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Making wine

Saturday, April 22nd, 2006

Eine Statue – gesehen irgendwo am Anfang von Napa Valley…

Napa Valley Trip – Part 2/2 [19.04.2006]

Friday, April 21st, 2006

Im zweiten und letzten Teil des Napa Valley Trips möchte über den Besuch in der Robert Mondavi Winery [Position] berichten. Robert Mondavi, der heute noch im Alter von 93 Jahren lebt und sein Weingut mehrmals wöchentlich besucht, zählt zu den Pionieren des Weinanbaus nach Ende der amerikanischen Prohibition (1919-1932) und ist (zumindest hier in Kalifornien) eine recht bekannte Persönlichkeit.

Das im Stil einer alten spanischen Missionsstation erbaute Hauptgebäude fällt besonders durch seinen weithin sichtbaren Turm und das breite Eingangstor auf.

Robert Mondavi Winery - Front Robert Mondavi Winery - Entry

Der Innenbereich wird rechts von der eigentlichen Weinkelterei und links von einem Gebäude mit einer Rezeption sowie zugehörigen Kochschule und Kunstausstellung umgrenzt. Die Kochschule wurde von Robert Mondavi gegründet, weil er der Meinung war daß guter Wein und gutes Essen einfach zusammengehören.

Robert Mondavi Winery - Inside Robert Mondavi Winery - Cooking school

Nachdem wir uns kurz umgesehen hatten stellten wir schnell fest daß die meisten Bereiche nur im Rahmen einer Tour betreten werden durften. Also erkundigten wir uns an der Rezeption wann die nächste dieser Führungen stattfinden würde. Sie sollte in ca. 10 Minuten starten und 25 US-$ pro Person kosten. Wir bezahlten den Betrag und bekamen runde Metallplaketten, die wir uns als Eintrittskarte ans Rever heften sollten.
Pünktlich nach zehn Minuten traf unsere Guide, ein älterer Herr, der sich uns als Bob vorstellte, unter dem Tor ein um die Tourteilnehmer, insgesamt eine Gruppe von 12-13 Personen, um sich zu sammeln und einige einführende Worte zu sprechen. Anschließend führte er uns ein einen kleinen, mit Bänken ausgestatteten Raum, an dessen Wänden Karten von Kalifornien und des Napa Tals hingen. In etwa zwanzig Minuten erfuhren wir nun etwas über die Geschichte Napa Valley, warum sich dieses besonders für den Anbau von Weinstöcken eignete und welche weiteren Gebiete in Kalifornien noch für den Anbau genutzt wurden. Bob stellte sich dabei als exzellenter Präsentator heraus, der es verstand die Fakten kurzweilig und interessant zu vermitteln.

Robert Mondavi Winery Robert Mondavi Winery - Guide Bob

Nach dieser kleinen Einführung verließen wir den Raum, bekamen einige Worte zu der bereits erwähnten Kochschule zu hören und betraten dann die Weinfelder, wo unter einem Sonnenschutz einige weitere Bänke aufgestellt waren, auf denen wir wieder Platz nahmen. Nun sprach Bob über den Weinanbau selbst und was dabei zu beachten war.

Robert Mondavi Winery - Bob

Direkt vor uns waren eine Reihen von Weinstöcken mit speziellen Sorten, die hier zu Lehrzwecken angebaut waren. Steine mit den Namen der Sorten, die davor ausgelegt waren bezeichneten die Sorten.

Robert Mondavi Winery - Test plants Robert Mondavi Winery - Cabernet Sauvignon

Anschließend durchquerten wir die Weinfelder weiter und stiegen über eine Rampe bis auf einen großen Balkon, von wo aus wir die unter uns liegenden Felder gut überblicken konnten. Hier folgten einige grundsätzliche Worte zu Produktion des Weines und man erzählte uns daß die Gestänge, die man überall auf den Feldern aufgestellt hatte nicht etwa, wie wir vermutet hatten, etwa der Bewässerung dienten, es handelte sich viel mehr um Ventilatoren, mit deren Hilfe die Luftzirkulation gewährleistet werden konnte, wenn die Hitze zu groß wurde.

Robert Mondavi Winery - Wine fields Robert Mondavi Winery - Ventilators

Im Inneren des Gebäudes, in dem große, hölzerne Fermentationsfässer aufgestellt waren, erläuterte uns Bob nun, daß der Aufbau des Gebäudes mit einer leichten Neigung eine Weiterleitung des gekelterten Weines ohne die Verwendung von Pumpen ermöglichte – eine alte Methode, die zwar kostspieliger war, aber einen besseren Geschmack des Weines garantierte. Leider waren die Fermentationsanlage derzeit außer Betrieb, daher wurde uns die Verwendung über ein Video näher gebracht.

Robert Mondavi Winery - Fermantation Top Robert Mondavi Winery - Fermentation Bottom

Über eine Treppe ging es nun in den Keller, in dem lange Reihen mit Fässern den Wein altern ließen. Wieder erfolgten interessante Erläuterungen von Bob, während wir durch zwei Kellerräume mit Rotwein und einen weiteren mit Weißweinfässern geführt wurden. Außerdem konnte ich einen Blick auf die Abfüllanlage erhaschen.

Robert Mondavi Winery - Wine Aging Robert Mondavi Winery - Wine Aging II
Robert Mondavi Winery - Barrels Robert Mondavi Winery - Botteling
Robert Mondavi Winery - White Wine Barrels

Zuletzt traten wir auf einen kleinen Innenhof, auf dem wir nur kurz warten mußten bis wir zur Weinprobe in einem extra hierfür hergerichteten Raum eingelassen wurden.

Robert Mondavi Winery - Yard window Robert Mondavi Winery - yard

Bob ließ uns jeden zwei Weißwein und ein bauchigeres Rotweinglas nehmen und an einem langen Tisch platz nehmen. Nachdem wir ein mit Schafskäse kleinen Räucherschinkenstriefen belegte Weißbrote erhalten hatte, begann Bob uns die Weine vorzustellen, die wir heute probieren durften und spickte dabei seine Ausführungen mit einführenden Bemerkungen wie man am besten bei einer Weinprobe vorging.

Robert Mondavi Winery - Wine Tasting I Robert Mondavi Winery - Wine Tasting II

Auch bei der eigentlichen Weinprobe folgten weitere Erläuterungen. Insgesamt wurden zwei Weißweinsorten, zwei Rotweinsorten sowie ein (von Bob so genannter) Dessert-Wein gereicht. Bei letzterem handelte es sich um einen süßeren, nur ein kleinen Flaschen verkauften Muskat-Weißwein. Nach Abschluß der Weinprobe verabschiedete sich unser Guide von jedem Teilnehmer persönlich und wir betraten (natürlich) den zugehörigen Wein-Shop, durch den der einzige Ausgang führte.

Robert Mondavi Winery - Shop Robert Mondavi Winery - Tower

Als Fazit muß ich sagen, daß diese Tour die interessanteste des gesamten Tages war. Jedem Besucher des Napa Valley sei die Führung bei Robert Mondavi ans Herz gelegt, sie ist ihre 25 Dollar mehr als Wert.

Da es inzwischen spät geworden war, fuhren wir unmittelbar zurück in Richtung San Francisco. Bis zur Bay Bridge kamen wir auch sehr gut durch, denn wir konnten wie bereits bei der Hinfahrt die sogenannten Car Pool Lanes verwenden. Diese sind ausschließlich Autos mit mindestens drei Insassen vorbehalten, was streng überwacht wird und bei einem Verstoß mit 750 US-$ Strafe geahndet wird. Da die meisten anderen Autos jedoch meist nur mit eines Person besetzt waren, hatten wir fast freie Fahrt. Erst auf der Bay Bridge wurde es wirklich eng und nach der Entrichtung der 3 Dollar Brückengebührt ging es im Stop- and Go über die obere Fahrbahn zurück in die Stadt.

Treasure Island tunnel Bay Bridge traffic jam

Gegen 19:30 Uhr erreichte ich schließlich das Appartment, womit ein erlebnisreicher Tag endete.

Napa Valley Trip – Part 1/2 [19.04.2006]

Thursday, April 20th, 2006

Silverado Resort
Hintergrund der zweiten Reise nach Napa Valley war ein dort stattfindendes Business-Dinner (Abendessen) mit Übernachtung. Als Ort der Veranstaltung hatte man das Silverado [ Position] gewählt, einen Country Club in nahe dem Städtchen Napa mit angeschlossenem Golfplatz – bedauerlicherweise spiele ich kein Golf, aber das war auch so ziemlich das einzige was daran negativ war. 😉

Silverado Resort Silverado Resort - Sign

Die Unterbringung selbst war nicht in jenem oben gezeigten Haupthaus, sondern in kleinen Häusern, ähnlich Ferienhäusern, die in nicht unbeträchtlicher Entfernung zum Haupthaus lagen. Aber es gab glücklicherweise einen aber kostenlosen Shuttle-Service, der die Gäste auf einen internen Telefonanruf hin abholte und auch wieder zurück fuhr.

Silverado Resort - Siedlung Silverado Resort - Street

Am Morgen nach besagtem Business-Dinner entschlossen wir uns nicht im Silverado selbst zu frühstücken, da das Frühstück im Preis nicht inbegriffen war, sondern fuhren ein Stück in den Ort zu einem der hier überall zu findenden Deli Markets, im Grunde genommen kann man sie mit einem Bistro mit angeschlossenem Supermarkt vergleichen. Dort konnte man für knapp 5 US-$ ein sehr reichhaltiges Frühstück zu sich nehmen – inbegriffen der übliche (leider eher dünne) Kaffee in 6 Geschmacksrichtungen. 😉

Monticello Deli & Market - Building Monticello Deli & Market - Sign

Von dort aus ging es dann zurück ins SIlverado und wir checkten aus. Die Concierge war noch so freundlich uns einige der Weingüter zu empfehlen die wir besuchen könnten und gab uns eine entsprechende Karte mit, auf der sie ihre Empfehlungen mit einem Neonmarker anstrich – ich bin immer wieder von diesem zuvorkommenden Service begeistert. Am Rande sei noch angemerkt daß es am Haupthaus sogar Bedienstete gab, die einem die Tür vor der Nase öffneten – finde ich zwar schon wieder etwas zu dekadent, aber man lässt es sich dann doch gefallen.

Hess Collection
Die erste Winery die wir besuchten war die Hess Collection [Position] – wobei sich der Teil Collection wohl eher auf die umfangreiche Sammlung von moderner Kunst als auf die Weinkelterei selbst bezieht.

Hess Collection Eingangsbereich Hess Collection

Außer einem Keller mit Weinfässern,

Hess Collection - Weinkeller Hess Collection - Schild im Weinkeller

der Kunstsammlung sowie einem Raum für die Weinprobe samt angeschlossenen Shop gab es dort dann auch nicht viel mehr, was uns etwas enttäuschte. Die Kunstausstellung hatte zwar etwas, vor allem das unten links gezeigte Stück “Hommage” des Argentiniers Leopoldo Maier, aber ich bin halt kein so großer Kunstfreund. 😉 Nachdem wir uns die Sammlung angesehen hatten und kurz, ohne etwas zu kaufen durch den Shop geschlendert waren waren, fuhren wir auch schon weiter.

Headless

Sterling Vineyards
Die zweite Adresse die wir anfuhren lag weit im Norden des Napa Valley, etwas nördlich des Städtchen Calistoga: Die Sterling Vineyards [Position]. Dies war eine Empfehlung der Concierge-Dame vom Silverado gewesen und bereits der erste Eindruck enttäuschte nicht: Von einem großen, gut gepflegten Parkplatz aus ging eine Seilbahn hinauf zur eigentlichen Weinkelterei.

Sterling - Parking / Cable Car Station Sterling - Cable Car Station

Für 15 US-$ (am Wochenende kostet der Spaß 20 $) konnte man diese Seilbahn benutzen und würde oben eine sogenannte “Self guided Tour” machen können. Diesen Spaß gönnten wir uns natürlich.

Sterling - Cable cars Sterling - Cabins

Die Fahrt war zwar etwas wackelig und die Kabinen ziemlich winzig, aber schon aus der Seilbahn heraus boten sich einige sehr schöne Blicke über den oberen Bereich das Napa Valley.

Sterling - View to Top station Sterling - View back

Oben angekommen führte ein kleiner Weg von der oberen Seilbahnstation bis zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man die bereits erwähnte selbstgeführte Tour beginnen konnte.

Sterling - Sign Sterling - Way to 1st Viewpoint
Sterling - View Sterling - Bell Tower

Erster Punkt dieser Tour bot einen Einblick in einen Raum mit Fermentierungsfässern, des weiteren konnte man auf dem Hof die Anlagen zur Zerkleinerung und für das pressen der Trauben betrachten. Hinweistafeln sowie ein in einer Schleife laufendes Video erläuterten die Vorgänge.

Sterling - Fermentation tanks Sterling - Press
Sterling - Crushing Sterling - How to make wine

Folgte man den Schildern nun weiter gelangte man in den Aging-Bereich in dem der Wein in Fässern verschiedener Größe heranreifte.

Sterling - Aging Barrels Sterling - Aging Barrels

Von dort aus führte ein langer gerader Gang an weiteren Kellern mit Fässern vorbei zur Aussichtsplattform an der vorderen Spitze der Anlage, von wo sich wieder wundervolle Blicke über das mit Weinreben bepflanzte Tal boten.

Sterling - Way to View platform
Sterling - Napa Valley View Sterling - Napa Valley Mountains
Sterling - View to small vinery Sterling - Bell Tower / Close View

Von dort aus gab es dann jedoch nur noch die Möglichkeit den bereits gekommenen Weg wieder zurück zu gehen und konnte von dort aus dann in den Bereich für Weinprobe und Shopping gelangen. Eine ältere Dame begrüßte uns mit der hier üblichen, aus meiner Sicht schon fast übertrieben wirkenden Freundlichkeit, bot uns nach der Überprüfung unserer IDs (Als IDs bezeichnet man hier die Ausweise – denn lt Gesetz darf ja erst ab 21 Jahren Alkohol konsumiert werden) kleine Gläser mit Weißwein an. Alle bis auf den Fahrer probierten dann auf einer sonnig beschienen Terasse kleine Mengen von verschiedenen Rot- und Weißweinen, bevor wir uns dann durch den Shopping-Bereich wieder auf den Rückweg zur Seilbahn machten.

Sterling - Ropeway station and valley view Sterling - Top ropeway station

Unten mußten wir dann erst mal ein paar Minuten die Klimaanlage im Auto laufen lassen, damit es dort drin einigermaßen erträglich war. Die Sonne hatte es in der etwas mehr als eineinhalb Stunden dauernden Tour in einen wahren Backofen verwandelt. 😉
Als kleines Fazit kann ich die Sterling Vinery nur empfehlen – nicht nur die Anfahrt mit der Seilbahn ist ein Erlebnis, auch die Weine sind sehr lecker und selbst wenn man keinen Wein dort trinkt lohnt sich der Ausblick von dort oben ins Tal hinein. Als einzigen Negativpunkt sollte die Self-Guided Tour erwähnt werden, sie ist zwar informativ, aber eine von einem Angestellten geführte Tour ist einfach besser – was ich später noch einmal an einem Beispiel aufzeigen werde.

Old Bale Mill
Nun ging es wieder ein Stück in Richtung Süden zur Old Bale Mill [Position] – einem als Historic Landmark und California State Park bezeichnetem Punkt. Über eine schmale Straße erreichten wir einen Parkplatz, von dem aus ein kleiner Weg zur eigentlichen Mühle führte. Leider hatte die Schilder am Parkplatz zwar verkündet daß das ganze 2 Dollar Eintritt kosten würde, aber nicht gesagt daß die Mühle nur am Wochenende geöffnet ist. Daher mußten wir uns mit ein paar Fotos von außen begnügen und dann weiterziehen.

Bale Mill - Stone with sign Bale Mill - Distant View
Bale Mill Bale Mill - Mill Wheel
Bale Mill - Wheel Bale Mill

Peju
Die Peju Winery [Position] die wir auf Empfehlung eines Kollegen hin besuchten. Ein hübsches kleines Gebäude ähnlich eines Sommerschlößchens. Der Wein dort ist extrem lecker – was wir beim Business Dinner des vorherigen Abends testen konnten, denn besagter Kollege hatte zuvor dort eingekauft. Leider gabs auch hier nur Weinprobe und Shop, keinerlei Führung oder ähnliches – also kauften wir etwas dieses Weines und fuhren weiter.

Peju - Art@Parking lot Peju - Tower
Peju - Fountain Peju - Barrels

Der letzten Station des Napa Valley Trips ist ein eigener Artikel gewidmet – dieser folgt in Teil 2.

Zurück aus Napa [19.04.2006]

Thursday, April 20th, 2006

Gerade vom zweiten Napa Valley Trip zurückgekehrt wo wir bei (nach dem Regen der letzten Wochen) sehr schönen Wetter eine kleine Rundreise getätigt haben.
Berichte folgen, also: Stay tuned….

Irrfahrt, Napa und Sonoma [09.04.2006]

Monday, April 10th, 2006

Was ein Tag!! Das Wetter war und mehr oder minder gnädig und so sind mein gestern eingetroffener Kollege und ich bereits heute früh zu einer kleinen Tour aufgebrochen – zuerst war Twin Peaks, ein beliebter Aussichtpunkt am Stadtrand von San Francisco im Gespräch, doch wir entschieden uns anders. Doch wie immer: eins nach dem anderen.

Irrfrahrt
Zur Einleitung muß ich erwähnen, daß mein Kollege über einen kleinen Handheld mit Navigigationsoftware und GPS Modul verfügt, den er zum fahren hier verwendet. Mit Hilfe dieses Gerätes wollten wir nachdem wir am frühen Morgen noch einige andere kleine Dinge erledigt hatten in Richtung Golden Gate Bridge. An der Stelle muß ich kurz erwähnen daß wir am Embacadero Drive riesige Gruppen von Menschen sehen konnten, die aus einem gerade im Hafen direkt an einem der Piers angelegten Kreuzfahrtschiff monumentaler Größe entstiegen. Aber zurück zur Geschichte: Kurioserweise schlug dieses Gerät während wir nach Westen fuhren immer wieder vor umzukehren und, technikgläubig wie wir nun mal sind folgten wir trotz deutlichem Zweifel den Anweisungen des Gerätes, bis wir dann wieder vor dem Appartment standen und feststellen mußten daß wir wohl den falschen Zielpunkt gelöscht hatten und dieses uns zum voherigen letzten Zielpunkt meines Kollegen, nämlich der Wohnung, gelotste hatte. Scheiß Technik sag ich da nur. *fg* Wir nahmen es mit Humor…
Anschließend fuhren wir wieder los und das Gerät führte uns auf die Bay Bridge, auf die wir aber gar nicht wollten. Man muß dazu aber wissen daß wir unser Ziel, Napa Valley, auch über Oakland auf der anderen Seite der Bay Bridge hätten erreichen können – also nur eine Ungenauigkeit beim programmieren. Umkehren auf der Brücke ist aber unmöglich, daher nutzten wir die Gelegenheit und folgten der Straße erst einmal bis Treasure Island, um dort hinunter zum Platz vor der dortigen Basis der US Navy zu fahren. Von dort hatte man eine wunderbare Sicht auf die Skyline von San Francisco und man konnte auch noch einmal dies vorhin erwähnte riesige Schiff das ich vorhin bereits kurz erwähnte in seiner vollen Größe bewundern. Wirklich unglaublich daß ein Koloß dieser Größe so weit an eines der Piers heranfahren kann. Das Hafenbecken muß extrem tief sein.

Kreuzfahrtschiff Bay Bridge
Skyline Bay Bridge from Treasure Island

Nach diesem kleinen Abstecher gings erstmal zurück nach San Francisco. Das neu programmierte Navigationsgerät führte uns nun über die Lombard Street zur Golden Gate Brücke, wo wir an der bereits von mir zu Fuß besuchten unteren Aussichtsplattform einen kurzen Stop machten. Denn auch mein Kollege wollte dort ein paar Fotos zur Erinnerung machen. Leider war das Wetter nicht so gut wie bei meinem letzten Besuch, aber zumindest regnete es die meiste Zeit unseres Aufenthalts dort nicht. Erst als wir uns zurück zum Auto begaben fing es leicht an zu nieseln.

Napa Valley
Unsere weitere Strecke führte uns über den Highway 1 und 101 an Sausalito und San Rafael vorbei bis hinauf in das Napa Tal. Vom landschaftlichen Aufbau her ähnelt dieses stark den Mittelgebirgen in Deutschland – flache Täler zwischen bewaldeten Hügeln – jedoch hören da dann auch schon die Ähnlichkeiten wieder auf. Der Wald ist hauptsächlich Laubwald und die landwirtschaftlich genutzten Flächen im Tal sind fast ausschließlich mit Weintrauben bepflanzt.

Wine and small Farm Wine
House in Napa Wine Country

Weinfarmen von verschiedenster Größe beherrschen die Landschaft außerhalb der Orte – einige recht klein mit nur mit einem der hier üblichen Holzhäuser – andere riesig und mit Herrenhäusern bebaut. Der Fantasie der Eigentümer solcher Herren- oder Gutshäuser scheinen keine Grenzen gesetzt – man sieht kleine Schlösser, große Haciendas oder moderne Bauten in allen möglichen Ausführungen. Leider sind die Fotos, die ich versucht habe von diesem Bauten aus dem fahrenden Auto zu machen allesamt nichts geworden – ich reiche sie ggf. wenn ich noch einmal hinkomme nach.
Schließlich gelangten wir nach Napa [Karte] – dem größten Ort dieses Tales und machten dort erst einmal einen Stop um uns die Stadt etwas anzusehen und einige Kleinigkeit zu uns zu nehmen. Napa ist wohl eine der typischen Kleinstädte des Westens der USA. Die meisten Häuser sind niedrig mit maximal 2, in Ausnahmefällen drei Stockwercke, die Straßen sind breit und verlaufen ähnlich wie in San Francisco auf in den meisten Bereichen gradlinig und im 90 Grad Winkel zu ihren Parallelstraßen, wodurch die bebauten Flächen in große Rechtecke, die sogenannten Blocks, aufgeteilt werden.

First Squeeze - Napa Napa County Sign
Coombs Plaza Napa House
Napa Post Office Napa House
Napa Church Napa

Im Stadtkern sieht man noch recht viele Häuser in Stein- oder Betonbauweise, je weiter man jedoch in die äußeren Bereiche vordringt desto mehr findet man die sonst üblichen Einfamilien-Häuser aus Holz, meist einstöckig, manchmal mit ausgebauten Dachgeschoß. Das milde Klima in Kalifornien begünstigt diese Bauweise natürlich, außerdem ist die Errichtung eines solchen Hauses mit Sicherheit günstiger als eine in Backstein.

Napa Housing Napa Housing

Unseren Brunch nahmen wir dann in einem von Mexikanern betriebenen Imbiss mit Namen “First Squeeze“. Hier entschied ich mich für einen Breakfast Burrito – der sich als Ruhrei und Speck gefüllter Pendant mit einer dunklen, warmen Sauce aus Bohnen und Sour Cream. Sehr lecker muß ich sagen. Anschließend drehten wir noch ein Runde in Napa, wo allerdings relativ wenige Leute auf der Straße waren, kehrten zum Auto zurück und fuhren weiter.
Unser nächstes Ziel war Yountville [Karte] etwas nördlich von Napa, wo wir an einer Shopping Mall innerhalb einer umgebauten Fabrik in Steinbauweise hielten. Yountville möchte ich noch erwähnen trägt den Untertitel “Veterans Home” – wohl ein beliebter Wohnort für Kriegsveteranen oder ähnliches – dies aber nur so mal am Rande erwähnt. Die kleinen Läden innerhalb dieser Fabrik handelten zum größten Teil mit lokalen Handwerkswaren, Kunst und Touristenartikeln, und das auf zwei Stockwerke ausgedehnt.

Napa Mall - Outside Yountville Mall
Hansel&Gretel Tow away

Bereits während wir vom Auto zu dieser Fabrik gingen fing es leicht an zu Regnen und entwickelte sich schnell zu einem dieser Platzregen wie ich bereits mehrere hier erlebt hatte. Trotz Regenschirm wurde wir natürlich leicht naß, aber das entmutigte uns nicht und wir fuhren weiter.

Heavy Rain

Napa Valley Wine Train
Eine sehr hübsche Attraktion des Napa Valley die ich noch kurz erwähnen möchte ist der Napa Valley Wine Train, der durch das gesamte Tal fährt, seinen Gästen Wein und Weinproben von den verschiedenen Gütern das Tales anbietet und dabei das Tal etwas näher bringt. Das erste mal gesehen hatten wir ihn bereits als wir Napa verließen, später noch einmal in Yountville und als mein Kollege kurz anhielt um seinen Navi für die Weiterfahrt umzuprogrammieren überholte er uns ein weiteres mal – was ich diesmal als Film aufzeichnete und den Lesern natürlich nicht vorenthalten möchte.

Überfahrt und Sonoma
Nach dieser Begegnung machten wir uns auf den Weg nach Sonoma, einem weiteren Tal dieser Gegend das ebenfalls für seine Weine berühmt ist. Dazu bogen wir von der Hauptstraße ab und folgten einer sich windenden Straße in die das beide Täler trennende Gebirge.

View to Sonoma Street to Sonoma

Hier sahen wir das erste Mal auch die von einem moosartigen Geflecht bedeckten Bäume, wohl ein Parasit oder etwas ähnliches, der viele der hier wachsenden Laubbäume befallen hat. Der Anblick der sich uns bot wirkte auf jeden Fall sehr urtümlich.

moss covered tree - between Napa & Sonoma moss tree

Außerdem stellten wir fest das hier oben, mitten in den schwer zugänglichen Bergen überall kleine und größere Häuser standen, meist nur an der Einfahrt, einem Briefkasten und einem Schild “No Trespassing” zu erkennen. Einige die wir sehen konnten wirkten recht ansehnlich und schienen auch bewohnt. Die Autos davor wiesen zumindest darauf hin.
Schließlich nach langer Fahrt über diese schmale Straße erreichten wir Sonoma und wandten uns gleich in Richtung des gleichnamigen Hauptortes [Karte] dieses Tales.
Nachdem wir uns in Sonoma einen Parkplatz gesucht hatten, machten wir uns daran die Stadt zu erkunden. Im Zentrum befindet sich ein Park mit dem Rathaus darin, der von einer mehrspurigen, aber eher schwach befahrenen Straße umgeben wird. Neben Geschäften und kleinen, offenen Passagen befinden sich auch mehrere interessante, teilweise historische Gebäude dort, die ich im folgenden einzeln kurz erläutere.

Sonoma Segway Sonoma City Hall
Sonoma passage with shops Place des Pyrenees - Sonoma
Sonoma Park - Cherry blossom Sonoma Visitor Office

Das erste was uns besonders ins Auge fiel war das lokale Kino Sebastiani Theater, in dem gerade am Tag unseres Besuches ein Film-Festival stattfand. Aus diesem Grund befanden sich auch erheblich mehr Leute auf den Straßen von Sonoma als wir es in Napa erlebt hatten. Außerdem hatten wir auch gerade einen wirklichen sonnigen Abschnitt des sonst sehr durchwachsenen Wetters erwischt.

Sebastiani Theater - Sonoma Sebastiani Theatre - Sonoma

Weiter hinten findet sich schließlich die Mission San Francisco Solano – ein altes Kloster und Missionarsstation.

Mission

Folgt man der Straße nun weiter um den Park herum gelangt man zu den Sonoma Barracks – dem Schild nach ist dies der Ort an dem 1846 die Kalifornische Gegenrepublik zur spanisch dominierten und von Mexiko unabhängigen Oberkalifornischen Republik gegründet wurde. Die hier in Sonoma von rebellierenden us-amerikanischen Siedlern gegründete Republik unterwarf ihren spanischen Gegenspieler mit Hilfe von hinzugezogenen US-Truppen und schloß sich schließlich den Vereinigten Staaten an.

Sonoma Barracks - Sign Sonoma Barracks - Cooking
Sonoma Barracks Inside Sonoma Barracks
Sonoma Barracks Sign II

Gleich neben den Barracks findet man den Sonoma Historic State Park – der eigentlich nur aus einem restaurierten Haus und dazugehörenden Dienerquartieren besteht. Aber nett anzusehen.

Sonoma State Historic Park
Sonoma State Historic Park - House Servant Quarters - Sonoma State Historic Park

Nun folgen nur noch das Swiss Hotel und einige Geschäftshäuser, nicht weiter erwähnenswertes mehr.

Swiss Hotel - Sonoma Swiss Hotel - Sonoma

Wir holten uns nun am besagtem Filmtheater bzw. am dort aufgebauten Starbucks-Stand einen Kaffee, tranken diese in Ruhe und machten uns dann wieder auf den Weg.

Sausalito und die Hausboote
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher nach Sausalito, wo wir bereits vom Highway aus einige riesige Menge von ansehnlichen Hausbooten gesehen hatten. Beim durchqueren der Stadt entdeckten wir dann aber eine weitere Ansammlung von kleineren dieser Hausboote, teilweise wohl von Alt-Hippies bewohnt, die wir uns gleich mal näher ansahen. Vom kleinen Boot in größe einer Datscha in einer Kleingartenanlage bis hin zu wahren Villen war hier alles dabei. Die Anlage heißt Richardson Bay Marina – kann ich jedem nur empfehlen mal vorbeizuschauen wenn er hier ist.

Sausalito Houseboats Sausalito Houseboats
Sausalito Houseboats Sausalito Houseboats
Sausalito Houseboats Sausalito Houseboats
(BTW: den Hausbooten habe ich mit 20 ausgewählten Fotos ein eigenes Set bei flickr gewidmet)

Nun machten wir uns auf den Rückweg nach San Francisco. Während wir auf der Hinfahrt einfach durchfahren konnten, mußten wir an der Mautstation an der Golden Gate Brücke auf der Rückfahrt 5 Dollar entrichten.

Anfahrt auf die Golden Gate Bridge Maustation Golden Gate Bridge

Den Tag schlossen wir schließlich mit einem guten Abendessen und einem nach “German Reinheitsgebot” gebrauten Bier in einem Restaurant an der Ecke Harrison Street / Embacadero mit Namen Gordon Biersch ab.