Leberkäse mit Bratkartoffeln [29.03.2012]
29.03.2012 17:48 kulinarisches, lunchtimeUnkommentiert
Aktuell zeige ich ein paar Besuchern die Stadt München und im Rahmen dieses großen Stadtrundgangs bzw. -fahrt führte uns der Weg natürlich auch an den Chinesischen Turm im englischen Garten, wo wir uns entschlossen im dortigen Biergarten heute unser Mittagessen zu uns zu nehmen. Das Angebot dort umfasst die für Biergärten übliche Palette Gerichte, die man sich nach eigenem Gutdünken kombinieren konnte. Als Fleischkomponenten finden sich Weißwürste, Rindsbratwürste, Fleischpflanzerl (Frikadellen), halbe Hähnchen, Rollbraten und einiges mehr. Dazu konnte man Pommes Frites, Bratkartoffeln, Klöße oder Kartoffelsalat als Sättigungsbeilage und schließlich auch Gemüse wie Rotkraut oder Sauerkraut wählen – natürlich alles in Selbstbedienung wie in den meisten bayrischen Biergärten üblich. Aus der verfügbaren Auswahl entschied ich mich für eine Portion Leberkäse für 3,60 Euro und eine Portion Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Speck für 3,40 Euro.
Am Leberkäse, zwei unregelmäßig geschnittenen, aber angenehm dicken Scheiben gab es absolut nichts auszusetzen. Einzig den Bratkartoffeln merkte man an, dass es sie warmgehalten und teilweise etwas zu lang gebraten worden waren – was man im Bild vor allem an den stark angebrannten Kartoffelstücken zu erkennen ist. Da deren Anzahl aber glücklicherweise nur gering war, werde ich nur leichte Abzüge geben. Immerhin war die Portion insgesamt ziemlich reichhaltig, wenn auch kalorientechnisch bestimmt nicht allzu vorteilhaft. Aber Hauptsache satt geworden
Mein Abschlußurteil:
Leberkäse: ++
Bratkartoffeln: +
Tags: biergarten, bratkartoffeln, chinesischer turm, essen, food, fried potatoes, Leberkäse, lunch, münchen, meat loaf, mittagessen, nahrung, nahrungsmittel
Englischer Garten, Kleinhesseloher See & Aumeister
16.07.2011 23:58 München, Photowalks5 Kommentare
Nach einigen Wochen in denen es zwar während der Arbeitstage schön, aber am Wochenende verregnet gewesen war gestaltet sich der heutige Samstag mal wieder wunderbar sonnig und trocken. Daher nutzten wir die Gelegenheit, mal wieder unsere Erkundung des schönstgrößtefeinsten Dorfes Deutschlands, eben München, fortzusetzen. Nachdem wir uns am Marienplatz getroffen hatten, wandten wir uns rechts am Neuen Rathaus vorbei in Richtung Norden. Menschenmassen verstopften regelrecht die Innenstadt, darunter viele Touristen die sich vor allem rund um Marienplatz tummelten. Bald erreichten wir den Max-Joseph-Platz mit dem Bayrischen Nationaltheater, dessen Säulen aktuell bunt geschmückt sind.
Weiter ging es über die Residenzstraße in Richtung Odeonsplatz, vorbei am Eingangstor zur Residenz, das rechts und links von zwei bronzenen Löwen mit dem Wappen der Wittelsbacher flankiert wird. Das Berühren des kleinen Löwenkopfes unterhalb des Wappens soll dem Volksglauben nach Glück bringen – entsprechend abgenutzt und blank sind diese auch anzusehen.
Je näher wir dem Odeonsplatz kamen, umso mehr Sicherheitspersonal und Eventagentur-Mitarbeiter kreuzten unseren Weg. Als wir wenig später die Feldherrenhalle und die Theatinerkirche erreichten, wurde uns auch schnell klar weshalb: Hier fand heute Abend mal wieder eine große Veranstaltung statt: William Shakespears Sommernachtstraum wurde mit dem chinesischen Starpianisten Lang Lang aufgeführt und man war mitten drin in den Vorbereitungen für diese Großveranstaltung. Also hatte ich wieder keine Möglichkeit mal einen freien Blick auf die Feldherrenhalle zu erhaschen – denn die Bestuhlung und einige Aufbauten waren bereits aufgestellte worden.
Zuerst überlegten wir durch den Hofgarten zu weiter zu gehen, doch da wir diesen ja schon während des ersten großen Rundgangs durch München gesehen hatte, entschlossen wir uns der Ludwigstraße weiter in Richtung Norden zu folgen, vorbei am Standbild Ludwig I. von Bayern direkt am Nordende des Odeonsplatzes.
So folgten wir der Ludwigstraße bis zur Kreuzung mit der Von-der-Tann-Straße und überquerten dort die Fahrbahn, um uns nun über genau diese Von-der-Tann-Straße in Richtung des Südendes des englischen Gartens zu wenden.
Am Englischen Garten konnten wir verstärkte Polizeipräsenz beobachten – einige Beamte standen herum und beäugten die zahlreichen Einheimischen und Touristen die hier flanierten. Das gehörte wohl auch zu den Sicherheitsmaßnahmen der Veranstaltung am Odeonsplatz.
An der Staatskanzlei und dem kleinen klassizistischen Gebäude daneben vorbei – ich glaube es gehört wohl zur Hofbrunnwerk des Hofgarten – wandten wir uns schließlich in den Englischen Garten.
Unser erstes Ziel sollte hier das Monopteros sein, jener Bau nördlich der südlichen Liegewiese – auch Schönfeldwiese genannt – den wir beim letzten Besuch hier leider verpasst hatte da unser Weg zu weit westlich verlief. Und bald konnten wir auch schon einen ersten Blick darauf werfen.
Der Rundtempel im griechischen Stil ist als eine Art Pantheon für bayrische Persönlichkeiten gedacht und wurde zwischen 1832 und 1836 nach einem Entwurf des Architekten Leo von Klenze errichtet, der 15m hohe Hügel auf dem das Monopteros steht war dazu vom Landschaftsarchitekten Carl August Sckell gestaltet worden, der ihn extra für diesen Zweck aufschütten ließ.
Was uns erst auffiel als wir uns dem Tempel über verschlungene Pfade nährten war die Tatsache, dass hier auf der Schönfeldwiese mit scheinbar recht großer Begeisterung der Freikörperkultur gefrönt wurde, wobei sich die Nackerden und die bekleideten Sonnenanbeter ohne große Berührungsängste vermischten und gemeinsam das schöne Wetter genossen.
Vorbei an einem kleinen Wasserfall am Schwabinger Bach, in dem einige junge Männer das kühle Wasser genossen
nährten wir uns eher schlängelnd als geradlinig dem Monopteros. Sah man zurück konnte man einige Kuppeln der Münchner Stadt bereits über den Bäumen am südlichen Ende des englischen Gartens erkennen.
Langsam kamen wir schließlich unserem Ziel näher – nur noch wenige Meter trennten uns von diesem Rundtempel, der ja zu den großen Blickfängen innerhalb des Englischen Gartens zählt.
Über einen kleinen, steil ansteigenden Weg bestiegen wir schließlich den Hügel und erreichten den Rundtempel, unter dessen Kuppel ein Gitarrenspieler mit lautstarkem Gesang die zahlreichen Besucher des Gebäudes mit zeitgenössischer Rockmusik unterhielt. Was mir ebenfalls gleich auffiel war die Tatsache dass man von hier oben einen wunderbaren Blick auf die Skyline von München mit vielen ihrer Kuppeln und Türmen hatte – das musste ich natürlich auch gleich mal auf die Speicherkarte meiner Kamera bannen – auch wenn die hohen Hecken direkt um den Tempel dieser Sache nicht gerade dienlich waren.

Skyline München – gesehen vom Monopteros

Monopteros – Links: Innenbereich – Rechts: Dachkonstruktion

Kuppel und Türme der Münchner Innenstadt – aufgenommen vom Monopteros
Erst als wir uns wieder an den Abstieg machten, fiel uns das achtlos beiseite geworfene, abgerissene Absperrband in bayrischen Staatfarben auf, an dem ein Schild prangte dass die Anlage gesperrt sei. Ob das nun absichtlich entfernt oder von einem Besucher abgerissen worden war blieb unaufgeklärt – wäre aber auch ärgerlich gewesen wenn wir nicht bis ganz nach oben hätten gehen können, also war uns das auch ganz recht so.
Bald schon erreichten wir den Chinesischen Turm und da wir Hunger hatten überlegten wir hier eine kleine Brotzeit zu uns zu nehmen. Doch hier tummelten sich solche Menschenmassen und es gab keine Aussicht auf freie Sitzplätze dass wir diese Idee bald wieder aufgaben und weiter zogen – der Englische Garten war ja noch groß und das hier war nicht der letzte Biergarten auf unserem Weg. Vorbei am Kinderkarusell machten wir uns weiter in Richtung Norden.
Am Kleinhesseloher See hatten wir mehr Glück – der Biergarten am Seehaus war hier zwar auch gut besucht, aber es gab noch genügend freie Plätze so dass wir uns entschlossen hier unseren Hunger und Durst zu stillen.
Natürlich war hier mal wieder – wie in bayrischen Biergärten üblich – Selbstbedienung angesagt. Aus dem reichhaltigen Angebot von Braten, Würsten und Leberkäse wählte ich eine einfache Weiße Currywurst mit Pommes Frites, die ich mit einem halben Russ’n ergänzte.
Das mit Sprudel versetzte Weizenbier war in Ordnung – aber der Rest ließ wirklich zu wünschen übrig. Mit dem Pommes Frites konnte ich noch leben, aber die so gut wie kalte und ohne Sauce auch fast geschmacklose Wurst entsprach nicht gerade meinen Vorstellungen – und das bei einem Preis von über elf Euro für alles. Zumindest sättigte es – ich hatte heute noch nichts gegessen gehabt.
So gestärkt machten wir uns daran den Kleinhesseloher See, auf dem sich reichlich Tret- und Ruderbotten vom nahen Bootsverleih tummelten, in Richtung Norden zu passieren, wobei wir uns natürlich nicht nehmen ließen dem Friedrich Ludwig von Schkell Denkmal dort einen kurzen Besuch abzustatten.
Nachdem wir den stark befahrenen Mittleren Ring, der hier quer durch den Englischen Garten verläuft, überquert hatten, erreichten wir den ruhigeren und weniger stark frequentierten nördlichen Bereich des Englischen Gartens. Die Anzahl von Fußgängern und Radfahrern die uns begegneten wurde deutlich geringer. Dabei ist dieser Bereich dieser Parkanlage nicht weniger idyllisch – aber ich vermute mal dass viele die Unter- bzw. Überquerung des Mittleren Ringes abschreckt.
Unser nächstes Ziel sollte das Stauwehr Oberföhring sein, welches wir über verschlungene, aber glücklicherweise ausreichend ausgeschilderte Pfade schließlich erblicken konnten.
Dieses zwischen 1921 und 1924 errichtete Bauwerk, das auch als Einlaufbauwerk für den Mittlere-Isar-Kanal dient, ist das südlichste von insgesamt sieben, heute von e.On betriebenen Wasserkraftwerken an diesem Kanal. Im Wehr selber befindet sich zwar kein Kraftwerk, aber in einem Nebengebäude wird ein solches betrieben. Der Mittlere-Isar-Kanal, der sich hier vom Fluß Isar abspaltet, verläuft 64km nordwärts parallel des Flusses und mündet bei Landshut wieder in diesen.
Wir überquerten hier sowohl die Isar als auch den angrenzenden Kanal. Direkt hinter dem Sperrwehr finden sich einige der für die Isar üblichen Sand- und Kiesbänke, die natürlich auch hier von den Bewohnern genutzt wurden um sich ein wenig zu sonnen und das kühlende Wasser der Isar zu genießen.
Durch einen kleinen Tunnel am Westende des Gebäudes erreichten wir schließlich den eigentlichen Sperrwehr-Bereich mit seinen großen Schleusen.
Von hier konnten wir auch einen ersten Blick auf den beginnenden Mittlere-Isar-Kanal werfen.
Nun ging es ein Stück über die Halbinsel, die sich zwischen Isar und dem Kanal entlang zieht, ein dicht bewaldetes und kaum frequentierter Teil des Englischen Gartens mit reichlich verschlungenen Wegen und kleinen Pfaden.
Erst kurz vor der St-Emmeram-Brücke wurde es wieder etwas belebter. Direkt am Fuß der Brücke feierten und grillten sowohl Jugendliche als auch Familien mit Kindern. Wir verließen kurz den Hauptweg und durchquerten diesen Freizeitbereich, denn von hier untern konnte ich die Brücke besser vor die Linse bekommen.
Als wir wieder nach oben auf den “richtigen” Weg gestiegen waren, fiel mir eine Statue ins Auge, die man hier direkt neben der St.-Emmeram-Brücke augestellt hatte. Wen sie darstellte konnte ich mir natürlich sofort denken: Hier muss es sich um diesen Emmeram handeln.
Der heilige Emmeram (Heimrammi) war ein Wandermönch und Bischof aus dem französischen Poitiers, der sich nach einer Pilgerreise auf drängen des dortigen Herzogs bei Regensburg niederließ. Die Geschichte ist ziemlich grauselig, denn als die Tochter des Herzogs von einem jungen Hofbeamten schwanger wird, rät ihr Emmeram ihn als Vater anzugeben. Dann reist er nach Rom zum Papst ab. Als die Tochter diese Geschichte ihrem Vater erzählt, erzürnt dieser und sein Sohn so sehr, dass der Sohn mit seinen Mannen losreitet und den Wanderbischof kurz vor München abfängt, wo er ihn auf eine Leiter binden und einzelne Körperteile abschneiden lässt bevor er ihn enthauptet. Hier wird die Geschichte unlogisch – ich zitiere: Seine Begleiter Vitalis und Wolflete fanden den Bischof in seinem Blut liegend und versuchten, den Sterbenden rasch nach Aschheim zu bringen. Auf dem Weg nach Aschheim verstarb Emmeram bei Feldkirchen. Gut, ist eine Heiligengeschichte, aber ich bezweifle dennoch dass ein Enthaupteter erst auf dem Weg zum nächsten Ort verstirbt.
Aber ich schweife ab – wen die Story interessiert kann sie hier bei Wikipedia nachlesen.
Wir machten uns nun daran die St.Emmeran-Brücke, die aktuell durch Baugerüste und reichlich Kabel behangen ist, zu überqueren.
Von hier konnten gelangen einige hübsche Schnappschüsse des Mittlere-Isar-Kanales mit dem direkt an der Brücke befindlichen Publikum.
Nun waren wir wieder im Englischen Garten angelangt, wo wir uns in Richung Nordosten wandten. Schon bald erreichten wir den sogenannten Entenfallweiher.
Vorbei an einer weiteren großen Liegeweise, der sogenannten Hirschau, auf der vereinzelt ebenfalls Leute die Sonne genossen
erreichten wir schließlich den letzten Biergarten am nördlichesten Ende des Englischen Gartens: Den Aumeister. Neben dem großen Biergarten zwischen zahlreichen noch jungen Kastanienbäumen findet sich hier auch ein Restaurant mit Bedienung. Außerdem sorgt ein großer, sehr gute ausgestatter Kinderspielplatz dafür, dass sich auch die jüngeren Gäste nicht langweilen.
Hunger hatten wir zwar keinen mehr, dennoch nutzte wir die Gelegenheit uns hier niederzulassen und noch eine Apfelschorle zur Erfrischung zu genießen. Obwohl ich zugeben muss dass das Essen beim Aumeister eindeutig besser aussah als das, was wir am Seehaus am Kleinhesseloher See verzehrt hatten. Außerdem konnte ich hier auch das erste Mal die Verhaltensweise der Gäste beobachten, von der ich schon häufiger gehört hatte: Sie breiteten auf den Bierbänken des Biergartens selbst mitgebrachte Brotzeiten aus und verzehrten diese. Anderswo würde dies wohl böse Blicke der Mitarbeiter oder sogar einen Platzverweis bedeuten – aber in Bayern ist dies wohl normale Tradition. Der Aumeister scheint meiner Meinung nach ein beliebtes und an sonnigen Tage wie heute durchaus stark frequentiertes Ausflugsziel zu sein. Ein großer Teil des Gäste hier waren wohl zu Fuß oder mit dem Rad gekommen – davon zeugten alleine die Massenhaft abgestellten Drahtesel vor dem Eingang.
Schließlich machten wir uns auf unseren letzten größeren Weg für heute. Durch den Nordeingang verließen wir den Aumeister-Biergarten
und machten uns durch den schönen Münchner Stadtteil Freimann auf den Weg zum gleichnamigen U-Bahnhof. Hier so weit im Norden Münchens verläuft die U-Bahn noch oberirdisch. Die Linie U6 die hier verkehrt ist außerdem die am weitesten nach Norden führende Linie überhaupt – sie führt bis zum Forschungszentrum in Garching nördlich von München. Und wir waren wirklich froh dass es hier oben noch Nahverkehr gab – denn darauf die ganze Strecke zurück zu laufen hatten wir wirklich keine Lust.
Zum Abschluß natürlich wie immer eine kleine Übersichtskarte über die zurückgelegte Strecke.
Nachtrag 07.09.2011:
Hier noch der Nachtrag als zoombare, interaktive Google Maps Karte mit dem genauen zurückgelegtem Weg
Meiner Kalkulation noch müssten es so dreizehn bis vierzehn Kilometer Fußmarsch gewesen sein – eine stolze Leistung für einen Samstag Nachmittag. Wobei ich zugeben muss dass ich nicht alle Kreuzwege, Querfeldeinläufe und andere Richtungsänderungen hier berücksichtigen konnte, es handelt sich bei der Entfernungsangabe nur um eine ungefähre Bemessung.
Zum Abschluss kann ich nur noch sagen, dass sich der Besuch der englischen Gartens – auch nördlich des mittleren Rings – auf jeden Fall lohnt. Es gibt viel zu sehen, viel zu entdecken und die Landschaft ist wirklich mehr als sehenswert. Und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt – neben den hier genannten Biergärten finden sich auch einige Kioske und kleinere Verkäufsstände für Speisen und Getränke auf der Strecke. Einzig ein wenig Bewegungsdrang und Neugierde muss man mitbringen. Und dabei ist der Englisch Garten nur ein kleiner Teil dieses schönstgrößtefeinen Dorfes im Süden der Bundesrepublik Deutschland. Mal schauen wo es uns das nächste Mal hin verschlägt – es gibt hier auf jeden Fall noch viel zu entdecken, soviel steht fest. ![]()
Tags: aumeister, ausflugslokal, Bavaria, Bayern, biergarten, brücke, deutschland, englischer garten, freimann, germany, hirschau, kleinhesseloher see, münchen, monopteros, munich, oberföhringer stauwehr, photowalk, seehaus, st. emmeram
Biergarten Weißes Bräuhaus München – ein Review
11.07.2011 23:53 dinner, kulinarisches, München1 Kommentar
Heute Abend verschlug es uns in den Biergarten Weißes Bräuhaus in der Baumkirchner Straße im Münchner Stadtteil Berg am Laim. Zwar ist das Gebiet hier im Osten Münchens stark bebaut, doch durch die zahlreichen Kastanienbäume in dem Gelände dieses Biergartens erschien der für einen Montag Abend sehr gut besuchte Biergarten sehr gemütlich und man verga schnell dass man mitten in München saß. Einige der herumstehenden Häuser hätten zwar mal etwas frische Farbe nötig, doch insgesamt war der Gesamteindruck wirklich gut. Schnell hatten wir auch die Aufmerksamkeit der Servicekräfte und erhielten Speisekarten und es wurden unsere Getränkebestellungen aufgenommen. Die Getränke wurden auch schnell serviert, mit dem Essen dauerte es aber etwas länger. Das Angebot an Gerichten war traditionell-bayrisch geprägt, aber es wurde auch frisch gegrillt und der Speisekarte war eine separates Blatt mit Steaks, Würstchen und anderem Grillgut beigelegt. Von dieser Karte wählte ich eine Portion Marinierte Pute mit Pommes frites und Salatbeilage zum Preis von 7,80 Euro – auch wenn das entgegen meines aktuell geltenden Plan zur Kalorienreduktion lag. Das Maß Helles oder Russ’n liegt bei 6,10 Euro – was für Münchner Verhältnisse meiner Meinung nach durchschnittlich ist.
Qualitativ erwies sich das würzig marinierte, gegrillte Stück Putenfleisch als durchaus hochwertig. Garniert mit etwas Kräuterbutter und einer Portion knuspriger, gut gewürzter Pommes Frites kein leichtes, aber sehr leckeres Abendgericht. Und auch an eine visuell ansprechende Präsentation hatte man gedacht. Wenn man es nicht eilig hat – denn mit dem Essen dauert es leider wie bereits erwähnt etwas länger – kann man diesen Biergarten wirklich weiter empfehlen – vor allem weil man hier entgegen der sonst üblichen Selbstbedienung in bayrischen Biergärten seine Gerichte und Getränke an den Tisch gebracht bekommt. Und dank der Tram-Haltstelle Baumkirchner Straße direkt nebenan, dem U-Bahnhof Josephburg in unmittelbarer Nähe und dem S-Bahnhof Berg am Laim in Laufweite (10 Minuten) liegt diese Location auch Nahverkehrstechnisch recht günstig. Hat mir jedenfalls hat es sehr gut gefallen.
Tags: abendessen, berg am laim, biergarten, dinner, essen, food, kräuterbutter, mariniert, münchen, pommes frites, pute, weißes bräuhaus
Biergarten Grub – ein Kurzreview
25.05.2011 23:58 kulinarisches, MünchenUnkommentiert
Am Mittwoch Abend entschieden wir uns kurzfristig, noch einmal ein wenig auszugehen. Dabei fiel die Wahl auf den Biergarten des Gasthofes Grub im selben kleinen Ort zwischen den Ortschaften Heimstetten und Poing im Osten von München.
Größere Kartenansicht
Mit ein Grund für unsere Wahl war die verkehrstechnisch günstige Lage direkt an der S-Bahn Strecke S2 von und nach Markt Schwaben bzw. Erding, die es uns ermöglichte ohne Auto problemlos auch nach dem Genuss alkoholischer Getränke nach Hause zu kommen. Aber auch für Gäste mit Auto sind hier außerdem Parkplätze vorhanden. Außerdem war uns diese Location auch wärmstens empfohlen worden. Obwohl gut besucht fanden wir in dem idyllisch zwischen zahlreichen Kastanienbäumen gelegenen Biergarten schnell einen freien Tisch und ließen uns dort nieder.
Und wer sich wegen der nahen S-Bahn Strecke Gedanken macht – hier besteht keine Sorge was die Lärmbelastung angeht – man hört die Züge kaum – wir fühlten uns zumindest nicht gestört davon.
Auf einer kleinen laminierten Karte die auf dem Tisch aufgestellt war bekamen wir eine Übersicht über die angebotenen Speisen und Getränke. Die Preise fand ich für Münchner Verhältnisse absolut akzeptabel: Die Maß Helles (Pils) lag bei 5,10 Euro, die halbe Maß – also 0,5l – lag bei 2,60 Euro. Außerdem gab es natürlich Weißbier, Russ’n und natürlich eine umfangreiche Auswahl nicht-alkoholischer Getränke. Und auch fürs leibliche Wohl war bestens gesorgt – neben einer Auswahl an verschiedenen Standardgerichten von Wiener mit Semmel und Suppen bis hin zu Currywurst mit Pommes und Braten mit Klößen sowie verschiedenen Salaten war für jeden Appetit etwas geboten. Wie in bayrischen Biergärten üblich gab es die Getränke als Selbstbedienung, die Bestellungen für Speisen wurden jedoch am Tisch aufgenommen.
Ich selbst entschied mich aus diesem reichhaltigen Angebot für ein Kassler mit Sauerkraut und Bratkartoffeln das mit 5,70 Euro zu buche schlagen sollte. Nach weniger als 15 Minuten Wartezeit wurde die Bestellung auch schon serviert.
Auch wenn ich Kassler ja normalerweise eher ohne Knochen kenne, so erwies das Gericht doch als wirklich sehr leckere und gute Entscheidung. Es gab absolut nichts daran auszusetzen – was Qualität und Auswahl angeht braucht sich dieser Biergarten absolut nicht zu verstecken.
Insgesamt waren wir alle sehr zufrieden – ich kann diesen kleinen Biergarten ohne jegliche Vorbehalte weiter empfehlen. Ein wirklicher Geheimtipp in den Außenbezirken der bayrischen Hauptstadt.
Tags: Bayern, biergarten, essen, gemütlich, grub, münchen, trinken
Isarauen, Flaucher & Tierpark Hellabrunn
23.05.2011 23:26 bilderbuch, München, Photowalks4 Kommentare
Auch diesen Samstag meinte es das Wetter gut mit uns und so entschied ich mich, begleitet von einem Kollegen, die Erkundung meiner neuen Wahlheimat auch dieses Wochenende fortzusetzen. Nicht dass ich das nicht alleine könnte, aber in Begleitung finde ich des einfach angenehmer.
Dabei fiel die Wahl auf die Isarauen im Süden Münchens inklusive des Bereichs in Höhe von Sendling, der unter dem Namen Flaucher bekannt ist bis hinunter zum Tierpark Hellabrunn bei Untergiesing-Harlaching im Stadtbezirk 18. Ich kannte diesen Bereich noch gar nicht, daher war es wirklich an der Zeit mir diesen Bereich der Stadt mal näher anzusehen.
Als Startpunkt diente das Isartor, das ich über die S-Bahn bequem erreichte. Nachdem auch mein Begleiter eingetroffen war folgten wir der Frauenstraße bis zum Viktualienmarkt und bogen dort in die Reichenbacherstraße ab.
Das erste Ziel sollte der Gärtnerplatz sein, der Mittelpunkt des nach ihm bezeichneten Gärtnerplatzviertels hier in München. Seinen Namen hat diese Platz, an dem sich im übrigen auch eines von drei Staatstheater der Bayrischen Haupstadt befindet, nach Friedrich von Gärtner, einem deutschen Architekten unter Ludwig I von Bayern, welcher unter anderem an der Errichtung der Feldherrenhalle, der Ludwigskirche, des Universitätsgebäudes und des Siegestors beteiligt war.
Von dort aus führte uns unser Weg weiter die Reichenbacherstraße hinunter bis wir schließlich die dortige Brücke erreichten, die wir überquerten. Von hier konnten wir einen ersten Blick auf die Isarauen werfen – in der Ferne waren deutlich die riesigen Schornsteinen des Heizkraftwerks Süd zu erkennen.
Isarauen
Auf der Ostseite dieser Brücke bogen wir schließlich nach Süden ab und betraten die Isarauen. Was hier natürlich als erstes ins Auge fiel waren die beiden Türme der zwischen 1895 und 1905 erbauten Sankt Maximilian Kirche, die sich auf dem anderen Uferseite erhoben.
Vorbei an den Frühlingsanlagen durchquerten wir nun die Isarauen direkt am Ufer des Flusses. Die Sonne brannte ziemlich unerbärmlich vom Himmel bis wir schließlich nach einem längeren Fußmarsch die Wittelsbacher Brücke und überquerten sie.
Überall nutzten Münchner das schöne Wetter und lagen am Kiesstrand der Isar, wo sie sich sonnten und teilweise sogar im Wasser des Flusses badeten. Eine wirklich schöner Naturstreifen mitten in der Stadt, auch wenn der steinige Strand mit Sicherheit nicht die idealste Stelle ist um sich auf längere Zeit niederzulassen. Unter einer kleinen Eisenbahnbrücke hindurch, die im übrigen nicht für Fußgänger zugänglich war,
erreichten wir schließlich die Brücke zwischen Candidstraße und der Brudermühlstraße, die wir nutzten um auf die andere Seite der Isar zu kommen. Denn hier lag jener Abschnitt der unter dem Begriff Flaucher bekannt ist und dies war unser nächstes Ziel.
Flaucher
Der Begriff Flaucher stammt von der kleinen Gastwirtschaft Zum Flaucher, die hier 1870 vom Wirt Johannes Flaucher in einem alten Forsthaus errichtet wurde. Und hier im angeschlossenen Biergarten wollten wir unser Mittagessen verzehren.
Nicht nur dass eine Baustelle am Gebäude den Eindruck etwas trübte – auch Bedienung gab es hier leider nicht. Ähnlich wie in anderen Biergärten die ich hier bisher besucht habe musste sich der Gast an einer Bude mit Grill und Ausschank selbst versorgen, an einer zentralen Kasse bezahlen und alles auf einem Tablett an eine der freien Bierzelt-Tische transportieren. Neben Würstchen und Braten fanden sich auch Buletten und Sülzegerichte auf der Karte. Dabei vermisste ich abgesehen von Brötchen und Klößen, die aber nur in Kombination mit gewissen Gerichten angeboten wurden, aber ein wenig die Sättigungsbeilagen. Schön wäre es gewesen wenn zumindest optional noch Bratkartoffeln oder zumindest Pommes gewesen. Aber es ging natürlich auch so. Ich entschied mich für einige Schweinswürstel aus Sauerkraut, eine große Brezel und einem 0,5l Glas Russ’n – Weizenbier mit Zitronenlimonade.
War in Ordnung, wenn auch nicht überragend. Vor allem die Würstchen hätten meiner Meinung nach etwas länger auf den Grill gekonnt. Bin aber – auch vor allem wegen der riesigen Brezel – gut satt geworden. Nachdem wir uns so gestärkt hatten zogen wir weiter in Richtung Süden.
Am Isarsperrwerk am Süden des Flaucher-Abschnitts entdeckten wir des weitere Imbissmöglichkeit, die im übrigen auch nicht schlecht aussah. Ob diese besser als der Flaucher Wirt ist kann ich natürlich nicht sagen – sollte es mich aber noch einmal hierher verschlagen werde ich diese Location auch noch mal probieren.
Nun betraten wir den Holzsteg am sogenannten Flaucherwehr – eine Holzbrücke ein Stück die Isar entlang über den Fluss nach Süden führte.
Und hier hatte sich die Dichte an Badegästen noch einmal erhöht. Und ich sah etwas, was ich hier im eher als Konservativ bekannten München nicht erwartet hatte: Es wurde Freikörperkultur (FKK) betrieben. In einigen Bereichen sah ich immer wieder Menschen meist fortgeschrittenen Alters, die vollkommen unbekleidet in der Isar badeten oder sich an ihrem Rand sonnten. Ich verzichtete aus nachvollziehbaren Gründen dies aber bildlich mit meiner Kamera festzuhalten.
Des weiteren kamen vornehmlich junge Leute in Gruppen, meist mit Holzkohlengrill und kästenweise Bier beladen, um den Samstag Nachmittag wohl hier am Fluß zu feiern. Wie auf einigen Schildern zu lesen war gibt es hier unten Bereiche, in denen das Grillen am Ufer explizit erlaubt ist. Das lässt mich natürlich darauf schließen dass es sonst verboten ist. Und einige Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma die uns wenig später begegneten lassen mich des weiteren vermuten, dass dies auch kontrolliert wird und notfalls forciert wird – es muss ja alles seine Ordnung habe, nicht wahr… ![]()
Durch ein kleines Wäldchen legten wir noch einen Endspurt hin

und erreichten schließlich den Eingang zum Tierpark Hellabrunn an der Tierparkbrücke am nordwestlichen Ende der Anlage.
Tierpark Hellabrunn
Als wir für 11 Euro pro Erwachsenen unsere Eintrittskarten gelöst hatten, händigte man uns auch kostenlos einen Lageplan aus, der uns einen grundsätzlichen Überblick zu verschaffen. Sehr servicefreundlich muss ich sagen, in anderen Zoos hätte man hierfür vielleicht extra zahlen müssen. Zwar standen auch an vielen Stellen im Park Tafeln mit Karten herum, aber Erfahrungsgemäß findet man ja immer dann keine, wenn man eine braucht.
Schnell hatten wir einen groben Überblick zu verschaffen und einen Weg festzulegen der uns zu allen interessanten Punkten des Tierparks bringen würde.
Nach einem Gehege mit Europäischen Damwild, in dem sich die Tiere leider nur ziemlich weit hinten im Gehege aufhielten, erreichten wir schließlich das Wolfsgehege, in dem mindestens drei Tiere ihre Runden drehten. Da ein dichtes Blätterwerk hier genügend Schatten vor der warmen Sonne spendete schienen sie recht aktiv zu sein. So konnte ich einige schöne Aufnahmen dieser wilden Verwandten der Hunde zu machen.
In vielen anderen Gehegen hatten wir weniger Glück, denn die Tiere hatten sich irgendwo im hinteren Bereich an der Umzäunung zusammen gedrängt um sich dort vor der brennenden Sonne zu schützen. Nur einige Auerochsen dösten auf offenem Gelände in der Mittagssonne einigermaßen sichtbar vor sich hin.
Erst an einem Bereich, in dem südamerikanische Capybaras, südamerikanischen Wasserschweinen, gemeinsam mit ein paar Pampahasen gehalten wurden hatten wir etwas mehr Glück – denn viele von ihnen – darunter auch ein paar Jungtiere, hielten sich im vorderen, gut einsehbaren Bereich auf. Hier gelangen mir wieder ein paar schöne Aufnahmen.

Junge Pampashasen (Maras)

Links: Junge Pampashasen – Rechts: Capybara (Südamerikanisches Wasserschwein)
Während ich die Fotos schoss, betrat eine Tierpflegerin das als Insel angelegte Gehege – auf ihrem Arm ein Greifvogel. Wir hatten hier Glück gehabt und waren offensichtlich genau rechtzeitig hier angekommen um einer Vorführung und Raubvogelfütterung beizuwohnen. Ohne große Vorankündigung oder irgend eine Ansage ließ sie den Vogel frei fliegen, in hoher Geschwindigkeit seine Runde flog und dann auf das Wirbeln der Tierpflegerin mit einer Art Lockvogel wieder heran kam und den Lockvogel wie eine Stück Beute schlug. Das Schauspiel wiederholte sich mehrmals, dann ließ die Angestellte des Tierparks schließlich den Vogel seinen Hunger an einem im Lockvogel versteckten Stück Fleisch stillen.

Links: Pflegerin mit Greifvogel – Rechts: Fliegender Greifvogel

Links: Mit Lockvogel wirbeln – Rechts: Fressender Greifvogel
Nach dieser Vorführung setzten wir unseren Weg fort und erreichten wenig später das Primaten-Haus. Im Außenbereich tummelten sich auf Konstruktionen aus Bambus und Seilen einige Gibbons, die wir einer näheren Betrachtung unterzogen. Zuerst nahmen wir eine Graugibbon-Weibchen mit Jungtier, das sich zuerst mit dem Jungen auf dem Bauch tragend herum trieb. Später löste sich das Kleine und entfernte sich mit einem Grashalm als Futter oder Spielzeug.
Im daneben gelegenen Freigehege war ein einzelner Siamang Gibbon zu sehen, der an seinem Schwanz hängend einen Apfel zu verzehren schien – kein allzu interessanter Anblick, daher wandten wir uns weiter in Innere des Primatenhauses.
Was uns hier zuerst ins Auge fiel war das riesige Orang-Utan Gehege direkt vor uns. Doch leider war von den Tieren keine Spur zu sehen. Nach links gewandt kamen wir zu ein Bereich in dem eine Gruppe von Mandrills sich träge von den Besuchern begaffen ließen. Das enge Maschendraht vor dem Freigehege verhinderte es hier aber wirklich annehmbare Schnappschüsse zu tätigen.
Andere Gehege waren derzeit nicht belegt oder seine Bewohner hatten sich in einen Bereich verdrückt in denen die Besucher sie nicht sahen. Erst am Lemurengehege konnten wir wieder einige Tiere genauer in Augenschein nehmen. Der Grund dafür war auch klar zu sehen: Es hatte offensichtlich gerade Futter gegeben. Ein Jungtier zog hier besonders große Aufmerksamkeit der Besucher auf sich während es die älteren Tiere offensichtlich immer wieder neckte und dann wie von einer Hummel gestochen durch das Geäst im Gehege flitzte. Gute Aufnahmen waren hier kaum möglich, aber ein Schnappschuss ist recht gut gelungen, den ich hier natürlich nicht vorenthalten möchte.
Ein Stück weiter im selben Gebäude kamen wir noch in den Genuss ein kleines Totenkopfäffchen beobachten zu können, das Einsam auf einem Ast nahe der Scheibe innerhalb des riesigen Geheges saß und abwechselnd mit sich selbst beschäftigt schien und dann wieder die Besucher beäugte. Viele Fingerabdrücke auf der Scheibe zeugten davon, dass viele der hier gaffenden Menschen scheinbar durch Klopfen die Aufmerksamkeit des Tieres auf sich zu ziehen versucht hatten – und dass obwohl auf Schildern gebeten wurde, dies nicht zu tun.
Viel mehr gab es hier im Primatenhaus dann leider nicht zu sehen. Wir verließen das Gebäude und folgten weiter dem Weg, wo wir wenig später vorbei an einigen etwas zerrupft aussehenden Kamlen kamen.
Doch hier hielten wir uns nur kurz auf, denn in Sichtweite drängten sich Menschenmassen vor einem weiteren Gehege, dass sich wenig später als der Freilauf des Elefantenhauses heraus stellte. Hier zogen eine Elefantenkuh mit einem noch sehr jungen Kalb die Aufmerksamkeit vieler Besucher auf sich. Hier handelte es sich wohl um die Elefantendame Temi, die ihren kleinen Elefantenbullen am 6. Mai 2011 zur Welt gebracht hatte. Zuerst hielten sich Mutter und Sohn nur im hinteren Bereich des Freilaufes auf, doch nachdem ein Pfleger einige “Leckereien” auf den Boden im vorderen Bereich verteilt hatte raffte sich das ältere Tier auf und las diese – ständig Begleitet von ihrem Jungtier – auf um sie zu verspeisen. Dabei gab sie natürlich auch ihrem Baby etwas davon ab.
Der Andrang war uns hier aber viel zu groß, wobei vor allem einige ältere Herren, teilweise mit bis zu zwei Kameraausrüstungen im Preisbereich eines Kleinwagens ausgestattet, wohl meinten hier im Zoo auf Safari zu sein und ziemlich rücksichtslos durch die Menge drängten um ihre Aufnahmen zu machen. Ich kenne solche Ausrüstungen von professionellen Pressefotografen auf Großveranstaltungen oder für Tierfotografen die in freier Wildbahn ihre Aufnahmen machen – aber in einem Tierpark mit so etwas rumzurennen kommt wohl etwa auf der selben Ebene wie Leute die ihre Sportwagen ständig um den Block spazieren fahren um die Aufmerksamkeit der Nachbarn auf sich zu ziehen. Unterstes Niveau so etwas – einfach nur erbärmlich. Aber wenn man etwas zu kompensieren hat, kann man dies auch durch das spazierentragen teurer, vollkommen überdimensionierter Kameras tun. Na ja, wer so was braucht soll damit glücklich werden – nur bitte nicht dabei andere Belästigen. ![]()
Nach einer kleinen Erfrischung zu vollkommen überteuerten Preisen und einer kurzen Pause machten wir uns schließlich wieder auf den Weg. Vorbei an einem Gehege in dem sich einige Damagzellen bzw. Mhorrgazelle tummelten
erreichten wir schließlich das Gehege der Mantelpaviane, wo sich einige der Tiere direkt vorne am Wassergraben aufhielten und in den Rinnen und am Boden nach Nahrung zu suchen schienen oder am Wassergraben tranken, während sich in den schattigeren Bereichen andere Tiere gegenseitig lausten oder einfach nur in der Wärme des Nachmittags dösten.

Links: Junger Mantelpavian – Rechts: Mantelpavian-Männchen und Jungtier

Links: Trinkende Mantelpaviane – Rechts: Jungtier

Links: Gegenseitiges Lausen – Rechts: Fressender Mantelpavian
Weiter ging es an einem geschlossenen Gehege vorbei, in dem sich einige Königspinguine tummelten. Leider waren hier so viele Menschen und so verschmierte Scheiben, dass ich jegliche Aufnahmen verzichten musste. Schräg gegenüber beäugte ein Vogel Strauß das bunte Treiben träge aus seiner Position im Schatten eines großen Baumes – leider so nah an der Begrenzung dass ich keine Ganzkörper-Aufnahme machen konnte – jedoch gelang mir ein schönes Portrait des Tieres.
Weiter hinten trieben sich außerdem im selben Gehege einige Marabus herum – Vögel die nicht gerade einen Schönheitswettbewerb gewinnen würden, aber dennoch interessant anzusehen sind.
Der nächste Bereich den wir erreichten beschäftigte sich mit der arktischen Tierwelt. Als erstes erreichten wir dabei die Becken mit den Seelöwen, rechts die erwachsenen Tiere und links ein kleineres Becken mit einigen Jungtieren – der sogenannte “Kindergarten”. Von der erwachsenen Seelöwen gelang mir leider kein schöner Schnappschuss, da sie sich entweder unter Wasser oder mit dem Rücken zum Publikum auf einem Felsen aufhielten. Anders bei den Jungtieren, die gut sichtbar in der Wärme des Nachmittags auf einem Felsen vor sich hin dösten.
Bei den Eisbären fanden wir eine ähnliche Situation vor – durch die aktuelle Wärme waren die Tiere nicht sonderlich geneigt dazu sich viel zu bewegen. Aber zumindest hatten sich eines von ihnen so platziert dass man es einigermaßen gut beobachten konnte – zumindest etwas.
Wir hatten nun das südliche Ende des Tierparks erreicht und wandten und wieder in Richtung Norden. Bald schon kamen wir an einem niedrig umzäunten Gelände vorbei, in denen sich einige seltene Hausziegen-Rassen aufhielten. Besonders fiel uns dabei ein älterer Bock auf, der mit den Vorderläufen über den Zaun hing und versuchte mit der Zunge einige Leckerchen aus einem Automaten zu lecken.
Vorbei an einem Biergarten mit angeschlossenem Spielplatz, in dem sich passenderweise vornehmlich junge Familien mit Kindern aufhielten setzten wir unseren Weg in Richtung Norden fort.
Wir passierten nun einen Bereich in dem wir einige Nilgau- und Hirschziehen-Antilopen beobachten konnten.
Kurz hielten wir uns dann am Gehege mit zwei Bartschweinen, einer südostasiatischen Schweineart die sich vor allem durch ihren schmaleren Körperbau und die weißlich-gelben Haare um ihre Schnauze auszeichnen, auf um wenig später ein Stück in Richtung Osten abzubiegen.
Hier gab es schließlich Tapire – um genau zu sein südostasiatische Schabrackentapire – zu bewundern – wobei bewundern wohl etwas übertrieben ist, denn der eine döste relativ unbeweglich im Schatten eines Baumes, während der andere weit hinten im Gehege hin und her lief.
Im nächsten Bereich stand ein großer Gaur Bulle, ein zu einer ebenfalls aus Südostasien stammenden Rinderrasse gehörendes Tier, das uns kritisch zu beäugen schien während wir langsam an ihm vorbei gingen. Zumindest war ich der Meinung, dass uns das Tier mit seinem Blick folgte – aber da konnte der Eindruck auch täuschen.
In der nun folgenden Villa Dracula mit ihrer Höhlennachbildung, in der echte Fledermäuse in relativer Dunkelheit flogen, konnte ich verständlicherweise keine Aufnahmen machen. Erst an einem weiteren Pinguingehege mit einigen Tieren die in einer großen Gruppe zusammen standen und die Besucher ansahen, während einige andere von ihnen im Wasserbecken davor schwammen. Ich meine sie als Brillenpinguine identifizieren zu können, die Musterung vor allem am Kopf erscheint unverkennbar.
Vom Sibirischen Tiger in einem der folgenden Freigehege konnten wir leider nur wenig sehen – das einzige was wir erkennen konnten war ein Stückchen Fell zwischen einigen Gräsern und Stämmen wo sich das Tier wohl zum Nickerchen niedergelassen hatte. Erst das Panzernashorn im gegenüberliegenden Bereich war es wieder wert die Kamera aus meiner Tasche zu holen – auch wenn das Horn besagten Nashorns fehlte. Schade – um eine Sicherheitsmaßnahme gegen Wilderer konnte es sich hier ja wohl kaum handeln. Immerhin waren wir in einem Zoo.
Nach einem felsigen Bereich mit einigen weißen Bergziegen
kamen wir schließlich zu einem weitläufigen Gelände das einen Braunbären beherbergte. Und wir hatten Glück, denn das Tier hielt sich nicht nur im sichtbaren Bereich auf, das Gehege war auch angenehm grün und recht naturgetreu, so dass die Fotos die ich hier machen konnte fast wie die Aufnahmen eines frei lebenden Tieres wirkte. Sehr schön muss ich sagen – denn wie viele andere Zoos ist auch Hellabrunn an vielen Stellen doch leicht “betonlastig”. Aber ganz naturgetreu wäre wohl doch etwas zu kostspielig.
Damit neigte sich unser Besuch im Tierpark Hellabrunn im Süden Münchens auch schon dem Ende zu. Zuletzt machte ich noch eine Aufnahme einer Gruppe von Rosa Pelikanen
und wenig später erreichten wir schon wieder den Eingang an der Tierparkstraßen-Brücke und verließen den Zoo nach unserem ausgiebigen Besuch. Das einzige was ich vermisst habe waren die Erdmännchen, die ich sowohl im Karlsruher Zoo als auch in der Wilhelma in Stuttgart gesehen hatte. Außerdem hatten wir die begehbare Voliere mit freifliegenden Vögeln verpasst, die wir – wohl unbewusst – geschickt umgangen hatten. Schade – aber ich war bestimmt nicht das letzte Mal hier. Das werde ich bei Gelegenheit mal nachholen.
Nachdem wir die Brücke über die Isar überquert hatten, entschieden wir die dort befindliche U-Bahn Station Thalkirchen zu nutzen, um zurück in die Innenstadt zu kommen.

U-Bahn Station Thalkirchen
Sendlinger Tor
Mit der U3 fuhren wir schließlich bis zur Haltestelle Sendlinger Tor im sogenannten Hackenviertel am südlichen Ende der Sendlinger Straße. Hier stiegen wir zurück an die Oberfläche.
In einem Café direkt neben dem klassisch anmutenden Filmtheater Sendlinger Tor ließen wir den Tag schließlich ausklingen.
Von hier aus machte ich mich über die Sendlinger Straße dann zu Fuß über zurück zum Marienplatz von wo ich dann die S-Bahn der Stammstrecke in nach Hause nutzte. In der Summe in wirklich interessanter Ausflug, der mir einen weiteren interessanten Teil Münchens nähre gebracht hat. Und es gibt noch viel zu entdecken – bleibt nur zu hoffen dass sich das Wetter auch nächstes Wochenende etwas freundlich gestaltet, so dass ich weitere Bereiche dieser Stadt erkunden kann.
Wie immer zum Abschluss dieses Berichtes eine kleine Übersichtskarte über die zurückgelegte Strecke.
Update 07.09.2011:Hier nun auch eine interaktive zoombare Karte auf Basis von Google Maps:
Müssten in der Summe an die 10km reiner Fußmarsch gewesen sein – die Strecke mit der U-Bahn mal raus gerechnet. insgesamt dauerte ungefähr von Tour von 11:15 bis 18:30 Uhr. Für einen Spaziergang nicht schlecht – mal schauen wo es mich bei der nächsten Tour hin verschlagen wird – aktuell habe ich noch keine konkreten Pläne gemacht.
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