Deutschland ist Weltmeister 2014

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Yessssss: Deutschland ist Weltmeister 2014! Was für ein Spiel, das war wirklich knapp. Spannung bis zur letzten Minute… *freu*

Schokoladen-Zalando-Bote

Als ich heute Abend in einer Filiale der Supermarktkette Tengelmann einige Dinge zur Aufstockung meines Kühlschrankes einkaufte, stieß ich auf etwas, das mir einen Mischung aus Graus und Anerkennung der großen Dreistigkeit über den Rücken jagte: Man hatte die aus diesem Zalando-Werbeclip bekannte Figur des Zalando-Boten als Ersatz des traditionellen Weihnachtsmannes doch tatsächlich Realität werden lassen.

Zalando-Bote
Zalando Schoko-Bote

“Entkleidet” man ihn, liegt die Vermutung nahe dass man hier einfach einen Schoko-Weihnachtsmann mit einer neuen Hülle versehen hat. ­čśë


Links: Umhüllung – Rechts: Schoko-Inhalt


Links: Produktcode – Rechts: Inhaltsstoffe

Für 79 Eurocent gibt es also jetzt auch einen aus 50g Milchschokolade bestehenden Schoko-Zalando-Boten im Einzelhandel. Eigentlich ein kluger werbetechnischer Schachzug der Zalando-Gruppe, diesen Teil ihrer grenzwertig-dreisten Werbung die seit 2008 über die Fernseh- und Radiokanäle zu sehen bzw. hören ist und nicht nur Begeisterungsstürme hervorruft. ­čśë
Seit ich weiß, dass bei Zalando (genau wie z.B. bei eDarling, myphotobook oder BigPoint) als Kapitalgeber die Samwer-Brüder mit drin hängen, die ja schon versucht haben mit dem Klingelton-Anbieter Jamba! eine ganz Generation von Jugendlichen durch grenzwertig-legale Abofallen um ihr Taschengeld zu bringen, war mir sofort klar dass ich dort mit lieber nichts bestellen werde. Auch wenn ich nie zum Jamba-Opfer geworden bin – ich habe in meinem Leben keinen einzigen Klingelton käuflich erworben – sollte man Menschen, die versuchen ohne jedes Gewissen die Unerfahrenheit von Minderjährigen und jungen Erwachsenen auszunutzen, lieber nicht trauen. Aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung, vielleicht tue ich Zalando ja auch unrecht – aber ich bin da lieber vorsichtig.
Dennoch muss man der Berliner Agentur Jung von Matt für diese ausgeklügelte und nun sogar bis in die heimischen Supermärkte reichende Werbeaktion ausgearbeitet hat und dafür 2011 auch mit dem Effie-Preis ausgezeichnet wurde wirklich Respekt und Anerkennung zollen. Und das war mir die 79 Cent für den Erwerb dieses Schoko-Zalandoboten wirklich wert.

BTW: Liefert Zalando nicht mit der DHL? Dann wäre der Zalando-Bote ja sowieso ein Mythos… *g*

Toto & Harry live ?

Live
Gesehen in Karlsruhe. Ich weiß ja nicht – aber Toto & Harry Live auf der Bühne finde ich dann doch etwas daneben. Das erscheint mir doch eher wie reine Geldmacherei. Na ja, wems gefällt. Dabei hat mir die Serie (ich glaube damals auf Sat1) eigentlich ganz gut gefallen – sozusagen die Mutter aller Polizeidokusoaps hier in Deutschland. Aber auf der Bühne kann ich mir das irgendwie nicht vorstellen…

Verlinken verboten

Durch das Internet hat sich die Medienlandschaft stark verändert, das sollten inzwischen alle mitbekommen haben. Weg vom Neuigkeiten-Oligopol der Medienkonzerne wie AP oder Reuters hin zu einem liberaleren Markt, bei dem jeder News zitieren, und um eigene Informationen ergänzen konnte.
Doch wie man im Spiegel lesen kann, soll es nach Willen der verknöcherten und geldgeilen Alt-Oligarchen wie AP (Associated Press) damit nun wieder vorbei sein. Verlinken verboten, zitieren verboten, verwenden von Inhalten nur gegen Geld, viel Geld – so der Plan – und jeder Textartikel wird auch gleich mit DRM verseucht. Jedes lesen eines Artikels durch einen Nutzer soll aufgezeichnet und gespeichert werden – zu späteren Auswertung. Außerdem soll ein Robot ständig durch Netz jagen und unerlaubtes Verwenden von Newsschnipseln tracken und unterbinden. Wahrscheinlich gleich mit einer API zum direkten generieren von Abmahnungen. Wie das ganze funktionieren soll findet sich u.a. hier bei TechCrunch. Auch gulli.com berichtet darüber.
Nicht dass man sich die Mühe macht, ein sinnvolles, den aktuellen Gegenheiten angepasstes System zu entwickeln. Nein! Es wird natürlich gleich mit dem Urheberrechts- und DRM-Hammer ausgeholt, um alles kaputt zu schlagen, was sich in natürlicher Netzevolution über die Jahre entwickelt hat und nicht in die zurückgebliebene Denkweise der Newsoligarchen passt.
Sind wir mal ehrlich: Welcher Blogger oder private Mensch zahlt 12,50 Dollar für ein Zitat ab fünf Wörter Länge aus einem AP-Artikel? Verlinken von interessanten Artikeln in freien, kostenlosen Werken wie der Wikipedia wäre damit per se nicht mehr möglich, ebenso würde das aggregieren von Neuigkeiten aus verschiedenen Quellen damit abgestellt und die alte Form der Wahrheits- und Realitätsschaffung durch einige wenige Organisationen wie sie vor dem Internet existierte würde wieder hergestellt. Tod der freien Meinungsäußerung, dem Internet und einer unabhängigen, konzernfreien Presse. Das Volk hat nur zu konsumieren und zu zahlen, nicht seine Meinung zu deren “unfehlbaren Qualitätsjournalismus” zu äußern! Hier in Deutschland werden sich ja auch schnell Fürsprecher für diese kommerzialisierung der Information finden, allen voran Hubert Burda, der ja bereits seine Forderungen in dieser Richtung geäußert hatte. Zu den Thesen dieses Menschen hatte ich mich ja hier schon ausgelassen.
Die Gesetzesgrundlagen werden durch entsprechende “Parteispenden” und die Arbeit schleimiger, gewissensloser Lobbyisten in der internetfremden, ewig-gestrigen Politikerkaste mit Sicherheit auch schnell geschaffen und durch die Parlamente durchgewunken. Damit wäre die freie Nachrichtenwelt entliberalisiert, ja sozusagen tot und die Abmahnanwälte bekämen wieder viel zu tun. Hauptsache das Geld fließt wieder in die Taschen des eigentlich als nichtkommerzielle Organisation gegründeten AP. Kranke Welt!
Für mich wieder ein Grund mehr, Piraten zu wählen. ­čśë Das Urheberrecht muß wirklich dringenst der Realität und den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Daily political Dünnpfiff – Heute: der Internetausweis

Es vergeht wirklich kein Tag, an dem nicht neuer geistiger Dünnpfiff von unseren Bundespolitikern veröffentlicht wird. Wie ich heute bei golem.de lesen darf fordert dieses mal Fraktionsvize der Union (CDU – was sonst?) Wolfgang Bosbach den “rückverfolgbaren Internetausweis” mit dem jeder Internetnutzer genau identifizierbar wird. Noch mehr gläserner Bürger. Außerdem fordert er mehr verdeckte Ermittler als Internetpatroullie, die ständig nach dem unsagbar Bösen aus dem den meisten Politikern wohl unverständlichen Internetz suchen. Warum gibt der seinem Kind nicht gleich einen Namen: Internet-Stasi. Warum fordert eigentlich kein CDU-Politiker, jedem Menschen eine Wanze mit Peilsender zu implantieren, um ihn ständig überwachen und kontrollieren zu können? Im Rahmen der Terrorismusbekämpfung wäre das doch sehr hilfreich. Oder würde das eventuell ihre Stammwählerschaft verärgern?? ­čśë
Ich hoffe wirklich darauf, dass diese Leute zur Bundestagswahl im September wirklich mal eine Abreibung durch die Wähler erhalten. Wer so massiv gegen jeglichen Datenschutz vorgeht, gehört nicht an die Regierung sondern verboten (um mal den Terminus der Politiker zu verwenden). Die Gesetzgebung ist kein grund- und bürgerrechtefreier Raum – auch wenn in den Köpfen einiger Politiker es wohl so zu sein scheint.