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Kaiserkrieger: Der Aufstand (Dirk van den Boom)

Sunday, August 12th, 2012

Nach Die Ankunft, Der Verrat und Der Aufbruch habe ich mit Der Aufstand nun auch den vierten Teil der Kaiserkrieger-Reihe des deutschen Autors Dirk van den Boom innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Dabei griff ich wie auch zuvor auf die Druckausgabe zurück, die mit 260 Seiten dieses Mal wieder etwas dicker als seine Vorgänger geraten war.
Wir erinnern uns: Der kaiserlich-deutsche Panzerkreuzer Saarbrücken war auf geheimnisvolle Weise auf seiner Fahrt von Bremerhaven nach Deutsch-Südwestafrika ins Jahr 378 nach Christus versetzt worden, ein Zeitalter des Umbruchs. In den in der regulären Geschichtsschreibung hatte zu dieser Zeit der Einfall der vor den Hunnen fliehenden Goten den Anfang vom Ende des weströmischen Reiches einleiten. Durch Eingreifen der Besatzung unter ihrem Kommandanten Jan Rheinberg war es gelungen die gotischen Reiterhorden vor Thessaloniki zu schlagen und sie schließlich zu befrieden. Und auch die Bedrohung aus den eigenen Reihen durch eine vom umtriebigen ersten Offizier Von Klasewitz angezettelte Meuterei war glimpflich abgegangen. Unter der Herrschaft des römischen Kaisers Gratian beginnt die Zusammenarbeit der Römer mit den Zeitreisenden auch erste Früchte zu tragen – doch die Bedrohung ist noch nicht ganz vorüber. Während die Expedition ins Königreich Aksum, dem heutigen Äthiopien Fortschritte macht und die Zeitreisenden und ihre Begleiter ersten Kontakt zum Hof des Herrschers Mehadayis herstellen, hat sich der Meuterer Von Klasewitz mit dem römischen Heerführer in Britannien Magnus Maximus zusammen getan, der auch in dieser alternativen Zeitlinie versucht nach dem Purpur, also der Kaiserwürde, zu greifen und – nun teilweise mit moderner Waffentechnik ausgerüstet, die Von Klasewitz ihm liefert – in Gallien einfällt. Parallel wird von der ersten Begegnung der römischen und ehemalig kaiserlich-deutschen Truppen im Osten Europas mit den Hunnen berichtet. Zu diesem Trupp gehören aber nicht nur die offiziell von den Zeitreisenden entsendete Truppen, sondern auch der aus Liebe zu einer Römerin desertierte und nun später in die Legionen zwangsrekrutierte Thomas Volkert, der natürlich weiterhin versucht unerkannt zu bleiben um nicht doch noch wegen Fahnenflucht vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. Und im Hintergrund zieht der umtriebige Bischof Ambrosius seine Fäden, der die Vorherrschaft der trinitätischen Lehre vor der ebenfalls sehr populären Arianischen Kirche sichern und seine Kirche zur alleinigen Staatskirche des römischen Reiches machen möchte. Schließlich kommt es zur Entscheidungsschlacht zwischen den Truppen Gratians, die von den Zeitreisenden unterstützt werden, und den Truppen des Maximus in der Gegend des heutigen und die Erzählung nimmt eine unerwartete Wendung, die alles zu bedrohen könnte was die Zeitreisenden bisher erreicht haben.
Wieder gelingt es Dirk van der Boom die vielen parallelen Handlungssträng die er in den vorherigen Bänden eröffnet hat zu einer spannenden und fesselnden Gesamtgeschichte zu integrieren. Manchmal fragte ich mich zwar, ob preußisch gedrillte Soldaten vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wirklich einen so großen Humanismus an den Tag gelegt hätten, aber davon lasse ich mir natürlich nicht den Spaß an dieser geschichtlich sehr gut recherchierten und ansonsten sehr glaubwürdig wirkenden Romanreihe verderben. Natürlich endet auch diese Geschichte mit gleich mehreren Cliffhangern, aber das macht natürlich Lust auf den nächsten Teil, der laut Blog des Autors schon bei den Lektoren des Verlages liegt. Sobald das Buch raus kommt, werde ich es mir natürlich gleich besorgen, lesen und dann darüber berichten.

Nachtrag: Der Erste Offizier und Meuterer heißt Klasewitz, nicht Klaasen – keine Ahnung wie ich darauf gekommen bin. Danke an den Autor für den Hinweis.

Kaiserkrieger: Der Aufbruch (Dirk van den Boom)

Friday, March 2nd, 2012

Innerhalb weniger Tage habe ich nun auch den dritten Teil der auf sechs Teile angelegten Kaiserkrieger-Reihe des deutschen Autors Dirk van den Boom konsumiert. Über den ersten Teil Die Ankunft hatte ich ja bereits hier und über den zweiten Teil Der Verrat hier berichtet.
Wir erinnern uns, dass es den kaiserlich-deutschen Panzerkreuzer Saarbrücken auf dem Weg nach Afrika durch ein unerklärliches Ereignis in das 378 nach Christus verschlagen hatte, ein Zeitalter in dem die beginnende große Völkerwanderung und der Einfall der Goten den Niedergang des weströmischen Reiches einläutet. Die Besatzung unter ihrem Kapitän Jan Rheinberg hatte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten schließlich mit ihrem Schicksal arrangiert und begonnen, mit den den Römern unter ihrem weströmischen Kaiser Gratian Kontakt aufzunehmen und diese in ihrem Kampf gegen die Goten zu unterstützen. Mit ihren fortgeschrittenen Waffen und ihrer Technik gelingt es ihnen schließlich, die gotischen Horden vor Thessaloniki zu besiegen und schließlich sogar zu befrieden. Nachdem die Meuterei, die der erste Offizier der Saarbrücken vom Zaun gebrochen hatte, niedergeschlagen worden ist, konnten sich die deutschen Zeitenwanderer nun daran machen, ihre Stellung im Reich zu festigen und beginnen, eine kleine Industrie aufzubauen und damit das römische Reich zu reformieren und so sein eigentliches Schicksal abzuwenden. Doch nicht nur von Teilen der christlichen Kirche, sondern auch von anderer Seite drohen Gefahren. Auch die Hunnen, der eigentlich Auslöser der beginnenden Völkerwanderung, gilt es ein verstärktes Augenmerk zuzuwenden – und Kapitän Rheinberg und seine römischen Verbündeten beginnen in diese Richtung entsprechende Vorbereitungen zu treffen…
Ich will nicht zu viel vom Inhalt verraten, doch ich kann zumindest sagen dass es Dirk van den Boom auch im dritten Teil wieder gelungen ist, die Geschichte mit ihren vielen, parallel laufenden Storylines und Charakteren, die sich im Laufe der letzten Bände entwickelt haben, interessant und spannend weiterzuführen. Ganz am Anfang schien zwar der Eindruck aufzukommen der Plot würde doch etwas zu Reibungslos verlaufen, sprich Leute aus der Zukunft kommen mit überlegenen Waffen in die Spätantike und retten die Römer vor dem Untergang und dann Friede, Freude, Eierkuchen. Doch schnell hat sich herauskristallisiert dass es sich der Autor doch nicht sooooo einfach macht – inzwischen es gibt genügend kleine oder größere Gegenströmungen die weiterhin einen interessanten und abwechslungsreichen Verlauf versprechen.
Aber alleine die vielen Cliffhanger die der Abschluss des Buches offen lässt nötigen mich regelrecht dazu, dass ich natürlich auch den nächsten, vierten Teil Der Aufstand verinnerlichen werde sobald er denn mal endlich erscheint. Laut dem Blog des Autors befindet sich dieser aber schon in Produktion und bei Amazon.de war die Ausgabe auch schon vorbestellbar, allerdings ohne konkreten Erscheinungstermin. Bleibt also zu hoffen dass ich nicht allzu lange warten muss um zu erfahren wie es weitergeht. ­čśë

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Kaiserkrieger – Der Verrat (Dirk van den Boom)

Tuesday, January 10th, 2012

Bereits vor einigen Tagen habe ich mit Der Verrat nun auch den zweiten Teil der Kaiserkrieger-Reihe des deutschen Politologen, Übersetzers und Buchautors Dirk van den Boom abgeschlossen. Zu meiner Schande muss ich zugeben dass es bereits seit Ende April letzten Jahres bei mir lag, aber ich aufgrund anderer Bücher einfach nicht dazu gekommen war es mal anzugehen, doch jetzt war es endlich so weit gewesen und innerhalb kürzester Zeit hatte ich es verschlungen. Es handelt sich hier natürlich um die Fortsetzung des von mir hier bereits vorgestellten Uchronie bzw. Alternativwelt-Romans Die Ankunft. Wie erinnern uns vielleicht, dass es im ersten Teil die Saarbrücken, ein Kreuzer der kaiserlich-deutschen Marine auf dem Weg nach Afrika in ein unerklärliches Wetterphänomen geraten war und sich wenig später im Jahre 378 nach Christus wiedergefunden hatte. Dort treffen sie auf die Vertreter des bereits in zwei Teilen gespaltenen Römischen Reiches, das unter den Angriffen der Goten in seiner Ostmark leidet und kurz davor unter dem Ansturm der Reiterhorden zusammenzubrechen. Die Schlacht bei Adrianopel ist für die Römer verloren und die Feinde schicken sich an, auch Thessaloniki zu erobern und zu plündern. Nachdem die Offiziere der Saarbrücken Kontakt mit dem jungen weströmischen Kaiser Flavius Gratianus (Gratian) aufgenommen haben, schicken sie und ihre in der Vergangenheit gestrandeten Soldaten und Matrosen sich nun mit Hilfe der Römer an, das Ruder für das Reich noch einmal herum zu reißen und die eigentlich schon geschriebene Geschichte zu ändern und somit den drohenden Untergang zu verhindern. Doch nicht nur seitens intrigierender mächtiger Kirchenfürsten droht ihnen Gefahr, auch in den eigenen Reihen brodelt es. Es riecht nach Verrat – und dieser droht alle Pläne zunichte zu machen.
Wie nicht anders erwartet hat Dirk van den Boom mit diesem 216 Seiten starken, zweiten Teil eine überaus gelungene Fortsetzung der übrigens auf sechs Teile angelegten Kaiserkrieger-Reihe vorgelegt. Der historisch übrigens wunderbar detailreich recherchierte Roman ist dabei in mehrere parallel verlaufende Handlungsstränge aufgeteilt, in denen sich der Autor wie bereits im ersten Teil nicht nur darauf beschränkt die Handlungen und Denkweisen der gestrandeten Deutschen und der Römer zu beschreiben. Viel mehr gibt er auch den Goten, ihrer Denkweise und ihrer Handlungen ein Gesicht und lässt so somit nicht nur als gesichtlose Barbarenhorden, sondern als eine facettenreiche Gruppe von durchaus listenreich handelnden Personen erscheinen. Trotz der in viele eigenes laufende Teilgeschichten aufgeteilten Stränge lässt sich aber dennoch klar erkennen wie sich alles in eine weit gefächerte Gesamtplot zusammenzufügen scheint.
Wie ich über das Blog des Autors – www.kaiserkrieger.de – feststellen durfte ist auch inzwischen der dritte Teil erschienen und der vierte Teil im weit fortgeschrittenem Status. Ich muss mich also ran halten – der dritte Teil Der Aufbruch ist bereits in der Zustellung – um hier wieder etwas aufholen zu können. Die bisherige Entwicklung hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen und ich bin natürlich sehr gespannt wie es weiter geht. Eine wie ich finde bisher wirklich sehr gelungene Geschichte deren Fortgang ich keinesfalls verpassen will. Und dieses Mal werde ich mit Sicherheit schneller sein – also wird es hier bald mehr über die Kaiserkrieger geben. Ich kann die Reihe allen Freunden der Fantastik – den Begriff “Science Fiction” halte ich bei Alternativwelt-Romane nicht so recht passend – auf jeden Fall nur ans Herz legen: Ein wirklich erfrischend kurzweiliges Buch das Lust auf mehr macht.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Kaiserkrieger – Die Ankunft (Dirk van den Boom)

Monday, August 30th, 2010

Im Zug nach München habe ich mein aktuelles Buch abgeschlossen – und dieses Mal war es nicht der nächste Teil der SPQR Reihe. In meinen Buchempfehlungen bei Amazon entdeckte ich letzte Woche das Buch “Kaiserkrieger – Die Ankunft” des deutschen Politologen, Übersetzers und Science-Fiction Autors Dirk van den Boom. Ein Werk aus dem Bereich des Alternativweltgeschichte oder Uchronie, einer Ausprägung der fantastischen Literatur, mit der ich bisher nur wenig in Berührung gekommen war. Als Jugendlicher hatte ich mal die Germanicus-Reihe (Prokurator, Imperator, Liberator – damals aber noch als Einzelbände) von Kirk Mitchell gelesen, außerdem gehört natürlich auch Vaterland von Robert Harris zu meiner privaten Bibliothek. Oh, und natürlich ist hier auch die Bücher über die Feuerreiter Seiner Majestät von Naomi Novik auf jeden Fall zu erwähnen – hätte ich fast vergessen.
Der Klappentext dieses Buches las sich sehr interessant und reizte mich, daher landete das Buch schnell zuerst in meinem Einkaufswagen bei Amazon und wenig später in meiner Packstation. Doch genug der langen Vorrede, kommen wir nun zum Inhalt dieses 205 Seiten starken Buches.
Die Geschichte beginnt kurz vor Beginn des erste Weltkrieges. Die Saarbrücken, ein Kreuzer der kaiserlich-deutschen Marine, bricht von Wilhelmshaven in Richtung Afrika auf, um die dortigen Kolonien mit Truppen und Nachschub zu versorgen. Doch vor der Küste von Portugal gerät das Kriegsschiff in ein seltsames Wetterphänomen und die Besatzung findet sich kurz darauf im Jahre 378 nach Christus wieder – zum Beginn der großen Völkerwanderung und des Niedergangs des Weströmischen Reiches. Die Besatzung und insbesondere ihre Offiziere beschließen, das beste aus ihrer neuen Situation zu machen und nehmen Kontakt mit den Römern auf.
Wie ich schnell feststellte – und mir aufgrund des Untertitels auch schon gedacht hatte – handelt es sich hier um den ersten Teil einer wenn ich es richtig recherchiert habe insgesamt sechsteiligen Geschichte. Der Autor verwendet in diesem Buch daher auch viel Zeit darauf, die einzelnen Haupt- und Nebencharaktere aufzubauen und zu beschreiben. Dass dabei noch nicht allzu viel Action stattfindet konnte ich beim Lesen dieses Buches verschmerzen. Das Umfeld dass dieser Band aufbaut ist auf jeden Fall sehr vielversprechend und ich habe mich mit dem Gedanken eines deutschen Kriegsschiffes in der Spätantike schnell anfreunden können. Die historischen Details sind auf jeden Fall soweit ich das beurteilen kann sehr gut recherchiert. Das Nachwort des Autors erläutert außerdem auch was von den historischen Personen auf realen Vorbildern basieren und welche fiktiv sind.
Wie ich außerdem im Rahmen der Recherche zu diesem Beitrag herausgefunden habe, betreibt Dirk van den Boom unter www.kaiserkrieger.de ein Blog, in dem er über die Fortschritte an den einzelnen Bänden und andere Dinge rund um die Kaiserkrieger-Reihe berichtet. Finde ich sehr sympathisch. Aktuell ist wohl der Band vier in Arbeit, der zweite scheint demnächst heraus zu kommen. Einen genauen Erscheinungstermin habe ich noch nicht entdecken können, er ist bei Amazon schon vorbestellbar. Das habe ich ich auch gleich mal getan – soweit ich mehr weiß, werde ich darüber berichten.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen