Schweineschnitzel “Jäger Art” mit Spätzle [27.11.2018]

Nach dem Homeoffice-Tag gestern war ich heute wieder – trotz des Schneefalls über Nacht – regulär im Büro in der Firma tätig. Ist mir auch lieber, denn so hat man direkteren Kontakt mit den Kollegen und kann sich besser austauschen als wenn man zu Hause sitzt. Außerdem kann man im Betriebsrestaurant speisen, was ich ebenfalls als Vorzug sehe – obwohl ich manchmal denke ob es nicht besser wäre sich mittags nur mit einer geschmierten Stulle oder einer anderen Kleinigkeit zufrieden zu geben und Abends dann hochwertig selbst zu kochen. Aber auf der anderen Seite will ich mich nach einem langen Arbeitstag auch nicht noch eine Stunde oder länger an den Herd stellen bevor ich essen kann. Dabei bleibt es wohl vorerst bei Überlegungen diesbezüglich.
Als ich die Speisekarte des heutigen Tages las, fiel mir natürlich zuerst das von mir so geschätzte und immer wieder gern gewählte Chili con Carne mit Baguette im Abschnitt Globetrotter ins Auge. Aber ich hatte erst am Wochenende und gestern ein Gericht mit Hackfleisch, Tomaten und Kidneybohnen – in Form meiner Gebackenen Spaghetti – verzehrt. Daher war mir doch, entgegen meines sonst üblichen Verhaltens bei der Chili über allem steht, nach etwas Abwechslung. Der Gemüsestrudel mit Ratatouille und Joghurtdip der heute schon wieder bei Vitality auf der Karte stand wäre eine gesunde Alternative gewesen. Und auch der Gebratenes Putenfleisch mit frischem Gemüse in Kokosmilchsauce, das neben Gebratenem Thaigemüse in Masamansauce an der Asia-Wok-Theke angeboten wurde sah nicht schlecht aus, aber am meisten reizte mich dann doch das Schweineschnitzel “Jäger Art” mit Spätzle bei Tradition der Region. Und obwohl Pilze in der Sauce waren, also bereits Gemüse zum Gericht gehörte, gesellte sich noch ein Schälchen Rosenkohl aus dem heutigen Angebot der Gemüsetheke dazu.

Pork escalope in mushroom sauce with spaetzle / Schweineschnitzel "Jäger Art" mit Spätzle

Wie nicht anders erwartet war der Rosenkohl natürlich nicht mehr so ganz frisch und knackig wie man ihn sich vielleicht gewünscht hätte, sondern bereits etwas weich geworden, aber das hatte ich auch nicht anders erwartet. Beim Hauptgericht stach vor allem das dünne, sehr gut gewürzte und trotzdem zarte und einigermaßen saftige, unpanierte Schweineschnitzel hervor, dass sich auf dem Foto fast komplett unter einer Schicht der mild-würzigen, cremigen Sauce mit ihren ganzen Dosenchampignons verbirgt. Sehr gelungen, lange nicht mehr ein so gutes Schnitzel hier verzehrt. Und auch an den Spätzle (oder besser gesagt Knöpfle), die hier die Sättigungsbeilage bildeten, gab es nichts auszusetzen. Sie waren noch schön heiß, von bissfester Konsistenz und in ausreichender Menge vorhanden. Ich bereite meine Entscheidung heute mal aufs Chili con Carne zu verzichten auf jeden Fall nicht.
Dennoch gelang es dem Chili con Carne heute, mit einem kleinen Vorsprung sich den ersten Platz auf der Allgemeinen Beliebtheitsskala zu sichern, während sich die Asia-Gerichte unerwarteter Weise den zweiten Platz ergatterten – knapp vor dem Schweineschnitzel, das somit auf Platz drei landete. Der Gemüsestrudel folgte schließlich auf einem guten vierten Platz.

Mein Abschlußurteil:
Schweineschnitzel: ++
Jägersauce: ++
Spätzle: ++
Rosenkohl: +

Ofenfrische Pizza mit Salami, Champignons & Mozzarella [21.09.2018]

Obwohl heute mal wieder Ofenfrische Pizza mit Salami, Champignons und Mozzarella im Abschnitt Vitality der Speisekarte unseres Betriebsrestaurants zu finden war, war ich dennoch etwas hin und her gerissen, denn auch die Französische Boulliabaise mit Rui und geröstetem Baguette bei Globetrotter sah nicht übel aus und selbst die Hausgemachte Reiberdatschi mit Apfelmus bei Tradition der Region besaßen ihren gewissen Reiz, denn Reibekuchen sind ja eine der wenigen Süßspeisen, die ich auch mal als Hauptmahlzeit am Mittag akzeptiere. Nur an den Gebratene Mienudeln mit Gemüse in Kokosmilchsauce oder dem San Sei Chop Suey – verschiedene Fleischsorten mit Gemüse in Süß-Sauer-Sauce hatte ich weniger Interesse. Letztlich wählte ich dann aber doch die Pizza – trotz ihrer offensichtlichen Unzulänglichkeiten. Mir war einfach danach. Natürlich garnierte ich sie zusätzlich noch mit reichlich Oregano aus der bereit stehenden Schüssel, nur auf die scharfe Sauce verzichtete ich dieses Mal, denn sie war selbst für meinen Geschmack etwas zu pikant.

Oven fresh pizza with salami, mushrooms & mozzarella / Ofenfrische Pizza mit Salami, Champignons & Mozzarella

Wie man sieht war die heutige Pizza nicht viel besser als die vorherigen Versionen hier oder hier: Die dünne Tomaten-Pizzasauce war nicht mal bis zum Rand verteilt, die Champignons konzentrierten sich alle in der Mitte des runden Teigs und anstatt vieler kleiner Salamischeiben, die sich besser auf dem Teig verteilt hätten, hatte man wieder zu vier großen Scheiben gegriffen. Am meisten störte mich aber wirklich der viel zu breite Teigrand ohne Sauce oder Belag. Zumindest war er dieses Mal nicht wieder steinhart gebacken, sondern essbar, aber es gibt eindeutig besseres als trockenen Pizzateig ohne irgend etwas. Ich versuchte diese “Trockenphase” mit ein paar Pilzstückchen aus der Mitte zu übertünchen und aß die Pizza von außen nach Innen, so dass mir die reichlich belegteren Stellen bis zum Schluß verblieben. Das erinnerte wirklich ein wenig an die billigste Billigpizza aus dem Discounter – dabei hätte man mit wenig Aufwand viel mehr daraus machen können. Geschmacklich war sie zwar in Ordnung, zumal der dünne Teig frisch im restauranteigenen Steinofen gebacken und daher schön knusprig war, aber der Belag war eben, sagen wir mal so: Unvorteilhaft verteilt. Aber das scheint eine Lektion zu sein, die man hier selbst nach Jahren nicht zu lernen scheint. Ich war gesättigt, wäre aber mit der Boulliabaise mit Sicherheit besser bedient gewesen.
Die Unbelehrbarkeit bei der Pizza schien sich dieses Mal auch auf die Allgemeine Beliebtheit auszuwirken, denn obwohl das italienische Teiggericht im vorderen Feld mitspielte, wurde sie dennoch knapp von der Boulliabaise überrundet und konnte sich somit nur den zweiten Platz sichern – und selbst das nur knapp gegen die ebenfalls gern gewählten Reiberdatschi auf dem dritten Platz. Die Asia-Gerichte folgten mit geringem Abstand schließlich auf Platz vier.

Mein Abschlußurteil:
Pizza: +

Cremiger Chicken Tetrazzini Nudelauflauf – das Rezept

Ich muss zugeben dass ich zuerst nicht so recht wusste, was ich an diesem Wochenende an diesem Wochenende ausprobieren sollte. Rezepte habe ich zwar genug “auf Halde”, aber darunter fand ich dennoch nichts was mich besonders reizte. Doch dann stieß ich auf ein Rezept für Spaghetti Tetrazzini, benannt nach der italienischen Opern-Sopranisten Louisa Tetrazzini, deren Lieblingsgericht dies angeblich gewesen sein soll und die Zusammenstellung schien es mir auf jeden Fall Wert ausprobiert zu werden. Nachdem ich diese Anregung gefunden hatte recherchierte ich wieder ein wenig und musste entdecken dass es unzählige, teilweise sehr verschiedene Rezepte für dieses Nudelgericht mit Hähnchen und Pilzen gab und ich versuchte einen Querschnitt daraus zu erhalten, den ich dann in meinem Rezept anwenden wollte. So entstand dieses Rezept für überbackene Linguine Chicken Tetrazzini, bei denen ich auch gleich die Gelegenheit nutzte, endlich mal zwei der Soup of Chicken und Soup of Mushrooms Dosen zu verbrauchen, die ich mir vor einiger Zeit besorgt hatte und die eigentlich eher in der amerikanischen und britischen Küche zu finden sind. Ist aber nichts künstliches, sondern einfach nur stark reduzierte Suppe, die man wie cremige Brühe verwenden kann. Das Ergebnis war auf jeden Fall ein Nudelauflauf, der mit einem unglaublich leckeren Aroma aufwartete und meine Erwartungen bei weitem übertraf – daher möchte ich es natürlich nicht versäumen das verwendete Rezept hier einmal in gewohnter Form vorzustellen.

Was benötigen wir also für 4 Portionen?

250g Champignons
01 - Zutat Champignons / Ingredient mushrooms

1 größere Zwiebel
02 - Zutat Zwiebel / Ingredient onion

2-3 Zehen Knoblauch
03 - Zutat Knoblauch / Ingredient garlic

500g Hähnchenbrustfilet
07 - Zutat Hähnchenbrustfilet / Ingredient chicken breast filet

1 grüne Paprika
04 - Zutat grüne Paprika / Ingredient green bell pepper

500g Linguine oder Spaghetti
08 - Zutat Linguine / Ingredient linguine

1 Dose Cream of Chicken Soup
05 - Zutat Cream of Chicken / Ingredient Cream of Chicken

1 Dose Cream of Mushroom Soup
06 - Zutat Cream of Mushrooms / Ingredient Cream of Mushrooms

150g Parmesan
09 - Zutat Parmesan / Ingredient parmesan

70g Pecorino
10 - Zutat Pecorino / Ingredient pecorino

100ml trockener Weißwein
11 - Zutat trockener Weißwein / Ingredient dry white wine

150ml Sahne
12 - Zutat Sahne / Ingredient cream

1 1/2 Teelöffel Thymian
13 - Zutat Thymian / Ingredient thyme

2 Teelöffel Instant-Hühnerbrühe
16 - Zutat Instant-Hühnerbrühe / Ingredient instant chicken broth

150g Erbsen (TK)
14 - Zutat Erbsen / Ingredient peas

3 Esslöffel Sauerrahm
15 - Zutat Sauerrahm / Ingredient sour cream

sowie etwas Butter und Öl zum braten
Pfeffer und Salz zum würzen

Beginnen wir, wie üblich, mit der Vorbereitung der einzelnen Zutaten. Dazu schälen und würfeln wir die Zwiebel,
17 - Zwiebel würfeln / Dice onion

schälen und zerkleinern die Knoblauchzehen,
18 - Knoblauch zerkleinern / Mince garlic

und waschen, entkernen und würfeln die grüne Paprika.
19 - Paprika würfeln / Dice bell pepper

Außerdem spülen wir die Champignons ab
20 - Pilze abbrausen / Wash mushrooms

und schneiden sie in Scheiben, wobei wir größere Scheiben noch einmal halbieren,
21 - Champignons in Scheiben schneiden / Cut mushrooms in slices

Nachdem wir den Parmesan
22 - Parmesan reiben / Grate parmesan

und den Pecorino gerieben haben
23 - Pecorino reiben / Grate pecorino

waschen wir die Hähnchenbrustfilets, tupfen sie trocken,
24 - Hähnchenbrust waschen / Wash chicken breasts

schneiden sie in mundgerechte kleine Würfel
25 - Hähnchenbrust würfeln / Dice chicken breasts

und würzen sie von allen Seiten mit Salz und Pfeffer.
26 - Hähnchenbrust mit Salz & Pfeffer würzen / Season diced chicken with salt & pepper

Dann endlich können wir mit der eigentlichen Zubereitung beginnen. Nachdem wir also einen Topf mit Wasser zum kochen der Nudeln aufgesetzt haben
27 - Topf zum kochen der Nudeln aufsetzen / Braing water for pasta to a boil

erhitzen wir etwas Butterschmalz oder Öl in einer Pfanne,
28 - Butterschmalz in Pfanne erhitzen / Heat up ghee in pan

geben die gewürzten Hähnchenbrustwürfel hinein
29 - Hähnchenbrustwürfel in Pfanne geben / Add chicken dices to pan

und braten sie scharf rundherum an
30 - Hähnchenbrustwürfel rundherum anbraten / Fry chicken dices

um sie anschließend erst einmal wieder zu entnehmen und bei Seite zu stellen.
31 - Hähnchenbrustwürfel aus Pfanne entnehmen / Remove diced chicken from pan

In der nun leeren Pfanne zerlassen wir dann etwas Butter, das gibt eine besondere Geschmacksnote,
32 - Butter in Pfanne erhitzen / Melt butter in pan

geben die in Scheiben geschnittenen Champignons hinein,
33 - Pilze in Pfanne geben / Put mushrooms in pan

dünsten sie einige Minuten an
34 - Champignons andünsten / Braise mushrooms

und würzen sie mit den eineinhalb Teelöffeln getrockneten Thymians.
35 - Mit Thymian würzen / Season with thyme

Sobald die Pilze durch sind, löschen wir alles mit dem trocknen Weißwein ab,
36 - Mit Weißwein ablöschen / Deglaze with white wine

lassen diesen etwas einkochen
37 - Weißwein einkochen lassen / Let white wine reduce

und entnehmen Pilze samt Wein dann erst einmal wieder, um sie ebenfalls bei Seite zu stellen.
38 - Champignons aus Pfanne entnehmen / Remove mushrooms von pan

Nun geben wir wieder etwas Öl in die Pfanne, ich verwendete hier Olivenöl,
39 - Öl in Pfanne erhitzen / Heat up oil in pan

und geben die gewürfelte Zwiebel und Paprika hinein, um sie für einige Minuten anzudünsten.
40 - Zwiebel & Paprika in Pfanne geben / Put onion & bell pepper in pan

Inzwischen dürfte dann auch das Wasser im Topf sprudeln, so dass wir es mit ein bis zwei Teelöffeln Salz versehen
41 - Wasser salzen / Salt water

und unsere Linguine darin gemäß Packungsbeschreibung kochen können. Bei mir sollte dies 10-12 Minuten dauern.
42 - Linguine kochen / Cook linguine

Dann geben wir auch die zerkleinerte Knoblauchzehen mit in die Pfanne,
43 - Knoblauch hinzufügen / Add garlic

dünsten sie wiederum kurz mit an, wobei wir aber aufpassen sollten dass sie nicht braun werden,
44 - Zutaten andünsten / Braise ingredients

löschen alles mit der Sahne ab
45 - Mit Sahne ablöschen / Deglaze with cream

und geben sowohl die Cream of Chicken
46 - Cream of Chicken addieren / Add cream of chicken

als auch die Cream of Mushrooms hinzu,
47 - Cream of Mushroom dazu geben / Add cream of mushroom

die wir gründlich verrühren, dann alles kurz aufkochen lassen
48 - Verrühren & aufkochen lassen / Stir & bring to a boil

und dabei schon mal mit etwas Salz und Pfeffer würzen.
49 - Mit Salz & Pfeffer würzen / Season with salt & pepper

Ich weiß, dieses Cream-Zeug sieht nicht besonders appetitlich aus, aber es ist ungefährlich und gibt der Sauce einen angenehmen intensiven Geschmack.

In der Zwischenzeit dürften dann auch unsere Linguine al dente gekocht sein, so dass wir sie in einem Sieb abtropfen lassen können.
50 - Linguine abtropfen lassen / Drain linguine

Dann ist es an der Zeit, die angedünsteten Champignons samt reduziertem Weißwein wieder zurück in die Pfanne zu geben,
51 - Champignons wieder in Pfanne geben / Put mushrooms back in pan

die angebratenen Hähnchenbrustwürfel zu addieren
52 - Hähnchenwürfel addieren / Add diced chicken

und die beiden Teelöffel Instant Hühnerbrühe einzurühren
53 - Instant-Hühnerbrühe einrühren / Add instant chicken broth

um schließlich alles gründlich miteinander zu verrühren und noch einige Minuten köcheln zu lassen, damit sich die Sauce noch ein wenig reduziert.
54 - Verrühren & köcheln lassen / Stir & simmer

Schließlich heben wir noch die Hälfte des geriebenen Parmesan und den gesamten Pecorino unter, lassen ihn schmelzen,
55 - Parmersan & Pecorino  addieren / Add Parmesan & Pecorino

geben die Erbsen hinzu
56 - Erbsen einrühren / Stir in peas

und schmecken alles noch einmal final mit Salz und Pfeffer ab.
57 - Mit Salz & Pfeffer abschmecken / Taste with salt & pepper

Dann stellen wir die Platte aus und geben die abgetropften Linguine in die Sauce,
58 - Linguine in Pfanne geben / Add linguine to pan

verrühren beides gründlich miteinander
59 - Nudeln mit Sauce vermengen / Mix paste with sauce

und geben die drei Esslöffel Sauerrahm hinzu,
60 - Sauerrahm addieren / Add sour cream

die wir ebenfalls gründlich mit dem restlichen Inhalt verrühren.
61 - Sauerrahm verrühren / Stir in sour cream

Während der Ofen dann auf 200 Grad vorheizt, fetten wir eine größere Auflaufform mit etwas Öl oder Butter aus,
62 - Auflaufform ausfetten / Grease casserole

geben unsere Nudelmischung hinein, die wir etwas glatt streichen
63 - Nudelnmischung einfüllen / Fill in pasta mix

und mit dem restlichen geriebenen Parmesan bestreuen.
64 - Mit Parmesan bestreuen / Dredge with parmesan

Sobald der Ofen dann die gewünschte Temperatur erreicht hat, schieben wir die Auflaufform auf der mittleren Schiene hinein und backen alles für 25-30 Minuten.
65 - Im Ofen backen / Bake in oven

Die fertig gebackenen Auflaufform entnehmen wir dann wieder und lassen sie für 7-10 Minuten noch einmal ruhen,
66 - Chicken Tetrazzini pasta casserole - Finished baking / Hähnchen Tetrazzini Nudelauflauf - Fertig gebacken

bevor wir unsere Chicken Tetrazzini Nudeln schließlich und endlich servieren und genießen können.
67 - Chicken Tetrazzini pasta casserole - Served / Hähnchen Tetrazzini Nudelauflauf - Serviert

Die Kombination aus Hähnchen und Pilzen mit einer unglaublich cremigen, weichen und dennoch geschmacksintensiven Sauce erwies sich schon mal als sehr gut gelungen und auch die anderen Zutaten wie Paprika und Erbsen fügten sich nahezu perfekt in die geschmackliche Gesamtkomposition ein. Und der zum Abschluss untergehobene Sauerrahm gab dem Ganzen noch eine zusätzliche Note, die das Gericht sozusagen abrundete – und das auf eine überaus leckere Art. Gut dass ich mich erfolgreich zurückhalten konnte, wie sonst üblich mit Chiliflocken nachzuwürzen, denn Schärfe wäre bei diesem Gericht eher kontraproduktiv gewesen. Auch wenn die Zubereitung dann doch ein klein wenig aufwändiger war als ich zu Beginn erwartet hatte, lanciert dieses Gericht durchaus dazu, zu einem meiner neuen Lieblings-Nudelaufläufe zu werden. Auch wenn ich wahrscheinlich bei Gelegenheit versuchen werde, das Gericht noch mal ohne die “Cream of irgendwas” Zutaten zuzubereiten.

68 - Chicken Tetrazzini pasta casserole - Side view / Hähnchen Tetrazzini Nudelauflauf - Seitenansicht

Guten Appetit

Schweinegeschnetzeltes “Zurcher Art” mit Kroketten [09.07.2018]

Ich überlegte heute zwar sogar etwas länger als nur einen Moment, ob ich nicht beim Pikanten Kartoffel- Paprikagulasch aus dem Abschnitt Vitality der Speisekarte unseres Betriebsrestaurants zugreifen sollte, denn dieser sah wirklich nicht übel aus, dann jedoch verspürte ich doch einen deultichen Appetit auf Fleisch. Damit fielen dann leider auch die Gnocchi alla Carbonara mit Kirschtomaten und geriebenen Hartkäse bei Globetrotter, die man sogar zusätzlich mit Ruccola garniert hatte, aus. Gut, ich hätte vielleicht bei dem Gebratenen Hühnerfleisch mit Thaigemüse in grünem Thaicurry oder dem Gebratenen Schweinefleisch süß-sauer mit Gemüse und Ananas, die neben Knusprigen Frühlingsrollen an der Asia-Wok-Theke angeboten wurden, auch meine Erfüllung gefunden, aber das Schweinegeschnetzeltes “Zurcher Art” mit frischen Champignons und Kroketten bei Tradition der Region reizte mich einfach noch mehr – auch wegen der Kroketten. Also griff ich hier zu und ergänzte das Gericht noch durch ein Schälchen bayrischen Krautsalats aus dem heutigen Angebot der Salattheke.

Pork chop "zurich style" with croquettes / Schweinegeschnetzeltes "Zurcher Art" mit Kroketten

Von den angekündigten frischen Champignons fand ich leider nichts im Geschnetzelten, die kleinen ganzen und in Scheiben geschnittenen größeren Pilze sahen mir eher danach aus, als stammten sie aus dem Glas bzw. der Dose. Und auch das Fleisch erwies sich, mal wieder, als äußerst kleinteilig. Mir ist klar, dass man Fleisch in Geschnetzelten auch schnetzeln muss, aber es könnten ruhig ein klein wenig größere Teile sein, dann sieht das Gericht nicht so nach Resteverwertung von Verschnitt-Teilen aus. Aber obwohl es visuell nicht allzu viel her machte, erwies es sich als Geschmacklich doch durchaus gut gelungen und das Fleisch war trotz seiner Kleinteiligkeit einigermaßen zart und saftig. Und auch an den genau abgezählten fünf Kroketten gab es nichts zu kritisieren, sie waren heiß und mit knuspriger Außenhülle, während sich ihr inneres als schön weich und kartoffelig präsentierte. Und auch der mit reichlich Kümmelsamen versetzte Krautsalat erwies sich als gute Wahl, er war knackig und würzig und hatte sogar fast genug Essig im Dressing – aber eben nur fast, zumindest was meinen Geschmack angeht. Insgesamt also, wie so häufig, ein gutes, aber nicht ganz perfektes Mittagsgericht. Ich war dennoch zufrieden.
Die Geschmäcker der anderen Gäste waren heute mal wieder recht durchwachsen und es sah zuerst danach aus, als würden die Gnocchi heute das Rennen um Platz eins auf der Allgemeinen Beliebtheitsskala für sich entscheiden, denn als ich den Speiseraum betrat schienen besonders viele Gäste dieses Gericht auf dem Tablett zu haben, dann aber begann sich das Verhältnis etwas zu Gunsten des Geschnetzelten zu verschieben. Am Ende lagen Beide so eng auf, dass sie sich den ersten Platz teilen durften, denn ich konnte keinen klaren Favoriten bestimmen. Um Platz zwei lieferten sich die Asia-Gerichte und der Kartoffelgulasch ebenfalls ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei hier der Pikante Kartoffelgulasch sich diesen mit einem dünnen Vorsprung schließlich sichern konnte und die Asia-Gerichte auf einen guten dritten Platz verwies. So breit gefächert wie heute sind die Geschmäcker der anderen Gäste wirklich sehr selten – aber bei einem so durchschnittlichen Angebot ist das auch nicht ungewöhnlich.

Mein Abschlußurteil:
Schweinegeschnetzeltes mit Champignons: +
Kroketten: ++
Krautsalat: ++

Geschmortes Krokodilgulasch mit Champignons & Cranberrys [25.06.2018]

Diese Woche wartete unser Betriebsrestaurant mit einem kleinen Australien-Special auf und eröffnete den Reigen an exotischen Gerichten von Down Under mit einem Geschmortes Krokodilgulasch mit Champignons und Cranberrys, dazu Parpadelle und gehobelten Parmesan. Wäre da nicht der (bereits reduzierte) Preis vom 8,68 Euro pro Portion gewesen, hätte ich natürlich bedenkenlos zugegriffen, denn ich probiere ja gerne mal etwas neues und außergewöhnliches. Hinzu kam, dass man mit einem Schwabenteller – Minutensteak vom Schwein mit Schwammerlsauce und Röstzwiebeln, dazu Käsespätzle im Abschnitt Tradition der Region eine wirklich verlockend klingende und aussehende Alternative bot. An den ansonsten ebenfalls auf der Tageskarte befindlichen Spinat-Frischkäsetortellini mit Tomatensugo bei Globetrotter oder den Asia-Wok-Angeboten wie Gebackene Frühlingsrollen oder Gebratenes Hühnerfleisch mit Gemüse in Kokosmilchsoße und rotem Thaicurry hatte ich allerdings weniger Interesse. Letztlich siegte aber doch meine Neugier und mein Bestreben, meinen Lesern hier hin und wieder auch mal exotisches zu bieten, die mich dann doch zum Krokodilgulasch greifen ließ.

Braised  crocodile goulash with mushrooms & cranberries / Geschmortes Krokodilgulasch mit Champignons & Cranberrys Australian Week

Es ist nun bereits etwas mehr acht Jahre her, dass ich im thailändischen Restaurant Rim Wang in Karlsruhe mal Känguru probiert hatte und mir gesagt hatte, dass ich Krokodil auf “später mal” verschiebe. Dass es dann so lange dauern würde, hatte ich nicht gedacht, aber heute war es nun endlich soweit: Ich verzehrte das erste Mal bewußt das Fleisch eines Reptils – denn selbst von den Gurkenkrokodilen auf den elterlichen Buffets meiner Kindheit hatte ich früher die Finger gelassen, da ich keine Salatgurken mochte. 😉 Und bevor die Frage aufkommt: Nein, ich habe bisher auch noch nie Schildkröte oder ähnliches probiert, nicht mal in Suppenform. Die Konsistenz der recht grob geschnittenen, mageren Fleischwürfel war ein wenig faserig, aber dennoch erwies es sich als angenehm saftig und besaß einen wohlschmeckendes Aroma. Die Marmorierung zog sich dabei von hell bis hin zu einem rotbraun.

Braised  crocodile goulash - Close up / Geschmortes Krokodilgulasch - Nahaufnahme

Ich würde nicht sagen, dass es nach Hähnchen, Rind oder Schwein schmeckte, es besaß irgendwie seinen eigenen, angenehmen Geschmack. Und auch was die Menge anging konnte man nicht meckern, man hatte hier wirklich nicht gegeizt – was bei dem Preis aber auch eine Frechheit gewesen wäre. 😉 Angerichtet war das Fleisch in einer mild-würzigen, mit Möhrenscheiben und ganzen kleinen Dosen-Champignons versetzten Sauce, der einige ebenfalls darin verarbeitete Cranberries noch zusätzlich eine leicht süße Note gaben. Das ganze war keine gourmettechnische Höchstleistung, aber geschmacklich in Ordnung und ließ – trotz des reichlich hinzugefügten Parmesans – dem Krokodilfleisch genügend Raum sich geschmacklich entfalten zu können. Die Entscheidung es mit Bandnudeln wir den Parpadelle zu kombinieren erwies sich aber als nicht ganz so glücklich, denn zum aufrollen auf die Gabel sind diese zu breit und will man sie nur aufnehmen, sind sie meist so lang, dass sie durch ihr Eigengewicht wieder von der Gabel rutschen. Bleibt also nichts anderes, als sie in mundgerechte Stücke zu zerschneiden und dann mit der Gabel aufzuspießen, was natürlich etwas mehr aufwand beim Verzehr bedeutet. Das aber nur am Rande erwähnt. Insgesamt war ich mit dem Krokodilgulasch letztlich doch zufrieden und bereute die Entscheidung dazu, endlich mal echtes Reptil zu probieren nicht.
Wie nicht anders erwartet, konnte sich das Krokodil auf der Allgemeinen Beliebtheitsskala heute natürlich aufgrund seiner Exotik und des Preises nicht durchsetzen. Der Schwabenteller konnte sich hier mit deutlichem Vorsprung vor allen anderen Gerichten unangefochten Platz eins sichern, gefolgt von den für ein vegetarisches Gericht ebenfalls sehr beliebten Spinat-Frischkäsetortellini auf dem zweiten Platz. Erst auf dem dritten Platz kam schließlich das Krokodil, dass sich aber nur knapp gegen die Asia-Gerichte durchsetzen konnte.

Mein Abschlußurteil:
Krokodilgulasch mit Champignons & Cranberrys: ++
Parpadelle: ++
Parmesan: ++