Posts Tagged ‘Decius Caecilius Metellus’

Die Feinde des Imperators [SPQR 13]

Sunday, September 12th, 2010

Mit Die Feinde des Imperators (engl. The year of confusion) habe ich nun auch das dreizehnte und aktuell letzte Buch der SPQR Reihe des amerikanischen Autors John Maddox Roberts gelesen und verschlungen. Mit 341 Seiten ist dieser Roman, der dieses Mal mit einem Glanzdruck-Cover auf dem Paperbackumschlag kommt, wohl der umfangreichste der bisher von mir konsumierten SPQR Reihe. Aus dramaturgischen Gründen, so gibt der Autor im Nachwort an, weicht die Geschichte hier zwar in einigen kleinen Details von den wirklichen Geschehnissen der Jahre 708 und 709 a.u.c (46 und 45 vor Christus) ab, aber darüber kann man meiner Meinung nach hinweg sehen.
Julius Cäsar hat nach seinem Kriegszug gegen die Gallier und dem Sieg über seine Gegner als Diktator in Rom die Macht an sich gerissen. Eines seiner großen Projekte die gleich zu Beginn in Angriff genommen werden ist eine Reform des römischen Kalenders. Dazu hat sich Cäsar einige Astronomen und Astrologen aus allen Teilen der damaligen Welt nach Rom geholt. Unser Protagonist Decius Caecilius Metellus hat nicht nur die Aufgabe, die eher ungeliebte Kalenderreform dem normalen römischen Volke nahe zu bringen, sondern ganz in guter alter SPQR Tradition überschattet auch hier ein Mord die Geschehnisse. Wie gewohnt übernimmt Decius – im offiziellen Auftrag des Diktators, denn der Tote ist einer der ausländischen Astrologen – auch hier wieder die Ermittlungen. Begleitet von Hermes, seinem inzwischen freigelassenen ehemaligen Haussklaven, begibt sich der Senator quer durch das antike Rom auf die Suche nach dem Mörder. Und Cäsar ist nicht gerade geduldig – und als noch ein zweiter Wissenschaftler Tod aufgefunden wird, steht Decius unter starkem Druck nicht von Seiten des Diktators.
Wie ich schnell feststellte dient die große Julianische Kalenderreform hier nur als initialer Aufhänger für einen recht verworrenen Kriminalfall, spielt aber in der weiteren Handlung eigentlich keine Rolle mehr. Maddox nutzt den Roman aus sehr stark, um einen Querschnitt der Meinung sowohl der römischen Oberschicht als auch des normalen Volkes über den frisch ernannten Diktator Cäsar darzustellen und Gründe aufzuzeigen warum es später zu seiner Ermordung kommen konnte. Der Aufklärung der Morde erscheint dabei manchmal etwas zu einer Rahmenhandlung degradiert zu werden und die Lösung erscheint letztlich auch etwas an den Haaren herbei gezogen. Doch die amüsante Schreibweise und die Verknüpfung mit reichlich historischen Figuren und Ereignissen und das Eintauchen in die Lebenswelt der alten Römer retten die Geschichte letztlich doch noch. Nur was das ganze mit Feinden des Imperator zu tun hatte erschloss sich mir nicht ganz – da war der englische Titel The year of confusion, was einen direkten geschichtlichen Bezug zu dieser Zeitperiode hat (sh. hier) und vom Autor auch direkt im Text erwähnt besser gewesen. Aber bei den deutschen Versionen englischer Titel (sowohl Bücher als auch Filme) frage ich mich sowieso häufig was sich die Übersetzenden dabei gedacht haben. Mit Sicherheit nicht der beste Roman aus der SPQR-Reihe, aber für Decius-Fans natürlich ein absolutes Muss.
Damit habe ich alle aktuell auf Deutsch erschienen Bände der SPQR-Reihe gelesen. Gerüchten zu Folge soll Roberts zwar an einem weiteren Roman schreiben, der angeblich direkt nach Cäsars Ermordung spielen soll. Außerdem gibt es gemäß der entsprechenden Eintrages englischen Wikipedia auch noch einige Kurzgeschichten. Ich würde mich jedenfalls riesige freuen, wenn die Serie baldmöglichst fortgesetzt wird – ich werde in nächster Zeit aber wohl erst einmal mit meinem Decius-Entzug leben müssen…

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Orakel des Todes [SPQR 12]

Saturday, August 28th, 2010

Eigentlich schon Anfang dieser Woche hatte ich nun auch den zwölften Teil der SPQR Reihe von John Maddox Roberts abgeschlossen, doch finde ich erst heute Muse, dazu hier wie auch für alle Vorgängerteile eine kurzes Review zu verfassen. Das mit 311 Seiten mal wieder recht umfangreiche Buch um den antiken römischen Sherlock Holmes (oder auch Hercule Poirot – er hat glaube ich von beiden Charakteren etwas) mit Namen Decius Caecilius Metellus ist Zeitlich direkt an seinen Vorgängerroman Mord am Vesuv angekoppelt. Decius ist noch immer im schönen Campania oder um genauer zu sein am Golf von Neapel in seiner Rolle als Praetor peregrinus unterwegs. Eigentlich sollte der Abstecher nach Baiae nur ein kleiner Ausflug werden, um dort das berühmte “Orakel der Toten” und den Apollotempel zu besuchen. Doch als während eines Besuches dieses Orakels plötzlich die Leiche eines ermordeten Apollopriesters auftaucht und wenig später noch mehr Leichen gefunden werden, entwickelt sich das ganze zu einem ausgewachsenen und komplexen Kriminalfall, bei dem die Anzahl der Ermordeten stetig steigt und mehr als einmal das Leben von Decius auch direkt in Gefahr ist.
Die ganze Geschichte spielt dabei im Jahre 49 vor Christus und Cäsar ist kurz davor den Rubikon zu überschreiten, während sein Gegenspieler Gnaeus Pompeius Magnus ebenfalls mit Vorbereitungen für die anstehende Auseinandersetzung beschäftigt ist. Auch wenn der Kriminalfall nichts mit diesen Ereignissen zu tun hat, gelingt es Roberts auch hier mal wieder wunderbar, diese geschichtlichen Ereignisse in den Erzählfluss einzubauen, sei es nun durch die Bemerkungen von Decius und seinen Zeitgenossen zu den aktuellen politischen Geschehnissen oder auch durch kleine Episoden am Rande der Hauptgeschichte. Die Haupterzählung ist dabei dieses Mal über die Maßen verworren gestrickt und es ist bis kurz vor Schluß unklar, wer alles involviert ist. Auch wenn ich alle vorhergehenden Teile schon als ausgezeichnet bewertet hatte, muss ich zugeben dass dieses Buch die vorhergehenden fast noch etwas übertrifft. Auch hier kann ich wieder nur vorbehaltlos meine Empfehlung aussprechen – ein absolutes Must-Read für den Fan historischer Romane.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Mord am Vesuv [SPQR 11]

Sunday, August 15th, 2010

Mit Mord am Vesuv habe ich nun auch den elften Teil der SPQR Reihe von John Maddox Roberts abschließen können. Auch wenn ich es kaum erwarten konnte das nächste Abenteuer des Römers Decius Caecilius Metellus zu verschlingen, habe ich dieses Mal etwas länger als sonst gebraucht das mit 312 Seiten dieses Mal etwas weniger umfangreich als seine Vorgänger geratene Buch zu verkonsumieren.
Wir schreiben das Jahr 704 a. u. c. bzw. 50 v. Chr. Decius ist trotz der Vorwürfe mit denen er im letzten Buch zu kämpfen hatte inzwischen zum Praetor pereginus gewählt worden und somit vom Senat dazu ermächtigt, Gerichtsfälle in die Nicht-Römer verwickelt sind zu verhandeln und Urteile zu fällen. Der erste Posten in seinem Weg durch den cursus honorum, der ihn mit wirklicher Macht ausstattet. und ihm die Möglichkeit gibt, mit dem inzwischen freigelassenen Hermes im Gefolge und begleitet von seiner Frau Julia durch Italien zu reisen. In Kampanien gelangt er so auch nach Baiae nahe Pompeji, einem römischen Badeort in dem viele reiche Römer eigene Residenzen unterhalten. Freundlicherweise stellt ihm sein Freund Quintus Hortensius Hortalus ihm seine dortige Sommerresidenz zu Verfügung und der Praetor genießt das süße und dekadenzte Leben der römischen Oberschicht. Doch die Ruhe und den Frieden die er dort gefunden zu haben scheint dauert nicht lange an, denn schon bald wird zum Mord an einer schönen griechischen Priestertochter hinzu gerufen – und der Täter scheint schnell fest zu stehen. Sofort fällt der Verdacht nämlich auf den Sohn des reichen Sklavenhändler Gaeto. Die Reichen und Mächtigen drängen Decius dazu, sein Urteil schnell zu fällen und ihn zum Tode zu verurteilen – doch dem Praetor kommen schnell Zweifel an der Schuld des jungen Numiders. Als wenig später auch Gaeto ermordet wird, wird Decius schnell klar dass hinter der schönen Kulisse der kampanischen Kleinstadt sich weitaus mehr abspielt, als es sich nach Außen zu offenbaren scheint. Und ihm bleibt nicht viel Zeit um den Fall aufzuklären.
Diese inzwischen elfte Geschichte um den inzwischen langsam älter werdenden Decius Caecilius Metellus erwies sich wieder spannend und amüsant bis zuletzt. Dieses Mal war der Roman zwar bei weitem nicht mit so vielen geschichtlichen Details gespickt wie seine Vorgänger, dennoch gibt auch dieses Buch wieder einen interessanten Einblick in das Leben im Römischen Reich zum Ende der alten Republik. Es werden Gelage gefeiert, getrunken und das süße Leben der Reichen genossen – und als Praetor ist Decius dieses Mal noch mehr mittendrin als in den Vorgängergeschichten. Dazu kommen natürlich wieder einige Intrigen und Geheimnisse – auch wenn dieses mal die eigentliche römische Politik keine große Rolle spielt, sondern der eigentliche Kriminalfall wirklich im Focus der Geschichte steht. Sehr schön fand ich wieder die immer leicht vorhandene Hochnäsigkeit der Römer, die sich den anderen Völkern überlegen scheinen und bei allem versuchen ihre gravitas zu wahren. Das wie immer geschichtlich gut recherchierte Buch gibt auf jeden Fall wieder einen tiefen Einblick in die Denkweise und Lebensart der damaligen Bewohner Italiens. Die eigentliche Lösung des Falles geschieht – wie auch bei den meisten der anderen Geschichten um Decius – auf den letzten 10-15 Seiten – aber dennoch erwies sich auch dieser elfte Roman der SPQR-Reihe als gute Wahl. Bin gar nicht sicher ob das bei regulären Krimis nicht auch so gehandhabt wird. Auf jeden Fall war auch dieses Buch mal wieder spannende Unterhaltung wie ich sie nun mal mag.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Im Namen Caesars [SPQR 10]

Tuesday, July 27th, 2010

Dieses Mal habe ich ganze acht Tage benötigt, um den zehnten Teil von John Maddox Roberts SPQR-Reihe mit dem Titel Im Namen Caesars zu konsumieren. Bei einer wieder im Gegensatz zum Vorgängerband Die Schiffe der Kleopatra auf nun 335 Seiten gewachsener Seitenzahl eine recht passable Leistung denke ich, aber dank der amüsanten und spannenden Schreibweise von Roberts und natürlich auch der gelungenen deutschen Übersetzung gingen Seite um Seite vorüber ohne dass ich es groß zur Kenntnis nahm.
Nach erfolgreich abgeschlossener Piratenjagd in den Gewässern um Zypern weilt Decius Caecilius Metellus in diesem Krimi wieder in Rom und setzt seinen Weg auf dem Cursus honorum fort und kandidiert als Praetor. Seine Aussichten für eine Wahl steht gut und auch als ein römischer Bürger aus der Provinz auftaucht, ihn der Korruption anklagt und ihn kurz vor der Wahl noch vor Gericht zitieren lassen will, sieht er diese Vorkommnisse eher gelassen. Doch am Tag der Verhandlung wird sein Ankläger ermordet auf den Treppen des Gerichtes gefunden und der Verdacht fällt natürlich sofort auf Decius. Sollte er bei der Verhandlung dieses Mordfalles schuldig gesprochen werden, kann ihm das nicht nur sein fast sicheres Amt sondern sogar sein Leben kosten. Ihm bleiben nur wenige Tage um diese verworrene und geschickt eingefädelte Verschwörung aufzudecken und seine Unschuld zu beweisen.
Wieder gelingt es John Maddox Roberts in diesem Roman, den umfangreichen und spannenden Kriminalfall mit einer kleinen Geschichtsstunde über das alte Rom in den letzten Jahren der Republik zu verbinden. Der vorliegende Fall basiert zwar dieses Mal nicht wie einige seiner Vorgängerromane wie z.B. die Catilina-Verschwörung oder Der Frevel des Clodius auf wahren geschichtlichen Ereignissen, jedoch gelingt es dem Autor wieder sehr gut, echte historische Persönlichkeiten wie den Marcus Tullius Cicero, Marcus Porcius Cato oder Gnaeus Pompeius Magnus in die Geschichte zu verweben und diesen historischen Persönlichkeiten mit ihren überlieferten Eigenheiten neues Leben einzuhauchen. Auch die politischen und gesellschaftlichen Zustände im Rom des ausgehenden vorchristlichen Jahrhunderts – die Gesichte spielt im Jahre 702/703 a. u. c. (ab urbe condita oder auch für Anno Urbis Conditae – Jahre seit der Stadtgründung Roms) bzw 51/50 v. Christus – sowie die verschiedenen Pro- und Contra-Caesar Strömungen inklusive der Beweggründe für diese Haltung unter den mehr oder weniger Mächtigen versteht er wieder sehr gelungen darzustellen und dem Leser zu vermitteln. Ich habe das Buch mal wieder sehr genossen. Auch hier kann ich wieder eine vorbehaltlose Empfehlung abgeben.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Die Schiffe der Kleopatra [SPQR 9]

Sunday, July 18th, 2010

Mit Die Schiffe der Kleopatra habe ich nun auch den neunten Teil der SPQR-Reihe des amerikanische Autors John Maddox Roberts abgeschlossen. Mal wieder in Rekordzeit muss ich dazu sagen – trotz der 284 Seiten, was wieder weitaus mehr als der Vorgängerroman war – aber die Bücher der SPQR-Reihe verschlinge ich nun mal wie nichts. Das mag zum einen an dem kurzweiligen Schreibstil des Authors liegen, zum anderen hängt es aber bestimmt auch mit einer gewissen Begeisterung zusammen, die ich aktuell noch immer für die Abenteuer des Decius Caecilius Metellus hege. Und auch mit diesem Band sollte Roberts seine Leser nicht enttäuschen.
Decius verschlägt es nach seiner Amtszeit als Aedil im Jahre 51 vor Christus nach Zypern, das aktuell unter römischer Herrschaft steht. Sein offizieller Auftrag ist es, das östliche Mittelmeer von Piraten zu säubern, die nach ihrer scheinbaren Vernichtung vor einigen Jahren wieder verstärkt in Erscheinung treten. Doch seine Bemühungen sind für die erste Zeit nicht von großem Erfolg geprägt, denn der Gegner scheint bestens Informiert und ihm immer einen Schritt voraus. Auch die Unterstützung der gerade siebzehnjährigen, ptolomäischen Prinzessin Kleopatra, die sich ebenfalls auf Zypern aufhält und Decius unter der Bedingung an der Jagd teilnehmen zu dürfen zusätzliche Schiffe und Männer zur Verfügung stellt, scheint dabei wenig zu helfen. Als dann der römische Stadthalter Silvanus bizarr ermordet wird, indem er an einer Überdosis Weihrauch erstickt, spitzen sich die Ereignisse zu. Die Verstrickungen der Hintermänner der Piraten scheinen weiter zu gehen als zuerst gedacht und schon bald ist auch Decius selbst in ernster Gefahr.
Für mich war dieser Roman eine weitere Geschichtsstunde, die amüsant und spannend in eine antike Krimigeschichte verpackt worden ist. Decius Caecilius Metellus erzählt wieder in der bekannten Ich-Form von den Ereignissen, die er selbst als alter Mann niederzuschreiben scheint. Man lernt nicht nur einiges über die Abneigung der Römer vor Seeschlachten, die römischen Schiffstypen zum Ende der alten Republik, die Machtverhältnisse und Handelswege im östlichen Mittelmeer knapp ein halbes Jahrhundert vor der Zeitenwende, römische Getreideflotten nach Ägypten und die Verehrung der Aphrodite, die der Legende nach aus Meerschaum geboren auf Zypern das erste Mal an Land trat und deren Kult ebenfalls eine gewisse Rolle innerhalb des Romans spielt. Ich habe mir bevor ich das ganze hier lobe natürlich die Zeit genommen und habe die geschichtlichen Eckdaten überprüft – aber wie immer hat der Autor John Maddox Roberts hier gute Arbeit bei der Recherche geleistet. Die einzigen beiden Dinge wo man ihm weiterhin schlechte Nachforschung vorwerfen kann sind zum einen, dass es ja eigentlich “Senatus Populesque Romaus” (Senat und Volk von Rom) und nicht (wie auch der Titel des ersten Romans der Reihe) “Senatus Populus Que Romanus“, und zum anderen seine Behauptung die Sklaven im alten Rom hätten sich durch andere, dunklere und einfachere Kleidung von den Römern unterschieden haben (was er z.B. in Tod eines Centurio behauptet). Das einzige was sie damals nicht tragen durften war die Toga, die ein Kleidungsstück der freien Römer mit vollen Bürgerrechten war. Davon abgesehen habe ich ihm aber bisher noch keinen wirklichen geschichtlichen Fehler nachweisen können. Für Decius, seinen Haussklaven Hermes und seine Frau Julia, die später im Verlauf ebenfalls zu den Protagonisten stößt, war dieses Buch auf jeden Fall wieder ein sowohl amüsant als auch spannend zu lesendes Abenteuer und für mich war es eine kurzweilige, spannende und auch interessante Lektüre. Und mit dem Folgeband habe ich bereits begonnen…

Meine Wertung: 3 von3 Sternen