Posts Tagged ‘mittelalter’

Verrat im Zunfthaus – Petra Schier [Adelina Burka 3]

Tuesday, July 31st, 2012

Mit Verrat im Zunfthaus habe ich nun auch den dritten Teil der historischen Romanreihe um die Apothekerin Adelina Burka abgeschlossen – wie die Teile zuvor auch dieses Mal in Hörbuchform und gesprochen von Sabine Swoboda. Erworben war auch dieses Hörbuch natürlich bei meinen Haus- und Hof-Hörbuchdealer Audible.
Wir schreiben das 1397 Anno Domini in Köln, wo die Kölner Gaffeln, eine Art Bürgervereine, nun endgültig, nachdem ihr Verbundbrief nun auch vom Erzbischof und dem deutschen König anerkannt wurde, die Macht über die Stadt übernommen haben. Zwar gibt es noch weiterhin Widerstände seitens der alten herrschenden Klasse, der Patrizier, doch diese scheinen vorerst keine ernsthafte Bedrohung zu sein. Adelina Burka, inzwischen Mutter eines drei Monate alten Säuglings, ihrem Sohn Collin, und weiterhin glücklich mir dem städtischen Medicus Neklas Burka verheiratet, wollte sich eigentlich ihrer Familie widmen und sich in Zukunft aus fremden Angelegenheiten heraushalten. Doch als sie gemeinsam mit ihrer Magd Franziska eher per Zufall im Weinkeller der Gaffel Himmelreich die übel zugerichtete Leiche einer jungen Frau entdecken scheint es erst einmal mit der Ruhe vorbei. Die Tote stellt sich als Bela Elfge, die Tochter des Kölner Schöffen Wolfram Elfge, heraus. Wenig später wird derer Verlobter, der Weinhändler und Zunftmeister Avarus Vetscholder, tot und grausam zugerichtet vor den Toren der Stadt gefunden. Neklas Burka erhält nun sogar die Genehmigung, die Leichen zu obduzieren, wobei er feststellt dass die junge Frau schwanger gewesen ist. Es kommt der Verdacht auf, dass die vertriebenen Patrizier hier die Finger im Spiel hatten, da Gerüchte darüber kursieren dass sie über Bestechungsgelder einige der Ratsherren und Schöffen zur Unterstützung eines erneuten, womöglich bewaffneten Umsturzes überzeugen wollen. Adelina Burka wird von dem Ratsherren und inzwischen zum Gewaltrichter ernannten Georg Reese, den der Leser ja bereits aus den vorherigen Teilen kennt, ihn bei seinen Ermittlungen zu unterstützen und sich dabei auch bei ihren meist wohlhabenden Kunden umzuhören, um eventuell auf Hinweise zu stoßen wer die Verräter innerhalb der Kölner Stadtmauern sein könnten. Als wäre das noch nicht genug, kündigt sich dann auch noch die Mutter ihres Mannes Neklas samt deren Schwester zu einem kurzfristigen Besuch bei ihrer neuen Schwiegertochter an und ihre (im letzten Buch vorgestellte) und inzwischen in die Familie integrierte Stieftochter Griet verhält sich neuerdings seltsam und scheint plötzlich Gespenster zu sehen. Und um allen noch die Krone aufzusetzen, findet die Stadtwache bei einer Hausdurchsuchung in ihrer Apotheke auch noch ihr vollkommen unbekannte Goldmünzen und Edelsteine, die sie unter den Verdacht kommen lassen ebenfalls mit den Patriziern im Bund zu stehen. Und das wäre Hochverrat, der mit dem Tode bestraft werden würde. Es bleibt Adelina nur wenig Zeit ihre Unschuld zu beweisen und ihre Familie vor dem Unglück zu retten. Und natürlich auch der Dominikaner-Pater Thomasius und der inzwischen zum Hauptmann der Stadtwache beförderte Greverode, die der Protagonistin bereits in den vorherigen Teilen das Leben schwer gemacht haben, dürfen in diesem Buch natürlich nicht fehlen – auch wenn sie eine bisher unerwartete Charakterentwicklung durchmachen.
Mit Verrat im Zunfthaus hat Petra Schier der bisher sehr spannenden und vielversprechenden Reihe um ihre Heldin Adelina Burka einen weiteren, wieder sehr gelungenen Teil beigefügt. Dem Leser wird nicht nur ein realitätsnaher, detailreich und gut recherchierter Einblick in das Leben, Denken und das Handeln der Menschen verschiedener Gesellschaftsschichten des späten 14ten Jahrhunderts gegeben, auch das geschichtliche Umfeld über der Machtübernahme der Gaffeln im mittelalterlichen Köln samt der Widerstände und Bestechungsversuche der entmachteten Patrizier, die natürlich versuchten die alten Machtverhältnisse wieder herzustellen, ist nah an den tatsächlichen Ereignissen der dieser Zeit angelehnt und vermittelt dem geschichtsinteressierten Leser eine lehrreiche Übersicht über die damaligen Geschehnisse. Zwar erscheint es in manchen Momenten, dass hier sehr viele Dinge auf einmal geschehen und mehrere parallele Handlungsstränge aufgebaut, die in keinem direkten Zusammenhang zu stehen scheinen – doch der Autorin gelingt es wunderbar, alle Ereignisse zum Ende des Buches zur Zufriedenheit der Leser aufzulösen und zum Abschluss zu bringen. Ich war auf jeden Fall auch mit diesem Teil der Adelina Burka Reihe wieder einmal sehr zufrieden und bin schon dabei mit gleich den nächsten Teil zu Gemüte zu führen. Bald also mehr über das Leben in mittelalterlichen Köln. 😉

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

Mord im Dirnenhaus – Petra Schier [Adelina Burka 2]

Saturday, October 15th, 2011

Mit Mord im Dirnenhaus habe ich nun auch das zweite Buch der Adelina Burka Krimireihe der deutschen Authorin Petra Schier gelesen oder besser gesagt gehört.
Wieder verschlägt es den Leser in das Köln des 14ten Jahrhunderts, um genau zu sein ins Jahr 1396. Es ist eine bewegte Zeit, in der die Gaffeln, eine Bürgervereinigung von Zünften in Köln, gerade die Unabhängigkeit von Adel und Patriziern vom Erzbischof erstreiten. Unsere Protagonistin, die Apothekerin Adelina, die in der Zwischenzeit den bereits aus dem ersten Teil bekannten Medicus Niklas Burka geheiratet hat, hat seit den Ereignissen um die Tode im Beginenhaus die Meisterprüfung abgelegt und die Apotheke ihres an Demenz erkrankten Vaters am Kölner Neumarkt übernommen. Eigentlich war es nicht die Absicht des jungen Paares sich in weitere Kriminalfälle verwickeln zu lassen. Doch als der Ratsherr Thönnes van Kneyart, ein Kunde von Adelina, in einem Dirnenhaus an vergiftetem Konfekt stirbt das offensichtlich aus ihrer Apotheke stammt und wenig später auch einer ihrer Nachbar an der selben Ursache zu Tode kommt, bleibt der jungen Frau nichts anderes übrig als erneut Untersuchungen aufzunehmen um den wahren Täter zu finden – denn es geht hier um ihren Ruf, ihr Geschäft und vielleicht sogar ihr eigenes Leben, da sie im schlimmsten Fall wegen Giftmordes angeklagt werden könnte. Und ihr Ehemann Neklas Burka ist noch immer nicht von seiner Reise zu seiner kranken Mutter nach Kortrijk zurück, was det junge Frau die alleinige Verantwortung für die Apotheke, ihren senilen Vater und ihren geistig zurückgebliebenen Bruder Vitus aufbürdet, wobei sie bei ihren Aufgaben inzwischen von zwei Mägden und einem Knecht unterstützt wird. Obwohl sie vom Ratsherr Georg Rese, den wir ja auch schon im ersten Teil dieser Reihe kennengelernt hatten, unterstützt wird, kommt sie zuerst einmal nur wenig in ihrem Ermittlungen voran. Dass auch die alte Hebamme und Kräuterkundige Ludmilla ebenfalls verdächtigt wird, gibt Adelina aber erst einmal etwas Zeit die Untersuchungen voran zu bringen, auch wenn sie nicht verhindern kann dass sowohl die Kräuterfrau hat als auch die Dirnen, beides Ausgestoßene der mittelalterlichen Gesellschaft, der peinlichen Befragung unterzogen werden. Und dass der Zunftmeister ihr ein neues Lehrmädchen, die adelige Mira, zuweist und ihr Ehemann Neklas bei seiner Rückkehr seine uneheliche Tochter Griet mit ins Haus bringt macht es nicht einfacher. Bald schon gibt es mit dem Schöffen Anton Keppeler und einer Dirne weitere Opfer des vergifteten Konfekts und es scheint noch immer keinen wirklichen Verdächtigen zu geben, auch wenn Adelina den als hinterhältig geltenden Vetter des toten Thönnes, Mathys van Kneyart, verdächtigt. Und dann taucht auch noch der fanatische Mönch und Prediger Thomasius auf, der Neklas Burka aus seiner Zeit in Italien kennt und um seine Geheimnisse aus dieser Zeit zu wissen scheint.
Mit diesem Buch hat Petra Schier einen würdigen zweiten Teil der Krimireihe um Adelina Burka abgeliefert. Eingebettet in die historischen Ereignisse um die Anerkennung der Kölner Gaffeln als rechtmäßige Stadtregierung bei Erzbischof klärt die junge Apothekermeisterin wieder in bekannt unkonventioneller Form einen weiteren Mordfall im Köln des ausgehenden 14ten Jahrhunderts. Der amüsante und flüssige Schreibstil, beim Hörbuch wohl auch in Kombination mit der sehr gut passenden Stimme der Sprecherin Sabine Swoboda, macht das Buch schnell ausgelesen und ermöglicht es dem Leser wunderbar, sich in das Leben eines Bürgers der damaligen Zeit zurückzuversetzen. Dass sich die Handlung dabei nach dem ersten Kapitel in dem der Mord geschieht fast ausschließlich auf das Umfeld der Apothekerin abspielt tut der Abrundung der Geschichte aber keinerlei Abbruch. Um die Geschichte insgesamt zu verstehen ist dabei die Kenntnis des ersten Bandes zwar nicht unbedingt vonnöten, kann aber wenn man sich für die Entwicklung der einzelnen Charaktere und ihre Vorgeschichte interessiert durchaus zu empfehlen – es gibt ein oder zwei Tatsachen die im zweiten Band nicht noch einmal erläutert werden. Insgesamt ein sehr empfehlenswerter historischer Roman, der Lust auf mehr macht. Zum Glück sind noch zwei weitere Bände der Adelina Burka-Reihe erschienen und es wird mit Sicherheit nicht lange dauern bis ich auch diese hier vorstellen kann. 😉

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

Das kupferne Zeichen – Katia Fox

Monday, August 15th, 2011

Mit Das Kupferne Zeichen der deutschen Authorin Katia Fox (Homepage) hat es mich Literarisch ein weiteres Mal in den Bereich des Hochmittelalters verschlagen. Das 2007 bei Bastei-Lübbe erschienene Buch ist laut meiner Recherche mal wieder ein Erstlingswerk und Teil eins einer Triologie die mit den Werken Der silberne Falke (2009) ihre Fortsetzung und Der goldene Thron (2010) schließlich ihren Abschluß fand. Ich wählte dabei die (leider gekürzte) Hörbuchversion, die von der deutschen Schauspielerin Dana Geissler (Hompage) gesprochen wurde. Erworben wie immer bei meinem Hörbuchdealer Audible, wo ich eher per Zufall darauf gestoßen war und mich aufgrund des Klappentextes spontan dazu entschloss es zu erwerben.
In diesem Buch, welches den Leser ins England des 12. Jahrhunderts versetzt, dreht sich die Geschichte um die zu Beginn gerade zwölfjährige Ellenweore, genannt Ellen, die in der Schmiede ihres Vaters aufwächst und selbst davon träumt einmal Schmiedin zu werden, auch wenn dies nicht gerade in das Rollenverständnis der Menschen dieses Zeitalters passt. Als sie beim Beobachten eines Techtelmechtels eines lokalen Adeligen erwischt wird, flieht sie aus Angst vor Bestrafung aus ihrer Heimat und verkleidet sich als Junge. In dieser Rolle kommt sie bald als Lehrling bei einem Schmied unter und kommt so ihrem lange gehegten Traum einen guten Schritt näher. Als sie nach einigen Wirren schließlich bei einem berühmten Schwertschmied landet, bietet sich ihr die Möglichkeit ihrem Meister für den englischen König nach Frankreich zu gehen und dort Waffen zu fertigen. So macht sie sich, immer noch als Junge verkleidet, auf den Weg über den Kanal. Dort kann sie trotz ihrer fortschreitenden Pubertät ihr Geheimnis noch einige Zeit verbergen und lernt einen Teil des höfischen und ritterlichen Lebens am Königshof kennen. Doch als sie sich – noch immer in ihrer Rolle des Schmiedegesellen Alan – in einen der jungen angehenden Ritter verliebt und ein anderer Knappe auch beginnt wegen eines nichtigen Streites nachzustellen, muss sie schweren Herzens wieder weiterziehen. Doch Ellen hat sich nun eine Aufgabe in den Kopf gesetzt, die sie unbedingt erfüllen will: Sie möchte endlich als Schmiedin anerkennt und als erste Frau ein Schwert für den König schmieden. Doch bis es dazu kommt, liegt noch ein schwieriger und leidvoller Weg vor ihr.
Leider musste ich mal wieder feststellen, dass durch die Kürzungen in solchen Büchern häufiges einiges verloren zu gehen scheint. So auch bei diesem Hörbuch, dass zwar eine durchgehend spannende und interessante Geschichte bietet, aber der doch irgendwie das gewisse i-Tüpfelchen fehlte. Katia Fox hat für ihren Debütroman aber auf jeden Fall großen Aufwand in die Recherche Schwertschmiedekunst des Mittelalters gesteckt, die hier sehr detailreich beschrieben wird. Sie legt auch mehr Wert auf die Beschreibung der Charakteren und Denkweisen der einzelnen Handelnden und konzentriert sich nur wenig auf die Beschreibung des Umfeldes und den historischen Rahmen. Das macht aber gerade auch den gewissen Reiz dieses Romanes aus. Trotz der kleinen, durch die Kürzungen einhergehenden Einschränkungen gefiel mir die ausgewogene und spannende Geschichte gut. Bin gespannt wie es in den folgenden Teilen weitergeht, die ich mit Sicherheit auch noch konsumieren werden – allerdings in ungekürzter Form wenn möglich. 😉

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

Tod im Beginenhaus – Petra Schier [Adelina Burka 1]

Thursday, July 14th, 2011

Auf der Suche nach neuer Literatur in Audioform stieß ich vor kurzem bei meinem Hörbuch-Dealer Audible auf das Werk Tod im Beginenhaus der deutschen Autorin Petra Schier (Webseite), die mit diesem Buch eine Krimireihe um die Apothekertochter Adelina Burka begründet, welche im mittelalterlichen Köln des 14ten Jahrhunderts Kriminalfälle löst. Auch wenn der Plot einer in historischem Umfeld Kriminalfälle lösender Personen nach Decius Caecilius Metellus aus der SPQR-Reihe von John Robert Maddox, der Sklavin Invita in den Romanen von Maria W. Peter oder Gaius Volcacius Tullus aus der C.V.T – im Dienste der Caesaren-Reihe von Hans Dieter Stöver nicht wirklich etwas Neues ist, so sprach mich die Beschreibung dieses ersten von derzeit vier erschienen Romanen um diese Protagonisten doch so sehr an, dass ich auch dieser Reihe zumindest eine Chance geben wollte.
Die 1978 geborene Petra Schier, die nach einem Studium in den Bereichen Literatur und Geschichte inzwischen in der Eifel lebend als freie Lektorin und Autorin arbeitet, hat sich in der Bücherwelt vor allem durch ihre derzeit neun historische Romane einen gewissen Namen gemacht, aber auch einige Kinderbücher und etwas Belletristik über das Thema Weihnachten gehören zu ihrem Repertoire. Dabei liegt der Focus aber eindeutig auf den historischen Romane, die alle in den Epochen des Hoch- und Spätmittelalters spielen. Bei Tod im Beginenhaus handelt es sich um ihr Erstlingswerk, das in Buchform im April 2005 bei rororo erschienen ist.
Protagonistin der hier besprochenen Romanreihe ist Adelina Merten, die gemeinsam mit ihrem Vater Albert nicht nur dessen Apotheke in der Innenstadt des mittelalterlichen Köln im 14ten Jahrhundert arbeitet, sondern sich seit dem Tod ihrer Mutter auch um den Haushalt und den geistig zurückgebliebenen jüngeren Bruder Vitus kümmert. Die sehr selbstständige und eigensinnige junge Frau mit ihrem ihr eignen Sinn zur Gerechtigkeit hilft außerdem im Haus der Beginen, einem christlichen Laienorden, aus, in dem man sich um Kranke, Verrückte und Alte kümmert. Als im in diesem Beginenhaus ein alter, gebrechlicher Mann unter etwas rätselhaften Umständen stirbt, erscheint dies zwar bedauerlich, aber noch nicht sonderlich beunruhigend. Doch als auch weitere Bewohner des Beginenhauses unter ähnlichen Umständen sterben und auch die eigentlich noch junge Gattin des einflußreichen Händlers Georg Rese dem Tod findet, kommt die Befürchtung auf hier würde eine Seuche grassieren. Dem Beginenhaus droht die Schließung und den sogenannten Verrückten die Zurückführung in den Narrenturm, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen ihr Dasein fristen müssten. Doch Adelina schließt sich mit ihrer Meinung der allgemeinen Panik nicht an, sondern stellt mit Hilfe des ihres Untermieters, dem Medicus und Magister Neklas Burka, eigene Untersuchungen an. Der erste Verdacht fällt dabei auf den nun verwitweten Georg Rese. In ihrer Untersuchung stößt sie dabei auf die Verwandtschaft der Toten Ehefrau zu dem Ritter Hilger Quattermart von der Stesse, der zur selben Zeit versucht mit Hilfe der Partei der Greifendie Verbannung seines Onkels Heinrich von Stave aus Köln im Stadtrat aufzuheben und die Machtverhältnisse im mittelalterlichen Köln zu seinen Gunsten zu verschieben. Durch ihre Nachforschungen schreckt sie aber schon bald die falschen Leute auf, die nicht davor zurückschrecken sowohl Adelina als auch ihre Familie und den Magister direkt zu bedrochen. Doch davon lässt sich die Apothekerstochter natürlich nicht abhalten und stößt schon bald auf ein dunkles Geheimnis…
Eingebettet in diese historisch tatsächlich in Köln stattgefundenen Ereignisse um Hilger Quattermart, Heinrich von Stave und den Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden baut Petra Schier ein atmosphärisch dichtes und historisch eindeutig sehr gut recherchiertes Umfeld für die Geschichte auf, in welcher der Leser eingebettet viel über die Lebensverhältnisse von Menschen verschiedenster Gesellschaftsschichten in dieser Epoche erfährt. Und auch die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den einzelnen Haupt- und Nebendarstellern der Handlung kommt nicht zu kurz – und wenn ich berichte dass sich Adelina und der Medicus Neklas Burka trotz anfänglicher Diskrepanzen während der Geschichte näher kommen, verrate ich glaube ich nicht zu viel. Und auch die Sprecherin dieses Hörbuches, Sabine Swoboda, macht einen guten Job und verleiht den einzelnen Personen mit ihrer audiotechnischen Darstellung der Geschichte einen eigenen Charakter. Hierbei handelt sich hier allerdings um die Beachvolleyballspielerin, sondern um die gleichnamige Schauspielerin – das aber nur am Rande erwähnt.
Mit Adelina Burka hat Petra Schier eine historische Detektivin geschaffen, die mit ihrem Scharfsinn, ihrer gewissen Portion Dickköpfigkeit und ihren durchaus menschlichen Problemen des täglichen Lebens dem Leser auf Anhieb sympathisch erscheint. In Kombination mit dem klaren Stil der Autorin, der dem Leser (oder Hörer) ohne allzu unnötiges Beiwerk eine detailreiche Vorstellung von dem Umfeld der Handlung gibt. Für einen Erstlings- oder Debütroman auf jeden Fall gute Arbeit, die Lust auf mehr macht. Daher war dies mit Sicherheit nicht der letzte Roman aus der Adelina Burka Reihe den ich gelesen habe.

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen