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Ausflug zum Chiemsee – Prien, Herreninsel, Fraueninsel & Gstadt

Sunday, March 18th, 2012

An diesem Samstag sollten die Tagestemperaturen doch tatsächlich die 20 Grad Marke überschreiten (und das gerade mal Mitte März) und es versprach ein mehr als nur frühlinghafter Tag zu werden. Daher entschloss ich mich nachdem ich am frühen Vormittag noch einige Einkäufe erledigt hatte, heute mal wieder etwas zu unternehmen. Möglichkeiten gibt es ja sowohl in München selbst als auch in der Umgebung massenhaft, daher hatte ich mich bereits gestern etwas informiert und mich schließlich dazu entschlossen, dem Chiemsee und seinen Inseln mal einen Besuch abzustatten. Der Chiemsee, auch gerne Bayrisches Meer genannt, ist mit 79,9 Quadratkilometern der größte der vielen Seen in Bayern und nach Bodensee und der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern der drittgrößte See Deutschlands.
Ich war zwar schon mal vor etwa eineinhalb Jahren im Rahmen eines Besuches eines Kletterparks dort gewesen, damals bot sich aber leider keine Gelegenheit mehr anzusehen geschweige denn auf die Inseln zu fahren, daher holte ich dies heute mal nach. Um etwa 10:00 Uhr brach ich schließlich auf und begab mich über den Mittlere Ring auf die A8 in Richtung Salzburg, um so die ca. 87 Kilometer bis zum See mit dem Auto zu bewerkstelligen. Erwartungsgemäß war ich natürlich nicht der einzige gewesen, der auf die Idee gekommen ist in Richtung Alpen zu fahren, so dass ich bereits in der Nähe von Holzkirchen in den ersten stockenden Verkehr mit teilweisem Stillstand geriet, der mich in meiner Zeitplanung etwas zurück warf. Als fataler erwies sich aber dann noch die Entscheidung, an der Raststätte Irschenberg sicherheitshalber noch einmal zu tanken. Denn vor den wohlgemerkt allen insgesamt 10 vorhandenen Zapfsäulen hatte sich hier bereits ein mehr oder weniger große Schlange gebildet. Erst als ich mich eingereiht hatte, musste ich feststellen dass viele Autofahrer sich teilweise ziemlich Zeit ließen und keinerlei Rücksicht darauf nahmen, dass vier, teilweise fünf Autos darauf warteten ebenfalls tanken zu können. Und weiter fahren war für mich ebenfalls nicht möglich, da sich bereits weitere Fahrzeuge hinter mich gestellt hatten.

Schlange stehen - Tankstelle Irschenberg
Warteschlange an der Tankstelle Irschenberg

Doch schließlich war auch ich an der Reihe, konnte meinen Tank – zum unverschämten Preis von 1,72 Euro pro Liter Super – etwas auffüllen und schließlich meinen Weg fortsetzen. Ohne weitere nennenswerte Verzögerungen erreichte ich schließlich Prien und seinen Ortsteil Stock mit den dortigen Fährhafen von dem aus auch die bekannte Chiemsee-Bahn abfährt, eine Schmalspur-Bahn die den Hauptort mit dem Hafen verbindet. Der Parkplatz war (natürlich) kostenpflichtig.

Chiemsee-Bahn

Vom Parkplatz aus war es nur ein kurzer Fußweg bis zum eigentlichen Fährhafen, wo bereits einige Schiffe warteten.

Fährhafen Prien
Fährhafen Prien-Stock

Doch bevor ich eines der Schiffe betrat, benötigte ich natürlich eine Karte, also wandte ich mich erst einmal zur Kasse am Verwaltungsgebäude. Wie ich später erfuhr kann man die Karten aber auch auf den Schiffen kaufen. Schwarz fahren kostet übrigens – wie auch im öffentlichen Nahverkehr – 40 Euro.

Kasse & Verwaltungsgebäude Proen
Kasse & Verwaltungsgebäude – Fährhafen Prien

Es hatte sich an der Kasse bereits eine kurze Schlange gebildet, so dass ich etwas warten musste bis ich zum Preis von 8,20 Euro eine Karte für die sogenannte Kleine Rundfahrt von Prien über Herren- und Fraueninsel bis nach Gstadt erwerben konnte. Die Große Rundfahrt, die auch bis Seebruck im Nordosten und Chieming im Osten des Sees führte ist wie ich erfuhr erst ab 28.04. wieder befahren. Aber da es eh schon 12:00 Uhr war hätte ich sowieso keine Zeit für eine große Rundfahrt mehr gehabt.


Fahrkarte – Chiemsee-Schifffahrt

Leider fuhr gerade während ich die Karte kaufte das erste Schiff bereits pünktlich um 12:00 Uhr ab, so dass ich etwas warten musste

Abfahrt aus Prien
Abfahrt – knapp verpasst

und mir so die Gebäude rund um den Hafen etwas näher ansehen konnte – zum Beispiel das Restaurant Luitpold am See, in dem ich zu dem Anfangs erwähnten Kletterpark-Events eineinhalb Jahren schon mal gespeist hatte. Etwas teurer, aber sehr zu empfehlen.

Restaurant Luitpold am See
Restaurant Luitpold am See

Das nächste Schiff mit Namen Rudolf wartete aber bereits schon, so dass ich mich dazu entschloss etwas früher an Bord zu gehen um mir noch einen der Plätze in der Bugsektion zu ergattern.

Fährschiff "Josef"
Fährschiff “Rudolf

Pünktlich um 12:30 Uhr legten wir schließlich ab und begaben uns auf den Weg in Richtung Herreninsel.

Landzunge bei Prien
Abfahrt aus Prien

Während der Fahrt gelang es mir auch, einige schöne Aufnahmen der nahen Alpen zu machen, die trotz leicht diesigen Wetters einen wirklich erhabenen Anblick boten.

Alpenblick am Chiemsee Alpenblick am Chiemsee
Alpenblick am Chiemsee

Nach ca. 10 Minuten Fahrtzeit fuhren wir schließlich die Herreninsel an, an deren Nordspitze eine kleine, malerische Kapelle geradezu dazu einlud, sie fotografisch festzuhalten. Wie ich später erfuhr handelt es sich hierbei um die Seekapelle zum Heiligen Kreuz.

Kapelle an der Nordspitze Herreninsel
Malerische Seekapelle zum Heiligen Kreuz – Nordspitze Herreninsel

Schließlich hatte das Schiff angelegt und ich verließ mit den anderen Gästen zusammen das Schiff. Dank des wunderschönen Wetters hatten sich eine ziemlich Menschenmenge, darunter viele Familien mit Kindern, auf den Weg zum Chiemsee gemacht.

Ankunft auf der Herreninsel
Ankunft auf der Herren-Insel

Durch ein hölzernes Boots- oder Ankunftshaus hindurch bewegte ich mich auf einen kleinen Vorplatz, auf dem neben einer Kasse auch ein Café, ein Infostand und Toiletten zu finden waren. Darüber thronte der Augustiner Chorherrenstift mit Hotel und ehem. Kloster.

Ankunftsbereich - Herreninsel
Ankunftsbereich Herreninsel

Kassen - Herreninsel
Kasse & Bistro – Ankunftsbereich Herreninsel

Ich wollte aber natürlich zuerst das berühmte Schloss Herrenchiemsee sehen und bog nach links ab. Nach knapp hundert Metern fiel mein Blick aber auf eine Aufstelltafel, die darauf hinwies dass der Kartenverkauf für die Besichtigung des Schlosses ausschließlich an den Kassen im Ankunftsbereich verkauft werden. Also musste ich, zähneknirschend, wieder umkehren und mich in die dort bereits gebildete Schlange einreihen um mir die Eintrittskarte für die Schlossführung für noch einmal acht Euro zu besorgen. Die nächste deutsche Führung sollte um 14:00 Uhr beginnen, ich hatte also noch etwas Zeit.


Eintrittskarte – Schloss Herrenchiemsee

Vorbei am Augustiner Chorherrenstift, einem ehemaligen Kloster das im Rahmen der Säkularisation (staatl. Einzug von Kirchengütern) ab 1608 in Bayern verstaatlicht und in das Alte Schloss umgebaut wurde – heute finden sich dort unter anderem ein Restaurant und ein Hotel – machte ich mich schließlich dann wieder auf den Weg in Richtung des neuen Schlosses Herrenchiemsee.

Augustiner Chorherrenstift & Restaurant Augustiner Chorherrenstift
Augustiner Chorherrenstift

Von hier konnte man auch bereits einen ersten Blick in Richtung Fraueninsel werfen, die durch die noch kahlen Bäume deutlich zu erkennen war.

Blick zur Fraueninsel von der Herreninsel
Blick in Richtung Fraueninsel von der Herreninsel

Durch einen dichten, größtenteils scheinbar naturbelassenen bewegte ich mich den Wegweisern und den anderen Touristen folgend in Richtung der Schlossanlage. Hätte der Erbauer des neuen Schlosses, König Ludwig II, nicht die Herreninsel im Jahre 1873 von einem Konsortium Württembergischer Holzspekulanten erworben, würde dieser Wald heute wohl nicht mehr existieren.

Wälder - Herreninsel Wälder - Herreninsel
Im Wald rund um das Schloss Herrenchiemsee

Nach einem nicht allzu langen Fußmarsch erreichte ich schließlich das berühmte Schloss Herrenchiemsee.

Erster Blick auf Schloss Herrenchiemsee

Leider waren die Brunnenanlagen noch abgedeckt und nicht in Betrieb, aber die verspielten Figuren und Figurengruppen die sowohl am Rand als auch im Brunnen sichtbare waren ließen erahnen wie es im Sommer aussah wenn hier das Wasser sprudelte. Beim oberen Brunnen handelt es sich im übrigen um den sogenannten Fortunabrunnen, der 1884-85 von Wilhelm von Rümann im Auftrag von Ludwig II geschaffen wurde und einer Brunnenanlage im spanischen Königspalast La Granja de San Ildefonso entspricht.

Abgedeckter Fortunabrunnen
Abgedeckter Fortunabrunnen

Figurengruppe II - Fortuna-Brunnen Figurengruppe - Fortuna-Brunnen
Figurengruppen – Fortunabrunnen

Fortunabrunnen Herrenchiemsee - Engelchen
Engelchen im Fortunabrunnen

Das Schloss Herrenchiemsee, das dem Schloss Versailles des französischen Sonnenkönig Ludwig XIV nachempfunden ist (der Mittelbau entspricht auch genau dieser Schlossanlage), wurde wie ich später während der Führung erfuhr nie fertiggestellt, da dem bayrischen Märchenkönig Ludwig II das Geld ausging.

Schloss Herrenchiemsee
Schloss Herrenchiemsee – ein Nachbau von Versailles

Diese Unfertigkeit sollte ich auch bei der Begehung der westlichen Sichtachse deutlich zu sehen bekommen. Verglichen mit den von mir bereits hier besichtigten prächtigen Schlossanlage Nymphenburg in München oder der hier besuchten, nicht weniger prächtigen Alten Schloßanlage in Schleißheim nördlich von München sah man den Anlagen hier doch sehr deutlich an, dass noch etwas fehlte.

Sichtachse Ostseite
Sichtachse Ostseite

Gärten & Brunnen - Herrenchiemsee Blick entlang des Kanals
Links: Unfertige Gartenanlagen – Rechts: Blick entlang des westlichen Kanals

Schloss Herrenchiemsee & abgedeckte Brunnen
Schloss Herrenchiemsee und abgedeckte Brunnen

Ich entschloss mich entlang der Sichtachse nach Osten zu wandern und so die Zeit bis zum Beginn meiner Schlossführung sinnvoll zu nutzen. Außer Natur, einem etwas verdreckt wirkenden Kanals mit einem Pärchen gründelnder Schwäne und Alleen kahler Bäume gab es hier nicht allzu viel zu sehen.

Kanal - Ostseite Herreninsel
Verschmutzter Kanal – Herrenchiemsee

Schloss Herrenchiemsee - Blick entlang der Ostachse
Blick zurück zum Schloss

Kahle Bäume - Herreninsel
Kahle Bäume am Kanal

Gründelnde Schwäne
Gründelnde Schwäne

Wiese - Westseite Herreninsel
Wiese und Jägerhochstand – Westseite Herreninsel

Dennoch ging ich bis ganz nach Westen, von wo aus man am anderen Seeufer Prien und Osernach am anderen Seeufer erkennen konnte.

Am Ufer der Herreninsel - Blick in Richtung Prien
Am Ufer der Herreninsel – Blick in Richtung Prien

Sah man in die andere Richtung, konnte man entlang der Sichtachse aber auch noch problemlos die Schlossanlage erkennen. Nun war es an der Zeit mich auf den Rückweg zu machen damit ich rechtzeitig zu meiner Führung wieder dort war.

Blick zurück zum Schloss
Blick zurück zum Schloss Herrenchiemsee

Oben wieder angekommen, nutzte ich die Gelegenheit noch einmal die Sichtachse im Ganzen abzulichten,

Sichtachse - Brunnenseite Schloß Herrenchiemsee
Sichtachse – Schloss Herrenchiemsee

und begab mich dann vorbei am abgedeckten Latona-Brunnen über eine breite Treppe

Treppe - Schloß Herrenchiemsee
Treppe am Schloss Herrenchiemsee

wieder hoch bis direkt vor das Schloss, wo sich links das Schlosscafé und recht der Eingang für die Führung befand.

Vor dem Schloßgebäude
Vor dem Schlossgebäude

Die einzige Aufnahme die ich im Schlossinneren machen konnte war die vom Eingangsbereich wo ich mich in die Schlange der wartenden Touristen für die deutschsprachige Führung einreihte.

Eingangsbereich - Schloß Herrenchiemsee
Eingangsbereich – Schloss Herrenchiemsee

Während der etwa halbstündigen Führung durch das Schloss selbst war das Fotografieren und Filmen aus wie man uns mitteilte “organisatorischen Gründen” leider untersagt. Daher muss ich mich hier leider auf eine kurze textuelle Beschreibung beschränken.
Nachdem wir durch eine Art Drehkreuz gegangen waren, wo wir die Barcodes unserer Eintrittskarten einscannen mussten, begrüßte uns eine freundliche Dame von der bayrischen Schlossverwaltung, die sich als Christina Strahl vorstellte und uns das Innere des Schlosses zeigen sollte. Über ein prächtiges, mit Gold, Stuck und Marmor im Barockstil verkleideten Treppenhaus begaben wir uns schließlich ins Obergeschoss. Die ersten Räume die wir besichtigten waren wie man uns mitteilte 1:1 den Räumlichkeiten aus Versailles nachempfunden und dienten Ludwig II von Bayern eher als Museum und nicht als wirklich Wohnräume. Der erste Raum war ein berockes Ehrengardezimmer, in dem einige Hellebarden aufgestellt waren, gefolgt von zwei Vorräumen, dem königlichen Arbeitsraum, einem Schlafzimmer welches dem des französischen Sonnenkönigs in Versailles entsprach und schließlich als Highlight dem Spiegelsaal, der ebenfalls seinem Vorbild in Versailles nachempfunden und nicht weniger prächtig war. Weiter ging es dann in den eigentlichen Wohnbereich Ludwig II, der aber nicht weniger verspielt und geschmückt erschien als der bisher gesehene Teil des Schlosses. In diesen, im Rokoko-Stil errichteten Räumlichkeiten hatte der König allerdings nur 10 Tage wohnen können bevor er am 13. Juni 1886 schließlich im Starnberger See nahe Schloss Berg ertrank. Besonders zu erwähnen sind hier der wohl schwerste Kronleuchter der Welt, den der König aus Meissener Porzellan hatte bauen lassen und ein ins Erdgeschoss über eine Liftanlage versenkbarer Tisch. Schließlich erreichten wir durch das eigentliche Schlafzimmer des bayrischen Königs und ein weiteres Arbeitszimmer, wo ein Schreibtisch im Stil des französischen Königs Ludwig XV zu bewundern war, den unfertigen Teil des Schlosses und betraten ein Treppenhaus. Vom Baustil entsprach es zwar dem barocken Treppenhaus das wir zu beginn gesehen hatten, jedoch waren die Wände noch im Rohbau und aus Backsteinen. Von hier aus ging es in den Raum unterhalb des Speisesaals, wo wir die Liftanlage für den bereits erwähnten Tisch sehen konnten. Durch ein Badezimmer, welches von einer riesigen marmornen, im Boden eingelassenen Badewanne beherrscht wurde und schließlich durch das kleine Ankleidezimmer, das über eine Wendeltreppe mit dem Schlafzimmer des Königs verbunden war ging es schließlich zurück in den Eingangsbereich, wo die Führung beendet war. Sehr sehenswert muss ich sagen, die acht Euro hatten sich auf jeden Fall gelohnt – auch wenn ich natürlich gerne ein paar Fotos geschossen hätte.
Nach der Führung umrundete ich noch einmal das Schloss und begutachtete den hinteren Bereich des Schlosses mit dem kleinen Innenhof uns die östliche Sichtachse, die bis zum anderen Ufer zu gehen schien,

Schloss Herrenchiemsee - Hofseite
Hofseite – Schloss Herrenchiemsee

Sichtachse - Hofseite Schloß Herrenchiemsee
Östliche Sichtachse – Hofseite Schloss Herrenchiemsee

um mich dann, vorbei an einem kleinen, scheinbar bewohnten Verwaltungsgebäude wieder auf den Weg in Richtung Alter Schloßanlage mit Chorherrenstift und Hafen zu machen.

Verwaltungsgebäude am Schloss Herrenchiemsee
Verwaltungsgebäude am Schloss Herrenchiemsee

Über einen etwas weiter westlich gelegenen Weg kam auch bald schon die Anlage des Augustiner Chorherrenstifts in Sichtweite.

Blick in Richtung Augustiner Chorherrenstift
Blick in Richtung Chorherrenstift

Über einen steil ansteigenden Weg erreichte ich schließlich die Gebäudeanlage auf einem kleinen, mit gerade frisch beschnittenen Weiden bepflanzten Vorhof

Weiden vor dem Augustiner Chorherrenstift Weiden vor dem Augustiner Chorherrenstift
Weiden vor dem Chorherrenstift

und bewegte mich, nachdem ich einen Schnappschuss der von hier aus gut sichtbaren Fraueninsel gemacht hatte,

Blick vom Chorherrenstift zur Fraueninsel
Blick zur Fraueninsel vom Chorherrenstift Herreninsel

eher ziellos vorbei am Hotel und dem gut besuchten Restaurant

Restaurant am Chorherrenstift
Restaurant am Chorherrenstift

zwischen zwei Gebäuden hindurch, als ich schließlich eine sehr malerisch wirkende, kleine Kirche entdeckte. Wie ich wenig später lesen konnte handelte es sich hier um die im spätgotischen Stil errichtete und 1469 geweihte ehemalige Pfarrkirche St. Maria, die den Laien der Klosterpfarrei als Kirche diente.

Ehem. Pfarrkirche St. Maria - Herreninsel - Seitenansicht
St. Maria – Seitenansicht

Ehem. Pfarrkirche St. Maria - Front
St. Maria – Frontalansicht

Zum Glück war sie offen, auch wenn der eigentliche Kirchenraum durch ein Gitter versperrt war. Doch durch das Gitter hindurch gelang es mir eine Aufnahme des aus dem Jahre 1630 stammenden, barocken Hochaltars und des Innenraums zu machen.

Barocker Hochaltar - ehem. Pfarrkirche St. Maria

Vorbei an der weiter hinter befindlichen Domäne des Chorherrenstifts

Domäne am Chorstift Herreninsel
Domäne am Chorstift Herreninsel

ging ich über den Innenhof der alten Schlossanlage

Innenhof Chorstift Herreninsel
Innenhof – Alte Schlossanlage Herreninsel

zurück in Richtung der Anlagestelle. Hier hätte man zwar auch noch etwas besichtigen können, doch dann hätte ich eine weitere halbe Stunde auf das nächste Schiff warten müssen. Daher entschied ich mich dagegen und reihte mich in die Schlange zur Überfahrt zur Fraueninsel ein.

Abfahrt Fraueninsel
Warten auf die Überfahrt zur Fraueninsel

Wieder konnte ich einen Platz im Bugbereich des Schiffes ergattern, wo ich direkt hinter der Fahne in den bayrischen Staatsfarben saß, die munter an der Bugspitze des Schiffes flatterte.

Fahne

Vorbei an der zwischen Herren- und Fraueninsel gelegenen Krautinsel, welche jedoch nicht von den Schiffen angefahren wird,

Krautinsel
Krautinsel

nährten wir uns nun also der Fraueninsel. Während der Anfahrt gelangen mit einige sehr schöne Aufnahmen der im Süden befindlichen Benediktinerinnen-Abtei, die sich wunderbar im durch das Schiff gekräuselten Chiemsee spiegelte.

Anfahrt auf die Fraueninsel I

Anfahrt auf die Fraueninsel II

Anfahrt auf die Fraueninsel III
Anfahrt auf die Fraueninsel

Nach etwa zehn Minuten Fahrtzeit konnte ich schließlich das Schiff verlassen und die Frauen-Insel betreten.

Ankunft Fraueninsel
Ankunft Frauen-Insel

Dieses eigentlich Frauenchiemsee genannte, aber fast immer nur als Fraueninsel bezeichnete Eiland ist mit seinen gerade mal 15,5ha zwar nicht gerade groß, wird aber das ganze Jahr über von etwa 300 Menschen bewohnt. Als beherrschendes Gebäude kann man hier zweifellos das Benediktinerinnen-Kloster Frauenwörth am Südende der Insel bezeichnen, das im Gegensatz des Augustiner-Klosters auf der Herreninsel auch heute noch von Nonnen bewohnt wird. Gegründet 782 wurde der Klosterbetrieb zwar im Rahmen der Säkularisation 1803 bis 1835 zwar aufgehoben, aber durch König Ludwig I. wieder unter der Prämisse zugelassen, dass die Nonnen sich selbst um ihren Unterhalt kümmern. Deswegen betrieben sie dort auch ein Mädcheninternat und später eine Frauen-Berufsfachschule, die jedoch 1995 den Betrieb einstellte.
Vom Hauptsteg aus wandte ich mich erst einmal nach links in Richtung des Klosters und wanderte, vorbei an einem kleinen, malerischen Steg mit Blick in Richtung Herreninsel vorbei,

Steg & Blick Richtung Herreninsel
Steg & Blick in Richtung Herreninsel

am Ufer entlang. Dabei konnte ich einige schöne Aufnahmen der Klosteranlage und der angeschlossenen Münsterkirche machen.

Benedektinerinnenkloster
Benedektinerinnenkloster

Kloster & Münsterkirche
Kloster und Münsterkirche

Blick in Richtung Münsterkirche
Blick in Richtung Münsterkirche

Über einen schmalen Weg begab ich mich schließlich hoch in Richtung der Münsterkirche mit ihrem runden Glockenturm,

Münsterkirche zu Frauenchiemsee
Glockenturm Münsterkirche Frauenchiemsee

vor der ein malerischer Friedhof dazu einlud ein paar Schnappschüsse zu machen.

Friedhof Fraueninsel

Friedhof Fraueninsel Friedhof Fraueninsel
Friedhof Frauenchiemsee

Und auch die Kirche selbst erwies sich als wirklich sehenswert – jedoch war auch hier das fotografieren verboten, so dass ich nicht mit Bilder dienen kann.
Zu erwähnen wäre hier natürlich noch die aus karolingischer Zeit stammende Torhalle, die als letztes Gebäude der ersten Klosteranlage noch zu bewundern ist.

Karolingische Torhalle Fraueninsel
Karolingische Torhalle – Fraueninsel

Ich wandte mich nun weiter am Ostufer entlang, wo sich zahlreiche Restaurants, Gastwirtschaften, Biergärten und sogar eine inseleigene Brauerei zu finden war, die dank des sonnigen Wetters alle gut besucht waren.

Inselwirt
Inselwirt

Inselbräu
Inselbräu – Brauerei Fraueninsel

Fritzi's Biergarten
Fritzi’s Biergarten

Eigentlich hatte ich dann vorgehabt, vom Nordsteg nach Gstadt weiter zu fahren, doch wie ich anhand des Fahrplans feststellen musste dauerte die Abfahrt von hier noch länger als die nächste Abfahrt vom Hauptsteg aus. Daher wandte ich mich noch einmal in Richtung des Dorfkerns um darüber zum Hauptsteg zurückzukehren.

Unterwegs auf der Fraueninsel
Unterwegs auf der Fraueninsel

Hier fand sich auf dem höchsten Punkt der Insel die Tassilo- und die Marienlinde, die mit über 1000 Jahren zu der ältesten Bepflanzung der Inseln hier zählt

Tassilolinde / Marienlinde
Tassilolinde / Marienlinde

und darunter ein kleiner Heiligenschrein.

Heiligenschrein an der tausendjährigen Eiche
Heiligenschrein

Nachdem ich ein wenig im Ort herumgewandert war, erreichte ich noch rechtzeitig den Hauptsteg um das Fährschiff nach Gstadt zu erreichen.

Abfahrt Fraueninsel
Abfahrt Fraueninsel

Nach etwas mehr als zehn Minuten Fahrt erreichten ich schließlich auch Gstadt.

Anfahrt auf Gstadt
Anfahrt auf Gstadt

Ankunft in Gstadt
Ankunft in Gstadt

Langsam bekam ich aber auch Hunger, also entschloss ich mich hier in Gstadt nach einer Möglichkeit umzusehen etwas zu speisen. Nach einigem Suchen stieß ich dabei auf das Café Inselblick im Osten des Ortes. Obwohl als Café bezeichnet entpuppte sich diese Location als vollwertiges Restaurant.

Cafe & Cappucino Bar Inselblick
Café Inselblick

Neben Suppen und Salaten sowie verschiedenen Fisch- und Fleischgerichten fand sich auf der Speisekarte auch ein umfangreiches Pizza-Angebot. Aus diesem Angebot wählte ich eine Pizza Salmon mit Räucherlachs und Krabben für 8,50 Euronen,

Pizza Salmon

eine wirklich sehr leckere Zusammenstellung mit reichlich, angenehm dicken Räucherlachs-Scheiben und ebenso reichlich kleinen, knackigen Krabben auf einer fruchtig-würzigen Tomatensauce-Käse-Kombination, die ich mit wunderbaren Blick auf die Fraueninsel von der Terrasse des Cafés genoss.

Blick zur Fraueninsel
Fraueninsel von der Terrasse des Café Inselblick

Als ich fertig gegessen und bezahlt hatte, konnte ich mich auch gleich auf den Rückweg zum Steg machen, wo wenig später auch schon das nächste Schiff in Richtung Prien aufbrach. Während die Sonne über Gstadt unterging

Sonnenuntergang über Gstadt / Dawn at Gstadt
Sonnenuntergang über Gstadt

begab ich mich also auf die Rückreise über Frauen- und Herreninsel zurück nach Prien wo mein Auto auf mich wartete.

Die Lichter von Prien
Die Lichter von Prien

Die Befürchtung jetzt noch eine deftige Gebühr für den Parkplatz bezahlen zu müssen erwies sich dann glücklicherweise als unbegründet, denn für die etwas mehr als sechseinhalb Stunden die ich hier geparkt hatte war gerade mal eine Gebührt von 3,50 Euro fällig. Somit konnte ich mich nach diesem interessanten Tag nun endlich auf den Rückweg nach München machen. Ich werde im Sommer wohl auf jeden Fall noch mal wieder kommen, denn ursprünglich hatte ich geplant mir viel mehr hier am und um den Chiemsee anzusehen. Das werde ich, sobald es das Wetter wieder zulässt, natürlich nachholen. 😉

Oktoberfest 2011 – ein Rundgang

Monday, October 3rd, 2011

Heute geht es wieder mal zu Ende: Das wohl größte und internationalste Trinkgelage der Welt, das Oktoberfest in München. Natürlich war ich wieder mehr als ein Mal dort gewesen, doch dieses Jahr möchte ich alles in einem Beitrag zusammenfassen – im dritten Jahr in Folge die ich hier in München arbeite und das Oktoberfest besuche – siehe dazu auch die Berichte vom Oktoberfest 2009 und dem Oktoberfest 2010 (Teil 1 / Teil 2) – stellt sich natürlich eine gewisse Ernüchterung und Gewöhnung ein.

Oktoberfest 2011 - Eingang

Dennoch war das Ganze auch dieses Jahr natürlich wieder einen Besuch wert. Sobald man die Gedenkstehle für den Oktoberfestanschlag von 1980 passiert hat

Gedenkstehle Oktoberfestanschlag

erreicht man auch schon das bunte Treiben auf der Theresienwiese und befindet sich in der berühmten Bierzelt-Straße. Gleich rechts findet sich wie immer das berühmte Hippodrom, das sich ja vor allem durch seine Promi-Dichte auszeichnen soll. Das konnte ich zwar nicht bestätigen, denn ich glaube eher dass die meisten in die kleineren Zelte gehen, doch das Gerücht hält sich stetig.

Hippodrom
Hippodrom Festzelt

Etwas weiter auf der linken Seite finden wir schließlich das Fischer-Vroni-Festzelt, das zwar recht groß ist, aber von seiner Fassade her eher unscheinbar daherkommt verglichen mit den anderen Festzelten. Dabei ist es nur unwesentlich kleiner als diese.

Fischer-Vroni
Fischer-Vroni Zelt – Frontansicht

Fischer-Vroni
Fischer-Vroni-Festzelt

Zwischen den Festzelten finden sich verschiedene Buden mit Süßigkeiten und mehr oder weniger lokalen Snacks. Bei einem Hendelpreis von über 9 Euro ist das eine gute Alternative zum Essen im Zelt – und Bier macht ja bekanntlich hungrig.

Süsse Spezialitäten Wildmoser
Links: Süße Spezialitäten – Rechts Wildmoder Alt-Münchner Entenbraterei

Als nächstes folgt rechte Hand das Armbrustschützenzelt, auf das man sich auch zubewegt wenn man von der U-Bahn Station Theresienwiese in Richtung Bierzeltstraße geht – ein imposantes Gebäude, das sich unter anderem durch seinen Turm links des Eingangs auszeichnet.

Armbustschützenzelt
Armbrustschützenzelt

Direkt vor dem als nächstes folgendem Spatenbräu-Festzelt, hatte man dieses Jahr das große Kettenkarussell Wellenflug hin verlegt. Von den Jahren zuvor kannte ich es eher deutlich weiter hinten direkt an der Ecke beim Riesenrad, doch wahrscheinlich gibt es hier vorne mehr Laufkundschaft als dort hinten. Dennoch schade, denn ich fand die alte Position irgendwie passender.

Wellenflug
Kettenkarussell Wellenflug

Es folgt wie bereits erwähnt links die Spatenbräu Ochsenbraterei mit den beweglichen Figuren die während des gesamten Okotberfests unermüdlich den Plastikochsen über einem künstlichen Feuer drehen. Eindeutig ein Blickfang – keine Frage.

Spatenbräu
Spatenbräu Ochsenbraterei

Auf der rechten Seite folgt nun das wohl bekannteste alles Festzelte auf dem Oktoberfest: Das Hofbräu-Zelt mit seinem Kronen-Logo, das beleuchtet über der Spitze des Festzelts thront.

Hofbräu-Festzelt
Hofbräu-Festzelt

Bis hier waren die Festzelte noch versetzt angeordnet, ab dem Hofbräu-Festzelt liegen sie sich aber nun direkt gegenüber. Links findet sich das Augustiner-Bräu Zelt mit seiner aufwendigen Dekoration und den beiden Edeltstoff-Aufstellern rechts und links des Eingangs.

Augustiner Bräu Festzelt
Augustiner-Bräu Festzelt

Davor fiel noch das Boarisch Dinner ins Auge, das mit einem Portrait Ludwig II. geschmückt war.

Boarisch Dinner

Direkt gegenüber findet sich das Hacker-Pschorr Zelt mit seiner bunten Bemalung mit Münchner Motiven.

Hacker-Pschorr Festzelt
Hacker-Pschott-Zelt

Nun folgen als nächste Zelte der Schottenhamel auf der rechten Seite

Schottenhamel
Schottenhamel

und gegenüber links das Pschorr Brausrosl.

Pschorr-Braurosl-Festzelt

Vorbei am Glöckle-Wirt mit seinem Straßenverkauf

Glöckle-Wirt Glöckle-Wirt
Glöckle-Wirt

erreicht man schließlich mit dem Paulaner-Festzelt rechts und dem Löwenbräu-Festzelt links das Ende der Bierzelt-Straße – die beiden Türme dieser Zelte mehr oder weniger direkt an der Gasse in Richtung Bavaria-Statue bilden sozusagen die Grenze.

Löwenbräu Paulaner-Festzelt
Links: Löwenbräu-Festzelt – Rechts: Paulaner-Festzelt

Löwenbräu-Turm Paulaner-Turm
Links: Löwenbräu-Turm – Rechts: Paulaner-Turm

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt dass neben dem Löwenbräu-Festzelt noch vor der Quergasse Able Spanferkel folgt, eine Fressbude die mich jedes Jahr von neuem mit ihrer Dekoration fasziniert.

Able Spanferkel

Nun ist man am Offiziellen Wiesn-Shop angekommen, einer von vielen Souvenir-Ständen hier auf dem Platz. Auf der Rückseite befindet sich ein Gemälde vom Oktoberfest dass vor allem bei Touristen gerne als Fotomotiv verwendet wird um davor zu posieren.

Offizieller Wiesn-Shop
Offizieller Wiesn-Shop

Rechts geht es zur Bavaria-Statue, die dieses Jahr allerdings nicht so imposant beleuchtet ist wie letztes Jahr

Bavaria

und gerade aus geht es zum berühmten Willenborg Riesenrad, jenes Fahrgeschäft welches ohne Frage als größter Blickfang auf der Theresienwiese dient.

Riesenrad

Ab hier folgen fast nur noch Fahrgeschäfte und Fress- sowie Süßigkeitenbuden, die ich hier nur auszugsweise kurz besprechen möchte – vieles kennt man ja schon vom Vorjahr. Ich sage deswegen “fast” weil direkt neben dem Riesenrad sich die sogenannten “Oide Wiesn”, die “Alten Wiesn” befinden, ein abgetrennter Bereich für den man Eintritt (soweit ich weiß 3 Euro) bezahlen muss und in dem das Oktoberfest aus alten Zeiten sowohl mit zwei Festzelten als auch mit einigen alten Fahrgeschäften dargestellt wird. Wären die Schlangen vor dem Eingang nicht so lange gewesen, hätte ich mir das natürlich angesehen, so aber begnügte ich mich mit einem Sneak-Peak durch den bewachten Zaun kurz bevor ich von dort verjagt wurde.

Eingang - Oide (alte) Wiesen Blick in die historischen Wiesen
Links: Schlangen vor dem Eingang zu den “Oide Wiesn” – Rechts: Blick auf den historischen Festplatz

Zumindest konnte ich hier noch eine schöne seitliche Aufnahme des Riesenrads tätigen.

Riesenrad - Seitenaufnahme

Die Stelle direkt gegenüber des Riesenrades, da wo letztes Jahr noch das Wellenflug Kettenkarussell dominierte hat übrigens wie ich sehen musste eine dieser Kinder-Reitbahnen übernommen, die Abends natürlich schon geschlossen haben. Schade, ich fand dass das Karussell hier besser passte – einziger Vorteil ist es dass man nun einen besseren und ungetrübtere Blick auf das Riesenrad hat.
Biegen wir am Riesenrad links ab, fällt zur rechten Seite das Rocket ins Auge, in dem sich der Gast in raktenförmigen Kabinen hoch durch die Luft schleudern lassen können.

Rocket
Rocket

Gegenüber findet sich das Moto Drome, ein Attraktion die in der einige waghalsige Männer (ob Frauen dabei sind weiß ich nicht) in einer Arena an den Wänden entlang fahren. Etwas ähnliches kennen wir ja schon vom letzten Jahr. Und da Deutschlands größte Motorsport-Show dieses Jahr auch wieder auf der Theresienwiese ist halte ich diese Dopplung einer ähnlichen Attraktion für etwas unpassend. Gerade bei solchen Dingen sollte man sich doch auf ein Geschäft beschränken.

Moto Drome
Moto Drome

Deutschlands grösste Motorsport-Show
Deutschlands grösste Motorsport-Show – weiter vorne beim Spaten-Zelt

Neu erschien mir die aber die Münchner Rutschen, die gleich schräg gegenüber des Moto Dromes zu sehen war: Mehrere lange, nebeneinander liegende Rutschen auf denen man offensichtlich auf einer Matte abwärts rutschen konnte. Zu so später Stunde war hier aber nichts mehr los.

Münchner Rutschen
Münchner Rutschen

Nun bewegt man sich auf Bossle’s Teufelskerle zu, die Stuntshow die ich ja letztes Jahr besucht an genau der gleichen Stelle hatte.

Bossle's Teufelskerle
Bossle’s Teufelskerle

Rechts davon findet sich, auch wie jedes Jahr, die Olympia Looping Achterbahn.

Olympia Looping
Olympia Looping

Neben Bossle’s Teufelskerlen findet sich schließlich ein meiner Erinnerung nach ebenfalls neues Fahrgeschäft, der Höllenblitz – wohl eine Art Indoor-Achterbahn.

Höllenblitz

Links gegenüber findet sich die erste eine ganzen Reihe von Geisterbahnen die dieses Jahr auf dem Oktoberfest vor Ort sind: Der Shocker, über dessen beleuchteten Schriftzug unermüdlich ein mechanisches Skelett hin und her radelt – dieses Fahrgeschäft kannte ich schon aus dem Vorjahr.

Shocker

An der nächsten Quergasse, der Matthias-Pschorr-Straße, gab es weiteren alten Bekannten vom letzten zu sehen: Das High Energy mit seinem kreisenden Überschlag.

High Energy
High Energy

Einige Meter weiter folgt mit dem Fahr zur Hölle eine weitere Geisterbahn, bei der besonders eine animierte Dämonenfigur ins Auge fiel, die sich regelmäßig aus einem gescheckten Ei befreite, sich aufrichtete und dann Feuer spie – sehr sehenswert.

Fahrt zur Hölle
Fahr zur Hölle – Geisterbahn

Wenig später erreichte ich, vorbei an einer Schießbude mit Namen Jäger-Alm

Jäger-Alm

das Fahrgeschäft Parcour, ein modernes Karusell,

Parcour
Parcour

und direkt daneben der große Freefall-Tower, der nach dem Riesenrad wohl zu den höchsten Fahrgeschäften hier zählt. Eine kleinere Variante für Kinder eines solchen Fahrgeschäfts findet sich in der Nähe des U-Bahnhofs Theresienstraße.

Freefall Tower
Freefall-Tower

Außerdem gab es hier eines von mehreren Spaßhäusern mit Spiegelkabinetten, optischen Täuschungen und wackelnden Böden zu sehen – das Lach-Freu-Haus, das sich vor allem durch die große Menge an Seifenblasen auszeichnete die Stoßweise aus der obersten Etage ausgestoßen wurden.

Lach-Freu-Haus

Durch eine Seitengasse mit weiteren Fahrgeschäften wie dem Großen Irrgarten

Der grosse Irrgarten

sowie dem in München etwas exotisch anmutenden Hanseaten-Imbiss

Hanseaten-Imbiss
Hanseaten-Imbiss

Natürlich sahen wir uns auch in den Zelten ein wenig um. Im Hofbräu-Festzelt war jedoch zum Beispiel so gut wie kein Durchkommen

Hofbräu Festzelt
Im Hofbräu-Festzelt

Besser sah es da schon in den Biergärten aus, wo sich hier und da noch ein paar Sitzplätze finden ließen und man auch prompt bedient wurde. Bei Maß-Preisen von 8,80 bis 9,10 Euro jedoch kein billiger Spaß – gerade weil man wenn man auf weitere prompte Bedienung wert legte, am besten gleich 10 Euro inkl. Trinkgeld bei den Thekenkräften ließ.
Mehr Glück hatten wir im Paulaner-Festzelt, wo wir sogar im Zelt freie Plätze bekamen.

Paulaner München
Im Paulaner-Festzelt

Paulaner Festzelt Im Paulaner Festzelt
Feiern im Paulaner-Festzelt

Hier konnten wir bis zum Ausschankschluß um 22:30 Uhr verbleiben, zu dem die Gäste ruhig, aber bestimmt langsam nach draußen bugsiert wurden während man teilweise schon die Bänke auf die Tische legte und begann das Zelt aufzuräumen.

Kehraus im Paulaner-Festzelt
Ausschankschluß im Paulaner-Festzelt

Ein Schild, dass fälschlicherweise aussagte dass das Zelt wegen Überfüllung geschlossen wäre, sowie einige Sicherheitskräfte verhinderten dass neue Gäste in das Zelt flossen.

Wegen überfüllung geschlossen

Rauchen war übrigens in allen Zelten überall verboten. Dennoch konnte ich einige betrunkene Gäste entdecken, die sich eine Zigarette ansteckten – und einige kamen sogar in den meisten Fällen damit durch da sie von keinem der Security-Leute oder der Bedienung entdeckt wurden.

Rauchen verboten
Rauchen Verboten

Hier kein Bierverkauf
Hier kein Bierverkauf

Wer genug hat kann übrigens nach Ausschankschluß mehr oder weniger komfortabel mit der U-Bahn seinen Heimweg antreten – jedoch gibt es sowohl rund um die Theresienwiese und überall sonst in München genügend Möglichkeiten auch nach 22:30 Uhr weiter zu feiern.

U-Bahn Station Theresienwiese
U-Bahnhof Theresienwiese

Mir haben meine Besuche auf dem Oktoberfest auf jeden Fall auch diese Jahr wieder viel Spaß gemacht und ich bin sicher dass ich mich auch 2012 dem Oktoberfest nicht verwehren werde.

Flugwerft & Schloßanlage Schleißheim

Saturday, September 10th, 2011

Auch heute wollte ich natürlich wieder nicht zu Hause versauern, daher machte ich mich auf den Weg nach Oberschleißheim nördlich von München, wo neben der sogenannten Flugwerft, einer Außenstelle des hiesigen Deutschen Museums, auch das dortige Schloß mit dem Wilhelmshof und seinem Schloßpark zu bewundern war. Zwar wäre ich auch mit der S-Bahn hingekommen, die Linie S1 hat direkt in Oberschleißheim einen Haltepunkt, doch ich rang mich dann doch dazu durch mit dem Auto zu fahren. Hätte ich den Verkehr auf dem Mittleren Ring bedacht, wäre die S-Bahn im Nachhinein gesehen auf jeden Fall Stressfreier gewesen, aber sei es drum. Nach etwa einer halben Stunde Autofahrt erreichte ich schließlich die Gemeinde Oberschleißheim, die im Norden direkt an München angrenzt. Der Verkehr auf dem Mittleren Ring an einem so schönen Samstag ist natürlich höllisch, aber glücklicherweise bin ich ohne größere Verzögerungen durchgekommen.

Flugwerft Schleißheim
Ich parkte mein Auto direkt neben dem alten Schloß und machte mich von dort aus erst einmal auf den Weg zur etwas südlich gelegenen Flugwerft, um genau zu sein die Deutsches Museum Flugwerft Schleißheim, einer Außenstelle des deutschen Museums die sich südlich des Alten Oberschleißheimer Schloßes direkt am Sonderlandeplatz Schleißheim befindet, dem ältesten noch in Betrieb befindlichen Flughafen Deutschlands.

Eingangsbereich - Flugwerft Schleißheim
Eingangsbereich

Die Einrichtung schien gut relativ besucht wie es schien. Vor allem viele Familien mit Kindern konnte ich hier sehen. Auch viele Gruppen von Radfahrer hatten sich scheinbar diese Gegend als Ausflugsziel gewählt zu haben. Nachdem ich am Eingang meine Eintrittskarte zum Preis von 6 Euro gelöst hatte (diese Eintrittskarte gilt am selben Tag auch für das Hauptgebäude auf der Museumsinsel sowie das Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe),


Eintrittskarte – Links von vorne – Rechts von hinten

betrat ich wenig später die erste Halle des alten Gebäudeteils, in dem vor allem Gleitflieger und kleine Motorflugzeuge zu sehen waren – darunter auch ein Fieseler Fi 156 – genannt Storch.

Vordere Halle mit Fieseler "Storch" - Flugwerft Schleißheim

Von hier aus führte ein langer, zu beiden Seiten mit hohen Glaswänden abgegrenzter Gang in den hinteren Bereich der Ausstellung – vorbei an einer großen, für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Wartungshalle mit allerlei KrimsKrams darin. Über eine Empore konnte ich jedoch einen kurzen Blick hinein werfen.

Blick in die Wartungshalle - Flugwerft Schleißheim
Blick in die Wartungshalle

Schließlich erreichte ich die drei zusammenhängenden Hallen, die hier 1992 als Erweiterungsbau errichtet worden waren. Und hier fand sich der größte Teil der Exponate. Im ersten Teil der Hallen fanden sich dabei vor allem größere Propellermaschinen, darunter eine Antonov AN-2 aus dem Zweiten Weltkrieg und eine kleinere Cessna 195 aus den späten 1940ern und frühen 1950ern.

Erste Halle - Flugwerft Schleißheim
Blick in die erste Halle

Antonow AN-2
Antonow AN-2

Cessna 195 - Flugwerft Schleißheim
Cessna 195

Ab der zweiten Halle beherrschten jedoch die Düsenflugzeuge die Ausstellung. Als erstes fiel hier eine begehbare Dornier DO31 E3 ins Auge, eine senkrechtstartende Transportmaschine die 1959 von Dornier als Prototyp entwickelt worden war. Bei ihren frühen Flügen stellte sie damals gleich mehrere Rekorde für Senkrechtstarter, unter anderem im Bereich Geschwindigkeit mit 514km/h auf, aber bis auf die drei Prototypen, von denen die E3 einer ist, wurden das Programm in den frühen 1970er Jahren eingestellt.

Dornier DO31 E3
Dornier Do31 E3

Des weiteren fanden sich hier auch einige Hubschrauber, darunter ein russischer Kamow KA-26 aus den 1970er Jahren in seiner Agrar-Version mit großem Chemikalienbehälter zum besprühen von Feldern. Dieser konnte aber bei Bedarf auch gegen eine sechssitzige Passagierkabine ausgetauscht werden, was den KA-26 zu einem vielseitigen Fluggerät machte.

Kamow KA-26 (Agrarversion) - Flugwerft Schleißheim

Der Rest der Halle wurde von weiteren frühen Düsenjägern beherrscht, währen man an der Decke einige Segelflieger sehen konnte. Im vorderen Teil der Halle fand sich außerdem ein kleiner “Flugzirkus” an dem Kinder ein kleines Modellflugzeug an einer Schnur um einen Pfahl fliegen lassen konnten, indem sie einen Knopf drückten. Na ja, wenn so etwas den Kindern Spaß macht…

Mittlere Halle - Flugwerft Schleißheim

Flugzeuge - Flugwerft Schleißheim
Blick in die mittlere Halle

In der dritten Halle fanden sich wieder einige Düsenjäger, teilweise etwas modernerer Bauart. Darunter ein Lockhead F-104 “Starfighter” sowie die berühmte Mig-21.

Blick in die dritte Halle
Blick in die dritte Halle

Außerdem gab es hier die erste Raktenstufe einer kommerziellen EUROPA-Trägerrakete wie sie in den 1960er und 1970er Jahren vom europäischen ESA-Vorläufer ELDO (European Launcher Development Organisation) entwickelt worden waren.

Düsenjäger & Raktenstufe
Jets und Raketenstufe

1. Stufe der EUROPA-Rakete (Blue Streak)
Nahaufnahme – EUROPA-Rakete

Als ich die Halle wenig später verließ, konnte ich auch sehen dass weiter unten auf dem Flugplatz eine Vorführung von Modellflugzeugen stattfand. Hätte die Sonne nicht so gebrannt und hätte mich das mehr interessiert, hätte ich es mir vielleicht mal genauer angesehen – aber ich entschloss mich dazu weiter zu ziehen. Zumindest erklärte das warum auch einige Modellflugzeuge in der ersten Halle ausgestellt worden waren.

Modellbauvorführung - Flugwerft Schleißheim
Modellflugzeug-Vorführung

So begnügte ich mich damit hier noch einige Aufnahmen von den Gebäuden zu machen, bevor ich die Flugwerft wenig später wieder verließ und meine heutige Erkundung fortsetzte.

Blick auf die alten Hallen - Flugwerft Schleißheim
Alte Hallen der Flugwerft

Neue Hallen - Flugwerft Schleißheim
Neue Hallen

Vorderer Gebäudeteil - Flugwerft Schleißheim
Vorderer Gebäudeteil mit Turm

Schloßanlage Oberschleißheim
In Oberschleißheim gibt es um genau zu sein nicht nur ein, sondern sogar drei Schlößer. Der älteste Teil, der sogenannte Wilhelmshof oder Wilhelmsbau, den sich im Jahr 1598 der Bayrische Herzog Wilhelm V. zu der von ihm erworbenen Schwaige errichten ließ. Unter dem Begriff Schwaige, Schwaighof oder bayrisch Schwoag versteht sich dabei ein meist herrschaftlicher Hof in dem in Form einer Sennerei primär Vieh- und Milchwirtschaft betrieben wird. Vollendet wurde das Gebäude aber erst von dessen Sohn Maximilian I, der diesen Bereich später noch bis zu seinen heutigen Ausmaßen ausbaute. Auf beiden Seiten verläuft dabei ein Wasserkanal – über einen dieser Kanäle konnte ich auf meinem Rückweg von der Flugwerft schon mal einen Blick in Richtung Schloß werfen.

Kanal am Alten Schloß Oberschleißheim
Wasserkanal am Schloß

Der große Hof bildet den hinteren Teil der gesamten Anlage und wird offensichtlich auch heute noch regulär bewohnt – zumindest sah ich an einigen Seitengebäuden Briefkästen und Wäschespinnen auf dem Rasen davor. Den westlichen Abschluß des ersten Hofes bildet schließlich ein Haus, in dessen Mitte ein Durchgang mit ihm krönenden Uhrenturm zu finden ist.

Uhrenturm - Altes Schloß Oberschleißheim
Uhrenturm

Der Rest des Hofes wird heute durch eine T-förmig verlaufende Straße, für den öffentlichen Verkehr freigegebene Straße mit Allee beherrscht. Dieser Bereich schien aber keine nähere Betrachtung wert, daher wandte ich mich dem Durchgang unter dem Uhrenturm zu.

Hinterer Innenhof - Altes Schloß Oberschleißheim
Hinterer Innenhof mit Straßen und Allee

Durch dieses Tor betritt man einen weiteren, kleinen Innenhof mit gepflegtem Rasen, der etwa in der Mitte durch einen fließenden Bach in zwei Hälften getrennt wird. Hier hatte man auch das erste Mal Gelegenheit das Alte Schloß im Ganzen zu sehen, welches aber eher einem herrschaftlichem Haus als wirklich einem Schloß ähnelt.

Vorderer Innenhof - Altes Schloß Oberschleißheim

In vorderen Bereich des rechten Flügels findet sich die sogenannte Schloßwirtschaft, ein Gasthaus in dem Besucher Speisen und Getränke zu sich nehmen können. Links beherrschen ein großer Baum und ein Brunnen mit Heiligenfigur das Bild. Als ich näher kam konnte ich erkennen dass es sich bei dem Brunnen um einen Gedenkbrunnen für die Opfer des ersten Weltkrieges handelt.

Gedenkbrunnen im Innenhof des Alten Schloß Oberschleißheim
Gedenkbrunnen & Baum

Uhrenturm Alter Schloß Oberschleißheim
Rückblick auf den Uhrenturm vom kleinen Innenhof

Das Gebäude des alten Schloßes war geöffnet und konnte betreten werden, es existiert des weiteren im linken Bereich in weiterer kleiner Torbogen durch den man weiter gelangen kann. Sobald man auf der anderen Seite ankommt, erhält mein einen ersten Blick auf den Neuen Schloßbereich, der von Kurfürst Max Emanuel um 1700 als Residenz hinsichtlich der erhofften Kaiserwürde errichtet wurde. Ursrpünglich war hier eine vierflügelige Schloßanlage mit zusätzlichen Pavillions geplant, doch aufgrund des Spanischen Erbfolgekrieges 1704 und des Exils von Max Emanuel kamen die Bauarbeiten bis zu seiner Rückkehr aus dem Pariser Exil 1715 zum Stillstand. Realisiert wurde schließlich nur der monumentale Haupttrakt – auf die verbindenden Flügel zum alten Schloß und viele andere Pläne wurde aufgrund der schlechten finanziellen Lage verzichtet.

Neues Schloß Oberschleißheim
Neues Schloß Oberschleißheim – Haupttrakt

Mit seinem gepflegtem kleinen Park erinnerte dieses Schloß schon eher an das, was ich von meinem Besuch auf Schloß Nymphenburg her kannte. In diesem kleinen Park tummelte sich neben vielen anderen Besuchern auch ein Brautpaar, dass sich von einem Berufsfotografen wohl an ihrem Hochzeitstag vor dieser schönen Kulisse ablichten ließ. Verständlich – denn im Vergleich zum alten Schloß war dieses Gebäude wirklich pompös. Doch es sollte noch besser werden.

Altes Schloß Oberschleißheim
Rückblick auf das Alte Schloß

Sehenswert war auch die Tür des Neuen Schlosses mit seiner verspielten Ornamentik und seinen Figuren. Leider war sie verschlossen, so dass ich einmal komplett um das Gebäude herumgehen musste um in den hinteren Bereich zu gelangen.

Tür - Neues Schloß Schleißheim
Tür des Neuen Schloß Schleißheim

Nachdem ich an einigen rechteckig ausgerichteten Baumreihen vorbei gegangen war, konnte ich hinter einer weiteren Reihe Bäume bereits erahnen was mich hier erwartete.

Baumreihe
Blick auf den Hof des Neuen Schloßes Schleißheim

Und der Eindruck hatte nicht getrübt, den der Innenhof wurde von einer prächtigen, gepflegten Gartenanlage beherrscht, in der zwei kleinere Fontainen links und rechts sowie eine große Drillingsfontaine mit Kaskade im Hinteren Bereich des Hofgartens als Blickfang dienten.

Blick in den Schloßgarten
Blick in den Schloßgarten

Ähnlich wie in Nymphenburg verlief von der zentralen Treppe des Schloßes aus eine Sichtachse in den hinteren Bereich des Schloßparks. Hinter der Drillingsfontaine konnte ich dabei bereits das dritte der hiesigen Schlößer, Lustheim, erkennen.

Schloßgarten  - Schloß Oberschleißheim
Blick in die Sichtachse in Richtung Lustheim

Und auch der innere Bereich des Haupttraktes wirkte wirklich sehr prächtig. Der Baustil erinnerte klar an Nymphenburg, was aber auch nicht verwunderlich ist da auch hier der Architekt Joseph Effner gewirkt hat, der auch am Bau des Nymphenburger Schloßes beteiligt war.

Hauptgebäude - Schloß Oberschleißheim
Hauptgebäude – Neues Schloß Schleißheim

Ich folgte dem mittleren Weg und nahm als erstes die Drillingsfontaine in näheren Augenschein. Die ständig sprühenden Wassersäulen, zwei davon im unteren Becken und eine etwas größere im oberen Becken direkt über der zweistufigen Kaskade, erwiesen sich wirklich als wunderbares Werk der Brunnenbaukunst.

Blick auf den Fontainenbrunnen

Fontainen
Fontainen im Schloßpark Schleißheim

Zwischen dem oberen und unteren Becken führte eine schmale Mauer bis an die Kaskade heran. Auch wenn der Weg etwas wackelig war und die Gefahr eines unfreiwilligen Bades mit sich brachte, bestieg ich diese Mauer und nährte mit so der Kaskade. Von hier aus hatte man einen schönen Blick zurück auf das Hauptgebäude

Neues Schloß Oberschleißheim
Blick aus das Neue Schloß von der Kaskadenmauer

sowie in die andere Richtung auf Schloß Lustheim, das zum Greifen nah erschien.

Schloß Lustheim
Blick Richtung Lustheim von der Kaskadenmauer

Ähnlich wie bei der Hauptsichtachse in Nymphenburg hatte man auch hier im hinteren Bereich einen Kanal angelegt, an dem entlang gesäumt von Bäumen einige die Wege verliefen.

Blick über den Kanal Richtung Lustheim
Kanal in Richtung Lustheim

Fontänen und Neues Schloß Oberschleißheim
Fontainen und Neues Schloß

Ich folgte nun dem rechten Weg in Richtung Schloß Lustheim und musste schon bald feststellen dass die Entfernung weiter war als es erschien.

Blick auf den Kanal  - Schloß Oberschleißheim
Am Lustheim-Kanal

Wie bei solchen Wasserflächen üblich tummelten sich auch hier einige Wasservögel, die von einigen Besuchern sogar gefüttert wurden. Ich entdeckte unter anderem Wildgänse

Gans  - Schloß Oberschleißheim

einige Stockenten die ihre Runden über den Kanal zogen

Enten auf dem Kanal - Schloß Oberschleißheim

sowie natürlich Schwäne, wobei ich dabei auch einige braune Exemplare entdeckte. Zuerst dachte ich ja dass es sich hier um weibliche Tiere handelt, denn auch bei Enten sind Weibchen eher braun während das Männchen mit prächtigen Gefieder aufwartet. Doch meine Recherche zeigte mir dass es sich hier wohl um ältere Jungtiere handeln muss, die noch nicht ihr weißes Gefieder bekommen haben.

Schwan mit Jungtieren  - Schloß Oberschleißheim
Schwan mit Jungtieren

Des weiteren fiel mir auf dass viele schmale, durch Hecken begrenzte Sichtachsen vom Hauptweg fort liefen – ohne dass diese jedoch als Wege für die Besucher zu erkennen waren. Einige kümmerte das auch nicht und sie schlugen sich im wahrsten Sinne des Wortes “in die Büsche” – ich entschloß mich aber dazu am Kanal zu verbleiben.

Sichtachse

Schließlich erreichte ich Schloß Lustheim, ein kleines Jagd- und Gartenschlösschen welches Kurfürst Max Emanuel im Jahre 1685 anlässlich seiner Hochzeit mit der sterreichischen Kaisertochter Maria Antonia beauftragte und von seinem Hofarchitekten Henrico Zuccalli errichtet. Das im Stil italienischer Casinobauten errichtete Schloß sollte mit seinen 1300m Entfernung vom Hauptgebäude in der alten Planung das Zentrum der weitläufigen Schloßanlage werden. Heute liegt es am westlichen Ende – dahinter endet wenig später der Schloßpark.

Schloß Lustheim
Lustheim

Blick auf das Neue Schloss von Lustheim
Blick zurück zum Neuen Schloß

Der kleine Garten vor dem Schloß wirkt dabei nicht ganz so sauber strukturiert wie der Garten vor dem Haupttrakt mit seinen Fontainen, hat aber auch irgendwie seinen Reiz.
Nachdem ich Lustheim einmal umrundet hatte, machte ich mich schließlich auf den Rückweg und wählte dabei dieses Mal das andere Ufer.

Brücke

In der Mitte des Kanals – das hatte ich vorhin ganz vergessen zu erwähnen, gibt es außerdem eine “Ausbuchtung”, die die Gradlinigkeit des Wasserweges visuell etwas auflockert.

Bogen - Schloßpark Oberschleißheim

An der Kaskade vorbei wandte ich mich schließlich in Richtung der südlichen Spitze des Haupttrakts, wo ich den Park verließ.

Neues Schloß Oberschleißheim

Wäre ich nicht von meiner Tour vom letzten Wochenende noch etwas Fußlahm gewesen, hätte ich meine Erkundung bestimmt noch etwas ausgedehnt – da die Spuren aber wohl noch etwas brauchen um ganz zu verschwinden beließ ich es mit diesem Rundgang für heute dabei.

Zum Abschluß natürlich noch wie immer eine kleine Übersichtskarte des zurückgelegten Weges – auch dieses Mal wieder als interaktive Google-Maps-Karte.


Die Strecke dürfte sechs Kilometer knapp unterschreiten, also kein wirklich großer Rundgang heute. Aber ich bin sicher dass ich schon bald wieder mir größeren Aktionen dienen kann.

Abschließend möchte ich noch bemerken, dass sich der Besuch der Schloßanlage auf jeden Fall lohnt, ob die Flugwerft wirklich interessant ist sei jedem selbst überlassen, denn die Anzahl der ausgestellten Flugzeuge und die Bandbreite unterschreitet meiner Meinung nach das, was man auf der Museumsinsel im Hauptgebäude des deutschen Museums auf mehreren Etagen bewundern kann. Aber ob man die sechs Euro ausgeben will oder nicht sei jedem dabei natürlich selbst überlassen. 😉

Englischer Garten, Kleinhesseloher See & Aumeister

Saturday, July 16th, 2011

Nach einigen Wochen in denen es zwar während der Arbeitstage schön, aber am Wochenende verregnet gewesen war gestaltet sich der heutige Samstag mal wieder wunderbar sonnig und trocken. Daher nutzten wir die Gelegenheit, mal wieder unsere Erkundung des schönstgrößtefeinsten Dorfes Deutschlands, eben München, fortzusetzen. Nachdem wir uns am Marienplatz getroffen hatten, wandten wir uns rechts am Neuen Rathaus vorbei in Richtung Norden. Menschenmassen verstopften regelrecht die Innenstadt, darunter viele Touristen die sich vor allem rund um Marienplatz tummelten. Bald erreichten wir den Max-Joseph-Platz mit dem Bayrischen Nationaltheater, dessen Säulen aktuell bunt geschmückt sind.

Max-Joseph-Platz & Bayrisches Nationaltheater
Max-Joseph-Platz & Bayrisches Nationaltheater

Weiter ging es über die Residenzstraße in Richtung Odeonsplatz, vorbei am Eingangstor zur Residenz, das rechts und links von zwei bronzenen Löwen mit dem Wappen der Wittelsbacher flankiert wird. Das Berühren des kleinen Löwenkopfes unterhalb des Wappens soll dem Volksglauben nach Glück bringen – entsprechend abgenutzt und blank sind diese auch anzusehen.

Eingstor zur Münchner Residenz
Münchner Residenz – Eingangstor

Linker Löwe - Münchner Residenz Rechter Löwe - Münchner Residenz
Löwen am Tor zur Münchner Residenz

Je näher wir dem Odeonsplatz kamen, umso mehr Sicherheitspersonal und Eventagentur-Mitarbeiter kreuzten unseren Weg. Als wir wenig später die Feldherrenhalle und die Theatinerkirche erreichten, wurde uns auch schnell klar weshalb: Hier fand heute Abend mal wieder eine große Veranstaltung statt: William Shakespears Sommernachtstraum wurde mit dem chinesischen Starpianisten Lang Lang aufgeführt und man war mitten drin in den Vorbereitungen für diese Großveranstaltung. Also hatte ich wieder keine Möglichkeit mal einen freien Blick auf die Feldherrenhalle zu erhaschen – denn die Bestuhlung und einige Aufbauten waren bereits aufgestellte worden.

Theatinerkirche
Theatinerkirche

Feldherrenhalle und Bestuhlung
Feldherrenhalle & Bestuhlung

Zuerst überlegten wir durch den Hofgarten zu weiter zu gehen, doch da wir diesen ja schon während des ersten großen Rundgangs durch München gesehen hatte, entschlossen wir uns der Ludwigstraße weiter in Richtung Norden zu folgen, vorbei am Standbild Ludwig I. von Bayern direkt am Nordende des Odeonsplatzes.

Standbild Ludwig I von Bayern - Odeonsplatz
Standbild Ludwig I von Bayern – Odeonsplatz

So folgten wir der Ludwigstraße bis zur Kreuzung mit der Von-der-Tann-Straße und überquerten dort die Fahrbahn, um uns nun über genau diese Von-der-Tann-Straße in Richtung des Südendes des englischen Gartens zu wenden.

Ludwigstraße - Blick in Richtung Siegestor
Ludwigstraße – Blick in Richtung Siegestor

Am Englischen Garten konnten wir verstärkte Polizeipräsenz beobachten – einige Beamte standen herum und beäugten die zahlreichen Einheimischen und Touristen die hier flanierten. Das gehörte wohl auch zu den Sicherheitsmaßnahmen der Veranstaltung am Odeonsplatz.
An der Staatskanzlei und dem kleinen klassizistischen Gebäude daneben vorbei – ich glaube es gehört wohl zur Hofbrunnwerk des Hofgarten – wandten wir uns schließlich in den Englischen Garten.

Brunnen an der Staatskanzlei

Unser erstes Ziel sollte hier das Monopteros sein, jener Bau nördlich der südlichen Liegewiese – auch Schönfeldwiese genannt – den wir beim letzten Besuch hier leider verpasst hatte da unser Weg zu weit westlich verlief. Und bald konnten wir auch schon einen ersten Blick darauf werfen.

Blick auf die Liegeweise & Monopteros
Schönfeldwiese & Monopteros

Der Rundtempel im griechischen Stil ist als eine Art Pantheon für bayrische Persönlichkeiten gedacht und wurde zwischen 1832 und 1836 nach einem Entwurf des Architekten Leo von Klenze errichtet, der 15m hohe Hügel auf dem das Monopteros steht war dazu vom Landschaftsarchitekten Carl August Sckell gestaltet worden, der ihn extra für diesen Zweck aufschütten ließ.
Was uns erst auffiel als wir uns dem Tempel über verschlungene Pfade nährten war die Tatsache, dass hier auf der Schönfeldwiese mit scheinbar recht großer Begeisterung der Freikörperkultur gefrönt wurde, wobei sich die Nackerden und die bekleideten Sonnenanbeter ohne große Berührungsängste vermischten und gemeinsam das schöne Wetter genossen.
Vorbei an einem kleinen Wasserfall am Schwabinger Bach, in dem einige junge Männer das kühle Wasser genossen

Eisbach & Badende Badegäste im Eisbach
Baden am Wasserfall im Schwabinger Bach

nährten wir uns eher schlängelnd als geradlinig dem Monopteros. Sah man zurück konnte man einige Kuppeln der Münchner Stadt bereits über den Bäumen am südlichen Ende des englischen Gartens erkennen.

Schönfeldwiese - Südlicher Englischer Garten


Langsam kamen wir schließlich unserem Ziel näher – nur noch wenige Meter trennten uns von diesem Rundtempel, der ja zu den großen Blickfängen innerhalb des Englischen Gartens zählt.

Monopteros

Über einen kleinen, steil ansteigenden Weg bestiegen wir schließlich den Hügel und erreichten den Rundtempel, unter dessen Kuppel ein Gitarrenspieler mit lautstarkem Gesang die zahlreichen Besucher des Gebäudes mit zeitgenössischer Rockmusik unterhielt. Was mir ebenfalls gleich auffiel war die Tatsache dass man von hier oben einen wunderbaren Blick auf die Skyline von München mit vielen ihrer Kuppeln und Türmen hatte – das musste ich natürlich auch gleich mal auf die Speicherkarte meiner Kamera bannen – auch wenn die hohen Hecken direkt um den Tempel dieser Sache nicht gerade dienlich waren.

Skyline München - gesehen vom Monopteros
Skyline München – gesehen vom Monopteros

Monopetros - Innenbereich Monopteros - Dachkonstruktion
Monopteros – Links: Innenbereich – Rechts: Dachkonstruktion

Skyline München vom Monopteros
Kuppel und Türme der Münchner Innenstadt – aufgenommen vom Monopteros

Erst als wir uns wieder an den Abstieg machten, fiel uns das achtlos beiseite geworfene, abgerissene Absperrband in bayrischen Staatfarben auf, an dem ein Schild prangte dass die Anlage gesperrt sei. Ob das nun absichtlich entfernt oder von einem Besucher abgerissen worden war blieb unaufgeklärt – wäre aber auch ärgerlich gewesen wenn wir nicht bis ganz nach oben hätten gehen können, also war uns das auch ganz recht so.

Absperrband am Monopteros
Abgerissenes Absperrband am Monopteros

Bald schon erreichten wir den Chinesischen Turm und da wir Hunger hatten überlegten wir hier eine kleine Brotzeit zu uns zu nehmen. Doch hier tummelten sich solche Menschenmassen und es gab keine Aussicht auf freie Sitzplätze dass wir diese Idee bald wieder aufgaben und weiter zogen – der Englische Garten war ja noch groß und das hier war nicht der letzte Biergarten auf unserem Weg. Vorbei am Kinderkarusell machten wir uns weiter in Richtung Norden.

Kinderkaroussell am Chinesischen Turm
Kinderkarussell am Chinesischen Turm


Am Kleinhesseloher See hatten wir mehr Glück – der Biergarten am Seehaus war hier zwar auch gut besucht, aber es gab noch genügend freie Plätze so dass wir uns entschlossen hier unseren Hunger und Durst zu stillen.

Biergarten Seehaus - Kleinhesselocher See Biergarten Seehaus - Kleinhesselocher See

Natürlich war hier mal wieder – wie in bayrischen Biergärten üblich – Selbstbedienung angesagt. Aus dem reichhaltigen Angebot von Braten, Würsten und Leberkäse wählte ich eine einfache Weiße Currywurst mit Pommes Frites, die ich mit einem halben Russ’n ergänzte.

Currywurst mit Pommes & Halber Russ'n - Seehaus

Das mit Sprudel versetzte Weizenbier war in Ordnung – aber der Rest ließ wirklich zu wünschen übrig. Mit dem Pommes Frites konnte ich noch leben, aber die so gut wie kalte und ohne Sauce auch fast geschmacklose Wurst entsprach nicht gerade meinen Vorstellungen – und das bei einem Preis von über elf Euro für alles. Zumindest sättigte es – ich hatte heute noch nichts gegessen gehabt.
So gestärkt machten wir uns daran den Kleinhesseloher See, auf dem sich reichlich Tret- und Ruderbotten vom nahen Bootsverleih tummelten, in Richtung Norden zu passieren, wobei wir uns natürlich nicht nehmen ließen dem Friedrich Ludwig von Schkell Denkmal dort einen kurzen Besuch abzustatten.

Friedrich-Ludwig-von-Schkell-Denkmal
Friedrich Ludwig von Schkell Denkmal

Kleinhesseloher See - Englischer Garten München Kleinhesseloher See
Kleinhesseloher See

Nachdem wir den stark befahrenen Mittleren Ring, der hier quer durch den Englischen Garten verläuft, überquert hatten, erreichten wir den ruhigeren und weniger stark frequentierten nördlichen Bereich des Englischen Gartens. Die Anzahl von Fußgängern und Radfahrern die uns begegneten wurde deutlich geringer. Dabei ist dieser Bereich dieser Parkanlage nicht weniger idyllisch – aber ich vermute mal dass viele die Unter- bzw. Überquerung des Mittleren Ringes abschreckt.

Wiese im nördlichen Englischen Garten
Wiese im nördlichen Englischen Garten


Unser nächstes Ziel sollte das Stauwehr Oberföhring sein, welches wir über verschlungene, aber glücklicherweise ausreichend ausgeschilderte Pfade schließlich erblicken konnten.

Stauwehr Oberföhring Stauwehr Oberföhring
Stauwehr Oberföhring

Dieses zwischen 1921 und 1924 errichtete Bauwerk, das auch als Einlaufbauwerk für den Mittlere-Isar-Kanal dient, ist das südlichste von insgesamt sieben, heute von e.On betriebenen Wasserkraftwerken an diesem Kanal. Im Wehr selber befindet sich zwar kein Kraftwerk, aber in einem Nebengebäude wird ein solches betrieben. Der Mittlere-Isar-Kanal, der sich hier vom Fluß Isar abspaltet, verläuft 64km nordwärts parallel des Flusses und mündet bei Landshut wieder in diesen.

Isar am Stauwehr Oberföhring

Wir überquerten hier sowohl die Isar als auch den angrenzenden Kanal. Direkt hinter dem Sperrwehr finden sich einige der für die Isar üblichen Sand- und Kiesbänke, die natürlich auch hier von den Bewohnern genutzt wurden um sich ein wenig zu sonnen und das kühlende Wasser der Isar zu genießen.

Isarauen am Stauwehr Oberföhring Isarauen am Stauwehr Oberföhring
Isar & Kiesbänke am Stauwehr Oberföhring

Durch einen kleinen Tunnel am Westende des Gebäudes erreichten wir schließlich den eigentlichen Sperrwehr-Bereich mit seinen großen Schleusen.

Stauwehr Oberföhring

Von hier konnten wir auch einen ersten Blick auf den beginnenden Mittlere-Isar-Kanal werfen.

Blick auf den Mittlere-Isar-Kanal vom Stauwehr Oberföhring

Blick vom Stauwehr Oberföhring
Beginn des Mittlere-Isar-Kanals

Nun ging es ein Stück über die Halbinsel, die sich zwischen Isar und dem Kanal entlang zieht, ein dicht bewaldetes und kaum frequentierter Teil des Englischen Gartens mit reichlich verschlungenen Wegen und kleinen Pfaden.

Waldweg

Erst kurz vor der St-Emmeram-Brücke wurde es wieder etwas belebter. Direkt am Fuß der Brücke feierten und grillten sowohl Jugendliche als auch Familien mit Kindern. Wir verließen kurz den Hauptweg und durchquerten diesen Freizeitbereich, denn von hier untern konnte ich die Brücke besser vor die Linse bekommen.

St.-Emmeram-Brücke
St.-Emmeram-Brücke

Als wir wieder nach oben auf den “richtigen” Weg gestiegen waren, fiel mir eine Statue ins Auge, die man hier direkt neben der St.-Emmeram-Brücke augestellt hatte. Wen sie darstellte konnte ich mir natürlich sofort denken: Hier muss es sich um diesen Emmeram handeln.

St.-Emmeram
St. Emmeram Statue

Der heilige Emmeram (Heimrammi) war ein Wandermönch und Bischof aus dem französischen Poitiers, der sich nach einer Pilgerreise auf drängen des dortigen Herzogs bei Regensburg niederließ. Die Geschichte ist ziemlich grauselig, denn als die Tochter des Herzogs von einem jungen Hofbeamten schwanger wird, rät ihr Emmeram ihn als Vater anzugeben. Dann reist er nach Rom zum Papst ab. Als die Tochter diese Geschichte ihrem Vater erzählt, erzürnt dieser und sein Sohn so sehr, dass der Sohn mit seinen Mannen losreitet und den Wanderbischof kurz vor München abfängt, wo er ihn auf eine Leiter binden und einzelne Körperteile abschneiden lässt bevor er ihn enthauptet. Hier wird die Geschichte unlogisch – ich zitiere: Seine Begleiter Vitalis und Wolflete fanden den Bischof in seinem Blut liegend und versuchten, den Sterbenden rasch nach Aschheim zu bringen. Auf dem Weg nach Aschheim verstarb Emmeram bei Feldkirchen. Gut, ist eine Heiligengeschichte, aber ich bezweifle dennoch dass ein Enthaupteter erst auf dem Weg zum nächsten Ort verstirbt.
Aber ich schweife ab – wen die Story interessiert kann sie hier bei Wikipedia nachlesen.
Wir machten uns nun daran die St.Emmeran-Brücke, die aktuell durch Baugerüste und reichlich Kabel behangen ist, zu überqueren.

St.-Emmeram-Brücke
St.-Emmeran-Brücke

Von hier konnten gelangen einige hübsche Schnappschüsse des Mittlere-Isar-Kanales mit dem direkt an der Brücke befindlichen Publikum.

Nördlicher Blick von der St.-Emmeram-Brücke Südlicher Blick von der St.-Emmeram-Brücke
Blick von der St.-Emmeram-Brücke – Links: Nördlich – Rechts: Südlich

Nun waren wir wieder im Englischen Garten angelangt, wo wir uns in Richung Nordosten wandten. Schon bald erreichten wir den sogenannten Entenfallweiher.

Entenfallweiher
Entenfallweiher

Waldweg am Libellensee
Waldweg am Entenfallweiher

Vorbei an einer weiteren großen Liegeweise, der sogenannten Hirschau, auf der vereinzelt ebenfalls Leute die Sonne genossen

Hirschau - Nördlicher Englischer Garten
Hirschau – Nördlicher Englischer Garten

erreichten wir schließlich den letzten Biergarten am nördlichesten Ende des Englischen Gartens: Den Aumeister. Neben dem großen Biergarten zwischen zahlreichen noch jungen Kastanienbäumen findet sich hier auch ein Restaurant mit Bedienung. Außerdem sorgt ein großer, sehr gute ausgestatter Kinderspielplatz dafür, dass sich auch die jüngeren Gäste nicht langweilen.

Aumeister Biergarten
Aumeister – Blick aufs Hauptgebäude mit Restaurant

Aumeister Biergarten
Aumeister – Biergarten

Hunger hatten wir zwar keinen mehr, dennoch nutzte wir die Gelegenheit uns hier niederzulassen und noch eine Apfelschorle zur Erfrischung zu genießen. Obwohl ich zugeben muss dass das Essen beim Aumeister eindeutig besser aussah als das, was wir am Seehaus am Kleinhesseloher See verzehrt hatten. Außerdem konnte ich hier auch das erste Mal die Verhaltensweise der Gäste beobachten, von der ich schon häufiger gehört hatte: Sie breiteten auf den Bierbänken des Biergartens selbst mitgebrachte Brotzeiten aus und verzehrten diese. Anderswo würde dies wohl böse Blicke der Mitarbeiter oder sogar einen Platzverweis bedeuten – aber in Bayern ist dies wohl normale Tradition. Der Aumeister scheint meiner Meinung nach ein beliebtes und an sonnigen Tage wie heute durchaus stark frequentiertes Ausflugsziel zu sein. Ein großer Teil des Gäste hier waren wohl zu Fuß oder mit dem Rad gekommen – davon zeugten alleine die Massenhaft abgestellten Drahtesel vor dem Eingang.
Schließlich machten wir uns auf unseren letzten größeren Weg für heute. Durch den Nordeingang verließen wir den Aumeister-Biergarten

Aumeister Biergarten - Eingang

und machten uns durch den schönen Münchner Stadtteil Freimann auf den Weg zum gleichnamigen U-Bahnhof. Hier so weit im Norden Münchens verläuft die U-Bahn noch oberirdisch. Die Linie U6 die hier verkehrt ist außerdem die am weitesten nach Norden führende Linie überhaupt – sie führt bis zum Forschungszentrum in Garching nördlich von München. Und wir waren wirklich froh dass es hier oben noch Nahverkehr gab – denn darauf die ganze Strecke zurück zu laufen hatten wir wirklich keine Lust.

U-Bahn Haltestelle Freimann
U-Bahn Haltestelle Freimann

Zum Abschluß natürlich wie immer eine kleine Übersichtskarte über die zurückgelegte Strecke.
Nachtrag 07.09.2011:
Hier noch der Nachtrag als zoombare, interaktive Google Maps Karte mit dem genauen zurückgelegtem Weg


Meiner Kalkulation noch müssten es so dreizehn bis vierzehn Kilometer Fußmarsch gewesen sein – eine stolze Leistung für einen Samstag Nachmittag. Wobei ich zugeben muss dass ich nicht alle Kreuzwege, Querfeldeinläufe und andere Richtungsänderungen hier berücksichtigen konnte, es handelt sich bei der Entfernungsangabe nur um eine ungefähre Bemessung.
Zum Abschluss kann ich nur noch sagen, dass sich der Besuch der englischen Gartens – auch nördlich des mittleren Rings – auf jeden Fall lohnt. Es gibt viel zu sehen, viel zu entdecken und die Landschaft ist wirklich mehr als sehenswert. Und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt – neben den hier genannten Biergärten finden sich auch einige Kioske und kleinere Verkäufsstände für Speisen und Getränke auf der Strecke. Einzig ein wenig Bewegungsdrang und Neugierde muss man mitbringen. Und dabei ist der Englisch Garten nur ein kleiner Teil dieses schönstgrößtefeinen Dorfes im Süden der Bundesrepublik Deutschland. Mal schauen wo es uns das nächste Mal hin verschlägt – es gibt hier auf jeden Fall noch viel zu entdecken, soviel steht fest.

Isarauen, Flaucher & Tierpark Hellabrunn

Monday, May 23rd, 2011

Auch diesen Samstag meinte es das Wetter gut mit uns und so entschied ich mich, begleitet von einem Kollegen, die Erkundung meiner neuen Wahlheimat auch dieses Wochenende fortzusetzen. Nicht dass ich das nicht alleine könnte, aber in Begleitung finde ich des einfach angenehmer. 😉 Dabei fiel die Wahl auf die Isarauen im Süden Münchens inklusive des Bereichs in Höhe von Sendling, der unter dem Namen Flaucher bekannt ist bis hinunter zum Tierpark Hellabrunn bei Untergiesing-Harlaching im Stadtbezirk 18. Ich kannte diesen Bereich noch gar nicht, daher war es wirklich an der Zeit mir diesen Bereich der Stadt mal näher anzusehen.
Als Startpunkt diente das Isartor, das ich über die S-Bahn bequem erreichte. Nachdem auch mein Begleiter eingetroffen war folgten wir der Frauenstraße bis zum Viktualienmarkt und bogen dort in die Reichenbacherstraße ab.

Am Viktualienmarkt
Blick über den Viktualienmarkt


Gärtnerviertel

Das erste Ziel sollte der Gärtnerplatz sein, der Mittelpunkt des nach ihm bezeichneten Gärtnerplatzviertels hier in München. Seinen Namen hat diese Platz, an dem sich im übrigen auch eines von drei Staatstheater der Bayrischen Haupstadt befindet, nach Friedrich von Gärtner, einem deutschen Architekten unter Ludwig I von Bayern, welcher unter anderem an der Errichtung der Feldherrenhalle, der Ludwigskirche, des Universitätsgebäudes und des Siegestors beteiligt war.

Gärtnerplatz & Staatstheater Am Gärtnerplatz
Links: Staatstheater am Gärtnerplatz – Rechts: Gärtnerplatz

Büste Friedrich von Gärtner - Gärtnerplatz
Büste Friedrich von Gärtner – Gärtnerplatz

Von dort aus führte uns unser Weg weiter die Reichenbacherstraße hinunter bis wir schließlich die dortige Brücke erreichten, die wir überquerten. Von hier konnten wir einen ersten Blick auf die Isarauen werfen – in der Ferne waren deutlich die riesigen Schornsteinen des Heizkraftwerks Süd zu erkennen.

Blick von der Brücke an der Reichenbacher  Strasse
Blick von der Brücke Reichenbacher Straße

Isarauen

Auf der Ostseite dieser Brücke bogen wir schließlich nach Süden ab und betraten die Isarauen. Was hier natürlich als erstes ins Auge fiel waren die beiden Türme der zwischen 1895 und 1905 erbauten Sankt Maximilian Kirche, die sich auf dem anderen Uferseite erhoben.

Sankt Maximilian Kirche & Isarauen Sankt Maximilian Kirche
Sankt Maximilian Kirche – Links: Von der Reichenbacher Brücke – Rechts: Aus den Isarauen

Isarauen & Sankt Maximilian Kirche
Isarauen & Sankt Maximilian Kirche

Vorbei an den Frühlingsanlagen durchquerten wir nun die Isarauen direkt am Ufer des Flusses. Die Sonne brannte ziemlich unerbärmlich vom Himmel bis wir schließlich nach einem längeren Fußmarsch die Wittelsbacher Brücke und überquerten sie.

Blick auf die Wittelsbacher Brücke
Blick auf die Wittelsbacher Brücke

Überall nutzten Münchner das schöne Wetter und lagen am Kiesstrand der Isar, wo sie sich sonnten und teilweise sogar im Wasser des Flusses badeten. Eine wirklich schöner Naturstreifen mitten in der Stadt, auch wenn der steinige Strand mit Sicherheit nicht die idealste Stelle ist um sich auf längere Zeit niederzulassen. Unter einer kleinen Eisenbahnbrücke hindurch, die im übrigen nicht für Fußgänger zugänglich war,

Isarauen und Heizkraftwerk Süd
Eisenbahnbrücke – nicht für Fußgänger

erreichten wir schließlich die Brücke zwischen Candidstraße und der Brudermühlstraße, die wir nutzten um auf die andere Seite der Isar zu kommen. Denn hier lag jener Abschnitt der unter dem Begriff Flaucher bekannt ist und dies war unser nächstes Ziel.

Isarauen und Sonnenhungrige
Isarauen von der Brücke Candidstraße

Flaucher

Der Begriff Flaucher stammt von der kleinen Gastwirtschaft Zum Flaucher, die hier 1870 vom Wirt Johannes Flaucher in einem alten Forsthaus errichtet wurde. Und hier im angeschlossenen Biergarten wollten wir unser Mittagessen verzehren.

Biergarten Zum Flaucher
Biergarten Zum Flaucher

Nicht nur dass eine Baustelle am Gebäude den Eindruck etwas trübte – auch Bedienung gab es hier leider nicht. Ähnlich wie in anderen Biergärten die ich hier bisher besucht habe musste sich der Gast an einer Bude mit Grill und Ausschank selbst versorgen, an einer zentralen Kasse bezahlen und alles auf einem Tablett an eine der freien Bierzelt-Tische transportieren. Neben Würstchen und Braten fanden sich auch Buletten und Sülzegerichte auf der Karte. Dabei vermisste ich abgesehen von Brötchen und Klößen, die aber nur in Kombination mit gewissen Gerichten angeboten wurden, aber ein wenig die Sättigungsbeilagen. Schön wäre es gewesen wenn zumindest optional noch Bratkartoffeln oder zumindest Pommes gewesen. Aber es ging natürlich auch so. Ich entschied mich für einige Schweinswürstel aus Sauerkraut, eine große Brezel und einem 0,5l Glas Russ’n – Weizenbier mit Zitronenlimonade.

Schweinswürstel auf Kraut - Biergarten Flaucher

War in Ordnung, wenn auch nicht überragend. Vor allem die Würstchen hätten meiner Meinung nach etwas länger auf den Grill gekonnt. Bin aber – auch vor allem wegen der riesigen Brezel – gut satt geworden. Nachdem wir uns so gestärkt hatten zogen wir weiter in Richtung Süden.
Am Isarsperrwerk am Süden des Flaucher-Abschnitts entdeckten wir des weitere Imbissmöglichkeit, die im übrigen auch nicht schlecht aussah. Ob diese besser als der Flaucher Wirt ist kann ich natürlich nicht sagen – sollte es mich aber noch einmal hierher verschlagen werde ich diese Location auch noch mal probieren.

Biergarten am Flaucherwehr
Weiterer Biergarten am Flaucherwehr

Nun betraten wir den Holzsteg am sogenannten Flaucherwehr – eine Holzbrücke ein Stück die Isar entlang über den Fluss nach Süden führte.

Flaucherwehr am Isarkanal
Flaucherwehr

Und hier hatte sich die Dichte an Badegästen noch einmal erhöht. Und ich sah etwas, was ich hier im eher als Konservativ bekannten München nicht erwartet hatte: Es wurde Freikörperkultur (FKK) betrieben. In einigen Bereichen sah ich immer wieder Menschen meist fortgeschrittenen Alters, die vollkommen unbekleidet in der Isar badeten oder sich an ihrem Rand sonnten. Ich verzichtete aus nachvollziehbaren Gründen dies aber bildlich mit meiner Kamera festzuhalten.
Des weiteren kamen vornehmlich junge Leute in Gruppen, meist mit Holzkohlengrill und kästenweise Bier beladen, um den Samstag Nachmittag wohl hier am Fluß zu feiern. Wie auf einigen Schildern zu lesen war gibt es hier unten Bereiche, in denen das Grillen am Ufer explizit erlaubt ist. Das lässt mich natürlich darauf schließen dass es sonst verboten ist. Und einige Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma die uns wenig später begegneten lassen mich des weiteren vermuten, dass dies auch kontrolliert wird und notfalls forciert wird – es muss ja alles seine Ordnung habe, nicht wahr…

Isarauen zwischen Flaucher & Tiepark Isarauen zwischen Flaucher und Tierpark
Isarauen südlich des Flaucher

Durch ein kleines Wäldchen legten wir noch einen Endspurt hin
Waldweg an den Isarauen
und erreichten schließlich den Eingang zum Tierpark Hellabrunn an der Tierparkbrücke am nordwestlichen Ende der Anlage.

Eigang Tierpark Hellabrunn - Tierparkbrücke
Eingang zum Tierpark Hellabrunn

Tierpark Hellabrunn

Als wir für 11 Euro pro Erwachsenen unsere Eintrittskarten gelöst hatten, händigte man uns auch kostenlos einen Lageplan aus, der uns einen grundsätzlichen Überblick zu verschaffen. Sehr servicefreundlich muss ich sagen, in anderen Zoos hätte man hierfür vielleicht extra zahlen müssen. Zwar standen auch an vielen Stellen im Park Tafeln mit Karten herum, aber Erfahrungsgemäß findet man ja immer dann keine, wenn man eine braucht. 😉

Schnell hatten wir einen groben Überblick zu verschaffen und einen Weg festzulegen der uns zu allen interessanten Punkten des Tierparks bringen würde.
Nach einem Gehege mit Europäischen Damwild, in dem sich die Tiere leider nur ziemlich weit hinten im Gehege aufhielten, erreichten wir schließlich das Wolfsgehege, in dem mindestens drei Tiere ihre Runden drehten. Da ein dichtes Blätterwerk hier genügend Schatten vor der warmen Sonne spendete schienen sie recht aktiv zu sein. So konnte ich einige schöne Aufnahmen dieser wilden Verwandten der Hunde zu machen.

Wolf
Wolf Wolf
Wölfe im Tierpark Hellabrunn

In vielen anderen Gehegen hatten wir weniger Glück, denn die Tiere hatten sich irgendwo im hinteren Bereich an der Umzäunung zusammen gedrängt um sich dort vor der brennenden Sonne zu schützen. Nur einige Auerochsen dösten auf offenem Gelände in der Mittagssonne einigermaßen sichtbar vor sich hin.

Aurochsen
Auerochsen

Erst an einem Bereich, in dem südamerikanische Capybaras, südamerikanischen Wasserschweinen, gemeinsam mit ein paar Pampahasen gehalten wurden hatten wir etwas mehr Glück – denn viele von ihnen – darunter auch ein paar Jungtiere, hielten sich im vorderen, gut einsehbaren Bereich auf. Hier gelangen mir wieder ein paar schöne Aufnahmen.

Pampahase (Mara) - Jungtier Pampashase-Junges
Junge Pampashasen (Maras)

Junge Pampashasen (Maras) Capybara
Links: Junge Pampashasen – Rechts: Capybara (Südamerikanisches Wasserschwein)

Capybara - Südamerikanisches Wasserschwein Junger Pampashase
Links: Capybara – Rechts: Pampahase

Während ich die Fotos schoss, betrat eine Tierpflegerin das als Insel angelegte Gehege – auf ihrem Arm ein Greifvogel. Wir hatten hier Glück gehabt und waren offensichtlich genau rechtzeitig hier angekommen um einer Vorführung und Raubvogelfütterung beizuwohnen. Ohne große Vorankündigung oder irgend eine Ansage ließ sie den Vogel frei fliegen, in hoher Geschwindigkeit seine Runde flog und dann auf das Wirbeln der Tierpflegerin mit einer Art Lockvogel wieder heran kam und den Lockvogel wie eine Stück Beute schlug. Das Schauspiel wiederholte sich mehrmals, dann ließ die Angestellte des Tierparks schließlich den Vogel seinen Hunger an einem im Lockvogel versteckten Stück Fleisch stillen.

Pflegerin mit Greifvogel Luftakrobatik-Vorführung
Links: Pflegerin mit Greifvogel – Rechts: Fliegender Greifvogel

Mit Lockvogel wirbeln Fressender Greifvogel
Links: Mit Lockvogel wirbeln – Rechts: Fressender Greifvogel

Nach dieser Vorführung setzten wir unseren Weg fort und erreichten wenig später das Primaten-Haus. Im Außenbereich tummelten sich auf Konstruktionen aus Bambus und Seilen einige Gibbons, die wir einer näheren Betrachtung unterzogen. Zuerst nahmen wir eine Graugibbon-Weibchen mit Jungtier, das sich zuerst mit dem Jungen auf dem Bauch tragend herum trieb. Später löste sich das Kleine und entfernte sich mit einem Grashalm als Futter oder Spielzeug.

Grauer Gibbon - Mutter & Kind Grauer Gibbon - Mutter & Junges
Gibbon-Muttertier und Jungtier

Grauer Gibbon - Junges Graues Gibbonjunges
Gibbonjunges mit Grashalm

Im daneben gelegenen Freigehege war ein einzelner Siamang Gibbon zu sehen, der an seinem Schwanz hängend einen Apfel zu verzehren schien – kein allzu interessanter Anblick, daher wandten wir uns weiter in Innere des Primatenhauses.

Siamang Gibbon mit Apfel
Fressender Siamang Gibbon
Fressender Siamang Gibbon

Was uns hier zuerst ins Auge fiel war das riesige Orang-Utan Gehege direkt vor uns. Doch leider war von den Tieren keine Spur zu sehen. Nach links gewandt kamen wir zu ein Bereich in dem eine Gruppe von Mandrills sich träge von den Besuchern begaffen ließen. Das enge Maschendraht vor dem Freigehege verhinderte es hier aber wirklich annehmbare Schnappschüsse zu tätigen.

Mandrill
Mandrill-Männchen

Andere Gehege waren derzeit nicht belegt oder seine Bewohner hatten sich in einen Bereich verdrückt in denen die Besucher sie nicht sahen. Erst am Lemurengehege konnten wir wieder einige Tiere genauer in Augenschein nehmen. Der Grund dafür war auch klar zu sehen: Es hatte offensichtlich gerade Futter gegeben. Ein Jungtier zog hier besonders große Aufmerksamkeit der Besucher auf sich während es die älteren Tiere offensichtlich immer wieder neckte und dann wie von einer Hummel gestochen durch das Geäst im Gehege flitzte. Gute Aufnahmen waren hier kaum möglich, aber ein Schnappschuss ist recht gut gelungen, den ich hier natürlich nicht vorenthalten möchte.

Lemur mit Futter Lemur
Links: Lemur mit Futter – Rechts: Lemur in “Baum”

Lemurenjunges
Lemurenjunges

Lemur Fressende Lemuren
Links: Lemurenweibchen – Rechts: Fressender Lemur

Ein Stück weiter im selben Gebäude kamen wir noch in den Genuss ein kleines Totenkopfäffchen beobachten zu können, das Einsam auf einem Ast nahe der Scheibe innerhalb des riesigen Geheges saß und abwechselnd mit sich selbst beschäftigt schien und dann wieder die Besucher beäugte. Viele Fingerabdrücke auf der Scheibe zeugten davon, dass viele der hier gaffenden Menschen scheinbar durch Klopfen die Aufmerksamkeit des Tieres auf sich zu ziehen versucht hatten – und dass obwohl auf Schildern gebeten wurde, dies nicht zu tun.

Totenkopfäffchen Totenkopfäffchen
Totenkopf-Äffchen

Viel mehr gab es hier im Primatenhaus dann leider nicht zu sehen. Wir verließen das Gebäude und folgten weiter dem Weg, wo wir wenig später vorbei an einigen etwas zerrupft aussehenden Kamlen kamen.

Kamel
Zerrupft anmutendes Kamel

Doch hier hielten wir uns nur kurz auf, denn in Sichtweite drängten sich Menschenmassen vor einem weiteren Gehege, dass sich wenig später als der Freilauf des Elefantenhauses heraus stellte. Hier zogen eine Elefantenkuh mit einem noch sehr jungen Kalb die Aufmerksamkeit vieler Besucher auf sich. Hier handelte es sich wohl um die Elefantendame Temi, die ihren kleinen Elefantenbullen am 6. Mai 2011 zur Welt gebracht hatte. Zuerst hielten sich Mutter und Sohn nur im hinteren Bereich des Freilaufes auf, doch nachdem ein Pfleger einige “Leckereien” auf den Boden im vorderen Bereich verteilt hatte raffte sich das ältere Tier auf und las diese – ständig Begleitet von ihrem Jungtier – auf um sie zu verspeisen. Dabei gab sie natürlich auch ihrem Baby etwas davon ab.

Elefantenmuter und Elefantenbaby Elefantennachwuchs & Mutter
Elefantendame Temi mit ihrem Baby

Bestäubung Elefantenmutter füttert ihr Junges
Links: “Bestaubung” – Rechts: Mutter füttert Elefantenkalb

Der Andrang war uns hier aber viel zu groß, wobei vor allem einige ältere Herren, teilweise mit bis zu zwei Kameraausrüstungen im Preisbereich eines Kleinwagens ausgestattet, wohl meinten hier im Zoo auf Safari zu sein und ziemlich rücksichtslos durch die Menge drängten um ihre Aufnahmen zu machen. Ich kenne solche Ausrüstungen von professionellen Pressefotografen auf Großveranstaltungen oder für Tierfotografen die in freier Wildbahn ihre Aufnahmen machen – aber in einem Tierpark mit so etwas rumzurennen kommt wohl etwa auf der selben Ebene wie Leute die ihre Sportwagen ständig um den Block spazieren fahren um die Aufmerksamkeit der Nachbarn auf sich zu ziehen. Unterstes Niveau so etwas – einfach nur erbärmlich. Aber wenn man etwas zu kompensieren hat, kann man dies auch durch das spazierentragen teurer, vollkommen überdimensionierter Kameras tun. Na ja, wer so was braucht soll damit glücklich werden – nur bitte nicht dabei andere Belästigen. 😉
Nach einer kleinen Erfrischung zu vollkommen überteuerten Preisen und einer kurzen Pause machten wir uns schließlich wieder auf den Weg. Vorbei an einem Gehege in dem sich einige Damagzellen bzw. Mhorrgazelle tummelten

Damagazelle / Mhorrgazelle Damagazelle / Mhorrgazelle
Damagazellen / Mhorrgazellen

erreichten wir schließlich das Gehege der Mantelpaviane, wo sich einige der Tiere direkt vorne am Wassergraben aufhielten und in den Rinnen und am Boden nach Nahrung zu suchen schienen oder am Wassergraben tranken, während sich in den schattigeren Bereichen andere Tiere gegenseitig lausten oder einfach nur in der Wärme des Nachmittags dösten.

Junger Mantelpavian Mantelpaviane
Links: Junger Mantelpavian – Rechts: Mantelpavian-Männchen und Jungtier

Trinkende Mantelpaviane Junger Mantelpavian
Links: Trinkende Mantelpaviane – Rechts: Jungtier

Lausende Mantelpaviane Fressender Mantelpavian
Links: Gegenseitiges Lausen – Rechts: Fressender Mantelpavian

Mantelpavianmännchen Mantelpavianmännchen
Mantelpavian-Männchen

Weiter ging es an einem geschlossenen Gehege vorbei, in dem sich einige Königspinguine tummelten. Leider waren hier so viele Menschen und so verschmierte Scheiben, dass ich jegliche Aufnahmen verzichten musste. Schräg gegenüber beäugte ein Vogel Strauß das bunte Treiben träge aus seiner Position im Schatten eines großen Baumes – leider so nah an der Begrenzung dass ich keine Ganzkörper-Aufnahme machen konnte – jedoch gelang mir ein schönes Portrait des Tieres.

Vogel Strauß - CloseUp
Portrait eines Vogel Strauß

Weiter hinten trieben sich außerdem im selben Gehege einige Marabus herum – Vögel die nicht gerade einen Schönheitswettbewerb gewinnen würden, aber dennoch interessant anzusehen sind.

Marabu Marabus
Marabus

Der nächste Bereich den wir erreichten beschäftigte sich mit der arktischen Tierwelt. Als erstes erreichten wir dabei die Becken mit den Seelöwen, rechts die erwachsenen Tiere und links ein kleineres Becken mit einigen Jungtieren – der sogenannte “Kindergarten”. Von der erwachsenen Seelöwen gelang mir leider kein schöner Schnappschuss, da sie sich entweder unter Wasser oder mit dem Rücken zum Publikum auf einem Felsen aufhielten. Anders bei den Jungtieren, die gut sichtbar in der Wärme des Nachmittags auf einem Felsen vor sich hin dösten.

Junger Seelöwe Seelöwen
Junge Seelöwen

Bei den Eisbären fanden wir eine ähnliche Situation vor – durch die aktuelle Wärme waren die Tiere nicht sonderlich geneigt dazu sich viel zu bewegen. Aber zumindest hatten sich eines von ihnen so platziert dass man es einigermaßen gut beobachten konnte – zumindest etwas.

Eisbär im Schatten Dösender Eisbär
Eisbär

Wir hatten nun das südliche Ende des Tierparks erreicht und wandten und wieder in Richtung Norden. Bald schon kamen wir an einem niedrig umzäunten Gelände vorbei, in denen sich einige seltene Hausziegen-Rassen aufhielten. Besonders fiel uns dabei ein älterer Bock auf, der mit den Vorderläufen über den Zaun hing und versuchte mit der Zunge einige Leckerchen aus einem Automaten zu lecken.

Ziegenbock auf "Nahrungssuche" Junge Hausziege
Links: Ziegenbock auf “Nahrungssuche” – Rechts: Junge Hausziege

Vorbei an einem Biergarten mit angeschlossenem Spielplatz, in dem sich passenderweise vornehmlich junge Familien mit Kindern aufhielten setzten wir unseren Weg in Richtung Norden fort.

Südlicher Biergarten
Biergarten im Tierpark Hellabrunn

Wir passierten nun einen Bereich in dem wir einige Nilgau- und Hirschziehen-Antilopen beobachten konnten.

Nilgau- & Hirschziegen-Antilopen

Kurz hielten wir uns dann am Gehege mit zwei Bartschweinen, einer südostasiatischen Schweineart die sich vor allem durch ihren schmaleren Körperbau und die weißlich-gelben Haare um ihre Schnauze auszeichnen, auf um wenig später ein Stück in Richtung Osten abzubiegen.

Bartschweine Bartschwein
Bartschweine

Hier gab es schließlich Tapire – um genau zu sein südostasiatische Schabrackentapire – zu bewundern – wobei bewundern wohl etwas übertrieben ist, denn der eine döste relativ unbeweglich im Schatten eines Baumes, während der andere weit hinten im Gehege hin und her lief.

Tapir (Schabrackentapir) Tapir (Schabrackentapir)
Tapire (Südostasiatische Schabrackentapire)

Im nächsten Bereich stand ein großer Gaur Bulle, ein zu einer ebenfalls aus Südostasien stammenden Rinderrasse gehörendes Tier, das uns kritisch zu beäugen schien während wir langsam an ihm vorbei gingen. Zumindest war ich der Meinung, dass uns das Tier mit seinem Blick folgte – aber da konnte der Eindruck auch täuschen.

Gaur Gaur-Bulle
Gaur-Bulle

In der nun folgenden Villa Dracula mit ihrer Höhlennachbildung, in der echte Fledermäuse in relativer Dunkelheit flogen, konnte ich verständlicherweise keine Aufnahmen machen. Erst an einem weiteren Pinguingehege mit einigen Tieren die in einer großen Gruppe zusammen standen und die Besucher ansahen, während einige andere von ihnen im Wasserbecken davor schwammen. Ich meine sie als Brillenpinguine identifizieren zu können, die Musterung vor allem am Kopf erscheint unverkennbar.

Brillenpinguine Pinguine

Vom Sibirischen Tiger in einem der folgenden Freigehege konnten wir leider nur wenig sehen – das einzige was wir erkennen konnten war ein Stückchen Fell zwischen einigen Gräsern und Stämmen wo sich das Tier wohl zum Nickerchen niedergelassen hatte. Erst das Panzernashorn im gegenüberliegenden Bereich war es wieder wert die Kamera aus meiner Tasche zu holen – auch wenn das Horn besagten Nashorns fehlte. Schade – um eine Sicherheitsmaßnahme gegen Wilderer konnte es sich hier ja wohl kaum handeln. Immerhin waren wir in einem Zoo.

Panzernashorn Panzernashorn
Hornloses Panzernashorn

Nach einem felsigen Bereich mit einigen weißen Bergziegen

Weiße Bergziege
Bergziege

kamen wir schließlich zu einem weitläufigen Gelände das einen Braunbären beherbergte. Und wir hatten Glück, denn das Tier hielt sich nicht nur im sichtbaren Bereich auf, das Gehege war auch angenehm grün und recht naturgetreu, so dass die Fotos die ich hier machen konnte fast wie die Aufnahmen eines frei lebenden Tieres wirkte. Sehr schön muss ich sagen – denn wie viele andere Zoos ist auch Hellabrunn an vielen Stellen doch leicht “betonlastig”. Aber ganz naturgetreu wäre wohl doch etwas zu kostspielig.

Braunbär Braunbär

BraunbärBraunbär
Umher streifender Braunbär

Damit neigte sich unser Besuch im Tierpark Hellabrunn im Süden Münchens auch schon dem Ende zu. Zuletzt machte ich noch eine Aufnahme einer Gruppe von Rosa Pelikanen

Rosa Pelikane
Rosa Pelikane

und wenig später erreichten wir schon wieder den Eingang an der Tierparkstraßen-Brücke und verließen den Zoo nach unserem ausgiebigen Besuch. Das einzige was ich vermisst habe waren die Erdmännchen, die ich sowohl im Karlsruher Zoo als auch in der Wilhelma in Stuttgart gesehen hatte. Außerdem hatten wir die begehbare Voliere mit freifliegenden Vögeln verpasst, die wir – wohl unbewusst – geschickt umgangen hatten. Schade – aber ich war bestimmt nicht das letzte Mal hier. Das werde ich bei Gelegenheit mal nachholen.
Nachdem wir die Brücke über die Isar überquert hatten, entschieden wir die dort befindliche U-Bahn Station Thalkirchen zu nutzen, um zurück in die Innenstadt zu kommen.


U-Bahn Station Thalkirchen

Sendlinger Tor

Mit der U3 fuhren wir schließlich bis zur Haltestelle Sendlinger Tor im sogenannten Hackenviertel am südlichen Ende der Sendlinger Straße. Hier stiegen wir zurück an die Oberfläche.

Sendlinger Tor
Sendlinger Tor

In einem Café direkt neben dem klassisch anmutenden Filmtheater Sendlinger Tor ließen wir den Tag schließlich ausklingen.

Filmtheater Sendlinger Tor
Filmtheater Sendlinger Tor

Von hier aus machte ich mich über die Sendlinger Straße dann zu Fuß über zurück zum Marienplatz von wo ich dann die S-Bahn der Stammstrecke in nach Hause nutzte. In der Summe in wirklich interessanter Ausflug, der mir einen weiteren interessanten Teil Münchens nähre gebracht hat. Und es gibt noch viel zu entdecken – bleibt nur zu hoffen dass sich das Wetter auch nächstes Wochenende etwas freundlich gestaltet, so dass ich weitere Bereiche dieser Stadt erkunden kann.
Wie immer zum Abschluss dieses Berichtes eine kleine Übersichtskarte über die zurückgelegte Strecke.
Update 07.09.2011:Hier nun auch eine interaktive zoombare Karte auf Basis von Google Maps:


Müssten in der Summe an die 10km reiner Fußmarsch gewesen sein – die Strecke mit der U-Bahn mal raus gerechnet. insgesamt dauerte ungefähr von Tour von 11:15 bis 18:30 Uhr. Für einen Spaziergang nicht schlecht – mal schauen wo es mich bei der nächsten Tour hin verschlagen wird – aktuell habe ich noch keine konkreten Pläne gemacht.