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Dusk over Boston

Freitag, November 2nd, 2007
'Dusk' von JaBB

Aufgenommen beim Landeanflug auf Boston bei der Rückkehr aus New York.

Regen-, Einkaufs- und Waschtag

Sonntag, Oktober 28th, 2007

Eigentlich wollte ich ja heute mal in den Norden nach New Hampshire fahren – jedoch machte mir das Wetter dann leider einen dicken Strich durch die Rechnung. 🙁 Den ganzen Vormittag über regnete es in Strömen und erst gegen Mittag gingen die Schauer in gelegentlichen Nieselregen über. Natürlich wollte ich nicht den ganzen Tag im Hotel rumhängen, daher entschloß ich mich um die Mittagszeit dazu, noch einmal nach Boston herein zu fahren, mir einmal den dortigen Apple Store zu anzusehen und mich ein wenig dort umzusehen. Der Apple Retail Store in Boston befindet sich in Cambridge in der bereits im Bericht über das Indian Chili erwähnten Cambridgeside Galleria Mall. Dank Navigationsgerät im Mietwagen fand ich diese auch ohne größere Probleme. Nachdem ich den Wagen in der zugehörigen Tiefgarage abgestellt hatte – jede Einkaufsmall in den USA hat ja entweder einen riesigen Parkplatz oder eine Tiefgarage – begab ich mich nach oben und befand mich in einer ziemlich riesigen Einkaufspassage wieder. Über drei Stockwerke erstreckten sich hier die Geschäfte, darunter ein Macy’s (Klamotten), ein Borders (Bücher und DVDs), ein Radio-Shack (Elektronik und Elektro) und ein BestBuy (HiFi). Ein aus meiner Sicht typischer amerikanischer Konsumtempel. Der Apple-Store fand sich gleich im Erdgeschoß.

Cambridgeside Galleria Mall Apple Retail Store Boston
Links: Cambridgeside Galleria Mall – Rechts: Apple Retail Store

Im Apple-Store selbst war extrem gut besucht – so wie ich es selbst in San Francisco noch nicht so extrem erlebt hatte – wobei ich bemerken muß daß der Store dort im Gegensatz zu dem in Boston über zwei Stockwerke verfügt und sich die Menschen vielleicht dort auch etwas mehr verlaufen. Ich nutzte natürlich die Gelegenheit, mir mal das iPhone in Aktion anzusehen und es auszuprobieren, spielte ein wenig an einem iMac 24″ mit dem neuen Mac OS X 10.5 Leopard und nahm auch den neuen iPod nano mit Videofunktion sowie den iPod Touch in näheren Augenschein. Alles sehr schöne Produkte – nur zum Kauf konnte ich mich (noch?) nicht durchringen. Vor allem die langen Warteschlangen an den Kassen hielten mich wohl auch mit davon ab.
Nach dem Besuch im Apple Store begann ich mich natürlich noch ein wenig weiter in der Mall umzusehen und besuchte noch einige der anderen Geschäfte. Sehr hübsch alles – auch wenn es gewiss viele parallelen zu vergleichbaren deutschen Einkaufspassagen gibt. In diesem Zusammenhang fand dann auch der Besuch im Indian Chili statt.
Nach einer kleinen Tour im Auto durch den Süden von Boston, es hatte inzwischen leider wieder angefangen zu regnen, kehrte ich schließlich ins Hotel zurück. Was sollte ich nun noch mit dem angefangenen, inzwischen schon fortgeschrittenen Nachmittag anfangen? Nach einiger Zeit rang ich mich dazu durch, am letzten Tag vor meiner Weiterreise noch einmal zu waschen – wer weiß ob ich später dazu kam. Mein Hotel verfügte glücklicherweise um eine eigene „Guest Laundry„, in der die Gäste in Eigenregie tätig werden konnten – ausgestattet mit vier Toploader-Waschmaschinen und acht Trocknern. Bügeleisen und Bügelbrett befanden sich in einem Wandschrank im Zimmer. Und Zutritt zur Wäscherei nur mit der Zimmerkarte möglich – daher wenig Gefahr daß ein Unbefugter hier Wäsche klaut.

Perfekt eigentlich. Dennoch galt es einige kleinere Hürden noch zu überwinden. Zum einen hatte ich natürlich keinerlei Waschmittel eingepackt und es gab keinerlei Waschmittel-Automaten in der Gastwäscherei. Auf der Anleitung zur Waschmaschine fand ich dann jedoch einen Hinweis, daß man eine solche Packung mit Waschmittel an der Rezeption erhalten könnte. Die Gelegenheit nutzte ich auch gleich, um mir noch zwei Ein-Dollar-Scheine in Quarter (25 Cent Münzen) wechseln zu lassen, denn diese waren zum Betrieb der Waschmaschinen und Trockner notwendig. Vier Quarter pro Wasch- bzw. Trockengang – hier wäre ein Scheinschlucker für 1-Dollar-Scheine noch sehr passend gewesen.

Ich traue diesen Toploadern ja noch immer noch nicht so recht – auch wenn ich bereits damals in San Francisco meine Erfahrungen damit habe sammeln können. Nur drei Waschgänge ohne Temperaturangabe (heiß, lauwarm und fast kalt), dann drehen sie sich nicht, sondern rütteln nur ein wenig hin und her. Aber funktioniert halt irgendwie.
Nach ca. eineinhalb Stunden – 30 Minuten fürs Waschen und etwa 60 Minuten fürs den Trockner – hatte ich eine Ladung trockene und saubere Wäsche. Diese Heißlufttrockner sind schon praktisch – nur für sehr Wäscheschonend halte ich sie nicht. Aber hier bleibt ja keine andere Wahl – aufhängen kann ich die Kleidung ja schlecht.
Nach einer kleinen Bügelsession, dem Packen des Koffers und diesem kleinen Blogpost konnte ich dann schließlich beruhigt zur Bettruhe gehen – für morgen war alles vorbereitet.

Mamma Maria

Sonntag, Oktober 28th, 2007
Mamma Maria

Kleines, schnuckelig aussehendes Restaurant schräg gegenüber des Hauses der historischen Paul Revere im heutigen Little Italy von Boston, Massachusetts.

Indian Chili

Samstag, Oktober 27th, 2007

Location:

Indian Chili
Cambridgeside Galleria Mall
Cambridgeside Pl
Cambridge, MA 02141

Größere Karte

„Indian Chili“ – Theke im Food Court der Cambridgeside Galleria Mall mit Fokus auf indischen Speisen – vermutlich Teil einer kleineren Fastfood-Kette oder Franchiseunternehmens.

Räumlichkeiten:

Das Restaurant selbst besteht aus einer Bestelltheke mit einer dahinter liegenden, kleineren Küche – eine unter einer ganzen Reihe von Bestelltheken für mehr oder weniger FastFood innerhalb der Cambridgeside Galleria Mall – darunter viele asiatische Anbieter (Thai, Japanisch, Chinesisch) sowie Ketten wie Taco Bell oder Burger King. In der Mitte der Halle befinden sich Tische, an denen sich die Gäste mit ihren bestellten Speisen zwecks Verzehr niederlassen können. Eine eigentlich übliche Einrichtung in jeder größeren Amerikanischen EInkaufs-Mall. Nicht gemütlich – eher Zweckgebunden wie man es aus jedem McDonalds oder Burger King in Deutschland kennt.

Bedienung:

Zwei Damen mittleren Alters, beide wohl indischer Herkunft, bedienen hinter der Theke – beide in roter „Betriebskleidung“. Nicht sehr freundlich – nahmen eher missmutig bis gleichgültig meine Bestellung entgegen. Etwa so wie man häufig auch in Deutschland bedient wird – ohne daß ich die Servicefokkussierung hier besonders glorifizieren will.
Mir fiel auf, daß sich zumindest bei der einen Bedienung an der Kasse bereits gestopfte Löcher im roten Pullover befanden, außerdem erschien mir ihr Oberbekleidungsstück auch nicht sehr sauber. Ich hoffe nur, daß sich dort nur ein wenig Schmutz vom heutigen Arbeitstag befand – nicht mehr. Aber beide Bedienungen trugen Handschuhe und Schildcappy, es war also nicht wirklich unhygienisch.

Angebot:

Indische Speisen aller Art, darunter Chicken, Lamm und vegetarisches Biryani oder Tandoori, Nan (Fladenbrot) und indische Reisgerichte in verschiedenen Kombinationen. Dazu Softgetränke wie Pepsi und Limonaden.

Eigene Auswahl:

Wählte das „Chicken Biryani“ aus der Kategorie „Chief’s Specialities“ – in der Ausführung „Spicy“, serviert in einem Schaumstoffteller, den man wie hier üblich einfach hinterher wegwirft. Dazu eine Pepsi, die es jedoch leider nur in einer Größe gab. Mußte für Fastfood sehr lange auf meine Bestellung warten – daher ist anzunehmen daß es nicht vorgekocht war, sondern direkt zubereitet wurde. Dazu gab es ein Döschen mit Joghurtsauce.

Beurteilung des Gerichtes:

Die Speise, eine wirklich riesige Portion, bestand aus ziemlich groben Hühnerfleisch in eCurry-Reis mit Paprika, Chili und anderen Gemüsesorten. Eindeutig unter die Kategorie „FastFood“ einzuordnen – auch wenn ich lange warten mußte, schien es mir doch eher mal so schnell zusammengeköchelt. Essbar und sättigend, aber absolut nichts besonderes. Dafür war es aber mal richtig „Spicy“ (scharf). Das Gericht trieb mir wirklich etwas den Schweiß aus den Poren, während ich es verzehrte – lange nicht mehr so scharf gegessen.

Preisgestaltung:

Das Indian Chili bietet Speisen aller Art von 3 bis hoch zu etwa 8 Dollar. Mein Chicken Biryani zählte mit 6,99 US-Dollar schon zu den teuersten Gerichten. Bei Taco Bell hätte ich für etwa die Hälfte drei mittelgroße gefüllte Tacos bekommen.

Gesamturteil:

Unter der Hinsicht daß es sich um Fastfood handelt ist das Indian Chili eher Durchschnitt. Die Portion ist zwar groß und sehr gut gewürzt, aber das ist dann auch schon alles. Ich habe schon weitaus besser indisch gegessen und wagen zu behaupten, daß selbst das Biryani im Taj India am Markt im Jena um mindestens eine Klasse besser ist als das, was hier serviert wurde.
Natürlich kann ich kein Urteil über die anderen Speisen abgeben, die dort serviert werden – aber mit dem Biryani machen sie sich nicht gerade Fans. Außerdem sollten die Bediensteten noch etwas an ihrer Kundenfreundlichkeit arbeiten. Was mir aber noch auffiel, war die Tatsache daß der Großteil der Kunden, die dort bestellten ebenfalls Inder waren. Aber sehr viel zuvorkommender waren die Bedienungen auch hier nicht.
Bis auf die Schärfe kann ich in der Summe also nicht wirklich eine Empfehlung für dieses Restaurant abgeben – aber für Fastfood ist es durchaus noch in Ordnung.

Boston Tour – der Film

Donnerstag, Oktober 25th, 2007

Der Kurzfilm zum zweiteiligen Blogpost (Teil 1 / Teil 2).
Geschnitten mit iMovie HD – komprimiert mit iSquint – Renderzeit fast 2 Stunden.

Sevenload hat damit ein Problem – auf der Page gehts (sevenload.com
) – daher reposte ich es hiermit noch einmal bei youtube.

Frosty

Mittwoch, Oktober 24th, 2007
Frosty

Ein Frosty Eiswagen – gesehen am Boston Common Park, Charles Street, Ecke Boylston Street.

Boston Tour [2/2]

Mittwoch, Oktober 24th, 2007

Fortsetzung vom ersten Teil

Fahren wir heute also fort mit dem zweiten Teil des Berichtes von meiner Tour durch Boston. Wir waren bei meinem Besuch auf dem Prudential Tower stehen geblieben, welchen ich nach fast einer Dreiviertel Stunde auf der Aussichtsplattform wieder verließ. Das Problem was ich nun hatte war: Wie komme ich wieder aus der darunter befindlichen Mall auf die Straße hinaus. Es brauchte wenigstens 7-8 Minuten, in denen ich durch die Gänge irrte, bis ich schließlich einen Ausgang entdeckte. Nun fand ich mich an der Ecke Avenue of the Arts / Belvidere Street wieder – direkt an dem riesigen Komplex des Christian Church Science Parks mit seinem riesigen „Mirror Pool“ und den davor befindlichen Wasserfountainen.

Christian Church Science Park Christian Church Science Park
Christian Church Science Park südlich des Prudential Centers

Ich hatte im Electronic Guide oben auf der Aussichtsplattform so einiges über diese Institution gehört und schloß daraus, daß hier die Quelle für solche Ideen wie die Ablehnung der Darwinschen Evolutiontheorie und ähnlichem (aus meiner Sicht) Unfug lag. Religion ist schön und gut, feine Sache für einfache Leute – aber ich lehne muß ich hier mal zugeben diese zu religiöse Sicht auf die Tatsachen der Welt eher ab. Um die Rolling Stones hier mal zu zitieren:
I watched with glee
While your kings and queens
Fought for ten decades
For the gods they made

(aus „Sympathy for the devil“ vom 1968er Album „Beggars Banquet“)
Schöne Anlagen bauen sie aber trotzdem. Mehr will ich dazu mal nicht sagen. Besser ist das
Vom Christian Church Science Park aus bewegte ich mich dann einige Straßen weiter und erreichte die Newbury Street im Stadtteil Back Bay. Es ist wohl nicht übetrieben wenn man die Newbury Street als eine der aktuellen In-Straßen der Stadt bezeichnet. Die im englischen Stil gehaltenen Häuser beinhalten durchgehend teuere und exklusive Geschäfte, ansehnliche Straßencafés und guten Restaurants. Viele der Menschen, denen ich hier begegnete machten den Eindruck hier nur zu flanieren, um gesehen zu werden: Stylisch gekleidet, herausgeputzt und mit möglichst viel Accessoires, die ihr In-Sein deutlich zeigten.

Newbury Street Newbury Street
Newbury Street

Newbury Street Newbury Street
Eindrücke aus der Newbury Street

Nach einiger Zeit in dieser Straße fasste ich den Entschluß, mir noch einmal den Beacon Hill, jene Edel-Wohngegend oberhalb des Boston Common Parks anzusehen. Hier sollten sich die ältesten und wohlhabensten Häuser der Stadt finden. Dem war zwar auch so – aber ich fand es zwar historisch, vor allem durch die vielen engen Gassen, dann aber auch etwas langweilig. Die Wohngegend zeigte zwar noch viel von ihrem alten Glanz, aber es gab recht wenig Hinweise, welche geschichtliche Bedeutung die einzelnen Häuser hatten.

Beacon Hill Beacon Hill
Beacon Hill

Über die Charles Street wanderte ich Nordwärts und erreichte so die Metro-Station Charles / MGH (Massachusetts General Hospital). Hier fasste ich, da ich mich nicht vollkommen verfranzen wollte, den Entschluß einmal ein wenig U-Bahn zu fahren. Für 10 Dollar erwarb ich also eines der hier üblichen „Charlie Tickets“ im Wert von zehn Dollar. Daß ich bei Bezahlung mit einem 20 Dollar Schein 10 einzelne 1 Dollar Münzen zurück erhielt, die mein Portmonaie ziemlich aufblähten mußte ich so hinnehmen. Unerfahren wie ich zu diesem Zeitpunkt nun einmal war, entsprach das was nun folgte einer kleinen weiteren Odysee. Ich fuhr von der Charles MGH Station mit der Red Line bis zur Park Street Station, stieg dort erst einmal in die Green Line um und fuhr eine Station in Richtung Lechmere bis zur Station Gov Center, um dann zu merken, daß ich in die falsche Richtung fuhr. Das Stück bis zurück zur Park Street (am Boston Common) legte ich zu Fuß zurück und verließ für kurze Zeit die U-Bahn.

Charles / MGH Metro entrance
Links: Metro-Station Charles / MGH – Rechts: Eingang zur Metro (Park Street)


Das „Charley Ticket“ für den Bostoner Nahverkehr

Hier begegnete ich einer jungen Frau, die mich nach dem Weg zu School Street fragte. Und siehe da: Ich konnte ihr als Fremder und Ausländer Auskunft geben. Denn vom Post zum Freedom Trail wußte ich noch, daß die School Street jene Straße war, in der die Old City Hall lag und diese nur einen Block entfernt war. Für was das Blogpost-Schreiben doch manchmal so alles gut ist.
An der Park Street stieg ich wieder hinab in die Tiefen des Bostoner U-Bahn Systems und bestieg die Red Line in Richtung Alewife, wobei ich die Longfellow Bridge überquerte und an der Haltestelle Kendall / MIT in Cambridge schließlich ausstieg. Mein Ziel war das der Bostoner Innenstadt gegenüberliegende Ufer, welches ich bereits für die Nachtaufnahmen vor einigen Tagen einmal aufgesucht hatte. Problemlos fand ich es wieder und konnte hier einige Aufnahmen machen.

Boston Skyline Beacon Hill Skyline
Links: Boston Skyline – Rechts: Beacon Hill Skyline
Beacon Hill
Beacon Hill Close-Up

Der Rückweg gestaltete dann sich schwieriger als ich dachte, ich mußte etwas Suchen bis ich eine Querstraße fand die vom Memorial Drive zurück an die Union Street führte, wo sich die U-Bahn Station befand. Denn ich hatte mich einiges an der Uferpromenade in Richung Longfellow Bridge bewegt. Doch schließlich gelang es mir, die Station wieder zu finden und ich bestieg die Red Line, diesmal in Richung Braintree, welche ich an der Park Street wieder verließ. Von dort aus machte ich mich auf den Weg, einen kurzen Blick in den Theater-District zu werfen.

Theater District

Theater District Theater District
Theater District

Sunset
Sunset

Was ganz nett – aber nicht unbedingt so sehenswert. Weiter unten hätte ich noch bis China Town gehen können, aber die Zeit wurde knapp, denn um 18.00 Uhr wollten wir uns wieder an der Tourist Information am Boston Common Park treffen – so dachte ich zumindest.

Boston Common Boston Common
Boston Common Park

Boston Common
Boston Common Park

Wähend ich da saß und wartete, ich war etwa sieben Minuten zu früh, kam es zu einer recht skurrilen Begegnung. Ich hatte mir gerade eine Zigartte angezündet, da kam einer der Homless, die sich hier in größerer Zahl aufhalten, auf mich zu, einen Stummel einer Zigarette im Mundwinkel, und fragte nach Feuer. Ein ziemlich seltsamer Type, zersauste graue Haare und eine Augenklappe über dem linken Auge. Ich gab ihm welches und er setzte sich neben mich. Gleich bot er mit was zu trinken an – er hatte eine Flasche in einem braunen Papierbeutel bei sich – ein Gemisch aus Lysterine (Mundspülung) und irgend etwas anderen – wohl Alkohol. Dann begann er mich zuzutexten. Ich wollte nicht einfach gehen, man weiß ja nie wie solche Leute reagieren, daher ließ ich mich auf ein kurzes Gespräch ein. Er erzählte, er sei ein „Spike“ (halb Spanish/Latino, halb Ire) und redete ziemlich viel wirres Zeug. Ich antwortete vorsichtig und bedächtig, um ihn nicht irgendwie aufzubringen. Schien aber alles in allem eher von der harmlosen Sorte und außerdem leicht verwirrt. Als er dann zum zweiten Mal anfing, von seiner Herkunft zu sprechen, entschuldigte ich mich, daß ich mal schauen wollte wo mein Kumpel blieb und machte eine kurze Runde durch den Park. Zum Glück war er verschwunden, als ich wieder an der Tourist Information ankam.
Etwa 18.14 Uhr EST erreichte mich eine SMS wo ich sei. Wenig später telefonierten wir und es stellte sich heraus daß mein Begleiter am Bahnhof South Station wartet. Zähneknirschend sagte ich zu, daß ich mich gleich auf den Weg dorthin machen würde.
Kaum zehn Minuten später war ich dort, traf ihn dort an und wir machten uns auf den Rückweg zum Wagen, um anschließend die Heimreise anzutreten

Stars & Stripes

Mehr als fünf Stunden war ich in der Innenstadt von Boston an diesem Tag unterwegs gewesen – und noch heute sind meine Füße etwas wund davon. Aber hat sich allemal gelohnt. Boston ist schon eine schöne Stadt. Es hätte mit Sicherheit noch einiges gegeben, was ich mir hätte ansehen können, aber die Zeit hat einfach gefehlt. Trotzdem ein wirklich erfolgreicher Tag muß ich sagen.

Boston Tour [1/2]

Dienstag, Oktober 23rd, 2007

Bei wundervollem Herbstwetter – ich untertreibe wohl eher wenn ich sage daß es 26 Grad Celsius waren – fuhren wir am Sonntag noch einmal nach Boston rein. Eigentlich waren wir gestern Abend bereits schon ein mal da – aber mir war das passiert, was einem Fotografen eigentlich nicht passieren darf: Meine Akkus waren leer. Außerdem war es ja eh schon zu dunkel gewesen – aber das hole ich nun alles mit diesem Blogpost nach.

Kurz möchte ich an dieser Stelle noch über die Central Artery, im Volksmund auch „The Big Dig“ (zu deutsch: „Das große Gegrabe„) genannt, berichten. Ein in der USA wohl recht einzigartiges Projekt, welches zum Ziel hatte die zentralen Stadtautobahnen unterirdisch verlaufen zu lassen. Nachdem ich nun einige Male durch diese nicht enden wollenden Tunnel gefahren bin, muß ich den Planern einen wirklichen Respekt aussprechen. Auch wenn einige Abschnitte inzwischen leicht Erneuerungsbedürftig auf mich wirkten haben, eine wirklich unglaubliche Leistung. Den allmorgendlich Stau auf dem Weg in die Stadt gibt es zwar immer noch – ich muß ihn ja leider jeden Tag aufs neue Erleben – aber die Innenstadt ist für amerikanische Verhältnisse wirklich relativ dünn befahren (wohlgemerkt relativ!).

Gleich bei der Anfahrt auf die Straße in der wir parken wollten erwischten wir eine falsche Abfahrt und dann spielte unser Navi etwas verrückt und lotste uns ziemlich verworren durch die Straßen der Stadt, wobei es mehrfach verkündete „Neuberechnung“ – ein deutliches Zeichen daß man nicht die vorgesehe Strecke genommen hat. Nach einer kleinen Odysee fanden wir aber schließlich unser Ziel. Kleiner Tipp für Wochenend-Besucher in Boston an dieser Stelle: In der Summer Street (beim Navi am besten die angrenzende Melcher Street eingeben, da es mehrere Summer Streets in Boston gibt – Position) kann man am Wochenende kostenlos parken (Parkuhren sind zu ignorieren – die gelten nur Wochentags), ist direkt am Financial District und braucht keine 10 Minuten zu Fuß bis zum Stadtzentrum.
Um jedoch in den Financial District zu kommen, mußten wir zuerst die Summer Street Bridge überqueren. Und gleich dort fiel mir etwas ins Auge. Rote Puppen schwammen dort in durchsichtigen Plastikbällen auf dem Wasser. Das konnte nur eins bedeuten: Kunst. 😉

"Walking on Water" (Lisa Greenfield) "Walking on Water" (Lisa Greenfield)
„Walking on Water“ by Lisa Greenfield

Es handelt sich dabei wie ich anhand eines Schildes an der Brücke erfuhr um ein die Installation „Walking on Water“ der Künstlerin Lisa Greenfield. Sah durchaus nett aus – aber viel mehr hatte mich die Skyline und die umgebenden Gebäude gefangen.

Boston Skyline
Links: Am alten Hafen – Rechts: Boston Skyline

In diesem Teil des alten Hafens hat – wie ich allerdings erst jetzt erfuhr – auch die berühmte Bostoner Tee Party stattgefunden. Hinter der etwas nördlicheren Brücke befand sich mitten im Fluß das „Tea Party Museum“ mit zugehörigem Schiff. So aber setzte ich unwissend meinen Weg in Richtung Stadtzentrum fort und durchquerte den Financial District und ging dabei an der South Station vorbei, einem der großen Bahnhöfe hier in Boston. Wie in allen us-amerikanischen Städten befanden sich auch hier im Financial District einige der größten und imposantesten Wolkenkratzer der Stadt. Nicht aber die größten wie wir etwas später im Bericht noch bemerken werden.

Federal Reserve Tower South Station
Links: Federal Reserve Tower – Rechts: South Station

Vorbei an der lokalen Filiale der Kaufhauskette Macy’s und an einigen weiteren Geschäften vorbei, die natürlich auch am Sonntag geöffnet hatten nährte ich mich dem Stadtzentrum,

Macy's
Macy’s

dem Boston Common, jenem Park unterhalb des State Houses von Massachusetts und der Park Street Church, welche ich beide bereits in meinem Post zum Freedom Trail erwähnt hatte.

Boston Common
Park Street Church

Ihn durchquerend begab ich mich nun zum Public Garden – einem weiteren Park, der gleich westlich des Boston kommen gelegen und nur durch eine Straße von diesem getrennt ist. Dieser ist noch ein wenig prachtvoller als der Boston Common – wenn man ihn durchläuft glaubt man kaum, daß hier vor dessen Gründung im Jahre 1837 noch eine Salzmarsch gewesen war. Seit 1859 ist er der Öffentlichkeit zugänglich. Angeblich sollte es hier auch Schwanenboote geben – von diesen sah ich jedoch nichts – eventuell sind diese nur in den Sommermonaten auf dem Wasser.

Public Garden Public Garden
Boston Public Garden

Public Garden Paul Revere
Links: Boston Public Garden – Rechts: Paul Revere Statue im Public Garden

Aus dem Park heraus kam ich schließlich auf die Boylston Street, der ich weiter Südwestlich folgte. Mein erstes großes Ziel war bereits deutlich über den anderen Gebäuden zu sehen. Doch bevor ich ihn erreichte, kam ich noch an der Trinity Church vorbei und dem diese weit überragenden John Hancock Tower und dem davor gelegenen Copley Square.

Trinity Church Copley Square

An dieser Stelle möchte ich kurz erwähnen: An Kirchen hat es in Boston mehr als genug – ich sah mehrere als ich alleine diese Strecke entlang ging. Wirft man aber einen Blick in die Seitengassen, sieht es dort tatsächlich so aus, wie man es sich als Europäer von einer amerikanischen Großstadt erwarten würde.

Church Seitengasse
Links: Kirche – Rechts: Typische Seitengasse

Dann endlich kam ich meinem Ziel zum Greifen nahe: Dem Prudential Tower. Er ist mit 229 Metern und 52 Stockwerken nach dem eben bereits erwähnten John Hancock Tower das zweithöchste Gebäude in Boston – und das besondere: Im 50sten Stockwerk gibt es eine Aussichtsplattform, die für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Bevor ich diese jedoch besuchen konnte mußte ich erst einmal einen Zugang finden. Von der Boylston Street über einen Platz mit einer modernen Plastik erreichte ich eine Mall unterhalb des Towers, in der ich mit der Suche nach dem eigentlichen Eingang begann. Mein Ziel war zum Greifen nahe.

Prudential Tower / The Lenox Reach for the sun
Links: Prudential Tower – Rechts: „Reaching for the sun“
Prudential tower
Prudential Tower durch das Dach der Einkaufs-Mall

Der Pförtner am Fuß des Towers, den man durch oben genannte Einkauspassage erreichen kann, verlangte von allen Eintretenden eine „ID“ (Ausweis). Glücklicherweise aktzeptierte er meinen Personalausweis, was hier keine Selbstverständlichkeit ist. Manchmal muß man tatsächlich seinen Reisepass vorlegen, den ich jedoch auch mit mir trug. Auch der Führerschein wird hier als Ausweis vorbehaltlos aktzeptiert – was natürlich auch mit der Tatsache zusammenhängt, daß der Führerschein der Amerikaner einem Personalausweis gleichwertig ist. Über einen Expressfahrstuhl erreichte ich schließlich den 50sten Stock. Im 52ten Stock befindet sich übrigens ein Restaurant, welches ich jedoch nicht besuchte. An einer Kasse wurde den Besuchern 11 US-Dollar Eintritt abgeknöpft, dann erhielt man eine kleine Box mit Zahlentastatur – eine Art elektronischer Guide und konnte endlich die Plattform betreten. Ein atemberaubender Ausblick auf die Stadt bot sich mir von hier aus.

Northeast - John Hancock Tower Massachusetts Turnpike / Interstate 90
Links: John Hancock Tower & Trinity Church (Nordosten) – Rechts: Interstate 90/Mass Turnpike (Westen)

Back Bay / Charles RIver South Boston / Fort Independence
Links: Back Bay / Charles RIver (Norden) – Rechts: Fort Independence / South Boston

South Boston Charles River
Links: South Boston – Rechts: Charles River / Blick Richtung Harvard (Nordwesten)

Von hier oben konnte man wirklich die ganze Stadt überblicken – und ich hatte wirklich Glück daß das Wetter so perfekt für einen Besuch hier war. Um hinter die Funktion des elektronischen Guides zu kommen brauchte ich aber einen Moment – dabei ist es im Grunde genommen ganz einfach. An den Streben zwischen den Fenstern sind dreistellige Zahlen angebracht, meist eine für eine Erklärung für Erwachsene und eine für eine Erklärung für Kinder. Diese gibt man einfach ein und drückt „Play“ – sogleich bekommt man die zugehörigen Fakten zu seiner Blickrichtung – gespickt mit einigen historischen Informationen erzählt. Die meisten Besucher hielten sich das Ding ans Ohr – da ich jedoch mit Kameras und sonstigen Zubehör beide Hände voll hatte, steckte ich einfach meine iPod-Kopfhörer in das Gerät und mußte es so nur noch zur Hand nehmen, wenn ich eine neue Zahl eingeben mußte. Mit der langen Trageschlaufe konnte ich es mir auch gleich bequem über die Schulter hängen. So hatte ich beide Hände frei, um weiter Aufnahmen zu machen und gleich noch etwas über die Stadt zu lernen.

Church and Flats Tower Top
Links: Kirche in Back Bay – Rechts: Turmspitze des 111 Huntington Hochhauses

Christian Science Church Park Back Bay
Links: Christian Science Church Park – Rechts: Back Bay Viertel mit Newbury Street

Citgo Cambridge
Links: Citgo Werbetafel – Rechts: Blick auf das Ufer von Cambridge

Trinity Church Fenway Park - Baseball Stadion
Links: Trinity Church von oben – Rechts: Fenway Park – das Stadion der Red Sox Mannschaft

Massachusetts Turnpike / Interstate 90 Longfellow Bridge
Links: Interstate 90 – auch Massachusetts Turnpike genannt – Rechts: Longfellow Bridge

MIT
MIT – Massachusetts Institute of Technology (Campus)

Das Back Bay Viertel direkt am Charles River gegenüber von Cambridge war übrigens einmal eine Sumpfgegend gewesen, die im 19. Jahrhundert trocken gelegt wurde und heute eine der exklusivsten Wohngegegnde der Stadt ist.
Drüben in Harvard – der weltberühmten Universität fand an jenem Tag gerade das (hier berühmte) „Harvard Rowing Regatta“ statt, bei dem verschiedene Ruderclubs gegeneinander antreten. Von ihr konnte ich von hier oben einige der Wettkämpfer beobachten. Außerdem waren auch noch weitere Segelboote auf dem Charles River unterwegs.

Boston Rowing Sailer on Charles River
Links: Ruderer – Rechts: Segelboote

Mit einem Teleobjektiv kann man von hier oben aber auch gute Einblick ins Straßenleben in Boston rund um den Tower gewinnen. 🙂

Café in Newbury Street Taking a photo
Links: Straßencafé in der Newbury Street – Rechts: Fotograf/Tourist

Zum Abschluß dieses Teil des Berichtes – das ganze wird sonst zu lang und mir wird es zu spät hier – noch einen kurzen Einblick ins Innere der Aussichtsplattform.

Inside Prudition Tower Aussichtsplattform Prudition Tower
Aussichtsplattform

Wenn ich es schaffen sollte folgt der zweite Teil dann morgen. Ich wünsche allen Lesern eine gute Nacht für heute – oder einen schönen Morgen – je nach Standort…

Nachtrag: Hier gehts zu Teil 2