“Garden of tranquility” & Mongolische Speisen

Garden of tranquility

Heute verschlug es uns zum Mittagessen mal in ein chinesisch-mongolisches Restaurant mit dem poetischen Namen “Garden of tranquility” (Garten der Gelassenheit) an der Ecke 17th Street / Kansas Street [Position]
Ein einem kleinen geschmackvoll eingerichteten Gastraum und mit stilechten Figuren und Wandschmuck wurden wir schnell bedient. Es gibt eine spezielle Mittagskarte mit einer Auswahl chinesischer und mongolischer Gerichte im Bereich zwischen 4 und 7 Dollar. Ich entschied mich für Mongolisches Beef (Rindfleisch). Als Vorspeise gab es (kostenlos) wie bereits bei Henry’s Hunan Restaurant eine Suppe, diesmal etwas mit schwarzen Pfeffer und etwas Gemüse – gut scharf, aber lecker. Außerdem wurde ein Glas eisgekühltes Wasser serviert.

Das ganze besteht aus einer scharfen, aber süßlich schmeckenden Soße, Zwiebeln, verschiedenen Gemüsen und natürlich Rindfleisch. Der Geschmack war etwas anders als bei chinesischen Gerichten, eine kräftige, aber angenehme Schärfe, die sich gut mit der Süße verband. Alles in allem ein durchaus interessantes Geschmackserlebnis und meine erste Berührung mit monglischer Zubereitung. Da die Restaurants hier in der Regel authentischer kochen als es z.B. in Deutschland der Fall ist, gehe ich davon aus daß so oder so ähnlich auch im nordwestlichen Nachbarland Chinas gekocht wird. Kann ich nur empfehlen – ist etwas anders als chinesisch und schmeckt auf seine Art sehr lecker – vorrausgesetzt natürlich man mag scharfes Essen.

Henry’s Hunan Restaurant und chinesische Speisen

Nachdem ich mit einem Kollegen heute mal wieder in Henry’s Hunan Restaurant zu Mittag war, möchte ich einmal etwas mehr darüber schreiben.

Grundlagen
Wie mir ein Kollege chinesischer Abstammung im Laufe des Nachmittags berichtete unterscheidet man hier zwei Arten der Zubereitung chinesischer Speisen: Zum einen die Sichuan– und zum anderen die Hunan-Art – beide nach chinesischen Provinzen benannt aus denen sie wohl stammen. Soweit zumindest mein aktueller Kenntnisstand – es gibt mit Sicherheit in vielen anderen der Provinzen Chinas wieder eigene Typen des Kochens, jedoch scheinen die beiden erwähnten die in San Francisco die am weitesten verbreitet zu sein. Der Unterschied bezieht sich, so erzählte man mir, zum einen auf die Zutaten und zum anderen auf die Gewürze. Für europäische Gaumen wird beides wohl ziemlich scharf wirken (an dieser Stelle auch einen Gruß an Johnny / D2, der wie ich weiß gut gewürzte Speisen auch sehr zu schätzen weiß) – und ich muß zugeben daß ich inzwischen wirklich auf den Geschmack gekommen bin. Mir wurde bereits angeboten auch mal die Sichuan-Zubereitung zu testen, was ich wohl bald mal in Anspruch nehmen werde. Berichte dann natürlich darüber.

Henry’s Hunan Restaurant
Das Restaurant befindet sich in South Market, einer Gegend die hauptsächlich geschäftlich geprägt ist. Den Begriff Industriegebiet verwende ich hier mit Absicht nicht, denn er trifft es einfach nicht – zumindest nicht nach meinem europäischen Verständnis. Viele Läden vetreiben hier und in den angrenzenden Straßen Designmöbel, Schmuck und teurere Kleidung, außerdem findet man Ausstellungshallen wie das bereits erwähnte Concourse Convention Center und Firmen für Grafikdesign oder Kunst.
Von außen macht das Restaurant nicht viel her, das muß ich zugeben.

Und auch die Austattung innen ist eher zweckgebunden und nicht so überladen wie man es von manchen europäischen China-Restaurants gewohnt ist. Grinsende Buddahstatuen oder Drachenfiguren sucht man vergebens. An den Wänden finden sich neben Familienbildern – wenn ich es recht sehe hat der Chef des Hauses wohl einige Preise für seine Kochkunst erhalten und auch ein Buch über seine Speisen geschrieben (was in Form entsprechender Fotografien ausgestellt wird) – einige Bilder mit den üblichen asiatischen Motiven von Pagoden oder Bambushainen – aber nichts aufdringliches. Vor Kopf direkt gegenüber des Eingangs befindet sich eine Theke und dahinter der Küchenbereich. Nimmt man nun an einem der Tische Platz, bekommt man von einer der wie meist hier sehr aufmerksamen Bedienungen sogleich die Karte ausgehändigt und kann nach dem Gericht seiner Wahl suchen. Neben einigen Salaten und größeren Suppen besteht sie hauptsächlich aus zwei Gruppen von Mahlzeiten: zum einen die eindeutig als “Hot” bezeichneten Speisen nach Art des Hauses sowie einer weiteren Gruppe von Gerichten mit einer etwas weniger scharfen Würzung. Natürlich gibt es Chicken (Huhn), Fisch (Fish) sowei auch Beef (Rind) und Pork (Schwein) in verschiedensten Kombinationen – soweit nichts ungewöhnliches. Hat mein seine Speise gewählt und bestellt, wird einem kurz darauf eine kostenlose Vorsuppe mit Nudeln, Gemüse und etwas Fleisch serviert.


Vorsuppe

Ich fand sie sehr lecker und auch diese Suppe verfügt über eine gewisse Schärfe, auch wenn sie selbst für den europäisch geprägten Gaumen wohl noch erträglich ist. Man könnte wohl sie als eine Art Appetizer bezeichnen – oder aber als Überbrückung bis zum Hauptgericht. Während man die Suppe verspeist, wird ein Krug mit eisgekühlten Wasser und je ein Glas pro Gast serviert. Ist man fertig wird in der Regel wenig später das Hauptgericht an den Tisch gebracht.
Bei meinem ersten Besuch kurz nach meiner Ankunft wählte ich wie ja bereits erwähnt das Chicken Curry.


Henry’s Chicken Curry

Beim heutigen Besuch suchte ich mir aus der Karte das “Marcy’s Special” heraus – eine Zusammenstellung aus geräuchterem, speziell zubereiteten Schinken, schwarzem Bohnen, verschiedenen Gemüsen und schwarzem Pfeffer.


Marcy’s Special
Anmerkung: Da die meisten chinesischen Vornamen sowohl für Amerikaner als auch für Europäer schwer auszusprechen und noch schwerer zu merken sind, hat es sich in dieser Bevölkerungsgruppe etabliert, daß man sich einen meist englischen Vornamen wählt, mit dem man im Alltag angesprochen wird. Die Namen Henry oder Marcy sind wohl solche Beispiele. Des weiteren wird in China (und auch in vielen anderen asiatischen Ländern) normalerweise der Familienname dem Vornamen vorangestellt. Wenn ein solcher Asiate in die USA einwandert bzw. einreist, wird die Namens-Reihenfolge <englisch klingender Vorname> – <Nachname> angenommen. Eine Vereinfachung für den Kontakt mit der ansonsten hauptsächlich europäischstämmigen Bevölkerung und auch gerade deshalb von Vorteil, weil man sich in der hiesigen Bevölkerung nicht nur Privat sondern auch im Arbeitsleben meist mit dem Vornamen anspricht.

Chinesische Speisen und Schärfe
Was ich in Deutschland bisher an chinesischen Gerichten gegessen habe war extrem an die dortigen Geschmäcker angepasst. Vor allem was die Würze angeht. Das ist mir Sicherheit den meisten auch so bekannt. Das Chicken Curry welches ich vor einiger Zeit probiert hatte, war ja bereits sehr scharf gewesen – aber Marcy’s Special übertrumpfte dies noch einmal einiges. Ich muß dazu sagen daß die Schärfe nicht unterschwellig hervortritt wie bei einigen thailändischen oder vor allem bei indischen Gerichten (die ich ja auch sehr liebe), sondern sie ist hier direkt zu spüren – wohlgemerkt ohne jedoch dabei den Geschmack der anderen Zutaten zu überdecken. Ich persönlich finde diese Art der Zubereitung sehr schmackhaft und freue mich bereits jetzt darauf auch mal die Sichuan-Art zu testen. Der bereitgestellte Krug Wasser wurde von uns jedenfalls während des Essen rege genutzt und war auch notwendig. 😉 Die Portionen bei Henry sind außerdem ziemlich groß, und da Reis ja sowieso gut sättigt mußten wir gegen Ende des Mittagsmahls etwas darum kämpfen alles zu schaffen. Wir hätten es uns auch einpacken lassen können, eine wie ich bei anderen Gästen beobachten konnte nicht unübliche Bitte die von der Bedienung auch prompt erfüllt wird – aber tapfer kämpften wir uns schließlich durch – und was übrig blieb lohnte die Mühe des Einpackens nicht.


Preise und der Vorgang des Bezahlens
Die Preisspanne bei Henry bewegt sich zwischen ca. 4 und 9 US-Dollar für ein Hauptgericht – umgerechnet also ca. 3,30 bis 7,30 Euro – was für hiesige Verhältnisse meiner Meinung nach recht günstig ist, natürlich vorrausgesetzt man klammert Fast-Food Läden und die weit verbreiteten Sandwiches (z.B. bei Quiznos oder Subway) einmal aus. Persönlich reicht mir natürlich auch eines der hiesigen Sandwiches (über die ich bei Gelegenheit auch mal einen Artikel schreiben sollte) um den Nachmittag über nicht zu hungern, aber eine richtige Mahlzeit ist diesem natürlich immer vorzuziehen – zumindest nach meinem Empfinden.
Ist man mit dem Essen fertig, wird die Rechnung in einem gefalteten Blatt Papier auf den Tisch gelegt, eine Sitte die ich bereits öfters hier beobachtet habe. Ob man damit dem Kunden eine gewisse Spannung bis zum lesen des Rechnungsbetrages geben möchte ? Aus meiner Heimat kenne ich es eher, daß der Wirt offen am Tisch fragt, welche Gerichte von wem bezahlt werden. Das mit der verdeckten Rechnung ist man in Deutschland eher in Restaurants der gehobenen Klasse gewohnt. In anderen Restaurant habe ich beobachten können, daß die Mappe in der die Rechnung über ein spezielles Fach für die Kreditkarte verfügt, in das man eben diese steckt und die Mappe dann wieder schließt und auf dem Tisch ablegt. Ein Angestellter holt sich die Mappe, verschwindet kurz zur Kasse und kommt wenig später mit einem Kassenbon zurück, den man unterschreibt und damit die Rechnung begleicht. Warum nun soviel aufhebens um das Geheimhalten des Rechnungsbetrages gegenüber anderen Gästen gemacht wird hat sich mir bisher nicht erschließen können, aber ich passe mich da mal einfach den hiesigen Gegebenheiten an. Andere Länder, andere Sitten halt
Mit der Rechnung geht man bei Henry dann zu einem speziellen Tresen an der Seite des Restaurants und begleicht seine Rechnung, entweder bar oder mit der allgegenwärtigen Kreditkarte.
Als Abschluß kann ich nur noch den Freunden gut gewürzter Speisen dieses Restaurant ans Herz legen – wenn man mal erleben will was eine gute Schärfe ist, ist man hier bestens aufgehoben.

Turkey, Ham & Bacon Sandwich

Turkey, Ham & Bacon Sandwich

Heute ergab sich leider nichts mit Mittagessen gehen, daher holte ich mir im Café im Erdgeschoss unseres Bürogebäudes mal ein Sandwich. Ein wirkliches Monsterding, belegt mit einer dicken Schicht aus Putenbrust, Kochschinken, gebratenen Baconstreifen, Tomatenscheiben, knackigem Salat schließlich einer milden, leicht würzigen Sauce. Alles natürlich auf dem hier in USA üblichen, locker-weichen Weißbrot. Nichts besonderes, aber durchaus mal eine leckere Alternative zum warm essen gehen. 😉

Status [16.03.2006]

Wetter:

Die Vorhersage lag heute so sehr daneben wie schon lange nicht mehr – im Gegensatz zu ihr war es den ganzen Tag über zwar bewölkt und windig, aber trocken – dummerweise fing es genau in dem Moment an zu tröpfeln, als ich aus dem Office ins Freie trat und entwickelte sich zu einem Wolkenbruch heftigsten Ausmaßes während ich mich durch Sturm und Regen langsam nach Hause kämpfte. Die folgenden Bilder dokumentieren das ein wenig:

Harrison Street im Regen Wassermassen
Lower Skyline
Anklicken für eine größere Ansicht bei flickr

Wenn diese “leichte Regen” sich morgen fortsetzt, steht mir ja was schönes bevor – aber zumindest soll es zum Wochenende besser werden. Ich hoffe nur daß die Vorhersage wenigstens da recht behält…

Mittag:
Heute begaben wir uns in ein kleines

Café mit Namen “Veloce” innerhalb eines Design Centers nahe der Office. Das Angebot bestand hier aus verschiedenen Arten von Sandwiches, ich entschied mich nach kurzem Überlegen für

ein Garlic Chicken Breast Sandwich with Cheese – natürlich auf Absprache mit meinem Kollegen ob ihn das Garlic stört 😉
Wie man dem Bild entnehmen kann, gab es Pommes dazu – mit Sicherheit nicht gerade Kalorienarm, war aber frisch zubereitet und sehr lecker. Danach begaben wir uns noch in eines der vielen Starbucks Kaffeehäuser – man findet diese ja hier in jeder Ecke der Stadt.

Podcasts:
Trotz Zeitverschiebung höre ich auch hier in SF weiter Podcasts – heute möchte ich vor allem erwähnen, daß ich gleich drei Folgen von In China da essen sie Hunde hören durfte. Mußte wieder an einigen Stellen sehr schmunzeln und sogar lachen – vor allem bei der letzten Folge (#47 – Fliegen und Siegen auf drei Ebenen) – einfach zu schön diese Anspielungen – wirklich schade daß Rauchen hier so verpönt ist, nicht wie in China – die Situation von Roman Halfmann hat ja gewisse parallelen zu meiner aktuellen Situation – auch wenn ich nicht wage die Strangeness der amerikanischen zur deutschen Kultur mit jener gleichzusetzen, welche die chinesische zur deutschen aufweist. 🙂 Außerdem hab ich auch keine Spinne im Küchenschrank (kleiner interner für Leute, die auch diesen Cast hören)….

Burritos [15.03.2006]

16:32 PST – 1:32 CET

Heute führte uns unser Ausflug zur Mittagszeit zum Mexikaner – mein Kollege führte mich ins Chavos – einem kleinen Laden an einer Abfahrt der Bay Bridge – Ecke Bryant Street / 4th Street. Bin bestimmt schon zwei mal dran vorbeigegangen ohne zu bemerken daß er dort ist, also wirklich versteckt

Lageplan
Die dortige Karte bietet eine riesige Auswahl an mexikanischen Gerichten.

Menukarte – anklicken für größere Ansicht
Nach etwas Überlegen und konsultierung meines Kollegen entschied ich mich schließlich für den Super Burrito – Steak or carnitas – der wie man der Karte ja entnehmen kann neben den üblichen Bohnen und Reis auch Sour cream, Guacamole und etwas Käse enthielt (von dem ich allerdings wenig geschmeckt habe).

Serviert wurde er komplett in Silverfolie eingepackt, wohl auch zu dem Zweck daß er beim Essen nicht so schnell auseinander fällt War ziemlich lecker – könnte hier eine meiner Leibspeisen werden. Muß aber ein ander mal auch die Tacos probieren, die sollen ja auch ganz gut sein.
Zum Abschluß dieses kleinen Berichtes noch zwei Bilder des Chavos von außen:

Der kleine Innenhof – zum draußen sitzen war es noch etwas zu kühl, außerdem liegt es ja direkt an der Ecke von zwei Straßen – also Lärmtechnisch auch nicht so extrem ideal


Das ganze noch einmal von der anderen Straßenseite – rechts von dem zu sehenden Bildausschnitt befindet sich direkt eine der Abfahrten von der Bay Bridge, was man mit viel Verkehr gleichsetzen kann. Innerhalb des Restaurants merkt man davon jedoch nichts, was aber auch mit der recht lauten lateinamerikanischen Musik erklären könnte 😉
Sehr schön finde ich den stilechten alten Pickup vor dem Laden – passt irgendwie ins Bild eines Mexikaners