Point Alpha Memorial – Besuch an der ehemaligen Innerdeutschen Grenze
9.04.2011 22:36 Photowalks, reisenUnkommentiert
Im Rahmen eines Ausfluges mit Besuchern von der anderen Seite des Erdballs, um genau zu sein vom Kontinent der Kängeruhs und Koalas, begaben wir uns letztes Wochenende zur Gedenkstätte Point Alpha zwischen dem Hessischen Ort Rasdort und dem Thüringischen Ort Geisa, einem einmaligen Stückchen deutsch-deutscher Geschichte an dem man auch über 20 Jahre nach der Wiedervereinigung einen Teil der damaligen Trennung der beiden deutschen Staaten live erleben kann.
Größere Kartenansicht
Der eigentliche Point Alpha ist dabei eine Beobachtungsstation des U.S. Militärs, der bis zum Fall der Mauer und somit auch der Grenze dazu diente die Aktivitäten des Warschauer Paktes insbesondere der DDR Grenzsoldaten im Auge zu behalten. Doch dazu später mehr.
Nachdem wir unsere Autos direkt vor dieser ehemaligen Basis und heutigen Gedenkstätte abgestellt hatten, wandten wir uns erst einmal der direkt vor uns liegenden hessisch-thüringischen Grenze zu, an der wir bereits von Weitem die originalgetreu rekonstruierten Grenzanlagen erkennen konnten.
Auch wenn es schon lange her ist kann ich mich noch gut an die Zeit erinnern als Befestigungen dieser Art durch das komplette Republik gingen und unser Land in zwei Systeme und Staaten teilte. Über Vor- und Nachteile der Wiedervereinigung oder ähnliches möchte ich mich hier aber nicht auslassen, ich habe lange genug nach der Grenzöffnung in Thüringen, vor allem in Jena, gelebt um meine eigene Meinung über das Ossi / Wessi Gerede zu haben dass einige Mitbürger auch noch heute von sich geben.
Der Teil der Befestigungen direkt an der U.S. Basis mit ihrem Aussichtssturm entsprechen der letzten Ausbaustufe der Grenze wie sie bis 1989/90 existiert hat. Hinter einem dichten Drahtzaun und einem Minenfeld folgte auf DDR-Seite eine Betonmauer die das Durchbrechen der Grenze mit Fahrzeugen zusätzlich erschweren sollte.

Links: Blick am Grenzzaun entlang – Rechts: Grenze von der Thüringischen Seite mit Blick auf den Aussichtsturm
Nach einem weiteren Rasenstreifen folgte ein Patrouillienweg der Grenztruppen der DDR, der historischen Quellen nach von der Ostsee bis hinunter zur tschechischen (damals tschechoslowakischen) Grenze durchgehend befahrbar war. Ihn säumten Wachtürme verschiedenster Bauart sowie Beobachtungsbunker.
Wir entschlossen uns dem Weg ein Stück entlang der ehemaligen Grenze zu folgen. Aufgrund der Sperrung des Gebietes für mehr als dreißig Jahre war hier über die Jahre ein Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen entstanden, die anderswo fast ausgestorben waren weswegen große Teile der ehemaligen Grenze heutzutage auch unter Naturschutz stehen.
Nach einigen Metern sahen wir dabei auch eine der Laufleinen für die Wachhunde der Grenztruppen – der Hund der hier stand war allerdings nur eine Attrappe was auch unser kleiner Mops Paul schnell nach kurzem schnüffeln offensichtlich erleichtert feststellte.
Wir setzten unseren Weg fort und konnten nun verschiedene Ausbaustufen der ehemaligen Grenze sehen, die hier zur Veranschaulichung aufgebaut worden waren. Vorgänger der eben gezeigten Grenzanlagen war ein doppelter Stacheldrahtzahn gewesen, zwischen dessen Zäunen sich stellenweise ein Minenstreifen befunden hatte.
Noch früher hatte die Grenze nur aus einem einfachen, relativ niedrigen Stacheldrahtzaun bestanden, der eher an einen besseren Weidezaun als an eine wirklich Grenze erinnert.
Etwas weiter hatte man noch eine Schranke mit Panzersperren aufgestellt, wie sie wohl kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf den Verbindungsstraßen zwischen den einzelnen Besatzungszonen zu sehen gewesen waren. Auf der Mitte der Schranke dabei ein Schild mit dem Wort Stop in kyrillischen Buchstaben.
Einige Meter weiter erreichten wir das sogenannte Haus auf der Grenze, ein kleines Museum in dessen Inneren einige weitere Überbleibsel der alten Deutsch-Deutschen Grenze zu sehen sein sollten. Doch bevor wir uns hinein begaben, umrundeten wir das Gebäude erst einmal. Direkt hinter dem Gebäude findet sich die Spirale des Friedens, ein Werk des deutschen Künstlers Friedel Deventer. Die Plastik aus Stahl und Polyester, an dessen Spiralarmen das Wort Frieden in drei Sprachen prangt erinnerte mich dabei im ersten Moment an vorwendliche sozialistische Kunst, stammte aber aus dem Jahre 2003.
Dann wandten wir uns in das innere des Museums, dessen Eintritt vier Euro kostete und in dem einige interessante Ausstellungsstücke der Grenztruppen zu besichtigen waren. So gab es verschiedene Fahrzeuge zu sehen, darunter ein Trabant Geländewagen und ein alter Horch P3, der bis 1966 von den VEB Automobilwerke Ludwigsfelde für die NVA hergestellt worden war.
Auch bekamen wir ein orignalgetreu rekonstruiertes Büro der Grenztruppen zu sehen, komplett mit uniformierten Pappkameraden, sozialistischen Einheitsmöbeln und dem kategorischen Bild des Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker.
Außerdem gab es noch einige Schilder, Grenzsteine, alten Waffen der NVA sowie auch die berüchtigten Selbstschußanlagen zu sehen, die eigentlich gerichtete Splitterminen waren und zwischen 1970 und 1984 eine Flucht aus der DDR zusätzlich erschwerten. Leider habe ich gerade von diesen kein Bild, aber bei Wikipedia gibt es zufälligerweise ein Bild genau dieser hier ausgestellten Mine.
Nach Besuch dieses Museums machten wir uns auf den Rückweg zur ehemaligen U.S. Basis, die wir auch noch besichtigen wollten. Im Eintritt für das Museum war der Eintritt für diese Einrichtung inbegriffen, daher brauchten wir hier nicht noch einmal zu bezahlen.
Ein Warnschild am Eingangsbereich sorgte dabei für einige meiner Begleiter und mich für etwas Verwirrung, die Kassenangestellte teilte uns jedoch mit dass dies nur ein historisches Schild sei und wir das Verbot darauf nicht mehr berücksichtigen müssten.
Als erstes interessierte uns natürlich der Aussichtsturm selbst, den man über eine kleine Treppe besteigen konnte. Direkt unter der Aussichtsplattform fand sich auch noch das ehemalige Wachbüro, das jedoch verschlossen und somit für uns nicht zugänglich war. Von oben hatten wir aber einen wunderbaren Blick auf die Grenze und das dahinter liegende Thüringen.

Beobachtungsturm der U.S. Army

Links: Blick auf die Grenzanlagen – Rechts: Thüringen und der Ort Geisa
Auf dem Gelände selbst waren einige alte Fahrzeuge der U.S. Army, darunter ein Mannschaftstransporter und ein Panzer – ich meine einen M60 Kampfpanzer – ausgestellt. Weiter unten hatte sich früher auch noch eine Halle mit zwei Hubschraubern befunden, doch diese war leider letzten Winter unter der Schneelast zusammengebrochen und hatte die beiden Fluggeräte zerstört. Ihre Reste lagern jetzt unter Planen auf dem Hof davor (hinter dem Panzer zusehen).
Neben einer Snack-Bar und einem Beergarden fand sich auch hier noch ein weiteres Museum, indem wir unter anderem einen konservierten Wohnraum eines U.S. Soldaten der damaligen Zeit sowie einige Waffen, Photos und Uniformen besichtigen konnten. Sehr sehenswert war dabei der Hauptgang des Gebäudes gestaltet, an dessen Wände lebensgroße Fotos der Soldaten angebracht waren und der auf eine beleuchtete US-Flagge hin führte.
Alles in allem eine wirklich sehr interessante Tour muss ich sagen. Durchaus Sehenswert und ein guter Punkt um Besuchern aus dem Ausland und auch jüngeren Deutschen zu zeigen wie die Verhältnisse an der Innerdeutschen Grenze damals waren.
Dabei ist der Point Alpha mit Sicherheit nur eine von vielen Gedenkstätten am alten Eisernen Vorhang, aber es war die erste die ich bewusst besucht und besichtigt habe. Und auch unseren Gästen hat es sehr gefallen – sie kannten dies alles nur aus Erzählungen. Und die nordhessische und thüringische Berglandschaft ist natürlich auch immer einen Besuch wert.
Tags: border, brd, ddr, deutschland, German border, germany, geschichte, grenze, historisch, Innerdeutsche Grenze, Point Alpha
Die achte Karte – Kate Mosse
13.08.2010 16:25 literarischesUnkommentiert
Mit “Die achte Karte” habe ich nach dem Werk Das verlorene Labyrinth zum zweiten Mal einen Roman der britischen Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin Kate Mosse konsumiert. Dabei hatte ich die Hörbuchversion gewählt, die ich wie immer bei meinem Hörbuch-Dealer Audible erworben hatte. Wie auch der Vorgängerroman, der aber von der Handlung her in keinerlei Zusammenhang zu diesem Buch steht, spielt auch dies von Tanja Geke gesprochene Werk wieder im Südwesten von Frankreich in der Gegend um Carcassonne und wieder hat die Autorin zwei parallel laufende Handlungsstränge gewählt, wovon einer in der Jetztzeit verläuft und der zweite in der Vergangenheit – um genau zu sein im ausgehenden 19ten Jahrhundert. Die Autorin, die wie ich gelesen habe auch privat selbst viel Zeit des Jahres in Carcassonne verbringt, hat also auch in diesem Werk wie im Verlornen Labyrinth ihrer Vorliebe für diese Gegend im Südwesten Frankreichs zum Ausdruck gebracht. Primär geht es in der Geschichte aber in der Jetztzeit um die amerikanische Musikwissenschaftlerin Meredith, die einen Besuch in Frankreich nicht nur dazu nutzt um Recherchen für ihr aktuelles Buch durchzuführen, sondern auch um Nachforschungen über die Herkunft ihrer Familie durchzuführen. Als sie auf einem Tarotset eine Karte entdeckt, deren Abbild ihr selbst fas bis aufs Haar gleicht, führt es sie auf die Spur von Leonie Vernier, einer jungen Frau, die mit ihrem Bruder Anatole am Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Paris und später in der Nähe von Carcassonne lebte. Da sie auch einige Familienerbstücke besitzt, die ebenfalls in diese Gegend Frankreichs verweisen, führt sie ihre Reise schließlich in diese Gegend. Parallel wird in der Vergangenheit die Geschichte eben jener Leonie sowie ihres Bruders erzählt. Es fällt mir an dieser Stelle schwer etwas von der weiteren Handlung zu erzählen, ohne zu viel aus dem Inhalt zu verraten, daher möchte ich mich darauf beschränken dass es im weiteren Verlauf des Buches um Liebe, Rache, den Mystizismus von Okzitanien und ein Tarotkartenspiel.
Ich persönlich fand das Buch zwar gut recherchiert, spannend und unterhaltsam, aber mit einer Laufzeit von zweiundzwanzigeinhalb Stunden stellenweise etwas langatmig für den Plot der Gesamtgeschichte. Sowohl der in der aktuellen Zeit spielende Krimiteil als auch die etwas in surreale, mystische Welten abrutschende Geschichte um Leonie und Anatole in der Vergangenheit ist sehr detailreich beschrieben und lässt den Hörer gut in die Umgebungen, in der das ganze jeweils spielt abtauchen. Dass immer mal wieder französische und okzitanische Sätze eingestreut werden, die nicht immer übersetzt oder erläutert werden fand ich am Anfang zwar etwas störend, aber da es mit zum Aufbau einer passenden Stimmung im Gesamtfluß des Erzählung führt, erwies es sich letztlich als dennoch passend. In der Summe fand ich das Buch etwas schwächer als ihr erstes Werk Das verlorene Labyrinth, aber dennoch hat Kate Mosse auch mit diesem Buch wieder eine gute und empfehlenswerte Geschichte abgeliefert, die ich vorbehaltlos empfehlen kann.
Meine Wertung: 
Tags: audible, buch, carcassonne, die achte karte, geschichte, hoerbuch, kate mosse, literatur
Im Namen Caesars [SPQR 10]
27.07.2010 22:06 literarischesUnkommentiert
Dieses Mal habe ich ganze acht Tage benötigt, um den zehnten Teil von John Maddox Roberts SPQR-Reihe mit dem Titel Im Namen Caesars zu konsumieren. Bei einer wieder im Gegensatz zum Vorgängerband Die Schiffe der Kleopatra auf nun 335 Seiten gewachsener Seitenzahl eine recht passable Leistung denke ich, aber dank der amüsanten und spannenden Schreibweise von Roberts und natürlich auch der gelungenen deutschen Übersetzung gingen Seite um Seite vorüber ohne dass ich es groß zur Kenntnis nahm.
Nach erfolgreich abgeschlossener Piratenjagd in den Gewässern um Zypern weilt Decius Caecilius Metellus in diesem Krimi wieder in Rom und setzt seinen Weg auf dem Cursus honorum fort und kandidiert als Praetor. Seine Aussichten für eine Wahl steht gut und auch als ein römischer Bürger aus der Provinz auftaucht, ihn der Korruption anklagt und ihn kurz vor der Wahl noch vor Gericht zitieren lassen will, sieht er diese Vorkommnisse eher gelassen. Doch am Tag der Verhandlung wird sein Ankläger ermordet auf den Treppen des Gerichtes gefunden und der Verdacht fällt natürlich sofort auf Decius. Sollte er bei der Verhandlung dieses Mordfalles schuldig gesprochen werden, kann ihm das nicht nur sein fast sicheres Amt sondern sogar sein Leben kosten. Ihm bleiben nur wenige Tage um diese verworrene und geschickt eingefädelte Verschwörung aufzudecken und seine Unschuld zu beweisen.
Wieder gelingt es John Maddox Roberts in diesem Roman, den umfangreichen und spannenden Kriminalfall mit einer kleinen Geschichtsstunde über das alte Rom in den letzten Jahren der Republik zu verbinden. Der vorliegende Fall basiert zwar dieses Mal nicht wie einige seiner Vorgängerromane wie z.B. die Catilina-Verschwörung oder Der Frevel des Clodius auf wahren geschichtlichen Ereignissen, jedoch gelingt es dem Autor wieder sehr gut, echte historische Persönlichkeiten wie den Marcus Tullius Cicero, Marcus Porcius Cato oder Gnaeus Pompeius Magnus in die Geschichte zu verweben und diesen historischen Persönlichkeiten mit ihren überlieferten Eigenheiten neues Leben einzuhauchen. Auch die politischen und gesellschaftlichen Zustände im Rom des ausgehenden vorchristlichen Jahrhunderts – die Gesichte spielt im Jahre 702/703 a. u. c. (ab urbe condita oder auch für Anno Urbis Conditae – Jahre seit der Stadtgründung Roms) bzw 51/50 v. Christus – sowie die verschiedenen Pro- und Contra-Caesar Strömungen inklusive der Beweggründe für diese Haltung unter den mehr oder weniger Mächtigen versteht er wieder sehr gelungen darzustellen und dem Leser zu vermitteln. Ich habe das Buch mal wieder sehr genossen. Auch hier kann ich wieder eine vorbehaltlose Empfehlung abgeben.
Meine Wertung: 
Tags: antike, buch, Decius Caecilius Metellus, geschichte, John Maddox Roberts, literatur, Römer, Rom, SPQR
Die Schiffe der Kleopatra [SPQR 9]
18.07.2010 23:28 literarisches1 Kommentar
Mit Die Schiffe der Kleopatra habe ich nun auch den neunten Teil der SPQR-Reihe des amerikanische Autors John Maddox Roberts abgeschlossen. Mal wieder in Rekordzeit muss ich dazu sagen – trotz der 284 Seiten, was wieder weitaus mehr als der Vorgängerroman war – aber die Bücher der SPQR-Reihe verschlinge ich nun mal wie nichts. Das mag zum einen an dem kurzweiligen Schreibstil des Authors liegen, zum anderen hängt es aber bestimmt auch mit einer gewissen Begeisterung zusammen, die ich aktuell noch immer für die Abenteuer des Decius Caecilius Metellus hege. Und auch mit diesem Band sollte Roberts seine Leser nicht enttäuschen.
Decius verschlägt es nach seiner Amtszeit als Aedil im Jahre 51 vor Christus nach Zypern, das aktuell unter römischer Herrschaft steht. Sein offizieller Auftrag ist es, das östliche Mittelmeer von Piraten zu säubern, die nach ihrer scheinbaren Vernichtung vor einigen Jahren wieder verstärkt in Erscheinung treten. Doch seine Bemühungen sind für die erste Zeit nicht von großem Erfolg geprägt, denn der Gegner scheint bestens Informiert und ihm immer einen Schritt voraus. Auch die Unterstützung der gerade siebzehnjährigen, ptolomäischen Prinzessin Kleopatra, die sich ebenfalls auf Zypern aufhält und Decius unter der Bedingung an der Jagd teilnehmen zu dürfen zusätzliche Schiffe und Männer zur Verfügung stellt, scheint dabei wenig zu helfen. Als dann der römische Stadthalter Silvanus bizarr ermordet wird, indem er an einer Überdosis Weihrauch erstickt, spitzen sich die Ereignisse zu. Die Verstrickungen der Hintermänner der Piraten scheinen weiter zu gehen als zuerst gedacht und schon bald ist auch Decius selbst in ernster Gefahr.
Für mich war dieser Roman eine weitere Geschichtsstunde, die amüsant und spannend in eine antike Krimigeschichte verpackt worden ist. Decius Caecilius Metellus erzählt wieder in der bekannten Ich-Form von den Ereignissen, die er selbst als alter Mann niederzuschreiben scheint. Man lernt nicht nur einiges über die Abneigung der Römer vor Seeschlachten, die römischen Schiffstypen zum Ende der alten Republik, die Machtverhältnisse und Handelswege im östlichen Mittelmeer knapp ein halbes Jahrhundert vor der Zeitenwende, römische Getreideflotten nach Ägypten und die Verehrung der Aphrodite, die der Legende nach aus Meerschaum geboren auf Zypern das erste Mal an Land trat und deren Kult ebenfalls eine gewisse Rolle innerhalb des Romans spielt. Ich habe mir bevor ich das ganze hier lobe natürlich die Zeit genommen und habe die geschichtlichen Eckdaten überprüft – aber wie immer hat der Autor John Maddox Roberts hier gute Arbeit bei der Recherche geleistet. Die einzigen beiden Dinge wo man ihm weiterhin schlechte Nachforschung vorwerfen kann sind zum einen, dass es ja eigentlich “Senatus Populesque Romaus” (Senat und Volk von Rom) und nicht (wie auch der Titel des ersten Romans der Reihe) “Senatus Populus Que Romanus“, und zum anderen seine Behauptung die Sklaven im alten Rom hätten sich durch andere, dunklere und einfachere Kleidung von den Römern unterschieden haben (was er z.B. in Tod eines Centurio behauptet). Das einzige was sie damals nicht tragen durften war die Toga, die ein Kleidungsstück der freien Römer mit vollen Bürgerrechten war. Davon abgesehen habe ich ihm aber bisher noch keinen wirklichen geschichtlichen Fehler nachweisen können. Für Decius, seinen Haussklaven Hermes und seine Frau Julia, die später im Verlauf ebenfalls zu den Protagonisten stößt, war dieses Buch auf jeden Fall wieder ein sowohl amüsant als auch spannend zu lesendes Abenteuer und für mich war es eine kurzweilige, spannende und auch interessante Lektüre. Und mit dem Folgeband habe ich bereits begonnen…
Meine Wertung:
Tags: antike, buch, Decius Caecilius Metellus, geschichte, John Maddox Roberts, kleopatra, literatur, piraten, Römer, Rom, SPQR, zypern
Die Rache der Flußgötter [SPQR 8]
11.07.2010 23:29 literarischesUnkommentiert
Eigentlich schon Anfang der Woche habe ich nun auch Die Rache der Flußgötter, den achten Teil der SPQR Reihe des amerikanischen Authors John Maddox Roberts abgeschlossen. Wieder einmal ein wirklich gelungener historischer Roman um den Römer Decius Caecilius Metellus, der in diesem Band in das kostspielige Amt eines Ädilen gewählt wurde und somit neben der Ausrichtung von Spielen auch für die Sicherheit und die Bauaufsicht innerhalb der Stadt zuständig ist. Als eine Insula, die römische Version einer Mietskaserne, mitten in der Stadt zusammenbricht und hunderte ihrer Bewohner mit in den Tod reißt, ist mal wieder sein Spürsinn gefragt. Denn wie sich bald heraus stellt, steckt hinter der Sache weitaus mehr als nur Schlamperei beim Bau. Und dass der Tiber kurz davor steht über die Ufer zu treten macht seine Ermittlungen nicht gerade einfacher.
Ein weiteres Mal hat es wirklich Spaß gemacht, den Ermittlungen dieses antiken Sherlock Holmes durch das Buch zu folgen. Mit seinen 277 Seiten ist da Buch dieses Mal etwas umfangreicher als sein sein Vorgänger gewesen, aber das hat mich nicht abgehalten auch dieses Buch in kürzester Zeit zu verschlingen. Dank Roberts guter Recherche – eine Tatsache die ich gerne immer wieder erwähne und lobe – wird das ganze auch wieder zu etwas Geschichtsunterricht während der Leser dem Ädile unter anderem in die Cloaca Maxima, dem Abwassersystem unterhalb Roms und in die Leichengruben vor den Toren der Stadt folgt. Zwar fand ich dass der Autor dieses Mal den Spannungsbogen erst kurz vor dem Showdown wirklich anzieht, aber das tat der Unterhaltsamkeit des gesamten Buches meiner Meinung nach keinen Abbruch. Ein weiterer gelungener Ausflug in die Welt des alten Roms zur Endzeit der alten Republik. Ich habe die Geschichte und die damit verbunden Auffrischung meines Geschichtswissens wieder einmal sehr genossen. Auch dieses Buch kann ich wieder vorbehaltlos weiterempfehlen – wobei das Lesen der anderen sieben Teile nicht unbedingt notwendig, aber doch alleine der Unterhaltung wegen durchaus zu empfehlen ist.
Meine Wertung:
Tags: Decius Caecilius Metellus, geschichte, historisch, John Maddox Roberts, Krimi, literatur, Rom, roman, SPQR
































