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Frevel im Beinhaus – Petra Schier [Adelina Burka 4]

Saturday, August 25th, 2012

Nun habe ich mir nun auch noch Frevel im Beinhaus aus der Petra Schiers Romanreihe um die Kölner Apothekerin Adelina Burka zu Gemüte geführt – natürlich auch dieses Mal wieder in Hörbuchform und gesprochen von Sabine Swoboda. Nach Tod im Beginenhaus, Mord im Dirnenhaus und Verrat im Zunfthaus habe ich damit alle aktuell erschienenen Teile dieser Buchreihe konsumiert.
Mit ihrem Roman Frevel im Beinhaus versetzt die Autorin Petra Schier den Leser ein weiteres Mal ins Köln des 14ten Jahrhunderts. Die Macht der Gaffeln, also der Zünfte und Bürger scheint nach den Ereignissen des letzten Teiles endgültig gefestigt, zumal die meisten der Verantwortlichen Patrizier und ihre Handlanger inzwischen festgesetzt und teilweise hingerichtet wurden. Die Apothekermeisterin Adelina mit ihrem Mann Neklas, ihrem inzwischen dreijährigen Sohn Collin, ihrem zurückgebliebenen Bruder Vitus, ihrer Stieftochter Griet, dem Lehrmädchen und ihrem Gesinde sowie einem weiteren Familienmitglied im Entstehen begriffen – denn Adelina ist zur Zeit der Geschichte wieder schwanger – haben mit der Apotheke am Kölner Neumarkt und dem Job von Neklas als städtischer Medicus ein gutes auskommen. Als einige Einbrüche in Beinhäuser, bei denen Knochen und Schädel von Toten entwendet wurden, sind Stadtgespräch und empören die Bürger. Außerdem manifestieren sich Gerüchte dass die Kurfürsten, unter ihnen auch der für Köln zuständige Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden in Bonn, den in Prag residierenden König Wenzel absetzen wollen – doch das ist für die Kölner Bürger weit weg und scheint sie peripher zu tangieren. Und auch die Rückkehr des inzwischen zum Inquisitor ernannten Bruder Thomasius im Schlepptau des hohen Geistlichen Vater Emilianus nach Köln zurückkehrt, ist das für die junge Familie spätestens nach den Ereignissen des letzten Teils nicht sonderlich beunruhigend. Doch dann wird die übel zugerichtete Leiche einer jungen Frau, die Adelina erst kurz zuvor persönlich kennengelernt hatte in der Abortgrube des Hauses Burka entdeckt wird und mit ihr eine verzierte Messerscheide, die eindeutig Neklas Burka zugeordnet werden kann. Dass dadurch der Verdacht natürlich sofort auf ihn fällt ist verständlich, auch wenn sich die Verdachtsmomente zuerst nicht weiter erhärten lassen. Aber als jemand der bereits wegen unzulässigen medizinischen Experimenten in Konflikt mit der Inquisition geraten war, fällt es ihm natürlich schwer sich gänzlich rein zu waschen. Zumal sich die Anzeichen verdichten dass hier ein Teufel- oder Dämonenkult seine Hände im Spiel zu haben scheint. So wird Niklas vorerst unter Hausarrest gestellt und an der Bewachung ist natürlich auch Greverode, Hauptmann der Stadtwache, beteiligt, zu dem Adelinas Familie ja kein allzu gutes Verhältnis pflegt. Doch durch die erzwungene Nähe offenbaren sich nun auch andere, unbekannte Seiten des Hauptmanns. Obwohl Adelina natürlich, als Ehefrau eines Verdächtigen und außerdem Hochschwanger, nicht mit der Ermittlung zu den Geschehnissen zu tun haben sollte, kann sie es dennoch nicht lassen auch auf eigene Faust einige Nachforschungen anzustellen. Dabei gerät sie schließlich in Bereiche von Köln, die man nicht nur im übertragenen Sinne als Unterwelt der Stadt bezeichnen kann und auch in beträchtliche Gefahr.
Wie üblich gelingt es Petra Schier auch in diesem Teil ihrer Krimireihe um die Kölner Apothekerin Adelina einen interessanten Spannungsbogen aufzubauen und diesen auch bis kurz vor Ende zu halten. Dabei lässt sie den Leser bis kurz vor Ende des Buches absolut im dunkeln Tappen, wer denn nun der eigentlich Täter ist und in welchem Zusammenhang das Ganze zueinander steht. Dennoch ist die Aufklärung mal wieder absolut schlüssig, logisch und lässt keinerlei Fragen offen. Sehr schön finde ich auch immer bei diesen Büchern das Abschlusswort der Autorin, in der sie erläutert auf welchen realen geschichtlichen Ereignissen die Geschehnisse des aktuellen Buches basieren und ob und wo sie sich diesbezüglich kleine künstlerische Freiheiten erlaubt hat. Insgesamt möchte ich sogar sagen, dass was den Spannungsbogen angeht dies das beste der bisher gelesenen Buchreihe gewesen ist. Allerdings sollte man hier keinesfalls mitten drin anfangen, da zum Komplettverständnis der Handlungsweisen aller Personen auf jeden Fall die Kenntnis der vorgehenden Teile vonnöten ist.
Damit ist die Reihe aber noch nicht abgeschlossen, laut Webseite der Autorin soll im Mai 2013 mit Verschwörung im Zeughaus ein weiterer, fünfter Teil dieser Reihe erscheinen. Da freue ich mich auf jeden Fall schon drauf und hoffe, diesen bald auch hier besprechen zu können.

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

Verrat im Zunfthaus – Petra Schier [Adelina Burka 3]

Tuesday, July 31st, 2012

Mit Verrat im Zunfthaus habe ich nun auch den dritten Teil der historischen Romanreihe um die Apothekerin Adelina Burka abgeschlossen – wie die Teile zuvor auch dieses Mal in Hörbuchform und gesprochen von Sabine Swoboda. Erworben war auch dieses Hörbuch natürlich bei meinen Haus- und Hof-Hörbuchdealer Audible.
Wir schreiben das 1397 Anno Domini in Köln, wo die Kölner Gaffeln, eine Art Bürgervereine, nun endgültig, nachdem ihr Verbundbrief nun auch vom Erzbischof und dem deutschen König anerkannt wurde, die Macht über die Stadt übernommen haben. Zwar gibt es noch weiterhin Widerstände seitens der alten herrschenden Klasse, der Patrizier, doch diese scheinen vorerst keine ernsthafte Bedrohung zu sein. Adelina Burka, inzwischen Mutter eines drei Monate alten Säuglings, ihrem Sohn Collin, und weiterhin glücklich mir dem städtischen Medicus Neklas Burka verheiratet, wollte sich eigentlich ihrer Familie widmen und sich in Zukunft aus fremden Angelegenheiten heraushalten. Doch als sie gemeinsam mit ihrer Magd Franziska eher per Zufall im Weinkeller der Gaffel Himmelreich die übel zugerichtete Leiche einer jungen Frau entdecken scheint es erst einmal mit der Ruhe vorbei. Die Tote stellt sich als Bela Elfge, die Tochter des Kölner Schöffen Wolfram Elfge, heraus. Wenig später wird derer Verlobter, der Weinhändler und Zunftmeister Avarus Vetscholder, tot und grausam zugerichtet vor den Toren der Stadt gefunden. Neklas Burka erhält nun sogar die Genehmigung, die Leichen zu obduzieren, wobei er feststellt dass die junge Frau schwanger gewesen ist. Es kommt der Verdacht auf, dass die vertriebenen Patrizier hier die Finger im Spiel hatten, da Gerüchte darüber kursieren dass sie über Bestechungsgelder einige der Ratsherren und Schöffen zur Unterstützung eines erneuten, womöglich bewaffneten Umsturzes überzeugen wollen. Adelina Burka wird von dem Ratsherren und inzwischen zum Gewaltrichter ernannten Georg Reese, den der Leser ja bereits aus den vorherigen Teilen kennt, ihn bei seinen Ermittlungen zu unterstützen und sich dabei auch bei ihren meist wohlhabenden Kunden umzuhören, um eventuell auf Hinweise zu stoßen wer die Verräter innerhalb der Kölner Stadtmauern sein könnten. Als wäre das noch nicht genug, kündigt sich dann auch noch die Mutter ihres Mannes Neklas samt deren Schwester zu einem kurzfristigen Besuch bei ihrer neuen Schwiegertochter an und ihre (im letzten Buch vorgestellte) und inzwischen in die Familie integrierte Stieftochter Griet verhält sich neuerdings seltsam und scheint plötzlich Gespenster zu sehen. Und um allen noch die Krone aufzusetzen, findet die Stadtwache bei einer Hausdurchsuchung in ihrer Apotheke auch noch ihr vollkommen unbekannte Goldmünzen und Edelsteine, die sie unter den Verdacht kommen lassen ebenfalls mit den Patriziern im Bund zu stehen. Und das wäre Hochverrat, der mit dem Tode bestraft werden würde. Es bleibt Adelina nur wenig Zeit ihre Unschuld zu beweisen und ihre Familie vor dem Unglück zu retten. Und natürlich auch der Dominikaner-Pater Thomasius und der inzwischen zum Hauptmann der Stadtwache beförderte Greverode, die der Protagonistin bereits in den vorherigen Teilen das Leben schwer gemacht haben, dürfen in diesem Buch natürlich nicht fehlen – auch wenn sie eine bisher unerwartete Charakterentwicklung durchmachen.
Mit Verrat im Zunfthaus hat Petra Schier der bisher sehr spannenden und vielversprechenden Reihe um ihre Heldin Adelina Burka einen weiteren, wieder sehr gelungenen Teil beigefügt. Dem Leser wird nicht nur ein realitätsnaher, detailreich und gut recherchierter Einblick in das Leben, Denken und das Handeln der Menschen verschiedener Gesellschaftsschichten des späten 14ten Jahrhunderts gegeben, auch das geschichtliche Umfeld über der Machtübernahme der Gaffeln im mittelalterlichen Köln samt der Widerstände und Bestechungsversuche der entmachteten Patrizier, die natürlich versuchten die alten Machtverhältnisse wieder herzustellen, ist nah an den tatsächlichen Ereignissen der dieser Zeit angelehnt und vermittelt dem geschichtsinteressierten Leser eine lehrreiche Übersicht über die damaligen Geschehnisse. Zwar erscheint es in manchen Momenten, dass hier sehr viele Dinge auf einmal geschehen und mehrere parallele Handlungsstränge aufgebaut, die in keinem direkten Zusammenhang zu stehen scheinen – doch der Autorin gelingt es wunderbar, alle Ereignisse zum Ende des Buches zur Zufriedenheit der Leser aufzulösen und zum Abschluss zu bringen. Ich war auf jeden Fall auch mit diesem Teil der Adelina Burka Reihe wieder einmal sehr zufrieden und bin schon dabei mit gleich den nächsten Teil zu Gemüte zu führen. Bald also mehr über das Leben in mittelalterlichen Köln. 😉

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

glotz

Friday, February 6th, 2009


glotz (*Klixx*)

Aufgenommen im Boogaloo in Köln – irgendwann Ende Januar 2009.

Lügen für 60 Cent

Thursday, January 29th, 2009

Gesehen an einem Kölner Express (Bild Zeitung von Köln) Automat an der Straßenbahnhaltestelle Maarweg, Aachner Straße, Köln.

Karnevalsbus

Monday, January 26th, 2009

Aufgenommen gestern Abend am Kölner Neumarkt.