Posts Tagged ‘bahn’

Köln-Deutz at dusk

Sunday, June 8th, 2008

Aufgenommen heute Abend…

Bahnchaos

Friday, August 24th, 2007

Alles begann als ich in Dresden-Pieschen mit der S-Bahn in Richtung Bahnhof Neustadt fahren wollte. Eigentlich sollte der Zug um 16:48 Uhr fahren, und mit ihm hätte ich problemlos den ICE in Richtung Leipzig erreicht. Doch um etwa 16:51 Uhr tönte eine weibliche Lautsprecherstimme, dass die S-Bahn etwa 20 Minuten Verspätung haben würde. Damit war der ICE nicht mehr zu erreichen. „Verdammt.“, dachte ich zuerst bei mir, dann kam mir aber sogleich der Gedanke, dass ich die Straßenbahn der Linie 3 noch erreichen und es vielleicht gerade noch zum Zug schaffen könne. Also mit Rucksack und Rolly einen schnellen Schrittes zur Haltestelle Trachenberger Platz gegangen und just kam auch schon eine entsprechende Straßenbahn. Unendlich langsam für mich quälte sich die Bahn von Station zu Station und kam schließlich an der Station Hansastraße, dem „Hintereingang“ des Dresdner Bahnhofes Neustadt an. Ich war wirklich in Eile, spurtete aus der Straßenbahn heraus und wollte noch bevor diese losfuhr auf die andere Seite der Gleise. Ein kurzer Blickkontakt mit dem Fahrer gab mir die Illusion, er würde warten und mich rüber laufen lassen, doch gerade als ich losgehen wollte, ließ er seine Glocke schrillen und fuhr an. Was für ein A****ch… Dann war auch noch die Ampel auf der gegenüberliegenden Seite rot und der Verkehr verbot es einfach rüber zu laufen. Langsam dämmerte mir, daß ich daß mit dem ICE um 17:03 Uhr vergessen konnte. Dem war dann auch so, denn als ich außer Atem am Bahnsteig 3 des Bahnhofes Dresden Neustadt ankam, sah ich nur noch ein leeres Gleis.

Nun blieben mir zwei Alternativen: Zum einen der Regional Express (Fahrtzeit 1:30 Stunde, Ankunft 19:01 Uhr in Leipzig) oder der ICE um 18:03 Uhr (Fahrtzeit 1 Stunde, Ankunft 19:04 Uhr in Leipzig). Mit meinem Entschluß einen Kaffee zu trinken und auf den schnelleren ICE zu warten begannen dann die wirklichen Probleme. Überpünktlich zurück am Gleis 3 fand ich dort einen EuroCity Zug, der auch bis 18:03 Uhr nicht weiterfuhr, vor und am Bahnsteig lauter ratlos mit Mobiltelefon und Funkgerät umher laufende Bahnmitarbeiter. Aber nicht der EuroCity selbst war liegen geblieben, sondern es habe, wie ich von einem der Mitarbeiter erfuhr, bei Pieschen ein „Unfall mit Personenschaden“ gegeben (…) und es würde hier in nächster Zeit auch nicht weiter gehen. Nach vielem hin und her teilte mir einer der Mitarbeiter mit, daß ich doch die Tram zwei Gleise weiter nehmen solle, diese würde mich zum Hauptbahnhof bringen und dort würde der 18:03 Uhr ICE auf uns warten. Gesagt getan – und siehe da, ich erreichte diesen Zug tatsächlich noch rechtzeitig. Doch er hatte auch inzwischen 35 Minuten Verspätung und meine Befürchtung war es, den Anschlußzug in Leipzig nicht mehr zu bekommen, trotz der Zusicherungen des Bahnpersonals. In Leipzig angekommen, stand am Gleis gegenüber auch gleich ein ICE und ich fragte den Schaffner, ob dies der Zug nach Jena sei. Er nickte und ich ging erleichtert an den am gegenüberliegen Gleis wartenden Zug und stieg ein. Auf dem Display am Eingang stand auch Jena-Paradies. Sollte ich es geschafft haben? Weit gefehlt. Gerade als ich Platz nehmen wollte, stürmte ein junger Kerl mit McDonalds-Tüte und Getränk in den Zug, die Türen schlossen sich sogleich. „Ist dies der Zug nach München?“, fragte er außer Atem. „Nein, das ist der nach Berlin.“, antwortete eine ältere Dame – und sofort fiel es mir auch wie Schuppen aus den Haaren. Doch es war zu Spät – der Zug fuhr bereits an. Da saß ich nun im Zug in die falsche Richtung und hatte keine Ahnung wann und wie ich zurück kommen sollte.

Zum Glück zeigte sich die Schaffnerin freundlich und war bereit, mir entsprechende Auskunft zu erteilen, sobald sie das Abteil fertig kontrolliert hatte. Doch die Auskunft brachte nicht viel Gutes für mich. Den Nachtexpress würde ich nicht mehr bekommen, bei einem anderen hätte ich mit der S-Bahn in 15-20 Minuten von Hauptbahnhof bis Charlottenburg fahren müssen. Die einzig passable Lösung schien eine Regionalbahn über Lutherstadt Wittenberg, Halle und Naumburg, der um 21:17 Uhr von Berlin Hauptbahnhof fahren sollte und nach etwa 4 (!) Stunden Wartezeit um 5:49 Uhr früh in Jena sein würde. 4 Stunden in Halle, ich konnte mir wirklich besseres vorstellen. Es war ärgerlich, aber was sollte ich tun? Zu ändern war es nicht mehr und eine andere Möglichkeit wäre höchstens ein Mietwagen gewesen oder ein Hotel und dann um 5:45 Uhr mir dem ersten ICE nach Jena – doch die Kosten wollte ich mir echt sparen, zumal ich diese selbstredend privat hätte tragen müssen. Und das beste war, daß mir die nette Schaffnerin keine zusätzlichen Fahrtkosten abzog. Da ich mir gegenüber freundlich gegeben hatte, war sie auch mir gegenüber sehr zuvorkommend. Das beweist mal wieder die Aussage: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Ein kleiner Lichtblick im Rahmen der ganzen unangenehmen Umstände.

Und dann fiel mir bei dem Namen Wittenberg etwas ein: Wer kam noch einmal aus der Nähe von Wittenberg und war auch noch (zufälligerweise) gerade dort auf „Heimaturlaub“? Genau, der Herr Gonzo. Ich kramte also in meinen Taschen nach dem Mobiltelefon. Das dumme war nur, dass mein Akku so gut wie leer war und somit ein längeres Gespräch nicht mehr möglich. Doch hier kam mir die Konstruktionsweise der neueren ICEs zu Gute, die ja zwischen den Sitzreihen über Steckdosen verfügen. Ich mußte also nur mein Ladegerät aus dem Koffer holen, es anschließen und es konnte los gehen. Nachdem ich ihm meine Lage dargelegt hatte, sagte er mir zu, mir ein Nachtlager zu bieten. Er wolle sowieso gerade nach Wittenberg fahren und es wäre also kein Problem, wenn ich um 22:28 Uhr am (Haupt-)Bahnhof Wittenberg ankomme. 😉 Ich solle nur 15 Minuten vorher zur Sicherheit noch einmal anrufen. Alles klar soweit. Ich mußte nur noch klären, daß ich morgen am Freitag nicht arbeiten konnte. Ich rief also die entsprechende Kontaktperson an, erklärte auch ihm meine Lage und er zeigte Verständnis und sagte mir zu, dies für mich zu regeln. Angenommen ich wäre bis Jena durchgefahren und um 5:49 Uhr dort angekommen, wäre nach einer extrem kurzen Nacht bestimmt kein besonders produktiver Arbeitstag dabei heraus gekommen. Somit konnte ich mich also erst einmal etwas erleichtert zurück lehnen und las bis zum Berliner Hauptbahnhof noch etwas in meinem Buch.

In Berlin angekommen machte ich mich sogleich auf die Suche nach einem Abfahrtsplan, um zu bestimmen von welchem Gleis der Zug in Richtung Wittenberg abfahren würde. Gleis 1 stellte sich heraus und ich hatte noch über 10 Minuten Zeit, so daß ich noch ein entsprechendes Ticket für 9,95 Euronen am Automat lösen konnte, bevor ich mich zu diesem Gleis begab. Und es schienen ziemlich viele von Berlin in Richtung Wittenberg zu wollen, denn während ich dort an Gleis 1 wartete, füllte sich der Bahnsteig mehr und mehr. Dennoch fand ich zwar kein Raucherabteil, aber einen Sitzplatz mit kleinem Tischchen, so daß ich dort mein MacBook auspacken und meine Erlebnisse frisch verarbeiten konnte. Die Blicke vor allem einiger der älteren Mitfahrer – über das Klientel in Regionalbahnen habe ich mich ja bereits in einem früheren Post einmal ausgelassen – zeigten mir zwar schnell, daß die Verwendung eines Notebooks hier eine eher ungewöhnliche Sache war, aber ich ließ mich hier nicht beirren und tippte lustig darauf los. Es ist jetzt aktuell 21:42 Uhr, ich fahre gerade von Berlin-Lichtenfelde los und der Zug hat sich bereits wieder etwas geleert. Ich bin ja mal sehr gespannt, ob ich bis Wittenberg der einzige im Zug sein werde. Ich berichte dann bald weiter.

Um 22.28 Uhr bin ich dann in Wittenberg angekommen, wurde vom Bahnhof abgeholt und verlebte noch einen netten Abend in dieser wirklich netten kleinen (Luther-)Stadt. So hat der kleine Fehltritt letzten endes doch noch ein einigermaßen angenehmes Ende genommen – und das war auf jeden Fall die hundert Mal bessere Alternative zu vier langen Stunden Wartezeit am Bahnhof Halle. Aber eins steht fest: So etwas passiert mit nicht noch einmal. Auf die Aussagen von Bahnbediensteten sollte man sich meiner Meinung nach wirklich nicht vorbehaltlos verlassen… 😉

Bahnfahrtgedanken / -psychosen

Monday, June 25th, 2007

Was für ein Morgen. Am Donnerstag letzte Woche hatte ich erfahren, daß am Montag für 10.00 Uhr das erste Meeting angesetzt war und ein Verschieben nach kurzer Rücksprache mit dem Einladenden nicht möglich sei. Das hieß für mich, dass mir wohl keine andere Wahl blieb als am heutigen Montag den frühen Zug in Richtung Dresden zu nehmen. Früh – das bedeutet jener um 5:49 Uhr – was ein Aufstehen um kurz nach 4:00 Uhr für am sinnvoll erscheinen ließ. Nach dem Duschen und dem Aufbrühen eines schnellen Senseo-Kaffees klingelt mein Mobiltelefon. WTF? Ein kurzer Blick aufs Display verschaffte mir Klarheit: „Morgen Gonzo.“, raunte ich etwas morgenmuffelig wie ich nun ein mal bin in das mobiltelefontechnische Gegenstück der Sprechmuschel. Er wolle nur sehen ob ich auch rechtzeitig aufgestanden bin sagt er. Er würde gerade erst nach Hause gehen sagt er. Nett gemeint, das mit dem schauen ob ich aufgestanden bin, ehrlich – aber es trägt auf der anderen Seite auch nicht gerade dazu bei, meine durch zu wenig Schlaf etwas grantige Morgenlaune zu verbessern. Speise ihn vielleicht etwas harscher als ich es eigentlich meine ab und nippe dann am Kaffee. Schnell noch einmal Mail und Rss-Feeds geprüft, Blogstatistiken angeschaut, einige letzte Dinge in dem Rolly gepackt und schon ging es los in Richtung Paradiesbahnhof. Auf dem Weg noch schnell eine Zigarette genossen, am Bahnsteig bin ich natürlich mit meiner leidigen Überpünktlichkeit der Erste.

Bis Halle (Saale), das war mir bewusst, würde ich ihn den „Genuß“ einer Fahrt mit einer Regionalbahn kommen. Erst kurz vor Ankunft des Zuges kommen noch einige andere Fahrgäste auf den Bahnhof – Herren allen Alters in Blaumännern, ein älteres Ehepaar mit Wanderrucksäcken, ein Mädel mit einem Damenfahrrad. Der Zug selber stellt sich glücklicherweise als recht leer heraus – suche mir ein Abteil und schiebe den Koffer aufgrund der fehlenden Gepäckablage neben mich zwischen die Sitze. Links hinter mir redet ein mitreisender Mittvierziger lautstark mit der schätzungsweise gleichaltrigen Frau eine Sitzreihe weiter, indem er sie ihr Fragen über ihr Privatleben stellt und zu den Antworten seine Kommentare abgibt. „Waren sie schon in Urlaub?“ „Im August wollen wir fahren.“ „Oh, ich war ja letztes Jahr in Mecklenburg – da ist es ja soooo schön….“ und so weiter. Doch wenige Stationen später verlässt seine Quasi-Gesprächspartnerin den Zug – und nun geht er dazu über deutlich hörbar in seiner Zeitung zu blättern und sich zusätzlich hin und wieder durch kurze, trockene Huster bemerkbar zu machen. Langsam beginnt sich Station für Station der Zug immer mehr zu füllen.

Eine ältere Frau mit kurzem Bubischnitt setzt sich vor mich, legt ihre vom Tragen hochhackiger, viel zu enger Schuhe verformten Füße auf die gegenüberliegende Sitzbank und beginnt sich mit irgend einer Feuchtigkeitslotion an Händen, im Gesicht und an den Schultern einzuschmieren. Während ich in der Wolke des nach hinten wehenden Cremégeruchs sitze, denke ich unvermittelt an „Das Schweigen der Lämmer“. „Es muß sich den Körper mit der Lotion einreiben.“, sagt der Serienkiller da zu seinem Opfer am Boden einer Grube. Doch der Gedanke geht genau so schnell wieder, wie er gekommen war. Es gibt meiner Ansicht nach nun einmal einige Dinge, die man wirklich nicht in der Öffentlichkeit vollziehen sollte. Und dazu gehört unter anderem nun einmal auch das öffentliche Anwenden von Feuchtigkeitslotionen in geschlossenen Regionalbahnabteilen, wobei abhängig von Alter, Körperbau und Geschlecht mit Sicherheit auch das Zulassen von Ausnahmen von dieser ungeschriebenen Regel denkbar wären… 😉 Dann kramt sie Fotos von irgend einer kleinbürgerlichen Feier heraus und betrachtetet versunken und leise vor sich hin murmelnd ihre auf Bierbänken sitzende, Bratwürste essende und Bier trinkende Verwandschaft oder Bekanntschaft.

Kurz vor Merseburg wechselt sie dann aus nicht ganz ersichtlichen Gründen auf eine andere Sitzbank schräg gegenüber. Wohl um meinem Albtraum, meinem Menetekel, meiner Pandora unbewußt Platz zu machen: Der Quasselstrippe. Eine Endzwanzigerin, schwarz gefärbte, lange Haare, Jeansjacke, tiefer Auschnitt, außerdem viel zu stark geschminkt, vor allem an den Lippen, setzt sich mit einer Begleiterin auf die gegenüberliegenden Bänke vor mir und beginnt sofort damit, jene Begleiterin mit einem Schwall von Worten zu überhäufen. So erfahre ich ungefragt während ich mich versuche auf mein Buch zu konzentrieren, daß sie nur 2 Stunden geschlafen hätte, am Wochenende (wohl aufgrund übermässigen Alkoholgenusses) gekotzt hat, daß eine ihrer Freundinnen in die DomRep in Urlaub fliege und viele weitere useless-informations, die ich hier nicht wirklich wiedergeben möchte, aufgrund der von ihr an den Tag gelegten Lautstärke aber auch nicht überhöhren konnte. Ihre Begleiterin quittiert alles mit kurzem, zustimmenden Brummen, einem zustimmenden “Aha” oder maximal einer drei- bis viersilbigen Äußerung. Erst als wir die Leuna-Werke (die wie ich nicht wußte über zwei eigene Bahnhöfe verfügen) erreichen, scheinen ihr die Themen aus zu gehen und ich kann wieder mehr auf mein Buch fokussieren. Auch der Huster hinter mir links scheint sich ausgehustet zu haben – nur die Gespräche vom nächsten Wagen dringen noch leise zu mir herüber.

Bis Halle Hbf komme ich einige Seiten voran, bevor ich aussteigen muss. „Aufgrund von Bauarbeiten fährt der ICE xyz nach Dresden von Gleis 10 ab. Bitte beachten Sie dass….“, quäkt es dort aus den Lautsprechern. Und ich stehe am Gleis 3. Na toll. Wer den Bahnhof in Halle (Saale) kennt, weiß daß man quer durch den Bahnhof inkl. der integrierten Einkaufpassage muß, um von Gleis 3 nach Gleis 10 zu gelangen. Doch die Eile die ich an den Tag legte war gar nicht notwendig gewesen – der Anschluß-ICE hatte sieben Minuten Verspätung – aufgrund der bereits eben genannten Bauarbeiten. Und leider ist der Bahnhof hier rauchfrei – und die Zeit um, beladen mit Rolly und Rucksack, eine Zigarette irgend wo vor dem Gebäude zu genießen habe ich leider nicht. Und kein Raucherabteil im ICE. Muß ich halt weiter bis Dresden warten, wo ich die rauchfreien Gefilde der deutschen BundesBahn Bahn AG verlassen kann.

Der ICE bringt mich von Halle Hbf über Leipzig Flughafen nach Leipzig Hauptbahnhof, füllt sich dort bis auf den letzten Platz, hauptsächlich mit Geschäftsleuten und anderen, durchgehend etwas angenehmeren Mitreisenden, die sich im Zug nicht mit Lotionen eincremen, ihre verformten Hammerzehen präsentieren oder ihr Privatleben durch das halbe Abteil quasseln. Der ICE-Reisende arbeitet am Notebook, liest ein Buch, löst Kreuzworträtsel oder starrt gedankenverloren aus dem Fenster. So fahre ich gerne mit der Bahn! Und sogar eine Steckdose fürs Notebook-Netzteil ist vorhanden – das einzige was mir noch zur Glückseligkeit fehlen würde wäre ein kostengünstiger oder gar -freier W-LAN Hotspot mit Zugang zum Internet im ICE. So etwas ist aber in der Erprobung und vielleicht erlebe ich es noch. In Dresden Neustadt muß ich schließlich muß ich auf die S-Bahn umsteigen. Während ich auf die S-Bahn warte entdecke ich sie, die Oase aller nikotinsüchtigen Bahnreisenden: eine Raucherinsel. Schnell eine Zigarette aus der zerknitterten Schachtel gefischt, angezündet und den blauen Dunst inhaliert. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn wenig später kommt bereits die S-Bahn.

Und kaum bin ich eingestiegen, erlebe ich die nächste erschütterliche Begegnung: Eine Gruppe von fünf oder sechs jungen Männern, die Ältesten vielleicht Mitte zwanzig, sitzt im Abteil und trinkt Bier aus Glasflaschen, wobei sie ziemlich dünnes Geseiere mit unnötiger Lautstärke von sich geben. Und das morgens um kurz nach 9:00 Uhr. Alle sind bereits deutlich angetrunken. Gegen ein bis zwölf Bierchen in Ehren ist ja prinzipiell nichts einzuwenden, aber bitte doch nicht so früh am Montag Morgen. Und dann steigt diese “persona non grata” Gruppe auch noch am selben S-Bahnsteig aus wie ich. Jetzt nur nicht auffallen und womöglich noch eine Konfrontation mit diesen Leuten herauf beschwören. Sie haben vielleicht bemerkt daß ich ihren verfrühten Alkoholgenuß nur missbilligend zur Kenntnis nehme. Doch glücklicherweise wanken sie sich zwar lautstark unterhaltend, mich aber weitgehenst ignorierend von dannen. Mann-o-Mann – Bahnfahren im ICE ist ja noch ganz schön, aber was man so in anderen öffentlichen Verkehrsmitteln erlebt, ist wirklich unglaublich. Oder liegt es vielleicht nur daran, daß ich nicht lange genug geschlafen habe? 😉