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Tintenherz – eine Filmkritik

Tuesday, July 7th, 2009
Tintenherz / Inkheart (DVD)

Am Wochenende habe ich mir die Verfilmung des Bestsellers “Tintenherz” von Cornelie Funke angesehen – mit Brendan Frasier als Mo “Zauberzunge” Folchart und Paul Bettany als Staubfinger – das Buch dazu habe ich ja bereits hier in diesem Beitrag besprochen. Alle die den Film noch nicht gesehen haben seien bereits am Anfang dieses Beitrages vorgewarnt: Spoiler ahead. Ich werde hier über einiges aus dem Inhalt erzählen. 😉
Bücher natürlich sind so eine Sache: Wenn man sie liest oder hört, baut man sich ein gewisses Bild der Handlung und der Umgebung in seinem Kopf auf. Sieht man dann später die filmische Umsetzung, passt diese nur selten zu dem eigenen Bild, sondern entspricht wohl eher dem, was Produzent, Regisseur und Drehbuchschreiber vorgestellt haben. Aber dennoch sollte man eine Handlung, gewisse maßgebliche Details und Handlungsstränge nicht einfach abändern. Leider haben Director Ian Softley und Drehbuchschreiber David Lindsay-Abaire dies hier getan. Sie haben die Geschichte nicht nur stark gekürzt, sondern auch viele Details einfach abgeändert. Die Geschichte beginnt nicht etwa im Haus des Buchbinders Folchart, sondern in irgend einem Schweizer Bergdorf, wo sie hin gereist sind. Dort treffen sie auf Staubfinger, den Gaukler. Damit hätte ich noch leben können, aber spätestens als im Haus der Großtante Elinor ankommt, zerbricht die Geschichte aus dem Buch völlig. Wohl um alles etwas abzukürzen, entführen die Schergen des Schurken Capricorn (sehr schön gespielt von Andy Serkis, der auch Gollum im Herrn der Ringe impersoniert hat) gleich die ganze Gruppe. Der komplette Teil in dem Elinor, Staubfinger und Meggie aufbrechen um Mo zu suchen ist einfach entfallen. Darüber dass Basta vollkommen anders aussieht, als ich ihn mir vorgestellt habe kann ich ja noch hinwegsehen, aber warum tauchen in Capricorns Dorf – ganz anders als im Buch – plötzlich lauter Fabelwesen auf? Was ist mit der Roten Kirche passiert, die im Buch eine zentrale Rolle spielt? Wieso tauchen plötzlich Figuren aus dem Zauberer von Oz auf, die im Buch mit keinem Wort erwähnt sind? Wieso wird bereits so früh enthüllt, dass die stumme Magd Resa die verschwundene Mutter von Meggie ist?
Ich fand die extreme Verkürzung der Geschichte, die Abwandlung der Storyline und – ebenfalls anders als im Buch – die starke Abänderung und Endgültigmachung des Endes einfach nur enttäuschend. Die Schauspieler haben ihre Rollen eindeutig sehr gut gespielt, daran war nichts auszusetzen und auch die Kulissen und Effekte waren klasse – aber wie konnte Cornelia Funke es zulassen, dass die von ihr ersonnene Geschichte so verfremdet wird?
Filmische und technisch gut umgesetzt und in der jetzigen Form ist der Film auch eine unterhaltsame und spannende Geschichte, aber bei der Vorlagentreue kann ich selbst beim besten Willen nicht mehr als eine 4- geben.

Tintenherz – Cornelia Funke

Tuesday, March 3rd, 2009

TintenherzGerade heute habe ich die letzten Minuten von Tintenherz der deutschen Autorin Cornelia Funke gehört, erster Band der Tintenwelt-Triologie und aktuell ein Objekt der Verfilmung durch Hollywood (mit Brendan Fraser als Mo “Zauberzunge” Folchart, Paul Bettany – bekannt z.B. als Silas auf “The DaVinci Code” – als Staubfinger und Andy Serkis – der “Darsteller” von Gollum aus dem Herren der Ringe als Bösewicht Capricorn). Gekauft wie immer bei meinem Audiobook-Dealer Audible. Wieder eher ein Jugendbuch, ich weiß, aber dennoch wirklich sehr lesens- bzw. in meinem Fall hörenswert – vor allem wenn es sich um ein von Rainer Strecker gelesene, ungekürzte Version (17 Stunden 59 Minuten lang) handelt. Ich kann mich nicht entsinnen bisher ein Hörbuch mit ihm in meinem Audioplayer gehabt zu haben – aber er gehört auf jeden Fall zu den Meistern seines Faches, der es versteht den einzelnen Charakteren ein Eigenleben zu verleihen. Einziger großer Kritikpunkt an der gekauften Version sind die Musikstücke zwischen den einzelnen Kapiteln, die teilweise über eine Minute lang sind. Zwar nett gemeint um kurz über den Inhalt des gehörten zu reflektieren – das hätte man sich eigentlich sparen können.
Kommen wir aber nun zum Inhalt: Bei der zwölfjährigen Meggie und ihrem Vater Mo, von Beruf Buchbinder, taucht in einer stürmischen Nacht ein ungewöhnlicher Gast auf: Der Gaukler Staubfinger. Am nächsten morgen brechen alle drei überstürzt in Richtung Süden auf, angeblich um dort Meggies Tante Elinor zu besuchen, Besitzerin einer großen Privatbibliothek. Doch sie können ihren Verfolgern offensichtlich nicht entkommen, denn schon bald erhalten sie Besuch von dunklen Gestalten, Handlanger des Verbechers Capricorn, die Meggies Vater entführen. Als sich Meggie mit Staubfinger und ihrer schrulligen Tante Elinor auf den Weg macht um den Vater zu suchen, beginnt für Meggie und ihre Begleiter ein fantastisches Abenteuer.
Ich will nicht zu viel verraten, aber es sei noch erwähnt dass der Vater Mo über die Fähigkeit verfügt, Dinge aus Büchern “heraus zu lesen” und physisch Existent zu machen. Eine schöne und abwechselungsreiche Geschichte muss ich sagen, mit schönen Charakteren wie zum Beispiel dem messerverliebten, aber abergläubischen Handlanger Basta, der oben bereits erwähnte Büchernärrin Elinor oder dem Oberbösewicht Capricorn. Mir hat die Geschichte auf jeden Fall sehr gut gefallen – sieht man sich jedoch den Trailer zum Film an, sieht man als jemand der bereits das Buch gelesen hat, dass die Filmemacher offensichtlich einige Dinge aus dem Buch mal wieder abgeändert haben. Der “Zauberer von Oz” wie er im Trailer auftaucht ist zum Beispiel kein Bestandteil des Originalbuches wie ich es gehört habe – offensichtlich eine Anpassung an die amerikanische Kultur. Bleibt zu hoffen dass man im Film nicht wieder zu sehr von der Vorlage abweicht. Ich denke da nur an die Verfilmung von Eragon, in der ja leider viel von der Geschichte einfach rausgestrichen wurde. Ich werde ihn mir dann mal bei Gelegenheit auf DVD anschauen und darüber berichten.

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

Herr der Diebe [Cornelia Funke]

Friday, September 30th, 2005

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Habe gestern Abend die letzten Seiten von Herr der Diebe von Cornelia Funke gelesen. Ok, ich weiß, es ist ein Jugendbuch – aber durchaus nette Literatur für Abends im Bett

Die Geschichte handelt von den Brüdern Prosper (12 Jahre) und Bonifazius (kurz Bo genannt) (5 Jahre). Nach dem Tod ihrer Mutter fliehen die Zwei vor ihrer Tante Esther, die zwar den kleinen Bo aufnehmen, den großen Prosper aber lieber in ein Internat abschieben möchte, nach Venedig (von dessen Schönheit ihnen ihre Mutter geschwärmt hatte), da Beide lieber zusammen bleiben wollen. Esther ist ihnen auf der Spur und beauftragt in Venedig den Detektiv Viktor damit, die Beiden zu finden. Die Jungen haben sich inzwischen einer Bande von heimatlosen Kinder unter Führung des geheimnisvollen Scipio (der sich auch Herr der Diebe nennt) angeschlossen. Dessen Beute versorgt die Bande mit dem was sie brauchen. Als der Hehler und Antiquitätenhänder Barbarossa dem Herr der Diebe eines Tages einen Diebesauftrag für einen geheimnisvolles Objekt zuschustert, beginnt eine abenteurliche Geschichte.

Gut, ich gebe zu daß ich nun wirklich nicht mehr zur angestrebten Zielgruppe gehöre – aber ich habe es trotzdem gerne gelesen und auch in wenigen Abenden durch gehabt. Die Schreibweise ist spannend und unterhaltsam und es gab keinerlei Stellen, an dem es wirklich langweilig wurde. Natürlich hat es auch keinen extremen Tiefgang, aber es ist auch nicht so geschrieben daß man es als Erwachsener nicht lesen kann. Leichte Literatur für frühherbstliche Abende
Meine Wertung: 2 Sterne

PS: Ich gelobe daß das nächste Buch etwas anspruchvoller wird