Apfel, Mandarinen & Kaffee

Man merkt dass es Frühling wird – denn als ich heute früh vor die Tür trat schallte mir ein Crescendo an Vogelgezwitscher jeglicher Coleur entgegen und die gefiederten Viecher verfolgten sich Gegenseitig direkt vor der Haustür in wilden Sturzflügen durch die Lüfte. Es schien auf jeden Fall so als würde die Paarungszeit beginnen – auch wenn ich denke dass Ende Februar doch recht früh für so etwas ist.
Auf dem Weg zur Autobahn bot sich uns dann ein wundervoller Blick auf die Alpen, die im Licht der gerade aufgehenden Sonne am Horizont deutlich zu erkennen waren. Ein viel zu seltener Anblick den ich erst zwei oder drei Mal genießen konnte seit ich hier bin. Vielleicht lag es auch daran dass wir heute bereits um 7:15 Uhr aufgebrochen waren und genau die Zeitspanne erwischt hatten, in der ein solcher Blick am Morgen möglich ist.
Noch vor 7:40 Uhr erreichten wir dann die Arbeit und ich begab mich sogleich in die Kantine, um mich mit Kaffee einzudecken. Das ganze ergänzte ich mit meinem letzten Topaz / Italien Apfel und Mandarinen aus meinem gestrigem Einkauf bei Lidl. Mein Experiment des fleischfreien Frühstücks setzte ich heute fort und verzichtete auf die sonst üblichen Leberkäs- oder Fleischpflanzerlsemmeln. Obwohl ich zugeben muss, dass mich kurz vor dem Mittagsmahl gestern doch das Hungergefühl etwas plagte. Aber das ist in der Umgewöhnungsphase normal und ich werde drüber hinweg kommen (hoffe ich).

Bon Appetit

Rinderhacksteak “Mexiko” [22.02.2010]

Das Angebot des Betriebsrestaurants zum Wochenanfang kann man wieder durchaus als Interessant bezeichnen. Bei den Asia-Speisen lockten u.a. “Pad Thai – Gebratene Reisnudeln mit Ei, Lauchzwiebeln, Sprossen und Erdnüssen” und “Moo Pad Takai – Schweinefleisch mit Bambusstreifen, Frühlingszwiebeln,Paprika in Chili- Zitronengrassauce“, wobei mich das zweite ausgrund der Zutat Zitronengras weniger gereizt hätte. Außerdem lockte an der Vitality-Theke eine “Gnocchipfanne mit Kohl“, bei den “Tradition der Region”-Menus gab es ein “Jägerschnitzel in Pilzrahmsoße mit Knöpfle” und in der Sektion Globetrotter schließlich bot man “Rinderhacksteak ‘Mexiko’ mit Mais, Bohnen und Paprika dazu Kartoffelecken“. Zwar wäre die Gnocchipfanne wohl am vernünftigsten gewesen, ich entschied mich aber dann doch für das Rinerhacksteak – zu dem ich noch eine Schale mit Erbsen und Möhren als Beilage wählte.

Rinderhacksteak Mexiko

Das zusätzliche Gemüse wäre eigentlich nicht unbedingt notwendig gewesen, denn in der leicht scharfen Sauce befand sich ja bereits Mais, Kidneybohnen sowie rote und grüne Paprikastreifen. Und wie häufig war dies Gemüse auch nicht mehr richtig heiß – aber geschadet hat es mit Sicherheit auch nicht. Unter der Sauce fand sich schließlich eine große Rinderhack-Frikadelle, die sich als pikant gewürzt und angenehm saftig erwies. Außerdem lag eine annehmbar große Menge an Kartoffelspalten oder -ecken, die sowohl heiß als auch knusprig waren. In der Summe ein wirklich schmackhaftes Gericht, das mir sehr gut gemundet hat. Natürlich ist diskutabel, ob alles zu dem man Mais und Kidneybohnen gibt als “Mexiko”-Gericht bezeichnen kann, aber sei’s drum…
Auf der Beliebtheitsskala lagen das Rinderhacksteak und das Jägerschnitzel heute meines Eindrucks nach gleich auf, gefolgt von den Asia-Speisen und schließlich der Gnocchipfanne. Das lag in etwa in meiner Erwartung, wobei ich dem Schnitzel einen deutlicheren Vorsprung zugebilligt hätte, aber dazu hatte das Rinderhacksteak wohl doch zu gut ausgesehen.

Mein Abschlußurteil:
Rinderhacksteak: ++
Mexiko-Sauce: ++
Kartoffelecken: ++
Erbsen/Karotten: +/-

Kaffee, Banane & Apfel

Nach einer ereignislosen Rückkehr am gesterigen Abend begaben wir uns heute Morgen wieder zu den gewohnten Zeiten in Richtung Arbeit. Nicht dass ich keinen Appetit gehabt hätte, aber ich verzichtete dennoch heute mal auf mein ansonsten übliches Brötchen am Morgen – viel mehr besorgte ich mir nur eine Banane und einen Kaffee im Kantinenbistro und ergänzte es noch mit einem Apfel aus eigenem Einkauf. Das muß dann für heute früh reichen…

Guten Appetit

Putenbraten in Champignonsauce [19.02.2010]

Das heutige Angebot bot wieder viel bekanntes. Im Asia-Bereich bot man u.a. “Pad Pak Ruam Medmamaung – Gebratenes Gemüse mit Nüssen, Knoblauch in Sojasauce” und “Kok Sa Mui ” Garnelen gebraten in junger Kokosnussmilch mit Gemüse” an, wobei mich die Garnelen durchaus reizten, ich hatte sie ja bereits hier schon einmal probiert und für gut befunden. Außerdem lockte ein “Gebratener Zander in Mandelbutter mit Petersilienkartoffeln” bei den Vitality-Gerichten, welchen ich hier schon mal auf dem Teller hatte, die traditionell-regionalen Speisen boten wie immer am Freitag etwas süßes in Form von “Quark- Griesauflauf mit Fruchtkompott ” an und an der Vitality-Theke gab es schließlich “Feinen Putenbraten in Champignonsauce dazu Vollkornreis“, für den ich mich nach einigem Abschätzen schließlich entschloss. Dazu nahm ich mir einen Naturjoghurt mit roter Grütze als Nachtisch, denn an der Gemüsetheke gab es Schwarzwurzeln, Rosenkohl und Grünkohl, was mir alles nicht so recht zu der Pute passen wollte.

Putenbraten in Champignonsauce

Dafür dass es sich um Pute, also Geflügel, handelte waren die Fleischstücke wirklich riesig geraten muss ich sagen – das Tier das diese sein eigen nannte hätte ich gerne mal gesehen. Aber es war wirklich sehr schmackhaft und zart wie ich schnell feststellte, aber natürlich etwas trocken wie das bei Geflügelfleisch nun mal so ist. Aber dank der Champignonsauce, sie man reichlich, aber auch nicht zu viel auf den Teller gegeben hatte trat dies in den Hintergrund. Die Champignons in der Sauce waren zwar eindeutig Dosenware, aber in einer Kantine oder besser einem Betriebsrestaurant wären frische Champignons auch meiner Meinung nach zu viel verlangt – mir hat die Sauce auch so geschmeckt. Bei dem Reis zweifelte ich im ersten Moment ob es sich hier wirklich um Vollkornreis handelt, denn ich kannte Vollkornreis eigentlich eher in seiner hellbraunen Form, aber eine kurze Suche im Netz bestätigte mir dass es wohl auch hellen Vollkornreis gibt. Passte wie ich fand sehr gut zu dem Fleisch und der Sauce. Der Naturjoghurt, unter den ich die rote Grütze rührte bevor ich ihn verzehrte bildete einen leckeren Abschluß dieses Mittagsmahls.
In der Gunst der Gäste lagen wohl heute meiner Abschätzung nach Pute und Zander gleich auf mit den Asia-Gerichten – es war wirklich sehr homogen verteilt zu sehen dass all diese Gerichte verzehrt wurden – aber letztlich fand auch der Quarkstrudel seine Freunde. Für mich ist so ein süßes Mittagessen ja nichts und für einen Nachtisch wäre die Portion etwas zu groß gewesen – aber reizvoll klang das ganze schon.

Mein Abschlußurteil:
Putenbraten: ++
Champignonsauce: ++
Vollkornreis: ++
Naturjoghurt mit roter Grütze: ++

Kaffee, Banane & Fleischpflanzerl

Im morgendlichen Zwielicht stand ich pünktlich zur vereinbarten Zeit vor der Tür und wartete mit Koffer und Notebooktasche auf meine Mitfahrgelegenheit. Es war Freitag und heute ging es wieder in Richtung Heimat. Aber was ist schon Heimat? Dort wo man hauptamtlich gemeldet ist? Für Leute wie mich ist das gar nicht mehr so klar definierbar. Eigentlich bin ich ein Nomade, der dort arbeitet wo es ihn hin verschlägt oder wo er eben hin geschickt wird. Dass ich eine Wohnung bei Frankfurt hatte, in der der Gros meiner Sachen stand dabei eher nebensächlich. Nach Jena, Hamburg, San Francisco, Dresden, Boston und Köln (um nur die wichtigsten Stationen zu nennen) war ich nun also in München gelandet. Ich raffte den Kragen meiner Jacke und drückte die Zigarette in der Blechdose aus, die mir meine Vermieter hier als Aschenbecher vor die Tür gestellt hatten. Bei etwa Plus einem Grad Celsius lag ein Hochnebel über den Häusern und tauchte das Umfeld in eine fast ungemütliches Halbdunkel. Das leise brummen eines Dieselmotors war zu hören und Schnee knirschte unter den Reifen, als mein Kollege mit dem Firmenwagen um die Ecke bog und rückwärts auf den kleinen Hof fuhr, damit ich meinen Koffer in den Kofferraum laden konnte. “Morgen”, trällerte ich über die Abdeckklappe des Kofferraums hinweg in den Innenraum des 1er BMWs und meinte ein bestätigendes Murmeln als Antwort zu hören. Wenig später saß ich auf dem Beifahrersitz und wir fuhren in Richtung unseres Arbeitsplatzes, vorbei an immer noch knapp einen Meter hohen Auftürmungen von Schnee, deren teileweise abgetauten und wieder zu Eis gefrorenen, schroffen Verwerfungen im Nebel wie bizarre Fabelwesen wirkten, die am Straßenrand standen und uns für dieses Wochenende zum Abschied winken wollten.
Langsam kam auch ein Gespräch in Gange, während wir wie eigentlich jedem Morgen im Radio den “Frühaufdrehern” aus Bayern Drei lauschten. Die Autobahn war mal wieder angenehm frei und in angenehm kurzer Zeit erreichten wir schließlich unseren hiesigen Arbeitgeber. Ich stieg wie jeden Morgen am Tor aus und begab mich in das Kantinenbistro um mich dort mit den notwendigen Dingen für mein Frühstück einzudecken. Zum Kaffee kam heute eine Semmel mit Fleischpflanzerl bzw. Frikadelle. Das ganze ergänzte ich schließlich noch mit einer Banane – der letzten ihrer Art in meinem Vorrat. Auf einen Apfel verzichtete ich vorerst, aber ich denke ich werde ggf. noch im Laufe des Vormittags einen Verzehren. Mal schauen.

Guten Appetit