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Wiener Backhendl mit Zitronenecke & Kartoffelsalat [14.07.2016]

Thursday, July 14th, 2016

Zuerst überlegte ich heute, bei den Spaghetti mit grünem Spargel, Bärlauchpesto und Kirschtomaten aus dem Bereich Vitality zuzugreifen, doch visuell konnte mich das Gericht dann letztlich doch nicht so ganz überzeugen. Daher sah ich mir kurz den Gebackenen Camembert mit Preiselbeeren und gemischtem Salat bei Globetrotter an bevor ich mich letztlich dann doch für den Klassiker der mitteleuropäischen Kantinenkultur: das Wiener Backhendl mit Zitronencke und Kartoffelsalat bei Tradition der Region. Das Ko Lo Zai – Gebratenes Gemüse in süß-saurer Sauce nach Peking Art oder Gaeng Ped Gai – Hühnerfleisch gebraten mit verschiedenem Gemüse in Kokosmilchsauce an der Asia-Thai-Theke fanden heute kein näheres Interesse bei mir. Zum Backhendl gab es noch ein Schälchen Krautsalat aus dem heutigen Salatangebot – man kann ja nie genug Salat zu sich nehmen. 😉

Breaded fried chicken with potato salad / Wiener Backhendel mit Kartoffelsalat

Der einfache Kartoffelsalat war zwar keine kulinarisch ausgefeilte Meisterleistung, sondern eben ein einfacher, süddeutsch angemachter Salat aus Kartoffelscheiben, Gemüsebrühe, Essig und Gewürzen, doch geschmacklich gar es wie üblich nichts daran auszusetzen. Das angenehm große, paniert gebackene Stück Hähnchenfleisch schließlich war zwar frei von Knochen und einigermaßen zart, aber gerade an den dicken Stellen in der Mitte etwas trocken geraten – da half auch der Saft aus den beiden Zitronenecken nur begrenzt. Daher kann ich hier heute leider keine volle Punktzahl gaben. Am Krautsalat, der dieses Mal wieder mit Speckwürfelchen und etwas Kümmel angemacht war, gab es aber nichts auszusetzen. Insgesamt ein einfaches, aber sättigendes Gericht ohne Besonderheiten – ich war zufrieden.
Die Geschmäcker bei den anderen Gästen waren heute recht durchwachsen, so dass man etwas genauer hinsehen musste um einen klaren Favoriten auszumachen. Doch bei genauerem Hinsehen wurde es doch klar, dass es auch hier das Backhendl war, das sich den ersten Platz sichern konnte. Knapp gefolgt wurde es von dem ebenfalls sehr beliebten Camembert, den dritten Platz belegten die Nudeln mit grünem Spargel & Bärlauchpesto, die aber nur knapp von den Asia-Gerichten auf Platz vier gefolgt wurden.

Mein Abschlußurteil:
Wiener Backhendl: +
Kartoffelsalat: ++
Krautsalat: ++

Quesadilla @ Cabarete Beach [14.06.2016]

Tuesday, June 14th, 2016

Meinen letzten tag vor der Rückreise nach Deutschland wollte ich keine großen Touren mehr vornehmen. Daher entschloss ich mich dazu, ihn entspannt am Strand von Cabarete zu verbringen, wo ich mich im bereits bewährten Kahuna einquartierte und den Strand genoss, während ich mit die Sonne etwas auf den Bauch scheinen ließ.

Palms | Cabarete Beach

Um die Mittagszeit bekam ich natürlich etwas Hunger und wählte aus der Speisekarte der Kahuna einen Chicken Quesadilla, der mit Salsa picante und Sour Cream serviert wurde.

Chicken Quesadilla - Caberte Beach

Ein wirklich leckerer Quesadilla muss ich sagen. Zwischen den beiden dünnen Tortilla-Schichten fand sich eine großzügig bemessene Mischung aus zarten, saftigen Hähnchenfleisch, fruchtiger Tomatensauce und pikanten Käse, die ich mit der pikanten Salsa und dem Sauerrahm garnierte, während ich sie nach und nach verzehrte. Ein schön leichtes Gericht, genau das richtige für einen Tag am Strand. Und mit 350 Pesos auch noch relativ günstig – obwohl ich sicher bin dass ich so etwas außerhalb der Touristengebiete auch für die Hälfte dieses Preises bekommen könnte. 😉 Aber passte schon…

Sightseeing in Santo Domingo [13.06.2016]

Monday, June 13th, 2016

Bevor ich gegen 14:00 Uhr den Mietwagen zurückgeben musste, wollte ich natürlich noch etwas von der Hauptstadt der Dominikanischen Republik sehen, daher brachen wir am Vormittag zu einer kleinen Sightseeing-Tour auf, nachdem ich mich zwei Catibias gestärkt hatte – das sind hier weit verbreitete, mit Käse gefüllte und frittierte Teigtaschen.

Catibias for breakfast | Santo Domingo

Erstes Ziel war der Parque Indepencia im kolonialen Nordosten der Stadt, einem Ort an dem man ein wenig in die Geschichte des Inselstaates eintauchen konnte. Der Autoverkehr in der Innenstadt dieser Metropole mit etwa 3 Millionen Einwohner ist natürlich nur dem erfahrenen Autofahrer zu empfehlen, denn es gibt wie bereits erwähnt kaum jemanden, der sich an irgendwelche Verkehrsregeln hält. Doch ich war es ja inzwischen gewohnt, daher erreichte ich unbeschadet das Zentrum und fand sogar in der Nähe meines Zieles einen freien Parkplatz im Schatten einiger Bäume. Von dort aus ging es in Richtung des Parque Indepencia. Wenig später erreichten wir Puerta de la Conde, ein Tor das zu einem alten Fort, dem El Baluarte del Conde gehörte. Hier soll einer der Gründerväter dieses Lande, Francisco del Rosario Sánchez, am 27. Februar 1844 die Unabhängigkeit des Landes proklamiert haben, nachdem das Land viele Jahre vom benachbarten Haiti besetzt gewesen war.

La Puerta del Conde | Parque Indepencia | Santo Domingo
Puerta del Conde

Tritt man durch das Tor, erreicht man einen großen, von Bäumen umgebenen Platz, an dessen Kopfende ein großes Gebäude ins Auge fällt. Bei diesem Gebäude handelt es sich um den Altar de la Patria, den Altar der Gründerväter, in dem die Gebeine der drei Begründer dieses Landes ruhen: Juan Pablo Duarte, Francisco del Rosario Sánchez und Matías Ramón Mella ruhen und das somit ein Nationalheiligtum der Dominikanischen Republik ist. Der Name Duarte dürfte jedem Besucher der Dominkanischen Republik auch schon einmal untergekommen sein, denn es gibt kaum einen Ort, in denen nicht mindestens eine Straße oder ein Platz den Namen dieses Herren trägt.

Altar de la Patria | Parque Independencia | Santo Domingo
Altar de la Patria

Als wir den Innenraum betraten, wurde uns die Erhabenheit dieses Raumes auch sogleich bewusst gemacht, denn eine Person die mit mir hinein gekommen war wurde sogleich von einem der Aufpasser darauf hingewiesen, seine Baseballkappe abzunehmen. In einer runden Grube in der Mitte des Raumes fällt der Blick auf einen marmornen Sakropharg, auf dessen Deckel die Nachnamen der bereits erwähnten Gründerväter in goldenen Lettern geschrieben sind. Außerdem brennt auf seinem Deckel ein ewiges Licht. Soweit ich Erfahrung bringen konnte, hat man die hier befindlichen Gebeine erst lange nach dem Tod dieser Herren hier zusammengeführt, denn der Altar de la Patria wurde erst im Jahre 1976 errichtet.

Grave of Duarte, Sanchez & Mella inside Altar de la Patria | Parque Independencia | Santo Domingo

Wichtigster Bestandteil des Raumes sind aber eindeutig die drei überlebensgroßen Standbilder dieser drei Herren, die man auch als La Trinitaria (Dreifaltigkeit) bezeichnet. Dies war nämlich auch der Name der Organisation, welche sie während der Besatzung ihres Landes gründeten um die Unabhägigkeit zu erlangen.

La Trinitaria | Parque Indepencia | Santo Domingo
La Trinitaria

Über eine Treppe kann man innerhalb des Gebäudes scheinbar auch noch auf eine obere Ebene gelangen, von der man mit Sicherheit einen guten Blick in das Innere gehabt hätte, doch leider war diese zu dem Zeitpunkt in dem ich mich dort aufhielt gesperrt.
Der umgebende Park mit seinen schattenspendenden Bäumen ist auch recht sehenswert, zumal man hier auch noch Reste des alten Forts finden kann, zu dem mal die Puerta del Conde gehört haben muss. Doch wir hielten uns hier nicht mehr allzu lange auf, sondern machten uns daran die gegenüber des Tors liegende Calle EL Conde, eine lange, gerade Straße durch den kolonialen Kern der Stadt zu erkunden.
Gleich am Eingan gebrüßte uns ein metallenes Standbild von Coronle Francisco Alberto Caamaño, einer weiteren nationalen Persönlichkeit der Dominikanischen Republik, der während des Militärputsches von 1965 und der anschließenden us-amerikanischer Intervention (Operation Power Pack) auf Befehl des damaligen US-Präsidenten Lindon B. Johnsons eine wichtige Rolle gespielt hatte.

Coronel Francisco Alberto Caamaño | Calle El Conde @ Santo Domingo
Coronel Francisco Alberto Caamaño

Wir folgten der Straße in Stück hinein in den historischen Stadtkern, vorbei an Wechselstuben, Bars, Restaurants und zahlreichen Geschäften, die aber zu großen Teilen auch jetzt zur Mittagszeit an einem Montag noch geschlossen zu sein schienen.

Calle El Conde | Santo Domingo

Calle El Conde | Santo Domingo
Calle El Conde – Santo Domingo

Ich ahnte auch schon bald, warum sie geschlossen waren: Die Sonne brannte erbarmungslos von senkrecht oben in die Straße hinein, die kaum Schatten bot. Von den wenigen Spaziergängern hier trugen viel Schirme, um sich vor der Hitze zu schützen. Es war einfach zu heiß für weitere Exkursionen, daher entschied ich mich auf halber Strecke dazu diesen Ausflug abzubrechen und erst einmal zum Auto zurückzukehren. Es gab ja auch noch andere Plätze in der Stadt, die es zu erkunden galt.
Als nächstes landeten wir im Stadtteil Villa Francisca etwas nördlich vom alten kolonialen Stadtkern und fanden am dortigen Parque Enriquillo einen Stelle um das Auto zu parken. Im Zentrum des Parks fand sich ein großer steinerner Pavillion mit vergoldetem Dach, in dem wohl gerade eine christliche Veranstaltung statt fand. Ein Prediger rief auf spanisch Sätze mit Dios (Gott) und Jesus in die vor em Pavillion versammelten Menge, bekam von ihnen zustimmendes Raunen und begann schließlich sogar zu singen. Das Ganze erinnerte an die Show eines evangelikalen Wanderprediger in den USA. 😉
Doch wir waren nicht für unser Seelenheil hierher gekommen, sondern um ein schattiges Plätzchen zu finden. Jene Parkbänke, die wirklich im Schatten waren, waren aber bereits durch Einheimische okkupiert, so dass wir uns letztlich auf einigen bemalten Holzstämmen am Rande eines Kinderspielplatzes niederließen. Hier kaufen wir etwas frisches, gekühltes Wasser von einem der zahlreichen Verkäufer die mit lauten “Aqua! Aqua! Aqua!”-Rufen durch den Park liefen und erfrischten uns etwas.

Parque Enriquillo | Santo Domingo

Parque Enriquillo | Santo Domingo

Was mir besonders auffiel waren die großen Scharen an Tauben, die pulkweise durch den Park flogen und immer dort landeten, wo einer der Einheimischen sie grade mit trockenem Reis oder Brotkrumen fütterte, die ebenfalls überall verkauft wurden.

Doves @ Parque Enriquillo | Santo Domingo

Nach etwas Erholung im Schatten machten wir uns daran die Gegend etwas zu erkunden. Die Umgebung um den Park wurde hauptsächlich von Geschäften beherrscht, die Kleidung und Schuhe aus chinesischer Produktion verkauften. Zwischen den geschäftigt umher eilenden Einheimischen liefen Verkäufer umher, die Snacks und Wasserflaschen verkauften und hier und dort stieß man auch mal auf einen Bettler oder eine Bettlerin. Dabei blieb mir vor allem die Begegnung mit einer sehr alten Frau in Erinnerung, die dabei unerwartet aggressiv vorging, sich mir in den Weg stellte und mich sogar versuchte am Arm festzuhalten, als ich ihr auswich. Dabei führte sie die zusammengelegten Finger ihrer anderen Hand zum Mund, um mir zu signalisieren dass sie Hunger habe. Ich gab ihr einige Münzen aus meiner Tasche, worauf hin sie von mir abließ. Normalerweise unterstütze ich ja keine aggressiven Bettler, aber sie tat mir einfach leid.
Ohne Vorwarnung wurden wir etwas später von vollkommen unerwartet herein brechenden Platzregen überrascht, der ohne Vorwarnung über uns herein brach und uns zwang, unter den Markisen der Geschäfte Schutz zu suchen.

Platzregen | Santo Domingo
Platzregen in Santo Domingo

Etwa zehn Minuten lang regnete es wie aus Kübeln, dann hörte der Regen aber ebenso schnell wieder auf und die Wolken lösten sich auf bzw. zogen weiter, worauf hin die Sonne wieder heraus kam. Abkühlung hatte der Regen aber kaum gebracht, nur die Luftfeuchtigkeit noch einmal erhöht – das Wasser in den Straßen begann auch gleich wieder zu verdunsten.
Ich begab mich zurück zum Auto, denn es wurde langsam Zeit für die Rückgabe des Mietwagens. Gerne hätte ich noch mehr gesehen, aber dazu fehlte leider die Zeit. Auf dem Weg zur Mietwagenfirma tankte ich das Auto noch einmal voll, gab es so ab und bekam die 200 US-Dollar Sicherheitsleistung, die vorsorglich auf meine Kreditkarte belastet worden war wieder zurückerstattet. Ein Angestellter der Mietwagenfirma fuhr mich anschlieend sogar noch zu meinem Hotel, so dass ich mir das Geld für ein Public Taxi sparen konnte.
Langsam musste ich dann leider auch schon mit den Vorbereitungen für die Rückreise beginnen. Doch vorher wollte ich mich noch Stärken und daher traf es sich gut, dass man mich eingeladen hatte und bekochen wollte.

Pollo | arroz | bean sauce | ensalada

Das Gericht bestand aus den für dominkanische Verhältnisse üblichen Zutaten wie Reis und gebratenen Hähnchenteilen, die mit einer milden Bohnensauce (links im Bild) sowie einem Salat (oben Links) samt Tomaten-Öl-Dressing (Mitte rechts) serviert wurden.
Nach dieser Stärkung ging es mit einem Taxis zum Busbahnhof am Plaza Caribe, an dem wir ja bereits angekommen waren.

Bus station @ Santo Domingo

An einem der zahlreichen Ticketschalter wurden die Bus-Tickets zum Preis von 320 Pesos pro Stück gekauft, außerdem gab es für 50 Pesos mehr noch die Option mit dem Bus von Puerto Plata bis Sosua weiter zu fahren, die ich dankend nutzte.

Ticket counter | bus station @ Santo Domingo

Die etwa vierstündige Rückreise verlief vollkommen ereignislos, ich konnte im abgedunkelten und voll klimatisierten Bus hin und wieder sogar etwas schlafen. Am Busbahnhof in Puerto Plata angekommen musste ich noch in einen kleineren Bus umsteigen, der mich schließlich bis zu meinem entgültigen Ziel brachte. Nach einer ausgiebigen Dusche ging es ins Bett, wo ich auch schnell einschlief.

Boca Chica Beach [12.06.2016]

Sunday, June 12th, 2016

Am heutigen Dienstag stand ein Ausflug nach Boca Chica, der berühmten Strandregion östlich von Santo Domingo auf meinem Plan. Eine Fahrt dorthin mit einem Public Taxi oder einem regulären Taxi erschienen nach einiger Überlegung zu umständlich oder zu teuer, daher entschloss ich mich mit einigem Zähneknirschen dazu, einen Mietwagen zu nehmen. Allerdings schienen mir die kleineren Verleiher durchgehend nicht sonderlich vertrauenswürdig, daher landete ich schließlich bei einer Nelly Rent-a-Car Niederlassung am Südrand von Santo Domingo.

Nelly Rent-A-Car @ Santo Domingo

Hier ging es, im Gegensatz zu dem war ich bisher in Sachen Mietwagen erlebt hatte, sehr professionell zu. Für den Wagen, einen silbernen Hyundai, inklusive Vollkasko- und Rechtsschutz-Versicherung sollte ich 65 US-Dollar pro Tag bezahlen, allerdings wurde meine Kreditkarte gleich mit 265 Dollar belastet, um die Selbstbeteiligung im Schadensfall abdecken zu können. Das Geld würde ich hinterher zurück bekommen, wenn ich den Wagen schadensfrei zurück gab. Ich musste Reisepass und Führerschein vorlegen und musste eine ganze Latte an Formularen ausfüllen, bevor ich schließlich und nach fast einer Stunde endlich den Wagen samt Schlüssel ausgehändigt bekam. Dafür war der Wagen in einwandfreiem Zustand, gereinigt und bis zum Anschlag vollgetankt als ich ihn übernahm und bei der Übernahme wurde jeder Kratzer und jede Beule genaustens dokumentiert. So war ich es von Mietwagen in Europa und den USA gewohnt, aber in der Dominikanischen Republik erlebte ich das so das erste Mal.
Ich hatte ja bereits über den Verkehr in der Dominikanischen Republik berichtet, aber hier in Santo Domingo potenzierte sich das Ganze noch einmal. Die Moto-Taxis schienen noch Rücksichtsloser und die Public Taxis waren größtenteils absolute Schrottkarren und nahmen scheinbar noch weniger Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer als im Norden. Doch ich musste Ruhe bewahren, denn Aufregen bringt hier nichts – man muss einfach Geduldig sein und Rücksichtsvoll fahren.
So brach ich also auf in Richtung Boca Chica. Vorbei an einem riesigen, landestypisch bemalten Obelisk

Obelisk @ Santo Domingo

fuhr ich immer an der Küste entlang auf der Autopista Las Americas ostwärts, überquerte den Rio Ozama auf Höhe der Stadtviertel Ataranza und Los Molinos

Santo Domingo

Los Molinos @ Santo Domingo
Los Molinos

Atarazana | Rio Ozama @ Santo Domingo
Rio Ozama & Ataranzana

und passierte, auf der Autopista 3 an der Küste entlang fahrend den Internationalen Flughafen von Santo Domingo und erreichte wenig später den Ort Boca Chica.

Dominican Flag near Boca Chica

Das erste Problem war erst einmal, einen Parkplatz in diesem Ort zu finden. Denn es war Sonntag und wir waren nicht die einzigen, die auf die Idee gekommen waren an den Strand zu fahren. Rund um einen kleinen Park mitten in der Ortschaft, passenderweise Parque Central genannt, wurde ich schließlich fündig und konnte den Wagen abstellen. Einer der lokalen selbst ernannten Parkplatz-Wächter legte sogar noch eine Pappe auf die Windschutz-Scheibe, damit der Wagen sich nicht aufheizte. Das war guter Service, dafür sollte er bei der Abfahrt 100 bis 150 Pesos Trinkgeld erhalten – das hatte er sich verdient. Vorbei an kleinen Bistros, Souvenirständen und Restaurants begaben wir uns in Richtung Sandstrand.
Der Strand war, ganz wie erwartet vollkommen überlaufen, wobei es aber hauptsächlich Einheimische und wenig Touristen waren, die sich hier herum trieben. Wir wurden von Anfang an gleich von mehreren jungen Männern umlagert, die uns in ihre jeweiliges Etablisment am Strand locken wollten und dabei teilweise sogar recht rabiat vorgingen. Nach einigem Abwägen wählte ich schließlich einen Platz in einem Abschnitt, der sich hochtrabend als Club Restaurante Millionaire Beach bezeichnete. Auf einer Strandliege unter einem Sonnenschirm nahe am Wasser bezog ich schließlich Station.

Boca Chica Beach

Wie an allen größeren Stränden in der Dominikanischen Republik zogen natürlich auch hier unzählige Verkäufer durch die sich erholenden Massen am Strand und versuchten, Schmuck, Zigarren, Obst, Snacks, Massagen und sogar Gemälde auf Leinwänden an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Auch hier vergingen kaum 10 Minuten, ohne dass man angesprochen wurde – und so etwas nervt wenn man sich erholen will. Ich ging dazu über bereits abzuwinken, wenn sich einer Verkäufer auch nur nährte.

Sales woman @ Boca Chica beach
Teigtaschen-Verkäuferin an Boca Chica Beach

Etwas später machte sich natürlich der Hunger bemerkbar und aus der umfangreichen Speisekarte des Club Restaurante Millionaire Beach fiel die Wahl auf einen gemischten BBQ-Dish aus gegrillten Fleischstückchen von Schwein, Rind und Geflügel, die mit, Ketchup, BBQ-Sauce, Pommes Frites und den hier üblichen Kochbananen-Chips (Platanos) serviert wurde. Als Appertif gab es während er Wartezeit noch frisches Bruschetta.

Bruschetta @ Boca Chica Beach
Bruschetta

Grillplatte | Boca Chica Beach
BBQ-Dish

Das Fleisch war qualitativ wirklich hochwertig und gut gewürzt – da konnte man sich nicht beschweren – und die Menge reichte aus, um mich und alle aus meiner Begleitung zu sättigen. Mit über 800 Pesos, also etwa 15 Euro kein billiger Spaß, aber das war es mir wert. Zum Abschluss nach dem Bezahlen gab es sogar noch eine Runde dunklen Brugal-Rum, auf den ich aber verzichtete, da ich anschließend Auto fahren musste und bei dem chaotischen Verkehr hier keine Risiken eingehen wollte.
Nach dem Besuch an Boca Chica Beach ging es erst einmal zurück ins Hotel, wo ich mich duschte und frisch machte. Später am Abend brachen wir dann noch einmal auf, um das Nachtleben der Dominikanischen Hauptstadt etwas zu erkunden. Dabei landeten wir am Ende auch in einer Discotheke an der Avenida Republica de Colombi im Stadtteil Los Peralejos im Nordosten der Stadt.

Discotheke @ Santo Domingo

An den Namen des Clubs kann ich mich leider nicht mehr erinnern, sehr wohl aber an die Lautstärke im Inneren, die bei (mit dem iPhone gemessenen) 104 bis 110 Dezibel lag und längere Unterhaltungen erschwerte. Außerdem möchte ich noch erwähnen, dass man in dem diesem Club, in dem der Konsum von normalen Zigaretten nicht erlaubt war, Shisha, also Wasserpfeife, rauchen konnte. Für 450 Pesos bereitete einer der speziell dafür bereit stehenden Angestellten die Wasserpfeife samt Tabak und Kohlestück vor, brachte sie an den Tisch und verteilte hygienisch verpackte Mundstücke. Sobald die Kohle zu durchgeglüht oder der Tabak aufgebraucht war, wurde kostenlos nachgefüllt. Nach einigen Flaschen des lokalen Presidente-Biers und einer Shisha ging es schließlich zurück in Hotel, wo ich recht schnell ins Land der Träume entglitt. Was für ein Tag…

Fahrt nach Santo Domingo [11.06.2016]

Saturday, June 11th, 2016

Nach einem Tag Erholung sollte es heute wieder auf große Fahrt gehen. Und dieses Mal auf wirklich große Fahrt, denn ich wollte von Puerto Plata an der Nordküste in nach Santo Domingo, die Hauptstadt der Dominikanischen Republik an der Südküste fahren. Da ich ja bereits gestern meinen Mietwagen abgegeben hatte – und mir auch eine vier bis fünfstündige Autofahrt durch das Inland nicht antun wollte – hatte ich mich für eine Fahrt mit der lokalen Buslinie Caribe Tours entschieden, mit der ich hoffentlich Streßfrei im klimatisierten Reisebus an mein Ziel kommen wollte. Zuerst musste ich aber erst einmal mit dem Public Taxi nach Puerto Plata kommen, wo Caribe Tours einen eigenen Busbahnhof unterhält. Daran angeschlossen gibt es auch noch eine eigene Banco Caribe. aber das nur am Rande erwähnt, denn dort kann mit westlichen Kreditkarten, z.B. Visa oder MasterCard, nichts anfangen – sie werden weder am Geldautomat noch am Schalter akzeptiert. An dieser Stelle noch eine kleine weitere Anmerkung zu Banken in der Dominikanischen Republik: Es gibt richtige Banken wie die Banco Real, Banco Leon oder Banco Popular, in denen man meistens auch mit Englisch gut weiter kommt, außerdem gibt in jeder Ortschaft kleine Hütten an denen Banca irgendetwas steht. Das sind jedoch keine echten Banken, sondern soweit ich es verstanden habe kann man dort scheinbar Lotterie spielen. Nicht das ich auf Idee gekommen wäre, dort Geld abheben zu wollen – aber die Bezeichnung ist für Gringos wie mich eben etwas verwirrend. 😉
Schließlich erreichte ich den Busbahnhof in Puerto Plata.

Caribe Tours bus station @ Puerto Plata Caribe Tours Bus station @ Puerto Plata
Am Busbahnhof Puerto Plata

Das Ticket war erstaunlich günstig: Für gerade einmal 320 Pesos, umgerechnet etwas mehr als 6 Euro, konnte man die komplette Strecke zurücklegen. Und in 15 bis 20 Minuten sollte auch schon der nächste Bus starten. Wenig später fuhr das gepflegte und modern aussehende Gefährt aus dem Hause Scania auch schon vor und ich konnte mich einreihen, um einzusteigen. Wer wollte, konnte kostenlos seinen Koffer für den Laderaum abgeben und bekam einen kleinen Beleg, um später auch das richtige Gepäckstück zurück zu bekommen.

Bus Caribe Tours Bus Caribe Tours
Beim Einsteigen

Fest zugewiesene Sitzplätze gab es nicht, jeder suchte sich einfach einen freien Platz bis der Bus schließlich fast voll war. Nur ganz hinten links wollte niemand sitzen, denn hier befand sich die Toilette und von ihr ging ein minimaler Uringeruch aus. Kurz vor der Abfahrt ging der Busfahrer noch einmal kurz durch den Gastraum und schien die Mitfahrenden zu zählen, dann ging es auch schon los.

Inside Caribe Tours Bus

Die Fahrt ging natürlich nicht Non-Stop, sondern über verschiedene Zwischenziele, z.B. in der im Inland gelegenen Stadt Santiago

Zwischenstop in Santiago Zwischenstop in Santiago
Zwischentopp in Santiago

oder in der Ortschaft La Vega etwa auf halber Strecke.

Zwischenstop @ La Vega

Überall stiegen Fahrgäste aus oder zu, man konnte aussteigen, draußen rauchen, auf Toilette gehen und sich an den Busbahnhöfen kleine oder größere Snacks kaufen. Der Aufenthalt dauerte jeweils zwischen 15 und 20 Minuten.
Ganz zu Beginn ging einmal kurz ein Mann durch den Bus und verteilte Proben einer braunen, süßen Kokos-Creme. Wenig später kam er dann zurück und verkaufte ganze Päckchen dieser Creme für 50 Pesos sowie die hier üblichen süßen Nuss- und Sesamriegel für 25 Pesos.
Ich konnte auf der Fahrt glücklicherweise hin und wieder kurz etwas schlafen. Die ständig laufende Lüftung der Klimaanlage störte zu Beginn zwar etwas, aber man gewöhnte sich daran. Einziger Kritikpunkt war, dass man den Luftstrom aus fixen Öffnungen über den Sitzplätze nicht steuern oder regulieren konnte.
Schließlich kam wir in Santo Domingo an, der größten Stadt der Dominikanischen Republik und deren Hauptstadt. Über mehrspurige Straßen und vorbei an riesigen Viadukten fuhren wir in die Innenstadt. Ein interessantes Detail hier war, dass unter allen Brücken und Überführungen die ich sah kleine Pyramiden aus Beton gegossen worden waren. Ich vermute mal dass dies verhindern sollte, dass sich hier Obdachlose häuslich einrichten können – aber genau konnte ich es nicht in Erfahrung bringen.

Under a bridge @ Santo Domingo

Schließlich kamen wir am Caribe Tours Busbahnhof in Santo Domingo im Stadtteil Miraflores an und stiegen alle aus – hier war Endstation.

Plaza Caribe / at the bus station @ Santo Domingo

Um zum Hotel zu kommen, wählte ich eines der lokalen Taxis die vor dem Busbahnhof in Massen warteten. Die Fahrt von etwa 4 Kilometern vom Miraflores nach La Manguito dauerte etwas weniger als eine halbe Stunde und kurz darauf konnte ich im Apart Hotel Atalaya einchecken. Den Zimmerpreis von 1600 Pesos pro Nacht, also etwa 30 Euro, fand ich für Santo Domingo absolut akzeptabel. Frühstück oder ähnliches gab es allerdings nicht im Hotel – ich glaube auch dass das Hotel weniger für Touristen als für Einheimische gedacht war. Aber das passte schon – ich stelle ja auch keine übermäßig hohen Ansprüche. Der angenehm große Zimmer im Erdgeschoss war mit einer kleinen Küche samt Kühlschrank und Gasherd ausgestattet, außerdem gab es einen großen Deckenventilator und – was noch viel wichtiger war – eine professionelle Klimaanlage inklusive Fernbedienung. Im einfachen Bad mit Dusche lagen frisch Handtücher bereit. Außerdem gab es eine große Terasse mit einem Tisch und zwei Plastikstühlen, von der aus man in einiger Entfernung sogar den Ozean ausmachen konnte.

Apart Hotel Atalaya @ Santo Domingo

Room @ Apart Hotel Atalaya
Zimmer im Apart Hotel Atalaya

View vom balcony / Apart Hotel Atalaya @ Santo Domingo
Blick von der Terrasse

Jetzt musste ich mich erst einmal von der langen Reise etwas erholen – die Temperaturen waren in Santo Domingo nicht viel niedriger als an der Nordküste, daher war ich froh eine Klimaanlage im Zimmer zu haben. Außerdem hatte ich Hunger, daher besorgte ich mir eine große Portion Hähnchen mit Sauce und Bohnenreis für 150 Pesos (ca. 3 Euro) in einem nahen Laden und verzehrte es auf dem Zimmer.

Pollo con arroz @ Santo Domingo

Die Hähnchenteile waren – landestypisch – mit vielen Knochen versetzt, was den Genuss aber nur minimal minderte, da das Fleisch angenehm zart und saftig war. Und auch an der würzigen Sauce gab es nichts auszusetzen und der mit kleinen Bohnen versetzte Reis sorgte für die notwendige Sättigung. Nichts kulinarisch besonders hochwertiges, aber ich hatte einfach Hunger.
Am Abend ging es dann noch einmal mit einem Public Taxi auf Tour durch die Stadt und wir landeten schließlich auf einer Karaoke-Party an der Avenida George Washington gegenüber eines Kinos, die auf einer großen Terasse direkt oberhalb des Strandes stattfand.

Karaoke Night @ Santo Domingo

Die lokalen Hits, welche die Gäste mit mehr oder auch weniger Talent von sich gaben, kannte ich ich nur vom hören – ich war ja schon ein paar Tage in der Dominikanischen Republik und der allgegenwärtigen Musik konnte man hier nirgendwo entkommen – aber mit ein bis drei Presidente-Bier ließ sich das gut ertragen. 😉
Nach eineinhalb bis zwei Stunden ging es dann zurück ins Hotel und ich bin wohl recht schnell eingeschlafen – die lange Reise hatte eben doch ihre Spuren hinterlassen…