Spiegeleier im Kartoffelnest – das Rezept

Bei der Durchsicht meiner Lebensmittelbestände entdeckte ich eine nicht unerhebliche Menge mehlig kochender Kartoffeln sowie einige Eier, die ich mal bald verbrauchen sollte. Daher machte ich mich auf die Suche nach einem passendem Rezept und stieß dabei auf diese Spiegeleier im Kartoffelnest mit Brokkoli und Tomatenmark, die mir nicht nur als gute Resteverwertung geeignet zu sein schien, sondern auch visuell einiges hermachte. Und trotz einiger Bedenken, auf die ich im Rahmen des weiteren Textes auch noch eingehen werde, erwies sich das Ganze als wirklich sehr leckeres und nicht allzu kompliziertes Rezept, das ich mit diesem Beitrag in üblicher Form hier kurz vorstellen möchte.

Was brauchen wir also für 4 Stück?

750 bis 800g mehlig kochende Kartoffeln
01 - Zutat Kartoffeln / Ingredient potatoes

4-8 Eier (Ich hatte nur noch 6 Stück vorrätig, ich halte aber 2 pro Nest, also insgesamt 8 für am idealsten)
02 - Zutat Eier / Ingredient eggs

einige Röschen Brokkoli
03 - Zutat Brokkoli / Ingredient broccoli

200ml Milch
04 - Zutat Milch / Ingredient milk

25g Butter
05 - Zutat Butter / Ingredient butter

etwas Tomatenmark
06 - Zutat Tomatenmark / Ingredient tomato puree

sowie Salz, Pfeffer und Muskatnuss zum würzen.

Beginnen wir also damit, die Kartoffeln mit Schale in einem Topf mit Salzwasser für etwa 20 bis 25 Minuten zu kochen bis sie gar sind.
07 - Kartoffeln kochen / Cook potatoes

Während die Kartoffeln kochen, waschen wir das Brokkoli und zupfen es in kleine Röschen.
08 - Brokkoli waschen / Wash broccoli

Sind die Kartoffeln fertig gekocht, gießen wir sie ab und lassen sie etwas abkühlen
09 - Kartoffeln abgießen / Drain potatoes

bevor wir sie schälen
10 - Kartoffeln schälen / Peel potatoes

und stampfen sie dann oder pressen sie durch eine Kartoffelpresse. Ich wählte heute den Stampfer, der ist leichter zu reinigen als die Kartoffelpresse.
11 - Kartoffeln stampfen / Pound potatoes

In einem kleinen Topf zerlassen wir dann die Butter,
12 - Butter zerlassen / Melt butter

gießen sie mit der Milch auf
13 - Milch hinzufügen / Add milk

und lassen alles kurz aufkochen, wobei wir es mit eineinhalb Teelöffeln Salz und einer kräftigen Prise Muskatnuss würzen.
14 - Aufwärmen & würzen / Heat up & taste

Die noch heiße Milchmischung gießen wir anschließend zu den zerstampften Kartoffeln
15 - aufgießen / infuse

und verrühren alles gut miteinander bis ein dickflüssiger Brei entstanden ist.
16 - verrühren / mix

Bereiten wir nun die Formen für die Kartoffelnester vor. Dazu schneiden wir etwas Backpapier in Quadrate von 20 x 20cm Seitenlänge
17 - Backpapier zuschneiden / Cut baking paper

falten einen schmalen, gleichmässigen Rand
18-Rand falten / Fold border

und klappen diesen dann hoch
19 - Hochklappen / fold up

um schließlich die Ecken zusammenzufalten. Das Ursprungsrezept hatte von verdrehen der Ränder gesprochen, aber diese Vorgehensweise erwies sich als ungeeignet da so nur schwer gerade Strukturen zu bewerkstelligen waren – daher habe ich ein wenig herumexperimentiert und mich letztlich für diese Methode entschieden.
20 - Ecken zusammenfalten / fold corners

Nun heizen wir den Ofen auf 200 Grad vor. Anschließend füllen wir den Kartoffelbrei in einen Spritzbeutel – ich hatte mir dazu ein paar Einweg-Spritzbeutel besorgt –
21 - In Spritzbeutel füllen / Add to pastry bag

und spritzen damit die Ränder unserer Formen großzügig aus.
22 - Ränder ausspritzen / Spout borders

Die Ränder bestücken wir dann mit den Brokkoliröschen
23 - Mit Brokkoli bestücken / Add brokkoli

und schlagen dann die Eier in ein passendes Behältnis auf, aus dem wir sie vorsichtig in die Mitte unserer Nester gießen können. An dieser Stelle bereute ich, nur noch 6 Stück vorrätig gehabt zu haben, weswegen ich zwei der Nester nur mit jeweils einem Ei bestücken konnte.
24 - Mit Ei befüllen / Add eggs

Abschließend würzen wir alles noch einmal mit Salz und Pfeffer
25 - Mit Pfeffer & Salz würzen / Taste with salt & pepper

und schieben es dann für 15 bis 20 Minuten auf der mittleren Schiene in den Ofen bis die Eier gestockt sind.
26 - Backen / Bake

Dann entnehmen wir das Blech wieder
27 - Fertig gebacken / Finished baking

und garnieren alles noch mit einigen Tupfern Tomatenmark.
28 - Spiegelei im Kartoffelnest - Mit Tomatenmark garnieren / Fried egg in potato nest - garnish with tomato puree

Nun können wir das Gericht auch schon servieren und genießen.
29 - Spiegelei im Kartoffelnest / Fried egg in potato nest - Serviert

Ich hatte ja meine Zweifel ob die Garnitur mir unverarbeiteten Tomatenmark eine so gute Idee ist, doch wie sich herausstellte war diese Befürchtung vollkommen unbegründet – viel mehr gab es dem Ganzen eine angenehm fruchtige Note die sehr gut zu dem geschmacklichen Gesamteindruck passte. Eine zweite Befürchtung war gewesen dass die Brokkoliröschen nicht ganz gar werden würden, doch auch dies war glücklicherweise eine Fehleinschätzung, sie waren durch ihren Aufenthalt im Backofen genau richtig geraten. Somit war das Ergebnis meines heutigen Kochexperiments nicht nur geschmacklich, sondern auch visuell überaus gut gelungen. Ich fand die Zusammenstellung auf jeden Fall sehr lecker.

30 - Spiegelei im Kartoffelnest / Fried egg in potato nest - CloseUp

Ein Gedanke den ich hier nicht verwirklicht habe war das zusätzliche Beimischen von etwas Käse in den Kartoffelbrei – dieser hätte dem Kartoffelbrei vielleicht noch etwas mehr Stabilität gegeben. Aber es funktionierte auch so wunderbar – und was die Nährwerte angeht kann sich das Gericht ebenfalls sehen lassen. Ich kam bei meiner Berechnung auf gerade mal 270kcal (durchschnittlich) pro Stück – ein leichtes und dennoch wie ich fand sehr sättigendes Gericht, das ich mal wieder vorbehaltlos weiter empfehlen kann.

Guten Appetit

Nachtrag (16.07.2012): Habe das letzte verbliebene Stück, welches ich natürlich im Kühlschrank aufbewahrt hatte, heute Abend mal in der Mikrowelle aufgewärmt und musste wider Erwartens feststellen dass man Spiegeleier offensichtlich doch problemlos auch wieder aufwärmen kann. Zumindest wenn das Eigelb komplett durchgebraten ist wie es hier der Fall war, bei flüssigen Eigelb fehlen mir noch Erfahrungswerte. Kann das Gericht also somit auch zur kurzzeitigen gekühlten Aufbewahrung freigeben – ein bis zwei Tage halte ich da für absolut unbedenklich.

Hähnchenbrust aus der Folie mit Artischockenherzen, Tomaten & Zucchini – das Rezept

Heute wollte ich mich mal an etwas neuem Versuchen: Dem dünsten von Fleisch in Folie. Dazu hatte ich mir ein passendes Rezept herausgesucht und es noch um eine Sättigungsbeilage aus Zutaten ergänzt, die ich noch vorrätig hatte. So entstand heute in meiner Küche ein Hähnchenbrustfilet aus der Folie mit Artischockenherzen, Tomaten & Zucchini an Ajvar-Kartoffelpüree. Klingt kompliziert, ist es aber wie ich fand überhaupt nicht. Und das Ergebnis konnte sich nicht nur sehen, sondern vor allem schmecken lassen – eine wunderbar leckere Kombination, die ich hiermit in der gewohnten Weise einmal kurz vorstellen möchte.

Was brauchen wir also für 2 Portionen?

Für die Hähnchenbrust

5-6 Artischockenherzen (Glas oder Dose)
01 - Zutat Artischockenherzen / Ingredient artichoke hearts

1 kleine Zucchini (ca. 250g)
02 - Zutat Zucchini / Ingredient zucchini

40g getrocknete Tomaten (ohne Öl)
03 - Zutat getrockenet Tomaten / Ingredient dried tomatoes

350-400g Hähnchenbrustfilet
04 - Zutat Hähnchenbrustfilet / Ingredient chicken breast filet

125ml trockenen Weißwein
05 - Zutat Weißwein / Ingredient white wine

einige Blättchen frisches Basilikum
06 - Zutat Basilikum / Ingredient basil

sowie etwas Salz und Pfeffer zum würzen

Für das Ajvar-Kartoffelpüree

600g Kartoffeln – mehlig kochende Sorte
07 - Zutat Kartoffeln / Ingredient potatoes

4 EL Ajvar (Paprika-Würzpaste – gibt es im gut sortierten Einzelhandel oder im türkischen Supermarkt)
08 - Zutat Ajvar / Ingredient ajvar

100g Creme légère (oder Creme fraiche)
09 - Zutat Creme legere / Ingredient creme legere

1 EL gehackte Petersilie (ich griff hier auf TK-Ware zurück)
10 - Zutat Petersilie / Ingredient parsley

ca. 60ml Milch
11-Zutat-Milch

sowie Salz, Pfeffer & Muskatnuss zum würzen.

Beginne wir damit, die Kartoffeln zu schälen und in ungefähr gleich große Stücke zu zerteilen
12 - Kartoffeln schälen und zerteilen / Peel & cut potatoes

um sie dann in etwas Salzwasser gar zu kochen.
12 - Kartoffeln kochen / Cook potatoes

Während die Kartoffeln kochen waschen wir die Zucchini und schneiden sie in dünne Streifen. Ich verwendete dazu einfach die Brotmaschine, notfalls geht es aber bestimmt auch mit einem großen Messer.
14 - Zucchini schneiden / Cut zucchini

Anschließend geben wir die Zucchinistreifen in eine Schüssel und salzen sie etwas, um sie dann ca. 10 Minuten ziehen zu lassen.
15 - Zucchini salzen / Salt zucchini

Nun lassen wir die Artischockenherzen etwas abtropfen, vierteln sie dann,
16 - Artischockenherzen vierteln / Quarter artichoke hearts

und schneiden schließlich noch die getrockneten Tomaten in Streifen.
17 - Tomaten in Streifen schneiden / Cut dried tomatoes in stripes

Die Hähnchenbrust zerteilen wir in zwei gleich große Stücke, entfernen ggf. unschöne Stellen
18 - Hähnchenbrust zerteilen / Cut chicken breast

waschen sie gründlich unter fließendem Wasser, tupfen sie trocken
19 - Hähnchenbrust gründlich waschen / Wash chicken breast

und würzen sie dann von beiden Seiten gut mit Salz und Pfeffer, das wir mit dem Finger etwas ins Fleisch einreiben.
20 - Hähnchenbrust salzen & pfeffern / Taste chicken breast with salt & pepper

Inzwischen müssten auch die Kartoffeln durch sein, so dass wir sie abgießen und etwas abkühlen lassen können.
21 - Kartoffeln abgießen / Drain potatoes

Nun ist ein guter Zeitpunkt, den Backofen auf 225 Grad vorzuheizen. Aus einer Rolle Alufolie schneiden wir dann zwei 30 x 30cm große Stücke ab
22 - Alufolie zuschneiden / Cut aluminium foil

und belegen diese dann mittig mit jeweils der Hälfte des gesalzenen Zucchinistreifen.
23 - Mit Zucchini belegen / Plate with zucchini

Auf die Zucchini platzieren wir unsere gewürzte Hähnchenbrust
24 - Hähnchenbrust auflegen / Add chicken breast

die wir dann mit den Tomatenstreifen
25 - Tomaten addieren / Add tomatoes

und den geviertelten Artischockenherzen garnieren. Alles würzen wir noch einmal gut mit Salz und Pfeffer.
26 - Artischockenherzen anordnen / Add artichoke hearts

Anschließend falten wir die Alufolie zu nestartigen Päckchen zusammen, wobei wir vorerst noch oben eine kleine Öffnung lassen, und legen beide Päckchen auf ein Backblech.
27 - Zusammenfalten / Fold

Durch die verbliebene Öffnung gießen wir jeweils etwa die Hälfte des trockenen Weißweins auf
28 - Mit Weißwein aufgießen / Infuse white wine

und verschließen die Päckchen dann gut.
29 - Päckchen schließen / Close packets

Ist der Backofen dann vorgeheizt, schieben wir das Backblech auf der mittleren Schiene hinein, wo es ca. 30 Minuten verbleiben muss.
30 - Backen / bake

Während die Hähnchenbrust vor sich hin backt, können wir uns auch um unsere Sättigungsbeilage kümmern. Dazu pressen wir die gekochten Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse oder stampfen sie,
31 - Kartoffeln pressen / Mash potatoes

und geben alles im Topf dann auf den Herd, wo wir Creme légère und Ajvar hinzufügen
32 - Ajvar & Creme legere addieren / Add ajvar & creme legere

wo wir alles gut vermengen
33 - Vermengen / Mix

und dabei noch den Esslöffel Petersilie
34 - Petersilie hinzufügen / Add parsley

und die Milch unterheben.
35 - Milch unterheben / Add milk

Zuletzt erhitzen wir alles und würzen es dabei mit viel Salz, ein wenig Pfeffer und einer kräftigen Prise Muskatnuss
36 - würzen / taste

und lassen es für einige Minuten auf niedriger Stufe vor sich hin köcheln, wobei wir nicht vergessen sollten es regelmäßig umzurühren.
37 - Köcheln lassen / simmer

Außerdem waschen wir die Basilikumblätter, schütteln sie trocken und zerkleinern sie etwas.
38-Basilikum-schneiden

Nach dreißig Minuten können wir das Backblech dann dem Ofen entnehmen und die Päckchen öffnen – aber bitte mit Vorsicht denn der enthaltene Dampf ist sehr heiß.
38 - Fertig gebacken / Finished baking

Nun brauchen wir die Hähnchenbrüste nur noch auf eine Teller bugsieren, das Ajvar Kartoffelpüree hinzufügen und alles mit den geschnittenen Basilikumblättern garnieren.
40 - Hähnchenbrustfilet aus der Folie mit Artischockenherzen, Zucchini & Tomaten an Ajvar-Kartoffelpüree / Chicken breast with artichoke hearts, zucchini & tomatoes on mashed potatoes with ajvar - Serviert

Alleine schon das wunderbar würzige Kartoffelpüree mit Ajvar war ein wahrer Traum geworden. Dennoch wurde es von dem auf einem Bett aus gedünsteten Zucchinischeiben ruhenden, saftig-würzigen Hähnchenbrustfilet geschmacklich sogar noch übertroffen. Das Aroma der Tomaten und auch der zart gedünsteten Artischockenherzen war beim geschlossenen Garen zusammen mit dem Weißwein ein wenig in das Fleisch eingezogen und gaben ihm eine wunderbar leckere Note. Abgerundet wurde das Ganze schließlich durch die Garnitur aus frischen Basilikumblätter, die dem Gericht sozusagen den letzten Schliff gaben. Traumhaft kann ich da nur sagen.

41 - Hähnchenbrustfilet aus der Folie mit Artischockenherzen, Zucchini & Tomaten an Ajvar-Kartoffelpüree / Chicken breast with artichoke hearts, zucchini & tomatoes on mashed potatoes with ajvar - CloseUp

Und auch meine Befürchtungen dass die Hähnchenbrust nicht ganz durch werden würde, erwiesen sich als vollkommen unbegründet – das Fleisch war gleichmässig und saftig durchgegart worden.

42 - Hähnchenbrustfilet aus der Folie mit Artischockenherzen, Zucchini & Tomaten an Ajvar-Kartoffelpüree / Chicken breast with artichoke hearts, zucchini & tomatoes on mashed potatoes with ajvar - CloseUp 2

Kommen wir abschließend noch wie üblich zu den Nährwerten. Die Hähnchenbrust alleine erwies sich laut meiner Kalkulation mit gerade mal 307kcal pro Portion als angenehm leicht. Hinzu kommen noch einmal 308kcal für die Sättigungsbeilage aus Kartoffeln, Ajvar, Creme légère und Milch, womit wir bei einer Summe von 615kcal pro Portion wären. Dies halte ich für absolut akzeptabel und sogar leichte Kost, zumal man hier auch die Größe der Portion betrachten muss, die dabei entstanden ist. Reduziert man die Menge der verwendeten Kartoffeln im Kartoffelpüree und die Größe der Hähnchenbrust noch etwas, kann man aber noch einmal etwas sparen und notfalls kann man sogar das Kartoffelpüree einfach weglassen. Meiner Meinung nach ein absolut empfehlenswertes und mit relativ geringem Aufwand zuzubereitendes Gericht, das ich nicht nur jedem Feinschmecker vorbehaltlos weiter empfehlen kann.

Guten Appetit

Zanderfilet mit mediterranem Kartoffelsalat [04.07.2012]

Auch der heutige Mittwoch sollte wieder einer meiner typischen Fischtage werden. Daher ließ ich den traditionell-regionalen Würst’l Gulasch mit Kartoffelwürfel ebenso außen vor wie wie die durchaus verlockend klingenden Spaghetti Bolognese mit Parmesan bei Globetrotter. An der Asia-Theke bot man neben Hoi Thai Zhai – Verschiedenes Gemüse gebraten in Hoi-Sin Sauce und Hao Yu Niu Rou – Gebratenes Rindfleisch mit verschiedenen Gemüsesorten in Austernsauce mit einem Gebackenen Seelachs mit verschiedenen Gemüse in Chili-Zitronengrassauce zwar ebenfalls ein Fischgericht an, da ich aber kein allzu großer Freund von Zitronengras bin und ich zumal gestern auch schon Asiatisch gespeist hatte, ließ ich dies außen vor. Doch – oh weh, oh graus – stand heute bei Vitality ein Zanderfilet gebraten mit mediterranem Kartoffelsalat auf dem Speiseplan – und ich bin ja, so dachte ich zumindest, kein großer Freund von Kartoffelsalat. Einen Moment überlegte ich auf die Spaghetti umzusteigen und meinem mittwöchlichen Fischprinzip untreu zu werden, doch dann gab ich mir schließlich einen Ruck und griff trotz des Kartoffelsalats beim Zander zu.

Zanderfilet mit mediterranem Kartoffelsalat

Nachdem ich den ersten Bissen des Kartoffelsalats probiert hatte, war ich mehr als nur positiv überrascht – Nein – ich war begeistert. Anstatt des sonst so schweren, in Mayonaise ertränkten Kartoffeln wie ich sie sonst vom Kartoffelsalat kenne hatte man hier einen in einer leicht säuerlichen Marinade aus Öl und Essig angemachten, lecker-würzigen Kartoffelsalat mit geschälten Tomatenstücken und schwarzen Oliven serviert, der mir geschmacklich absolut zusagte und in den ich mich kulinarisch sogar ein wenig verliebte. Dabei hätte ich ja wissen müssen, dass es zwei Sorten Kartoffelsalat gibt – einen mit Mayo und einen mit Essig und Öl. Sehr sehr lecker, ich musste meine ablehnende Haltung gegenüber dieser Salatzubereitung absolut neu überdenken. Und auch an dem fast grätenfreien, mit Haut gebratenen und annehmbar großen Stück Zanderfilet, das ich mir mit den Saft der beigefügten Zitronen garnierte, gab es absolut nichts auszusetzen. Zwar gehört Zander nicht unbedingt zu den geschmacksintensiven Fischsorten, doch ich war mit dieser saftigen, zarten Fischzubereitung ebenfalls absolut zufrieden. Ich war wirklich froh, dass ich meine Vorurteile abgelegt und es probiert habe – wenn es mal wieder was mit Kartoffelsalat gibt werde ich wohl gerne wieder zugreifen.
Bei der Allgemeinheit der Kantinengäste lagen heute natürlich die Spaghetti Bolognese mit klarem Vorsprung vor allen anderen Gerichten am höchsten in der Gunst und belegten ohne jeden Zweifel Platz eins auf der allgemeinen Beliebtheitsskala. Auf Platz zwei folgten wie üblich die Asia-Gericht, gefolgt vom Zanderfilet auf Platz drei und dem Würst’l Gulasch auf Platz vier. Hatte nicht gedacht dass das Zanderfilet so gut abschneiden würde, aber bei dem leckeren Kartoffelsalat ist das auch nicht verwunderlich. ;-)

Mein Abschlußurteil:
Zanderfilet: ++
Mediterraner Kartoffelsalat: ++

Kartoffel-Hack-Pizza mit Paprika, Ajvar & Frischkäse – das Rezept

Heute wollte ich mich mal an einem Kartoffelteig versuchen und hatte mit der hier vorgestellten Kartoffel-Hack-Pizza mit Paprika, Ajvar & Frischkäse auch gleich ein passendes und außerdem leichtes Rezept gefunden, um diesen Teig mit einem überaus leckeren Belag zu versehen. Zwar hatte ich mit meiner Schwedenpizza erst letzte Woche eine Art Pizzarezept vorgestellt, aber diese Zubereitung klang einfach zu verlockend als das ich noch länger hätte warten können – und das Ergebnis konnte sich nicht nur sehen, sondern vor allem schmecken lassen. Der Belag kann natürlich nach eigenem Gutdünken variiert werden, wer aber keine zusätzlichen Ideen haben sollte, dem sei meine Variante wärmstens ans Herz gelegt – man wird es nicht bereuen.

Was brauchen wir als für 1 Blech (3-4 Portionen)?

Für den Teig

280-300g Kartoffeln (mehlig kochende Sorte)
01 - Zutat Kartoffeln / Ingredient potatoes

150g Weizenvollkornmehl
02 - Zutat Weizenvollkornmehl / Ingredient wheat whole grain flour

100g Weizenmehl – Typ 550
03 - Zutat Weizenmehl - Typ 550 / Ingredient wheat flour

1/2 Würfel Hefe (ca. 21g)
04 - Zutat Hefe / Ingredient yeast

1/2 – 3/4 TL Salz
05 - Zutat Salz / Ingredient salt

150ml lauwarmes Wasser
06 - Zutat Wasser / Ingredient water

Für den Belag
Je eine mittelgroße Paprika in rot, gelb & grün
07 - Zutat Paprika / Ingredient bell pepper

4 EL Ajvar (Paprika-Würzpaste, bekommt man als milde oder scharfe Variante im türkischen Lebensmittelhandel und inzwischen auch in jedem größeren, gutsortierten einheimischen Supermarkt)
08 - Zutat Ajvar / Ingredient ajvar

200g Frischkäse – 17% Fett oder weniger (Ich wählte eine Sorte mit Ziegenkäse, aber normaler tut es hier natürlich auch)
09 - Zutat Frischkäse / Ingredient cream cheese

1 kleine rote Zwiebel
10 - Zutat rote Zwiebel / Ingredient red onion

250g Rinderhackfleisch
11 - Zutat Rinderhack / Ingredient beef ground meat

sowie zum würzen Salz, Pfeffer, edelsüßes Paprikapulver und Oregano
12 - Zutat Gewürze / Spices

Wir beginnen nun damit, den Teig vorzubereiten. Dazu müssen wir die Kartoffeln mit Schale zu kochen, wobei wir nach ca. 15 bis 20 Minuten durch das anstechen mit einer Gabel prüfen ob sie durchgekocht sind.
13 - Kartoffeln kochen / Cook potatoes

Ist dies der Fall, schrecken wir sie kurz unter kaltem Wasser ab
13 - Kartoffeln abschrecken / Refresh potatoes

und schälen sie sobald sie soweit abgekühlt sind dass wir sie gefahrlos anfassen können,
14 - Kartoffeln schälen / Peel potatoes

um sie dann mit einer Kartoffelpresse in eine größere Schüssel zu pressen.
15 - Kartoffeln pressen / Squeeze potatoes

Anschließend fügen wir die beiden Mehlsorten hinzu
16 - Mehle hinzufügen / Add flours

addieren ca. einen dreiviertel Teelöffel Salz
17 - Salz addieren / Add salt

und verrühren dann alles gründlich mit Hilfe einer Gabel.
18 - Vermengen / Mix

Mit den Fingern drücken wir dann eine kleine Kuhle in die Mitte es Teiges, bröseln die frische Hefe hinein
19 - Hefe dazu bröseln / Crumble yeast

und gießen schließlich das lauwarme Wasser hinzu
20 - Lauwarmes Wasser aufgießen / Add warm water

um dann mit Hilfe der Knethaken unseres Mixers alles gründlich durchzukneten, zu vermengen
21 - Kneten / Knead

und schließlich zu einem glatten Teig zu verarbeiten.
22 - Teig vor dem Gehen / Dough before raising

Diesen Decken wir dann mit einem Küchentuch ab und lassen ihn an einem warmen Ort für ca. 30 Minuten ruhen.
23 - Abgedeckt ruhen lassen / Cover dough

Während der Teig aufgeht, reinigen wir die Paprika, entkernen sie und schneiden sie dann in schmale Streifen.
24 - Paprika in Streifen schneiden / Cut bell pepper in thin stripes

Außerdem schälen wir die rote Zwiebel und schneiden sie ebenfalls in schmale Ringe.
25 - Zwiebel in Streifen schneiden / Cut onion in stripes

Des weiteren geben wir den Frischkäse und das Ajvar in eine kleinere Schüssel
26 - Frischkäse & Ajvar in Schüssel geben/ Put to bowl

und verrühren alles gut miteinander.
27 - Gut verrühren / Mix properly

Ist unser Teig dann nach dreißig Minuten gut aufgegangen, heizen wir den Backofen auf 225 Grad vor,
28 - Teig aufgegangen / Raised dough

dann schneiden wir ein Stück Backpapier auf die Größe unseres Backbleches zu, bestäuben das Backpapier mit etwas Mehl und rollen dann unseren Teig darauf aus.
29 - Teig ausrollen / Roll dough

Dann ziehen wir das Backpapier vorsichtig auf das Backblech
30 - Auf Backblech geben / Put on baking plate

bestreichen es kräftig mit unsere Ajvar-Frischkäse-Mischung
31 - Mit Ajvar-Frischkäse-Mischung bestreichen / Cover with ajvar cream-cheese mix

und belegen es dann eng mit unseren schmalen Paprikastreifen,
32 - Paprikastreifen auflegen / Add bell pepper

sowie den Zwiebelringen.
33 - Zwiebeln addieren / Add onions

Oben auf verteilen wir abschließend das zerzupfte Hackfleisch gleichmäßig,
34 - Hackfleisch beigeben / Add beef ground meat

das wir kräftig mit Salz, Pfeffer, edelsüßem Paprikapulver und Oregano würzen
35 - Würzen / Taste

Ist der Backofen dann komplett vorgeheizt
36 - Vor dem backen / Before baking

schieben wir unser Blech auf der untersten Schiene hinein und lassen es für 25 bis 30 Minuten backen.
37 - Auf unterster Schiene backen / Bake on bottommost splint

Ist alles gut durchgebacken, entnehmen wir unser Backblech
38 - Kartoffel-Hack-Pizza mit Paprika, Frischkäse &  Ajvar / Potato pizza with beef, paprika, cream cheese & ajvar - Fertig gebacken

ziehen die Pizza mit dem Backpapier auf unsere Arbeitsfläche – wir wollen ja nicht das Backblech zerkratzen – und zerteilen alles in mundgerechte Stücke.
39 - Schneiden

Anschließend können wir unsere Pizzazubereitung servieren und sogleich genießen.
40 - Kartoffel-Hack-Pizza mit Paprika, Frischkäse &  Ajvar / Potato pizza with beef, paprika, cream cheese & ajvar - Serviert

Alleine der Teig war erwies sich schon als wahrer Genuss: Dünn, knusprig, locker und leicht. Aber das Beste am ganzen Gericht muss ich zugeben war der Belag. Die Masse aus leckerem Frischkäse und leicht scharfer Ajvar-Würzpaste harmonierte geschmacklich wunderbar mit den gute durchgebackenen, aber dennoch angenehm bissfesten Paprikastreifen, den milden roten Zwiebeln und den außen leicht knusprigen Rinderhack-Stücken – alles natürlich geschmacklich gut abgestimmt mit den beigefügten Gewürzen, wobei vor allem Pfeffer und Oregano meiner Meinung nach den leckeren Geschmack ausmachten. Ich hätte mich wahrlich reinknien können… ;-)

41 - Kartoffel-Hack-Pizza mit Paprika, Frischkäse &  Ajvar / Potato pizza with beef, paprika, cream cheese & ajvar - CloseUp

Und auch was die Nährwerte angeht, kann sich dieses Gericht durchaus sehen lassen. Meiner Kalkulation nach liegt das komplette Blech bei ca. 2000kcal, teilt man es in 9 Stücke auf, so hat ein Stück durchschnittlich gerade mal 222kcal. Bei zwei Stücken pro Portion haben wir also einen Wert von 444kcal pro Portion. Für eine Pizzazubereitung ist das mehr als akzeptabel wie ich finde. Und die Zubereitung ist dabei relativ einfach und unkompliziert. Auch als Fingerfood auf Parties würde dieses Rezept mit Sicherheit viele Liebhaber finden, zumal es auch abgekühlt noch wunderbar schmeckt wie ich gerade eben feststellen durfte.

In diesem Sinne: Guten Appetit

Hokifilet auf Kartoffel-Bohnenpfanne [20.06.2012]

Auch am heutigen Mittwoch stellte sich auf meinem mittaglichen Weg in das Betriebsrestaurant mal wieder die Frage, was sich dieses Mal für meinen für diesen Wochentag inzwischen typisch gewordenen Appetit nach Fisch- und Meeresfrüchte-Gerichten zu bieten hatte. Die traditionell-regionalen Allgäuer Käsespätzle mit Röstzwiebeln ließ ich ebenso wie den Hackbraten mit Rahmsauce und Kartoffelpüree bei Globetrotter und das heutige Sonderangebot, einem Putengeschnetzeltem mit Spargel und Kartoffeln außen vor. Und auch das Kai Tzau Fhan – Gebratener Eierreis mit verschiedenem Gemüse oder das Tha Za Rua – Gebratenes Rindfleisch mit Gemüse in Hoi-Sin-Sauce konnten mich von meiner lieb gewonnenen Traditon nicht abhalten, maximal das Gebratene Welsfilet mit verschiedenem Gemüse hätte mich vielleicht dazu bringen können, mich ein zweites Mal in Folge für ein Asia-Gericht zu entscheiden. Aber das Schonend gebratene Hokifilet auf pikanter Kartoffel-Bohnenpfanne bei Vitality klang für mich einfach besser, daher entschied ich mich letztlich für dieses Angebot und ergänzte es noch mit einem Becherchen Mandarinenquark von der Dessert-Theke.

Hokifilet an Kartoffel-Bohnenpfanne / Hoki fillet with potatoes & beans

Die Gemüsezubereitung, die aus grünen Brechbohnen, Kidneybohnen, Tomatenstücken, Zwiebeln und einigen Kräutern bestand sowie einigen kleinen, angebratenen Kartoffeln bestand, erwies sich schon mal als sehr gelungen. Zwar fanden sich vereinzelt Stiele der verwendeten Kräuter darin, aber darüber konnte man hier hinweg sehen. Dazu gab es ein in dünner Panade gebackenes Stück Hokifilet, das sich zwar grätenfrei und zart erwies, aber meiner Meinung nach ein klein wenig zu Trocken geraten war. Ob dies nun an dem erwähnten “sanften braten” gelegen hat, konnte ich nicht sicher sagen. Wie ich leider zu spät erfuhr, gab es in der Nähe der Gemüsetheke auch noch optional eine helle Rahmsauce, doch dazu war es nun schon zu spät. Einzig die Portionsgröße ließ etwas zu wünschen übrig, dafür erwies sie sich mit gerade mal 458kcal als angenehm leicht. Da konnte auch der kleine Becher Mandarinenquark mit seinen zahlreichen Fruchtstücken und der Garnitur aus Erdbeere und Mandarine nicht mehr allzu viel verderben.
Die Aufstellung einer Beliebtheitsskala fiel mir heute mal wieder ziemlich schwer, da die Geschmäcker der andere sich breit über das gesamte Spektrum des Angebotes. Dennoch würde ich den Asia-Gerichten mit knappen Vorsprung den ersten Platz zubilligen, knapp gefolgt von den Käsespätzle auf Platz zwei und dem Hackbraten auf Platz drei. Den vierten Platz teilten sich schließlich das Putengeschnetzelte und das Hokifilet, bei denen ich keinen klaren Favoriten ausmachen.

Mein Abschlußurteil:
Hokifilet: +
Kartoffel-Bohnenpfanne: ++
Mandarinenquark: ++