Blätterteigschnecken mit Salami & Frischkäse – das Rezept
22.03.2013 17:36 kochexperimente, kulinarisches1 Kommentar
In meinem Kühlschrank lagerte noch eine Rolle Blätterteig, die ich als Notfall-Ersatz besorgt hatte falls der Mürbeteig meines Rosenkohl-Quiches mit karamellisierten Sherry-Zwiebeln nichts werden sollte. Da ich sie dann (wie man gesehen hat) doch nicht gebraucht hatte, musste ich mir nun etwas anderes überlegen was ich damit anfange. Dabei entstand heute dieses Rezept, das ich als Blätterteigschnecken (oder Blätterteigrolle) mit Salami und Frischkäse bezeichnen möchte. Ein sehr leckerer Snack bzw. Fingerfood, das sich auch sehr gut für das Buffet auf einer Party oder Familienfeier eignet, aber auch für den privaten Fernsehabend nicht unpassend ist, da es schnell und unkompliziert zuzubereiten ist.
Was brauchen wir also alles dafür?
1 Rolle Blätterteig aus dem Kühlregal (275g)

150g – 175g Frischkäse mit Kräutern (ich wählte eine Sorte mit französischen Kräutern)

etwas Butter oder Öl zum andünsten
eventuell etwas Käse nach Wahl (Edamer, Mozzarella etc.)
Beginnen wir also damit die Zwiebel fein zu würfeln – ich nahm dazu wie üblich meinen manuellen Blitzhacker –

und die Salami etwas zu zerkleinern.

Anschließend schmelzen wir etwas Butter (alternativ geht natürlich auch Olivenöl oder was immer man im Haus hat) in einer Pfanne

und dünsten die zerkleinerte Zwiebel darin glasig an.

Dann geben wir die Salamistückchen hinzu und braten sie ebenfalls für zwei bis drei Minuten bei mittlerer Hitze mit an. Dann nehmen wir die Pfanne von der Platte und lassen alles etwas abkühlen.

Nun ist es an der Zeit, den Blätterteig auf einer passenden Unterlage auszubreiten

und ihn mit dem Kräuterfrischkäse zu bestreichen.

Darauf verteilen wir die inzwischen etwas abgekühlte Mischung aus Zwiebeln und Salami

und rollen dann alles vorsichtig und gleichmäßig von beiden Seiten her auf.

Zwar könnten wir das Ganze jetzt bereits schneiden, aber der nun zimmerwarme Teig ist sehr weich und würde sich beim schneiden verziehen und gepresst werden. Daher wickeln wir unseren aufgerollten Blätterteig erst einmal in etwas Frischhaltenfolie ein und legen ihn für ca. 30 Minuten ins Gefrierfach oder die Tiefkühltruhe.

Wenn wir ihn anschließend wieder herrausnehmen, ist er zwar noch nicht gefroren, aber zumindest so fest dass wir ihn mit einem großen scharfen Messer problemlos in 0,8 bis 1 cm dicke Scheiben schneiden können. Außerdem ich jetzt auch ein guter Zeitpunkt damit zu beginnen, den Ofen auf 180 Grad vorheizen zu lassen. (Der Wert gilt für Ober- / Unterhitze-Öfen – Gas und Umluft evtl. abweichend)

Die so entstandenen Brezelrohlinge legen wir auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech

verquirlen das Eigelb und bestreichen die Teigstücke damit. Dadurch bekommt der Blätterteig beim Backen etwas mehr Farbe.

Wer das mag, kann auch gerne einige der Rohlinge mit Käse nach Wahl bestreuen. Ich verwendete hier Edamer und Mozzarella, den ich noch im Haus hatte.

Hat der Ofen dann die gewünschte Betriebstemperatur erreicht, schieben wir unser Backblech auf der mittleren Schiene hinein und lassen dort alles für 25 bis 30 Minuten zu backen.

Anschließend können wir das Backblech entnehmen

und dann die Blätterteigbrezeln servieren und genießen.

Dank der Verwendung von bereits gut gewürzter Salami war ein zusätzliches Würzen mit Pfeffer nicht notwendig. In Kombination mit dem ebenfalls durch die Kräuter angenehm würzigen Frischkäse und dem luftig lockeren Blätterteig erwiesen sich diese kleine Fingerfood-Kreation aber als wahrer Genuss. Der Käse gibt ihnen noch eine zusätzliche angenehme Geschmacksnote, es es schmeckt auch ohne meiner Meinung nach sehr gut. Sowohl warm als auch kalt erwiesen sich diese Blätterteigschnecken als wahrer Genuss.
Das ganze erwies sich, ganz wie erwartet, natürlich nicht gerade als leichter Genuss. Die gesamte Zubereitung kommt meiner Berechnung nach – ohne Berücksichtigung des Käses – auf 2200kcal. Aufgeteilt auf sagen wir 25 Teile hat eine solche Blätterteigbrezel somit im Durchschnitt 88kcal. Das klingt im ersten Moment zwar nicht viel, summiert sich aber schnell da man ja in der Regel nicht nur eine isst. Da kommen schnell mal einige hundert kcal zusammen. Hier könnte man natürlich noch etwas kcal sparen, indem man eine Light-Variante des Kräuterfrischkäses und fettarme Putensalami einsetzt. Aber bei Fingerfood bin ich da ja nicht so – hauptsache es schmeckt. Und das war hier auf jeden Fall gegeben.
Guten Appetit
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Grüner Spargel im Schinken-Kartoffel-Mantel – das Rezept
1.05.2012 15:27 kochexperimente, kulinarisches10 Kommentare
Aktuell ist ja wieder Spargel-Saison, da wollte ich es natürlich nicht versäumen auch mal wieder ein Gericht mit diesem sehr leckeren Gemüse zuzubereiten. Glücklicherweise hatte ich dazu auch gleich ein passendes Rezept parat, dass ich sowieso schon seit längerem ausprobieren wollte. Also entstand heute in meiner Küche
Davor musste ich aufgrund des heutigen Feiertags gestern Abend natürlich noch einkaufen. Und ich bekam auch fast alles sofort in meinem Lieblings-Supermarkt, einzig das Bärlauch dort war aus. Also musste ich nach dem auspacken meines ersten Einkaufs noch einmal los und machte mich auf die verzweifelte Suche nach einem Geschäft dass noch Bärlauch anbot. Doch weder die beiden nächsten Supermärkte die ich besuchte noch ein kleiner Lebensmittel-Laden eines älteren Herren mit nahöstlichen Migrationshintergrund hatte dies noch vorrätig. Fast war ich schon drauf und dran in die S-Bahn zu steigen und mein Glück auf dem Viktualienmarkt zu versuchen, dann kam ich aber noch an einem weiteren Supermarkt der Kette Tengelmann vorbei, den ich eigentlich eher für sein dem Mainstream angepasstes Angebot kenne. Doch aus lauter Verzweiflung versuchte ich es auch hier und, siehe da, hier wurde ich doch tatsächlich fündig.
Gut, ich hätte auch in die Wälder fahren können wo dieses Gewächs aus der Familie der Lauchartigen mit seinem Knoblaucharoma – man kennt es auch unter Namen wie Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, Ramsen oder Waldherre – ja aktuell massenhaft wachsen soll. Doch wenn ich es im Laden bekam – und dann sogar noch als Bio-Bärlauch – war es mir natürlich am liebsten. So stand schließlich meinem heutigen Kochexperiment nichts mehr im Wege.
Was brauchen wir also für 2 Portionen?
600-650g Kartoffeln (Ich machte etwas mehr der Kartoffelzubereitung, um sie auch als Sättigungsbeilage nutzen zu können – will man es nur für die Füllung verwenden reichen 200g Kartoffeln)

100g Gorgonzola dolce (Jüngeren, milderen Gorgonzola)

4 Scheiben Kochschinken – dickere Scheiben eignen sich hier am besten

einige Blätter frischen Bärlauch

sowie Salz, Pfeffer und Muskatnuss zum würzen
und etwas Butter oder Öl zum ausfetten der Auflaufform
Beginnen wir damit, die Kartoffeln zu schälen

und in etwas Salzwasser zu kochen.

Während die Kartoffeln am kochen sind, waschen wir den Spargel gründlich, trocknen ihn und schneiden dann die unteren, hölzernen Enden ab wobei wir versuchen sollten alle Stengel auf die gleiche Länge zu bringen.

Dann schälen wir das untere Drittel unserer Spargelstangen mit einem Spargel- oder (wenn nicht vorhanden) einem Sparschäler. Dabei ist Vorsicht geboten, da vor allem der grüne Spargel leicht bricht.

Sind die Kartoffeln dann weich gekocht – ich prüfe dass indem ich sie mit einer Gabel ansteche – gießen wir sie ab, lassen sie etwas abkühlen

und zerkleinern sie dann mit einer Kartoffelpresse oder (wenn nicht vorhanden) einer Reibe. Ggf. kann man natürlich auch eine Küchenmaschine verwenden.

Außerdem bringen wir etwas Salzwasser zum kochen und blanchieren dann unseren Spargel darin für 3 bis 4 Minuten

und zerkleinern des Gorgonzola etwas.

Die gepressten Kartoffeln geben wir nun in einem kleinen Topf, erwärmen diesen auf niedriger Stufe und gießen alles mit einem kräftigen Schuss Sahne auf

um es dann kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss zu würzen.

Hat die Masse etwas Temperatur erreicht, geben wir dann auch den Gorgonzola hinein

und lassen ihn bei guten Durchrühren sanft schmelzen und in der Kartoffelmasse aufgehen. Für zwei bis drei weitere Minuten lassen wir es dann noch sanft köcheln und stellen es dann beiseite.

Sobald unser Spargel seine drei bis vier Minuten blanchiert wurde, nehmen wir ihn mit einer Schöpfkelle heraus und schrecken ihn sofort in einer Schüssel mit eiskalten Wasser ab. Dadurch wird der Garvorgang unterbrochen und die grüne Farbe bleibt besser erhalten.

Anschließend trocknen wir ihn mit etwas Küchenpapier ab.

Jetzt können wir auch unser Bärlauch gründlich waschen und es dann zerkleinern. Da ich keine Infos dazu fand wie man es anders macht, nutzte ich mein Wiegemesser dazu.

Aus den Eigelb, der Creme frâiche und dem zerkleinerten Bärlauch rühren wir uns dann eine cremige Masse – daraus wird später unser Guß.

Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt den Backofen auf 200 Grad vorzuheizen.
Als nächstes nehmen wir den Schinken zur Hand, halbieren ihn und bestreichen die eine Seite großzügig mit unserer Kartoffel-Gorgonzola-Masse,

um sie dann mit dem grünen Spargel, den ich zu diesem Zweck noch einmal halbierte, zu belegen. Die Spitzen sollten dabei zur Runden Seite zeigen.

Nachdem wir die Päckchen dann vorsichtig zusammengerollt haben, legen wir sie in eine leicht ausgefettete Auflaufform

und übergießen die Schinken-Seiten jeweils mit unserer Bärlauch – Creme fraiche – Masse.

Sobald der Backofen aufgeheizt ist, geben wir dann unsere Auflaufform für 15 bis 20 Minuten auf der mittleren Schiene hinein und lassen alles überbacken.

Dann brauchen wir das Gericht nur noch aus dem Ofen zu nehmen

und sofort und noch heiß zu servieren.

Und dieses Gericht erwies sich geschmacklich als wirklich etwas ganz besonderes wie ich fand. Ich hatte etwas befürchtet, dass sich das Gorgonzola-Aroma als zu dominant erweisen würde, doch nach den ersten Bissen konnte ich diese Befürchtung als unbegründet abtun. Viel mehr fand ich die Kombination aus zartem grünen Spargel mit der würzigen, festen Kartoffelmasse und dem Schinken als Fleischkomponente geschmacklich wunderbar abgestimmt. Gemeinsam mit dem leicht knoblauchartigen Aroma des zerkleinerten Bärlauchs, das durch den cremigen Guß hinzugefügt wurde, erwies das Gericht als geschmacklich absolut gelungen. Ich muss zugeben dass ich mich etwas geärgert habe nicht mehr zubereitet zu haben. Einzig die Tatsache dass der Guss etwas zerlaufen was minderte das Ergebnis leicht, doch ich hatte hier wohl einfach zu wenig Creme fraiche verwendet – daher habe ich die Zutaten entsprechend angepasst.
Und auch was die Nährwerte angeht kann sich das Gericht sehen lassen. Für alles zusammen komme ich auf knapp 1200kcal, das entspricht also 600kcal pro Portion – ein Wert mit dem ich für ein Hauptgericht absolut leben kann. Es hatte sich dabei wirklich gelohnt dass ich mir die Mühe gemacht hatte doch noch frisches Bärlauch zu besorgen, denn dies machte meiner Meinung nach einen nicht unbedeutenden Teil des geschmacklichen Gesamterlebnisses aus. Die Zubereitung ist zwar etwas aufwändiger, aber die Mühe lohnt sich alle mal. Ich kann das Rezept auf jeden Fall mal wieder vorbehaltlos weiter empfehlen und jedem Liebhaber von Spargel absolut ans Herz legen. Das hier ist meiner Meinung nach weitaus besser als die gewöhnlichen Spargel-Gerichte mit Sauce Hollandaise.
Guten Appetit

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