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Karibikreise mit vielen Hindernissen [12. & 13.10.2017]

Saturday, October 14th, 2017

Vorgeschichte und Planung
Eigentlich hatte ich meinen nächsten Flug in die Karibik bereits für zwei Wochen früher geplant gehabt, doch meine bisher bevorzugte Airline Air Berlin war ja leider in Konkurs gegangen, daher musste ich mich zeitnah nach Alternativen umsehen. Nutzt man die gängigen Flugsuchmaschinen im Netz, werden dabei viele Flüge über die USA mit bis zu sechszehn Stunden Aufenthalt am Flughafen in Miami oder Chicago angeboten, so dass man dann insgesamt mehr als 30 Stunden unterwegs ist. Das mag billiger sein, aber für einen normalerweise nicht mal zehnstündigen Flug nehme ich das nicht in Kauf.
Den einzigen Anbieter der mein geplantes Ziel Puerto Plata noch direkt von Deutschland aus anflog war Condor, eine deutsche Tochtergesellschaft des britischen Reiseanbieters Thomas Cook, die allerdings nur von Frankfurt aus flog. Also biss ich in den sauren Apfel und buchte dort einen Flug für Freitag, den 13. Oktober (Zum Glück bin ich nicht abergläubisch).
Allerdings waren für diesen Flug nur noch Plätze in der Premium Economy Class frei, so dass ein zweiter Biss ins saure Kernobst notwendig war um den etwas höheren Preis dafür zu akzeptieren – wollte ich nicht noch später fliegen. Dazu buchte ich mir über Condor noch zusätzlich ein Rail & Fly Ticket für etwa 25 Euro, um mit der Bahn von München nach Frankfurt und zurück zu kommen.
Der Flug sollte am Freitag zwar erst um 12.10 Uhr von Frankfurt starten und die Fahrt von München Hauptbahnhof nach Frankfurt Flughafen Fernbahnhof dauert zwischen 3 1/2 und 3 3/4 Stunden, aber ich plante – da ich mich nicht auf die Bahn verlassen wollte – meine Anreise sicherheitshalber bereits für den Vorabend und benötigte daher noch ein Hotelzimmer. Über die verschiedene Hotelsuchmaschinen fand ich auf otel.com schließlich ein einigermaßen kostengünstiges Zimmer im NH Frankfurt Airport direkt in Flughafennähe – so dachte ich zumindest.
Damit waren dann alle Vorplanungen abgeschlossen und ich hoffet auf eine stressfreie und angenehme Reise – doch da hatte ich mich leider zu früh gefreut.

Fahrt nach Frankfurt
Nachdem ich alles koordiniert hatte und wusste wann ich fahren konnte, buchte ich mir zusätzlich noch einen Sitzplatz im ICE. Mein Arbeitstag am Donnerstag fiel entsprechend kurz aus und ich schloss noch eine letzte Sache ab, bevor ich schließlich mein Auto nach Hause fuhr, meinen zuvor gepackten Koffer griff und mit der S-Bahn zum Bahnhof fuhr. Es war Donnerstag am späten Nachmittag und entsprechend viel Betrieb war am Bahnhof, denn bereits jetzt fuhren die ersten Wochenendpendler, von denen es bekanntlichermaßen ja viele hier in München gibt, zurück in die Heimat. Am Gleis wartete bereits “mein” ICE, der aber als ich eintraf gerade noch gereinigt wurde, weswegen ich und die vielen anderen Fahrgäste am Bahnsteig noch warten mussten. Das gab mir Zeit mich gleich am richtigen Wagon und der zu meinem Sitzplatz am nächsten gelegenen Tür zu positionieren.

01 - ICE - Hauptbahnhof München

Erst etwa zehn Minuten vor der geplanten Abfahrt wurde die Türen schließlich geöffnet und die Menschen stürmten in Massen in den Zug. Ich saß bereits und wartete auf die Abfahrt, die eigentlich hätte pünktlich erfolgen können. Doch eine Durchsage verkündete, der Zug wäre zu stark überbelegt und können den Bahnhof daher nicht verlassen. Es wurde auf alternative Züge in Richtung Frankfurt verwiesen und die Fahrgäste gebeten, doch bitte wenn möglich diese in Anspruch zu nehmen. Es sollte 20 bis 25 Minuten daueren, bis der Zug endlich mit weniger Fahrgästen und deutlich verspätet den Bahnsteig verließ.

Ankunft und Hotelverwirrung
Die Fahrt verlief ereignislos und der Zug konnte noch ein wenig von der Verspätung gut machen, bevor wir schließlich den Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen erreichten, einen Ort den ich noch aus meiner Zeit in Köln gut kannte, denn hier war ich damals häufig umgestiegen.

02 - Frankfurt Flughafen Fernbahnhof

Über mehrere Rolltreppen und lange Wege erreichte ich schließlich eine breite Gasse zwischen dem Fernbahnhof und dem Terminal 1 des Flughafens, wo neben Taxis vor allem die Transferbusse zu den Hotels abfuhren.

03 - Rolltreppen / Escalator - Flughafen-Frankfurt

Und davon gab es extrem viele, allein für die NH-Hotels, von denen es mehrere in der Umgebung gab, fuhren vier oder fünf Mini-Busse. Ich brauchte einige Zeit um mich zu orientieren und wäre einmal sogar fast in das falsche Hotel gefahren. Schließlich fand ich aber doch den richtigen Bus und fuhr in das von mir gebuchte Hotel nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt. So glaubte ich zumindest.

04 - NH Hotel Frankfurt Flughafen

Am Hotel angekommen erwartete mich jedoch eine böse Überraschung. Als ich das von mir gebuchte Zimmer in Anspruch nehmen wollte, erntete ich nach dem vorzeigen meines Buchungsbeleges erst einmal mitleidige Blicke des Hotelmitarbeiters und er bat mich zu warten, während er mit seinem Kollegen sprach und dann kurz herum telefonierte. Erst dann teilte er mir mit, dass die Seite otels.com bereits seit einiger Zeit die NH-Hotels zu verwechseln schien und ich in das Schwesterhotel im 16 Kilometer entfernten Raunheim müsste, da mein Zimmer eigentlich dort gebucht wäre. Man bot mir als kleine Entschädigung zusätzlich zu einem kostenlosen Taxi noch zwei Getränkegutscheine an.

05 - Gutscheine & Adresse

Eigentlich eine Frechheit, da ich ja speziell DIESES Hotel wegen seiner Flughafennähe gewählt hatte – aber ich war einfach zu müde mich auf eine längere Diskussion einzulassen. Also nahm ich zähneknirschend die Fahrt in Kauf und erreichte nach eine für Taxis üblichen wilden Fahrt – Taxifahrer glauben ja scheinbar sich an keinerlei Verkehrsregeln halten zu müssen – das NH Hotel Frankfurt West.

06 - NH Hotel Frankfurt West

Es war bereits spät und an der dortigen Rezeption war die einzige verbliebene Servicekraft gerade mit einem arabischstämmigen Gast beschäftigt, der sich gerade lautstark über irgend etwas echauffierte, während seine ganzkörperbedeckte Frau schweigend auf einem Sofa in der Nähe wartete. Wie es sich gehört wartete ich brav bis ich an der Reihe war und als eine zweite Servicekraft auftauchte, musste die aber sich erst einmal mit dem Computer am Tresen beschäftigen und schenkte dem wartenden Gast keinerlei Beachtung. Und dann kam auch noch eine asiatische Gästin und drängelte sich frech vor, bevor sich endlich nach fast 15 Minuten Wartezeit sich jemand dazu herab ließ, sich mir und meinem Anliegen anzunehmen. Wenig später hatte ich endlich mein Zimmer und ich versorgte mich noch an einer nahen kleinen Kühltheke mit Getränken und einem Sandwich, bevor ich mich schließlich in dieses Zimmer im dritten Stock begab. Während das NH-Hotel am Flughafen klein und heimelig gewirkt hatte, war jenes in Ansbach eher eine typische Massen-Bettenburg und ich musste mich durch endlose monotone Gänge bewegen, bis ich endlich meinen Raum erreichte.

07 - Lange Gänge / Long floors - NH Hotel Frankfurt West

Das Zimmer selbst war zumindest einigermaßen in Ordnung.

08 - NH Hotel Frankfurt West - Zimmer / Room 01
09 - NH Hotel Frankfurt West -Zimmer / Room 02 10 - NH Hotel Frankfurt West - Bad / bathroom

Ich verzehrte mein sehr minimal belegtes Schinken-Käse-Sandwich – eigentlich eine Frechheit, denn es fanden sich neben je einer zentrierten Scheibe Schinken und Käse nur eine einzelne Gurkenscheibe darauf-

11 - Schinken-Käse-Sandwich / Ham cheese sandwich

und machte mich sogleich bettfertig, denn ich hatte mich für das Shuttle zum Flughafen um 8:30 Uhr am nächsten Morgen angemeldet und wollte dieses natürlich keineswegs verpassen.
Am nächsten Morgen gegen 7:30 Uhr begab ich mich nach einer Dusche bereits mit allem Gepäck nach unten, um in der Lounge etwas zu frühstücken. Eigentlich war in meinem Zimmerpreis von etwa 100 Euro kein Frühstück inbegriffen, aber ich wollte mich vor meiner Reise dennoch stärken und war bereit, für das Frühstück zusätzlich zu zahlen. Das Angebot war reichhaltig und bestand aus Rührei, Speck, Würstchen, Brot, Brötchen, Müsli, Obst und verschiedenen Belägen.

12 - NH Hotel Frankfurt West  - Frühstücksraum / Breakfast room

Ich entschied mich für etwas Rührei, gebratenen Schinken. Fleischbällchen, Würstchen und etwas Gebäck sowie eine große Tasse Kaffee.

13 - NH Hotel Frankfurt West - Frühstück / Breakfast

Hätte ich jedoch geahnt dass man fast 25 Euro dafür berechnen würde, hätte ich wohl lieber verzichtet.

Zurück zum Flughafen & der Flug
Das Shuttle erschien schließlich pünktlich vor dem Hotel

14 - NH Hotel Frankfurt West - Airport Shuttle

und brachte mich wieder in die Gasse zwischen Fernbahnhof und Terminal, aus der ich gestern zum Hotel gestartet war. Es war kurz vor 9:00 Uhr. noch mehr als drei Stunden Zeit bis zum Abflug.
Im Preis für die Premium Economy Klasse waren sowohl Priority Check-In als Priority Boarding inbegriffen, was mir zuerst aber einmal nicht viel Vorteil brachte, da ich sowieso der erste am Check-In-Schalter in Bereich des Terminals 1 war.

15 - Terminal 1 - Frankfurter Flughafen / Frankfurt airport

Zum Glück war der Priority-Schalter bereits als einziger besetzt, so dass ich mein Gepäck bereits aufgeben konnte, bevor ich mich auf den langen Wege durch endlose Gänge zum eigentlichen Abflug-Bereich machen konnte. Sicherheitscheck und Passkontrolle gingen aufgrund der frühen Zeit und meines Priority-Status ebenfalls schnell von Gange und ich war schließlich mehr als zweieinhalb Stunden vor dem Abflug bereits am Gate 46. Ich vertrieb mir die Zeit mit etwas Duty-Free-Shopping, tauschte ein paar Euro in Dominikanische Pesos – zu einem fast verbrecherisch schlechten Wechselkurs – und wartete ansonsten geduldig.
Als kurz vor dem Abflug plötzlich der Abflug einer Turkish Airlines Maschine an “meinem” Gate angezeigt wurde, wurde ich jedoch stutzig. Ich begab mich zum Schalter und erkundigte mich. Nach einem kurzen Telefonat erfuhr ich von der dortigen Dame, dass sich mein Abflug-Gate geändert hätte und ich mich doch bitte zum Gate 43 begeben sollte. Erst als ich dort angekommen war, kam schließlich auch die Durchsage, welche die anderen Gäste über die Änderung informierte. Die Maschine der Thomas Cook Group wartete dort bereits auf uns.

16 - Condor - Thomas Cook Airlines

Eigentlich hätte das Boarding pünktlich beginnen können, doch wieder kam es zu Problemen. Die Mitarbeiter am Gate teilten und mit, dass der Flug stark überbucht sei und dass sich doch bitte Freiwillige melden sollten, die mit einer entsprechenden Entschädigung auf ihren Flug verzichten sollten. Ich fluchte innerlich und befürchtete schon, dass wenn sich nicht genug freiwillige melden, man wohl zuerst die Alleinreisenden wie mich vom Flug ausschließen würde. Doch glücklichweise war dies unbegründet und mit etwa 20 bis 25 Minuten Verspätung begann schließlich das Boarding.

17 - Condor Premium Economy Class

Mein Sitzplatz in der Premium Economy Klasse erwies sich als überaus großzügig, mit viel Beinfreiheit und war neben den üblichen Dingen wie Decke und Kissen auch noch mit einier kleinen Plastikflasche voller zusätzlicher Gimmicks wie Ohrenstöpseln, Kopförern, Zahnbürste und Zahnpasta, einer Schlafmaske oder Trombose-Socken ausgestattet. Außerdem klemmte am Vordersitz eine kleine Speisekarte mit dem Essens- und Getränke-Angebot der Premium Economy Klasse.

19 - Giveaways - Condor Premium Economy Class
18 - Condor Premium Economy Class - Speisen & Getränke / Menu card

Mit etwa einer halben Stunde Verspätung hoben wir schließlich vom Frankfurter Flughafen ab und stiegen aus Reiseflughöhe, um den etwa neuneinhalbstündigen Flug in die Dominikanische Republik zu absolvieren.
Bereits in der ersten Stunde nach dem Start wurde schließlich nach einer Versorgung mit Getränken das erste Gericht serviert: Eine Gegrillte Hähnchenbrust in Weißwein-Sahnesauce mit Rahmspinat und Pasta. Außerdem fanden sich ein Salat mit Rinderfilet-Aufschnitt, Käsewürfel, ein Stück Stück Tiramisu, ein Brötchen, zwei kleine Scheiben Roggenvollkornbrot und ein Snickers auf dem Tablett. Außerdem ein kleiner Salz- und Pfefferstreuer in Form eines Flugzeuges und sogar Besteck aus Metall. Was für ein Luxus.

20 - Hähnchen in Weißwein-Sahne-Sauce mit Rahmspinat / Chicken with white wine cream sauce - Condor Premium Economy Class

Der Rest der Fluges verlief recht ereignislos. Ein borniert wirkender Schweizer einen Sitz hinter mir beschwerte sich darüber, dass hier nur eine Premium Economy Class und keine Business Class gäbe. Normalerweise würde er ja nur Business Class fliegen. Die Stewardess entschuldigte sich, es handele sich um ein älteres britisches Flugzeug und da gäbe es nun mal keine Business Class. Was für ein Armleuchter – er sollte wirklich zufrieden sein mit dem was er hier hatte.
Vom Entertainment-Programm, das auf kleinen Röhrenmonitoren in den Gängen gezeigt wurde, bekam ich wenig mit und versuchte ein wenig zu dösen, um die lange Flugzeit schneller hinter mich zu bringen.
Dennoch zogen sich die Stunden zäh dahin. Einizger Unterbrechung war noch ein Laugenbrötchen mit Käse, dass man zwischendurch reichte.

21 - Laugensemmel mit Käse - Condor Premium Economy Class

Außerdem wurden wie Formulare für die Einreise ausgeteilt, die man wie üblich ausfüllen musste.
Kurz vor der Landung wurde schließlich noch ein kaltes Gericht In Form eines Brötchens, etwas Bratenaufschnitts, Nudelsalat, einem Stück Streuselkuchen sowie eines Snickers serviert.

22 - Kalte Spezialitäten / Cold-Cuts - Condor Premium Economy Class

Dann setzte der Flieger endlich zum Landeanflug auf den Flughafen von Puerto Plata an.

23 - Anflug auf Puerto Plata / Approach to Puerto Plata 24 - Anflug auf Puerto Plata / Approach to Puerto Plata 02
25 - Anflug auf Puerto Plata / Approach to Puerto Plata 03

Als ich aus dem Flugzeug auf die Gangway trat, schlug mir sogleich die feuchte Hitze der Karibik entgegen. Ich beeilte mich möglichst früh an den Einreisekontrollen zu sein, um schnell alles abschließen zu können und erreichte mit als einer der ersten die Schalter, an denen man für 10 Euro die sogenannte “Tourist Card” erwerben musste, danach folgte die Einreisekontollen, bei denen man das Formular abgeben musste und den Stempel in seinem Pass erhielt. Im nächsten Saal lief bereits das einzige Gepäckband des Flughafens und die erste Koffer kamen aus dem Untergeschoss – glücklicherweise war mein Koffer als einer der ersten bereits dabei.
Nach durchqueren der Zollkontrolle, bei der mein Koffer noch einmal geröntgt wurde, konnte ich endlich das Flughafengebäude verlassen und wurde, wie üblich, bereits erwartet. Wir fuhren zur Unterkunft und dort wurde mir, nach dem aupacken des Koffers, noch eine kleine Mahlzeit bereitet. Etwas frisch zubereiteter Kartoffelbrei, gebratene Wurst, Käse und etwas mit Essig angebratenen Zwiebeln.

26 - Abendsnack / Evening snack

Einfach aber lecker. Ich war aber geschlaucht von der langen Reise und ging recht früh zu Bett – bald aber mehr von meiner erneuten Reise in die Karibik.

Rückkehr aus der Dominikanischen Republik [ 31.07. / 01.08.2017]

Tuesday, August 1st, 2017

Am 31.07. ing mein Urlaub in der Karibik auch schon wieder zu Ende. Hätte ich mehr Resturlaub übrig gehabt, wäre ich mit Sicherheit länger geblieben, aber traurige Ereignisse zu Beginn des Jahres hatten mein Urlaubskonto beachtlich schrumpfen lassen, so dass ich mit diesen fünf Tagen auskommen musste. Den Vormittag verbrachte ich damit, meine Sachen zusammen zu packen und um etwa 13:30 Uhr brachen wir zum Flughafen auf. Von der Unterkunft bis zum Terminal sind es glücklicherweise kaum 15 Minuten Fahrt. Und mein Flieger ging erst um 16:10 Uhr. Dennoch hatte sich am CheckIn-Schalter von Air Berlin auch jetzt, mehr als zwei Stunden vor dem Abflug bereits eine lange Schlange gebildet.

29 - Warteschlange - CheckIn Air Berlin - Puerto Plata

Und obwohl alle Schalter geöffnet waren, zog sich das CheckIn wirklich hin, ich wartete bestimmt 40 Minuten bis ich endlich an der Reihe war und meine Bordkarte erhielt. Zum Glück sorgten die riesigen Deckenventilatoren für ein erträgliches Klima in der Abflughalle.

30 - Abflughalle / Departure hall - Flughafen / Airport Puerto Plata

In der Zwischenzeit hatte meine Begleitung den Mietwagen geparkt – sie würde ihn später selbsttätig zurückgeben und ich brauchte mich zumindest darum nicht zu kümmern. Der Abschied fiel wie immer schwer, aber schließlich musste ich in den Abflugbereich aufbrechen und durch die Sicherheitskontrollen. Zum Glück erwischte ich eine Phase mit wenig Betrieb, so dass ich schnell an der Passkontrolle war, meine zweites Zollformular abgeben konnte und meinen Ausreisestempel erhielt. Dann ging es eine Etage höher, wo ich noch kurz im Duty Free Shop einkaufte. Und da ich bisher nichts gegessen und immer noch genügend Zeit hatte, entschied ich mich schließlich dazu dem Mango’s Village, einer Bar und Restaurant im Flughafen von Puerto Plata einen Besuch abzustatten.

31 - Restaurant/Bar Mango's Village - Puerto Plata Airport

Aus dem dortigen Angebot wählte ich ein Chicken Quesedilla zum stolzen Preis von 11 US-Dollar. Auch im Duty Free Shop hatte ich schon Dollar bezahlt. Warum innerhalb des Flughafens in Dollar und nicht in Pesos abgerechnet wird, erschloss sich mir nicht ganz, lag aber wohl an den vielen amerikanischen Touristen hier.

32 - Chicken Quesadilla - Mango's Village - Puerto Plata Airport

Der Quesedilla wurde wie traditionell üblich mit Guacamole, einem Tomaten-Avocado-Salat und außerdem einer sehr gelungenen Limonen-Sour-Cream-Zubereitung serviert. Ich fand ihn auf jeden Fall sehr gelungen – auch wenn der Prei natürlich nicht von schlechten Eltern war. Aber innerhalb eines Flughafens hatte ich das auch nichts anderes erwartet.
Nachdem ich mit Kreditkarte bezahlt hatte, ging ich zum Abfluggate, wo das CheckIn in den wartenden Airbus A330 bereits begonnen hatte.

33 - Air Berlin - Airbus A330 - Airport Puerto Plata

Und das Timing war perfekt, denn meine Gruppe war unmittelbar an der Reihe und ich konnte ohne großes warten ins Flugzeug einsteigen. Auch für den Rückflug hatte ich wieder einen XL-Sitzplatz am Notausgang, sogar mit der selben Sitznummer wie beim Hinflug. Ich glaube sogar, dass es der gleich Airbus war, aber beweisen konnte ich es nicht. So viele Flugzeuge hat Air Berlin ja nicht, aber Crew und Kapitän unterschieden sich zumindest.
Quasi pünktlich hoben wir schließlich von Flughafen Puerto Plata mit seiner einzelnen Start- und Landebahn ab und stiegen an der Küste entlang in die Höhe. Ich konnte beim Abflug einen letzten Blick auf den Stand von Sosua werfen, bevor wir die Wolken durchstießen und ich die Küste der Dominikanischen Republik aus den Augen verlor. Auch dieses Mal – wie schon mehrfach zuvor – hatte es kurz vor dem Abflug kurz zu regnen begonnen – so als würde das Land meinen Abschied beweinen. Aber das wird auch dieses Mal wieder nur Zufall gewesen sein. 😉

34 - Abflug - Letzter Blick aus Sosua / Departure - Last view of Sosua

Bereits kurz nachdem wir die Reiseflughöhe erreicht und die Anschnallzeichen erloschen waren, begann die Besatzung auch schon damit, die erste Mahlzeit vorzubereiten, so dass wir etwa eine Dreiviertelstunde nach verlassen des Flughafens speisen konnten. Da hätte ich auch auf den Quesedilla verzichten können, aber das hatte ich ja nicht ahnen können. Zur Auswahl standen eine vegetarische Pasta und Rindergeschnetzeltes mit Reis. Ich entschied mich als Fleischliebhaber natürlich für das Rindergeschnetzelte.

35 - Rindergeschnetzeltes mit Reis - Air Berlin - Flug POP - DUS

Das Geschnetzelte war wirklich sehr gut gelungen, das Fleisch war angenehm zart und magre, außerdem gut gewürzt. Und auch der Reis war eine passende Sättigungsbeilage. Etwas unglücklich war die Entscheidung, dazu einen Reissalat zu servieren. Ich hab nichts gegen Reis, aber wenn ich Reis als Sättigungsbeilage habe, will ich ihn nicht auch noch als Salat. Dennoch war geschmacklich an dem leicht säuerlich angemachten Reissalat mit Paprika, Mais und Erbsen auch nichts auszusetzen. Der Nachtisch in Form eines Stücks Käsekuchen war ebenfalls in Ordnung, wenn auch recht süß. Einige Cracker, die man sich mit der beiligenden Schmelzkäse-Ecke bestreichen konnte, rundeten das Menu schließlich ab.
Nach dem Mahl war ich Müde und es gelang mit tatsächlich einige Stunden zu schlafen. Als erfahrener Flugreisender hatte ich natürlich mein persönliches Nackenkissen dabei und die von Air Berlin ausgegebene Decke wärmte ausreichend meine nur mit einer halblangen Hose bekleideten Beine, während wir auf 10.000 Metern über den Atlantik flogen. Einige etwas unruhige Phasen aufgrund von durchflogenen Unwettern störten mich kaum. Außerdem gab es im Entertainment-System wenig weitere interessante Filme. Obwohl die vier oder fünf ägyptischen Action-Komödien, die angeboten wurden meinen filmischen Horizont vielleicht erweitert hätten – ich habe bisher noch keinerlei Filme aus ägyptischer Produktion gesehen. Aber für dieses Wagnis war ich dann doch zu müde. 😉
Kurz vor der irischen Küste erwachte ich dann wieder aus meinem einigermaßen erholsamen Schlaf.

36 - Flugstrecke POP -> DUS

Kurz vor der Landung wurde schließlich noch ein Frühstück serviert.

37 - Frühstück - Air Berlin - Flug POP -> DUS

Zu je einem dunklen und einem hellen aufgetoasteten Brötchen gab es eine große Scheibe Schinken, etwas Weich- und Scheibenkäse, eine kleine Portion Butter, Erdbeermarmelade, einem Becher Erdbeerjoghurt, zwei kleinen Scheiben dunkler Schokolade sowie einem Schälchen Orangensaft. Dazu nahm ich mir einen Becher schwarzen Kaffee – es war inzwischen 5:45 Uhr europäische Zeit.
Kurz nach Ende des Frühstücks wurde die Anschnallzeichen auch schon wieder eingeschaltet und der Landeanflug auf den Düsseldorfer Flughafen begann. Und wir landeten sogar einige Minuten früher als auf dem Flugplan angegeben. Allerdings kam das Flugzeug auf dem Rollfeld zum stehen und wir mussten über eine Treppe in Busse umsteigen, die uns wiederum zum eigentlichen Terminal brachten – wodurch die gewonnene Zeit wieder verloren ging.

38 - Ankunft in Düsseldorf / Arrival in Dusseldorf

Aber mir war das egal, ich hatte sowieso eine lange Wartezeit bis zu meinem Weiterflug nach München vor mir. Nachdem ich die elektronischen Passkontrollen passiert hatte, musste ich erst einmal ein Feuerzeug besorgen, denn mein letztes Feuerzeug war in der Dominikanischen Republik verblieben, da im dortigen Flughafen solche Dinge noch immer verboten waren – im Gegensatz zu deutschen Flughäfen, wo solche Verbote ja inzwischen wieder gelockert worden waren. Und während ich meine Sucht befriedigte, erreichte mich ganz unerwartet ein Anruf auf Skype: Meine Begleitung aus der Karibik war tatsächlich so lange wach geblieben, um sich bei mir zu erkundigen ob ich gut angekommen war. Es war dort inzwischen etwa 1:00 Uhr Nachts. Nachdem ich ihr versichert hatte, dass alles gut verlaufen war, entließ ich sie in die verdiente Nachtruhe. Und ich selbst kümmerte mich um ein weiteres Frühstück und einen Kaffee, wozu eines der Bistros im Düsseldorfer Flughafen sehr geeignet erschien. Zu einem koffeinhaltigen Heißgetränk orderte ich mir ein Focaccia mit Pfeffersalami, Frischkäse und Salat, das man für mich heiß machte. War recht lecker, auch wenn sich bei warmen Ruccola-Salat die Geister mit Sicherheit scheiden. Dass das ganze 11 Euro kostete, ist natürlich der Location am Flughafen geschuldet – hier kriegt man nun mal nichts zu günstigen Preisen.
Am Gate B36 waretete derweil bereits ein Airbus A320, der mich nach München bringen sollte. Aber leider erst gegen 9:45 Uhr.

40 - Air Berlin - Airbus A320 - Flug DUS -> MUC

Die letzte dreiviertel Stunde bis zum Beginn des Boarding verbrachte ich schließlich im Wartebereich am Gate. Pünktlich begann man die Passagiere in dasFlugzeug zu lassen und wir hoben wenig später mit nur 1-2 Minuten Verspätung vom Flughafen Düsseldorf in Richtung München ab. Der etwa einstündige Flug verlief aber vollkommen ereignislos.

41 - Rückflug nach München / Flight to Munich

Und ich hatte nach der Ankunft Glück, denn mein Gepäck kam relativ früh aus den Tiefen des Flughafens auf das Gepäckband, so dass ich mich zeitnah auf dem Weg zur nahen S-Bahnhof machen konnte.

42-Ankunft-in-München

Vom Flughafen aus ging es direkt nach Hause, ich war wirklich Müde und brauchte noch ein paar Stunden Schlaf, damit ich morgen wieder meiner regulären Arbeit nachgehen konnte. Damit endete mein, wenn ich mich nicht irre, zehnter Ausflug in die Karibik endgültig. Aber ich werde bald wieder dorthin reisen, so viel steht fest…

Austern in Cabarete, Geburtstagsparty & am Strand in Puerto Plata [29. & 30.07.2017]

Sunday, July 30th, 2017

Heute war nun der große Tag der Party, jedoch gab es nicht mehr viel vorzubereiten, daher entschlossen wir uns bis in den Nachmittag hinein ein wenig am Strand von Cabarete westlich von Puerto Plata abzuhängen. Cabrete ist genau wie Sosua ein typischer Touristen-Ort an der Strandpromenade sowie am Strand ziehen sich Bars, Restaurants und Andenkengeschäfte entlang, außerdem gibt es natürlich viele Hotels und Unterkünfte aller Art. Allerdings scheint jetzt eher Nebensaison zu sein, denn es ist hier viel zu heiß und nur wenige Touristen tummelten sich in den Etablisments – nur die Kite Surfer waren wie üblich in Cabarete zahlreich und der Wind wehte kräftig vom Atlantischen Ozean und brachte neben guten Wetterverhältnissen für diese Sportart auch etwas Erfrischung für die wenigen Strandgäste wie uns.

16 - Kite Surfers in Cabarete

Da nur wenige andere Touristen am Strand saßen, stürzten sich aber leider auch die dennoch zahlreichen Strandverkäufer regelrecht auf uns. Es vergingen selten zehn Minuten dass man uns nicht Schmuck, Zigarren oder Lebensmittel anbot. Auf Wunsch meiner Begleitung griffen wir schließlich bei einem Verkäufer zu, der unter anderem frische Austern anbot. Ich hatte seit Ewigkeiten keine Austern mehr gegessen, daher war ich der Sache nicht ganz abgeneigt. Die Austern wurden am Tisch mit einem Messer geknackt und mit frisch gepressten Limonensaft garniert, bevor sie an uns weiter gereicht wurden.

17- Austern in Cabarete / Oysters in Cabarete

Ich bin aber weiterhin der Meinung, dass man bei Austern nur wenig vom Eigengeschmack dieser Muscheln schmeckt, einen großen Teil des Geschmacksmacht der Limonensaft aus. Aber lecker sind sie, in solch frischem Zustand, allemal. Einziger kleiner Wermutstropfen waren die kleinen Splitter der Schale, die manchmal in das Muschelfleisch gerieten. Aber wir aßen dennoch bestimmt insgesamt an die zwanzig Stück davon.
Schließlich verließen wir Cabarete und kehrten in unsere Unterkunft zurück. Meine Begleiterin, das Geburtstagskind, musste sich noch umziehen und ließ sich noch die Haare richten. Das zog sich hin und es war beriets nach 21:00 Uhr, als wir schließlich in Richtung Puerto Plata aufbrachen, um die Torte abzuholen. Auf dem Weg dorthin holten wir noch einige der Gäste ab, die mit uns zur Ziellocation fahren sollten. Ich als Deutscher hatte ständig im Hinterkopf, dass bei all der Trödelei wir niemals rechtzeitig ankommen würden – aber die Einheimischen hatten hier die Ruhe weg und wir schafften es tatsächlich, noch rechtzeitig den Kuchen abzuholen und am Ziel anzukommen. Die fertige Torte machte übrigens einiges her. Und da ich mich gestern beschwert hatte, dass ich so lange am Strand alleine gelassen worden war, zierte als kleine Entschädigung mein Initial sogar noch zusätzlich zum Initial des Geburtstagskindes die Torte. 😀

18 - Geburtstagstorte

Über den eigentlichen Veranstaltungsort kann ich zwar einiges erzählen, allerdings habe ich das wichtigste von allen nicht herausfinden können: den Namen des Musikclubs. Es handelte sich dabei um eine im ersten Obergeschoss eines Gebäudes befindliche Art Discothek, in der aber natürlich vornehmlich die lokal beliebten Musksorten wie Merengue, Bachata und Reggeaton gespielt wurden. Der Ort war ganz normal geöffnet und gut gefüllt, für die Feiernden der Party hatte man jedoch die sogenannte VIP Lounge, eine Empore mit weißen Sitzmöbeln oberhalb der Tanzfläche reserviert. Es gab rosa Champanger und natürlich viel Bier, vor allem die lokale Marke Presidente und das hier ebenfalls sehr beliebte Corona. Außerden wurde natürlich getanzt, viel getanzt.

19 - Party in Puerto Plata

Der Abend war bereits weit fortgeschritten und die Torte hatte bereits erste Kollateralschäden hinnehmen müssen, als wir gegen kurz vor 3:00 Uhr endlich drei Funkenfontänen in den Kuchen gesteckt und angezündet wurden, um das Geburtstagskind noch einmal hoch leben zu lassen.

20 - Geburtstagstorte 21 - Feuerwerk auf Geburtstagstorte / Fireworks on birthday cake

Nachdem die Lichter abgebrannt waren, wurde der Kuchen schließlich unter den Anwesenden aufgeteilt. Jetzt beim zerlegen sah man auch, dass hier viel mit Holzstäbchen, Strohhalmen und einer Styroporplatte getrickst worden war, um den Kuchen stabil zu halten. Nach Aufteilung eines Teils des Kuchens, die Reste nahmen wir mit nach Hause, löste sich die Party dann schließlich auf und es muss schon fast vier Uhr gewesen sein, also wir schließlich in die Betten fielen und fast unmittelbar einschliefen.
Verständlicherweise begann der nächste Tag daher auch erst gegen Mittag. Wir aßen zu Hause ein Sandwich und brachen dann in Richtung Puerto Plata auf – denn ich hatte bisher die Strände in Sosua und Cabarete zwar ausführlich erkunden können, war aber noch nie in der Provinzhauptstadt am Meer gewesen. Das sollte sich heute ändern. Am westlichen Ende der Stadt bogen wir in Richtung der dort gelegenen Playa Costambar ab. Durch ein bewachtes, aber offenes Tor kamen wir in ein Gebiet, in dem wohl vornehmlich Luxus-Ferienhäuser angesiedelt waren. Alle fünfhundert Meter waren hier Bremsschwellen in die Straße eingelassen, so dass es größtenteils nur in Schrittgeschwindigkeit voran ging. Nachdem wir direkt an der Strandpromenade das Auto auf einem bewachten Parkplatz im Schatten einiger Bäume abgestellt hatten, erkundeten wir den nahgelegenen, mit zahlreichen Palmen schattig bewachsenen Strand, an dem sich natürlich einige Bars und Restaurants befanden. Das Publikum hier schien aber eher einheimischer Natur zu sein, ich sah weniger westliche Touristen. Schließlich ließen wir uns in einer Bar mit Namen “El Carey” nieder und bestellten einige Getränke. Von dessen Terasse hatte man einen schönen Blick auf einen Teil des Ozeans, in dem sich zahlreiche Badegäste tummelten.

22 - Am Strand in Puerto Plata / At the beach in Puerto Plata

24 - Badende am Strand in Puerta Plata / Bathing at beach in Puerto Plata

Natürlich wurde auch hier wieder viel einheimische Pop-Musik gespielt und es wurde natürlich auch wieder gerne und viel getanzt – das gehört in der Karibik scheinbar einfach zum Lebensgefühl. 😉

23 - Tanz im El Carey / Dance in El Carey

Am späteren Nachmittag machten wir uns dann auf den Rückweg, legten allerdings noch einen kleinen Zwischenstop in der Pizzeria San Fernando in der Camino Real in Puerto Platas Innenstadt ein – ein Schnellrestaurant das ich ja bereits hier und dort erwähnte hatte – um einen Abendsnack zu uns zu nehmen. Ich entschied mich dabei für eine “kleine” Pizza Salsiccia Italiana für 320 Pesos, die in relativ kurzer Zeit frisch für mich zubereitet wurde.

25 - Pizza Salsicca Italiana - Puerto Plata

Neben Stücken von verschiedenen Wurstsorten wie Salami und Mortadella bestand der Belag aus Zwiebeln, Mais, Tomaten und natürlich viel Käse. Definitiv kein leichter Genuss, aber dennoch – oder gerade deswegen? – sehr lecker.
Wieder im Appartment angekommen, standen wir vor dem Problem war wir mit dem vielen restlichen Kuchen von gestern machen sollten, der noch immer im Kühlschrank wartete. So kam es zu der Entscheidung, in den nahegelegenen, etwas einfachereren Teil von Cangrejo zu fahren und die dortigen Leute, vor allem die Kinder, mit den Resten der riesigen Torte zu beglücken. Und unser Geschenk wurde natürlich dankbar angenommen. 🙂

26 - In Cangrejo 01 27 - In Cangrejo 02

Hinzu kam, dass ich als “Blanco” scheinbar eine ziemlich Attraktion für die Jungen und Mädchen war – viele Touristen kommen hier nämlich bestimmt nicht her.
Am späteren Abend verschlug es uns dann schließlich noch einmal nach Cabarete. Wobei Nachtfahrten in der Domnikanischen Republik etwas sind, was ich selbst meinem schlimmsten Feind nicht wünsche. Die Menschen hier fahren ja schon Tagsüber als gäbe es kein Morgen und überholen selbst in Hochrisikosituationen gnadenlos. Hinzu kommen die vielen Motorradfahrer, die weder rote Ampeln noch irgend welche anderen Verkehrsregeln berücksichtigen. Aber Nachts ist wirklich die Hölle, denn das Fernlicht bleibt bei den meisten Autos scheinbar immer eingeschaltet, egal ob jemand entgegen kommt oder nicht. Und als wäre das noch nicht genug, montieren sich viele Fahrer noch riesige, ultrahelle LED-Panels am Frontgrill oder auf dem Dach, die den Gegenverkehr noch zusätzlich zu blenden. Es macht Nachts wirklich keinen Spaß, in der Dominikanischen Republik über Land zu fahren. Aber dennoch kamen wir schließlich unbeschadte in Cabarete an und begaben uns in eine der Standbars, die jetzt kurz vor Mitternacht zu einer Diskothek mit Türstehern mutiert war.

28 - Nacht in Sosua / Night in Sosua

Am Stand war weniger los, aber im Gebäude wurde auch hier wieder viel getanzt und natürlich getrunken. Lange blieben wir aber nicht, denn leider war ja morgen bereits meine Rückreise angesetzt und ich hatte noch einiges zu packen. Daher kehrten wir schließlich schweren Herzens in die Unterkunft zurück.

Bruschetta, Chili con Carne & Fahrt nach Cabarete [13.01.2017]

Friday, January 13th, 2017

Zum heutigen Brunch wollte ich mich mal an einem typisch italienischen Antipasti versuchen, das zwar bereits öfters verzehrt aber noch nie selbst zubereitet hatte: dem Bruschetta. Meine Begleiterin war davon vor einigen Tagen im Restaurant Mare Nostrum in Bayahibe so begeistert gewesen, dass ich ihr versprechen musste alsbald selbst eben diese Bruschettas zuzubereiten. Und auch hier in der Karibik ist es dank des Internet kein Problem, ein passendes Rezept dazu zu finden – auch wenn ich mal wieder ein klein wenig improvisieren musste.
Für die Zubereitung tauchte ich also einige Tomaten in kochendes Wasser, schälte und entkernte sie und schnitt das feste Fruchtfleisch dann in kleine Würfel. Das Ganze wurde mit zerkleinerten Knoblauchzehen, etwas Essig sowie Pfeffer, Salz und ein klein wenig Oregano gewürzt. Das sonst noch dazu gehörige Basilikum habe ich hier in der dominianischen Republik weder in frischer noch in getrockneter Form finden können, daher musste es auch so gehen. Anschließend beträufelte ich einige Scheiben Ciabatta-Brot – das man auch hier problemlos im Supermarkt kaufen kann – mit Olivenöl und röstete sie im Ofen unseres Gasherds. Danach bestückte ich sie mit der Tomatenmischung und bestreute sie noch mit etwas Käse – fertig war ein überaus leckerer Brunch, der auch ratzfatz alle war.

168 - Bruschetta

Nach etwas Regen am Vormittag blieb der Nachmittag zwar trocken, aber es war weiterhin wolkig und nicht besonders einladend. Daher stellte ich mich gegen Mittag erneut an den Herd und improvisierte aus gestern gekauftem Hackfleisch, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, roten und weißen Bohnen, Möhren, Paprika und Erbsen etwas, das ich einfach als Chili con Carne bezeichnen möchte. Dazu gab es die verbliebenen Scheiben des Ciabatta, das ich bereits am Vormittag für die Bruschetta verwendet hatte.

169 - Chili con Carne

Ich hatte zwar wieder viel zu viel gekocht, doch auch heute konnten wir das überzählige Essen wieder erfolgreich an Nachbarn und Bekannte verteilen, die mich wiederum für das leckere Essen lobten. So etwas höre ich natürlich gerne – sonst koche ich ja fast ausschließlich für mich alleine.
Leider war heute auch mein letzter voller Tag in der Dominikanischen Republik und den wollte ich natürlich nicht nur in der Unterkunft verbringen. Daher zogen wir am Abend noch einmal los und fuhen zuerst nach Sosua und wenig später weiter ins etwa 15 Kilometer entfernte Cabarete, wo wir uns eigentlich an den abendlichen Strand setzen wollten. Doch ein kräftiger Wind bei nicht gerade heißen Temperaturen um die 21 bis 22 Grad verhinderte dies dann doch und wir zogen uns nach kurzem Abschätzen in eine Billiardkneipe auf einer Dachterasse an der Hauptstraße zurück, um dort etwas abzuhängen.

170 - Cabarete at Night

170a - Billiard-Bar - Cabarete

Ähnlich wie in Sosua bestand auch hier in Cabarete des Clientel der Gäste natürlich größtenteils aus Gringos, also ausländischen Touristen. Aber sonderlich viel Betrieb herrschte trotz des Freitags nicht – aber das war zu Erwarten gewesen, denn es war eben keine Hauptsaison für einen Urlaub in der Karibik.

171 - Cabarete at Night

Nach einem weiteren Versuch, am Strand einzukehren, den wir jedoch aufgrund des weiterhin kräftigen und kühlen Windes, der vom Meer herein kam, abbrachen, kehrten wir schließlich nach Sosua zurück, um dort noch einmal der Discothek City Lights einen Besuch abzustatten.
Auf dem Heimweg, es war inzwischen nach Mitternacht, stoppten wir schließlich noch einmal an einem Straßenverkaufsstand, an wir uns Pommes Frites und eine dominikanische Variante von Gyros, was beides in zwei mit Öl gefüllten Töpfen frisch frittiert wurden, versorgten.

172 - Dominikanisches Gyros mit Pommes - Sosua

Tzatziki gab es dazu hier natürlich nicht, dafür aber eine leicht pikante Würzsauce, die ein wenig an eine dünnflüssiges Salsa erinnerte. Keine leichte Kost, aber mit gerade mal 100 Pesos für eine ziemlich riesige Portion angenehm günstig.
Nach diesem späten Snack ging es zurück in die Unterkunft und gleich zu Bett – morgen musste ich mich ja leider noch packen und mich auf die Rückreise vorbereiten.

Dominikanisches Reisfleisch & La Sirena [12.01.2017]

Thursday, January 12th, 2017

Heute brauchte ich mich endlich mal wieder nicht selbst an der Herd stellen, sondern wurde bekocht – auch wenn ich natürlich ein wenig bei der Zubereitung half. Das bot mir meine Rolle als Gentleman, ich kann nicht einfach nur faul herum sitzen wenn andere nicht wissen wo ihnen der Kopf steht. 😉 Es gab Reisfleisch mit der hiesigen Variante von Kasseler und verschiedenen Gemüsesorten, dazu gab es einen Kartoffel-Möhren-Salat der in Mayonaise angemacht. Die Zubereitung erschien dabei für europäische Augen etwas Abenteuerlich, denn der Reis wurde roh in den Fleisch-Gemüsesud gegeben, mit einer Plastiktüte abgedeckt und dann beschwert, um ihn dann wie in einem improvisierten Schnellkochtopf zu garen. Aber das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen.

166 - Dominikanisches Reisgericht mit Kartoffelsalat / Dominican rice dish with potato salad

Ein wie ich fand sehr leckeres Mittagsgericht, das ich aber leider nicht vollends genießen konnte, da mich während des Verzehrs eine traurige Nachricht aus Deutschland erreichte, über die ich mich aber hier nicht weiter äußern möchte. Danach hatte ich aber erst einmal keinen Appetit mehr und ich brauchte auch einige Zeit, um nach dieser Nachricht wieder einigermaßen klar denken zu können. Erst später am Tag konnte ich mein Mahl beenden.
Doch das Leben musste weiter gehen und auch um mich ein wenig abzulenken, fuhren wir am späten Nachmittag noch einmal nach Puerto Plata ins Einkaufszentrum La Sirena, denn wir brauchten erneut einige Vorräte.

167 - La Sirena - Puerto Plata

Morgen wollte ich dann wieder mal selbst kochen – doch dazu im nächsten Beitrag mehr.