Monterey City und South Highway 1 [28.05.2006]

Ich war ja wie ich bereits berichtete vor etwas über einem Monat bereits alleine nach Süden aufgebrochen und hatte Pebble Beach und den unteren Teil der Monterey Peninsula besucht. Damals hatte ich jedoch die Stadt Monterey selbst ausgelassen – ein Versäumnis daß ich am Sonntag, dem 28.05. gemeinsam mit den bereits erwähnten Kollegen (der eine mit seiner Freundin) nachholte.

Wir brachen diesmal bereits etwas früher, es war wohl gegen 11.00 Uhr, auf und wandten uns auf dem Highway 101 nach Süden. Wohl auch aufgrund des am Montag bevorstehenden Memorial Day war der Verkehr ziemlich dicht und wir kamen schlecht voran, so daß wir uns dazu entschlossen auf der hälfte der Strecke eine kleine Mittagspause einzulegen. Direkt neben dem Highway bot sich dazu ein Carl’s Jr. / The-Green-Burrito Restaurant an, daß wir kurz vor Gilroy, es muß wohl im kleinen Städtchen Morgan Hill gewesen sein, neben dem Highway entdeckten.

Carl's Jr. / The Green Burrito - Sign Carl's Jr. / The Green Burrito - Restaurant

Ich hatte bereits auf Hawaii einmal Jack in the Box probiert und ich muß sagen daß sowohl Carl’s Jr. als auch Jack in the Box besser schmecken als McDonalds oder Burger King. Natürlich ist es Fast Food, aber auch hier gibt es feine Unterschiede. Hätte nichts dagegen wenn diese Ketten auch in Europa Filialen eröffnen bzw. ein Franchising-Programm starten würden. Mal davon abgesehen würden mit Sicherheit auch die Burritos eine nette Alternative zum Döner bieten.

In Gilroy selbst nahmen wir um dem weiterhin zähen Verkehr auszuweichen die Querverbindung in Richtung Watsonville und fuhren den Rest der Strecke über den südlichen Highway 1 bis Monterey.

Monterey
Schließlich in Monterey angekommen machten wir uns auf die Suche nach einem Parkplatz und fanden dann auch einen in einer Seitenstraße. Von dort aus begaben wir uns auf den Weg auf die Touristenmeile, die auch hier mit “Fishermans Wharf” bezeichnet war, wobei wir einen Teil der Innenstadt durchliefen.

Monterey Trolley Monterey City

Besagter Wharf stellte sich dann wirklich als ein ähnliches Massentourismus-Ding heraus wie es auch jener in San Francisco ist. Wir alle, keine Freunde des Massentourismus, waren nicht so extrem begeistert – aber jetzt waren wir schon einmal hier und sahen ihn uns natürlich auch einmal an.

Monterey - Fishermans Wharf Monterey - Fishermans Wharf II

Von nahem betrachtet stellte sich dieser Ort als genau das heraus nach was es von weitem bereits aussah: Eine Touristenfalle hoch drei. Imbissbuden, Souvenirläden und Büros für Ausflüge aufs Meer beherrschten die Szenerie. Außerdem drängten sich die Leute hier dicht an dicht.

Monterey - Fishermans Wharf III Monterey - Fishermans Wharf IV

Wir ‘kämpften‘ uns bis zum vorderen Ende des Wharfs durch und bestiegen die Aussichtsplattform an dessen Spitze, um von dort noch einige Fotos vom Hafenbecken. Die Gegend war schon schön – aber halt zu Touristisch für unser aller Geschmack.

Monterey - Harbor Monterey - Harbor II

South Highway 1 (reloaded)
Für den Rückweg entschieden wir kurzfristig den kompletten Highway 1 bis nach Halfmoon Bay zu fahren – die Strecke kannte ich ja bereits, da ich sie bereits zwei mal alleine gefahren und daher bestand auch keinerlei Gefahr daß wir uns verfuhren – ich konnte unseren Fahrer ggf. leiten (auch wenn er das rigoros ablehnte ­čśë ).
Unseren ersten Stop legten wir an der Scott Creek Beach ein, die ich ja bereits in Highway 1 – Part 2/2 [22.04.2006] beschrieben hatte. Diesmal bot sie aber noch eine weitere Besonderheit: Kite-Surfing.

Scotts Creek Beach - Kite Surfer Scotts Creek Beach - Kite Surfers
Scotts Creek Beach - Kite Surfers II

Der Wind war hier fast so heftig wie am Vortag an Abbotts Lagoon – ideale Bedingungen für Kite Surfer. Leider habe ich von den Sprüngen die einige der Surfer zustande brachten keine Fotos, aber daß sie eine Höhe von 8 Metern dabei erreichten halte ich für keinesfalls übertrieben.

Schließlich fuhren wir weiter auf dem Highway 1 in Richtung Norden und stoppten noch ein letztes Mal an einer der Beaches. Den Namen habe ich leider nicht – es war jedoch wenn man von Norden den Highway 1 hinunter fährt die zweite State Beach nach der St. Gregorio State Beach (jene die ich damals als erste hier besucht hatte), aber noch vor der Pescadero State Beach. Im Grunde genommen bei den vielen State Beaches, die Klippen waren zwar schö anzusehen – nicht so besonderes – aber doch eine nette Unterbrechung unserer Tour zurück nach San Francisco.

Beach and Cliffs Pacific Ocean - Dawn
Beach Cave Beach

Auf dem Rest der Tour, Highway 1 bis Half Moon bay und dann über den Highway 92, auf dem mal wieder ein kleiner Stau war rüber bis zum Highway 280 und auf dem hoch bis San Franciscos verlief die Fahrt ereignislos.
Kleines Fazit: Monterey selbst ist wohl eher etwas für die Liebhaber des Massentourismus, aber der Highway 1 ist meiner Meinung nach immer wieder einen Besuch wert ­čśë

Evolution vs. Creationism

evolution vs. creationism

WTF ? Mir war ja bewußt daß hier in den USA ein unterschwelliger Konflikt zwischen den Anhängern der darwinschen Evolutionstheorie und den sogenannten Neo-Kreationisten herrscht, aber was der Herr (oder die Dame) hier auf das Auto geklebt hat war mein erster direkter Kontakt damit. Schauen wir uns einmal näher an welche Statements hier vertreten werden:

Ein Jesus-Fisch (den kennt man ja auch aus Deutschland) und ein Darwin-Fisch mit Beinen stehen sich (symbolisch gesehen) von Angesicht zu angesicht gegenüber. Der Aufkleber darunter mit der These “Evolution is God’s Greatest Creation” (Evolution ist Gottes größte Schöpfung) würde mich dazu verleiten die Person der Gruppe der Kreationisten zuzuordnen, aber das ist Auslegungssache.

Die Aussage “Just pretend it’s all Ok” auf einer mit einem Stars & Stripes Muster versehenen Schleife lässt mich in Verbindung mit dem Nummernschild “Fly*B1” die Person dem republikanischen Lager zuordnen – also ein Bush Befürworter ? Oder nur ein Patriot ?

Der nächste Sticker lässt mich in den bisherigen Schlüssen wieder etwas wanken. Für einen Republikaner, naturgemäß sehr im christlichen Gläuben verhaftet und konserativ eingestellt würde es sich kaum ziemen, Jesus als langhaarigen, radikalen, sozialistischen Juden zu bezeichnen.

Auch die Aussage “Wenn du nicht entsetzt / angewidert bist, passt du nicht auf / gibst du nicht acht / bist nicht aufmerksam.” passt nicht ins Bild eines bibeltreuen, konserativen Christen. Bin weiterhin etwas unschlüssig…

What the …. ? Ich konnte bis auf einen Artikel im Lawrence of Cyberia Blog und ein Forum keine wirkliche Aussage zu dieser Abkürzung und dem dazugehörigen Satz finden – was ich jedoch gelesen habe lässt mich zu dem Schluß kommen daß diese These zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Vorgehen des Bush-Administration und der Rechtfertigung dieses Vorgehens in der Verteidigung des christlichen Glauben auffordern soll. Also scheint die Person die den Wagen fährt doch kein Republikaner zu sein?! Oder lege ich da etwas falsch aus ?

Auch der letzte Sticker gibt keinerlei Aufschluß über die wirkliche Einstellung. “Question War (Krieg der Fragen) auf einer als Fragezeichen geformten Banderole. Dies bezieht sich wohl wieder auf den Darwinisten / Kreationisten Konflikt.
Bemerkenswert ist auch: Er/sie fährt einen Hybrid Wagen – also eine Mischung aus Elektro- und Benzinantrieb. Diese sind hier mit einem Marktanteil von gerade mal 0,4 Prozent recht selten. Diesel im Personenverkehr ist unüblich und ihn gibt es in der Regel auch nur an den Tankstellen für Lastwagen (Trucks). Im Gegensatz zu Europa, wo Diesel ja (gem. einem Artikel bei stern.de) bevorzugt wird, ist die USA das Land dieser Hybrid-Autos. Das ganze funktioniert so, daß während des Fahrens mit Benzin ein Dynamo die Akkus des Elektroantriebes auflädt und bei langsameren Geschwindigkeiten, z.B. im Stadtverkehr nur mit Elektroantrieb gefahren wird, während bei schnellen Fahrten der Elektroantrieb den Benzinmotor unterstützt und den Kraftstoffverbrauch so deutlich senkt. (siehe auch diesen Artikel bei deutschen Wikipedia). Eigentlich eine ziemlich coole Idee muß ich sagen, wenn ich auch der Meinung bin daß man noch stärker nach Fortbewegungsmitteln forschen sollte, die nicht gerade mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Aber ich schweife ab wie ich gerade merke ­čśë
Es ist schwer den Eigentümer des Wagen einer bestimmten Gruppierung zuzuordnen – ich würde ihn jedoch zu den Kreationisten zählen, dessen politische Ausrichtung leicht Pro-Republikanisch ist. Abweichende Meinungen würde ich mir aber gerne anhören / durchlesen….

Monterey Peninsula [23.04.2006]


(Anklicken für größere Version)

Nach dem recht erfolgreichen Samstags war mein Plan (wenn man es so nennen kann) für Sonntag den Highway 1 südlich von Santa Cruz weiter zu erforschen. Ich fuhr also in Höhe der 4st Street auf den Highway 101 (das ist jener der in der anderen Richtung östlich über die Bay Bridge nach Oakland auf die andere Seite der Bay geht) und folgte ihm in Richtung Süden. Eine weite Strecke fuhr ich so auf diesem Highway und kam so an Palo Alto und Cupertino vorbei, wo ich kurz nachdachte dort mir das Apple Computers Hauptquartier anzusehen. Habe es aber dann gelassen und fuhr schließlich in Höhe von Mountain View auf die Interstate 85 in Richtung Santa Cruz. Bei Los Gatos südlich von Campbell mußte ich schließlich auf den Highway 17 wechseln, welcher nun nur noch zweispurig durch eine bergige Gegend mit kurvigen Abschnitten. Hier regnete es zwei Mal für kurze Zeit, aber ich ließ davon nicht stören und hoffte daß es bald wieder aufklaren würde. Bei Santa Cruz verpasste ich einmal die Richtige Abfahrt. Nachdem ich herumgedreht hatte (U-Turns sind hier ja zum Glück in der Regel erlaubt) mußte den Highway 17 noch mal ein Stück zurück bis ich dann in Scotts Valley etwas nördlich eine Möglichkeit fand wieder in die Richtige Richtung zu gelangen. So kam ich schließlich südlich von Santa Cruz wieder auf den Highway 1. Leider verläuft dieser hier nicht so idyllisch wie im Norden, sondern als mehrspuriger Highway. Von einem Halt an der Seite, der explizit als Viewing Point ausgezeichnet war konnt ich dann ein erstes Mal den Ozean sehen.

Pacific Ocean Viewpoint at Highway 1

Bisher war die Fahrt nicht gerade interessant gewesen – und diesen Aussichtspunkt hätte ich mir auch sparen können wenn ich gewußt hätte was mich noch erwartet. Nach einer kurzen Pause fuhr ich schließlich weiter und erreichte nach einigen Meilen eine Stelle die zumindest interessant erschien mal näher betrachtet zu werden.

Moss Landing
Bei Moss Landing handelt es sich um eines der vielen Schutzgebiete die es hier an der Küste Kaliforniens zu geben scheint.

Moss Landing Sign Vogelschutzgebiet Moss Landing

Einige bewachsene, flache Dünen lagen vor mir, durch die ein schmaler Weg in Richtung des Strandes führte.

Moss Landing Dune Way to Moss Landing Beach

Hinter den Dünen fand sich ein weitläufiger Sandstrand mit recht wenig Verschmutzung durch Schwemmholz. Einige wenige Leute hielten sich hier auf – die Autos die auf dem Parkplatz standen hätten mehr erwarten lassen.

Moss Landing Beach Moss Landing Beach - South View

Im Hinterland gab es auch einige nett anzuschauende Sumpfsehen.

Moss Landing Swamp

Leider lag direkt an der Straße hinter einem kleinen Yachthafen eine riesige Fabrikanlage, die nicht besonders gut ins Landschaftsbild passte. Abflußrohre führten direkt in einen der Seen. Auch wenn das Wasser wohl geklärt war, störte dies das Gesamtbild etwas.

Fabrik bei Moss Landing Abflußrohre

Wenig später brach ich dann wieder von dort auf und folgte dem Highway weiter nach Süden.
Ich passierte nun Fort Orb, wo sich eine große Basis der US Nationalgarde befindet, Sand City mit seinen riesigen Dünen und Monterey selbst. Ab Sand City begann jener Bereich, der als Monterey Peninsula bezeichnet wird.

Pebble Beach / Del Monte Forest
Denen die den Bericht von gestern gelesen haben wird der Begriff Pebble Beach sehr bekannt vorkommen. Nun, was die Namensgebung ihrer Parks und Strände angeht scheinen die Leute hier nicht sehr kreativ zu sein, was will man machen. ­čśë
Hinter Monterey fuhr ich vom Highway ab und erreichte eine Toranlage – der Eingang zum 17 Mile Drive durch den Naturpark Pebble Beach / Del Monte Forest. Die 8,75 US-Dollar Eintritt für den Park zahlte ich mehr oder weniger Zähneknirschend. Eine zweite Einfahrt gleich neben der die ich nutzte diente ausschließlich Anwohnern. Ich dachte so bei mir “Anwohner in einem Naturpark ? Was soll das denn ?” Aber dazu später mehr.

Pebble Beach Park - Entry

Ich bekam neben der Quittung für den Betrag nun vom netten Park Rancher auch ein Faltblatt mit den interessanten Punkten dieses Parks. Hätte ich mir vielleicht gleich ansehen sollen, denn ich schlug nun nicht den eigentlich vorgesehenen Weg nach Norden, sondern jenen nach Westen ein, wodurch ich die ersten Punkte 1 und 2 der Strecke leider verpasste – Punkt 3 war einer der Golfplätze, also uninteressant. Hier erst einmal die Karte zur Übersicht:

Ein Stück folgte ich einer schmalen Straße durch ein Waldstück und erreichte schließlich eine Abzweigung, an der man den Teil eines Golfplatzes (Punkt 20) und einige Gebäude nebst Tankstelle sehen konnte. Da mein Tank fast leer war fuhr ich dort erst einmal rein. Normalerweise funktioniert es mit dem Tanken hier in den USA so, daß man an die Tankstelle fährt, seine Kreditkarte in die Zapfsäule steckt und dann für einen bestimmten Betrag Sprit in den Tank macht. Nicht so hier. Ein junger Typ den sein Namensschild als John identifizierte, kam heran, öffnete den Tank und betankte mein Auto. Während der Tank sich füllte putzte er die Frontscheibe des Wagens. Das nenne ich wirklichen Service, den man aber an Tankstellen wohl nur noch in solchen Luxusanlagen findet. Im Nachhinein denke ich, ich hätte ihm ein Trinkgeld geben sollen, ist normalerweise hier üblich. Habe es aber nicht getan – also Schwamm drüber

Gas Station - Pebble Beach

An Punkt 19 der Rundfahrt, einer Lodge mit Kunstgallery und einem Markt für Lebensmittel vorbei gelangte ich wieder in einen kleinen Wald.

Market - Pebble Beach Pebble Beach Lodge

Hier befanden sich noch mehr solcher luxuriösen Häuser und Villen. Wer sich so etwas leisten kann, der hat es wohl wirklich geschafft. Die Baustile wechselten dabei vom Landhaus-Stil über schloßartige Gebäude bis hin zu japanischen Baustilen – der Fanatasie schienen hier keinerlei Grenzen gesetzt. Das ganze war also (wie man sich ja bei der Erwähnung des Golfplatzes denken konnte) nicht nur ein Naturreservat, sondern auch ein Wohnort für die High Society.

Japanese Style
Landhaus Stil Villa Housing in Pebble Beach

5 Spanish Bay
Schließlich endete der Wald und nachdem ich zwischen zwei weiteren Golfplätzen hindurch gefahren war erreichte ich die Spanish Bay an der Nordspitze des Parks. Den Punkt 4 der obigen Karte – Geschäfte und ein Restaurant etwas weiter nördlich sparte ich mir. Vor mir lag eine weite Bucht mit breiten Sandstrand, innerhalb eines gepflegten Parks mit weiteren Luxusappartments und Wohnhäusern. Ich hielt etwas seitlich, da direkt am Strand keine freien Parkplätze vorhanden waren. Hier war es zwar etwas felsiger, aber es bot sich ein guter Blick über die Bucht.

Spanish Bay Spanish Bay - Rocky

Und auch das Gelände seitlich und hinter mir war durchaus sehenswert.

Spanish Bay - Backlands Housing on Spanish Bay

6 Restless Sea
Der Aussichtspunkt mit dem Namen Restless Sea befindet sich an der südlichen Spitze von Spanish Bay. An dieser Stelle zerschellten bei Nebel früher öfters Schiffe, so z.B. 1896 der Dampfer St. Paul und 1906 der Segler Cella – so eine Hinweistafel. Ein beeindruckender, von wilden Wasser umspültes Stück Fels am Ufer des pazifischen Ozeans – der Name Restless Sea (Ruhelose See) stammt im übrigen von der Tatsache, daß viele unterseeische Felsformationen an dieser Stelle die Wellen so brechen, daß starke Strudel und Wasserbewegungen entstehen.

Restless Sea - Sign Restless Sea - Coast
Restless Sea - Rocks Restless Sea - Information

7 Point Joe
Am Point Joe lebte um 1900 ein chinesischer Einsiedler mit Namen Joe, der dort Ziegen hielt und sich ein Zubrot durch den Verkauf von Getränken an die Touristen verdiente. Man kann heute noch auf einem der dortigen Felsen ein Stück Rasen erkennen, wo einst seine Hütte stand. Ob der Einsiedler nach dem Ort oder der Ort nach dem Einsiedler benannt wurde kann man heute leider nicht mehr nachvollziehen.

Point Joe - Sign Point Joe - Rock
Point Joe - Waves Point Joe - Sign

8 China Rock
Über die Herkunft des Namens China Rock kann ich nichts sagen, aber ich gehe mal davon aus daß auch diese Bezeichnung mit dem vorher genannten Einsiedler chinesischer Herkunft zu tun hat.

China Rock - Sign
China Rock China Rock

Punkt 9 war wieder ein Golf-Platz.

10 Bird Rock
Am Bird Rock befindet sich der Küste vorgelagert ein großer Felsen, auf dem Vögel brüten. Außerdem kann man hier gut bis unten an den (hier wieder vorhandenen) Sandstrand gehen. Mit Muscheln bewachsene Felsen mit natürlichen Flutbecken (Tide Pools) reichen bis ins Meer hinein.

Bird Rock - Sign
Bird Rock Bird Rock - Beach
Bird Rock - Mussels Bird Rock - Coast

Aber der Bird Rock selbst war gar nicht das faszinierendste an diesem Punkt – viel mehr Aufmerksamkeit zogen die Erd- oder Eichhörnchen auf sich. Kleine possierliche Tiere, die extrem zutraulich waren und zwischen den Besuchern hin und her huschten, sich auf die Felsen stellten oder einfach im Sand suhlten.

Looking Dusty Squirrel
Squirrel

Auf dem einem schmalen, bewachsenen Streifen zwischen Parkplatz und Straße fraß eines dieses Kerlchen gerade Gras und schaute nach einigen Bissen immer wieder auf, als wolle er sich nach Gefahren umsehen. Kurioserweise ließ es mich so nah an sich ran und Bilder machen, daß ich ihn jederzeit hätte ergreifen oder berühren können.

Attentione Squirrel Closeup
Squirrel Closeup

Wirklich niedliche Viecher – muß man mal gesehen haben…

Der Punkt 11 war ein Strand mit Namen Seal Rock Picnic Area den ich ausließ – der Punkt 12 wieder einer dieser Golfplätze und die Punkte 13 und 14 hatte man im Zeitraum vom 1. April bis 1. Juni geschlossen, da die dort lebenden Seehunde (Seals) in dieser Zeit ihre Jungen aufziehen und nicht gestört werden dürfen.

15 Crocker Crove
Bei Crockers Crove handelt es sich um einen 13 Acres (ca. 52.600 Quadratmeter) großen Wald aus kalifornischen Zypressen. Hier finden sich die ältesten Bäume der gesamten Halbinsel.

Crocker Grove - Sign Crocker Grove - Forest & Sign
Crocker Grove - Forest Crocker Grove - Trees I

16 Lone Cypress

Lone Cypress - Sign

Die Einsame Zypresse wird im Faltblatt als eines der herausragenden Wahrzeichen Kaliforniens bezeichnet. Da ich ziemlich am Anfang gleich einen Parkplatz fand konnte ich aber erst einmal die schroffe Küste dieses Bereiches bewundern.

Lone Cypress - Coast II Lone Cypress - Coast I

Ein ganzes Stück weiter erblickte ich dann jenen einzelnen Zypressenbaum, der auf einem vorgeschobenen Felsen aufragte. Von hier oben gesehen ein wirklich faszinierender Anblick.

Lone Cypress Lone Cypress

Am anderen Ende des Parkplatzes fand sich dann noch eine Holztreppe, die zu einer Aussichtplattform hinunter führte.

Lone Cypress - Stairs Lone Cypress - Viewing Platform

Von hier unten sah die Lone Cypress dann gar nicht mehr so einsam aus, denn direkt auf dem Felsen davor standen weitere dieser Bäume. Wie man sieht also alles nur eine Frage des Standpunktes. ­čśë Trotzdem meiner Meinung nach eine der schönsten Stellen hier.

Lone Cypress from Platform Lone Cypress from Platform

17 Ghost Tree
Der Ghost Tree ist ein abgestorbener, Baum direkt an der Straße kurz vor dem nächsten Parkplatz des Punktes 18 der Rundreise. Wenn man des Nachts die Straße entlangfährt könnte man ihn schon, ist man von schreckhafter Natur, für einen Geist halten, gerade weil er direkt hinter einer Kurve steht.

Ghost Tree Ghost Tree

18 Pescadero Point
Der Pesacadero Point ist wohl der südlichste Punkt des ganzen Parks. Direkt am Anfang dieses Bereiches stehen weitere tote Bäume in der Art des Ghost Trees.

Pescadero Point - Dead Trees Pescadero Point - Dead Trees

Folgt man nun einem Weg an einigen weiteren schroffen Felsen vorbei kann man zum eigentlichen Pescadero Point gelangen. Dieser befindet sich auf einer leicht vorgezogenen Felsplattform, von der aus man bis zur anderen Seite der Bucht schauen kann, wo sich Carmel und die Carmel State Beach befinden.

Pescadero Point Pescadero Point View

Dies war der letzte Punkt der Rundreise. Die Punkt 19 und 20 hatte ich ja bereits am Anfang gesehen und am Punkt 21 hätte man noch einen Pferderitt durch die Wälder machen können – klang zwar durchaus reizvoll, aber da es bereits spät war machte ich mich auf den Rückweg.

Bis Santa Cruz verlief die Fahrt ohne Zwischenfälle und ich entschloß mich nicht über die Interstate über die ich gekommen war zurückzufahren, sondern wählte den Weg über den Highway 1 weiter bis Half Moon Bay. Das hätte ich nicht tun sollen, denn auf dem schmalen Highway 92 herrschte ab Half Moon Bay ein ziemliches Verkehrschaos mit vielen Meilen Stop and Go Verkehr. Wie wir uns erinnern ist dort ja oft aufgrund der Straßenlage die Höchstgeschwindigkeit auf 20 bis 25 Meilen beschränkt. Bei höhrem Verkehrsaufkommen also ein ziemliches Hindernis. Hätte ich bedenken sollen, aber es war nun zu spät umzukehren. So dauerte mein Rückweg dann doch etwas länger, aber ich erreichte schließlich ohne weitere Zwischenfälle wieder San Francisco. Nahe des Appartments fand sich sogar ein freier Parkplatz, aber hier bemerkte ich erstmals einen Nachteil dieser Automatikschaltung, denn Rückwärts einparken in schmale Parklücken geht meiner Meinung nach sehr viel einfacher wenn man auskuppeln kann wie bei der normalen Gangschaltung. Funktionierte aber trotzdem und so ging dieser Tag erfolgreich nach vielen Meilen durch das schöne Kalifornien und einem Besuch im bisher imposantesten State Park zu Ende.

California Highway 1 – Part 2/2 [22.04.2006]

Nachdem meinem Aufenthalt an Bean Hollow (Pebble Beach) (hier der vorhergehende Bericht) folgte ich den Highway 1 weiter an der Küste entlang, meist den Pazific im Sichtfeld, wenn nicht einmal Bäume, die Dünen oder hohe Küstenfelsen im Weg waren. Als der Streifen Land neben der Straße breiter wurde und ein Stück ins Meer vorsprang, erblickte ich etwas das ich mir natürlich keinesfalls entgehen lassen durfte:

Whaler’s Cove / Pigeons Point
Bereits in einiger Entfernung blieb ich kurz stehen, stieg auf die nächste Düne. Von hier aus hatte man einen wundervollen Blicke auf den Leuchtturm und die dazugehörigen Gebäude, der sich auf einer in den Pazifik gestreckten Landzunge erhob.

Whaler's Cove Lighthouse II Whaler's Cove Lighthouse I

Vor dem Gebäude selbst waren bereits einige Wagen und sogar Wohnmobile geparkt. An dieser Stelle sei kurz erwähnt daß aktuell nicht wenige Amerikaner, sowohl ältere Ehepaare als auch Familien mit Kindern mit solchen Wohnmobilen unterwegs sind. Seltsam ist aber: Campingplätze in unserem Sinne habe ich jedoch noch keine gesehen (abgesehen von den Mobile Home Plätzen, die aber eher für Dauercamper gedacht zu sein scheinen) und das Übernachten auf den Parkplätzen der State Beaches und Parks ist untersagt. Wo sie wohl unterkommen ? Als ich schließlich endlich etwas weiter vom die Straße herunter einen Parkplatz gefunden hatte, begab ich mich zurück und sah mir das ganze mal aus der Nähe an. Der Name war also Whaler’s Cove at Pigeons Point. Eine Tafel beschrieb, daß hier im Jahre 2002 ursprünglich eine Hotelanlage gebaut werden sollte. Eine Organisation mit Namen Peninsula Open Space Trust (POST) kaufte jedoch das Land auf verhinderte den Bau dadurch. In Zusammenarbeit mit der State Park Behörde wurde der Leuchtturm 2002 von der Coast Guard (Küstenwache) erworben und nun befindet sich hier ein neues Schutzgebiet im Aufbau. Viel interessanter als diese Geschichte was jedoch eine kleine Tafel am Boden: Sie besagte Whale watching – sollte man hier also tatsächlich Wale beobachten können ?

Whaler's Cove History Whale Watching

Bevor ich mich dem Leuchtturm selbst zu wandte, drehte ich eine Runde durch den daneben liegenden Park. Dort bot sich ein interessanter Ausblick auf eine natürliche Bucht, aus deren Fluten eine Feldnadel hervorragte. An der Spitze war eine kleine Plattform aus Holz aufgebaut, über die ich ein wenig über die Klippen heraus gehen konnte. Ein rech alter Amerikaner begegnete mir hier und machte ein englisches Wortspiel über die Küstenlinie, welches ich nicht sofort verstand. Als er bemerkte daß ich kein Einheimischer war, fragte er woher ich komme. Ich nannte Deutschland als mein Heimatland und erwartete nun eigentlich, von ihm zu hören zu bekommen, daß er im zweiten Weltkrieg gekämpft hatte oder daß er dort bei den ameriknaischen Truppen war. Vom Alter her hätte es gepasst. Dem war aber nicht so. Er erwähnte nur daß er 1962 mal für eine amerikanische Hausgerätefirma dort gewesen war, meinte daß es ihm dort gut gefallen hätte und verabschiedete sich. Fand ich eine sehr nette Begegnung am Rande.

View to Pigeon Point Bay Obervation platform
Felsen und Brandung Pigeon Point Bay

Anschließend widmete ich meine Aufmerksamkeit dem Leuchtturm, der mich als Blickfang ja eigentlich hier her gelockt hatte. Leider kommte man nicht auf ihn hinauf steigen, daher begnügte ich mich erst einmal mit ein paar Nahaufnahmen von außen.

Gesamtansicht
Lighthouse top Haus des Leuchtturmwärters (?)
Lighthouse Description

Aber man sollte hier ja auch Wale beobachten können, daher begab ich mich nun zu dem schmalen Landstrick zwischen Leuchtturm und Ozean, wo sich vor einer schmalen Terasse eine Plattform befand. Leider war diese gerade von einer Gruppe Touristen aus Indien besetzt. Es soll nicht abschätzig klingen, aber mir drängt sich regelrecht auf daß die Bevölkerung des Indischen Subkontinentes sich zu den Japanern des 21. Jahrhunderts entwickelt, zumindest was ihr Verhalten im Urlaub betrifft. Mit Fotoapparat und Videokameras lichteten sie sich einzeln oder in Gruppen posierend gegenseitig ab. Und obwohl ich darauf bedacht war nicht ins Sichtfeld der Linsen zu geraten und mich mit “Excuse me.” entschuldigte als ich mich auf die kleine Plattform begab erntete ich einige böse Blicke. Leider gelang es mir aber trotz einigen wartens nicht, Wale dort zu sehen. Auf besagter Terasse boten aber zwei Mitarbeiter des Parks, oder vielleicht waren es auch einfach nur Mitglieder eines Walfreund-Clubs, einige Infos an. Neben Walknochen und Modellen gab es auch tüten, in denen man irgend ein glibberiges Teil eines Wales ertasten konnte. Ich verzichtete dankend darauf und machte mich auf den Rückweg zum Wagen.

Whale watching platform Coast
Whale info point Whale watching way

Auf dem Rückweg sah ich dann noch, daß sich ein Oldtimerclub auf dem inneren Hof zum Aufbruch bereit machte. Wirklich top gepflegte, alte Cabrios. Kann mir gut vostellen daß es eine schöne Freizeitbeschäftigung ist mit solchen Dinger an der Pazifikküste entlangzufahren. ­čśë Die Nummernschilder waren zumindest, soweit ich es gesehen hatte, alle aus Kalifornien.

Oldtimer Oldtimer

Weiterfahrt
Der weitere Verlauf der Straße ging erst einmal ein Stück ins Landesinnere. Ich passierte ein riesiges Betonwerk und einige kleine Farmen und Hüttendörfer, die entweder einsam in den Hügel oder sehr idyllisch in schmalen Tälern lagen. Gerade bei den Hüttendörfern, die zumindest teilweise noch bewohnt erschienen, mußte ich tatsächlich an alte Hippie-Kolonien oder Sekten denken. Diese Landschaft ist ideal um irgendwo in einem versteckten Seitental ein Dasein auf der Suche nach spiritueller Selbstverwicklichung zu führen. Für mich wäre das allerdings nichts.

Farm at Highway 1 Small Valley Town

Ich hielt noch an einigen Stellen, fand aber wenig neues oder interessantes. Im Nachhinein betrachtet wäre die Ano Nuevo State Reserve noch interessant gewesen, dort kann man Wildtiere beobachten heißt es. Einzig zu erwähnen wäre noch eine steiler, beeindruckender Abhang mit erhöhter Steinschlag- und Erdrutschgefahr, den ich kurz nach der Santa Cruz County Grenze passierte.

Santa Cruz County Coast

Noch vor der Stadt Santa Cruz entschloß ich mich dann auf dem Gelände des Wilder Ranch State Parks, den ich allerdings nicht näher besucht habe, umzudrehen. Es wurde auch langsam spät und ich mußte ja noch zurück nach San Francisco. Auf dem Rückweg über den Highway 1 fand ich dann noch einen Punkt, der eines weiteren Stoppes durchaus würdig war.

Scott Creek Beach
In einem weiten, zum Meer hin offenen Tal liegt die Scott Creek Beach. Im Hinterland erstreckt sich die für hier typische grüne Hügellandschaft, während der Highway 1 direkt am Strand über eine lange gerade von einem Hügel herab kommt. Ein wirklich idyllisches Plätzchen – vor allem im Hochsommer – nur mit Parkplätzen wird es dann wahrscheinlich knapp.

Highway 1 at Scott Creek Backlands of Scott Creek
Scott Creek Sign No Parking at Highway 1

Nach Süden und Norden erheben sich an der Küste hohe Klippen, während der Strand recht breit ist und trotz des wie überall hier an den Küsten vorkommenden Schwemmholzes relativ sauber erscheint. Wie überall hatten auch hier einige Leute kleine Hütten aus diesem Holz errichtet – zuerst dachte ich daran daß sie als Windschutz für die Gäste dienen sollten, aber dann wären sie wohl kaum so massiv gebaut. Für eine kindliche Spielerei erscheinen sie mir zu komplex – also muß schon etwas mehr dahinter stecken.

Scott Creek Beach - North View Scott Creek Beach - North View
Pazific Hütte

Von Scotts Creek Beach aus fuhr ich dann den selben Weg zurück den ich gekommen war. Ich hätte zwar auch durc Sante Cruz auf eine Seitenstraße kommen können, die mich direkt zur Interstate 280 geführt hätte, aber ich wählte lieber den bekannten Weg über den Highway 1 zurück. Ich hatte mir zwar, für den Fall daß ich mich verfahre, ein Navigationsgerät mit dem Wagen ausgeliehen, dies hatte sich aber als unnötig herausgestellt, denn die Beschilderung war eigentlich immer sehr eindeutig. Über die bereits im ersten Teil des Berichtes erwähnte Interstate 92 erreichte ich schließlich sehr viel weiter nördlich die Intestate 280 und fuhr zurück nach San Francisco. Kurz vor der Stadt wechselte ich auf die Interstate 101 und fuhr die letzte Abfahrt vor der Bay Bridge ab, die mich am SBC Baseball Stadion vorbei zurück zur Wohnung führte. Jetzt kam das Problem: Wo stelle ich den Wagen ab ? Zuerst hatte ich ihn auf einen großen Parkplatz mit Parkschein gestellt, jedoch spuckte der Automat nur Tickets bis max. 23:59 Uhr aus. Einer der Sicherheitsbeamten meines Appartmentkomplexes gab mir dann einen Tipp, wo ich den Wagen zumindest bis zum nächsten Morgen hinstellen konnte – denn wäre er abgeschleppt worden wäre es glaube ich ziemlich teuer geworden – und abgeschleppt wird hier in den USA sehr viel. So beendete ich gegen 20:00 Uhr meinen Samstagsausflug und machte mich daran, den ersten Teil dieses Postes zu schreiben…
Zum Abschluß noch eine Karte zur Übersicht:


(Klixx für größere Ansicht)

California Highway 1 – Part 1/2 [22.04.2006]

Bereits gestern hatte ich mir einen Mietwagen organisiert, als günstigster Anbieter stellte sich hier Thrifty heraus, der allerdings nur zwei Niederlassungen hier in San Francisco besitzt: Eine direkt am Flughafen (wie glaube ich alle Vermietungen) und eine in 350 O’Farrel Street. Nun muß man wissen daß die O’Farrel Street nur einen Block unterhalb des Union Square verläuft, also tiefste Innenstadt – keine schönen Aussichten für die ersten Fahrerfahrungen in den USA – aber ich stellte mich der Herausforderung. Leider erreichte ich die Filiale erst kurz vor 10 Uhr morgens, es war ein eher bewölkter Morgen und ziemlich windig – ich hatte meine Ortskenntnisse beim Suchen der Vermietung leider etwas überschätzt, war die Market Street zu weit nach hinten gegangen und drehte suchend meine Runden bis ich es endlich fand. Passenderweise befand sich das Office – so wie auch die einiger anderer Mietwagenfirmen wie Dollar (die heißen wirkliche so!) im Erdgeschoß eines Parkhauses. Also betrat trat ich frohen Mutes ein und nannte die Nummer meiner Vorbestellung. Nach Kontrolle meines Führerscheins – der rosane Euro-Führerschein wurde entgegen früherer Befürchtungen problemlos aktzeptiert – und die Abbuchung von meiner Kreditkarte bekam ich zu hören, daß momentan kein Wagen zur Verfügung stand und ob ich einen Mini-Van wolle. Hätte ich eine kleine Reisegruppe im Schlepptau gehabt, hätte ich vielleicht zugestimmt, aber so war er für eine Einzelperson etwas Oversized, daher lehnte ich diesen ab. Nun hieß es ich solle in einer halben Stunde wiederkommen, es wären gerade Wagen vom Flughafen unterwegs. Also holte ich mir einen Kaffee bei Starbucks und trieb mich etwas am Union Square herum, um schließlich zum Vermietung zurückzukehren. Dort hatte sich inzwischen eine Schlange gebildet und es gab immer noch keine Wagen. Mehr als zwanzig Minuten später schließlich rief mich der Angestellte heran, machte die Unterlagen fertig und übergab mir einige Papiere, um mich anschließend drei Türen weiter zur Abholung zu schicken. Über eine Treppe ging es in die unterste Etage des Parkhauses, wo bereits zwei weitere Kunden warteten und während den nächsten zehn Minuten die ich noch einmal wartete kamen vier weitere. Interessant fand ich hier, daß die untere Etage mit allen Werkzeugen zur Autoreinigung ausgestattet war. Es gab eine kleine Waschanlage, Bereiche mit Staubsaugern und alles was man brauchte um einen Wagen in kürzester Zeit zu reinigen und neu zu vergeben. Nach langem Warten schließlich kam mein Wagen, ein metallicroter Chrylser Sebring.

Ob das nun die hiesige Economy Class (die günstigste Mietwagenklasse – diese hatte ich gebucht) ist oder ob ich einen größeren bekommen habe kann ich nicht sagen, sah aber recht edel aus und als er vorgefahren wurde hafteten noch die Wassertropfen der Wäsche an ihm. Reingesetzt, kurz orientiert, Spiegel eingestellt, angeschnallt und los gings. Auch wenn ich ewig kein Automatikgetriebe mehr gefahren war, kam ich sofort damit zurecht, wieder einmal zuviel Gedanken gemacht. Nachdem ich das Parkhaus verlassen hatte, begann ich dann etwas durch San Francisco zu fahren. Irgendwann gelangte ich in eine Gegend, es muß um die 24te Straße herum gewesen sein, wo in großen Mengen meist männliche Mexikaner und afroamerikaner auf der Straße herumlungerten und in Gruppen zusammenstanden. Es war heller Tag, also keine Gefahr – aber ich merkte mir hier unten nie bei Nacht alleine hin zu gehen ­čśë Im Süden von San Francisco gelangte ich schließlich auf die Interstate 280. Ein Kollege hatte mir mitgeteilt daß ich mein Ziel, den Highway 1 nicht von San Francisco aus befahren könne, da ein Erdrutsch diese im oberen Bereich unbefahrbar gemacht hatte. Also folgte ich besagter Interstate 280 ein Stück und bekam so das erste mal die Gelegenheit die Cruise Control zu testen (so nennt man hier den Tempomat). Automatik und Cruise Control und Autofahren wird zum Genuß muß ich an dieser Stelle kurz anmerken. ­čśë Von der 280 bog ich auf die Interstate 92 und folgte ihr in Richtung Küste, Diese unterschied sich stark von der 270, war nur zweispurig und führte über schmale, teilweise serpentinenartig verlaufende Straßen, die zum Teil nur mit Tempos von 25 Meilen pro Stunde (ca. 40 km/h) erlaubt waren zu befahren. Im allgemeinen gilt selbst auf der normalen Highways, so sagen es zumindest die Schilder, ein Tempolimit von 65 Meilen (ca. 104 km/h), auf unbeschilderten Strecken meines Wissens liegt die Maximalgeschwindigkeit bei 75 Meilen (ca. 120 km/h). Mir war unklar wo die die Geschwindigkeitsbegrenzungen aufhörten, denn Schilder wie bei uns [1|2] suchte ich vergebens.
Schließlich gelangte ich nach einer kurvenreichen Fahrt durchs ländliche Kalifornien in einen Ort der den malerischen Namen Half Moon Bay trug.


Bisherige Strecke – die befahrenen Straßen in San Francisco konnte ich leider nicht rekonstruieren, ich nehme sogar an weiter südlich auf die Interstate 280 aufgefahren zu sein

Hier kam ich auf die Dumme Idee in die Innenstadt zu fahren und fand mich wenig später in der Stopschild-Hölle wieder. Um die Verhältnisse zu verstehen, muß ich kurz erklären daß in den USA nicht das bei uns bekannte rechts vor links gilt, sondern an nicht durch Ampeln geregelten Kreuzungen stehen Stopschilder. Jeder muß erst einmal halten und man muß sich verständigen wer zuerst fährt – was meist intuitiv funktioniert. Ich kannte diese 4 Way Stops ja bereits aus San Francisco, aber hier war es tatsächlich so daß an wirklich jeder Kreuzung, das heißt man fährt ein Stück, muß stoppen, fährt ein Stück bis zur nächsten Straßenecke und muß wieder stoppen. Und nirgendwo eine Möglichkeit umzudrehen, denn überall hieß es “No U-Turn“. Schließlich bog ich irgendwo ab, drehte in einer Seitenstraße und verließ nach erneuten durchfahren des Stopschilderwaldes die Stadt wieder.
Wenig später erreichte ich den Highway 1 und begann ihm zu folgen – jedoch vorerst keine Spur vom Pazifischen Ozean. Einmal folgte ich einem Schild mit der Aufschrift Coastal View, gelangte aber an eine Luxushotelanlage mit Golfplatz, an deren Torhäuschen mich eine junge Frau sogleich fragte ob ich heute einchecken wolle. Ich verneinte, durfte mein Auto herumdrehen und fuhr zurück auf den Highway 1, der allerdings mehr mit einer Landstraße als mit einer Autobahn zu vergleichen war. Die Interstate 280 hingegen stellt mit ihren fünf bis sechsspurigen Straßen die meisten deutschen Autobahnen eher in den Schatten. Einige Meilen ging es so weiter und bald bekam ich rechts von mir auch das erste mal den Pazific zu Gesicht. Dummerweise gab es nur einen schmalen Standstreifen und Schilder wiesen in roten Lettern darauf hin daß Parken hier außer in Notfällen untersagt sei. Doch schließlich kam die erste Gelegenheit, mir den Ozean in Ruhe anzusehen, denn ich erreichte:

San Gregorio State Beach
Ein netter, weißhaariger Herr in Ranger-Uniform knöpfte mir am Eingang zum Parkplatz 6 Dollar ab, klebte mir mit einem Klebestreifen ein kleines Ticket an die innere Seite der Frontscheibe und verkündete, daß ich mit diesem Ticket auf allen State Parks hier parken könne. Das dumme war nur, daß alle weiteren State Parks die ich besuchte über keinerlei Parkwächter verfügten, aber die 6 Dollar waren trotzdem gut investiert wie sich schnell herausstellte.

Sign / Schild Paying the Park Fee

Vom Parkplatz aus ging es über einen Feldweg bis zu einem einige Meter hohen Klippe, an deren Rand ein Schild davor warnte nicht zu nah an den Abhang zu treten. Ich wandte mich also nach rechts und begann über einen steilen, kaum als solchen zu erkennenden Weg in die höheren Gefilde des State Parks vorzudringen. Vom Pazifik her wehte eine steife Brise und es war weiterhin eher bewölkt.

Danger The way up
Waves

Als ich den ersten Vorsprung erreichte, bot sich mir ein weitreichender Blick auf die Küstenlinie Kalifornien, die der Pazifische Ozean hier durch jahrtausendelanges anbranden geschaffen hatte.

San Gregorio Park Cliff Beach View

Andere Touristen drehten hier meist um, ich aber entschloß mich bis ganz hoch zu steigen – etwa noch einmal die gleiche Strecke die bereits die ich bereits erklommen hatte. Je weiter ich nach oben kam, desto mehr konnte ich sehen, wie sich auch die Büsche an den kräftigen Wind angepasst hatten, der scheinbar stetig vom Ozean gegen die Klippen wehte – wie waren regelrecht Windschief.

Windschief Windschief II

Als ich schließlich den obersten Absatz erreichte, lag ein tiefer Abhang vor mir, unter mir brandeten die Wellen an den Strand und einige wenige Menschen gingen am Strand entlang und ein paar wagten sogar den Sprung in die Fluten. Hinter mir erstreckte sich das hügelige Grasland der kalifornischen Küste. Leider versperrte ein Tor den weiteren Weg, daher machte ich mich auf den Rückweg.

Untere Plattform San Gregorio Parking and Backlands
Closed Door Abhang

Wieder unten angekommen machte ich mich nun daran auch die Klippen von unten zu sehen und machte mich auf den Weg zum Strand. Ein breiter Bach mündete direkt am Eingang zum Strand in das Meer und versperrte dadurch den Weg nach Süden. Vor mir lag eine Felsformation, diese erforderte einiges Klettergeschick, um schließlich den eigentlichen Sandstrand zu erreichen, aber schließlich hatte ich es geschafft.

The Way to the Beach Felsformationen / Rocks

Einige Familien hatten sich trotz des bewölkten Himmels offensichtlich dazu entschlossen einen Tag am Strand zu verbringen. Eine Gruppe von Erwachsenen saß vor einer von der Flut geschaffenen Höhle und unterhielt sich, während die dazugehörigen Kinder mit dem Schwemmholz spielten oder in der Mündung des besagten Baches herumwateten.

Cave Kid playing

Als ich die Spitze des Kliffs schließlich umrundet hatte eröffnete sich ein breiter Strand, der zur Landseite hin von jendem hohen Abhang begrenzt wurde, den ich zuvor bestiegen hatte.

Cliff Beach
San Gregorio Beach California Coast

Ich folgte dem Strand ein wenig, machte einige Fotos und machte mich anschließend auf den Rückweg zum Wagen.

Dem Highway 1 weiter folgend ließ ich einige Zufahrten aus und entschloß mich erst wieder an der
Pescadero State Beach
einen weiteren Stop einzulegen.
Die Bezeichnung State Beach erschien mir etwas sehr hoch gegriffen für einen schmalen Strandabschnitt mit einer Haltebucht davor. Einige Felsformationen auf denen sich Angler aufhielten erstreckten sich vor mir ins Meer. Die Küste war etwas flacher als zuvor an San Gregorio State Beach, dafür gab es nur wenig Sandstrand. Daß das ganze sich noch ein ganzes Stück auf der anderen Seite der Straße ins Inland erstreckt sah ich erst als ich ein paar Recherchen für diesen Artikel anstellte. Der hintere Bereich war auch soweit ich mich entsinnen kann nicht für Besucher begehbar, also Schwamm drüber…

Pescadero Sign Angler
Brnadung Felsen

Nach ein paar Fotos machte ich mich an die Weiterfahrt.

Pebble Beach
Der Bean Hollow State Park, auch Pebble Beach genannt, war der nächste Haltepunkt.
Der Begriff Pebble(s) bezeichnet hier nicht etwa die jüngste Tochter Fred Feuersteins, sondern bedeutet eigentlich Kieselsteine oder kleine Steine. ­čśë Warum man hier keine Steine mitnehmen soll (rechtes Bild) war mir allerdings zuerst unklar.

Pebble Beach Sign Do not remove pebbles

Ganz zu Anfang glaubte ich daß es sich bei Pebble um eine lokale Bezeichnung für die Blumen handelte die überall in gelb und violett blühten

Pebble Beach - Violet Flower Pebble Beach - Yellow Flower

Erst als ich ein wenig herumwanderte fand ich ein Schild mit einem Hinweis. Es gab hier offensichtlich von der Flut gebildete Wasserbecken (tide pools), die einigen Tierarten als Heimat dienen. Eventuell hing es ja damit zusammen – vielleicht waren es aber doch die Pflanzen ? Kann es nicht genau sagen, aber sehenswert war dieser Abschnitt allemal.

Tide Pools Sign Tide Pools
Tide Pools Stairs

Damit möchte ich den ersten Teil des Berichtes beenden – der zweite Teil folgt demnächst. Als Abschluß noch einmal eine Karte der bisher beschriebenen Strecke. Die besuchten Stellen sind darin markiert.