Archive for the ‘boston’ Category

Boston Skyline

Freitag, Oktober 19th, 2007
Boston Skyline
Blende:4,5 – Verschlußzeit: 0,3 – Brennweite: 33mm – ISO: 1600

Boston Skyline (Night)
Blende:14 – Verschlußzeit: 2 – Brennweite: 44mm – ISO: 1600

Die Skyline von Boston, Massachusetts.
Aufgenommen gestern Abend von Cambridge aus – das Wetter war leicht nebelig, daher sind die Aufnahmen nicht ganz so geworden wie ich es mit vorgestellt habe. Durch den Dunstschleier war die Lichtglocke über der der Stadt weitaus deutlicher zu sehen als bei klarem Wetter.

Update: Die Bilder sind jetzt umgezogen und wieder in Großansicht betrachtbar

Dachblinker

Donnerstag, Oktober 18th, 2007

Nur mal an Rande gefragt: Warum habe Taxis hier in Boston nur diese zusätzlichen Blinker auf dem Dach, gleich neben dem Taxischild. Bei den Taxis in San Francisco habe ich so etwas nicht beobachten können. Vielleicht damit man es besser von einem Bus- oder Truckführerhaus sieht, wenn der Wagen abbiegen will? Aber warum dann nur bei Taxis ?

USS Cassin Young

Mittwoch, Oktober 17th, 2007

Im Bostoner Navy Yard liegt nicht nur die USS Constitution, die ich bereits im Post über den Freedom Trail erwähnt habe, sonden auch die USS Cassin Young, ein Zerstörer der Fletcher-Klasse aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Benannt nach Admiral Frank F. Fletcher (1855 – 1928) baute die USA zwischen 1942 bis 1944 insgesamt 175 Schiffe dieser Klasse. Einen Teil davon wurden nach Kriegsende wohl ironischerweise an Deutschland, Italien und Japan verkauft, Länder mit denen die USA zuvor im Krieg gelegen hatte. Doch eines der Schiffe, eben diese USS Cassin Young, liegt nun als eine Art schwimmendes Museum hier in Boston und kann dort kostenlos im Navy Yard von Charlestown besichtigt werden. Der Name Cassin Young stammt von einem Captain des US Navy, der aufgrund seines heldenhaften Verhaltens während des Angriffes auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 mit einer Medal of Honor augezeichnet worden, aber später in der Schlacht um Gualdalcanal gefallen war.

USS Cassin Young USS Cassin Young

Die USS Cassin Young selbst wurde am 18. März 1943 auf Kiel gelegt wurde und am 12. September 1943 vom Stapel gelassen und erreichte am Pearl Harbor am 19. März 1944, um dort ihr Training abzuschließen.

40mm Anti-Aircraft Gings 40mm Anti-Aircraft Guns
40mm Anti-Aircraft Guns

Anschließend brach sie in den Pazifik auf und erreichte am 11 Juni 1944 Eniwetok, einer Insel der Marshall-Inselgruppe, wo sie zu einem Flottenteil stieß, der die Invasion auf Taipan deckte.

Torpedoes Torpedoes
Torpedos – jeder 2215 Pfund (ca. 1 Tonne)

Torpedo engine
Antriebseinheit eines Torpedos

Von Ende August bis in den Oktober 1944 schützte sie eine Gruppe von Flugzeugträgern, von deren Decks aus Angriffe auf Palau, Mindanao und Luzan geflogen wurden – Inseln, die zu wichtigen Meilensteinen auf dem Weg zu den japanisch besetzten Philippinen.

Cooking pots - Galley Blender - Galley
Kombüse: Links: Kochtöpfe – Rechts: Mixer

Beim Angriff der US Navy auf die Philippinen von Oktober 1944 bis Januar 1945 gehörte sie zu einem Flottenteil, der nach feindlichen Streitkräften auf See suchte und nahm dabei auch an der See- und Luftschlacht von Leyte teil, die vielen Historikern heute noch als größte Seeschlacht der Geschichte gilt.

127mm Canon - Foredeck 127mm Canon - rear deck
127mm Kanonen: Links: Vorderdeck – Rechts: Hinterdeck

Inside a turret Inside a turret
Im Inneren eines 127mm Geschützturms

Am 19. Februar 1945 während des Beginn des Angriffes auf die Vulkaninsel Iwo Jima nahm die USS Cassin Young nur Wachpositionen am Rande der Flotte ein.

Emergency Radio Room Sick Bay
Links: Funkraum – Rechts: Krankenstation

Laundry
Wäscherei

Supply/Operations Office Wardroom
Links: Supply/Operations Office – Rechts: Offiziermesse

Während dem Angriff auf Okinawa im August 1945 bekam sie wieder eine aktivere Rolle, bei der sie unter anderem Unterwasseroperationen schützte und bei dem Angriff auf die Strände Feuerschutz gab.

20mm Anti-Aircraft Gun 20mm Anti-Aircraft Gun
20mm Anti-Aircraft Gun

Trotz schwerer Kamikaze-Angriffe während dieser Operation überstand der Zerstörer auch den Angriff auf Okinawa und rettete dabei sogar zwei Seeleuten eines gesunkenen Zerstörers das Leben und half dabei, viele der japanischen Flugzeuge abzuschießen. Sie erhielt für ihre Einsätze insgesamt vier Battle Stars – eine Auszeichnung der US Navy für Kampfeinsätze.

Ammunition Handling Room life belt
Links: Munitionierungsraum – Rechts: Rettungsring

Nach dem zweiten Weltkrieg nahm sie noch an Einsätzen im Mittelmeer, im Nahen Osten und während des Koreakrieges teil, wurde aber nicht mehr in nennenswerte Kampfhandlungen verwickelt. Am 1. Dezember 1974 wurde sie schließlich außer Dienst gestellt und wird seitdem als Museumsschiff im Hafen von Boston konserviert und in Schuss gehalten.

Crew Quarters Depth Charges
Links: Mannschaftsquartiere unter Deck – Rechts: Wasserbomben

Bridge Stars & Stripes
Links: Brücke – Rechts: Stars and Stripes

Mir war nie bewußt gewesen wie beengt die Verhältnisse auf einem solchen Schiff eigentlich waren. Alleine die enge Küche, die winzige Wäscherei oder die Mannschaftsquartiere im Rumpf des Schiffes mit dreistöckigen Kojen haben mir dies aber wirklich vor Augen geführt. Man bedenke daß dieser Zerstörer gerade einmal 115m lang und 12m breit ist, aber eine Besatzung von bis zu maximal 329 Personen haben konnte. Einzig bedauerlich fand ich, daß die oberen und unteren Decks während meines Besuches auf dem Schiff für die Öffentlichkeit gesperrt waren. Ich hätte mir gerne einmal die Brücke oder den Maschinenraum angesehen. Trotzdem fand ich den Besuch auf einem solch geschichtsträchtigem Schiff mehr als Aufschlußreich…

Holocaust Memorial Boston

Mittwoch, Oktober 17th, 2007

Bevor wir uns dem Sonntag zuwenden, möchte ich noch zwei Orte in Boston kurz erwähnen, auf die ich während meines Fußmarsches durch die Stadt gestoßen bin und deren Existenz ich bereits im Post über den Freedom Trail kurz erwähnt hatte. Der erste dieser Orte ist das Holocaust Memorial Park (Position) im in der Nähe des alten Marktes, nur knapp 500m von der Fauneuil Hall entfernt. Als ich die sechs Glaskonstruktionen das erste mal sah, hielt ich es für eine Art Kunstwerk. Doch schon als ich mich ihm nährte, sah ich die Granitblöcke, in welche die Begriffe „Holocaust“ und „Shoah“ eingemeißelt waren.

Holocaust granite blocks
block

Auf der einen Seite der Gedenkstätte waren die sechs Glastürme zu sehen, in denen aus einem Gitter im Boden (Wasser-)Dampf austrat.


Glas tower smoke

Ein weitere einzelner Granitblock stand an der Abzweigung in Richtung dieser Türme, auf dem Inneren eine Art Timeline des Holocaust von 1933 bis 1945 eingemeißelt.

granite block

Einige Schritte weiter auch dem Boden fand sich das Wort „Remember“ auf englisch und hebräisch in den den Boden gemeißelt. Ebenso war vor jedem der Türme der Name eines der Vernichtlungslager verewigt worden. Somit war klar, daß jeder Turm für eines der Lager stand

Engravings
Collage der eingemeißelten Namen der Lager und Schriftzüge vor den Glastürmen

Auf dem Glas der Türme, das man aus einiger Entfernung für Milchglas hätte halten können, erkannte man beim Näherkommen Nummern, tausende von Zahlen, die vom Fuß bis zur Spitze in das Glas eingraviert schienen. Wohl die Häftlingsnummern der Ermordeten. Aus Tafeln aus Plexiglas zu beiden Seiten des Turminneren konnte man Aussagen von Überlebenden der Lager lesen.

numbers

Alles in allem eine beeindruckende und vor allem aufwendige Gedenkstätte an die Verbrechen des Dritten Reiches.

Freedom Trail – Boston

Montag, Oktober 15th, 2007

Die Stadt Boston ist für die Amerikaner eine recht geschichtsträchtige Stadt. Nicht nur daß mit der wohl auch in Europa bekannten Boston Tea Party ein wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit gemacht wurde, nein, hier fand mit der Schlacht von Bunker Hill auch einer der wichtigsten Schlachten in jenem Unabhängigkeitskrieg statt und viele der Gründungsväter der Vereinigten Staaten wirkten hier und liegen hier auch begraben. Um die geschichtliche Bedeutung der Stadt hervorzuheben und es den Touristen wohl auch einfacher zu machen, all die historisch wichtigen Stätten in der Stadt zu finden wurde der sogenannte Freedom Trail eingerichtet, der durch Boston und Charlestown zu all jenen Punkten führt, die als so wichtig erscheinen in der amerikanischen Geschichte. Am Samstag Vormittag machte ich mich also auf den Weg, diesen Freedom Trail etwas zu erkunden und damit als Boston-Neuling auch etwas von der Stadt zu sehen.
Start des Freedom Trail ist in eigentlich am Boston Common, einem Park im südlichen Zentrum der Stadt. Ich selbst hatte den Mietwagen in einem Parkhaus Clinton Street, Ecke North Street abgestellt und habe mit daher nicht alles in der eigentlich vorgesehenen Reihenfolge angesehen. Dennoch möchte ich in diesem Post den eigentlichen Weg einhalten uns alle Punkte vom Start an der Visitor Information im Boston Common Park bis hin zur USS Constitution mehr oder weniger kurz beschreiben. Man kann den Weg eigentlich fast nie verfehlen, denn zur Führung der Touristen wurde ein breiter roter Streifen auf die Wege gemalt oder in Form von Backsteinen dort eingelassen.
Starten wie also am Visitor Center, einem eher unscheinbaren Gebäude im Boston Common Park.

The Freedom Trail
The Freedom Trail
Visitor Center Freedom Trail Sign
Links: Visitor Center – Rechts: Im Boden eingelassene Freedom Trail Plakette

Quer durch den östlichen Teil dieses Parkes hinauf führt uns der Trail dann zum State House, einem recht imposanten Bau aus dem Jahre 1789, das vor allem durch sein goldenes Kuppeldach auffällt. Am Fuße des Beacon Hill von Boston gelegen ist es heute sowohl Museum als auch noch teilweise Sitz für die Repräsentanten des US-Bundesstaates Massachussets dient. Gegenüber des State Houses findet man ein Relief, das zum Gedenken an Robert Gould Shaw und das 54te Massachussets Regiment, einer Abteilung der Unionsarmee während des amerikanischen Bürgerkrieges.

Boston Common State House
Links: Die rote Linie des Freedom Trail – Rechts: State House
Robert Gould Shaw
Robert Gould Shaw/54th Massachussets Regiment Gedenkrelief

Wieder durch den Park hinunter zur Tremont Street findet sich gleich etwas weiter an der Ecke Tremont / Park Street die Park Street Church mit dem daran angrenzenden Granary Burying Ground – einem alten Friedhof auf dem viele bekannte Persönlichkeiten aus den Zeiten der Amerikanischen Revolution beerdigt sind. Unter anderem finden sich hier die Gräber von Samual Adams und Paul Revere. Der Obelisk mit der Aufschrift „Franklin“ ließ mich erst denken, daß dieser hier auch beerdigt ist – eine kurze Recherche zeigte jedoch daß das Grab von Benjamin Franklin in Pennsylvania liegt.

Granary Burying Ground Granary Burying Ground
Links: Franklin-Obelisk – Rechts: Granary Burying Ground & Park Street Church
Granary Burying Ground Granary Burying Ground
Links: Samuel Adams Grab – Rechts: Grabstein
Granary Burying Ground
Grabstein

Ein Stück weiter die Tremont Street entlang gelangt man dann zur King’s Chapel mit ebenfalls angrenzenden kleinen Friedhof. King’s Chapel aus dem Jahr 1688 diente vor allem den britischen Beamten zur Kolonialzeit, die entgegen der anderen Einwohnern der Kolonie ja keine Puritaner waren. Da niemand den nicht-puritanischen Engländern Land verkaufen wollte, wurde die Kapelle auf dem bestehenden Friedhof errichtet. Der Steinbau den man heute sieht wurde 1749 errichtet.

King's Chapel
King’s Chapel

Folgt man der Straße hinunter, gelangt man zur „Old City Hall“, vor der sich Statuen von Benjamin Franklin und Jobiah Quincy befinden. Im Vorhof fand ich auch eine Plastik eines Esels, vor der zwei Abdrücke von Schuhen in den Boden gelassen sind, in die Elefanten eingraviert sind und darunter der Spruch „Stand in Opposition“. Nun muß man Wissen, daß der Esel das Symbol der Demokraten und der Elefant das Symbol der Republikaner hier in den USA sind. Den Rest überlasse ich mal der Fantasie. 😉

Old City Hall Benjamin Franklin
Links: Old City Hall – Rechts: Benjamin Franklin
Donkey Footsteps
Links: Donkey – Rechts: Footsteps mit Elefanten

Gegenüber des Rathauses hätte sich noch die „First Public School Site“ befunden – doch leider verpasste ich diese ebenso wie den „Old Corner Book Store“, den ich zwar gesehen habe, aber nicht für ein Bestandteil des Freedom Trails hielt. Aber gegenüber der darauf folgenden Station, des „Old South Meeting House“ fand ich eine Figurengruppe, die ich hier noch einmal kurz erwähnen möchte. Sie stellt die Leiden während einer Hungersnot in Boston kurz nach der Gründung der Kolonie. Leider habe ich versäumt, die entsprechenden Schilder soweit zu studieren, daß ich die ganze Geschichte hier wiedergeben könnte.

Starvation Statues Starvation Statues
Statuen zum Gedenken an die Hungersnot

Das Old South Meeting House, der wie oben erwähnt nächste Punkt des Freedom Trails. In dieser alten Puritanischen Kirche wurde die Boston Tea Party gestartet – sie sollte jedoch 1876 ursprünglich abgerissen werden und konnte in letzter Minute gerettet werden. Heute befindet sich ein Museum in ihr.

Old South Meeting House Old South Meeting House
Old South Meeting House

Ein Stück die Straße herunter, weiter der roten Linie auf dem Gehweg folgend gelangt man anschließend zum „Old State House“, dem ältesten öffentlichen Gebäude in Bosten, das 1713 errichtet ursprünglich der britischen Kolonialverwaltung als Sitz diente. Von seinem östlichen Balkon wurde am 18. Februar 1776 die amerikanische Unabhängigkeitserklärung erstmals vor den Bürgern von Boston verlesen. Von 1830 bis 1846 diente es Boston sogar als Rathaus.

Old State House Old State House
Links: Old State House – Recht: East Side Old State House mit Balkon

Gegnüber des Old State House befindet sich nach Plan auch die Massacre Site – ein Ort an dem am 5. März 1770 eine Gruppe junger britischer Soldaten in einen Mob von Kolonisten schoß, der sie mit Schneebällen bewarf und mit Steinen und Knüppeln bedrohte. Dabei wurden 11 der Kolonisten verwundet oder getötet. Leider habe ich kein Foto von dieser Stelle, denn ich machte mich gleich weiter auf den Weg zur Faneuil Hall mit dem davor befindlichen Statue von Samuel Adams. Das im Jahre 1741 vom wohlhabenden Kaufmann Peter Faneuil errichtete Gebäude gilt den Amerikanern als „home of free speech“ und als „cradle of freedom“ (etwas großspurig finde ich), denn während sich im Erdgeschoß zur Revolutionszeit eine Markthalle befand, wurde in den oberen Geschossen Treffen und Foren der mit der mit England unzufriedenen Kolonisten abgehalten, die wohl unter anderem mit zur späteren Abspaltung und Gründung der USA führten.

Samuel AdamsFauneuil Hall
Links: Samuel Adams – Rechts: Faunueil Hall
Faneuil Hall
Fauneuil Hall

Nicht Bestandteil des Freedom Trails, aber erwähnenswert ist hier auch der Quincy Market gleich hinter der Faneuil Hall – einem neoklassizistischen Bau, die wohl eine weitere Markthalle der Stadt darstellt. Benannt ist sie nach Josiah Quincy – einer Figur aus dem Unabhängigkeitskrieg.

Quincy Market Quincy Market
Quincy Market

Der weitere Weg führt nun an einem Holocaust Mahnmal vorbei – das ich jedoch in einem separaten Post beschreibe – durch die alte Marktgebäude hindurch zu einem Parkstreifen, in dem sich eine Promenada mit Wasserspielen befindet und führt dann in Richtung des Little Italy von Boston, dem North End.

Boston Park Union Oyster House
Links: Wasserspiele und Promenade – Recht: Blick auf den alten Marktbezirk / Union Oyster House

Hier gelangt man zum Paul Revere Haus – dem alten Wohnhaus dieses Revolutionäres, welches im Jahre 1680 errichtet als ältestes Gebäude in Downtown Boston gilt und auch kurz vor dem Abriss noch gerettet wurde und heute ein Museum beherbergt. Der Eintritt von gerade einmal drei Dollar wäre zwar mehr als bezahlbar gewesen – aber ich verzichtete dennoch auf einen Besuch, da ich nicht wußte wie viel Zeit der Rest des Trails in Anspruch nehmen würde.

Paul Revere House Paul Revere House
Paul Revere House

Vorbei an der St. Stephens Church und der Paul Revere Mall, einem kleinen Park mit einem Reiterstandbild von Revere machte ich mich nun auf den Weg in Richtung der Old North Church.

St. Stephens Church Paul Revere Statue
Links: St. Stephens Church . Rechts: Paul Revere Standbild

Im unteren Hof der Old North Church fand ich noch etwas, das hier kurze Erwähnung erfahren soll. Zwischen einigen Pfählen waren hier „Hundemarken“, also Soldatenplaketten der US-Army aufgehanden (ohne Gravur jedoch), davor einige gepflanzte Blumen und ein Topf mit einem kleinen Kranz in Landesfarben. Das ganze diente als Gedenkstätte der Gefallenen des aktuell laufenden Irak-Krieges.

Iraq War Memorial - Old North Church
Iraq War Memorial - Old North Church Iraq War Memorial - Old North Church
Iraq War Memorial mit „Hundemarken“

Die North Church selbst fand ich nicht so sehenswert – sie gilt aber dennoch als eines der meistbesuchten historischen Gebäude der Stadt, denn vom Turm dieser Kirche wurden von ihrem Küster Robert Newmann am 18. April 1775 zwei Laternen hochgehalten, die Paul Revere signalisierten, daß die Briten in Richtung Concorde und Lexington marschierten, um Samuel Adams und John Hancock festzunehmen und das dortige Munitionsdepot zu sichern. Das war nach den Geschichtsbüchern der Zündfunke zum Ausbruch der Amerikanischen Revolution gegen die britische Kolonialmacht.

Old North Church Old North Church
Old North Church

Folgt man der gradlinig vom Eingang der Old North Church verlaufenden Straße hinauf, gelangt man schließlich zum Copp’s Hill Burying Ground – einem weiteren alten Friedhof. Hier sind vor allem Handwerker, Händler und Künstler des Bostoner North Ends begraben, aber er diente auch vielen der freigelassenen Afroamerikaner, die nach dem Bürgerkrieg hier siedelten als Begräbnisstätte. Historische Bedeutung erlangte er aber vor allem auch, weil die Briten hier ihre Kanonen während der Schlacht von Bunker Hill stationierten, da sie von hier das beste Schußfeld auf diesen Hügel hatten.

Copp's Hill Burying Ground Copp's Hill Burying Ground
Copp's Hill Burying Ground Copp's Hill Burying Ground
Copp's Hill Burying Ground Copp's Hill Burying Ground
Copp's Hill Burying Ground Copp's Hill Burying Ground Burying Copp's Hill Burying Ground
Eindrücke vom Copp’s Hill Friedhof

Vom Copp’s Hill aus führt der Weg in Richtung der alten Charlestown-Bridge, einem ziemlich alt aussehendem Eisenkonstrukt, über das man herüber in den Stadtteil Charlestown gelangt. Von ihr aus hat man einen wunderbaren Blick auf den Charlestown River, den sie überspannt sowie einen Teil des Hafens der Stadt.

Charlestown Bridge Harbor View - Charles River
Links: Charlestown bridge – Recht: Harbor & Charlestown River
Yacht harbor & Bunker Hill Boats on Charles River
Links: Yachthafen – Rechts: Boote auf dem Charles River

Ich durchquerte dann den City Square Park, in dem sich die archäologischen Überreste des Great House oder The Cranes Tavern befinden – kein Bestandteil des Freedom Trail, aber schon an sich ganz nett anzusehen. Im Jahre 1629 errichtet befand sich im Great House zuerst der Sitz von John Winthrop, dem damaligen britischen Gouvernour. Ab 1635 wurde es dann als Meeting House und Taverne genutzt und während einer Feuersbrunst im Jahre 1775 während der Schlacht von Bunker Hill zerstört. In den 1980er Jahren fand man die Überreste dann während der Bauarbeiten zu einem neuen Highway und erforschte sowie konservierte sie hier. Es wurden auch viele alte Artefakte aus jener Zeit dabei entdeckt. Archäologie auf Amerikanisch…

City Square Park - Charlestown City Square Park
Links: City Square Park Wetterhahn – Recht: Fundamente Great Hall / The Cranes Tavern
City Square Park City Square Park
City Square Park

Gleich hinter dem Park entdeckte ich in einem kleinen Seitenhof eine kleine Vietnam Gedenkstätte, die noch vom Memorial Day vor ein paar Wochen mit Flaggen geschmückt war.

Vietnam Memorial Vietnam
Vietnam Memorial

Durch Charlestown hindurch ging es dann an einem kleinen Park mit Namen „Training Field“ vorbei – hier wurden die kolonialen Truppen während des Unabhängigkeitskrieges trainiert vorbei hinauf in Richtung Bunker Hill. Als ich dort entlang kam, fand in dem Park gerade ein kleiner Flohmarkt statt. Inmitten des Parkes fand sich eine Statue in Form eines Engels, der von zwei Soldaten flankiert war.

Training Park Training Park
Links: Training Field mit Flohmarkt – Rechts: Statue auf dem Training Field

Schließlich und letztendlich erreichte ich dann den Bunker Hill mit dem Bunker Hill Monument – einem riesigen Obelisken. Hier fand ein Teil der Schlacht von Bunker Hill statt, das Monument wurde zwischen 1827 und 1843 hier aus Granit erbaut. Um diesen Granit heran zu schaffen, entstand auch gleichzeitig die erste Eisenbahn der USA. Bereits zuvor stand hier seit 1794 eine 5,5 Meter (18 Fuß) hohe hölzerne Säule, die von einer Freimaurerloge zu Ehren ihres bei der Schlacht gefallenen Mitgliedes Joseph Warren errichtet worden war. Eine Statue dieses Warren steht auch heute noch in dem daneben errichteten Ausstellungsgebäude. Die Schlacht ging zwar für die Amerikaner verloren – aber sie gilt als erste große Schlacht des Unabhängigkeitskrieges. Eine kleine Statue des kommandierenden Colonel William Prescott – dem man übrigens den Ausspruch „Schießt nicht, bevor ihr das Weiße in ihren Augen seht.“ zuschreibt, ist direkt vor dem Obelisken aufgestellt.

Bunker Hill Memorial Bunker Hill Memorial - Massachussetts Site
Links: Erster Blick aus der Nähe – Rechts: Massachussets Gate Inschrift
Bunker Hill Memorial Colonel William Prescott - Bunker Hill Memorial
Links: Bunkel Hill Monument – Rechts: Statue von Colonel William Prescott
Bunker Hill Memorial Bunker Hill Memorial
Links: Ausstellungsgebäude – Rechts: Joseph Warren Statue

Der Obelisk selbst ist innen teilweise hohl und mit einer 292 Stufen zählenden Treppe versehen, die das Besteigen des Monuments ermöglicht. Obwohl ich bereits vom bisherigen Weg etwas geschafft und mit der Kameratasche bepackt war, machte ich mich dennoch daran, den Weg nach oben zu bezwingen. Natürlich war ich ziemlich fertig, als ich oben ankam – aber der Ausblick belohnte mich allemal. Ein wunderbarer Blick über Boston eröffnete sich mir von hier aus. Einzig Bedeutung der gesprungenen Kanone in der Spitze des Obelisken hat sich mir allerdings nicht eröffnet. Allerdings fiel mir auf daß auch hier – wie bereits beim Coit Tower in San Francisco – Geld auf den Fensterbänken lag. Seltsame Angewohnheit…

Bunker Hill Memorial Stairs - Bunker Hill Memorial
Links: Hinweisschild – Rechts: Treppenaufgang im Obelisken

Boston View Harbor - Boston
Boston - Old Bridge Boston
Boston Harbor Boston Bridge
Ausblick aus dem Bunker Hill Monument Obelisken auf Boston

Canon - Top of Bunker Hill Memorial Bottom of Bunker Hill Memorial
Links: Beschädigte Kanone – Rechts: Gedenkstätte am Fuße der Treppe des Obelisken
Money - Bunker Hill Memorial
Geld auf der Fensterbank

Nach einer kurzen Verschnaufpause am Fuße des Obelisken machte ich mich dann auf den Weg zum letzten Punkt des Trails: Der USS Constitution unten im Hafen am Charles River. Die Constitution (zu dt.: „Verfassung“) ist eine 44-Kanonen Fregatte der US-Navy aus dem Jahre 1797 und gilt als ältestes noch im Dienst befindliche Segelschiff der Welt. Sie hat zwar keine Rolle im Unabhängigkeitskrieg gespielt, jedoch besiegte sie im Kriege des Jahres 1812 die HMS Guerriere und brach damit den Nimbus des Unbesiegbarkeit der britischen Royal Navy. Sie dient heute als reines Repräsentationsschiff.

Charlestown Navy Yard USS Constitution
Links: Eingang zum Navy Yard – Rechts: USS Constitution

USS Consitution USS Constitution
USS Constitution

Boston Skyline
Blick auf Boston vom Navy Yard aus

Da die Schlange eines Besuches auf dem Schiff ziemlich lang war, verzichtete ich auch hier auf eine Führung. Vielmehr wandte ich mich dem zweiten Schiff hier zu, der USS Cassin Young. Doch davon im nächsten Post mehr – das würde die sowieso schon übermässige Länge dieses Posts wirklich vollkommen aufblähen. Damit schließe ich für heute ab – bald mehr aus Boston.

Sports Grille Boston

Sonntag, Oktober 14th, 2007
Boston Sports Grille

Gesehen im der 132 Canal Street, Boston, MA.

Ouch!

Sonntag, Oktober 14th, 2007
Ouch!

Gesehen im Hafen von Boston / Charlestown.
Aber was das tragen von Sicherheitsschuhen mit einem Hund zu tun hat, kann ich nicht sagen. Ich denke mal daß es sich um eine mir unbekannte amerikanische Redewendung handelt.

Vorgarten

Freitag, Oktober 12th, 2007

Gesehen bei der Anfahrt auf Boston.
Da aus dem Auto im allmorgendlichen Stop- & Go-Verkehr aufgenommen nicht ganz so toll geworden, aber ich möchte es dennoch hier nicht vorenthalten. 😉