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Point Alpha Memorial – Besuch an der ehemaligen Innerdeutschen Grenze

Samstag, April 9th, 2011

Im Rahmen eines Ausfluges mit Besuchern von der anderen Seite des Erdballs, um genau zu sein vom Kontinent der Kängeruhs und Koalas, begaben wir uns letztes Wochenende zur Gedenkstätte Point Alpha zwischen dem Hessischen Ort Rasdort und dem Thüringischen Ort Geisa, einem einmaligen Stückchen deutsch-deutscher Geschichte an dem man auch über 20 Jahre nach der Wiedervereinigung einen Teil der damaligen Trennung der beiden deutschen Staaten live erleben kann.

Größere Kartenansicht
Der eigentliche Point Alpha ist dabei eine Beobachtungsstation des U.S. Militärs, der bis zum Fall der Mauer und somit auch der Grenze dazu diente die Aktivitäten des Warschauer Paktes insbesondere der DDR Grenzsoldaten im Auge zu behalten. Doch dazu später mehr.
Nachdem wir unsere Autos direkt vor dieser ehemaligen Basis und heutigen Gedenkstätte abgestellt hatten, wandten wir uns erst einmal der direkt vor uns liegenden hessisch-thüringischen Grenze zu, an der wir bereits von Weitem die originalgetreu rekonstruierten Grenzanlagen erkennen konnten.

Ehemalige Innerdeutsche Grenze U.S. Army Base Point Alpha
Links: Blick auf die Grenzanlagen – Rechts: U.S. Basis und Aussichtsturm

Memorial
Denkmal am Point Alpha

Auch wenn es schon lange her ist kann ich mich noch gut an die Zeit erinnern als Befestigungen dieser Art durch das komplette Republik gingen und unser Land in zwei Systeme und Staaten teilte. Über Vor- und Nachteile der Wiedervereinigung oder ähnliches möchte ich mich hier aber nicht auslassen, ich habe lange genug nach der Grenzöffnung in Thüringen, vor allem in Jena, gelebt um meine eigene Meinung über das Ossi / Wessi Gerede zu haben dass einige Mitbürger auch noch heute von sich geben.
Der Teil der Befestigungen direkt an der U.S. Basis mit ihrem Aussichtssturm entsprechen der letzten Ausbaustufe der Grenze wie sie bis 1989/90 existiert hat. Hinter einem dichten Drahtzaun und einem Minenfeld folgte auf DDR-Seite eine Betonmauer die das Durchbrechen der Grenze mit Fahrzeugen zusätzlich erschweren sollte.

Grenzanlage Grenzanlage
Links: Blick am Grenzzaun entlang – Rechts: Grenze von der Thüringischen Seite mit Blick auf den Aussichtsturm

Nach einem weiteren Rasenstreifen folgte ein Patrouillienweg der Grenztruppen der DDR, der historischen Quellen nach von der Ostsee bis hinunter zur tschechischen (damals tschechoslowakischen) Grenze durchgehend befahrbar war. Ihn säumten Wachtürme verschiedenster Bauart sowie Beobachtungsbunker.

Beobachtungsbunker
Beobachtungsbunker

DDR Grenzturm DDR Grenzturm
Wachtturm der DDR Grenztruppen – kleine Ausführung

Wir entschlossen uns dem Weg ein Stück entlang der ehemaligen Grenze zu folgen. Aufgrund der Sperrung des Gebietes für mehr als dreißig Jahre war hier über die Jahre ein Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen entstanden, die anderswo fast ausgestorben waren weswegen große Teile der ehemaligen Grenze heutzutage auch unter Naturschutz stehen.
Nach einigen Metern sahen wir dabei auch eine der Laufleinen für die Wachhunde der Grenztruppen – der Hund der hier stand war allerdings nur eine Attrappe was auch unser kleiner Mops Paul schnell nach kurzem schnüffeln offensichtlich erleichtert feststellte.

Wachhund Paul & Wachhund
Links: Laufleine, Hund & Hundehütte – Rechts: Paul und die Wachhund-Attrappe

Wir setzten unseren Weg fort und konnten nun verschiedene Ausbaustufen der ehemaligen Grenze sehen, die hier zur Veranschaulichung aufgebaut worden waren. Vorgänger der eben gezeigten Grenzanlagen war ein doppelter Stacheldrahtzahn gewesen, zwischen dessen Zäunen sich stellenweise ein Minenstreifen befunden hatte.

Doppelzaun Grenzstreifen
Grenzanlagen in doppelter Ausbaustufe

Stacheldraht - CloseUp
Stacheldraht – Nahaufnahme

Noch früher hatte die Grenze nur aus einem einfachen, relativ niedrigen Stacheldrahtzaun bestanden, der eher an einen besseren Weidezaun als an eine wirklich Grenze erinnert.

Grenzzaun & Stacheldraht Grenzzaun - Ausbaustufe 1
Frühere Innerdeutsche Grenze – frühe Zaunanlagen

Etwas weiter hatte man noch eine Schranke mit Panzersperren aufgestellt, wie sie wohl kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf den Verbindungsstraßen zwischen den einzelnen Besatzungszonen zu sehen gewesen waren. Auf der Mitte der Schranke dabei ein Schild mit dem Wort Stop in kyrillischen Buchstaben.

Straßensperre

Einige Meter weiter erreichten wir das sogenannte Haus auf der Grenze, ein kleines Museum in dessen Inneren einige weitere Überbleibsel der alten Deutsch-Deutschen Grenze zu sehen sein sollten. Doch bevor wir uns hinein begaben, umrundeten wir das Gebäude erst einmal. Direkt hinter dem Gebäude findet sich die Spirale des Friedens, ein Werk des deutschen Künstlers Friedel Deventer. Die Plastik aus Stahl und Polyester, an dessen Spiralarmen das Wort Frieden in drei Sprachen prangt erinnerte mich dabei im ersten Moment an vorwendliche sozialistische Kunst, stammte aber aus dem Jahre 2003.

Haltestelle Point Alpha Friedensspirale
Links: Bushaltestelle Point Alpha – Rechts: Spirale des Friedens

Dann wandten wir uns in das innere des Museums, dessen Eintritt vier Euro kostete und in dem einige interessante Ausstellungsstücke der Grenztruppen zu besichtigen waren. So gab es verschiedene Fahrzeuge zu sehen, darunter ein Trabant Geländewagen und ein alter Horch P3, der bis 1966 von den VEB Automobilwerke Ludwigsfelde für die NVA hergestellt worden war.

Trabant Geländewagen Geländewagen Horch P3
Links: Trabant der Grenztruppen – Rechts: Horch P3

Auch bekamen wir ein orignalgetreu rekonstruiertes Büro der Grenztruppen zu sehen, komplett mit uniformierten Pappkameraden, sozialistischen Einheitsmöbeln und dem kategorischen Bild des Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker.

DDR Wachbüro
Büro der DDR Grenztruppen

Außerdem gab es noch einige Schilder, Grenzsteine, alten Waffen der NVA sowie auch die berüchtigten Selbstschußanlagen zu sehen, die eigentlich gerichtete Splitterminen waren und zwischen 1970 und 1984 eine Flucht aus der DDR zusätzlich erschwerten. Leider habe ich gerade von diesen kein Bild, aber bei Wikipedia gibt es zufälligerweise ein Bild genau dieser hier ausgestellten Mine.

Grenzgebiet Grenzpfosten
Schilder der ehemaligen Grenze

DDR Grenzstein
Grenzstein der DDR

Nach Besuch dieses Museums machten wir uns auf den Rückweg zur ehemaligen U.S. Basis, die wir auch noch besichtigen wollten. Im Eintritt für das Museum war der Eintritt für diese Einrichtung inbegriffen, daher brauchten wir hier nicht noch einmal zu bezahlen.

Point Alpha - Sign Eingang
Links: Schild am Point Alpha – Rechts: Eingangsbereich

Ein Warnschild am Eingangsbereich sorgte dabei für einige meiner Begleiter und mich für etwas Verwirrung, die Kassenangestellte teilte uns jedoch mit dass dies nur ein historisches Schild sei und wir das Verbot darauf nicht mehr berücksichtigen müssten. 😉

U.S. Army

Als erstes interessierte uns natürlich der Aussichtsturm selbst, den man über eine kleine Treppe besteigen konnte. Direkt unter der Aussichtsplattform fand sich auch noch das ehemalige Wachbüro, das jedoch verschlossen und somit für uns nicht zugänglich war. Von oben hatten wir aber einen wunderbaren Blick auf die Grenze und das dahinter liegende Thüringen.

Aussichtsturm
Beobachtungsturm der U.S. Army

Innerdeutsche Grenzbefestigung Blick nach Thüringen und auf den Ort Geisa
Links: Blick auf die Grenzanlagen – Rechts: Thüringen und der Ort Geisa

Auf dem Gelände selbst waren einige alte Fahrzeuge der U.S. Army, darunter ein Mannschaftstransporter und ein Panzer – ich meine einen M60 Kampfpanzer – ausgestellt. Weiter unten hatte sich früher auch noch eine Halle mit zwei Hubschraubern befunden, doch diese war leider letzten Winter unter der Schneelast zusammengebrochen und hatte die beiden Fluggeräte zerstört. Ihre Reste lagern jetzt unter Planen auf dem Hof davor (hinter dem Panzer zusehen).

Transporter M60 Tank
Links: Armoured Transport – Recht: M60 Tank

Neben einer Snack-Bar und einem Beergarden fand sich auch hier noch ein weiteres Museum, indem wir unter anderem einen konservierten Wohnraum eines U.S. Soldaten der damaligen Zeit sowie einige Waffen, Photos und Uniformen besichtigen konnten. Sehr sehenswert war dabei der Hauptgang des Gebäudes gestaltet, an dessen Wände lebensgroße Fotos der Soldaten angebracht waren und der auf eine beleuchtete US-Flagge hin führte.

star spangled banner
US-Flagge

Uniformen Uniformen
Uniformen Amerikanische Uniformen
Verschiedene Uniformen und Waffen der Ausstellung

Alles in allem eine wirklich sehr interessante Tour muss ich sagen. Durchaus Sehenswert und ein guter Punkt um Besuchern aus dem Ausland und auch jüngeren Deutschen zu zeigen wie die Verhältnisse an der Innerdeutschen Grenze damals waren.

Attention - 50 meters to border

Dabei ist der Point Alpha mit Sicherheit nur eine von vielen Gedenkstätten am alten Eisernen Vorhang, aber es war die erste die ich bewusst besucht und besichtigt habe. Und auch unseren Gästen hat es sehr gefallen – sie kannten dies alles nur aus Erzählungen. Und die nordhessische und thüringische Berglandschaft ist natürlich auch immer einen Besuch wert. 😉

Sturz der Titanen – Ken Follet

Dienstag, Januar 18th, 2011

Mit Sturz der Titanen habe ich nun auch das aktuelle Werk des britischen Autors Ken Follet verschlungen. Dabei hatte ich mich für die ungekürzte Hörbuchfassung entschieden, erschienen genau die Druckausgabe im Lübbe-Verlag und erworben wie immer bei meinen Hörbuch-Dealer Audible. Mit etwas mehr als 37 Stunden Laufzeit handelt es sich bei diesem von Philip Schepmann gelesene Werk zwar um einen ziemlichen Brocken Literatur, aber jede Zeile hat sich in diesem Fall wahrlich mehr als nur gelohnt. Nicht dass ich nach dem Konsum der Werke Die Säulen der Erde, Nacht über den Wassern, Die Kinder von Eden, Die Pfeiler der Macht, Die Brücken der Freiheit und Eisfieber dieses Autors etwas anderes erwartet hätte, dennoch bin ich bei diesem bereits im Vorfeld als erster Teil eines Epos beschriebenen Buches natürlich mit der geeigneten Unvoreingenommenheit heran gegangen.
Erzählt wird die Geschichte verschiedener Familien in Deutschland, England, Russland und den USA während zwischen den Jahr 1911 und 1924, einer Zeit die vom Ersten Weltkrieg, der russischen Revolution und einem umfassenden sozialen Wandel bestimmt wird. Um einen Überblick über die komplexe Storyline zu bekommen werfen wir am besten einen Blick auf die wichtigsten Protagonisten dieses Romanes. Ich versuche dabei so wenig wie möglich über die eigentliche Handlung zu verraten, aber einige Ausrutscher möge man mir hier bitte verzeihen.
Die britische Bergarbeiterfamilie Williams lebt im kleinen walisischen Ort Aberowen. Die Geschichte beginnt mit dem Tag, als der jüngste Sohn der Famile Billy Williams im Alter von gerade mal dreizehn Jahren mit der Arbeit in der lokalen Kohlegrube beginnt. Während seine ältere Schwester Ethel es als Hausangestellte des lokalen Earls Fitzherbert es noch etwas besser getroffen hat, müssen die meisten Bewohner des Ortes ihr Leben in ärmlichen Verhältnissen fristen ihren Lebensunterhalt unter Tage verdienen. Als es zu einem Grubenunglück kommt, beweist zwar der Billy Williams großen Heldenmut und rettet einige der Kumpel vor dem sicheren Tod unter der Erde. Doch als die Familien der verunglückten Kumpel zwangsenteignet und um ihre Häuser gebracht werden um neuen Arbeitskräften Platz zu machen, kommt es zu Aufständen unter den Bergarbeitern.
Das kümmert den lokalen Lord, den Earl Fitzherbert, jedoch nur wenig. Als Mitglied des britischen Hochadels und Abgeordneten des Oberhauses verschließt der erzkonserative Adelige mit seiner Frau Bea, ebenfalls eine Adelige russischer Herkunft, die Augen vor den Nöten der Bewohner seiner Besitzungen. Daran ändert auch der Besuch des gerade neu eingesetzten britischen Königs George V. nichts, der etwas unbeholfen versucht den Bergarbeitern nach dem Grubenunglück sein Beileid und Mitgefühl zu bekunden. Als sich zwischen Ethel Williams und dem Lord ein Techtelmechtel entwickelt, kommt es wie es kommen muss: Ethel wird schwanger und verliert ihre Stelle im Haus des Lords. Wegen der außerehelichen Schwangerschaft wird sie auch von ihrem Vater verstoßen und geht mit einer kleinen Abfindung nach London, wo sie sich bald Maud Fitzherbert, der Schwester des Vaters ihres unehelichen Kindes, anschließt und damit beginnt, sich für die Rechte der Frauen einzusetzen.
Mit Lady Maud Fitzherbert, der Schwester des Earls, kommen wir zu einer weiteren Hauptperson dieses Werkes. Trotz ihrer Neigung zum Suffragettentum verliebt sie sich während eines Empfanges auf dem Anwesen ihres Bruders in den jungen deutschen Diplomaten Walter von Ulrich. Zwar sind sowohl ihr Bruder als auch der konserative Vater des jungen Walter, Otto von Ulrich, gegen diese Beziehung, aber das hält die Beiden nicht davon ab kurz vor Ausbruch des Weltkrieges heimlich zu heiraten. Zu diesem Zeitpunkt ahnen sie noch nicht, welche Ausmaße die kommende Auseinandersetzung annehmen wird und das sie sich für lange Zeit nicht mehr sehen werden.
Auf diesem Empfang bei Earl Fitzherbert wird auch eine weitere wichtige Person der Handlung eingeführt, der ebenfalls noch junge Harvard-Absolvent und Mitarbeiter der amerkanischen Botschaft Gus Dewar, der sich schon bald zu einem der wichtigsten Mitarbeiter des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson entwickelt und somit nah an den Geschehnissen steht, die schließlich zum Kriegseintritt der USA führen.
Ein weiterer Handlungsstrang des Buches verläuft schließlich im russischen Sankt Petersburg, wo die Brüder Grigori und Lew Peschkow, die nach der Hinrichtung ihres Vaters durch den Fürsten und des Todes ihrer Mutter in Folge des Petersburger Blutsonntages von 1905 als Waisen aufwachsen. Unter unmenschlichen Bedingungen ihr leben fristend arbeiten beide für einen Hungerlohn im lokalen Stahlwerk. Der Ältere der Beiden, Grigori, versucht trotz seiner ärmlichen Lebensumstände ein rechtsschaffendes Leben zu führen und träumt davon nach Amerika auszuwandern. Doch seinen Plänen wird durch die kriminellen Machenschaften seines Bruders Lew ein Strich durch die Rechnung gemacht, denn er muss ihm sein Ticket für die Überfahrt nach Amerika überlassen um ihn so vor dem sicheren Galgen zu retten. Während Lew so nach einigen Umwegen in die USA gelangt und sich schließlich in Baltimore, der Heimatstadt von Gus Dewar niederlässt, wo er schon bald für den dortigen Boss eines Verbrechersyndikates arbeitet, wird Grigori schließlich in die Wirren des russischen Oktoberrevolution gezogen und entwickelt sich zum Revolutionär an der Seite von Lenin und Trotzki.
Insgesamt kann ich nach Abschluß dieses etwas mehr als 37 Stunden langen Hörbuches (die Druckversion hat lt. Amazon 1024, andere Quellen sprechen von 1022 Seiten) nur sagen: Wow!!! Was Ken Follet da abgeliefert hat, hat durchaus Potential als Meisterwerk bezeichnet zu werden. Nicht nur dass es ihm auf wunderbare Weise gelungen ist, die Lebensverläufe der von ihrer Stellung und ihrer Herkunft her so verschiedenen Personen miteinander zu verstricken und die Verhältnisse der damaligen Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten überzeugend darzustellen, auch die Geschichte erscheint insgesamt als durchgehend plausibel und hat einen klaren roten Faden. Viele Begegnungen der Protagonisten erscheinen zwar zufällig, passen aber ohne dass sie konstruiert wirken perfekt in das Gesamtbild dieses ersten Teils des als Trilogie angelegten Epos. Dem Autor ist es dabei perfekt gelungen, ein Stück Weltgeschichte und gesellschaftlichen und politischen Wandel nicht nur von der Seite der großen und mächtigen, sondern besonders auch aus der Sicht der mehr oder weniger einfachen Leute darzustellen. Dabei sind alle historischen Fakten soweit ich das zu Beurteilen vermag detailliert recherchiert und lassen keinen Zweifel zu, dass Ken Follet viel Zeit in die geschichtliche Richtigkeit seiner Erzählung gesteckt hat. Natürlich trägt auch der Vorleser Philipp Schepmann einen großen Teil zum Erfolg dieses Hörbuches bei, denn ihm gelingt es durch entsprechende Stimmanpassung den einzelnen Charakteren ein zusätzliches Eigenleben einzuhauchen. Ich kann dieses Buch absolut weiter empfehlen, ich halte das ganze für ein wirkliches Meisterstück und kann es kaum erwarten den zweiten Teil zu verschlingen. Leider wird man auf den zweiten Teil, in dem meiner Recherche nach wohl die Kinder der hier beschriebenen Personen die Hauptrolle spielen werden, noch bis ins Jahr 2012 warten müssen. Ein genauer Erscheinungstermin steht noch nicht fest. Schade, aber ich werde wohl zwangsweise bis dahin durchhalten müssen.

Meine Wertung: 3 Sterne

Fortunas Rache – Maria W. Peter [Invita 1]

Sonntag, Dezember 12th, 2010

Vor einiger Zeit stieß ich durch einen Buchtipp auf amazon.de auf Fortunas Rache, ein historischer Krimi und Erstlingswerk der deutschen Autorin Maria W. Peter. Der Klappentext las sich interessant und auch die Kommentare der bisherigen Leser gaben ein gutes Bild ab – also bestellte ich mir das Buch einfach einmal und habe es innerhalb kürzester Zeit verschlungen.

Das 320 Seiten starke Buch spielt im römischen Trier des 3. Jahrhunderts nach Christus, wo die junge Sklavin Invita im Haus des dortigen Stadthalters arbeitet. Die Jugendliche, ein Findelkind, ist für ihren Stand gebildet, kann lesen und schreiben und besitzt einen wachen Verstand, gilt bei ihren Herren und deren Aufsehern aber als Aufsässig und potentielle Unruhestifterin. Als der Haussklave Modestus nach einem Botengang nicht zurückkehrt, wird sie verdächtigt mit dessen Verschwinden in Verbindung zu stehen und ihm bei seiner potentiellen Flucht geholfen zu haben. Um ihre Unschuld zu beweisen, fängt sie an eigene Nachforschungen anzustellen und findet mit kriminalistischen Spürsinn bald erste Anzeichen, dass hinter dem Verschwinden des anderen Sklaven weitaus mehr als nur eine einfache Flucht steckt und stößt dabei auch auf Hinweise die Licht auf eigene Herkunft werfen könnte. Bald schon ist sie einer ausgewachsenen Intrige auf der Spur und gerät nicht nur in Gefahr, wegen des Verschwindens bestraft zu werden, sondern muss sogar um ihr Leben fürchten.
Die Geschichte wird in der Ich-Form von Invita selbst erzählt und gibt nicht nur einen interessanten Einblick in das Leben eines römischen Sklaven und in das Trier des dritten Jahrhunderts nach Christus. Die Autorin hat was die Recherche der Hintergründe gute Arbeit geleistet und wartet mit vielen kleinen Details aus dieser Zeit auf. Besonders die Erzählperspektive aus Sicht einer Sklavin fand ich sehr interessant, denn dies hob diese Geschichte deutlich von den anderen historischen Romanen ab die ich bisher gelesen hatte. So spielen hier nicht unbedingt große Politik des römischen Imperiums, sondern auch die Sorgen und Nöte einer jungen Haussklavin in dieser Geschichte eine zentrale Rolle. Dabei ist die Schreibweise amüsant und spannend – hat mir sehr gut gefallen. Ich werde mir mit Sicherheit auch die beiden weiteren bisher erschienen Werke um die Erlebnisse Invitas zur Gemüte führen. Den Freunden von historischen Romanen kann ich dieses Buch also durchaus ans Herz legen.

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

Der Abend des Adlers – Frank Stefan Becker

Sonntag, November 28th, 2010

Auch mit meinem letzten Buch habe ich meine aktuelle Vorliebe für Romane mit historischen Hintergrund fortgesetzt. Dabei fiel meine Wahl auf das Werk Der Abend des Adlers, das 2004 erschienene Erstlingswerk des promovierten Physikers, Siemens-Manager und nebenberuflichen Schriftstellers Frank Stefan Becker, der sich bisher vor allem mit Geschichten aus der Antike und Frühmittelater einen Namen gemacht hat.
Die Geschichte beginnt im Jahr 259 nach Christus. Germanische Stämme durchbrechen immer wieder den Limes im Norden Europas und überfallen die dortigen römischen Ansiedlungen. Auch Lopodunum, das heutige Ladenburg bei Heidelberg, wird dabei nicht verschont. Kurz bevor die Sueben, ein Volksstamm der den heutigen Schwaben entspricht, die Stadt überfällt und plündert gelingt es den Bewohnern noch die wertvollen Beschläge des Tempelportals vor den vordringenden Barbaren zu verstecken. Jahre später versuchen der junge Römer Flavius, der als Kind aus der Stadt fliehen konnte und auf bei seinem Onkel auf einem Landgut bei Trier aufwuchs, und sein Begleiter Ulixes Aquila, einem Coeparius (reisender Händler) und Agent des Kaisers in Germanien, die wertvollen Beschläge zu bergen, was jedoch misslingt. Die Bronzebeschläge gibt es übrigens wirklich und sie sind heute im Museum in Ladenburg zu bewundern. Wenig später gerät Flavius im Dekumatland, dem heutigen Baden Württemberg, in Gefangenschaft der Germanen und muss unter ihnen er als Sklave arbeiten. Schließlich kann er aber fliehen und schlägt sich bis in römische Augst (beim heutigen Basel) durch. Von dort aus kommt er schließlich nach Rom und trifft dort seinen Freund Ulixes wieder. Als dieser vom Kaiser Aurelian den Auftrag erhält, nach Palmyra im heutigen Syrien zu reisen und mit der dortigen Königin Zenobia in Verhandlungen zu treten, begleitet Flavius ihn. Er hofft von dort aus bis nach Persien zu kommen, um mehr über seinen Vater zu erfahren, der beim fehlgeschlagenen Feldzug des Kaisers Valerian in Gefangenschaft des persischen Königs Schapur geriet.
Das ganze Buch gliedert sich klar in vier Teilgeschichten, die in Germanien, Rom, im Nahen Osten und schließlich wieder in Rom spielen. Der Autor hat die Hintergründe und historischen Fakten dieser Zeit sehr genau und detailliert recherchiert und liefert viele historische Fakten, die nicht nur zum Fortlauf der Geschichte dienen sondern auch einfach nur gelungen eingestreut werden – so zum Beispiel die Ereignisse um den Gegenkaiser Postumus. Einziger Kritikpunkt sei hier die Tatsache, dass es keinen wirklichen Höhepunkt in der Gesamterzählung zu geben scheint, viel mehr stolpert der Protagonist Flavius von eine Abenteuer ins andere, so dass ein wirklicher roter Faden mit klarem Spannungsbogen zu fehlen scheint. Dennoch passt alles gut zusammen und die Geschichte endete mit einem, so viel kann ich wohl verraten ohne einen Spoiler wiederzugeben, Hangover, die eine Fortsetzung unumgänglich zu machen scheint. Für ein Erstlingswerk aber wirklich gute Arbeit, soviel muss ich sagen. Ich werde mir auch das Folgewerk Der Preis des Purpurs auf jeden Fall auch zu Gemüte führen.

Meine Wertung: 2 von 3 Sternen

Mord auf der Via Appia / Die Frau des Senators – Hans Dieter Stöver

Samstag, Oktober 23rd, 2010

Einer Amazon Buchempfehlung folgend erwarb ich vor kurzem Mord an der Via Appia und Die Frau des Senators des deutschen Autors Hans Dieter Stöver in einem Hardcover-Doppelband. Die beide im Jahre 1982 erschienen Romane sind die ersten der C.V.T. – im Dienste der Caesaren Reihe dieses Autors, der darin – acht Jahre bevor der erste Band der von mir so geschätzten und komplett verschlungenen SPQR-Reihe veröffentlicht wurde – die Idee eines Kriminalfälle lösenden Römers aufgreift und in literarische Formen gießt. Nicht zu verwechseln ist dieses dieses Buch jedoch mit einem Werk von Steven Saylor, dessen Werke ich leider bisher noch nicht verkonsumieren konnte. Zentrale Figur dieser Reihe ist Gaius Volcacius Tullus, der als fiktiver Sohn des realen römischen Politiker Lucius Volcacius Tullus aus dem römischen Patriziergeschlechts der Volcatier geführt wird. Sehr Lobenswert fand ich die Erläuterung so ziemlich aller antiken Begriffe in einem Umfangreichen Glossar am Ende des Buches, das auch mit Landkarten und Schemazeichnungen von römischen Bauten aufwartet – doch durch meine Vorkenntnisse aus früheren Romanen aus dieser Zeit war mir der größte Teil der Begriffe schon geläufig.
Im ersten Band dieses Doppelbandes geht es letztlich gar nicht um einen Mord, sondern um die Aufklärung einer Entführung von zwei Kindern durch Piraten. Gespickt mit vielen geschichtlichen Details und Involvierung der für diese Epoche gegen Ende der alten römischen Republik gängigen Persönlichkeiten wie Cäsar, Cicero, Clodius, Milo oder Clodia gelingt es Stöver eine sehr dichte Atmosphäre aufzubauen und dem Leser einen tiefen und detaillierten Einblick das Leben im Rom dieser Zeit. Der Protagonist Gaius erholt sich gerade in Rom von einer Verletzung, die er sich in Cäsars Gallienfeldzug zugezogen hat, als der Sohn eines Senators und dessen Freund von Piraten entführt werden. Gaius, unterstützt von seinem Haussklaven und Vertrauten Alexander, übernimmt die Ermittlungen in diesem Fall und merkt schon spätestens als er knapp einem Giftmord entgeht, dass hinter der Geschichte weitaus mehr als nur die Erpressung von Lösegeld zu stecken scheint.
Der zweite Band spielt größtenteils in Gallien, wo Gaius unter Cäsar gegen die Aufständischen Völker unter dem Avernerfürst Vercingetorix kämpft. Stöver lässt den Leser hier die Stationen des 7. Buches der Bellum Gallicum, verpackt in die Ermittlungen um einen als Unfall getarnten Mord an einem jungen römischen Offizier, erleben. Die Schlachten von Avaricum und Gergovia werden beschrieben und Gaius Volcatius Tullus und sein Sidekick Alexander geraten schließlich sogar in Gefangenschaft der Gallier, wo sie auf den Feldherren der Gegenseite treffen. Dabei gelingt es dem Autor sehr gut, ein Bild des Lebens im antiken Gallien zu zeichnen und nicht nur die Seite der Römer, sondern auch die Gedanken und Beweggründe der Gallier und ihrer Heerführer aufzuzeigen. Doch Gaius und Alexander können fliehen und die Geschichte führt kommt in der bekannten Schlacht um Alesia zum Höhepunkt. Wie geschichtlich bekannt wird Vercingetorix hier durch lange Belagerung und nach einem erfolglosen Ausfall geschlagen und ergibt sich den Truppen Cäsars. Ganz nebenher wird schließlich auch der Mord aufgeklärt – aber meiner Meinung nach war die Intention des Autors viel mehr die Darstellung des Aufstandes in Gallien als der eigentliche Kriminalfall gewesen.
Für Geschichtsinteressierte eine wirklich interessante und spannende Buchreihe, die ich wohl ebenfalls weiter verfolgen werde. Was ich etwas vermisste war der sarkastische Humor wie ihn Decius Caecilius Metellus in der SPQR Reihe teilweise an den Tag gelegt hat. Aber das mindert die Qualität dieses Doppelbandes absolut nicht. Bin schon sehr gespannt auf weitere Abenteuer des Gaius Volcatius Tullus.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Das zweite Königreich – Rebecca GablĂ©

Sonntag, Oktober 10th, 2010

Mit „Das zweite Königreich“ habe ich mein erstes Buch der deutschen Schriftstellerin Ingrid Krane-Müschen, besser bekannt unter ihrem Pseudonym Rebecca GablĂ©, abgeschlossen. Das als Audiobuch bei Audible.de erworbene Werk ist die vertonte Version des im Jahre 2000 erschienen historischen Romans gleichen Titels. Was mir gleich zu Beginn positiv auffiel war, dass man für dieses Werk nicht die übliche reine Vertonungsform gewählt hatte, sondern das ganze mit passenden Geräuschen und Effekten versehen wie ein Hörspiel aufgezogen hatte. Als Sprecher agiert Detlef Bierstedt, den ich ja u.a. schon bei den Hörbüchern der Feuerreiter-Romanen von Naomi Novik kennen und schätzen gelernt hatte.
Die Geschichte beginnt im England um die Mitte des 11ten Jahrhunderts. Der junge Caedmon von Helmsby, Sohn eines englischen Thane, wird vom Pfeil eines dänischen Piraten schwer verletzt, der seine bisher unbeschwerte Kindheit plötzlich beendet. Sein Vater, der befürchtet dass er zum Krüppel wird, schickt ihn mit Harald Godwinson in die Normandie, aus der auch seine Mutter stammt – eine Aktion die fast schon einer Abschiebung gleicht. Am Hofe des dortigen Herzogs Wilhelms, dem desiginierten Nachfolger des aktuellen englischen Königs Eduards des Bekenners, lernt er das Ritterhandwerk und kommt entgegen aller Befürchtungen über seine Verletzung hinweg. Jahre später kehrt Caedmon mit den normannischen Truppen Wilhelms zurück, um gegen den Verrat des inzwischen zum König von England gekrönten Harald Godwinson zu kämpfen. Es kommt zur berühmten Schlacht von Hastings, in der Wilhelm die Truppen Haralds schlägt, als Wilhelm der Eroberer in die Geschichte eingeht und seinen rechtmässigen Platz auf dem Thron von England einnimmt. Als Angelsachse am Hof des Königs wird er schnell zum wichtigen Mittelsmann und Schlichter zwischen den Normannen und Angelsachsen – eine Position die er nie anstrebte, doch versucht nach Besten Wissen und Gewissen auszufüllen.
Das ganze kann man ohne Vorbehalte als eine klassische Rittergeschichte mit Schlachten, Intrigen, Liebe und Verrat bezeichnen. Unterstützt durch das jeweils passende Hintergrundgeräusche und Klänge gelingt es dem Hörer nach kurzer Eingewöhnungszeit schnell, in das Leben im England des 11ten Jahrhunderts einzutauchen. Teilweise wird das ganze zwar meiner Meinung nach sehr langatmig ausgeführt und es wird teilweise versäumt, gewisse Begriffe wie Thane oder Housecarls näher zu erläutern, aber so etwas ist ja heutzutage schnell nachgeschlagen. Außerdem vermisst die Geschichte irgendwo einen wirklichen zentralen Höhepunkt, sondern besaß mehrere davon, die den Erzählfluss aber nicht minder spannend erscheinen ließen. Alles in allem eine meiner Meinung nach gelungener historischer Roman, der auch die zuerst unglückliche Liebesgeschichte nicht missen lässt.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Kaiserkrieger – Die Ankunft (Dirk van den Boom)

Montag, August 30th, 2010

Im Zug nach München habe ich mein aktuelles Buch abgeschlossen – und dieses Mal war es nicht der nächste Teil der SPQR Reihe. In meinen Buchempfehlungen bei Amazon entdeckte ich letzte Woche das Buch „Kaiserkrieger – Die Ankunft“ des deutschen Politologen, Übersetzers und Science-Fiction Autors Dirk van den Boom. Ein Werk aus dem Bereich des Alternativweltgeschichte oder Uchronie, einer Ausprägung der fantastischen Literatur, mit der ich bisher nur wenig in Berührung gekommen war. Als Jugendlicher hatte ich mal die Germanicus-Reihe (Prokurator, Imperator, Liberator – damals aber noch als Einzelbände) von Kirk Mitchell gelesen, außerdem gehört natürlich auch Vaterland von Robert Harris zu meiner privaten Bibliothek. Oh, und natürlich ist hier auch die Bücher über die Feuerreiter Seiner Majestät von Naomi Novik auf jeden Fall zu erwähnen – hätte ich fast vergessen.
Der Klappentext dieses Buches las sich sehr interessant und reizte mich, daher landete das Buch schnell zuerst in meinem Einkaufswagen bei Amazon und wenig später in meiner Packstation. Doch genug der langen Vorrede, kommen wir nun zum Inhalt dieses 205 Seiten starken Buches.
Die Geschichte beginnt kurz vor Beginn des erste Weltkrieges. Die Saarbrücken, ein Kreuzer der kaiserlich-deutschen Marine, bricht von Wilhelmshaven in Richtung Afrika auf, um die dortigen Kolonien mit Truppen und Nachschub zu versorgen. Doch vor der Küste von Portugal gerät das Kriegsschiff in ein seltsames Wetterphänomen und die Besatzung findet sich kurz darauf im Jahre 378 nach Christus wieder – zum Beginn der großen Völkerwanderung und des Niedergangs des Weströmischen Reiches. Die Besatzung und insbesondere ihre Offiziere beschließen, das beste aus ihrer neuen Situation zu machen und nehmen Kontakt mit den Römern auf.
Wie ich schnell feststellte – und mir aufgrund des Untertitels auch schon gedacht hatte – handelt es sich hier um den ersten Teil einer wenn ich es richtig recherchiert habe insgesamt sechsteiligen Geschichte. Der Autor verwendet in diesem Buch daher auch viel Zeit darauf, die einzelnen Haupt- und Nebencharaktere aufzubauen und zu beschreiben. Dass dabei noch nicht allzu viel Action stattfindet konnte ich beim Lesen dieses Buches verschmerzen. Das Umfeld dass dieser Band aufbaut ist auf jeden Fall sehr vielversprechend und ich habe mich mit dem Gedanken eines deutschen Kriegsschiffes in der Spätantike schnell anfreunden können. Die historischen Details sind auf jeden Fall soweit ich das beurteilen kann sehr gut recherchiert. Das Nachwort des Autors erläutert außerdem auch was von den historischen Personen auf realen Vorbildern basieren und welche fiktiv sind.
Wie ich außerdem im Rahmen der Recherche zu diesem Beitrag herausgefunden habe, betreibt Dirk van den Boom unter www.kaiserkrieger.de ein Blog, in dem er über die Fortschritte an den einzelnen Bänden und andere Dinge rund um die Kaiserkrieger-Reihe berichtet. Finde ich sehr sympathisch. Aktuell ist wohl der Band vier in Arbeit, der zweite scheint demnächst heraus zu kommen. Einen genauen Erscheinungstermin habe ich noch nicht entdecken können, er ist bei Amazon schon vorbestellbar. Das habe ich ich auch gleich mal getan – soweit ich mehr weiß, werde ich darüber berichten.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Die Rache der Flußgötter [SPQR 8]

Sonntag, Juli 11th, 2010

Eigentlich schon Anfang der Woche habe ich nun auch Die Rache der Flußgötter, den achten Teil der SPQR Reihe des amerikanischen Authors John Maddox Roberts abgeschlossen. Wieder einmal ein wirklich gelungener historischer Roman um den Römer Decius Caecilius Metellus, der in diesem Band in das kostspielige Amt eines Ädilen gewählt wurde und somit neben der Ausrichtung von Spielen auch für die Sicherheit und die Bauaufsicht innerhalb der Stadt zuständig ist. Als eine Insula, die römische Version einer Mietskaserne, mitten in der Stadt zusammenbricht und hunderte ihrer Bewohner mit in den Tod reißt, ist mal wieder sein Spürsinn gefragt. Denn wie sich bald heraus stellt, steckt hinter der Sache weitaus mehr als nur Schlamperei beim Bau. Und dass der Tiber kurz davor steht über die Ufer zu treten macht seine Ermittlungen nicht gerade einfacher.
Ein weiteres Mal hat es wirklich Spaß gemacht, den Ermittlungen dieses antiken Sherlock Holmes durch das Buch zu folgen. Mit seinen 277 Seiten ist da Buch dieses Mal etwas umfangreicher als sein sein Vorgänger gewesen, aber das hat mich nicht abgehalten auch dieses Buch in kürzester Zeit zu verschlingen. Dank Roberts guter Recherche – eine Tatsache die ich gerne immer wieder erwähne und lobe – wird das ganze auch wieder zu etwas Geschichtsunterricht während der Leser dem Ädile unter anderem in die Cloaca Maxima, dem Abwassersystem unterhalb Roms und in die Leichengruben vor den Toren der Stadt folgt. Zwar fand ich dass der Autor dieses Mal den Spannungsbogen erst kurz vor dem Showdown wirklich anzieht, aber das tat der Unterhaltsamkeit des gesamten Buches meiner Meinung nach keinen Abbruch. Ein weiterer gelungener Ausflug in die Welt des alten Roms zur Endzeit der alten Republik. Ich habe die Geschichte und die damit verbunden Auffrischung meines Geschichtswissens wieder einmal sehr genossen. Auch dieses Buch kann ich wieder vorbehaltlos weiterempfehlen – wobei das Lesen der anderen sieben Teile nicht unbedingt notwendig, aber doch alleine der Unterhaltung wegen durchaus zu empfehlen ist. 😉

Meine Wertung: 3 von3 Sternen