir losgefahren waren.

37 - Anlegen in Kehlheim

Nachdem das Schiff vertäut war konnten wir das Schiff verlassen und uns auf den Rückweg zum Dormero Hotel machen, wo inzwischen unsere Zimmer auf uns warten sollten.

38 - Donautor Kelheim

39 - Dormero Hotel Kelheim

Natürlich bildete sich eine Warteschlange an der Rezeption, doch die Hotelangestellten hatten alles organisatorisch bereits gut vorbereitet und mit Namen versehene Briefchen mit den Schlüsselkarten für die Zimmer vorbereitet, so dass alles angenehm schnell von statten ging.
Ich hatte ein Zimmer im ersten Obergeschoss und war mehr als nur positiv überrascht, als ich mein Reich für eine Nacht betrat.

40 - Doppelbett - Dormero Hotel Kelheim

41 - Schreibtisch & Sofa - Dormero Hotel Kelheim

44 - Fernseher - Dormero Hotel Kelheim

45 - Schrank & Flur - Dormero Hotel Kelheim

Das Zimmer war wirklich riesig, lichtdurchflutet und gut eingerichtet. Außerdem hing ein riesiger Flachbildfernseher an der Wand. Bad und Toilette lagen getrennt jeweils links und rechts des kurzen Flurs.

43 - Dusche & Bad - Dormero Hotel Kelheim 42 - Toilette - Dormero Hotel Kelheim

Nachdem wir alle unsere Zimmer bezogen und uns frisch gemacht hatten, trafen wir uns erneut vor dem Hotel, um uns auf den Weg ins Weisse Bräuhaus innerhalb der historischen Innenstadt von Kelheim zu machen, wo wir unser Abendbrot zu uns nehmen wollten.

46 - Weisses Bräuhaus - Kelheim

47 - Weisses Brauhaus - Kelheim

Leider versäumte ich Fotos von der wirklich sehr sehenswerten Innenstadt dieses kleinen bayrischen Städtchens mit seinen gerade mal 16.000 Einwohnern zu machen, denn die alten Häuser dort wirkten wirklich sehr malerisch, vor allem am Ludwigsplatz.
Wir betraten also das Weisse Bräuhaus durch einen Seitenflügel, wo wir in ein Gewölbe geführt wurden, das meinen Kollegen und mir exklusiv zur Verfügung stehen sollte.

48 - Im Weissen Brauhaus - Kelheim

Nachdem wir unsere ersten Getränke bestellt hatten, machten wir uns daran die ausliegenden Speisekarten zu studieren. Das Angebot war typsich deutsch-bayrisch und erstreckte sich vom Schnitzel über Suppen, Geflügel- und Fischgerichte bis hin zu verschiedenen Salatzubereitungen. Mir gefielen gleich mehrere der Angebote, ich entschied mich aber am Ende für den Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln und Beilagensalatteller. Dass die Bedienung mich fragte, ob ich meinen Zwiebelrostbraten englisch, medium oder durch wollte, wunderte mich dabei etwas, aber ich entschied mich einfach mal für Medium – da konnte man nicht viel falsch machen.

Da wir viel miteinander redeten, kann ich gar nicht sagen wie lange es dauert, bis schließlich die Gerichte serviert wurden, gefühlt ging es aber angenehm schnell.

49 - Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln - Weisses Brauhaus - Kelheim
50 - Salatteller - Weisses Bräuhhaus - Kelheim

Die Bratkartoffeln waren zwar nur einfach und mit einigen wenigen zusätzlichen Zwiebeln zubereitet, erwiesen sich aber als wunderbar knusprig und wohlschmeckend. Nur die wenigen die in der kleinen Portion der hellen, mild-würzigen Sauce lagen waren ein wenig vollgesogen, aber darüber konnte man hinwegsehen. Das Highlight war aber natürlich das Fleisch, das sich als wunderbar zart und saftig erwies. Es war zwar eher medium-done als medium, aber das änderte nichts daran dass es wirklich köstlich war.

51 - Zwiebelrostbraten - Medium - Weisses Bräuhaus Kelheim

Die Zwiebeln, welche das angenehm große Stück Rindfleisch in einem wahren Berg krönten, sahen mir allerdings eher nach Fertigware aus, aber geschmeckt hat der Zwiebelrostbraten natürlich dennoch vorzüglich. Und auch am bunt gemischten Salatteller mit seinem Öl-Essig-Kräuterdressing gab es nichts auszusetzen. Mit fasz 18 Euro kein billiger Spaß, aber hin und wieder geht das schon einmal. 😉
Nach Ende unseres Besuches im Bräuhaus gingen wir zurück zum Hotel, wo sich die meisten noch einmal in der SonderBar trafen, den zum Hotel gehörigen Bar im 3ten Obergschoss, wo auch ohne die Teilnehmer unseres Meetings bereits einiges los war. Hier wurde bis kurz nach Mitternacht noch etwas socializing betrieben und das eine oder andere alkoholische Getränk konsumiert, bevor wir uns schließlich auf unsere Zimmer begaben und uns zur Ruhe legten. Morgen um 9:00 Uhr sollte es weiter gehen und davor wollten die meisten auch noch frühstücken.
Ich schlief wirklich vorzüglich in dem großen Bett und wachte am nächsten Morgen gut erholt und früh genug auf, so dass ich mich noch ausgiebig duschen und frisch machen konnte, bevor ich mich ins Erdgeschoss in den Frühstücksraum begab. Hier wurde das üblich kontinentale Frühstück angeboten: Es gab Brot, Brötchen, Marmelade, Aufschnitt, Obst, Rührei, Bacon und Würstchen. Und wie bei solchen Hotelbesuchen für mich üblich hielt ich mich wieder vor allem an Rührei mit Speck und Würstchen – sie sind einfach meine Favoriten in fast jedem Hotel.

52 - Frühstück - Dormero Hotel Kelheim

Nach dem Frühstück fand eine Firmenveranstaltung statt, die zwar äußerst amüsant und interessant war, über die ich hier in der Öffentlichkeit aus wohl verständlichen Gründen nicht weiter berichten möchte. Nach dem Veranstaltung und vor der Rückreise durften wir noch einmal in die vorher als Frühstücksräume genutzte Lokalität zurückkehren, wo man uns noch eine kleines Mittagsbuffet für die Stärkung vor der Rückreise anbot. Das nahmen wir natürlich gern in Anspruch. Ich nahm mir etwas Mailänder Spaghetti, Schweinefleisch, ein Stück Fischfilet und eine Wirsing-Speck-Gemüsemischung.

53 - Vom Mittagsbuffet - Dormero Hotel Kelheim

Das Schweinefleisch war etwas trocken, aber ansonsten ein schmackhaftes Mittagessen, das ich mit je einem kleinen Gläschen Schoko- und Vanillemousse schmackhaft abschloss. Anschließend machten wir uns über A93 und A9 auf den Rückweg nach München. Abgesehen von einem Stück zähfließenden Verkehr kurz vor dem Ziel kamen wir schnell und störungsfrei durch, so dass wir um kurz nach 14:30 Uhr schließlich am Ausgangspunkt ankamen und das interessante Wochenende so erfolgreich beenden konnten.

Rückflug mit Hindernissen – Teil 2/2 [08. – 09.01.2018]

Wednesday, January 9th, 2019

Es war sieben Uhr früh als mein Wecker klingelte und ich mich aus dem riesigen Bett meines Zimmers im Intercontinental Fünf-Sterne-Hotel in Santo Domingo schwang. Die Morgensonne hatte sich gerade über den Horizont geschoben und tauchte die Skyline der mit fast drei Millionen Einwohnern größten Stadt der Dominikanischen Republik in ein noch leicht schummeriges Licht.

89 - Morning in Santo Domingo

Nach einer schnellen Dusche begab ich mich nach unten – eigentlich hatte ich mit dem deutschen Pärchen von gestern zum Frühstück verabredet. Doch gerade als ich unten ankam, kamen sie bereits aus dem Frühstücksraum und teilten bedauernd mit, dass sie bereits fertig mit Frühstücken wären. Also musste ich mich alleine daran machen, meinen morgendlichen Hunger zu stillen. Aber ich hatte sowieso Glück dass ich noch einen freien Platz fand, denn das komplette Flugzeug schien gerade jetzt frühstücken zu wollen.
Wie üblich wenn ich in Hotels frühstücke stürzte ich mich auch dieses Mal primär auf das Rührei, dazu gab es noch einen Mini-Quesadilla, Fleischröllchen und gebratene Salamischeiben. Und natürlich Kaffee.

90 - Breakfast - Hotel Intercontinental - Santo Domingo

Nachdem ich mir noch einen kleinen Nachschlag geholt hatte, begab ich mich zur Rezeption, wo inzwischen Zettel mit den Informationen zur vorliegenden Verspätung ausgegeben wurde.

91 - Bestätigung Flugunregelmäßigkeit Condor

Nachdem ich dann mein Gepäck aus dem Zimmer geholt hatte, wartete ich mich den anderen Passagieren in der Empfangshalle und vor dem Hotel auf den Bus zum Flughafen. Dabei nutzte ich die Gelegenheit, in Deutschland bei meinem Chef und meiner Projektleiterin anzurufen und sie über die Verspätung zu informieren. Sie zeigten beide Verständnis für meine Situation, es gab also keinerlei Probleme.
Schließlich fuhren die Busse vor, luden das Gepäck ein und brachten uns durch den Morgenverkehr Santo Domingos in zum Flughafen.

92 - Fahrt durch Santo Domingo

93 - Fahrt durch Santo Domingo 2

94 - Texaco Las Americas - Santo Domingo

95 - Mautstation / Toll station

Die Busse hielten vor dem Terminal A und ließen uns aussteigen bevor sie wieder verschwanden.

96 - Arrival at Aeroporto

Ich gönnte mir noch einen kleinen Glimmstengel und machte mich dann auf dem Weg zum CheckIn, wo sich natürlich schnell eine diesmal beträchtliche Schlange gebildet hatte. Doch wir hatten ja Zeit.

97 - Warten am CheckIn

Während ich wartete, erbeutete ich eines der letzten blauen Ein-/Ausreiseformulare von einer Theke und füllte es aus, während ich in der Schlange immer weiter vorrückte. Als ich die Bordkarte erhalten hatte, nahm man mir das graue Transit-Ticket weg, während die Costa-Rica-Reisenden es behalten durften. Das bedeutete wohl dass wir Normalpassagiere mal wieder als letztes einsteigen durften. 🙁 Außerdem traf ich das deutsche Pärchen wieder, dem ich wiederum half das blaue Formular auszufüllen. Ich war zwar nicht amüsiert gewesen, dass man mich beim Frühstück quasi versetzte hatte, aber nach dem netten Gespräch am Vorabend wollte ich auch nicht nachtragend sein.
Mit Bordkarte und Reisepass machte ich mich sogleich auf den Weg durch Sicherheitskontrolle, Passkontrolle und Abgabe des Ausreiseformulars, was wiederum einiges an Zeit in Anspruch nahm. Im Sicherheitsbereich angekommen entdeckte ich auf dem Weg etwas, was mir beim ersten Mal nicht aufgefallen war: Der Flughafen hatte doch – im Gegensatz zu Puerto Plata – tatsächlich eine Camel Smoker Lounge.

99 - Camel Smoking Lounge - Aeroporto Santo Domingo

Da nutzte ich doch gleich die Gelegenheit ein letztes Mal vor dem Abflug meinem ungesunden Hobby zu frönen. Aus dem Fenster der Lounge konnte ich schon das Flugzeug sehen, das wieder am selben Gate wie gestern auf uns wartete. Hoffentlich ging dieses Mal alles gut.

98 - Condor airplane waiting again

Am Gate A2 angekommen begann dann wieder das Warten aufs Boarding.

100 - Duty Free - Aeroporto Santo Domingo

Und wie befürchtet durften die normalen Economy-Passagiere erst wieder nach den Transit-, Business- und Premium-Economy an Bord gehen – doch da wir ja feste Sitzplätze hatten war dies nur ein geringes Problem.

101 -De2235-Embarque

Nach Abschluss des Boardings meldete sich noch einmal der Kapitän und entschuldigte sich für die Verspätung. Außerdem führte er aus, dass das Problem mit der Klimaanlage behoben sei, aber die Gefahr bestand dass es erneut auftritt. Daher müssten wir einen Umweg fliegen um jederzeit Landen zu können. Was das bedeutete erkannte ich erst später.
Zumindest hoben wir dieses Mal mit nur wenig Verspätung tatsächlich ab und erreichten schließlich die Reiseflughöhe. Dort begann das Bordpersonal sogleich damit unser Mittagessen warm zu machen und zu servieren. Für die Holzklasse gab es dieses Mal keine Auswahl, es gab für alle vegetarische Gemüse-Farfalle, einen Graupensalat, Vollkornbrot und Brötchen mit einer winzigen Portion Butter und etwas Streichkäse sowie ein Stück Kuchen.

102 - Farfalle - Condor - Economy Class

Das Hauptgericht war nichts besonders, aber dank der Nudeln einigermaßen sättigend. Der Graupensalat entsprach leider weniger meinen Geschmack, aber mit Brötchen, Vollkornbrot und dem extrem süßen Stück Kuchen sollte es ausreichen, um mich für die nächsten Stunden zu sättigen.
Nach dem Essen sah ich mir noch einen Film aus dem Premium Entertainment an, dann versuchte ich etwas zu schlafen, was mir aber aufgrund der beengten Verhältnisse nur ungenügend gelang. Dafür erkannte ich aber anhand der Streckenanzeige auf dem Monitor vor mir, dass wir nicht direkt über den Atlantik flogen, wie ursprünglich vorgesehen

103 - Ursprüngliche Route / Original route

sondern zuerst nach Norden über USA und Kanada nach Grönland, dann über Island in Richtung Schottland zurück in den Süden flogen.

104 - Umweg über Grönland / Detour across greenland

Das war wohl eine Sicherheitsmaßnahme wegen der defekten Klimaanlage, damit wir jederzeit notlanden konnten. Oder man versuchte einfach nur Zeit zu schinden, das Nachtflugverbot in Frankfurt offiziell erst um 6:00 Uhr früh endete.
Vor der Landung gab es dann noch mal ein kleines Frühstück in Form eines Brötchens mit Butter, etwas Käse, einer Rolle Kochschinkens, Marmelade und einem Schälchen Obst mit Melone, Mandarine und Ananas.

105 - Breakfast - Condor - Economy Class

Es war sogar noch etwas vor 6 Uhr, als wir schließlich endlich sicher und wohlbehalten auf dem Frankfurter Flughafen und damit auf deutschem Boden aufsetzten. Ich war endlich wieder daheim – uns es regnete in Strömen. Dabei war ich weiterhin nur mit einem T-Shirt bekleidet und die Jacke war im großen Koffer. Zum Glück ist es im Flughafen geheizt, so dass ich nur auf dem kurzen Weg von der Flugzeugluke ins Gebäude ein wenig frieren musste. Dank elektronischer Passkontrolle kam ich schnell am Gepäckband an, doch hier begann dann wieder das Warten und mein Koffer kam mal wieder als einer der letzten aus den Tiefen des Flughafens. Ich nutzte die Zeit, um mir über das Smartphone noch schnell einen Sitzplatz in einem der nächsten ICEs nach München zu reservieren.

106 - Gepäckausgabe am Frankfurter Flughafen

Da das Gepäck erst spät gekommen war, blieben mir nur wenige Momente auf dem Weg vom Terminal zum Eingang des Flughafen-Fernbahnhofs, um einige Züge an einer Zigarette zu genießen, dann musste ich mich schon sputen damit ich noch den Zug erwischte, in dem ich mir einen Sitzplatz reserviert hatte.
Doch die Reservierung hätte ich mir auch sparen können, denn der Zug war nur zu Dreiviertel gefüllt und ich hätte auch ohne die 4,50 Euro auszugeben noch einen Sitzplatz bekommen. Aber ich stehe halt gerne auf der sicheren Seite. 😉
Während er dreieinhalbstündigen Fahrt erwarb ich von einem vorbeikommenden Bordbistro-Mitarbeiter noch ein Croissant und einen schwarzen Kaffee für zusammen gerade mal 4 Euro. Ich hatte das teurer in Erinnerung, aber für etwas Koffein, das mich bis nach Hause wach hielt hätte ich auf gerne mehr gezahlt.

107 - Croissant& Kaffee - ICE nach München

Schließlich erreichten wir, mit nur wenigen Minuten Verspätung, München Hauptbahnhofs, die Endstation dieses Zuges aus Dortmund. Es war kurz nach 10:00 Uhr.

108 - Ankunft in München

Noch im Raucherbereich am Bahnsteig gönnte ich mir die erste richtige Zigarette seit meiner Ankunft in Deutschland, dann begab ich mich ins Unterschoss in Richtung S-Bahn. Dabei machte ich noch einen kleinen Umweg über die dortige McDonalds-Filiale, wo ich mich mich einem Chili-Chicken-Burger sowie einem Hamburger als kleine Wegzehrung versorgte, die ich dann in des S-Bahn während der Heimfahrt verzehrte. Mein Kühlschrank zu Hause war – abgesehen von einigen Cornichons – ja leer und zum einkaufen hatte ich vorerst keine Lust.

109 - McDonalds Hamburger 110 - McDonalds Chili Chicken

Nach ereignisloser Fahrt verließ ich die S-Bahn an meiner Standard-Haltestelle, lief mit Koffer und Rucksack die paar hundert Meter bis nach Hause und ließ mich dort erst einmal müde aufs Sofa fallen und schlief ein paar Stunden, bevor ich auspackte und mich im Supermarkt um die Ecke mit frischen Lebensmittel eindeckte. Meine elfte Reise in die Karibik war endgültig überstanden – aber ich war bestimmt nicht zum letzten Mal dort gewesen.

Rückflug mit Hindernissen – Teil 1/2 [07.01.2019]

Monday, January 7th, 2019

Ich selber hatte je vorgeschlagen, bereits einen Tag früher nach Santo Domingo zu fahren und dort ein Hotel zu nehmen, so dass wir unabhängig vom Verkehr rechtzeitig am Flughafen waren und ich – wie allgemein empfohlen bei internationalen Flügen – 2 Stunden vor Abflug einchecken konnte. Doch meine Begleitung hatte lieber in Puerto Plata bleiben wollen und ich hatte zugestimmt, da mein Flug ja erst um 15:30 Uhr gehen sollte und wir somit mehr als genug Zeit hatten in die Hauptstadt zu kommen. Die Standard-Strecke von 230km sollte in dreieinhalb Stunden schaffbar sein – vorausgesetzt es gab keine Unfälle, Erdrutsche oder Staus aus anderen Gründen.
Ich hatte natürlich bereits alles am Vorabend gepackt und wartete ab 9:00 Uhr ungeduldig auf unseren Fahrer Miguel, der natürlich das Auto auch gleich mitgenommen hatte. Er hatte sich auf anderen Fahrten wie z.B. nach Rio San Juan oder an die Playa La Ensanada als kompetenter und sicherer Lenker erwiesen. Doch von deutscher Pünktlichkeit hält man ja hier in der Karibik wenig, daher wurde es nach 9:30 Uhr, bis endlich vorfuhr und wir mein Gepäck einladen und los fahren konnten. Doch die Strecke ging nicht in Richtung Puerto Plata, sondern in die entgegengesetzte Richtung auf die Strecke nach Cabarete. Auf meine Rückfrage sagte man mir, dass es östlich von Cabarete eine ganz neue Schnellstraße gäbe, mit der wir schnell nach Süden kommen würden. Das reichte mir erst mal als Erklärung und ich ließ sie gewähren. Nach einem kurzen Volltank-Stop in Cabarete ging es immer weiter nach Osten und nach Osten und ich wurde immer unruhiger, so lange wir nicht endlich in Richtung Süden abgebogen waren, denn dort lag ja Santo Domingo. Als ich meine Bedenken äußerte, wurde sogar angehalten und nach dem Weg nach Santo Domingo gefragt – und die Lokalbevölkerung zeigte brav nach Osten. Das konnte doch nicht sein.
Also fuhren wir also weiter an der Küste entlang, schön mit Blick aufs Meer. Dabei übersah ich jedoch dass die Strecke ja nicht wirklich schnurgerade nach Osten ging, sondern sich bereits jetzt etwas nach Süden neigte. Ich schmiedete schon Pläne was ich mache, wenn ich den Flieger verpassen würde. Der nächste Condor-Flug fand erst in einer Woche statt und war höchstwahrscheinlich ausgebucht. Vielleicht konnte ich über Kanada oder die USA irgendwie zurück nach Europa, natürlich mit langer Wartezeit am Umsteige-Flughafen. Aber für die USA bräuchte ich ja auch beim Umsteigen am Flughafen wiederum ein Visa, dass ich von hier aus wohl kaum bekomme. Denn in den USA gibt es keine Transitzonen an den Flughäfen. All das ging mir durch den Kopf, während wir bei schönem Wetter an der Nordküste der Dominikanischen Republik entlang fuhren.
Wir passierten Rio San Juan, Nagua und fuhren weiter in Richtung der Halbinsel Samana, als zwischen zwei winzigen Orten plötzlich eine Abzweigung kam und wir endlich – wohlgemerkt 150km östlich von unserem Startpunkt – eine Abzweigung erreichten und auf eine offensichtlich erst kürzlich fertiggestellte Straße, die Carretera Juan Pablo II oder kurz I7 abbogen. Und für dominikanische Verhältnisse war das wirklich eine Schnellstraße, fast schon eine Autobahn – und es herrschte kaum Verkehr.

67 - Straße nach Santo Domingo

Jetzt drehte Miguel richtig auf und gab Gas – obwohl es inzwischen fast 12:00 Uhr war keimte ein Funken Hoffnung in mir auf, dass wir es doch noch rechtzeitig schaffen könnten. Unbeachtet des Geschwindigkeitslimits, das hier meist bei 80 km/h lag und Autos und LKWs auch bei doppelt durchgezogenem Mittelstreifen überholend brausten wir über die größtenteils schnurgerade verlaufende Piste, die sich teilweise tief durch Berge schnitt und klugerweise an Steigungen sogar zweispurig für die nach oben fahrenden Fahrzeuge ausgebaut war. Einziger Nachteil war, dass viele Ortschaften direkte Zufahrt auf diese Schnellstraße hatten, weswegen es durchaus auch mal passieren konnte, dass ein Motorrad unverhofft von einem mündenden Feldweg auf die Straße einbog. Doch nichts schien uns aufhalten zu können.

68 - Straße nach Santo Domingo 2

Dabei passierten wir zwar drei Mautstationen, an denen wir umgerechnet ein bis zwei Euro für die gefahrene Strecke bezahlen mussten, aber die Wartezeit war glücklicherweise immer nur gering. So erreichten wir um 13:10 Uhr schließlich das Ende der I7, an der diese Schnellstraße auf die Schnellstraße I3 mündete, die zuerst an der Küste entlang und später quer durch das östliche Inland bis nach Punta Cana führte. Und von der Mündung aus war links bereits der Flughafen zu sehen – unser Ziel. Ich habe das mal nachgemessen: Wir waren nach der Abzweigung auf die I7 noch mal etwas mehr als 100km gefahren, also insgesamt 250km. Über Puerto Plata wären das nur knapp 10km mehr, also 260km gewesen, allerdings hätten wir dann zum Teil Santo Domingo mit seinem dichten Stadtverkehr durchqueren müssen. Die Strecke über die östliche I7 war durchaus optimaler – vorausgesetzt man missachtet jegliche Geschwindigkeitsbegrenzung. Letztlich waren meine Sorgen aber vollkommen unbegründet gewesen – ich hätte meinen Gastgebern hier einfach mehr vertrauen schenkn sollen und entschuldigte mich natürlich auch umgehend für meinen Irrtum.
Es folgte noch eine weitere Mautstation, dann konnten wir auch schon auf die Zufahrtsstraße zum Airport abbiegen und erreichten noch vor den zwei Stunden vor dem Abflug schließlich das Hauptgebäude.

69 - Aeroporto Las Americas - Santo Domingo

Meine Begleitung und ich sprangen heraus und nahmen das Gepäck, während Miguel einen Parkplatz suchte. Jetzt musste ich nur noch den CheckIn-Schalter von Condor finden, was aber Dank der exzellenten Spanischkenntnisse meiner Begleitung kein Problem war: Er befand sich im Terminal A, und zwar am äußersten rechten Ende der Reihe von Schaltern.

71 - Abflughalle / Departure hall - Aeroporto Santo Domingo

Doch die Schlange war glücklicherweise nicht allzu lange, dass ich nach kurzer Wartezeit mein Gepäck aufgeben konnte und schließlich meine Bordkarte erhielt. Außerdem nahm ich mir eines der blauen Ein-/Ausreiseformulare und füllte es schnell aus – ich habe ja inzwischen Routine darin. Ich war sichtlich beruhigt und erleichtert und gönnte mir erst einmal einen Glimmstengel vor dem Flughafen, dessen Ausmaße ich bei meiner Ankunft in der Nacht gar nicht richtig hatte wahrnehmen können.

70 - Aeroporto Las Americas - Santo Domingo 2

Danach suchten wir nach einer Möglichkeit eine Kleinigkeit zu essen – ich hatte nicht gefrühstückt und es war bereits nach 13:30 Uhr. Leider fanden wir aber kein Restaurant auf der Abflugebene, nur ein kleines Bistro mit Kaffee der Marke Santo Domingo und einer Auslage die größtenteils mit Kuchen und Gebäckstückchen gefüllt war. Das einzige “Kräftige” Nahrungsmittel was ich erspähte waren kleine blasse Empanadas mit Hähnchenfüllung. Also bestellte ich mir diese und dazu eine Tasse Kaffee.

72 - Kaffee & Empanadas - Aeroporto SantoDomingo

Besonders hochwertig waren sie nicht und zumal auch etwas trocken, aber um den Hunger zu stillen reichte es – ich hoffte ja bald abzuheben und im Flugzeug eine warme Mahlzeit zu erhalten. So dachte ich zumindest…

73 - Empanads Füllung / Stuffing

Was folgte war die üblich Abschiedsszene vor dem Flughafen – wie bei zehn meiner bisherigen elf Besuche in diesem Land zuvor auch. Wie immer fiel es mit auch dieses Mal wieder schwer zu gehen, aber ich musste denn mein Urlaub ging zu und ich wollte am Mittwoch wieder arbeiten. Ein Tag reichte mir meistens, um mich vom Jetlag zu erholen. Während sich meine Begleitung und unser Fahrer Miguel zurück auf dem Weg nach Puerto Plata machten, durchquerte ich die Sicherheitskontrollen. Eine nervige Prozedur da man hier Schuhe und Gürtel ablegen und alle elektronischen Geräte auspacken und in separate Schalen legen muss. Und ich verlor mal wieder mein Feuerzeug, dass auch hier hinter den Sicherheitskontrollen nicht erlaubt war – genau wie in Puerto Plata. Nach der Sicherheitskontrolle folgte die Warteschlange vor den Passkontrollen. Im Gegensatz zum Flughafen an der Nordküste wird hier das Ausreiseformular nicht direkt am Schalter einbehalten, an dem man den Ausreisestempel erhält – viel mehr muss man sich nach der Passkontrolle in eine weitere Warteschlange stellen und am Ende wird noch einmal Reisepass und Ticket kontrolliert bevor man endlich in den internationalen Bereich des Terminals eintreten kann. Jetzt hatte ich es geschafft – dachte ich zumindest.
Nach einem kurzen Besuch im Duty Free Shop nährte ich mit Gate A2, vor dem bereits mein Flieger nach Deutschland wartete.

74 - Condor waiting

In der Abflughalle tummelten sich sowohl Reisende aus der Dominikanischen Republik als auch Transit-Reisende, die mit dem Flugzeug aus Costa Rica angereist waren. Hier traf ich auch ein deutsches Pärchen wieder, mit dem ich kurz vor dem Abflug in Frankfurt einige Worte gewechselt hatte und mit denen ich nun einige Worte wechselte und wir uns gegenseitig von unseren Urlaubserlebnissen erzählten. Sie hatten hier in der Dominikanischen Republik das Flugzeug komplett verlassen müssen, während es gereinigt und aufgetankt worden war – dabei war das eine Strecke von nicht einmal 3 Stunden Flugzeit.
Pünktlich begann das Boarding und zuerst wurden die Transit-Passagiere an Board gelassen, es folgten die Business- und Premium-Economy-Class und zuletzt durften endlich auch die Otto Normalflieger an Bord gehen. Und der Flieger war immer noch en hore, also pünktlich.

75 - DE2235 in time

Es folgte die normale Prozedur eines Abfluges mit Sicherheitsvideo, Push-Back vom Terminal und rollen zur Startbahn. Wir reiten uns in die Warteschlange der ebenfalls zum Abflug bereiten Flieger ein und nährten uns immer weiter dem eigentlichen Abflug – bis plötzlich die Stimme des Piloten in den Lautsprechern erklang, der uns mit freundlicher Stimme erklärte dass die Bordelektronik ein Problem mit der Klimaanlage gemeldet hat und wir den Start vorerst abbrechen müssen, um dies überprüfen zu lassen. Die Boing 767-300 scherte aus und rollte zu einem Hangar am Rande des Flugfeldes, wo eine Gangway an die vordere Luke gerollt wurde und offensichtlich ein paar Techniker ins Cockpit gingen – es war inzwischen 16:30 Uhr. Unten warteten ein paar Männer, die stark nach Feuerwehr aussahen. Mussten wir uns Sorgen machen?

76 - Feuerwehr am Gangway / Firefighters at gangway

Schließlich erklang wieder die Stimme des Flugkapitäns. Er verkündete bedauernd, dass man das Problem nicht unmittelbar beheben könne. Man könne aus Sicherheitsgründen einen Umweg fliegen, aber dann würden die maximalen Flugzeiten der Piloten überschritten. Deswegen würden nun Busse kommen und uns zurück zum Terminal bringen, dort würde dann entschieden wie es weiter ging. Na toll…
Ich versuchte natürlich meine Begleitung zu kontaktieren, konnte sie aber nicht erreichen. Nachdem mit dem ersten Bus die Business-Class und die Premium Economy bereits in Richtung Terminal aufgebrochen waren, gelang es mir einen Platz im zweiten Bus zu ergattern, während immer mehr Passagiere aus dem Flugzeug strömten und sich erstaunlich ruhig in ihr Schicksal ergaben.

77 - Wieder aussteigen / Leaving the airplane

Im Terminal angekommen, wurde verkündet dass ab hier die Mitarbeiter des Flughafens übernehmen würden. Das erste was wir nun tun müssten, ist die das blaue Einreiseformular auszufüllen und wieder offiziell in die Dominikanische Republik einzureisen. Außerdem verteilte man graue Pappkarten mit gelben Transit-Aufdruck. Ich half dem Pärchen, mit dem ich mich bereits kurz vor der Abreise unterhalten hatte, noch beim Ausfüllen des wirklich sehr klein gedruckten blauen Einreiseforumlars, dann passierten wir die Passkontrolle in umgekehrter Richtung erhielten einen zweiten Einreisestempel und landeten schließlich am Gepäckausgabeband, wo schon unsere Koffer auf uns warteten. Und damit begann erst einmal das lange Warten.

78 - Warten in der Ankunftshalle / Waiting in arrival hall

Ohne Verpflegung und Getränke standen wir stundenlang neben den Gepäckband, während zwei Flughafenangestellte zwischen uns herum wuselten und telefonierten. Sie versuchten, wie sie uns mitteilten, Busse und eine Unterkunft für uns zu organisieren. Zwischendurch erschien auch mal eine Angestellte mit einigen Wasserflaschen, doch die waren noch alle bevor auch ich an die Reihe kam. Und sie kehrte leider nicht wieder mit Nachschub.
Wir waren vor dem Hangar kurz vor 16:30 Uhr angekommen, hatten das Flugzeug etwa ab 17:15 Uhr verlassen, hatten um 17:45 Uhr die Passkontrollen passiert und um 19:00 Uhr teilte man uns dann endlich mit, dass die Busse nun bereit standen. Dabei hatten wir um 15:30 Uhr bereits abheben sollen. Die Empanadas hatten meine Speiseröhre gegen 14:00 Uhr passiert. Und ich war bestimmt nicht der einzige des etwas Müde und Hungrig war. Doch wir verließen schweigend und ohne Murren das Flughafengebäude mit unserem Gepäck und trotten zu den wartenden Bussen. Zumindest spendete uns eine kühle Brise die vom angrenzenden Ozean kam etwas Abkühlung.

79 - Vor dem Flughafen / Leavin the airport

80 - Einstieg in Busse / Into the busses

Durch den dichten Verkehr fuhren wir dann durch das hell erleuchtete Santo Domingo, ohne dass man uns aufklärte wo wir untergebracht werden würden. Ich dachte so bei mir, dass man so kurzfristig bestimmt nur irgend eine Absteige organisiert haben würde – doch als die Busse stoppten musste ich erkennen dass ich mich geirrt hatte: Wir standen vor dem Fünf-Sterne Intercontinental Hotel in Santo Domingo. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

81 - Hotel Intercontinental Santo Domingo

Vor der Rezeption hatten sich natürlich bereits schlangen gebildet, doch sechs oder sieben Hotelangestellte waren sichtlich bemüht, allen Flugpassagieren möglichst schnell ihr Zimmer zuzuweisen. Natürlich musste wir unseren Pass vorzeigen, der kopiert wurde, doch innerhalb von nicht einmal 15 Minuten hatte ich meine Zimmerkarte für mein Zimmer im 18ten Stockwerk in den Händen. Außerdem teilte man uns mit, dass wir für bis zu 20 US-Dollar frei in einem der drei Restaurants des Hotels zu Abend essen könnten. Doch erst einmal wollte ich in mein Zimmer. Ich vereinbarte jedoch mit dem deutschen Pärchen, mit dem ich mich ja schon häufiger unterhalten hatte, dass wir nach 30 Minuten Ruhe zusammen essen gehen würden.
Und obwohl wir “nur” Standard-Zimmer erhalten hatte, erwies sich dieses als wirklich äußerst Luxuriös.

82 - Zimmer / Room - Hotel Intercontinental - Santo Domingo
Blick ins Zimmer

84 - Bett / Bed - Hotel Intercontinental - Santo Domingo
Riesen-Bett

85 - Flur & TV - Hotel Intercontinental - Santo Domingo
TV & Flur

Und auch das Bad war nicht von schlechten Eltern und sogar mit einer Badewanne ausgestattet. Und als kleines Besonderheit: die meisten Steckdosen verfügten über USB-Ports, so dass ein Aufladen von Telefon oder iPad auch ohne Ladegerät möglich war. Das hatte ich hier in diesem Land noch nirgendwo erlebt, obwohl es eigentlich naheliegend war, da so gut jeder über ein Smartphone verfügte.

83 - Badezimmer / Bathroom - Hotel Intercontinantal - Santo Domingo

Nach kurzem Frischmachen und etwas ausruhen traf ich mich schließlich mit meinen beiden Mitreisenden und wir begaben uns nach unten, wo wir an einem kleinen Tresen von einer Dame in Empfang genommen wurden, die uns einen Platz zuwies. Man gab uns extra für uns angefertigte Speisekarten in die Hand, auf der man aus jeweils einer Vor- und Hauptspeise auswählen konnte. Als Hauptgang gab es Geflügel, Fisch oder Rindersteak, als Vorspeise Salat und Suppen. Wir hätten aber alternativ auch etwas von der Standard-Karte bestellen können. Doch ich hatte Hunger und entschied mich nach kurzem überlegen für das Rindersteak mit Café de Paris Butter und Pommes Frites. Die Gerichte wurden nach kurzer Wartezeit serviert.

86 - Beef Tenderloin & French fries - Hotel Intercontinental - Santo Domingo

Sah auf den ersten Blick nicht sehr groß aus, doch das wunderbar zarte und saftige Steak war aufgerollt, im Inneren die Butter mit der Paris Café Gewürzmischung – wirklich sehr lecker. Und auch an den Fritten gab es nichts auszusetzen. Meine Begleitung meldete sich in der Zwischenzeit und fragte, ob sie zurück nach Santo Domingo kehren und mir Gesellschaft leisten sollte, doch ich verneinte die freundlich Geste dankend, denn der lange Weg würde sich bestimmt nicht lohnen.
Nach dem Essen gingen wir in die Hotelbar und setzten uns auf die Terrasse vor dem Hotel, wo man auch rauchen durfte. Der sehr freundliche und aufmerksame Bartender, der fließend englisch und sogar ein paar Brocken Deutsch sprach, versorgte uns mit Getränken, während wir den lauen Abend auf der Hotelbar-Terrasse genossen und den Abend ausklingen ließen. Als wir auf dem Rückweg in die Zimmer an der Rezeption nachfragten, teilte man uns mit dass wir morgen um 9:30 Uhr mit den Bussen zurück zum Flughafen gebracht werden sollten, der Rückflug sollte 13:30 Uhr starten.
Oben im Zimmer angekommen zog ich vor dem Schlafengehen noch einmal die Vorhänge zurück und genoss einen Augenblick den Blick über das nächtliche Santo Domingo.

87 - Santo Domingo at Night

88 - Santo Domingo at Night 2

Danach legte ich mich aufs Bett, zappte noch einmal kurz durch das internationale Fernsehprogramm auf dem Riesen-TV vor dem Bett und schlief wenig später ein.

Weiter gehts in Teil zwei dieses Berichts…

Cabarete, Fiesta de Reyes & drittes Grillevent [05. – 06.01.2018]

Sunday, January 6th, 2019

Nachdem wir – mal wieder – lang geschlafen hatten, war die Haushälterin meiner Begleitung bereits fleißig am werkeln als wir aufstanden. Neben Putzen und Waschen kocht sie dabei auch hin und wieder mal für uns und heute war mal wieder so ein Tag. Es gab Kochbananen, dazu eine dominikanischen Sauce mit Zwiebeln und Pepperoni und schließlich knusprig gebratene Hähnchenteile.

56 - Chicken & plantains / Hähnchen & Kochbananen

Als wir etwas später mal wieder nach Puerto Plata fuhren, verkündete meine Begleitung dass ihr persönlich die Kochbananen nicht so gut geschmeckt hätten und sie doch gerne noch etwas essen wolle. Daher machten wir einen Zwischenstop an der Cantina Taverne an der Clinica de Frenos (einem Auto-Tuning-Laden, keiner wirklichen Klinik – Frenos sind Bremsen). Während meine Begleitung dort eine dicke Portion Spaghetti verzehrte, wollte ich nicht so ganz unbeteiligt daneben sitzen und bestellte mir daher einen kleinen Taco de Pollo, einen Taco mit Hähnchen. Nichts um satt zu werden – ich hatte ja Kochbahnen gegessen und war damit zufrieden gewesen – aber ein netter kleiner Snack, den man mal eben mit einer Hand verzehren kann.

57 - Taco Pollo - Cantina - Clinica De Frenos Puerto Plata

Und bevor jemand wieder sagt: “Ehhhh, der Käse ist ja gar nicht geschmolzen.”, dem sei empfohlen mal nach Taco in der Google Bildersuche zu suchen. Er wird erkennen dass bei den wenigsten Tacos mit Käse dieser auch geschmolzen ist. Ist also Standard, keine Nachlässigkeit. 😉
Am späteren Abend beschlossen wir, noch einmal in den etwa 25km entfernten Touristenort Cabarete zu fahren. Ich war zwar nicht ganz so begeistert, denn die Straße nach Cabarete ist nicht so gut ausgebaut und Nachts sind hier in der Dominikanischen Republik noch mehr Idioten im Auto unterwegs als es sowieso tagsüber der Fall ist, aber letztlich beugte ich mich einer Mehrheitsentscheidung. Und ich bereute es nicht, denn dort war bei guter Musik wirklich einiges Los und die Stimmung unter den Gästen – sowohl Einheimische als auch Touristen – war ausgezeichnet.

58 - Disco in Cabarete

Am nächsten Tag, dem Sonntag, war Fiesta de Reyes, das Fest der Könige, sprich Dreikönigstag. Dabei ist es, so erzählte man es mir, Tradition hier in der Dominikanischen Republik dass die Kinder Spielzeug geschenkt bekommen. Keine Aufwändigen, teuren Sachen, sondern meist wohl billiges Plastikzeug aus chinesischer Massenproduktion – aber bei den einfachen Verhältnissen in denen viele hier leben freut man sich auch über solche Dinge. Als wir in Cangrejo kamen, drängten sich vor einem kleinen Salon an der Hauptstraße eine große Traube von Kindern, um etwas von dem Spielzeug abzubekommen, das einige Frauen hier verteilten – darunter Spielzeug-Lastwagen und Puppen.

60 - Fiesta de Reyes 2 - Cangrejo

59 - Fiesta de Reyes - Cangrejo

Doch es zeichnete sich bereits ab, dass nicht alle etwas bekommen würden und als die Frauen signalisierten, dass die Geschenke alle waren, flossen hier und dort natürlich Tränen. Meine Begleitung gab mir zu verstehen, dass es gerade hier im armen Teil von Cangrejo für viele Kinder die einzige Möglichkeit war, an neue Spielsachen zu kommen. Da wir eh noch mal nach Puerto Plata wollten weil wir meinen letzten kompletten Tag in der Karibik mit einem dritten Grillfest abschließen wollten, beschlossen wir zumindestens einigen der enttäuschten hier zu helfen. Wenig später fuhren wir dann auch schon los und erreichten wenig Später den Silberhafen – Puerto Plata.

61 - Bienvenidos a Puerto Plata

Dort gingen wir dieses Mal ins Jumbo Einkaufszentrum. Und gleich am Eingang fanden wir auch gleich die erste von zwei Sachen, die wir gesucht hatten: Einfaches Spielzeug für Kinder, dass man hier passend zur Fiesta de Reyes passenderweise platziert hatten. Für umgerechnet vielleicht 20 Euro kauften wir neun oder zehn Geschenke für die Kinder, die leer ausgegangen waren.
Danach ging es weiter in die Käse- und Fleischabteilung, damit wir uns dort mit Grillzeug eindecken konnten.

62 - Jumbo Supermercado -  Puerto Plata

63 - Jumbo Supermercado - Puerto Plata 2

Während wir Geflügel, Rippchen und Steaks an der Theke bekamen, gab es die Bratwürste nur abgepackt. Dabei sah mir alles nicht gerade nach lokaler Produktion aus, sondern eher nach US-Importen – denn Master Grill oder Johnsonville sind bestimmt keine Dominikanischen Fleischhersteller.

64 - Bratwürste - Jumbo Supermercado - Puerto Plata

Aber im Ausland muss man eben nehmen was man kriegt. 😉
Nachdem wir uns ausreichend mit Fleisch, Getränken und weiteren Utensilien eingedeckt hatten, brachten wir das Fleisch erst mal in einen Kühlschrank und kehrten dann zurück nach Cangrejo, wo wir das gekauft Plastikspielzeug an die Kinder verteilten. Die Freude unter den beschenkten war natürlich entsprechend groß – auch wenn natürlich nicht alle etwas bekommen konnten.

64a - Regalo Por Fiesta de Reyes

Als wir etwas später am Abend dann erneut den wackeligen Grill anzündeten, passierte schließlich das was ich schon von Anfang an befürchtet hatte: die Beine gaben ihren Geist auf und die Grillschale landete auf dem Boden. Als er begann zu kippen, waren einer der Gäste und ich aufmerksam genug, ihn schnell an den Plastikgriffen zu greifen und vorsichtig auf dem Boden abzulegen.

65 - Collapsed BBQ

Doch das sollte dem Grillabend keinen Abbruch tun. Nachdem der Grill sicher lag, wurde einfach auf dem Boden weiter gegrillt und der Abend gestaltete sich amüsant und unterhaltsam. Ich hatte mit dieses Mal Brötchen aus dem Jumbo Supermarkt mitgebracht, die ich wie in Deutschland nutzte und das Würstchen dort hinein legte – eine Art des Verzehrs die hier scheinbar bisher vollkommen unbekannt war.

66 - Bratwurst im Brötchen

Obwohl wir kurz darüber diskutierten, verzichteten wir letztlich darauf heute Abend erneut auszugehen – wir wollten morgen ja früh los, damit ich um 13:30 Uhr, zwei Stunden vor dem Abflug – am Flughafen einchecken konnte.

Dominikanische Spaghetti & zweiter Grillabend [02. – 04.01.2019]

Friday, January 4th, 2019

Die nächsten Tage verliefen eher ruhig. Am zweiten Januar schliefen wir wiederum lang, am Nachmittag brachte eine Schwester meiner Begleitung eine Portion dominikanische Spaghetti mit einer Sahnesauce und reichlich gekochten Schweinefleischstückchen vorbei. Daran dass dabei am Fleisch noch die Knochen hingen habe ich mich inzwischen gewöhnt – wir sind da in Deutschland glaube ich auch etwas verwöhnt. 😉

45 - Dominikanische Spaghetti mit Schwein / Dominican pasta with pork

Am Abend verschlug es uns dann ein weiteres Mal ins Chalo Corner in Puerto Plata – ich hatte ja hier bereits darüber berichtet. Da es dort aber heute ganz besonders voll war und wir nur einen Stehtisch bekamen, zogen wir etwas später ins Kviar Disco & Casino neben dem Hotel Be Live Collection Marien am Ostrand von Puerto Plata um.

46 -Kviar - Puerto Plata

Es war wieder fast 4:00 Uhr früh, als wir schließlich wieder zu Hause waren.
Daher schliefen wir wiederum bis in den späten Vormittag und begaben uns anschließend direkt in die Pescaderia Delvin am Rio Camu in Cangrejo,

48 - Pescaderia Deivi - Cangrejo

um dort zu Mittag zu essen. Ich überlegte zwar kurz, dieses Mal die Meeresfrüchte-Suppe zu probieren griff aber dann doch wieder zum frittierten Fisch, den ich mir dieses Mal mit landestypischen Bohnenreis servieren ließ.

47 - Pescado frita & Bean rice - Pescaderia Deivi - Cangrejo

Wie immer sehr lecker mit sehr guter Fleischausbeute und wenig Gräten. Ich war sehr zufrieden.
Am Abend ließen wir uns eine Pizza mit Pepperoni-Salami von einem der hiesigen Moto-Taxis aus Montellano bringen, unternahmen aber nichts mehr weiter. Ein Tag Ruhe tat uns allen mal gut.

49 - Pizza Pepperoni-Salami

Am folgenden Tag, es war inzwischen der vierte Januar, verbachten wir einen Teil des Vormittags im haitianisch geprägten, östlichen Teil der Ortschaft Cangrejo.

50 - Cangrejo

Dabei kam die Idee auf, am heutigen Abend wieder zu Grillen. Auf dem Weg nach Puerto Plata, um dort das dazu notwendige Fleisch einzukaufen, machten wir einen Zwischenstop im angrenzenden Ort Montellano im Restaurant Comedor Luz, wo wir uns vor dem Einkauf noch mit einem typischen dominikanischen Speisen stärken wollten.

51 - Restaurant - Comedor Luz - Montellano

Der Vorderraum ist mit Plastiktischen und -stühlen vollgestellt und am oberen Ende befinden sich neben einem großen Kühlschrank für Getränke zwei Theken, an dem man sich das Essen aussuchen kann. In der linken gibt es Reis, verschiedene Salate sowie weitere Sättigungsbeilagen, die rechte Theke ist dem verschiedenen Fleischsorten vorbehalten – darunter Schwein, Huhn und Rind.

51a - Restaurant Luz - Theke

Ich entschied mich für Reis und eine Art Nudelsalat aus der linken Theke sowie aus der rechten Theke für etwas frittiertes Huhn und Albóndigas (Fleischbällchen), die mit einer dunklen Sauce serviert wurden.

52 - Dominican food - Restaurant Luz - Montellano

Doch mir wurde schnell klar, dass die Portion viel zu groß war – selbst für einen stämmigen Erwachsenen wie mich. Das Huhn war außen schön knusprig und das Fleisch im Inneren einigermaßen saftig sowie mit nur wenig Knochen, aber am besten gefielen mir die Albondigas aus Rindfleisch mit ihrer fruchtigen, leicht pikanten Sauce, denn sie waren äußerst locker und trotzdem kräftig im Geschmack. Aber auch am Bohnenreis und an dem mit Mayonaise angemachten sowie mit Schinken und Gemüse versetzten Nudelsalat gab es so gesehn nichts auszusetzen.
Nach erfolgter Stärkung setzten wir unseren Weg ins La Sirena Einkaufszentrum nach Puerto Plata fort und deckten uns dort mit Fleisch, Brot und Maiskolben zum grillen ein. Außerdem durfte natürlich viel Presidente-Bier und etwas Corona nicht fehlen. Somit stand nichts mehr im Wege, am Abend schließlich den weiterhin sehr wackeligen Grill anzuweren und alles für den Verzehr zuzubereiten.

53 - BBQ zum zweiten / Second BBQ

Ich bediente mich erst einmal wieder bei den Würstchen.

54 - Dominikanische Bratwürste / Dominican Brats

Die linke, hellere Variante war angeblich nach deutscher Art mit Bier hergestellt, wovon man aber wenig schmeckte wie ich fand. Die rechte war auf italienische Art mit zahlreichen Kräutern gewürzt. Waren keine Thüringer Rostbratwürste, aber wenn zu Not geht es auch damit.

55 - Dominikanische Bratwürste - Querschnitt / Dominican Brats - Lateral cut

Nachdem alles aufgegessen war und wir sichergestellt hatten, dass der Grill nicht umkippen und das Haus abfackeln kann – darauf hatte ich bestanden – fuhren wir noch einmal nach Sosua und verbachten dort unsere Zeit im Premium, einer Bar & Disco direkt an der touristisch geprägten Kneipenmeile der Stadt. Zwar bestellte man auch dieses Mal wieder eisgekühlten Brugal-Rum mit Saft zum mischen, ich verzichtete dieses Mal und hielt mich eher ans Bier. Das vesprach mir deutlich weniger Kopfschmerzen am nächsten Morgen. 😉