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Impressionen vom Winter Tollwood 2010

Tuesday, December 14th, 2010

Gestern Abend ließen wir uns dazu hinreißen, dem hiesigen Tollwood Festival auf der Theresienwiese einen Besuch abzustatten. Im Jahre 1988 wurde das erste Tollwood Musikfestival im Sommer im Olympiapark Süd hier in München veranstaltet und findet seit 1991 auch im Winter statt. Nach einem heftigen Schneesturm im Jahre 1999 auf dem alten Veranstaltungsort in der Arnulfstraße, bei dem das Festival heftig in Mitleidenschaft gezogen wurde, zog die winterliche Veranstaltung im Jahre 2000 auf die Theresienwiese um, wo sie heute noch stattfindet. Ein weiterer Bonus im Winter ist der zusätzlich stattfindende Weihnachtsmarkt, der für uns auch der Hauptgrund war dieser Veranstaltung einen Besuch abzustatten. Im Winter findet Tollwood vom ersten Adventssonntag bis Neujahr statt, wobei der Weihnachtsmarkt mit dem 23ten Dezember endet.

Tollwood
Tollwood Logo

Direkt am Ausgang des U-Bahnhof Theresienwiese (Linie 5) trafen wir erst einmal auf einige Lichttürme, einer Kunstinstallation die vielen Besuchern als Fotomotiv diente. Daneben fanden wir eine Tafel, auf der die einzelnen Veranstaltungen in den verschiedenen Zelten aufgezeigt wurden.

Lichttürme Heute auf Tollwood
Links: Lichttürme – Rechts: Veranstaltungshinweise

Skulptur
Skulptur

Dabei fiel mir auf, dass nicht alle Zelte für Musik reserviert waren, viel mehr umfasste das Angebot ein breites Spektrum an Kunst- und Zerstreuungsangeboten. Neben zwei Orten mit Essensangeboten las ich von Comedy, Theater, Musik über Akrobaten bis hin zu Kinderangeboten und einem Vorlesezelt – ein extrem breites Angebot an Kultur das wirklich für jeden Geschmack etwas zu bieten schien.
Unser Augenmerk lag aber primär auf den Aussenangeboten. Und was die Buden angeht war dieses deutlich alternativ angehauchte Weihnachtsmarkt wirklich viel zu bieten.

Capi-Club Feuerzangebowle
Links: Capi-Club – Rechts: Feuerzangenbowle

Neben zahlreichen Getränkeangeboten wie den hier gezeigtem Capi-Club, der neben Mixgetränken natürlich auch mit Glühwein aufwartete oder diesem Feuerzangenbowlen-Stand fanden sich auch reichlich amüsant betitelte Angebote. Da fanden sich zum Beispiel die Schräglage, das Hölleneck die Bärenhöhle oder die Schwedenbar.

Schräglage Hölleneck
Links: Schräglage – Rechts: Hölleneck

Bärenhöhle Schwedenbar
Links: Bärenhöhle – Rechts: Schwedenbar

Met
Met Amensis

Dass das Angebot solcher Lokalitäten natürlich primär aus alkoholischen Getränken verschiedenster Ausprägung bestand brauche ich wohl kaum noch zu erwähnen. Auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass Alkohol nicht wirklich zum aufwärmen bei niedrigen Temperaturen eignet schien dass die meisten Besucher nicht wirklich zu kümmern. Viel mehr wurde fröhlich dem Glühwein, heißen Caipirinha, heißem Eier- oder Schokopunsch, heißem Met oder anderen Kreationen gefrönt. Da wir jedoch morgen arbeiten wollten und teilweise noch mit dem Auto fahren wollten, hielten wir uns jedoch natürlich etwas zurück.
Neben Getränkeangeboten fanden sich natürlich auch passend dazu reichlich Essensangebote aus aller Welt. Im Freien sah ich unter anderem Buden wie die Türken Oase mit Döner und Lahmacun, eine Pizza Hütte mit Holzofenpizza, Die Kartoffel-Reiberei mit verschiedenen Kartoffel-Reibekuchen

Türken Oase Pizza Hütte - Holzofenpizza
Links: Türken Oase – Rechte: Pizza Hütte

Die Kartoffel-Reiberei
Die Kartoffel-Reiberei

oder die Bratwursthütte an der wir erst einmal unseren abendlichen Hunger stillten. Ich entschied mich dabei für einen 1/2 Meter Bratwurst zum Preis von vier Euro.

Bratwursthütte
Oben: Bratwursthütte – Unten: Pommestüten-Figur an der Bratwursthütte
Pommestüte

1/2 Meter Bratwurst
1/2 Meter Bratwurst

Die dünne, in der Mitte zerbrochen im Baguette servierte Bratwurst erwies sich als recht lecker, vom Preis-Leistungsverhältnis fand ich es absolut in Ordnung.
In einem der Zelte fanden sich aber noch viel exotischere Angebote, die mich teilweise noch weitaus mehr interessiert hätten.

Berberhaus Master Fu - Chinesische Garküche
Links: Berberhaus – Rechts: Master Fu – Chinesische Garküche

African Cuisine Die Griechin
Links: African Cuisine – Rechts: Die Griechin

Chada Thai Siam Thai-Suppen
Links: Chada Thai Thailändische Spezialitäten – Rechts: Siam Nudeln Thai-Suppen

Beim Berberhaus bot man z.B. Hanfteigtaschen an, Master Fu, eine chinesiche Garküche, hatte einige Live im Wok gebratene Asiagerichte und in der African Cuisine fanden sich Speisen mit Springbock oder afrikanische Teigtaschen. Außerdem gab es bei Die Griechin mit Gyros und anderen Spezialitäten aus dem südöstlichen Mittelmeerraum sowie mit Chad Thai und Siam Nudeln einige thailändische Angebote. Ein weiterer Bonus wäre es gewesen, dass man sich mit etwas Glück hier noch an einen der Tische hätte setzen können. Aber wie gesagt: Nur mit etwas Glück, denn in der wohligen Wärme des Zeltes war es natürlich brechend voll.
An so gut wie jedem der Essensstände hing im übrigen ein Schild, welches anzeigte dass Tollwood eine “gentechnikfreie Zone” sei. Na dass der Begriff von “Gentechnikfrei” nicht zu genau so einem abgedroschenen Marketingbegriff wie “light”, “bio” und ähnliches verkommt. Dank einiger finanzieller Nachhilfe durch Lobbyisten erlassenen EU-Bestimmungen kann man dannwahrscheinlich wieder viel darunter verstehen, nur nicht das was der Verbraucher eigentlich erwartet. ūüėČ Aber den Aussagen hier schenkte ich natürlich durchaus Glauben.

Tollwood - gentechnikfreie Zone

Abschließend sei natürlich noch zu erwähnen, dass der Tollwood Weihnachtsmarkt natürlich nicht nur aus Essens- und Getränkeständen besteht – auch wenn ich den Eindruck hatte das diese überwiegten. Auch für den Einkauf mehr oder origineller Weihnachtsgeschenke findet sich einiges.

Giraffenstand Ausstiegsturm
Handshake

Wäre es nicht so klirrend kalt gewesen, hätten wir mit Sicherheit noch etwas mehr Zeit auf dem Festival verbracht, aber da nicht nur mir langsam die Zehen abzufrieren begannen entschieden wir uns schließlich dazu, unserem Besuch langsam zum Ende kommen zu lassen. Als kleinen Snack zum Abschluß holte ich mir noch eine Scharfe Rote, eine angeblich besonders pikante Bratwurst an einem Stand der Metzgerei Forche auf dem Weg zum Ausgang / Parkplatz.

Forche Bratwurst Forches Scharfe rote Bratwurst

Für 3,50 Euro ein wirklich angenehm scharf gewürzte Wurstzubereitung – bis auf die eigentlich nicht mehr unbedingt notwendigen zusätzlichen Kalorien bereute ich diesen Spontankauf wirklich nicht.

Unseren Besuch auf dem Tollwood hat mir wirklich sehr gut gefallen was ich hier gesehen habe – ich kann diese Veranstaltung jedem Besucher in München vorbehaltlos weiterempfehlen – dem aktuellen Wetter angepasste Kleidung natürlich vorausgesetzt…

Oktoberfest 2010

Saturday, September 25th, 2010
200 Jahre Oktoberfest

Natürlich durfte auch dieses Jahr ein Besuch auf dem Oktoberfest nicht fehlen. Immerhin finden die Wiesn dieses Jahr im 200sten Jahr, nicht aber zum 200sten Mal statt, das darf man natürlich nicht verpassen. Ich war inzwischen dieses Jahr sogar schon zwei Mal dort, fasse dies aber hier in einem Beitrag zusammen.

Oktoberfest 2010 Oktoberfest 2010
Eingangsbereich am Bavariaring zum Oktoberfest

Gleich zu Beginn stärkte ich mich erst einmal. Dabei fiel meine Wahl auf eine Ochensemmel – ein bayrisches Fastfood Gericht dass ich so noch nie probiert hatte. An einem Stand des Groß-Metzgers Vinzenmurr erstand ich eine solche Semmel mit einer rosafarbenen, dünnen Sauce, zwei Scheiben Tomate und reichlich Ochsenfleisch für 4,50 Euro.

Ochsensemmel

Eigentlich ganz schmackhaftes Fastfood, auch wenn sich das Ochsenfleisch teilweise als recht, fettig, zäh und sehnig erwies. Aber wenn man schon mal auf dem Oktoberfest ist, probiert man natürlich auch mal die dortigen Spezialitäten. Aufgrund der Größe der Semmel und der Menge an Fleisch stimmte das Preis-Leistungs-Verhältnis hier aber allemal.
Natürlich durfte dabei ein Besuch im Festzelt nicht fehlen. Dabei fiel unsere Wahl auf das Hofbräu Festzelt, wo wir zwar im Innenbereich keinen Sitzplatz mehr bekamen, aber im Außenbereich noch freie Plätze fanden.

Hofbräu Festzelt
Hofbräu Festzelt
Spatenbräu Hofbräu Festzelt
Links: Blick über den Platz – Rechts: Hofbräu Festzelt bei Nacht

Der Füllstand der Bierkrüge erwies sich zwar als deutlich unter dem was ich als “am Eichstrich” bezeichnen würde, aber die Bedienungen ließen sich auf keine Diskussion ein. Und das beim Preis für die Maß Bier von 8,80 Euro.

Maß Bier - schlecht gefüllt

Die Stimmung war natürlich ausgelassen und bierselig wie nicht anders zu erwarten. Da ich am nächsten Tag arbeiten musste, hielt ich mich aber etwas zurück.

Im Hofbräu Festzelt Polonaise
Links: Im Zelt – Rechts: Polonaise

Orchester Hände zum Himmel
Links: Blasmusik & Animation – Rechts: Die Hände zum Himmel…

Hofbräu Festzelt - Feiernde
Feiernde

Nach dem Besuch im HB Festzelt machten wir natürlich auch noch einen Rundgang. Auf dem riesigen Platz tummelten sich wie üblich Menschenmassen – aber es gab noch ein recht gutes Durchkommen.

Armbrustschützenzelt Spatenbräu Ochsenbraterei
Links: Armbrustschützenzelt – Rechts: Spatenbräu Ochsenbraterei

Augustinerbräu Edelstoff Hackr Pschorr Festzelt
Links: Augustinerbräu Edelstoff – Rechts: Hackr Pschorr Festzelt

Schließlich hielten wir im Braurosl noch einmal Einzug. Auch hier laute Stimmungsmusik und feiernde Massen.

Braurosl In der Braurosel
Links: Braurosl – Rechts: Feiernde im Braurosl Zelt

Müde Auf den Bänken
Links: Müde – Rechts: Auf den Bänken

Hier fanden wir sogar einen Sitzplatz, blieben etwas im Zelt und genossen die ausgelassene Laune.
Natürlich gab es auf dem Festplatz noch weitaus mehr zu sehen und ich ließ es mir, gemeinsam mit einem Kollegen, nicht nehmen einen weiteren, diesmal ausgedehnten Rundgang durchzuführen. Neben den auf dem ganzen Platz verteilten Mandel-Ständen

Mandel-Küche Mandel-Hütte
Links: Mandel-Küche – Rechts: Mandel-Hütte

und anderen Essens-Buden aller Art

Ammer - Hühner- & Entebraterei Kalbs-Kuchl
Links: Ammer Hühner- & Entenbraterei – Rechts: Kalbs-Kuchl

Zur Bratwurst Angie's Herzhüttn
Links: Zur Bratwurst – Rechts: Angies Herzhüttn

nahmen den meisten Platz natürlich die Fahrgeschäfte aller Art ein. An der Kreuzung an der Straße, die auf der einen Seite an der Bavaria-Statue endete

Bavaria-Statue

nahmen wir uns etwas Zeit das von hier gut sichtbare Riesenrad und die umgebenden Attraktionen abzulichten.

Riesenrad Riesenrad
Riesenrad

Löwenbräu
Löwenbräu-Turm

Parkour
Parkour

Auch die erste Bierleiche bekamen wir zu sehen – die Polizei passte aber auf dass nichts ernstes passiert bis die Sanitäter eintreffen.

Bierleiche
Bierleiche unter Polizeibewachung

Anschließend bewegten wir uns weiter in Richtung des Riesenrads und dem an der Ecke befindlichen Kettenkaroussell – ein wirklich sehr lohnenswertes Motiv wie wir fanden und wir entschlossen uns, auch hier uns einige Zeit zu nehmen und weitere Aufnahmen zu machen.

Kettenkarussell Spinning
Links: Kettenkarussell-Nahaufnahme – Rechts: Spinning

Karussell & Riesenrad Riesenrad
Links: Karussell & Riesenrad – Rechts: Riesenrad

Was natürlich nicht fehlen durfte und sowohl in den Zelten als auch an einigen Fahrgeschäften war die hier in München sehr bekannte Figur des Dienstmannes Alois Hingerl – bekannt durch das das satirische Stück Ein Münchner im Himmel von Ludwig Thoma von 1910 und aus München nicht mehr wegzudenken.

Alois Hingerl Dienstmann Alois Hingerl
Darstellungen von Dienstmann Alois Hingerl

Vorbei an weiteren Fahrgeschäften und Buden machten wir uns nun am Südende der Theresienwiese auf dem Weg zur nächsten Großattraktion, wobei ich natürlich nicht darauf verzichtete einige weitere Schnappschüsse zu machen.

Merkl Promi-Treff München Münchner Reitbahn Heppenheimer
Links: Merkl Promi-Treff München – Rechts: Münchner Reitbahn Heppenheimer

Geisterschloss
Geisterschloss

Aber größeres Interesse weckte bei uns natürlich die Olympia Looping Achterbahn, ein Fahrgeschäft das die Olympia-Ringe darstellt und seit 1989 auf dem Oktoberfest heimisch ist.

Olympia Looping Olympia Looping
Olympia Looping Olympia Looping
Olympia Looping Barth München

Nach einigen Aufnahmen dort wandten wir uns wieder in die andere Richtung und bewegten und vorbei an einigen weiteren Fahrgeschäften in Richtung Norden.

Bossle's Teufelskerle Lach Freu Haus
Links: Bossele’s Teufelskerle – Rechts: Lauch Freu Haus

Top Spin Revue der Illusionen
Links: Top Spin – Rechts Revue der Illussionen

Bald schon erreichten wir den bekannten Distel Autoscooter, den wir auch einer kurzen belichtungstechnischen Erfassung unternehmen mussten.

Distel Distel
Distel Autoscooter

Aber auch die anderen Fahrgeschäfte, die auf der weiteren Strecke lagen, boten immer wieder sehenswerte und interessante Motive.

Playball Playball
Playball

High Energy High Energy in Action
Links: High Energy Pendelschaukel – Rechts: High Energy in Aktion

Deutschlands größte Motorsport-Schau Shocker
Links: Deutschlands größte Motorschau – Rechts: Shocker Geisterbahn

Darunter auch das bereits seit über 100 Jahren auf dem Oktoberfest befindliche Feldls Teufelsrad – eine der wohl ältesten noch existenten Attraktionen – einfach, aber sich immer noch großer Beliebtheit erfreuend.

Feldls Teufelsrad
Feldls Teufelsrad

Wir wunderten uns im übrigen, warum es keine Mülleimer auf dem Oktoberfest gab. Dadurch sammelte sich der Müll auf dem Gehwegen und an markanten Punkten wie Hydranten. Wie ich im Nachhinein erfuhr, ist der Grund dafür das Oktoberfestattentat von 1981, bei dem ein angeblicher Einzeltäter am Eingang zum Oktoberfest vom Bavariaring eine Bombe in einem Mülleimer zündete, 13 Menschen tötete und 211 teilweise schwer verletzte. Die pragmatische Lösung der Veranstalter war es danach gewesen, einfach keine Mülleimer mehr aufzustellen. Ob das nun wirklich hilft oder nur Augenwischerei ist sei mal so dahin gestellt.

Keine Mülleimer
Folgen der Keine-Mülleimer-Politik

Auf dem nordöstlichen Ende der Theresienwiese boten sich weitere interessante Motive, die ich hier natürlich nicht vorenthalten möchte.

Familien-Platzl Hexenschaukel
Links: Familien-Platzl – Rechts: Hexenschaukel

Wellenflug
Wellenflug Kettenkarussell

Flip Fly Alpenrausch
Links: Flip Fly – Rechts: Alpenrausch

Rocket
Rocket

Spaceflyer Spaceflyer
Links: Spaceflyer – Rechts: Spaceflyer in Aktion

Taumler
Taumler

Inzwischen war es spät geworden und wir entschlossen uns, uns auf den Heimweg zu begeben. Mit Kameras und Stativen konnten wir leider nicht die verschiedenen Fahrgeschäfte testen – das werden wir aber vielleicht nächste Woche noch mal nachholen. Mal schauen ob sich eine Gelegenheit bietet noch mal auf die Wiesn zu kommen.

Nachtrag: Den zweiten Bericht gibts hier zu lesen.