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Regenschauer & Schinken mit Kartoffelpüree [09.01.2017]

Monday, January 9th, 2017

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, stellte ich fest dass es gut gewesen war an die Nordküste zurück zu kehren, denn sowohl hier als auch im Reste des Landes hatten schwere Regenschauer das Land fest im Griff – ganz so wie es die Vorhersage angekündigt hatte.

154 - Regenschauer / Heavy rain

Daher fanden heute auch keine nenneswerten Aktivitäten statt. Zum Mittag wurde ich mit etwas gebratenen Schinken und selbstgemachten Kartoffelpüree bekocht,

153 - Schinken & Kartoffelpüree / Ham & mashed potatoes

und musste mir das Versprechen abnehmen lassen, morgen aber selbst mal zu kochen. Da hatte ich wohl etwas zu viel von meinen Kochexperimenten in Deutschland gesprochen und musste dies nun beweisen.
Als am Nachmittag der Regen nachließ, nahmen wir Kontakt mit einem Autovermieter im nahen Montellano auf, der uns eine fahrbaren Untersatz organisieren sollte. Und noch am selben Tag lieferte dieser und brachte einen orangen Hyundai Sonata vorbei, der aber nicht mit Benzin oder Diesel, sondern mit Erdgas betrieben wurde und einen besonders sparsamen Verbrauch versprach. Für die verbliebenen sechs Tage, die ich hier war sollte dieses Auto nun die Fortbewegung etwas vereinfachen – und das für den Preis von 7.000 Pesos, also 140 Euro. Kein Pappenstiel, aber sechs Tage fast neuwertiger Mietwagen für diesen Preis fand ich für die Dominikanische Republik absolut akzeptabel. Leider versäumte ich es, das Auto in einem Foto festzuhalten.
Bei leichtem leichtem Nieselregen begaben wir uns anschließend in das große La Sirena Einkaufszentrum in Puerto Plata und versorgten uns dort mit Lebensmitteln und Zutaten für mein morgiges Kochen in der Dominikanischen Republik.
Am späteren Abend gönnte ich mir noch ein Yaroa, also Pommes mit Hackfleisch und Käse überbacken – ein Fastfood das ich hier schätzen gelernt hatte.

155 - Yaroba

Ansonsten gibt es nichts weiter von diesem Tag, das es Wert wäre berichtet zu werden.

Dominikanischer Straßenverkehr & Mietwagen [31.05.2016]

Tuesday, May 31st, 2016

In der Dominikanischen Republik gibt es viele Wege, von A nach B zu kommen. Wer lange Fußwege scheut, kann zuerst einmal auf eines der Moto-Taxis zurückgreifen. Sobald man unterwegs ist, hört man ständig die Frage “Moto?” oder “MotoTaxi?” von an Ecken parkenden oder vorbei fahrenden Zweirad-Fahrern. Sie bringen Personen für nur wenige Pesos zu fast jedem beliebigen Punkt, auch über weitere Entfernungen. Jedoch gibt es hier so gut wie nie Helme und die Fahrer legen gerade auf freier Strecke zwischen den Ortschaften eine recht halsbrecherische Fahrweise an den Tag – es gehört also etwas Mut dazu auf diese Motorräder zu steigen, die teilweise nicht mal Beleuchtung für die Nacht besitzen. Eine weitere Möglichkeit sind Public Taxis, das sind Autos mit einer Art Taxi-Schild auf dem Dach, die auf den Hauptstraßen zwischen zwei Punkten, z.B. der Touristenortschaft Sosua und der Stadt Puerto Plata hin und her fahren und jeden am Straßenrand auflesen, die ihnen zuwinken. Wenn die Fahrer dabei langsamer werden halten sie meist eine Hand mit ein, zwei oder drei Fingern aus dem Fenster, um anzuzeigen wie viele Plätze sie noch frei haben. Winkt der wartende ab, z.B. weil er zwei Plätze braucht und nur noch einer frei ist, beschleunigt der Fahrer einfach wieder. Der Preis hier ist auch sagenhaft günstig, auf Kurzstrecken zahlt man 25 bis 50 Pesos, auf längeren Strecken vielleicht 100 bis 125 Pesos. Allerdings muss man damit leben können, dass sich in solchen Public Taxis fünf bis sechs Personen auf der Rückbank und zwei Personen auf dem Beifahrersitz drängen. Der Zustand der Wagen lässt außerdem auch teilweise sehr zu wünschen übrig. Eine Variante dieses System sind die Kleinbusse, die genau wie die Public Taxis funktionieren, aber etwas mehr Leuten Platz bieten. Zum gleichen Preis wie bei den Taxis ist das teilweise etwas komfortabler, aber auch hier werden so lange Menschen mitgenommen, bis wirklich kein Platz mehr ist – das geht so weit dass die Leute direkt auf dem Boden sitzen oder mehrere Kinder auf dem Schoß der Erwachsenen. Natürlich gibt es auch “normale” Taxis, die sind aber deutlich teurer und hier kann man selbst für die Kurzstrecke gerne mal 400 bis 500 Pesos löhnen und man muss sie wirklich suchen oder explizit telefonisch bestellen.
Wer ein wenig Erfahrung im Autofahren besitzt, kann natürlich auch – wie ich – einen Mietwagen nehmen. Es gibt überall kleine, private Autovermietungen, die zu erträglichen Preisen Wagen anbieten. Für unter 10.000 Pesos kann man für 7 Tage einen fahrbaren Untersatz bekommen, bei dem man allerdings keine allzu hohen Ansprüche stellen darf. Meist erhält man für einen solch niedrigen Preis ein Auto, das in Deutschland keinerlei TÜV mehr erhalten würde und bei dem man damit leben muss, dass die Motorkontrolleuchte im Dauerbetrieb ist – aber er bringt einen dennoch gut zu seinen Zielen. Vorausgesetzt man kann mit dem Dominikanischen Verkehr umgehen. Theoretisch gibt es wohl Verkehrsregeln, praktisch hält sich aber niemand daran. Das bedeutet, dass überall und jederzeit sowohl rechts als auch links überholt wird, Geschwindigkeitsbegrenzungen prinzipiell nicht eingehalten werden und man vor allem bei Nachtfahrten auf Fahrzeuge ohne Beleuchtung achten muss – sowohl Autos als auch Motorräder. Hinzu kommt, dass Motorräder sich so gut wie niemals an Ampelphasen halten, also auch bei Rot einfach weiter fahren, dass sie die Autofahrer schneiden, ausbremsen und bevorzugt behindern. Außerdem kann scheinbar geparkt werden, wo man möchte – es gibt zwar so etwas wie Parkverbote, Schilder mit der Aufschrift “No Estacione”, aber daran hält sich niemand. Außerdem können Public-Taxis jederzeit, auch im laufenden Verkehr, unvermittelt anhalten um Fahrgäste aufzunehmen oder abzusetzen. Und gehupt wird dauernd, egal um anzuzeigen dass man gleich rechts oder links überholt wird, um einer wartenden Person anzuzeigen dass sich ein Public Taxis nährt oder einfach so. Kann man mit all diesen Widrigkeiten leben, ist das eigene Auto aber dennoch die beste Möglichkeit um zum Ziel zu kommen.
Ich hatte also in der kleinen Ortschaft Villan Monte Llano einen privaten Autovermieter ausgemacht, der mir einen etwas in die Tage gekommenen, kleinen weißen Honda CRV zu einem erträglichen Preis zur verfügung stellte. Natürlich gibt es auch Niederlassungen von Autovermietungs-Ketten wie Hertz, Nellys oder Alamo, aber die Preise sind hier deutlich höher. Da griff ich lieber auf einen der kleinen Anbieter zurück und nahm ein paar Abstriche in der Qualität des Wagens hin. Bezahlt wurde hier natürlich bar und der Vertrag wurde schnell im Auto ausgefüllt. Ich musste allerdings Führerschein und Reisepass vorlegen, um mich zu authentifizieren – obwohl ich bezweifle dass ein Einheimischer bei einem europäischen Führerschein erkennen kann, ob der Inhaber berechtigt ist den vermieteten Wagen zu führen. Aber das ist sowieso egal, da die Polizei zwar hier und dort zu sehen ist, aber nie die Fahrer kontrolliert.

Villa Monte Llano

Das Auto – natürlwar sauber und im erträglichen Zustand, aber der Tank war bei der Übergabe fast leer, so dass ich erst einmal an der nächsten Tankstelle für 1000 Pesos (etwa 20 Euro) tanken musste. Vorteil an dominikanischen Tankstellen ist, dass man hier nicht auszusteigen brauch, denn es gibt an jeder Zapfsäule einen Angstellten, der den gewünschten Betrag an Benzin in den Tank füllt. Man muss nur die Tankklappe öffnen und anschließend bezahlen – ein Service den ich mir in Deutschland auch wünschen würde. 🙂

Mietwagensuche & der Strand von Cabarete [28.12.2015]

Monday, December 28th, 2015

Am ersten Tag ging es erst einmal auf Mietwagensuche, denn ich wollte ein wenig Mobil sein. Es gibt zwar neben regulären Taxis, die aber vor allem vor Touristen recht kostspielig sind auch sogenannte Moto-Taxis, also Motorradfahrer, die bis zu drei, teilweise sogar vier, Personen auf ihrem Rad gegen eine geringe Gebühr von A nach B bringen und die sogenannten Öffentlichen Taxis (Public Taxi), die immer nur eine bestimmte Route fahren und dabei die Personen aufnehmen, die ihnen am Straßenrand zuwinken, aber beides hat deutliche Nachteile. Die Moto-Taxis sind mir persönlich zu unsicher, denn ohne Helm auf dieses schlecht gewarteten Motorräder, die teilweise nicht mal über Beleuchtung verfügen herum gefahren zu werden war nichts für mich und in den Öffentlichen Taxis ist Gruppenkuscheln angesagt, denn sind fünf bis sechs Personen auf dem Rücksitz und zwei Personen auf dem Vordersitz keine Seltenheit. Da war mir schon ein eigenes Gefährt lieber, auch wenn der Verkehr in der Dominikanischen Republik eine Sache für sich ist, doch dazu später mehr.
Zuerst machten wir uns in Sosua auf die Suche, wobei wir auch in einem Schnellrestaurant mit Namen Café Tropical gleich zu Mittag aßen. Die Auswahl bestand aus landestypischen Gerichten, die man sich an einer Theke vom dortigen Personal in beliebiger Kombination zusammen stellen lassen konnte. Ich entschied mich für etwas Rindfleisch mit dunklem Reis, eine Käsekartoffel und etwas Salat mit Joghurtdressing.

Beef with rice, potato & salad / Rindfleisch mit Reis, Kartoffel & Salat

War aus meiner Sicht zwar in Ordnung, aber die Komponenten waren teilweise nicht mehr ganz heiß, da sie in einer Warmhaltetheke bereit gehalten worden waren. Prinzipiell aber in Ordnung und vollkommen ausreichend um den Hunger zu stillen – und das für etwa 250 Dominikanische Pesos, also knapp 5 Euro. Wobei ich denke, dass auch hier schon ein Touristenaufschlag berechnet worden war.
Es folgten einige Besuche bei verschiedenen Autovermietern, bei denen jedoch erst einmal nichts wirklich passendes zu finden war. Verschiedene große Wagen für 3500 bis 4000 Pesos pro Tag, also 70 bis 80 Euro, fand ich schon etwas happig. Daher beschlossen wir uns dazu, uns auch noch einmal im angrenzenden Cabarete umzuhören, das wir über eines der oben bereits erwähnten Public Taxis erreichten, was uns gerade mal 50 Pesos, also einen Euro, pro Person kostet. Nach einer auch hier eher erfolglosen Suche, entschieden wir uns dazu erst einmal am Strand von Cabarete etwas auszuspannen und ein paar (nicht alkoholische) Drinks zu genießen. Bei einer Temperatur von 29 bis 30 Grad und etwa 80% Luftfeuchtigkeit ist das ständige herum laufen doch etwas anstrengend.

Cabarete Beach Cabarete Beach

Dabei recherchierten wir nach weiteren Autovermietern und stießen dabei auf einen Anbieter in Sosua, den wir bisher übersehen hatten, da er etwas abseits gelegen war. Nach unserer Pause ging es also via Public Taxi wieder zurück nach Sosua, wo wir uns auf den Weg zu jenem Autovermieter machten. Unterwegs gelang mir dabei eine schöne Aufnahme eines mobilen Gemüsestandes, die hier immer mal wieder zu sehen waren, wie sie langsam durch die Straßen fuhren oder am Straßenrand standen, um ihre Waren anzubieten.

Mobile Vegetable Market / Mobiler Gemüsemarkt

Als wir schließlich den Autovermieter erreichten, bot man uns dort einen roten Toyota Geländewagen an, der zuerst 2500 Pesos am Tag kosten sollte. Nach einigen Verhandlungen und der Übernahme des Wagen für eine ganze Woche, ließ sich der Vermieter schließlich auf 2000 Pesos (40 Euro) am Tag herunter handeln. Das war bei weitem das günstigste Angebot dass wir bisher gefunden hatten, daher entschlossen wir uns zuzugreifen. Das Auto war zwar nicht im besten Zustand, die Motorkontroll-Leuchte war an und der Tank so gut wie leer, aber der Vermieter versicherte uns dass das Auto in Ordnung wäre und dass wir ihn anrufen könnten, sollte es Probleme geben.

Rental car

Zwar besaß der Wagen – wie die meisten Autos hier – ein Automatikgetriebe, aber spätestens seit meinen Reisen durch die USA komme ich auch damit exzellent zurecht. Und das Auto fuhr sich trotz seines nicht perfekten Allgemeinzustandes erstaunlich gut. Nur ist der Verkehr in der Dominikanischen Republik so eine Sache: Es gibt zwar bestimmt irgend welche Verkehrsregeln, aber
daran halten tut sich eigentlich niemand und der Polizei scheint das auch recht egal zu sein. Da wird eben links und rechts überholt, teilweise auch in zweiter Reihe, der Gebrauch des Blinkers ist unbekannt, während die Hupe zum ständigen Handwerkszeug gehört. Und dabei spreche ich hier nur von den anderen Autos, hinzu kommen noch die vielen Motorräder und Mopeds, die sich überall hindurch schlängeln und auch mal bei Rot über die Ampel fahren – kontrolliert wird ja eh nicht. Und Nachts wird es noch schlimmer, denn zum einen gibt es viele Motorräder, die ohne Beleuchtung fahren oder gar keine solche besitzen, zum anderen gibt es viele Autos, die über zusätzliche helle Scheinwerfer-Batterien in der Front verfügen, so dass der entgegenkommende Verkehr von ihnen permanent geblendet wird. Verlässt man einen solchen Bereich, brauchen die Augen einige Sekunden um sich an die folgende Dunkelheit zu gewöhnen und wenn dann ein unbeleuchteter Motorradfahrer vor einem Auftaucht, kann schnell etwas passieren. Daher ist ständige höchste Aufmerksamkeit vom Autofahrer gefordert, vor allem wenn er aus einem straßenverkehrstechnisch eher gesitteten Land wie Deutschland stammt.
Das erste und zum Glück einzige problem mit dem Mietwagen hatte ich dann auch gleich am Folgetag, denn als ich morgens den Motor starten wollte, war die Batterie leer – und das obwohl ich darauf geachtete hatte alle Verbraucher zu deaktivieren. Also rief ich beim Vermieter an und dieser kam eine halbe Stunde später mit einer frischen Batterie, die er mir kostenlos einbaute. Danach schnurrte der Wagen ohne weitere Probleme.