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Eragon 4 – Das Erbe der Macht – ein Kurzreview

Saturday, May 26th, 2012

Nun habe ich auch endlich den vierten und letzten Teil der Eragon-Reihe des amerikanischen (Jung-)Autors Christopher Paolini abgeschlossen, einem Schriftsteller der ja von der Presse inzwischen als Prinz der Fantasy und der den ersten Band dieser Reihe mit gerade mal 15 Jahren geschrieben hat. Wie bei den andere Teilen
Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter,
Eragon 2 – Im Auftrag des Ältesten
und
Eragon 3 – Die Weisheit des Feuers
habe ich auch bei diesem Buch wieder auf die ungekürzte Hörbuch-Version gesetzt, die ich wie gewohnt bei meinem Hörbuch-Dealer Audible erworben hatte. Mit 33 Stunden und 32 Minuten Gesamtlaufzeit ein ziemlicher Brocken, aber es hat sich meiner Meinung nach wieder durchaus gelohnt, woran der Sprecher Andreas Fröhlich – bekannt aus Die Drei Fragezeichen – nicht ganz unschuldig ist. Da er aber auch schon die anderen drei Teile eingesprochen hatte, wäre es auch seltsam gewesen wenn es hier nicht der Fall gewesen wäre. 😉

Dennoch bin ich etwas hin und her gerissen über den Abschluss dieser so vielversprechend begonnenen Saga. Die Geschichte schließt relativ nahtlos an die Geschehnisse des dritten Bandes an, in der die Varden mit ihren Verbündeten aus allen großen Völkern der Fantasy-Welt Alagaesia bereits große Fortschritte im Kampf gegen den Diktator Galbatorix errungen hatten. In weiteren blutigen Schlachten fallen zu Beginn des vierten Buches weitere große Städte wie Drasleona in die Hand der Rebellen. Und bei den Beschreibungen der Kämpfe nimmt der Autor wahrlich kein Blatt vor den Mund bzw. vor die Tastatur, denn es wird während der Kämpfe zertrümmert, gespalten, geschlitzt, abgetrennt und zerfetzt ohne Gnade. Das tut der Spannung aber keinen Abbruch, sondern veranschaulicht nur dass der Kampf mit Hieb- und Stichwaffen eben kein Spaziergang ist.

Dennoch konnte ich den Eindruck nicht ganz erwehren, dass viele der allzu detailliert ausfallende Beschreibungen mitunter auch dazu dienten, den Umfang des Buches einfach etwas zu dehnen. Wie bereits aus den letzten Bänden gewohnt teilt sich die Geschichte schon bald in mehrere Handlungsstränge auf, welche die Wege der in den anderen Teilen aufgebauten Nebencharakteren wie Eragons Cousin Roran “Hammerfaust” oder der Varden-Führerin Nasuada beschreiben. Letztere gerät im Verlauf der Schlacht um Drasleona durch Eragons Halbbruder Murtak in die Fänge von Galbatorix, was dem Leser auch das erste Mal die Möglichkeit gibt, einen virtuellen Blick auf diesen Diktator zu werfen der in keinen der drei vorherigen Bände leibhaftig in Erscheinung getreten war. Ohne allzu viel von der Handlung verraten zu wollen, sei gesagt dass es schließlich zur Schlacht um die Hauptstadt des von Galbatorix beherrschenden Reiches Alagaesia, Uruk Baen, kommt, in dessen Verlauf schließlich auch der finale Kampf zwischen Eragon und diesem König stattfindet. Über diesen Abschnitt scheiden sich wohl auch am meisten die Geister der Leser, denn im Vergleich zu den vorherigen Beschreibungen anderer Kämpfe geht alles relativ schnell vonstatten und obwohl es am Anfang aussichtslos erscheint, gelingt es Eragon schließlich, Galbatorix und seinen Drachen Shruikan zu vernichten und somit den Krieg quasi zu beenden.
Was folgt sind politische Ränkespiele um die Nachfolgeordnung Alagaesias, verbunden mit dem Bemühen des Autors, so ziemlich jeden der vielen in diesem und den vorherigen Bänden aufgebauten Nebenhandlungsstrang und offene Punkte zum Abschluss zu bringen – mehr oder weniger zur Befriedigung der Leser. Zum Schluss “macht” Eragon schließlich den Frodo aus Tolkiens Herr der Ringe und verlässt das Land, wie ihm Weisgesagt wurde, auf einem weißen Elfenschiff – ob für immer oder nicht bleibt dabei jedoch offen.

Obwohl man eindeutig erkennen kann, dass Christopher Paolini in vielen bekannten und weniger bekannten Werken der Fantasy- und Science-Fiction-Literatur Anregung genommen hat, so muss ich doch dass auch der vierte Band einen soweit sehr würdigen Abschluss der Eragon-Reihe bot. Heutzutage ist es glaube ich nicht nur für einen gerade 20 Jahre alten Schreiber schwer, ein Buch in diesem Genre zu schreiben, in dem nicht etwas auftaucht dass so noch nicht in den zahlreichen anderen Werken schon einmal verwendet worden ist. Dennoch schwächelt der letzte Teil von Eragon auch an einigen Stellen. Dass die Geheimnisse gewisser Charaktere wie der Kräuterheilerin Angela ungelöst bleiben, der Verbleib bestimmter Gegenstände wie der Gürtel Beloths des Weisen nicht aufgeklärt wird oder Charaktere wie Murtak und sein Drache Dorn in eine ungewisse Zukunft entschwinden fällt dabei aber ebenso unter die künstlerische Freiheit des Autors wie die Tatsache, dass bestimmte, sich ankündigende Liebesbeziehungen nicht zustande kommen oder dass es kein klares Happy End gibt – auch wenn dadurch natürlich einige vielversprechende weitere, eventuell zukünftige Handlungsstränge unnötigerweise verbaut werden. Doch ich konnte mich trotz allem dem Eindruck nicht erwehren, dass Paolini am Ende einfach nur fertig werden wollte. Man hätte das eine oder andere also vielleicht noch weiter ausschmücken und andere Teile auch weglassen können, man hätte mehr Spannungsbögen aufbauen können und die eine oder andere Charakterentwicklung weiter vorantreiben können und vieles anderes – aber nach ca. 950 Seiten die das Werk in seiner Buchform hat, gibt es der Reihe trotz kleiner Schwächen einen überaus würdiger Abschluss. Ich stelle ein Buch dieser Art den Anspruch, unterhalten zu werden und eine spannende, gut durchstrukturierte Geschichte mit glaubwürdigen Charakteren vorzufinden – und diese Anforderungen wurden meiner Meinung nach sogar über das normale Maß erfüllt. Bin nun wirklich gespannt wie die schriftstellerische Karriere von Christopher Paolini weiter geht. Immerhin hat er nicht ausgeschlossen, dass es noch weitere Werke aus der Fantasy-Welt Alagaesia geben wird – aber auch wenn er etwas anderes schreibt bin ich eindeutig nicht abgeneigt es zu lesen bzw. zu hören.

Meine Wertung: 3 Sterne

Eragon 3 – Die Weisheit des Feuers

Thursday, April 16th, 2009
Eragon - Brizingir

Mit Eragon 3 – Die Weisheit des Feuers habe ich mir nun auch den aktuellsten dritten Teil der Saga des us-amerikanischen Jungauthors Christopher Paolini zu Gemüte geführt. Erworben natürlich wieder bei meinem Hörbuch-Dealer Audible. Mein Bericht zu “Eragon – das Vermächtnis der Drachenreiter” findet sich hier und der zu “Eragon – Im Auftrag des Ältesten” hier.
Die Handlung des Romans spielt in der Zeit nach der Schlacht auf den brennenden Steppen, in der die Rebellen, die sich selbst Varden nennen, ihren ersten großen Sieg gegen den Diktator Galbatorix erlangt haben. Eragon reist mit seinem Cousin Roran und dem Drachen Saphira zum Helgrind, um dort Rorans Verlobte Katrina aus den Fängen der grausamen Ra’zac zu befreien…
Paolini hat mit dem dritten, aber definitiv nicht letzten Teil seiner Drachenreiter-Saga hat er der Geschichte eine meiner Meinung nach würdige Fortsetzung verpasst. Dabei springt er wie auch schon zuvor von der detailverliebten Erzählungsweise mit genauer Beschreibung jedes Details einer Szene immer wieder zu der schnellen Abhandlung eines Ereignisses in einigen Sätzen – aber es gelingt ihm dennoch die Geschichte nie langatmig werden zu lassen. An einigen gestelzt wirkenden Dialogen und vor allem den sinnierenden Monologen Eragons über das Töten merkt der Aufmerksame Leser bzw. Zuhörer aber doch – so empfand ich es zumindest – dass es dem Author etwas an der Lebenserfahrung eines erfahrenen Schreiberlings fehlt – aber obwohl das junge Alter, Paolini ist Geburstjahrgang 1983, vor allem in us-amerikanischen Besprechungen seiner zum Thema gemacht und als Quelle der Kritik dient, so empfand ich es in der deutschen Version als nicht besonders offensichtlich. Wenn ich es nicht gewusst und anderswo gelesen hätte, wäre es mir vielleicht auch gar nicht so aufgefallen. Die Handlung hat dabei keinen wirklich zentralen Höhepunkt am Ende des Buches, sondern zieht sich über mehrere in sich geschlossene Geschichtsstränge hin, die jeder für sich ihren kleinen oder größeren Abschlusshöhepunkt haben. Dennoch erschien die Geschichte gut durchdacht – und das Ende hat mich natürlich neugierig auf den nächsten Teil gemacht. Leider steht dessen Erscheinungstermin noch in den Sternen – aber ich bin ja Geduldig und werde mir die Wartezeit bis dahin mit anderer Literatur versüßen. 😉

Meine Wertung: 3 Sterne

Eragon 2 – Im Auftrag des Ältesten – und das AA Format

Wednesday, July 26th, 2006

Nachdem ich ja bereits Anfang dieses Jahres Eragon – Vermächtnis der Drachenreiter gehörlesen hatte, nutzte ich meine vor einiger Zeit des Einstiegsangebot bei Audible.de um mir die Fortsetzung Eragon – Im Auftrag des Ältesten downzuloaden via Internet in mein iTunes zu transferieren. Dabei ergab sich dann auch gleich die Gelegenheit erste Erfahrungen mit dem Audioformat AA zu machen, welches von Audible für Hörbücher entwickelt wurde und einige Vorteile eines Hörbuches im normalen MP3 Format mit sich bringt. Darauf möchte ich kurz eingehen bevor ich das Buch selbst behandle:
Vorteile von AA:

  • verfügt über Kapitelmarker innerhalb des Files die angesprungen werden können
  • der MP3 Player (in meinem Fall ein iPod Video mit 30GB) “vergisst” nicht die Position innerhalb der Datei, sobald man das Gerät zum Synchronisieren an den Rechner anschließt. Bisherige Vorgehensweise war bei mir gewesen: Entweder höre bis zum Ende einer bestimmten Datei oder merke dir die Datei und den Zeitindex, synchronisiere es und “spule” dann innerhalb der Datei wieder bis zu diesem Zeitindex vor. Das war ziemlich umständlich und nervig auf Dauer 🙁
  • Ähnlich wie Podcasts liegen die Dateien in einer speziellen Rubrik (“Hörbücher” ) und nicht über die normale Songliste gesucht werden. Hier hatte ich mir mit MP3 Hörbüchern immer damit beholfen für jedes Buch eine Playlist einzufügen und es darüber zu filtern. Ging auch, natürlich mit oben genannten Einschränkungen.

Audiobuch im AA Format auf einem iPod – die senkrechten schwarzen Striche im blauen Fortschrittsbalken unten markieren die einzelnen Kapitel

Nun müßte man nur noch eine Möglichkeit finden, seine CD-Hörbücher in diesen AA Format zu konvertieren um die Vorzüge dieses Formats zu nutzen. Ich werde das mal “erforschen” und ggf. darüber berichten. Mir ist natürlich bewußt daß .aa ein DRM geschütztes Format ist, aber die Vorzüge für Audiobuch-Fans liegen ja auf der Hand.
Aber genug abgeschweift: Kommen wir zum Inhalt dieses Audiobuchs:
Der zweite Teil der Eragon-Trilogie setzt die Geschichte einige Tage nach der siegreichen Schlacht gegen die Schergen des abtrünnigen Drachenreiters und Diktators Galbatorix in der unterirdischen Stadt der Zwerge fort. Eragon ist zwar in seinem Kampf gegen den dämonischen Schatten verletzt worden, hat ihn aber letztlich besiegen können und hat sich damit großen Respekt und eine gewisse Erfurcht bei den Völkern erworben, die gegen die Macht des diktatorischen Herrschers kämpfen. Doch nun geht es daran, seine begonnene Ausbildung zum Drachenreiter abzuschließen. Dazu reist er mit einigen Gefährten ins ferne Ellesméra, das Reich der Elfen. Gleichzeitig aber tauchen Soldaten des Königs im Heimatdorf Eragons auf und wollen seinen letzten lebenden Verwandten, Cousin Rohan, in ihre Gewalt bringen. Doch unter dessen Führung wehrt sich das ganze Dorf gegen diese Vorgehensweise und muß schließlich vor der Übermacht fliehen.
Wieder ein kleines Meisterstück des jungen Autors Christopher Paolini. Wie ich ja bereits im Review des ersten Buches erwähnte, erinnert mich dessen Schreibweise in ihrer Bildhaftigkeit an die von J.R.R. Tolkien. Hat mich wieder sehr gefesselt. Die Gesamtlänge der Audiobuchversion beträgt über 27 Stunden – aufgeteilt in drei Dateien zu je ca. 9 Stunden – aber dank der exzellenten Vortragsweise des Sprechers Andreas Fröhlich, der es versteht jeder der Personen durch seine Stimme eine eigene Persönlichkeit zu geben, ging das Buch eigentlich viel zu schnell zu Ende. Ähnlich gut habe ich das so erst bei Rufus Beck erlebt.
Alles in allem wieder ein sehr lohnenswertes Hörbucherlebnis.
Meine Wertung: 3 Sterne

Eragon – Christopher Paolini

Monday, January 16th, 2006

Am Wochenende habe ich Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter von Christopher Paolini abgeschlossen, welches ich mir in Form eines Hörbuches angeschafft hatte. Nachdem Annik Rubens bei einem ihrer Schlaflos in Muenchen Podcast das ganze als Hörbuch ja bereits angesprochen hatte und der Plot des Buches sich sehr interessant anhörte, mußte ich es mit gleich mal reinziehen. Die Geschichte, die der Autor bereits im Alter von 15 Jahren geschrieben hat, spielt im Fantasyreich Alagaesia. Der Protagonist Eragon findet bei einer Jagd einen geheimnisvollen kristallartigen Stein, der sich als Drachenei entpuppt. Nachdem der Drache geschlüpft ist, beginnt sich die Welt des ebenfalls 15jährigen Eragon zu verändern. Die Schergen des Königs Galbatorix brennen auf der Suche nach besagtem Drachenei den Hof des Onkels nieder und verletzten Eragons Onkel so schwer, daß er kurz darauf stirbt. Der Jugendliche verlässt in Begleitung seines (sehr intelligenten) Drachens Saphira und des alten Geschichtenerzählers Brom darauf hin seine Heimat und sucht die Täter, um sich an ihnen zu rächen. Dabei gerät er nach und nach in die Machtspiele zwischen Galbatorix, den rebellischen Warden, den Zwergen und den Elfen.
Die teilweise wirklich sehr bildhafte Schreibweise von Christopher Paolini hat mich an die Zeit erinnert, als ich das erste mal J.R.R. Tolkiens Herr der Ringe gelesen habe. Einige Elemente innerhalb des Buches lassen meiner Meinung nach auch dessen Einfluss spüren. Im Gesamtkontext erinnert das ganze zwar an einigen Stellen ein wenig an eine Version der Star Wars Saga – umgesetzt im Genre Fantasy, aber das macht die Geschichte nicht schlechter. Die Drachenreiter (Jedi Ritter) wurden vom Verräter aus den eigenen Reihen (Galbatorix / Darth Vader) vernichtet. Ein Junge (Eragon / Luke Skywalker) der bei seinem Onkel auf einem Bauernhof lebt, zieht mit einem alten Mann (Brom / Obi-Wan Kenobi) los, nachdem seine alte Welt von der herrschenden Macht vernichtet worden ist. Dabei entdeckt er, daß er besondere Fähigkeiten hat (Magie / Die Macht).
Aber trotz dieser Parallelen bietet das Buch ziemlich viel Spannung, sehr bildhaft beschriebene Szenen und eine durchgehend interessante Geschichte, die nicht unbedingt so vorhersehbar ist. Auch die Lesweise des Hörbuches, das von Andreas Fröhlich gesprochen wird, ist sehr zu empfehlen. Er verleiht den einzelnen Charakteren sehr viel Individualität.
Das Story ist aber mit Ende dieses Buches noch nicht zu Ende, sondern wird in Eragon – Im Auftrag des Ältesten fortgesetzt. Das werde ich mir auf jeden Fall auch noch holen. Bin nur nicht sicher, ob es dies schon als Hörbuch gibt.
Meine Wertung: 3 Sterne