Die Alm am Rodenberg – Rotenburg an der Fulda – Kurzreview

Am Wochenende entdeckten wir im nordhessischen Städtchen Rotenburg an der Fulda ein Stück bayrischen Kulturgutes in Waldhessen: Die Alm, eine im Wald auf dem Rodenberg gelegene Ausflugsgaststätte die sich recht erfolgreich die Mühe gibt, ein gewisses süddeutsches Flair nach Waldhessen zu bringen. Um eine große, urig eingerichtete Holzhütte herum findet sich eine große Sonnenterasse die zum Teil mit regulären Tischen und Stühlen, zum Teil aber auch mit grob behauenen Holzbänken und Tischen ausgestattet ist.

Hütte - Die Alm - Rodenberg
Die Hütte

Im Gegensatz zu bayrischen Biergärten muss man sich hier aber nicht selbst bedienen, sondern wird von stilecht in Dirndln eingekleideten Damen bedient. Im Angebot findet sich zwar kein Hofbräu oder Erdinger, aber Maisels Weiße und ein dunkles, sehr süffiges Landbier aus der Region. Außerdem gibt es ein übersichtliches Angebot an Speisen, darunter Weißwürste, Schweinesülze, verschiedene Salatteller, Suppen, Flammkuchen in zwei Variationen sowie einige Süßspeisen wie Apfelstrudel und Kuchen.

Blick auf die Sonnenterasse - Die Alm - Rodenberg
Blick auf die Sonnenterasse

Hinter der Hütte gibt es außerdem noch eine große Wiese, auf der nicht nur ein Kinderspielplatz und ein zur kleinen Bühne umgebauter Heuwagen,

Wiesen - Die Alm - Rodenberg
Die Wiese hinter der Rodenberg-Alm

sondern auch ein Pferch mit einigen Ziegen

Ziegen - Die Alm - Rodenberg

Ziegen 2 - Die Alm - Rodenberg
Ziegen an der Rodenberger Alm

und ein kleiner Hühnerfreilauf befindet.

Hühnerstall - Die Alm - Rodenberg
Freilauf für Geflügel

Aus dem Angebot entschied ich mich neben dem bereits genannten Dunkelbier (Göbel Landbier) (3,30 Euro pro 0,5l) für einen Flammkuchen “Traditionell”, der mit einem Preis von 7 Euro zu buche schlug.

Flammkuchen "Traditionell" / Tarte flambee
Flammkuchen

Auf einem hauchdünnen, crepes-artigen Teig kam ein großer, mit Sauerrahm und Schmand bestrichener und mit reichlich Speck, Zwiebeln und Schalotten belegter Flammkuchen auf einem Holzbrettchen, dem man sofort anmerkte dass er offensichtlich frisch gebacken worden war. Gab es absolut nichts dran auszusetzen – ich fand ihn absolut lecker und weiterempfehlenswert.
Auch insgesamt war mein Eindruck dieser kleinen Ausflugslokalität durchgehend positiv. Das Angebot ist ausgewogen, die Bedienkräfte schnell und meist präsent wenn man sie braucht und die angebotenen Getränke sind von guter Auswahl. Kann diese kleine Gaststätte ohne Vorbehalt weiter empfehlen.

Oberaudorf – Bergwandern, Sommerrodeln & Luegsteinsee

Eine der vielen Vorzüge von München ist die Nähe zu den Alpen und so die relativ schnelle Möglichkeit sich bei Bedarf auch mal in die gesunde Bergluft zurückziehen zu können. Diese Möglichkeit nutzten wir vor einigen Tagen und begaben uns ins schöne Oberaudorf im Landkreis Rosenheim nördlich von Kufstein.

Das Gebiet im Unterinntal zählt zwar noch zu den Voralpen, das erschien aber genau das richtige für alpin eher unerfahrene Leute wie mich um einen Vorgeschmack solcher Touren zu bekommen. Wie die meisten Gebiete in Bayern ist natürlich auch der gerade einmal 5000 Einwohner zählende Oberaudorf touristisch durchgehend erschlossen und bestreitet vor allem im Sommer wohl einen großen Teil seiner Einkünfte durch die Bewirtung und Unterbringung von Touristen. Über die Autobahn A8 und A93 ist es das etwa 80km entfernte Oberaudorf auch in unter einer Stunde erreichbar und bietet für Wahlmünchner wie mich die Möglichkeit eines schnellen Tagesausfluges.

Einfahrt nach Oberaudorf
Einfahrt nach Oberaudorf

Direkt an Oberaudorf findet sich auch das Freizeitgebiet Hocheck mit seinem 1.634 Meter hohen Gipfel des Brünnsteins und des daneben liegenden, etwas niedrigeren Schwarzenberg. An den Hängen dieses Berggebietes findet sich neben einer Seilbahn für Wanderfaule auch eine 1km lange Sommerrodelbahn, die einen schnellen Abstieg ins Tal bietet.
Wir begannen unsere Tour an der Talstation der Bergseilbahn Hofeck, mit der wir auch in 10 Minuten unser Ziel hätten erreichen können – aber wir wollten ja ein wenig Bergwandern, daher machten wir uns zu Fuss auf den Weg nach oben. Zwar war es vom Wetter her eher bedeckt, aber zum Glück blieb es vorerst trocken.

Talstation Bergbahn Hocheck
Talstation Bergbahn Hocheck

Ein Stück weiter die Straße hoch an der Talstation vorbei beginnt ein Wanderweg, der uns nach oben führen sollte. Die Schotterpiste dient im Winter wie wir erfuhren übrigens als Rodelbahn.

Rückblick auf Oberaudorf
Blick zurück auf Oberaudorf

Als Anfänger machte ich dabei natürlich den Fehler den wohl jeder Anfänger im Bergwandern einmal macht: Ich legte ein viel zu hohes Tempo vor und sparte meine Kräfte nicht, so dass ich bald schon drohte aus der Puste zu geraten und musste etwas langsamer machen. Bald schon erreichte wir die Wiesen ein Stück oberhalb des Waldstücks das wir zuerst durchquert hatten. Hier drängten sich einige vereinzelte Höfe am Hang.

Anstieg und Berghöfe
Anstieg & Berghöfe

Bald schon kamen wir auf halber Höhe an einer Kreuzung an – und ich war eigentlich schon ziemlich fertig. Bin so etwas halt nicht gewöhnt. Jetzt stand zur Auswahl dass ich auch den Rest der Strecke weiterhin zu Fuß zu gehen oder nach links abzubiegen und den Rest des Weges mit dem Sessellift zu bewältigen.

Kreuzung
“Kreuz”ung

Der Umweg über den Sessellift wäre zwar die bequemere Methode gewesen, doch hier fühlte ich mich in meinem Ehrgeiz angegriffen und ich machte mich nach kurzer Pause auf auch den Rest der Strecke auf eigenen Beinen zu absolvieren. Eine gute Entscheidung wie sich bald feststellte, denn je höher man kam desto besser wurde die Aussicht. So hatte man unter anderem einen wunderbaren Blick auf das unter uns liegende Tal und das Bergmassiv das als Kaisermassiv oder Wilder Kaiser bekannt ist.

Blick in Richtung Kaisermassiv
Blick Richtung Wilder Kaiser

Alpenkühe Wilder Kaiser
Links: Träge Alpenkühe – Recht: Wilder Kaiser

Talblick
Talblick

Bei stetiger Steigung von 14 bis 20 Prozent zog sich der Weg

Aufstieg

und zog sich

Aufstieg

und zog sich.

Aufstieg

bis wir endlich eine Kuppe erreichten, wo der Weg sich wieder gabelte.

Schilderwald
Beschilderung

Blick ins Tal
Blick ins Tal und auf den Wilden Kaiser

Während wir rechts herum zwar weiter in Richtung des Berges Brünnstein laufen können – und ich wäre auch tatsächlich bereit gewesen noch weiter vorzudringen – doch der Teil unserer Gruppe der vorgegangen war, war bereits nach Links abgebogen und im Berggasthof Hocheck eingekehrt um dort eine kleine Erfrischung zu sich zu nehmen. So schlossen wir uns ihnen also an.

Berghof Hocheck
Weg zum Berghof Hocheck

Ziel war natürlich nicht der Bauernhof selbst, sondern der direkt daneben gelegene Gasthof mit seiner großen Sonnenterasse – nur wenige Meter neben der Endhaltestelle des Sessellifts.

Sonnenterasse Berghof Hocheck
Sonnenterasse Gasthaus Hocheck

Endstation Sessellift Hocheck
Endstation Sessellifts Hocheck

Nach einer längeren Verschnaufpause bei gekühlten Getränken machten wir uns dann wieder auf den Weg in Richtung Tal – direkt vorbei an besagter Endstation des Sessellifts.

Endstation Sessellift Hocheck
Sessellift Hocheck – Endstation

Seilbahn
Sessellift

Während sich die Straße immer weiter nach unten wand, konnten wir auch noch mal einen schönen Blick auf den Berggasthof erhaschen.

Berggasthof Hocheck

Berggasthof Hocheck

Vorbei an einigen anderen Bergbauernhöfen, die allerdings nicht zur Bewirtung von Touristen vorgesehen zu sein schienen bewegten wir uns also weiter ins Tal. Dabei passierten wir auch einen Hof der als Eck bezeichnet zu sein schien – das würde passen: Der Hocheck ist der obere Bauernhof und der Eck eben jener auf halber Strecke. 😉

Achtung Skifahrer
Achtung – Skifahrer

Bauernhof - Eck Eck
Das “Eck”

Aber neben weiteren hübschen Panaromablicken auf die Alpen bis an das direkt angrenzende Österreich hinein sehen wir auch einige weitere, malerisch wirkende Höfe und Gebäude, die sich malerisch in die Landschaft betteten.

Alpenblick
Alpenblick

Häuschen am Berg
Häuschen am Berg

Bergbauernhof
Bergbauernhof

Kurz vor einem röhrenförmigen Tunnel, der wohl einen Teil der hiesigen Ski-Abfahrtspiste zu untertunneln schien, wandten wir uns nach links

Röhrentunnel
Röhrentunnel

und sahen auch schon bald die sogenannte Mittelstation, von wir de Rest unseres Abstieges mit der Sommerrodel abkürzen wollten.

Abstieg zur Mittelstation
Abstieg zur Mittelstation

Sessellift - Mittelstation Startpunkt Sommerrodelbahn
Links: Sessellift – Mittelstation – Rechts: Startpunkt Sommerrodelbahn

Nachdem wir die 4 Euro pro Abfahrt und Erwachsenen gezahlt hatten, erhielten wir unsere Rodelschlitten ausgehändigt und es konnte an die Abfahrt gehen. Das “Highlight” bei dieser nicht ganz zehnminütigen Fahrt ist wohl die 360Grad Zwirbelkurve auf etwa halber Strecke.

Sommerrodelbahn
Abfahrt Sommerrodelbahn

360Grad Kurve Sommerrodelbahn
360Grad Kurve

Als wir schließlich unten angekommen waren, war es zum Essen gehen noch etwas zu früh – also machten wir uns daran auch noch einmal Oberaudorf selbst ein wenig zu erforschen.

Blick auf Oberaudorf
Blick auf Oberaudorf

Durch das malerisch anmutende Dorf mit all seinen traditionell bemalten Häusern und vorbei an einem kleinen Marktplatz, auf dem der hier in Bayern übliche Maibaum stand

Maibaum

erreichten wir wenig später das sogenannte Burgtor. Diese Straßenüberbauung, die 1489 bis 1492 als Zoll- und Mautstelle der nahegelegenen Auerburg diente und später als Amtmann-Wohnung und als Schule genutzt wurde bevor seit 1991 ein Heimatmuseum dort einzog.

Burgtor Oberausdorf

Als nächstes Ziel erschien uns das Wirtshaus Zum Weber an der Wand interessant. An der Stelle wo heute das architektonisch interessant in eine Felswand integrierte Wirtshaus steht, soll der Sage nach vor langer Zeit an Einsiedler mit Namen Hieronymus gelebt haben, der den Oberaudorfer mit seinen Heil- und Kräuterkünsten zur Seite stand und bis zu seinem Tod dafür von ihnen versorgt wurde. Lange nach dem Tod des Einsiedlers wurde das Gelände 1817 von einem Weber erworben, der dann dort dieses heute noch zu findende, direkt an der Felswand gebaute Haus errichtete, dessen Innenräume in den Höhlen dahinter liegen. Dadurch sparte sich der Weber jede weitere Überdachung. Nachdem er einige Jahre sein Handwerk dort ausgeübt hatte, erhielt er die Genehmigung eine Gastwirtschaft zu eröffnen, die schon bald über die Grenzen Bayerns bekannt wurde und nicht nur von berühmten Dichtern und Denkern, sondern auch von Fürsten, Königen und sogar Zar Alexander I. von Russland besucht wurde.

Schild Wirtshaus Der Weber an der Wand
Schild – Wirtshaus Zum Weber an der Wand

Lichterkette Der Weber an der Wand - Restaurant
Links: Lichterkette – Rechts: Frontalansicht “Der Weber an der Wand

Weber an der Wand - Restaurant
Seitenansicht Wirtshaus “Der Weber an der Wand

Als nächstes Ziel bot sich der nur wenige hundert Meter weiter gelegene Luegsteinsee an, der bei wärmeren Temperaturen und im Sommer wohl ein beliebtes Bade- und Ausflugsziel zu sein scheint.

Blick auf den Luegsteinsee
Luegsteinersee

Nicht nur dass man hier eine Art Sprungschanze installiert hat, von der die Badegäste ähnlich wie beim Skispringen wohl mit Surfboards oder was auch immer in den See abtauchen können,

Schanze am Luegsteinsee Sprungschanze am Luegsteinsee
Sprungschanze am Luegsteinsee

es finden sich auch zahlreiche Plattformen, Aufbauten und sogar eine Wasserrutsche – also alles was das Herz eines Badenden erfreut. Im hinteren Bereich sahen wir sogar eine Art Schullandheim, in der Kinder und Jugendlich untergebracht werden können. Einige der aktuellen Gäste konnten wir bei unserer Umrundung des Sees beim Musizieren auf einem direkt vor der Einrichtung gelegenen Bootssteg beobachten.

Am Luegsteinsee Luegsteinsee & Wasserrutsche

Wasserrutsche am Luegsteinsee
Wasserrutsche

Am Luegsteinsee Blick über den Luegsteinsee
Am Luegsteinsee

Langsam bekamen wir aber Hunger und machten uns auf den Weg zurück zum Gasthaus “Zum Ochsenwirt”, wo wir einen Tisch reserviert hatten.

Blick über Oberaudorf
Blick auf Oberaudorf

Der "Ochs" beim Ochsenwirt
Der “Ochs” beim Ochsenwirt – obwohl der Euter ja eher auf eine Kuh hinweist

Aus dem reichhaltigen, traditionell-bayrisch orientierten Essensangebot wählte ich nach kurzer Überlegung ein Überbackenes Kalbssteak auf Blattspinat mit Kartoffelpuffern und rosa Pfeffersauce, das mit einem Salatteller von der Salatbar ergänzt wurde.

Salatteller - Ochsenwirt Oberaudorf

Überbackenes Kalbsschnitzel auf Blattspinat

Sehr lecker muss ich sagen. Der Salat aus Blattsalat mit Joghurtdressing, eingelegten Bohnen, Karottensalat und Roter Beete bot schon mal eine gute Vorspeise, aber das Highlight waren eindeutig die beiden zarten, gebratenen Kalbssteaks auf einem Bett aus Blattspinat und überbacken mit einer Art Käse, die mit drei kleinen Kartoffelpuffern sowie einer Pfeffersauce mit grob gerieben, rosafarbenen Pfefferkörnern serviert wurde. Absolut hochwertig und einen Preis von knapp 18 Euro durchaus wert.
Nach dieser Stärkung war unser Ausflug nach Oberaudorf beendet. Zum Abschluss konnten wir noch einen Regenbogen genießen, der sich wie zum Abschied über die malerische Skyline von Oberaudorf wölbte

Rainbow over Oberaudorf

und uns noch einen Moment begleitete, während wir uns schließlich auf den Rückweg ins schöne München machten.

Englischer Garten, Kleinhesseloher See & Aumeister

Nach einigen Wochen in denen es zwar während der Arbeitstage schön, aber am Wochenende verregnet gewesen war gestaltet sich der heutige Samstag mal wieder wunderbar sonnig und trocken. Daher nutzten wir die Gelegenheit, mal wieder unsere Erkundung des schönstgrößtefeinsten Dorfes Deutschlands, eben München, fortzusetzen. Nachdem wir uns am Marienplatz getroffen hatten, wandten wir uns rechts am Neuen Rathaus vorbei in Richtung Norden. Menschenmassen verstopften regelrecht die Innenstadt, darunter viele Touristen die sich vor allem rund um Marienplatz tummelten. Bald erreichten wir den Max-Joseph-Platz mit dem Bayrischen Nationaltheater, dessen Säulen aktuell bunt geschmückt sind.

Max-Joseph-Platz & Bayrisches Nationaltheater
Max-Joseph-Platz & Bayrisches Nationaltheater

Weiter ging es über die Residenzstraße in Richtung Odeonsplatz, vorbei am Eingangstor zur Residenz, das rechts und links von zwei bronzenen Löwen mit dem Wappen der Wittelsbacher flankiert wird. Das Berühren des kleinen Löwenkopfes unterhalb des Wappens soll dem Volksglauben nach Glück bringen – entsprechend abgenutzt und blank sind diese auch anzusehen.

Eingstor zur Münchner Residenz
Münchner Residenz – Eingangstor

Linker Löwe - Münchner Residenz Rechter Löwe - Münchner Residenz
Löwen am Tor zur Münchner Residenz

Je näher wir dem Odeonsplatz kamen, umso mehr Sicherheitspersonal und Eventagentur-Mitarbeiter kreuzten unseren Weg. Als wir wenig später die Feldherrenhalle und die Theatinerkirche erreichten, wurde uns auch schnell klar weshalb: Hier fand heute Abend mal wieder eine große Veranstaltung statt: William Shakespears Sommernachtstraum wurde mit dem chinesischen Starpianisten Lang Lang aufgeführt und man war mitten drin in den Vorbereitungen für diese Großveranstaltung. Also hatte ich wieder keine Möglichkeit mal einen freien Blick auf die Feldherrenhalle zu erhaschen – denn die Bestuhlung und einige Aufbauten waren bereits aufgestellte worden.

Theatinerkirche
Theatinerkirche

Feldherrenhalle und Bestuhlung
Feldherrenhalle & Bestuhlung

Zuerst überlegten wir durch den Hofgarten zu weiter zu gehen, doch da wir diesen ja schon während des ersten großen Rundgangs durch München gesehen hatte, entschlossen wir uns der Ludwigstraße weiter in Richtung Norden zu folgen, vorbei am Standbild Ludwig I. von Bayern direkt am Nordende des Odeonsplatzes.

Standbild Ludwig I von Bayern - Odeonsplatz
Standbild Ludwig I von Bayern – Odeonsplatz

So folgten wir der Ludwigstraße bis zur Kreuzung mit der Von-der-Tann-Straße und überquerten dort die Fahrbahn, um uns nun über genau diese Von-der-Tann-Straße in Richtung des Südendes des englischen Gartens zu wenden.

Ludwigstraße - Blick in Richtung Siegestor
Ludwigstraße – Blick in Richtung Siegestor

Am Englischen Garten konnten wir verstärkte Polizeipräsenz beobachten – einige Beamte standen herum und beäugten die zahlreichen Einheimischen und Touristen die hier flanierten. Das gehörte wohl auch zu den Sicherheitsmaßnahmen der Veranstaltung am Odeonsplatz.
An der Staatskanzlei und dem kleinen klassizistischen Gebäude daneben vorbei – ich glaube es gehört wohl zur Hofbrunnwerk des Hofgarten – wandten wir uns schließlich in den Englischen Garten.

Brunnen an der Staatskanzlei

Unser erstes Ziel sollte hier das Monopteros sein, jener Bau nördlich der südlichen Liegewiese – auch Schönfeldwiese genannt – den wir beim letzten Besuch hier leider verpasst hatte da unser Weg zu weit westlich verlief. Und bald konnten wir auch schon einen ersten Blick darauf werfen.

Blick auf die Liegeweise & Monopteros
Schönfeldwiese & Monopteros

Der Rundtempel im griechischen Stil ist als eine Art Pantheon für bayrische Persönlichkeiten gedacht und wurde zwischen 1832 und 1836 nach einem Entwurf des Architekten Leo von Klenze errichtet, der 15m hohe Hügel auf dem das Monopteros steht war dazu vom Landschaftsarchitekten Carl August Sckell gestaltet worden, der ihn extra für diesen Zweck aufschütten ließ.
Was uns erst auffiel als wir uns dem Tempel über verschlungene Pfade nährten war die Tatsache, dass hier auf der Schönfeldwiese mit scheinbar recht großer Begeisterung der Freikörperkultur gefrönt wurde, wobei sich die Nackerden und die bekleideten Sonnenanbeter ohne große Berührungsängste vermischten und gemeinsam das schöne Wetter genossen.
Vorbei an einem kleinen Wasserfall am Schwabinger Bach, in dem einige junge Männer das kühle Wasser genossen

Eisbach & Badende Badegäste im Eisbach
Baden am Wasserfall im Schwabinger Bach

nährten wir uns eher schlängelnd als geradlinig dem Monopteros. Sah man zurück konnte man einige Kuppeln der Münchner Stadt bereits über den Bäumen am südlichen Ende des englischen Gartens erkennen.

Schönfeldwiese - Südlicher Englischer Garten


Langsam kamen wir schließlich unserem Ziel näher – nur noch wenige Meter trennten uns von diesem Rundtempel, der ja zu den großen Blickfängen innerhalb des Englischen Gartens zählt.

Monopteros

Über einen kleinen, steil ansteigenden Weg bestiegen wir schließlich den Hügel und erreichten den Rundtempel, unter dessen Kuppel ein Gitarrenspieler mit lautstarkem Gesang die zahlreichen Besucher des Gebäudes mit zeitgenössischer Rockmusik unterhielt. Was mir ebenfalls gleich auffiel war die Tatsache dass man von hier oben einen wunderbaren Blick auf die Skyline von München mit vielen ihrer Kuppeln und Türmen hatte – das musste ich natürlich auch gleich mal auf die Speicherkarte meiner Kamera bannen – auch wenn die hohen Hecken direkt um den Tempel dieser Sache nicht gerade dienlich waren.

Skyline München - gesehen vom Monopteros
Skyline München – gesehen vom Monopteros

Monopetros - Innenbereich Monopteros - Dachkonstruktion
Monopteros – Links: Innenbereich – Rechts: Dachkonstruktion

Skyline München vom Monopteros
Kuppel und Türme der Münchner Innenstadt – aufgenommen vom Monopteros

Erst als wir uns wieder an den Abstieg machten, fiel uns das achtlos beiseite geworfene, abgerissene Absperrband in bayrischen Staatfarben auf, an dem ein Schild prangte dass die Anlage gesperrt sei. Ob das nun absichtlich entfernt oder von einem Besucher abgerissen worden war blieb unaufgeklärt – wäre aber auch ärgerlich gewesen wenn wir nicht bis ganz nach oben hätten gehen können, also war uns das auch ganz recht so.

Absperrband am Monopteros
Abgerissenes Absperrband am Monopteros

Bald schon erreichten wir den Chinesischen Turm und da wir Hunger hatten überlegten wir hier eine kleine Brotzeit zu uns zu nehmen. Doch hier tummelten sich solche Menschenmassen und es gab keine Aussicht auf freie Sitzplätze dass wir diese Idee bald wieder aufgaben und weiter zogen – der Englische Garten war ja noch groß und das hier war nicht der letzte Biergarten auf unserem Weg. Vorbei am Kinderkarusell machten wir uns weiter in Richtung Norden.

Kinderkaroussell am Chinesischen Turm
Kinderkarussell am Chinesischen Turm


Am Kleinhesseloher See hatten wir mehr Glück – der Biergarten am Seehaus war hier zwar auch gut besucht, aber es gab noch genügend freie Plätze so dass wir uns entschlossen hier unseren Hunger und Durst zu stillen.

Biergarten Seehaus - Kleinhesselocher See Biergarten Seehaus - Kleinhesselocher See

Natürlich war hier mal wieder – wie in bayrischen Biergärten üblich – Selbstbedienung angesagt. Aus dem reichhaltigen Angebot von Braten, Würsten und Leberkäse wählte ich eine einfache Weiße Currywurst mit Pommes Frites, die ich mit einem halben Russ’n ergänzte.

Currywurst mit Pommes & Halber Russ'n - Seehaus

Das mit Sprudel versetzte Weizenbier war in Ordnung – aber der Rest ließ wirklich zu wünschen übrig. Mit dem Pommes Frites konnte ich noch leben, aber die so gut wie kalte und ohne Sauce auch fast geschmacklose Wurst entsprach nicht gerade meinen Vorstellungen – und das bei einem Preis von über elf Euro für alles. Zumindest sättigte es – ich hatte heute noch nichts gegessen gehabt.
So gestärkt machten wir uns daran den Kleinhesseloher See, auf dem sich reichlich Tret- und Ruderbotten vom nahen Bootsverleih tummelten, in Richtung Norden zu passieren, wobei wir uns natürlich nicht nehmen ließen dem Friedrich Ludwig von Schkell Denkmal dort einen kurzen Besuch abzustatten.

Friedrich-Ludwig-von-Schkell-Denkmal
Friedrich Ludwig von Schkell Denkmal

Kleinhesseloher See - Englischer Garten München Kleinhesseloher See
Kleinhesseloher See

Nachdem wir den stark befahrenen Mittleren Ring, der hier quer durch den Englischen Garten verläuft, überquert hatten, erreichten wir den ruhigeren und weniger stark frequentierten nördlichen Bereich des Englischen Gartens. Die Anzahl von Fußgängern und Radfahrern die uns begegneten wurde deutlich geringer. Dabei ist dieser Bereich dieser Parkanlage nicht weniger idyllisch – aber ich vermute mal dass viele die Unter- bzw. Überquerung des Mittleren Ringes abschreckt.

Wiese im nördlichen Englischen Garten
Wiese im nördlichen Englischen Garten


Unser nächstes Ziel sollte das Stauwehr Oberföhring sein, welches wir über verschlungene, aber glücklicherweise ausreichend ausgeschilderte Pfade schließlich erblicken konnten.

Stauwehr Oberföhring Stauwehr Oberföhring
Stauwehr Oberföhring

Dieses zwischen 1921 und 1924 errichtete Bauwerk, das auch als Einlaufbauwerk für den Mittlere-Isar-Kanal dient, ist das südlichste von insgesamt sieben, heute von e.On betriebenen Wasserkraftwerken an diesem Kanal. Im Wehr selber befindet sich zwar kein Kraftwerk, aber in einem Nebengebäude wird ein solches betrieben. Der Mittlere-Isar-Kanal, der sich hier vom Fluß Isar abspaltet, verläuft 64km nordwärts parallel des Flusses und mündet bei Landshut wieder in diesen.

Isar am Stauwehr Oberföhring

Wir überquerten hier sowohl die Isar als auch den angrenzenden Kanal. Direkt hinter dem Sperrwehr finden sich einige der für die Isar üblichen Sand- und Kiesbänke, die natürlich auch hier von den Bewohnern genutzt wurden um sich ein wenig zu sonnen und das kühlende Wasser der Isar zu genießen.

Isarauen am Stauwehr Oberföhring Isarauen am Stauwehr Oberföhring
Isar & Kiesbänke am Stauwehr Oberföhring

Durch einen kleinen Tunnel am Westende des Gebäudes erreichten wir schließlich den eigentlichen Sperrwehr-Bereich mit seinen großen Schleusen.

Stauwehr Oberföhring

Von hier konnten wir auch einen ersten Blick auf den beginnenden Mittlere-Isar-Kanal werfen.

Blick auf den Mittlere-Isar-Kanal vom Stauwehr Oberföhring

Blick vom Stauwehr Oberföhring
Beginn des Mittlere-Isar-Kanals

Nun ging es ein Stück über die Halbinsel, die sich zwischen Isar und dem Kanal entlang zieht, ein dicht bewaldetes und kaum frequentierter Teil des Englischen Gartens mit reichlich verschlungenen Wegen und kleinen Pfaden.

Waldweg

Erst kurz vor der St-Emmeram-Brücke wurde es wieder etwas belebter. Direkt am Fuß der Brücke feierten und grillten sowohl Jugendliche als auch Familien mit Kindern. Wir verließen kurz den Hauptweg und durchquerten diesen Freizeitbereich, denn von hier untern konnte ich die Brücke besser vor die Linse bekommen.

St.-Emmeram-Brücke
St.-Emmeram-Brücke

Als wir wieder nach oben auf den “richtigen” Weg gestiegen waren, fiel mir eine Statue ins Auge, die man hier direkt neben der St.-Emmeram-Brücke augestellt hatte. Wen sie darstellte konnte ich mir natürlich sofort denken: Hier muss es sich um diesen Emmeram handeln.

St.-Emmeram
St. Emmeram Statue

Der heilige Emmeram (Heimrammi) war ein Wandermönch und Bischof aus dem französischen Poitiers, der sich nach einer Pilgerreise auf drängen des dortigen Herzogs bei Regensburg niederließ. Die Geschichte ist ziemlich grauselig, denn als die Tochter des Herzogs von einem jungen Hofbeamten schwanger wird, rät ihr Emmeram ihn als Vater anzugeben. Dann reist er nach Rom zum Papst ab. Als die Tochter diese Geschichte ihrem Vater erzählt, erzürnt dieser und sein Sohn so sehr, dass der Sohn mit seinen Mannen losreitet und den Wanderbischof kurz vor München abfängt, wo er ihn auf eine Leiter binden und einzelne Körperteile abschneiden lässt bevor er ihn enthauptet. Hier wird die Geschichte unlogisch – ich zitiere: Seine Begleiter Vitalis und Wolflete fanden den Bischof in seinem Blut liegend und versuchten, den Sterbenden rasch nach Aschheim zu bringen. Auf dem Weg nach Aschheim verstarb Emmeram bei Feldkirchen. Gut, ist eine Heiligengeschichte, aber ich bezweifle dennoch dass ein Enthaupteter erst auf dem Weg zum nächsten Ort verstirbt.
Aber ich schweife ab – wen die Story interessiert kann sie hier bei Wikipedia nachlesen.
Wir machten uns nun daran die St.Emmeran-Brücke, die aktuell durch Baugerüste und reichlich Kabel behangen ist, zu überqueren.

St.-Emmeram-Brücke
St.-Emmeran-Brücke

Von hier konnten gelangen einige hübsche Schnappschüsse des Mittlere-Isar-Kanales mit dem direkt an der Brücke befindlichen Publikum.

Nördlicher Blick von der St.-Emmeram-Brücke Südlicher Blick von der St.-Emmeram-Brücke
Blick von der St.-Emmeram-Brücke – Links: Nördlich – Rechts: Südlich

Nun waren wir wieder im Englischen Garten angelangt, wo wir uns in Richung Nordosten wandten. Schon bald erreichten wir den sogenannten Entenfallweiher.

Entenfallweiher
Entenfallweiher

Waldweg am Libellensee
Waldweg am Entenfallweiher

Vorbei an einer weiteren großen Liegeweise, der sogenannten Hirschau, auf der vereinzelt ebenfalls Leute die Sonne genossen

Hirschau - Nördlicher Englischer Garten
Hirschau – Nördlicher Englischer Garten

erreichten wir schließlich den letzten Biergarten am nördlichesten Ende des Englischen Gartens: Den Aumeister. Neben dem großen Biergarten zwischen zahlreichen noch jungen Kastanienbäumen findet sich hier auch ein Restaurant mit Bedienung. Außerdem sorgt ein großer, sehr gute ausgestatter Kinderspielplatz dafür, dass sich auch die jüngeren Gäste nicht langweilen.

Aumeister Biergarten
Aumeister – Blick aufs Hauptgebäude mit Restaurant

Aumeister Biergarten
Aumeister – Biergarten

Hunger hatten wir zwar keinen mehr, dennoch nutzte wir die Gelegenheit uns hier niederzulassen und noch eine Apfelschorle zur Erfrischung zu genießen. Obwohl ich zugeben muss dass das Essen beim Aumeister eindeutig besser aussah als das, was wir am Seehaus am Kleinhesseloher See verzehrt hatten. Außerdem konnte ich hier auch das erste Mal die Verhaltensweise der Gäste beobachten, von der ich schon häufiger gehört hatte: Sie breiteten auf den Bierbänken des Biergartens selbst mitgebrachte Brotzeiten aus und verzehrten diese. Anderswo würde dies wohl böse Blicke der Mitarbeiter oder sogar einen Platzverweis bedeuten – aber in Bayern ist dies wohl normale Tradition. Der Aumeister scheint meiner Meinung nach ein beliebtes und an sonnigen Tage wie heute durchaus stark frequentiertes Ausflugsziel zu sein. Ein großer Teil des Gäste hier waren wohl zu Fuß oder mit dem Rad gekommen – davon zeugten alleine die Massenhaft abgestellten Drahtesel vor dem Eingang.
Schließlich machten wir uns auf unseren letzten größeren Weg für heute. Durch den Nordeingang verließen wir den Aumeister-Biergarten

Aumeister Biergarten - Eingang

und machten uns durch den schönen Münchner Stadtteil Freimann auf den Weg zum gleichnamigen U-Bahnhof. Hier so weit im Norden Münchens verläuft die U-Bahn noch oberirdisch. Die Linie U6 die hier verkehrt ist außerdem die am weitesten nach Norden führende Linie überhaupt – sie führt bis zum Forschungszentrum in Garching nördlich von München. Und wir waren wirklich froh dass es hier oben noch Nahverkehr gab – denn darauf die ganze Strecke zurück zu laufen hatten wir wirklich keine Lust.

U-Bahn Haltestelle Freimann
U-Bahn Haltestelle Freimann

Zum Abschluß natürlich wie immer eine kleine Übersichtskarte über die zurückgelegte Strecke.
Nachtrag 07.09.2011:
Hier noch der Nachtrag als zoombare, interaktive Google Maps Karte mit dem genauen zurückgelegtem Weg


Meiner Kalkulation noch müssten es so dreizehn bis vierzehn Kilometer Fußmarsch gewesen sein – eine stolze Leistung für einen Samstag Nachmittag. Wobei ich zugeben muss dass ich nicht alle Kreuzwege, Querfeldeinläufe und andere Richtungsänderungen hier berücksichtigen konnte, es handelt sich bei der Entfernungsangabe nur um eine ungefähre Bemessung.
Zum Abschluss kann ich nur noch sagen, dass sich der Besuch der englischen Gartens – auch nördlich des mittleren Rings – auf jeden Fall lohnt. Es gibt viel zu sehen, viel zu entdecken und die Landschaft ist wirklich mehr als sehenswert. Und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt – neben den hier genannten Biergärten finden sich auch einige Kioske und kleinere Verkäufsstände für Speisen und Getränke auf der Strecke. Einzig ein wenig Bewegungsdrang und Neugierde muss man mitbringen. Und dabei ist der Englisch Garten nur ein kleiner Teil dieses schönstgrößtefeinen Dorfes im Süden der Bundesrepublik Deutschland. Mal schauen wo es uns das nächste Mal hin verschlägt – es gibt hier auf jeden Fall noch viel zu entdecken, soviel steht fest.

Isarauen, Flaucher & Tierpark Hellabrunn

Auch diesen Samstag meinte es das Wetter gut mit uns und so entschied ich mich, begleitet von einem Kollegen, die Erkundung meiner neuen Wahlheimat auch dieses Wochenende fortzusetzen. Nicht dass ich das nicht alleine könnte, aber in Begleitung finde ich des einfach angenehmer. 😉 Dabei fiel die Wahl auf die Isarauen im Süden Münchens inklusive des Bereichs in Höhe von Sendling, der unter dem Namen Flaucher bekannt ist bis hinunter zum Tierpark Hellabrunn bei Untergiesing-Harlaching im Stadtbezirk 18. Ich kannte diesen Bereich noch gar nicht, daher war es wirklich an der Zeit mir diesen Bereich der Stadt mal näher anzusehen.
Als Startpunkt diente das Isartor, das ich über die S-Bahn bequem erreichte. Nachdem auch mein Begleiter eingetroffen war folgten wir der Frauenstraße bis zum Viktualienmarkt und bogen dort in die Reichenbacherstraße ab.

Am Viktualienmarkt
Blick über den Viktualienmarkt


Gärtnerviertel

Das erste Ziel sollte der Gärtnerplatz sein, der Mittelpunkt des nach ihm bezeichneten Gärtnerplatzviertels hier in München. Seinen Namen hat diese Platz, an dem sich im übrigen auch eines von drei Staatstheater der Bayrischen Haupstadt befindet, nach Friedrich von Gärtner, einem deutschen Architekten unter Ludwig I von Bayern, welcher unter anderem an der Errichtung der Feldherrenhalle, der Ludwigskirche, des Universitätsgebäudes und des Siegestors beteiligt war.

Gärtnerplatz & Staatstheater Am Gärtnerplatz
Links: Staatstheater am Gärtnerplatz – Rechts: Gärtnerplatz

Büste Friedrich von Gärtner - Gärtnerplatz
Büste Friedrich von Gärtner – Gärtnerplatz

Von dort aus führte uns unser Weg weiter die Reichenbacherstraße hinunter bis wir schließlich die dortige Brücke erreichten, die wir überquerten. Von hier konnten wir einen ersten Blick auf die Isarauen werfen – in der Ferne waren deutlich die riesigen Schornsteinen des Heizkraftwerks Süd zu erkennen.

Blick von der Brücke an der Reichenbacher  Strasse
Blick von der Brücke Reichenbacher Straße

Isarauen

Auf der Ostseite dieser Brücke bogen wir schließlich nach Süden ab und betraten die Isarauen. Was hier natürlich als erstes ins Auge fiel waren die beiden Türme der zwischen 1895 und 1905 erbauten Sankt Maximilian Kirche, die sich auf dem anderen Uferseite erhoben.

Sankt Maximilian Kirche & Isarauen Sankt Maximilian Kirche
Sankt Maximilian Kirche – Links: Von der Reichenbacher Brücke – Rechts: Aus den Isarauen

Isarauen & Sankt Maximilian Kirche
Isarauen & Sankt Maximilian Kirche

Vorbei an den Frühlingsanlagen durchquerten wir nun die Isarauen direkt am Ufer des Flusses. Die Sonne brannte ziemlich unerbärmlich vom Himmel bis wir schließlich nach einem längeren Fußmarsch die Wittelsbacher Brücke und überquerten sie.

Blick auf die Wittelsbacher Brücke
Blick auf die Wittelsbacher Brücke

Überall nutzten Münchner das schöne Wetter und lagen am Kiesstrand der Isar, wo sie sich sonnten und teilweise sogar im Wasser des Flusses badeten. Eine wirklich schöner Naturstreifen mitten in der Stadt, auch wenn der steinige Strand mit Sicherheit nicht die idealste Stelle ist um sich auf längere Zeit niederzulassen. Unter einer kleinen Eisenbahnbrücke hindurch, die im übrigen nicht für Fußgänger zugänglich war,

Isarauen und Heizkraftwerk Süd
Eisenbahnbrücke – nicht für Fußgänger

erreichten wir schließlich die Brücke zwischen Candidstraße und der Brudermühlstraße, die wir nutzten um auf die andere Seite der Isar zu kommen. Denn hier lag jener Abschnitt der unter dem Begriff Flaucher bekannt ist und dies war unser nächstes Ziel.

Isarauen und Sonnenhungrige
Isarauen von der Brücke Candidstraße

Flaucher

Der Begriff Flaucher stammt von der kleinen Gastwirtschaft Zum Flaucher, die hier 1870 vom Wirt Johannes Flaucher in einem alten Forsthaus errichtet wurde. Und hier im angeschlossenen Biergarten wollten wir unser Mittagessen verzehren.

Biergarten Zum Flaucher
Biergarten Zum Flaucher

Nicht nur dass eine Baustelle am Gebäude den Eindruck etwas trübte – auch Bedienung gab es hier leider nicht. Ähnlich wie in anderen Biergärten die ich hier bisher besucht habe musste sich der Gast an einer Bude mit Grill und Ausschank selbst versorgen, an einer zentralen Kasse bezahlen und alles auf einem Tablett an eine der freien Bierzelt-Tische transportieren. Neben Würstchen und Braten fanden sich auch Buletten und Sülzegerichte auf der Karte. Dabei vermisste ich abgesehen von Brötchen und Klößen, die aber nur in Kombination mit gewissen Gerichten angeboten wurden, aber ein wenig die Sättigungsbeilagen. Schön wäre es gewesen wenn zumindest optional noch Bratkartoffeln oder zumindest Pommes gewesen. Aber es ging natürlich auch so. Ich entschied mich für einige Schweinswürstel aus Sauerkraut, eine große Brezel und einem 0,5l Glas Russ’n – Weizenbier mit Zitronenlimonade.

Schweinswürstel auf Kraut - Biergarten Flaucher

War in Ordnung, wenn auch nicht überragend. Vor allem die Würstchen hätten meiner Meinung nach etwas länger auf den Grill gekonnt. Bin aber – auch vor allem wegen der riesigen Brezel – gut satt geworden. Nachdem wir uns so gestärkt hatten zogen wir weiter in Richtung Süden.
Am Isarsperrwerk am Süden des Flaucher-Abschnitts entdeckten wir des weitere Imbissmöglichkeit, die im übrigen auch nicht schlecht aussah. Ob diese besser als der Flaucher Wirt ist kann ich natürlich nicht sagen – sollte es mich aber noch einmal hierher verschlagen werde ich diese Location auch noch mal probieren.

Biergarten am Flaucherwehr
Weiterer Biergarten am Flaucherwehr

Nun betraten wir den Holzsteg am sogenannten Flaucherwehr – eine Holzbrücke ein Stück die Isar entlang über den Fluss nach Süden führte.

Flaucherwehr am Isarkanal
Flaucherwehr

Und hier hatte sich die Dichte an Badegästen noch einmal erhöht. Und ich sah etwas, was ich hier im eher als Konservativ bekannten München nicht erwartet hatte: Es wurde Freikörperkultur (FKK) betrieben. In einigen Bereichen sah ich immer wieder Menschen meist fortgeschrittenen Alters, die vollkommen unbekleidet in der Isar badeten oder sich an ihrem Rand sonnten. Ich verzichtete aus nachvollziehbaren Gründen dies aber bildlich mit meiner Kamera festzuhalten.
Des weiteren kamen vornehmlich junge Leute in Gruppen, meist mit Holzkohlengrill und kästenweise Bier beladen, um den Samstag Nachmittag wohl hier am Fluß zu feiern. Wie auf einigen Schildern zu lesen war gibt es hier unten Bereiche, in denen das Grillen am Ufer explizit erlaubt ist. Das lässt mich natürlich darauf schließen dass es sonst verboten ist. Und einige Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma die uns wenig später begegneten lassen mich des weiteren vermuten, dass dies auch kontrolliert wird und notfalls forciert wird – es muss ja alles seine Ordnung habe, nicht wahr…

Isarauen zwischen Flaucher & Tiepark Isarauen zwischen Flaucher und Tierpark
Isarauen südlich des Flaucher

Durch ein kleines Wäldchen legten wir noch einen Endspurt hin
Waldweg an den Isarauen
und erreichten schließlich den Eingang zum Tierpark Hellabrunn an der Tierparkbrücke am nordwestlichen Ende der Anlage.

Eigang Tierpark Hellabrunn - Tierparkbrücke
Eingang zum Tierpark Hellabrunn

Tierpark Hellabrunn

Als wir für 11 Euro pro Erwachsenen unsere Eintrittskarten gelöst hatten, händigte man uns auch kostenlos einen Lageplan aus, der uns einen grundsätzlichen Überblick zu verschaffen. Sehr servicefreundlich muss ich sagen, in anderen Zoos hätte man hierfür vielleicht extra zahlen müssen. Zwar standen auch an vielen Stellen im Park Tafeln mit Karten herum, aber Erfahrungsgemäß findet man ja immer dann keine, wenn man eine braucht. 😉

Schnell hatten wir einen groben Überblick zu verschaffen und einen Weg festzulegen der uns zu allen interessanten Punkten des Tierparks bringen würde.
Nach einem Gehege mit Europäischen Damwild, in dem sich die Tiere leider nur ziemlich weit hinten im Gehege aufhielten, erreichten wir schließlich das Wolfsgehege, in dem mindestens drei Tiere ihre Runden drehten. Da ein dichtes Blätterwerk hier genügend Schatten vor der warmen Sonne spendete schienen sie recht aktiv zu sein. So konnte ich einige schöne Aufnahmen dieser wilden Verwandten der Hunde zu machen.

Wolf
Wolf Wolf
Wölfe im Tierpark Hellabrunn

In vielen anderen Gehegen hatten wir weniger Glück, denn die Tiere hatten sich irgendwo im hinteren Bereich an der Umzäunung zusammen gedrängt um sich dort vor der brennenden Sonne zu schützen. Nur einige Auerochsen dösten auf offenem Gelände in der Mittagssonne einigermaßen sichtbar vor sich hin.

Aurochsen
Auerochsen

Erst an einem Bereich, in dem südamerikanische Capybaras, südamerikanischen Wasserschweinen, gemeinsam mit ein paar Pampahasen gehalten wurden hatten wir etwas mehr Glück – denn viele von ihnen – darunter auch ein paar Jungtiere, hielten sich im vorderen, gut einsehbaren Bereich auf. Hier gelangen mir wieder ein paar schöne Aufnahmen.

Pampahase (Mara) - Jungtier Pampashase-Junges
Junge Pampashasen (Maras)

Junge Pampashasen (Maras) Capybara
Links: Junge Pampashasen – Rechts: Capybara (Südamerikanisches Wasserschwein)

Capybara - Südamerikanisches Wasserschwein Junger Pampashase
Links: Capybara – Rechts: Pampahase

Während ich die Fotos schoss, betrat eine Tierpflegerin das als Insel angelegte Gehege – auf ihrem Arm ein Greifvogel. Wir hatten hier Glück gehabt und waren offensichtlich genau rechtzeitig hier angekommen um einer Vorführung und Raubvogelfütterung beizuwohnen. Ohne große Vorankündigung oder irgend eine Ansage ließ sie den Vogel frei fliegen, in hoher Geschwindigkeit seine Runde flog und dann auf das Wirbeln der Tierpflegerin mit einer Art Lockvogel wieder heran kam und den Lockvogel wie eine Stück Beute schlug. Das Schauspiel wiederholte sich mehrmals, dann ließ die Angestellte des Tierparks schließlich den Vogel seinen Hunger an einem im Lockvogel versteckten Stück Fleisch stillen.

Pflegerin mit Greifvogel Luftakrobatik-Vorführung
Links: Pflegerin mit Greifvogel – Rechts: Fliegender Greifvogel

Mit Lockvogel wirbeln Fressender Greifvogel
Links: Mit Lockvogel wirbeln – Rechts: Fressender Greifvogel

Nach dieser Vorführung setzten wir unseren Weg fort und erreichten wenig später das Primaten-Haus. Im Außenbereich tummelten sich auf Konstruktionen aus Bambus und Seilen einige Gibbons, die wir einer näheren Betrachtung unterzogen. Zuerst nahmen wir eine Graugibbon-Weibchen mit Jungtier, das sich zuerst mit dem Jungen auf dem Bauch tragend herum trieb. Später löste sich das Kleine und entfernte sich mit einem Grashalm als Futter oder Spielzeug.

Grauer Gibbon - Mutter & Kind Grauer Gibbon - Mutter & Junges
Gibbon-Muttertier und Jungtier

Grauer Gibbon - Junges Graues Gibbonjunges
Gibbonjunges mit Grashalm

Im daneben gelegenen Freigehege war ein einzelner Siamang Gibbon zu sehen, der an seinem Schwanz hängend einen Apfel zu verzehren schien – kein allzu interessanter Anblick, daher wandten wir uns weiter in Innere des Primatenhauses.

Siamang Gibbon mit Apfel
Fressender Siamang Gibbon
Fressender Siamang Gibbon

Was uns hier zuerst ins Auge fiel war das riesige Orang-Utan Gehege direkt vor uns. Doch leider war von den Tieren keine Spur zu sehen. Nach links gewandt kamen wir zu ein Bereich in dem eine Gruppe von Mandrills sich träge von den Besuchern begaffen ließen. Das enge Maschendraht vor dem Freigehege verhinderte es hier aber wirklich annehmbare Schnappschüsse zu tätigen.

Mandrill
Mandrill-Männchen

Andere Gehege waren derzeit nicht belegt oder seine Bewohner hatten sich in einen Bereich verdrückt in denen die Besucher sie nicht sahen. Erst am Lemurengehege konnten wir wieder einige Tiere genauer in Augenschein nehmen. Der Grund dafür war auch klar zu sehen: Es hatte offensichtlich gerade Futter gegeben. Ein Jungtier zog hier besonders große Aufmerksamkeit der Besucher auf sich während es die älteren Tiere offensichtlich immer wieder neckte und dann wie von einer Hummel gestochen durch das Geäst im Gehege flitzte. Gute Aufnahmen waren hier kaum möglich, aber ein Schnappschuss ist recht gut gelungen, den ich hier natürlich nicht vorenthalten möchte.

Lemur mit Futter Lemur
Links: Lemur mit Futter – Rechts: Lemur in “Baum”

Lemurenjunges
Lemurenjunges

Lemur Fressende Lemuren
Links: Lemurenweibchen – Rechts: Fressender Lemur

Ein Stück weiter im selben Gebäude kamen wir noch in den Genuss ein kleines Totenkopfäffchen beobachten zu können, das Einsam auf einem Ast nahe der Scheibe innerhalb des riesigen Geheges saß und abwechselnd mit sich selbst beschäftigt schien und dann wieder die Besucher beäugte. Viele Fingerabdrücke auf der Scheibe zeugten davon, dass viele der hier gaffenden Menschen scheinbar durch Klopfen die Aufmerksamkeit des Tieres auf sich zu ziehen versucht hatten – und dass obwohl auf Schildern gebeten wurde, dies nicht zu tun.

Totenkopfäffchen Totenkopfäffchen
Totenkopf-Äffchen

Viel mehr gab es hier im Primatenhaus dann leider nicht zu sehen. Wir verließen das Gebäude und folgten weiter dem Weg, wo wir wenig später vorbei an einigen etwas zerrupft aussehenden Kamlen kamen.

Kamel
Zerrupft anmutendes Kamel

Doch hier hielten wir uns nur kurz auf, denn in Sichtweite drängten sich Menschenmassen vor einem weiteren Gehege, dass sich wenig später als der Freilauf des Elefantenhauses heraus stellte. Hier zogen eine Elefantenkuh mit einem noch sehr jungen Kalb die Aufmerksamkeit vieler Besucher auf sich. Hier handelte es sich wohl um die Elefantendame Temi, die ihren kleinen Elefantenbullen am 6. Mai 2011 zur Welt gebracht hatte. Zuerst hielten sich Mutter und Sohn nur im hinteren Bereich des Freilaufes auf, doch nachdem ein Pfleger einige “Leckereien” auf den Boden im vorderen Bereich verteilt hatte raffte sich das ältere Tier auf und las diese – ständig Begleitet von ihrem Jungtier – auf um sie zu verspeisen. Dabei gab sie natürlich auch ihrem Baby etwas davon ab.

Elefantenmuter und Elefantenbaby Elefantennachwuchs & Mutter
Elefantendame Temi mit ihrem Baby

Bestäubung Elefantenmutter füttert ihr Junges
Links: “Bestaubung” – Rechts: Mutter füttert Elefantenkalb

Der Andrang war uns hier aber viel zu groß, wobei vor allem einige ältere Herren, teilweise mit bis zu zwei Kameraausrüstungen im Preisbereich eines Kleinwagens ausgestattet, wohl meinten hier im Zoo auf Safari zu sein und ziemlich rücksichtslos durch die Menge drängten um ihre Aufnahmen zu machen. Ich kenne solche Ausrüstungen von professionellen Pressefotografen auf Großveranstaltungen oder für Tierfotografen die in freier Wildbahn ihre Aufnahmen machen – aber in einem Tierpark mit so etwas rumzurennen kommt wohl etwa auf der selben Ebene wie Leute die ihre Sportwagen ständig um den Block spazieren fahren um die Aufmerksamkeit der Nachbarn auf sich zu ziehen. Unterstes Niveau so etwas – einfach nur erbärmlich. Aber wenn man etwas zu kompensieren hat, kann man dies auch durch das spazierentragen teurer, vollkommen überdimensionierter Kameras tun. Na ja, wer so was braucht soll damit glücklich werden – nur bitte nicht dabei andere Belästigen. 😉
Nach einer kleinen Erfrischung zu vollkommen überteuerten Preisen und einer kurzen Pause machten wir uns schließlich wieder auf den Weg. Vorbei an einem Gehege in dem sich einige Damagzellen bzw. Mhorrgazelle tummelten

Damagazelle / Mhorrgazelle Damagazelle / Mhorrgazelle
Damagazellen / Mhorrgazellen

erreichten wir schließlich das Gehege der Mantelpaviane, wo sich einige der Tiere direkt vorne am Wassergraben aufhielten und in den Rinnen und am Boden nach Nahrung zu suchen schienen oder am Wassergraben tranken, während sich in den schattigeren Bereichen andere Tiere gegenseitig lausten oder einfach nur in der Wärme des Nachmittags dösten.

Junger Mantelpavian Mantelpaviane
Links: Junger Mantelpavian – Rechts: Mantelpavian-Männchen und Jungtier

Trinkende Mantelpaviane Junger Mantelpavian
Links: Trinkende Mantelpaviane – Rechts: Jungtier

Lausende Mantelpaviane Fressender Mantelpavian
Links: Gegenseitiges Lausen – Rechts: Fressender Mantelpavian

Mantelpavianmännchen Mantelpavianmännchen
Mantelpavian-Männchen

Weiter ging es an einem geschlossenen Gehege vorbei, in dem sich einige Königspinguine tummelten. Leider waren hier so viele Menschen und so verschmierte Scheiben, dass ich jegliche Aufnahmen verzichten musste. Schräg gegenüber beäugte ein Vogel Strauß das bunte Treiben träge aus seiner Position im Schatten eines großen Baumes – leider so nah an der Begrenzung dass ich keine Ganzkörper-Aufnahme machen konnte – jedoch gelang mir ein schönes Portrait des Tieres.

Vogel Strauß - CloseUp
Portrait eines Vogel Strauß

Weiter hinten trieben sich außerdem im selben Gehege einige Marabus herum – Vögel die nicht gerade einen Schönheitswettbewerb gewinnen würden, aber dennoch interessant anzusehen sind.

Marabu Marabus
Marabus

Der nächste Bereich den wir erreichten beschäftigte sich mit der arktischen Tierwelt. Als erstes erreichten wir dabei die Becken mit den Seelöwen, rechts die erwachsenen Tiere und links ein kleineres Becken mit einigen Jungtieren – der sogenannte “Kindergarten”. Von der erwachsenen Seelöwen gelang mir leider kein schöner Schnappschuss, da sie sich entweder unter Wasser oder mit dem Rücken zum Publikum auf einem Felsen aufhielten. Anders bei den Jungtieren, die gut sichtbar in der Wärme des Nachmittags auf einem Felsen vor sich hin dösten.

Junger Seelöwe Seelöwen
Junge Seelöwen

Bei den Eisbären fanden wir eine ähnliche Situation vor – durch die aktuelle Wärme waren die Tiere nicht sonderlich geneigt dazu sich viel zu bewegen. Aber zumindest hatten sich eines von ihnen so platziert dass man es einigermaßen gut beobachten konnte – zumindest etwas.

Eisbär im Schatten Dösender Eisbär
Eisbär

Wir hatten nun das südliche Ende des Tierparks erreicht und wandten und wieder in Richtung Norden. Bald schon kamen wir an einem niedrig umzäunten Gelände vorbei, in denen sich einige seltene Hausziegen-Rassen aufhielten. Besonders fiel uns dabei ein älterer Bock auf, der mit den Vorderläufen über den Zaun hing und versuchte mit der Zunge einige Leckerchen aus einem Automaten zu lecken.

Ziegenbock auf "Nahrungssuche" Junge Hausziege
Links: Ziegenbock auf “Nahrungssuche” – Rechts: Junge Hausziege

Vorbei an einem Biergarten mit angeschlossenem Spielplatz, in dem sich passenderweise vornehmlich junge Familien mit Kindern aufhielten setzten wir unseren Weg in Richtung Norden fort.

Südlicher Biergarten
Biergarten im Tierpark Hellabrunn

Wir passierten nun einen Bereich in dem wir einige Nilgau- und Hirschziehen-Antilopen beobachten konnten.

Nilgau- & Hirschziegen-Antilopen

Kurz hielten wir uns dann am Gehege mit zwei Bartschweinen, einer südostasiatischen Schweineart die sich vor allem durch ihren schmaleren Körperbau und die weißlich-gelben Haare um ihre Schnauze auszeichnen, auf um wenig später ein Stück in Richtung Osten abzubiegen.

Bartschweine Bartschwein
Bartschweine

Hier gab es schließlich Tapire – um genau zu sein südostasiatische Schabrackentapire – zu bewundern – wobei bewundern wohl etwas übertrieben ist, denn der eine döste relativ unbeweglich im Schatten eines Baumes, während der andere weit hinten im Gehege hin und her lief.

Tapir (Schabrackentapir) Tapir (Schabrackentapir)
Tapire (Südostasiatische Schabrackentapire)

Im nächsten Bereich stand ein großer Gaur Bulle, ein zu einer ebenfalls aus Südostasien stammenden Rinderrasse gehörendes Tier, das uns kritisch zu beäugen schien während wir langsam an ihm vorbei gingen. Zumindest war ich der Meinung, dass uns das Tier mit seinem Blick folgte – aber da konnte der Eindruck auch täuschen.

Gaur Gaur-Bulle
Gaur-Bulle

In der nun folgenden Villa Dracula mit ihrer Höhlennachbildung, in der echte Fledermäuse in relativer Dunkelheit flogen, konnte ich verständlicherweise keine Aufnahmen machen. Erst an einem weiteren Pinguingehege mit einigen Tieren die in einer großen Gruppe zusammen standen und die Besucher ansahen, während einige andere von ihnen im Wasserbecken davor schwammen. Ich meine sie als Brillenpinguine identifizieren zu können, die Musterung vor allem am Kopf erscheint unverkennbar.

Brillenpinguine Pinguine

Vom Sibirischen Tiger in einem der folgenden Freigehege konnten wir leider nur wenig sehen – das einzige was wir erkennen konnten war ein Stückchen Fell zwischen einigen Gräsern und Stämmen wo sich das Tier wohl zum Nickerchen niedergelassen hatte. Erst das Panzernashorn im gegenüberliegenden Bereich war es wieder wert die Kamera aus meiner Tasche zu holen – auch wenn das Horn besagten Nashorns fehlte. Schade – um eine Sicherheitsmaßnahme gegen Wilderer konnte es sich hier ja wohl kaum handeln. Immerhin waren wir in einem Zoo.

Panzernashorn Panzernashorn
Hornloses Panzernashorn

Nach einem felsigen Bereich mit einigen weißen Bergziegen

Weiße Bergziege
Bergziege

kamen wir schließlich zu einem weitläufigen Gelände das einen Braunbären beherbergte. Und wir hatten Glück, denn das Tier hielt sich nicht nur im sichtbaren Bereich auf, das Gehege war auch angenehm grün und recht naturgetreu, so dass die Fotos die ich hier machen konnte fast wie die Aufnahmen eines frei lebenden Tieres wirkte. Sehr schön muss ich sagen – denn wie viele andere Zoos ist auch Hellabrunn an vielen Stellen doch leicht “betonlastig”. Aber ganz naturgetreu wäre wohl doch etwas zu kostspielig.

Braunbär Braunbär

BraunbärBraunbär
Umher streifender Braunbär

Damit neigte sich unser Besuch im Tierpark Hellabrunn im Süden Münchens auch schon dem Ende zu. Zuletzt machte ich noch eine Aufnahme einer Gruppe von Rosa Pelikanen

Rosa Pelikane
Rosa Pelikane

und wenig später erreichten wir schon wieder den Eingang an der Tierparkstraßen-Brücke und verließen den Zoo nach unserem ausgiebigen Besuch. Das einzige was ich vermisst habe waren die Erdmännchen, die ich sowohl im Karlsruher Zoo als auch in der Wilhelma in Stuttgart gesehen hatte. Außerdem hatten wir die begehbare Voliere mit freifliegenden Vögeln verpasst, die wir – wohl unbewusst – geschickt umgangen hatten. Schade – aber ich war bestimmt nicht das letzte Mal hier. Das werde ich bei Gelegenheit mal nachholen.
Nachdem wir die Brücke über die Isar überquert hatten, entschieden wir die dort befindliche U-Bahn Station Thalkirchen zu nutzen, um zurück in die Innenstadt zu kommen.


U-Bahn Station Thalkirchen

Sendlinger Tor

Mit der U3 fuhren wir schließlich bis zur Haltestelle Sendlinger Tor im sogenannten Hackenviertel am südlichen Ende der Sendlinger Straße. Hier stiegen wir zurück an die Oberfläche.

Sendlinger Tor
Sendlinger Tor

In einem Café direkt neben dem klassisch anmutenden Filmtheater Sendlinger Tor ließen wir den Tag schließlich ausklingen.

Filmtheater Sendlinger Tor
Filmtheater Sendlinger Tor

Von hier aus machte ich mich über die Sendlinger Straße dann zu Fuß über zurück zum Marienplatz von wo ich dann die S-Bahn der Stammstrecke in nach Hause nutzte. In der Summe in wirklich interessanter Ausflug, der mir einen weiteren interessanten Teil Münchens nähre gebracht hat. Und es gibt noch viel zu entdecken – bleibt nur zu hoffen dass sich das Wetter auch nächstes Wochenende etwas freundlich gestaltet, so dass ich weitere Bereiche dieser Stadt erkunden kann.
Wie immer zum Abschluss dieses Berichtes eine kleine Übersichtskarte über die zurückgelegte Strecke.
Update 07.09.2011:Hier nun auch eine interaktive zoombare Karte auf Basis von Google Maps:


Müssten in der Summe an die 10km reiner Fußmarsch gewesen sein – die Strecke mit der U-Bahn mal raus gerechnet. insgesamt dauerte ungefähr von Tour von 11:15 bis 18:30 Uhr. Für einen Spaziergang nicht schlecht – mal schauen wo es mich bei der nächsten Tour hin verschlagen wird – aktuell habe ich noch keine konkreten Pläne gemacht.