Posts Tagged ‘literatur’

Die achte Karte – Kate Mosse

Friday, August 13th, 2010

Mit “Die achte Karte” habe ich nach dem Werk Das verlorene Labyrinth zum zweiten Mal einen Roman der britischen Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin Kate Mosse konsumiert. Dabei hatte ich die Hörbuchversion gewählt, die ich wie immer bei meinem Hörbuch-Dealer Audible erworben hatte. Wie auch der Vorgängerroman, der aber von der Handlung her in keinerlei Zusammenhang zu diesem Buch steht, spielt auch dies von Tanja Geke gesprochene Werk wieder im Südwesten von Frankreich in der Gegend um Carcassonne und wieder hat die Autorin zwei parallel laufende Handlungsstränge gewählt, wovon einer in der Jetztzeit verläuft und der zweite in der Vergangenheit – um genau zu sein im ausgehenden 19ten Jahrhundert. Die Autorin, die wie ich gelesen habe auch privat selbst viel Zeit des Jahres in Carcassonne verbringt, hat also auch in diesem Werk wie im Verlornen Labyrinth ihrer Vorliebe für diese Gegend im Südwesten Frankreichs zum Ausdruck gebracht. Primär geht es in der Geschichte aber in der Jetztzeit um die amerikanische Musikwissenschaftlerin Meredith, die einen Besuch in Frankreich nicht nur dazu nutzt um Recherchen für ihr aktuelles Buch durchzuführen, sondern auch um Nachforschungen über die Herkunft ihrer Familie durchzuführen. Als sie auf einem Tarotset eine Karte entdeckt, deren Abbild ihr selbst fas bis aufs Haar gleicht, führt es sie auf die Spur von Leonie Vernier, einer jungen Frau, die mit ihrem Bruder Anatole am Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Paris und später in der Nähe von Carcassonne lebte. Da sie auch einige Familienerbstücke besitzt, die ebenfalls in diese Gegend Frankreichs verweisen, führt sie ihre Reise schließlich in diese Gegend. Parallel wird in der Vergangenheit die Geschichte eben jener Leonie sowie ihres Bruders erzählt. Es fällt mir an dieser Stelle schwer etwas von der weiteren Handlung zu erzählen, ohne zu viel aus dem Inhalt zu verraten, daher möchte ich mich darauf beschränken dass es im weiteren Verlauf des Buches um Liebe, Rache, den Mystizismus von Okzitanien und ein Tarotkartenspiel.
Ich persönlich fand das Buch zwar gut recherchiert, spannend und unterhaltsam, aber mit einer Laufzeit von zweiundzwanzigeinhalb Stunden stellenweise etwas langatmig für den Plot der Gesamtgeschichte. Sowohl der in der aktuellen Zeit spielende Krimiteil als auch die etwas in surreale, mystische Welten abrutschende Geschichte um Leonie und Anatole in der Vergangenheit ist sehr detailreich beschrieben und lässt den Hörer gut in die Umgebungen, in der das ganze jeweils spielt abtauchen. Dass immer mal wieder französische und okzitanische Sätze eingestreut werden, die nicht immer übersetzt oder erläutert werden fand ich am Anfang zwar etwas störend, aber da es mit zum Aufbau einer passenden Stimmung im Gesamtfluß des Erzählung führt, erwies es sich letztlich als dennoch passend. In der Summe fand ich das Buch etwas schwächer als ihr erstes Werk Das verlorene Labyrinth, aber dennoch hat Kate Mosse auch mit diesem Buch wieder eine gute und empfehlenswerte Geschichte abgeliefert, die ich vorbehaltlos empfehlen kann.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Im Namen Caesars [SPQR 10]

Tuesday, July 27th, 2010

Dieses Mal habe ich ganze acht Tage benötigt, um den zehnten Teil von John Maddox Roberts SPQR-Reihe mit dem Titel Im Namen Caesars zu konsumieren. Bei einer wieder im Gegensatz zum Vorgängerband Die Schiffe der Kleopatra auf nun 335 Seiten gewachsener Seitenzahl eine recht passable Leistung denke ich, aber dank der amüsanten und spannenden Schreibweise von Roberts und natürlich auch der gelungenen deutschen Übersetzung gingen Seite um Seite vorüber ohne dass ich es groß zur Kenntnis nahm.
Nach erfolgreich abgeschlossener Piratenjagd in den Gewässern um Zypern weilt Decius Caecilius Metellus in diesem Krimi wieder in Rom und setzt seinen Weg auf dem Cursus honorum fort und kandidiert als Praetor. Seine Aussichten für eine Wahl steht gut und auch als ein römischer Bürger aus der Provinz auftaucht, ihn der Korruption anklagt und ihn kurz vor der Wahl noch vor Gericht zitieren lassen will, sieht er diese Vorkommnisse eher gelassen. Doch am Tag der Verhandlung wird sein Ankläger ermordet auf den Treppen des Gerichtes gefunden und der Verdacht fällt natürlich sofort auf Decius. Sollte er bei der Verhandlung dieses Mordfalles schuldig gesprochen werden, kann ihm das nicht nur sein fast sicheres Amt sondern sogar sein Leben kosten. Ihm bleiben nur wenige Tage um diese verworrene und geschickt eingefädelte Verschwörung aufzudecken und seine Unschuld zu beweisen.
Wieder gelingt es John Maddox Roberts in diesem Roman, den umfangreichen und spannenden Kriminalfall mit einer kleinen Geschichtsstunde über das alte Rom in den letzten Jahren der Republik zu verbinden. Der vorliegende Fall basiert zwar dieses Mal nicht wie einige seiner Vorgängerromane wie z.B. die Catilina-Verschwörung oder Der Frevel des Clodius auf wahren geschichtlichen Ereignissen, jedoch gelingt es dem Autor wieder sehr gut, echte historische Persönlichkeiten wie den Marcus Tullius Cicero, Marcus Porcius Cato oder Gnaeus Pompeius Magnus in die Geschichte zu verweben und diesen historischen Persönlichkeiten mit ihren überlieferten Eigenheiten neues Leben einzuhauchen. Auch die politischen und gesellschaftlichen Zustände im Rom des ausgehenden vorchristlichen Jahrhunderts – die Gesichte spielt im Jahre 702/703 a. u. c. (ab urbe condita oder auch für Anno Urbis Conditae – Jahre seit der Stadtgründung Roms) bzw 51/50 v. Christus – sowie die verschiedenen Pro- und Contra-Caesar Strömungen inklusive der Beweggründe für diese Haltung unter den mehr oder weniger Mächtigen versteht er wieder sehr gelungen darzustellen und dem Leser zu vermitteln. Ich habe das Buch mal wieder sehr genossen. Auch hier kann ich wieder eine vorbehaltlose Empfehlung abgeben.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Deutsch für junge Profis – Wolf Schneider

Saturday, July 24th, 2010

Auf einen interessanten Artikel in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung hin kaufte ich mir vor einiger Zeit “Deutsch für junge Profis” von Wolf Schneider, der auch gerne als Deutscher Sprachpapst bezeichnet wird. Den Preis von 16,45 Euro für das Hardcover-Buch bei Amazon fand ich zwar ziemlich happig, aber es hat sich gezeigt dass die Investition sich gelohnt hat, denn ich habe dieses 179 Seiten starke Buch regelrecht verschlungen.
In 32 Regeln und Kapiteln schreibt Schneider auch mit Bezug aufs Mailen, Bloggen und Twittern wie man gute Texte beginnt, wie man Wiederholungen vermeidet, anschaulich schreibt, abgenutzte Metaphern umschifft, er warnt vor übertrieben genutzten Anglizismen, zeigt falsch verwendeten Verben die rote Karte, rechnet mit Sprachtabus ab und vieles mehr. Ein Kapitel widmet er sogar dem Schreiben für Hörer, also dem Verfassen von Texten für die Vertonung. Dabei ist der Stil in dem er dies dem Leser vermittelt nicht nur amüsant, sondern auch einprägsam und kurzweilig. Das Buch ist dabei eine modernisierte und an die aktuelle Zeit angepasste Neuauflage des 1982 erschienen Klassiker Deutsch für Profis vom selben Autor. Natürlich ist vieles dabei aus der Sicht eines erfahrenen Jounalisten betrachtet, immerhin unterrichtet der Autor Wolf Schneider seit vielen Jahren an mehreren renommierten deutschen Journalistenschulen, aber wie ich finde eine unverzichtbare Lektüre für jeden der regelmäßig Texte in Deutsch schreibt. Ich hoffe das einiges davon bei mir hängen geblieben ist und das es mir in Zukunft gelingt, meinen Schreibstil noch etwas zu verbessern.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Die Schiffe der Kleopatra [SPQR 9]

Sunday, July 18th, 2010

Mit Die Schiffe der Kleopatra habe ich nun auch den neunten Teil der SPQR-Reihe des amerikanische Autors John Maddox Roberts abgeschlossen. Mal wieder in Rekordzeit muss ich dazu sagen – trotz der 284 Seiten, was wieder weitaus mehr als der Vorgängerroman war – aber die Bücher der SPQR-Reihe verschlinge ich nun mal wie nichts. Das mag zum einen an dem kurzweiligen Schreibstil des Authors liegen, zum anderen hängt es aber bestimmt auch mit einer gewissen Begeisterung zusammen, die ich aktuell noch immer für die Abenteuer des Decius Caecilius Metellus hege. Und auch mit diesem Band sollte Roberts seine Leser nicht enttäuschen.
Decius verschlägt es nach seiner Amtszeit als Aedil im Jahre 51 vor Christus nach Zypern, das aktuell unter römischer Herrschaft steht. Sein offizieller Auftrag ist es, das östliche Mittelmeer von Piraten zu säubern, die nach ihrer scheinbaren Vernichtung vor einigen Jahren wieder verstärkt in Erscheinung treten. Doch seine Bemühungen sind für die erste Zeit nicht von großem Erfolg geprägt, denn der Gegner scheint bestens Informiert und ihm immer einen Schritt voraus. Auch die Unterstützung der gerade siebzehnjährigen, ptolomäischen Prinzessin Kleopatra, die sich ebenfalls auf Zypern aufhält und Decius unter der Bedingung an der Jagd teilnehmen zu dürfen zusätzliche Schiffe und Männer zur Verfügung stellt, scheint dabei wenig zu helfen. Als dann der römische Stadthalter Silvanus bizarr ermordet wird, indem er an einer Überdosis Weihrauch erstickt, spitzen sich die Ereignisse zu. Die Verstrickungen der Hintermänner der Piraten scheinen weiter zu gehen als zuerst gedacht und schon bald ist auch Decius selbst in ernster Gefahr.
Für mich war dieser Roman eine weitere Geschichtsstunde, die amüsant und spannend in eine antike Krimigeschichte verpackt worden ist. Decius Caecilius Metellus erzählt wieder in der bekannten Ich-Form von den Ereignissen, die er selbst als alter Mann niederzuschreiben scheint. Man lernt nicht nur einiges über die Abneigung der Römer vor Seeschlachten, die römischen Schiffstypen zum Ende der alten Republik, die Machtverhältnisse und Handelswege im östlichen Mittelmeer knapp ein halbes Jahrhundert vor der Zeitenwende, römische Getreideflotten nach Ägypten und die Verehrung der Aphrodite, die der Legende nach aus Meerschaum geboren auf Zypern das erste Mal an Land trat und deren Kult ebenfalls eine gewisse Rolle innerhalb des Romans spielt. Ich habe mir bevor ich das ganze hier lobe natürlich die Zeit genommen und habe die geschichtlichen Eckdaten überprüft – aber wie immer hat der Autor John Maddox Roberts hier gute Arbeit bei der Recherche geleistet. Die einzigen beiden Dinge wo man ihm weiterhin schlechte Nachforschung vorwerfen kann sind zum einen, dass es ja eigentlich “Senatus Populesque Romaus” (Senat und Volk von Rom) und nicht (wie auch der Titel des ersten Romans der Reihe) “Senatus Populus Que Romanus“, und zum anderen seine Behauptung die Sklaven im alten Rom hätten sich durch andere, dunklere und einfachere Kleidung von den Römern unterschieden haben (was er z.B. in Tod eines Centurio behauptet). Das einzige was sie damals nicht tragen durften war die Toga, die ein Kleidungsstück der freien Römer mit vollen Bürgerrechten war. Davon abgesehen habe ich ihm aber bisher noch keinen wirklichen geschichtlichen Fehler nachweisen können. Für Decius, seinen Haussklaven Hermes und seine Frau Julia, die später im Verlauf ebenfalls zu den Protagonisten stößt, war dieses Buch auf jeden Fall wieder ein sowohl amüsant als auch spannend zu lesendes Abenteuer und für mich war es eine kurzweilige, spannende und auch interessante Lektüre. Und mit dem Folgeband habe ich bereits begonnen…

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Die Rache der Flußgötter [SPQR 8]

Sunday, July 11th, 2010

Eigentlich schon Anfang der Woche habe ich nun auch Die Rache der Flußgötter, den achten Teil der SPQR Reihe des amerikanischen Authors John Maddox Roberts abgeschlossen. Wieder einmal ein wirklich gelungener historischer Roman um den Römer Decius Caecilius Metellus, der in diesem Band in das kostspielige Amt eines Ädilen gewählt wurde und somit neben der Ausrichtung von Spielen auch für die Sicherheit und die Bauaufsicht innerhalb der Stadt zuständig ist. Als eine Insula, die römische Version einer Mietskaserne, mitten in der Stadt zusammenbricht und hunderte ihrer Bewohner mit in den Tod reißt, ist mal wieder sein Spürsinn gefragt. Denn wie sich bald heraus stellt, steckt hinter der Sache weitaus mehr als nur Schlamperei beim Bau. Und dass der Tiber kurz davor steht über die Ufer zu treten macht seine Ermittlungen nicht gerade einfacher.
Ein weiteres Mal hat es wirklich Spaß gemacht, den Ermittlungen dieses antiken Sherlock Holmes durch das Buch zu folgen. Mit seinen 277 Seiten ist da Buch dieses Mal etwas umfangreicher als sein sein Vorgänger gewesen, aber das hat mich nicht abgehalten auch dieses Buch in kürzester Zeit zu verschlingen. Dank Roberts guter Recherche – eine Tatsache die ich gerne immer wieder erwähne und lobe – wird das ganze auch wieder zu etwas Geschichtsunterricht während der Leser dem Ädile unter anderem in die Cloaca Maxima, dem Abwassersystem unterhalb Roms und in die Leichengruben vor den Toren der Stadt folgt. Zwar fand ich dass der Autor dieses Mal den Spannungsbogen erst kurz vor dem Showdown wirklich anzieht, aber das tat der Unterhaltsamkeit des gesamten Buches meiner Meinung nach keinen Abbruch. Ein weiterer gelungener Ausflug in die Welt des alten Roms zur Endzeit der alten Republik. Ich habe die Geschichte und die damit verbunden Auffrischung meines Geschichtswissens wieder einmal sehr genossen. Auch dieses Buch kann ich wieder vorbehaltlos weiterempfehlen – wobei das Lesen der anderen sieben Teile nicht unbedingt notwendig, aber doch alleine der Unterhaltung wegen durchaus zu empfehlen ist. 😉

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Amokspiel – Sebastian Fitzek

Monday, July 5th, 2010

In den Tiefen meiner Hörbücherbibliothek entdeckte ich vor kurzem den Titel Amok Spiel, das zweite Buch des deutschen Schriftstellers und Journalisten Sebastian Fitzek – jedoch das erste welches ich mir selbst zu Gemüte führte. Erworben hatte ich es bereits vor längerem bei meinem Standard-Hörbuchdealer Audible. Gelesen wird das ganze von Simon Jäger, der ja neben Oliver Rohrbeck und David Nathan zu den bekannten Synchron- und Hörbuchsprechern Deutschlands gehört. Konnte mich zwar nicht mehr daran erinnern wann und warum ich mich mal für diesen Titel entschieden hatte, aber ich ließ mich einfach mal darauf ein und begann die auf 5 Stunden und 15 Minuten gekürzte Fassung dieses Hörspiels zu konsumieren. Nach all den historischen Romanen der letzten Zeit schien ein Psychothriller auch mal eine gelungene Abwechslung zu sein.
Doch kommen wir zum Plot der Geschichte: Die Kriminalpsychologin Ira Samin ist am Ende. Nach dem Tod ihrer ältesten Tochter ist sie kurz davor dem Gedanken an Selbstmord nachzugeben als ein Geiseldrama in einem Berliner Radiosender ihre ganz Aufmerksamkeit an sich reißt. Ein scheinbarer Psychopath hat die Crew und einige Besucher des Senders als Geisel genommen und droht in regelmäßigen Abständen eine der Geisel zu töten, wenn sich im Rahmen eines Telefonspiels der wahllos angerufene nicht mit einer bestimmten Parole meldet. Und er will erst damit aufhören, wenn seine offiziell vor einem halben Jahr durch einen Unfall verstorbene Verlobte im Studio auftaucht. Ira tritt trotzdem mit dem Mann in Verhandlung, während ihre Gespräche von Hunderttausenden im Radio mitverfolgt werden können…
Die Geschichte beginnt zuerst etwas langatmig wie ich fand, entwickelt sich dann jedoch zu einer spannenden und actionreichen Story mit einigen unerwarteten Wendungen. Stellenweise wirkten, so fand ich, die Wendungen zwar ein wenig konstruiert und zu unwahrscheinlich, das tut dem Gesamteindruck aber keinerlei Abbruch, da die Geschichte an sich gut abgerundet wirkt und abgesehen von kleineren Logikfehlern auch von Anfang bis Ende recht spannend bleibt. In sich ein guter, wenn auch meiner Meinung nach nicht wirklich perfekter Psychothriller, dem ich dennoch eine Empfehlung aussprechen kann.

Meine Wertung: 2 von3 Sternen

Der Fluch des Volkstribun [SPQR 7]

Tuesday, June 22nd, 2010

Wie ich ja bereits in meinem Beitrag zum sechsten Teil der SPQR-Reihe (Tod eines Centurio) bemerkte, gibt es bei Audible leider vorerst keine weiteren Hörbuch-Vertonungen dieser Romanserie. Da ich aber unmöglich warten kann bis man dort mit der Serie irgendwann einmal weiter macht, habe ich für die weiteren Abenteuers meines aktuellen Lieblings-Römers Decius Caecilius Metellus auf die gedruckte, analoge Buchvariante gewechselt.
Aber kommen wir nun zum siebten Teil der SPQR-Reihe des amerikanischen Autors John Maddox Roberts. Wir schreiben das Jahr 55 vor Christus. Unser Protagonist ist nach drei Jahren Dienst bei Caesar Legionen in Gallien nach Rom zurückgekehrt, um dort für das Amt des Aedilen zu kandidieren. Im Zentrum der von Bestechung und Intrigen durchtriebenen römischen Republik bereitet Marcus Licinius Crassus, Mitglied des Ersten Triumvirats, seine Feldzug gegen die Parther vor – ein Kriegsplan der im Volk und Senat keine große Zustimmung findet. Vor allem der Volkstribun Ateius macht Front gegen seine Pläne. Als Ateius während des Aufbruches von Crassus zu seinem Prokonsulates in einem Aufsehen erregenden Aktion öffentlich einen Fluch gegen ihn praktiziert, sind sowohl der Plebs als auch die Patrizier geschockt und die Volksseele scheint zu kochen. Wenig später wird Ateius ermordet aufgefunden. Decius, der sich als fähiger Ermittler ja bereits einen gewissen Namen im antiken Rom gemacht hat, wird mit der Aufklärung der Vorfälle betreut. Doch um die Wahrheit heraus zu finden bleibt ihm nicht viel Zeit, denn es droht ein Aufstand in den Straßen des antiken Roms.
Wieder einmal ist es John Maddox Roberts wunderbar gelungen, seinen fiktiven Protagonisten Decius und reelle historische Ereignisse zu verknüpfen. Wie immer berichtet unser “antiker Sherlock Holmes” Decius, der natürlich von seinem Haussklaven Hermes und seiner Ehefrau Julia unterstützt wird, in der Ich-Form von seinen Ermittlungen im von Korruption und Machtgier durchtriebenen Rom in der Endzeit der alten römischen Republik. Wie immer werden dabei interessante Einblicke in das Leben im damaligen Zentrum der Welt gegeben. Roberts hat hier eindeutig gut im Vorfeld recherchiert und einen weiteren historischen Roman der Extraklasse abgeliefert, der mich durch seine spannende Handlung, unerwartete Wendungen und den amüsanten Erzählstil das 240 Seiten starke Buch nur wenigen Tagen hat durchlesen lassen. Ich kann hier nur ein weiteres Mal eine absolute Leseempfehlung abgeben. Den nächsten SPQR-Roman habe ich inzwischen auch schon begonnen und ich bin sicher dass ich in einigen Tagen auch über ihn hier positiv berichten kann.
Das einzige was mich etwas verwundert hat ist dass der Klappentext des Buches die Handlung minimal verfälscht wiedergibt – hier hat aber vermutlich eher der Goldmann-Verlag oder der zuständige Übersetzer geschlampt.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen

Tod eines Centurio [SPQR 6]

Saturday, May 29th, 2010

In nur knapp einer Woche habe ich nun auch das sechste Buch der von mir sehr geschätzten SPQR Reihe von amerikanischen Author John Maddox Roberts verschlungen. Damit bin ich leider auch am Ende zumindest der aktuell als Hörbuch bei Audible verfügbaren Teile angekommen. Insgesamt hat Roberts aber bis heute dreizehn Teile heraus gebracht, die letzten sieben Teile sind aber aktuell nur als gedruckte Version verfügbar. Wie ich ja bereits zuvor erwähnt hatte, habe ich vor einigen Wochen via Mail bei Audibe angefragt ob eine weitere Vertonung geplant ist und als Antwort erhalten, dass dies für die nächste Zeit keine weiteren SPQR-Teile vorgesehen sind. Sehr schade – ich mich für den Rest der Serie dann wohl auf die gedruckten Bücher verlegen.
Aber kommen wir zum nun endlich zum Tod eines Centurio. In Rom ist Clodius, der Lieblingsfeind unseres Protagonisten Decius Caecilius Metellus des Jüngeren, zum Volkstribun gewählt worden. Daher zieht es Decius vor der Stadt fern zu bleiben und zieht mit dem Prokonsul Gaius Julius Cäsar nach Gallien. Im Lager der 10ten Legion im Rhonetal angekommen macht er sich aber mit seiner direkten und ehrlichen Art nicht gerade viele Freunde den anderen Führungsoffizieren. Als Decius von Cäsar nach dem geheimnisvollen Mord am allgemein unbeliebten Centurio Vitus Vinius den Auftrag erhält dieses Verbrechen aufzuklären, muss er sehr bald feststellen, dass der Feind nicht nur in Form von wilden Galliern und Germanen vor den Toren, sondern auch im Lager zu lauern scheint. Und die Zeit spielt gegen Decius, denn wenn er die wahren Täter nicht bald findet, werden unschuldige Männer, darunter einer seiner eigenen Klienten, einen grausamen Tod sterben.
Der Sprecher Erich Räuker verleiht dem wie zuvor auch in diesem Teil dem in der Ich-Form von den Ereignissen erzählenden Decius seine Stimme. Und wie ich es auch von den vorherigen Teilen her kenne sind die historischen Gegebenheiten vom Autor Roberts detailreich recherchiert und geben dem Leser (oder Hörer) dieses mal einen tieferen Einblick in das Leben und die Organisation einer römischen Legion zum Ende der alten römischen Republik. Die Ereignisse spielen zu Beginn des fünfjährigen Prokonsulates von Julius Cäsar in Gallien, was 58 vor Christus oder besser 696 a.u.c ab urbe condita (“Von der Gründung der Stadt an”) – Römische Zeitrechnung stattfindet. Doch auch die Begegnung mit den vom hochnäsigen Römer als Barbaren bezeichneten Gallier, Helvetier und Germanen wird sehr schön beschrieben. Beim Konsum dieses Werkes kann man sich wirklich wunderbar in die damalige, antike Zeit hineinversetzen. Durch das Einbinden des (natürlich fiktiven) Charakters Decius Caecilius Metellus in reelle historische Ereignisse liefert John Maddox Roberts dem Leser nicht nur eine spannende und kurzweilige Krimigeschichte, sondern bringt ihm auch gleichzeitig einen Teil der römischen Geschichte näher. Meiner Meinung nach war der sechste Teil der bisher beste Teil von allen. Die fast acht Stunden Hörzeit gingen wirklich wie im Flug vorüber und machten mir Lust auf mehr von Decius – viel mehr.

Meine Wertung: 3 von3 Sternen