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Voltivkapelle Berg & Kloster Andechs

Wednesday, August 15th, 2012

Heute an Mariä Himmelfahrt ist hier in Bayern ein Feiertag und somit Arbeitsfrei. Da wollte ich natürlich nicht zu Hause versauern, vor allem da das Wetter mit 25 bis 28 Grad und Sonnenschein auch angenehm warm werden sollte. Also entschloss ich mich spontan und ungeplant dem Starnberg mal einen Besuch abzustatten – wenn ich mich auch leider erst kurz vor Mittag zum Aufbruch durchringen konnte, was sich als Fehler erweisen sollte – dazu aber später mehr.
Mit dem Auto aus München herauszukommen erwies sich auf jeden Fall schon mal als gar nicht so einfache Aufgabe, denn die Heckenstallerstraße in Sendling, der Zubringer zur A95 in Richtung Starnberg, ist aktuell Baustelle und das Verkehrsaufkommen war enorm. Doch nachdem ich endlich die Autobahn erreicht hatte, ging alles recht fix. Am Autobahnkreuz Starnberg wechselte ich auf die A952 und kam so schließlich in Berg am Starnberger See an, meinem ersten Ziel für heute. Glücklicherweise fand ich hier sogar einen gebührenfreien Parkplatz in der Nähe des Sees auf dem ich noch einen Platz für mein Auto fand.

Berg (Starnberg) – Votivkapelle & Todesstelle Ludwig II.

Parkplatz Berg

So konnte ich mich endlich auf den Weg machen. Über eine Art Trampelpfad erreichte ich schließlich die Straße nahe des Seeufers, wo das Hotel Schloss Berg – natürlich mit geöffnetem Biergarten – zu finden war. Hier befand sich außerdem eine Anlegestelle die Schiffe der Fährlinie, die über den Starnberger See führt.

Hotel Schloss Berg - Berg (Starnberger See)
Am Hotel Schloss Berg

Über die Seestraße ging ich, durch eine Häuserreihe getrennt, ein Stück am Seeufer entlang und bog dann in die Wittelsbacher Straße ab, die nun begann leicht anzusteigen. Vorbei an einigen hübschen, traditionell anmutenden Häuschen und Höfen

Berg (Starnberger See)
Hof in Berg (Starnberger See)

Auf dem Weg in Richtung Votivkapelle
Wittelsbacher Straße – Berg (Starnberger See)

stieg ich die Anhöhe hinauf und bog dann, der Beschilderung folgend, auf einen Feldweg ab. Dabei kam ich zwar am Schloss Berg vorbei, wo der bayrische Märchenkönig Ludwig II. seine letzten Tage verbracht – doch ich fand keinen Zugang um mir dies näher anzusehen, daher zog ich weiter. Der Weg führte mich in ein kleines Waldstück, dessen Bäume glücklicherweise etwas Schatten spendeten – denn die Sonne brannte um die Mittagszeit wirklich kräftig.

Schatten
Schattiger Waldweg in Richtung Votivkapelle Berg

Normalerweise führte nach Ende eines Zaunes der “offizielle” Weg geradeaus weiter, doch ich entschied mich ein Stück in Richtung See hinabzusteigen. Dabei folgte ich einem Päärchen, das (unverständlicherweise) in Badeschlappen über den steinigen Waldweg wanderte und scheinbar das selbe Ziel wie ich hatte.

Abwärts
Abwärts in Richtung Seeufer

So kam ich über Trampelpfade schließlich bis hinunter ans Seeufer, wo ich natürlich gleich mal die Gelegenheit nutzte ein paar Aufnahmen vom Starnberger See zu machen.

Starnberger See
Starnberger See Starnberger See
Starnberger See
Am Starnberger See

Über Trampelpfade, die ganz offensichtlich keine offiziellen Wege waren – dabei weiterhin den Badeschlappen-Pärchen folgend – bewegte ich mich nun weiter am See entlang

Am See
Trampelpfade

Und schließlich erreichte ich das Ziel meiner Wanderung: Die Stelle an welcher der bayrische König Ludwig II., auch als Märchenkönig bekannt, gemeinsam mit seinem Hausarzt Doktor Gudden am 13. Juni 1886, einem Pfingstsonntag, ertrunken aufgefunden worden war. Die Stelle ziert heute ein einfaches Holzkreuz auf einem Steinsockel ein am Ufer des Starnberger Sees.

Todesstelle Ludwig II.

Direkt oberhalb am Seeufer findet sich die Votivkapelle Berg, eine Gedenkkapelle die Prinzregent Luitpold 10 Jahre nach Ableben des Königs 1896 hier begann errichten zu lassen und die schließlich 1900 eingeweiht wurde.

Voltivkapelle Berg - Starnberg
Votivkapelle – Berg (Starnberg) oberhalb der Todesstelle Ludwig II.

Auf halber Höhe findet sich eine Totenleuchte, die sehr viel Älter ist als die Kapelle. Die Mutter Ludwig II., Königin Marie, ließ sie hier noch im Jahr des Todes ihres geliebten Sohnes errichten und zehn Jahre war stand sie einsam hier im Wald am östlichen Ufer des Starnberger Sees bis schließlich die Kapelle errichtet wurde. Votivkapelle ist dabei kein Eigenname – (Votiv von lat. votum = gelobtes Opfer, Gelübde) – sondern bezeichnet eine Kirche oder Kapelle, die als Zeichen des Dankes für die Rettung aus einer Notlage oder mit der Bitte um Erfüllung eines bestimmten Wunsches erbaut wurden. In der Votivkapelle zu Berg findet jährlich am Todestag ein Gottesdienst mit Monarchiefreunden und Königstreuen, die immer noch eine Rückkehr des Königtums in Bayern erhoffen – denn mit Ludwig II. ist der letzte echte bayrische König von Bayern hier verstorben. Verschwörungstheorien behaupten ja heute noch immer, dass Ludwig II nicht den Freitod gewählt, sondern man ihn ermordet hat. Das Haus Wittelsbach, das die Wirren der Revolution von 1918 überstanden hat, weigert sich auch bis heute, den Sarg Ludwig des zweiten öffnen und den Leichnam erneut untersuchen zu lassen – was die Gerüchteküche natürlich nicht verstummen lässt.

Totenleuchte Ludwig II. - Berg (Starnberger See)
Totenleuchte

Blick zum Starnberger See
Blick in Richtung Starnberger See

Vom Inneren der Kapelle, die zwar offen, aber gleich hinter der Tür mit einem dicken Eisengitter abgeriegelt ist, konnte ich leider keine Aufnahmen machen. Also setzte ich meine Weg fort. Oberhalb der Kapelle erreichte ich schließlich wieder einen Feldweg, an dem ich noch einige Aufnahmen des neuromanischen Baus tätigte.

Votivkapelle Starnberg

Votivkapelle Starnberg
Votivkapelle Berg

Von hier aus machte ich mich zurück auf den Weg zum Wagen. Ich hatte noch einige vor und mein nächstes Ziel sollte eigentlich Starnberg etwas nordwestlich sein. Doch in Starnberg einen Parkplatz zu finden erwies sich als schwierig bis unmöglich – zwar gibt es ein Verkehrsleitsystem und mehrere Parkhäuser, doch alles wo ich vorbei kam war belegt und wo nicht bereits Autos standen war deutlich als absolutes Halteverbot ausgezeichnet. Also überlegte ich, zur Roseninsel, die einzige Insel des Starnberger Sees, weiter zu fahren – doch auch hier hatte ich mich geschnitten, denn nicht nur die freien als auch die Gebührenpflichtigen Parkplätze waren hier komplett überfüllt, auch auf den Wiesen, auf den Grünstreifen und in den Wäldern standen überall Autos, so dass ich keine Möglichkeit sah meinen Wagen irgendwo abzustellen. Ich denke dass ich Starnberg und die Roseninsel entweder außerhalb der Hauptsaison besuchen werde oder dass ich das nächste Mal mit Tagesticket für die S-Bahn hier runter fahre – die Linie S6 hält sowohl in Starnberg als auch in der Ortschaft Feldafing westlich der Roseninsel und fährt sogar bis Tutzing. Und vom S-Bahnhof bis zur Anlegestelle der Fähre zur Roseninsel sind es gerade mal 30 Minuten Fußweg.
Also entschloss ich mich, dem Starnberger See den Rücken zu kehren und mich dem Kloster Andechs am nahen Ammersee zuzuwenden – einem weiteren Ziel das ganz weit oben auf meiner Besuchsliste stand.

Kloster Andechs

Von Feldafing bis nach Andechs waren es etwas mehr als 11 Kilometer, die ich dank Navi schnell über einige schmale Landstraßen überwand und schließlich unterhalb des Klosterbergs ankam, auf dem das Kloster Andechs zu finden ist. Zwar war auch ein riesiger Andrang, aber auf dem Parkplatz gab es noch genügend freie Plätze so dass ich meinen Wagen hier sicher abstellen konnte.

Parkplatz - Kloster Andechs
Parkplatz – Kloster Andechs

Kloster Andechs - Gesamtansicht
Blick Richtung Kloster Andechs

Das heutige Kloster Andechs liegt an der Stelle, an der sich früher die Burg der Grafen von Andechs, deren direkte Linie aber bereits 1248 ausgestorben ist. Das heutige Kloster hatte seine Anfänge im Jahr 1270, als der Wittelsbacher Herzog Ludwig der Strenge den Wiederaufbau der Kirche der Burg befahl, nachdem diese 1208 zerstört worden war nachdem die Grafen von Andechs in Verdacht geraten waren, an der Ermordung Philip II. von Schwaben beteiligt gewesen zu sein, was sich jedoch später als falsch herausstellte. Im Jahr 1388 entdeckte man schließlich unter dem Altar versteckte Reliquien, die der legendäre Ahnherr derer zu Andechs, Grad Rasso von Andechs, im 10ten Jahrhundert aus dem heiligen Land mitgebracht haben soll. Dazu gehörten ein Zweig aus der Dornenkrone Jesu, ein Teil des “Spottzepters Christi”, ein Stück vom Kreuz sowie ein Stück von dessen Schweißtuch. Außerdem sind natürlich die Heiligen drei Hostien zu erwähnen, drei in Bergkristall eingelegten Hostien die auf Papst Leo IX. und Papst Gregor den Großen zurück gehen und als drei blutende Insignien einen Fingerglied, ein Kreuz und die Initialen IHS (das Christusmonogramm). Des weiteren gibt es noch einige weitere Reliquien die hier aufbewahrt werden oder wurden – die kurioseste darunter war wohl die Heilige Vorhaut Jesu, die angeblich im Mittelalter hier zu finden war. Um die Wallfahrt zu diesem heiligen Ort aufrecht zu erhalten, entschlossen sich die Wittelsbacher um 1391 oder 1392 das Kloster zu errichten, das 1392 auch das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Die alten Bauwerke wurden nach einem Blitzschlag im Jahre 1669 zerstört, aber bis 1675 wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammt auch der heutige Kirchturm.
Damit aber erst mal genug der Geschichte – ich machte mich also auf den Weg hoch zum Kloster Andechs zu steigen, gemeinsam mit einem nicht abreißenden wollenden Stroms von Touristen aus aller Welt.

Am Fuß des Klosterbergs
Am Fuß des Klosterberges

Bald schon passierte ich den historische Klostergasthof, der 1425 das erste mal urkundlich erwähnt wurde und vor allem dazu diente, die Wallfahrer zu den Reliquien zu beherbergen und zu bewirten. Heute wird er natürlich vor allem von den Touristen frequentiert und bietet neben dem eigentlichen Gasthof auch noch einen Wirtsgarten direkt am Gebäude sowie quer gegenüber einen zusätzlichen Biergarten.

Klostergasthof Andechs
Klostergasthof Andechs

Biergarten & Wirtsgarten
Biergarten (links) und Wirtsgarten (hinten rechts)

Wenig später konnte ich dann auch den aus dem Jahr 1675 stammenden Kirchturm in seiner für die Region typischen Zwiebelbauweise im Ganzen sehen.

Kloster Andechs

Kloster Andechs
Kirchturm und Wallfahrtskirche zu Andechs

Direkt gegenüber des Eingangs zur Wallfahrtkirche sag ich ein weiteres Gebäude, das zwar historisch anmutete, dem ich aber vorerst keinerlei Bedeutung zuordnen konnte. Eine kurze Recherche lassen aber vermuten, dass es sich um das frühere Gärhaus mit Fassremise, also ein Wirtschaftsgebäude, handelt.

Kloster Andechs
Ehem. Wirtschaftsgebäude – Kloster Andechs

Ich wandte mich nun dem Inneren der eigentlichen Wallfahrtskirche zu und die Pracht erwies sich wirklich als überwältigend.

Altarraum - Kloster Andechs
Altarraum – Klosterkirche Andechs

Heiliegnbildnis - Kloster Andechs
Heiligenbildnis – Kloster Andechs – Altarraum

Die heutige Ausstattung des Altarraums im Rokoko-Stil stammt dabei aus dem Jahr 1755, in dem damalige Abt Bernhard Schütz anlässliche des 300jährigen Jubiläums des Klosters den Maler und Stukateur Johann Baptist Zimmermann damit beauftragte das Interior neu zu gestalten. Von diesem stammen übrigens auch viele andere Innenausstattungen von Sakralbauten, so die Altarräume im Kloster Ettal (ich berichtete) und von St. Michael in Berg am Laim, einem Stadtteil in München.
Die Orgel, die sich wie üblich auf einer Empore gegenüber des Altars befindet, stammt übrigens vom 550-jährigen Jubiläum des Klosters aus dem Jahr 2005.

Empore Orgel - Kloster Andechs
Orgel & Empore – Kloster Andechs

Nachdem ich mich einige Zeit im Altarraum umgesehen hatte, wandte ich mich in eine Seitenkapelle, die unter dem Namen Schmerzhafte Kapelle bekannt ist wie sich bei meiner späteren Recherche herausstellte.

Seitenkapelle Schmerzhafte Kapelle
“Schmerzhafte Kapelle” – Klosterkirche Andechs

In ihr hat, was ungewöhnlich für jemanden der weder adelig noch geistlich war, der berühmte Komponist Carl Orff (1895 bis 1982) – bekannt vor allem für sein Stück Carmina Burana – seine letzte Ruhe gefunden.

Grabstätte Carl Orff
Grabstätte Carl Orff

Auf die Empore kam ich leider nicht, es gab zwar eine Treppe die nach oben führte, von ihre aus konnte man aber nur den aktuell leider nicht begehbaren Turm besteigen und einen abgesperrten Andachtsraum bewundern.
Nachdem ich mich noch ein letztes Mal im Altarraum umgesehen hatte

Altarraum Andechs
Altarraum – Klosterkiche Andechs

wandte ich mich durch eine andere Tür nach draußen und erreichte wenig später einen mit einem Glasdach versehenen Innenhof.

Innenhof Andechs
Innenhof – Kloster Andechs

Aber außer einem Modell der Klosteranlage, die gerade durch eine amerikanische Familie belagert wurde, gab es hier nichts weiter zu sehen. Die Treppen führen wohl in die Räumlichkeiten der Benedektiner Mönche, die hier immer noch tätig sein. Also machte ich mich wieder auf den Weg und kam so durch einen kurzen Torgang in den vorderen, nach oben offenen Klosterhof.

Klosterhof Andechs
Klosterhof – Kloster Andechs

Kurz darauf trat ich wieder auf die Straße, über die ich gekommen war und wandte mich an dem Betriebsgebäude vorbei, wo ich einen kleinen Hof mit einem weiteren Kruzifix erreichte.

Kruzifix

Von hier aus hatte man sowohl einen sehr schönen Blick über die Ortschaft Andechs

Blick über Andechs
Blick über Andechs

als auch zurück zur Wallfahrtskirche mit ihrem alles überragenden Kirchturm.

Kloster Andechs
Wallfahrtskirche Andechs – Kirchturm

Nachdem ich dann einen kurzen Blick in den Klosterladen geworfen hatte, wo es kleinen Kruzifixen, Andechser Bier und christlichen Kinderbücher und allerlei Nippes und Andenken gab,

Klosterladen
Klosterladen – Kloster Andechs

machte ich mich wieder an den Abstieg, bei dem ich das Braustüberl, also die Klosterschänke passierte.

An der Klosterschänke
Braustüberl – Kloster Andechs

Unerhalb des vorhin erwähnten Biergartens wandte ich mich nach links und erreichte bald eine Platz mit dem für Bayern typischen Maibaum. Auf dem Platz selbst zeigten einige Handwerker und Künstler ihr Geschick, aus Holzstämmen Figuren zu fertigen.

Maibaum
Maibaum – Kloster Andechs

Am Fuß des Weges den ich kam konnte ich ein Beispiel dieser Kunst bewundern – einen Mönch mit einer Glocke in der Hand. Ich vermute mal der kleine Oberlippenbart war keine Absicht des ursprünglichen Künstlers, sondern wurde von einem der Besucher nachträglich aufgebracht – Ähnlichkeiten mit negativ behafteten Figuren der deutschen Geschichte sind also rein zufällig. 😉

Monk with moustache...
Mönchsfigur

Leider entdeckte ich erst als ich den Parkplatz schon verlassen hatte, dass direkt am Rande dieses Parkplatzes auch ein kleiner Kräutergarten der Mönche zu besichtigen ist. Da ich nicht noch einmal umdrehen wollte, beließ ich es dabei mir diesen für den nächsten Besuch hier vorzumerken.
Von Andechs aus fuhr ich noch ein Stück in Richtung Herrsching, entschloss mich dann aber den Schildern in Richtung der Autobahn zurück nach München zu folgen. Ich hätte gerne mehr gesehen, aber mein später Aufbruch und die zeitraubende und teilweise erfolglose Parkplatzsuche haben leider zu viel Zeit in Anspruch genommen. Das nächste Mal – sollte ich noch mal in der Hauptsaison hierhin fahren – werde ich, wie schon erwähnt, entweder mit der S-Bahn hier runter fahren oder aber sehr früh aufbrechen – so habe ich zumindest noch Chancen an den neuralgischen Punkten einen Parkplatz zu finden. Hier unten an den Seen im südwesten Münchens gibt es noch viel zu entdecken – soviel steht fest…

Schwabing & Englischer Garten – Photowalk 07.08.2012

Tuesday, August 7th, 2012

Nach eine weiteren Wochenende an dem ich anderes zu tun hatte als weitere Photowalks durchzuführen entschied ich mich am heutigen Dienstag nun wieder dazu, meine Erkundungen per pedes von München fortzusetzen. Spontan entschied ich mich dabei, mich mal in Richtung Schwabing zu wenden und den Rest auf mich zukommen zu lassen.

Die Strecke


Streckenlänge: ca. 11km
Dauer: ca. 2 1/4 Stunden

Als Startpunkt wählte ich mal wieder den S-Bahnhof Leuchtenbergring, von dem aus ich mich in Richtung Norden wandte und dann der Einsteinstraße folgte. Nachdem ich die Kreuzung an der Grillparzer Straße überquert hatte

Einsteinstraße, Ecke Grillparzer Straße
Einsteinstraße, Ecke Grillparzer Straße

ging es weiter bis ich den Max-Weber-Platz erreichte

Am Max-Weber-Platz
Am Max-Weber-Platz

und schließlich am Maximilianeum (über das ich ja bereits hier berichtet hatte) vorbei. Dennoch nutzte ich die Gelegenheit, mir die Figuren auf dem mittleren Teil des Gebäudes mal genauer anzusehen. Hier handelt es sich um die Siegesgöttin Nike mit Girlanden und Palmzweig, die von zwei Viktorien flankiert wird. Darunter sehen wir ein Mosaik, das die Stiftung des Benediktinerklosters und Ritterhauses Ettal am 28. April 1330 durch Ludwig den Bayern. Das Kloster Ettal hatte ich übrigens hier schon mal besucht und darüber berichtet.

Bavaria auf dem Maximilaneum
Nike & Viktorien auf dem Maximilianeum

Nachdem ich die Maximiliansbrücke überquert hatte

Maximiliansbrücke - Blick in Richtung Praterinsel & St. Lukas
Maximiliansbrücke – Blick in Richtung Praterinsel & St. Lukas

erreichte ich kurz darauf das Maxmonument an der Maximilianstraße über das ich ja in diesem Beitrag schon mal ausführlicher geschrieben hatte. Damals hatte ich aber zwar über die vier Herrschertugenden in stilisierter Form von klassischen Figuren am Sockel der Figur berichtet, sie aber noch nicht dargestellt. Dies möchte ich nun hier kurz nachholen.

Maxmonument - Herrschertugend Stärke Maxmonument - Gerechtigkeit
Herrschertugenden – Links: Stärke – Rechts: Gerechtigkeit

Maxmonument - Herrschertugen Friedensliebe Maxmonument - Herrschertugend Gerechtigkeit
Herrschertugenden – Links: Friedensliebe – Rechts: Gerechtigkeit

Am Maximiliansforum an der Maximilianstraße bog ich schließlich in den Karl-Scharnagl-Ring ab

Maximiliansforum
Am Maximiliansforum

und erreichte so schließlich die Bayrische Staatskanzlei über die ich in meinem meiner ersten großen Rundgänge durch München detaillierter Berichtet hatte.

An der Bayrischen Staatskanzlei
An der Bayrischen Staatskanzlei

Es ging nun weiter in Richtung Englischer Garten, wo ich das Haus der Kunst passierte.

Haus der Kunst - Prinzregentenstraße
Haus der Kunst – Prinzregentenstraße

Wie ich erfuhr wurde dieses Gebäude bereits 1931 als Ersatz für den Glaspalast im Alten Botanischen Garten an eben dieser Stelle errichtet werden sollte. Über den Glaspalast und den daraus stammenden Glaspalastbrunnen hatte ich in diesem Beitag ja schon mal berichtet. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde der Bauplatz jedoch von Hitler persönlich an diese Stelle am südlichen Ende des Englischen Gartens an der Prinzregentenstraße befohlen, ab dem 15. Oktober 1933 in der für damals typischen, klassizistisch angehauchten und mit Naturstein verklinkerter Stahlbetonbauweise errichtet und am 18. Juli 1937 schließlich von eröffnet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude als Offizierskasino genutzt und in seinem Inneren sogar ein Basketballfeld eingerichtet. Ab 1949 wurde das Haus der Kunst dann wieder für Kunstausstellungen genutzt.

Wenig später überquerte ich die Von-der-Tann-Straße und ging über die Königinenstraße ein Stück am Englischen Garten entlang, wobei ich das hier gelegene Amerikanische Generalkonsulat von München passierte.

Am Amerikanischen Generalkonsulat - Königinstraße
Am Amerikanischen Generalkonsulat – Königinstraße

Ich folgte denn der direkt hinter dem Konsulat abbiegenden Schönfeldstraße und kam so schließlich am Bayrischen Hauptstaatsarchiv vorbei, wo zahlreiche Akten, Dokumente, Urkunden und Pläane aus der Zeit des ehemaligen Herzogtums, des Kurfürstentums und des Königreichs sowie des heutigen Freistaates Bayern lagern. Auf dem davor befindlichen Ehrenhof sehen wir dabei auch das Pferdestandbild für die deutsche Kavallerie 1870–1945 des Bildhauers Bernhard Bleeker.

Bayrisches Hauptstaatsarchiv - Schönfeldstraße
Bayrisches Hauptstaatsarchiv – Schönfeldstraße

Kurz darauf erreichte ich die Ludwigstraße und folgte ihr weiter in Richtung Norden, wo ich bald die bayrische Staatsbibliothek erreichte.

Blick in die Ludwigstraße
Blick in die Ludwigstraße an der Bayrischen Staatsbibliothek

Am Eingang der Nationalbibliothek sehen wir eine Figurengruppe, die die Münchner gerne als die Vier Heiligen Dreikönige bezeichnen.

Die vier Heiligen Dreikönige - Bayrische Nationalbibliothek
Die Vier Heiligen Dreikönige vor der Bayrischen Nationalbibliothek

Es handelt sich dabei (von links nach rechts) um Thukydides, den Begründer der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung, den Dichter Homer der die Illias und die Odysee geschrieben hat, den Philosophen Aristoteles und schließlich den antiken Arzt Hippokrates. Diese Statuen stammen übrigens von Ludwig von Schwanthaler (1802 – 1848) dem Bildhauer dem wir unter anderem auch die Bavaria-Statue an der Theresienwiese zu verdanken haben.

Gleich neben der Nationalbibliothek sah ich die dann auch schon die katholische Pfarr- und Universitätskirche St. Ludwig (Ludwigskirche) auftauchen. Das zwischen 1829 und 1844 (mit einer kleinen Unterbrechung um 1832 bis 1835) unter dem bayrischen König Ludwig I. im klassizistisch-romantischen Rundbogenstil nach den Plänen von Friedrich von Gärtner (sh. dazu auch meinen Bericht über den Gärtnerplatz) errichtete Gebäude besitzt in seiner Haupthalle übrigens über das zweitgrößte Altarfresko der Welt, gestaltet von dem deutschen Maler Peter von Cornelius.

St.-Ludwig-Kirche
Ludwigskirche

Über dem Haupttor der Ludwigskirche finden wir außerdem eine ebenfalls von Peter von Cornelius gestaltete und in Kalkstein ausgeführte Figurengruppe, welche die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes mit Christus in ihrer Mitte darstellt.

Evangelisten & Christus über dem Portal der Ludwigskirche
Evangelisten & Christus über dem Portal der Ludwigskirche

Direkt hinter der Ludwigskirche beginnt schließlich die berühmte Ludwig-Maximilians-Universität, die 1472 als erste Universität in Bayern von Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut ursprünglich in Ingolstadt gegründet wurde, zu Beginn des 19ten Jahrhunderts aufgrund der Bedrohung durch die Franzosen unter Napoleon von Kurfürst Maximilian I. Joseph nach Landshut und 1826 schließlich in von König Ludwig I. in die Landeshauptstadt München verlegt. Die heutigen Gebäude, darunter das auch von Friedrich Gärtner entworfene Hauptgebäude, wurden schließlich 1840 fertiggestellt und die Universität zog aus ihrer temporären Unterbringung im Jesuitenkolleg in der Neuhauser Straße endgültig hier her. Die restlichen Gebäude wurden in den Folgejahren errichtete.
Der Platz auf der linken Seite heißt Geschwister-Scholl-Platz, benannt nach den Hans und Sophie Scholl die als Münchner Studenten und Mitglieder der Widerstandsbewegung Weiße Rose, welche Flugblätter mit Aufruf zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf dem Unigelände verteilten, dabei vom Hausmeister entdeckt, an die Gestapo ausgeliefert und schließlich zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden.

Geschwister-Scholl-Platz - Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Platz – Ludwig-Maximilians-Universität München

Der andere Teil dieses Platzes an der Ludwigsstraße ist nach dem Universitätsprofessor Kurt Huber, der gemeinsam mit den Geschwistern Scholl die Texte für die Flugblätter entwickelte und ebenfalls 1943 hingerichtet wurde.

Kurt-Huber-Platz - Ludwig-Maximilians-Universität München
Kurt-Huber-Platz – Ludwig-Maximilians-Universität

Direkt hinter den Gebäuden der Universität liegt schließlich das Siegestor, einen Triumphbogen an de die Ludwigsstraße (der ich bisher gefolgt bin) endet und die Leopoldstraße beginnt. Das im Auftrag des Bayrischen Königs Ludwig I. errichtete und ebenfalls von dem in diesem Text bereits häufiger genannten Friedrich von Gärtner entworfene und dem Konstantinbogen in Rom nachempfundenen Monument, das ebenfalls wie die Feldherrenhalle aus Kelkheimer Sandstein errichtet wurde. Die Inschrift “em Sieg geweiht, vom Krieg zerstört, zum Frieden mahnend.” auf der Rückseite wurde erst nach dem zweiten Weltkrieg nach einem Enwurf des Schriftsteller, Kunstkritiker und Kulturhistoriker, Publizisten und Diplomaten Wilhelm Hausenstein angebracht.

Siegestor Schwabing
Siegestor – Rückseite

Siegestor Schwabing
Siegestor – Vorderseite

Auf der Spitze des Siegestores thront schließlich eine Quadriga, also ein Vierergespann, welches die Bavaria gezogen von vier Löwen darstellt. Ursprünglich blickte sie in Richtung der zur Zeit der Errichtung hier gelegenen, offenen Felder, dem siegreichen bayrischen Heere entgegen – daher auch die hiesige Inschrift “Dem Bayrischen Heere“.

Dem Bayrischen Heere - Siegestor
Quadriga – Siegestor

Ich folgte nun weiter der Allee der Leopoldstraße, die auch hier schon von zahlreichen Restaurants, Bars und Café gesäumt wird – ich war nun endgültig in Schwabing angekommen. Bald schon passierte ich die 17 Meter hohe Plastik Walking Man, die hier 1995 von dem amerikanischen Künstler Jonathan Borofsky vor dem Hauptgebäude der Münchner Rückversicherung errichtet wurde. Die 16 Tonnen schwere besteht aus einer mit glasfaserverstärkten Kunststoff ummantelten Stahlkonstruktion stellt, wie der Name schon vermuten lässt, einen gehenden Menschen dar.

Walking Man - Jonathan Borofsky

Walking Man - Jonathan Borofsky
Walking Man von Jonathan Borofsky

Wenig später erreichte ich die Münchner Freiheit, einen Platz in Schwabing den man nicht mit der gleichnamigen Popband aus der Mitte der 1980er Jahre verwechseln sollte. 😉
Ursprünglich hieß der Platz mal Feilitzschplatz nach der hier in die Leopoldstraße mündenden Feilitzschstraße, ab 1933 hieß er Danziger Freiheit und ab 1947 schließlich Münchner Freiheit. Neben seiner Eigenschaft als wichtiger Verkehrsknotenpunkt an dem zwei U-Bahn-Linien, die Tramlinie 23 und mehrere Buslinien verkehren ist dieser Platz vor allem wegen der im Jahre 2009 vom Aachener Architekturbüre Ox2 errichteten, futuristischen aus 18 Stützpfeilern bestehende Stahldachkonstruktion des Busbahnhofs, welche eine wirklicher Blickfang bildet.

Münchner Freiheit
Busbahnhof Münchner Freiheit

An der Münchner Freiheit wandte ich mich in Richtung Englischer Garten und bog ich schließlich in Feilitzschstraße ab – eine kleinere Seitenstraße die von zahlreichen Bäumen flankiert wurde. Hier und in den anderen Seitenstraßen fanden sich viele weitere Kneipen, Pubs und Cafés – sehr hübsch – Schwabing ist nicht umsonst als ein beliebtes Ausgeh-Viertel Münchens bekannt.

Feilitzschstraße, Schwabing
Feilitzschstraße, München-Schwabing

Schließlich erreichte ich den Englischen Garten am westlichen Ufer des Kleinhesseloher Sees etwa in Höhe der Königsinsel und der etwas weiter nördlich gelegenen Kurfürsteninsel.

Kleinhesseloher See - Kurfürsteninsel Kleinhesseloher See - Blick Richtung Königsinsel
Am Kleinhesseloher See

Und obwohl das Wetter heute eher durchwachsen und kühl war, tummelten sich auf den Wiesen im Englischen Garten wieder unzählige Leute, die hier einfach abhingen oder irgendwelchen sportlichen Aktivitäten nachgingen.

Wiese am Kleinhesseloher See

Ein Stück weiter unten konnte man am anderen Seeufer auch den Biergarten Am Seehaus erkennen, über den ich ja bereits in meinem ersten großen Photowalk durch den Englischen Garten berichtet hatte. Doch heute sollte dieser nicht mein Ziel sein.

Biergarten Am Seehaus - Kleinhesseloher See
Blick in Richtung Biergarten Am Seehaus

Mein Weg führte mich nun bis zur Südspitze des Kleinhesseloher Sees und anschließend quer durch den Englischen Garten. Nach einiger Zeit folgte ich einem Pfad der, im Nachhinein gesehen, wohl eher für Pferde und ihre Reiter gedacht war. Aber von denen war aktuell nichts auf dem Parkgelände zu sehen. Bald schon kam ich an einer älteren Linde vorbei

(Marien)Linde
(Marien)Linde im Englischen Garten

in deren Rinde ein Marienbildnis und ein Rosenkranz eingelassen waren. Wohl eine Marienlinde oder so etwas.

Marienbild
Marienbildnis und Rosenkranz an der Linde

Ein kleines Stück weiter entdeckte ich des weiteren eine seltsame Konstruktion aus Zweigen und einer Sonnenbrille zwischen zwei Bäumen, die mich einen Moment an Kunst im öffentlichen Raum denken ließ – aber ich vermute eher dass es sich hier mehr um ein spontanes “Kunstwerk” einiger Gäste des Parks handelte.

Kunst im Englischen Garten(?)

Über eine Fußgängerbrücke, die auf gewundenem Wege die Ifflandstraße überwand und vom Ostende des Englischen Gartens bis auf den Isarring führt, verließ ich schließlich die Parkanlage

Brücke über die Ifflandstraße
Fußgängerbrücke über die Ifflandstraße

und stand so wenig später an der John-F-Kennedy-Brücke, die mich über die Isar führen sollte.

John-F-Kennedy-Brücke
An der John-F-Kennedy-Brücke

Was folgte war eine lange “urststrecke” direkt am Isarring entlang – links die stark befahrene Straße des mittleren Rings und Rechts hohe Schallschutzwände –

Am Isarring
Am Isarring

bis ich letztlich wieder am Effnerplatz stand, wo ja wie ich hier bereits berichtete die Installation Mae West der Amerikanischen Künstlerin Rita McBride zu finden ist.

Mae West
Mae West von Rita McBride

Was ich damals noch nicht erwähnt hatte war, dass sich hier am Effnerplatz auch das Rumänienhaus befindet, welches das Generalkonsulat von Rumänien hier in München beherbergt.

Rumänienhaus
Rumänienhaus München

Kurz darauf passierte ich wieder das Hypo-Haus, jenes Bürogebäude der Hypovereinsbank und aktuell zweithöchstes Bürogebäude Münchens

Hypo-Haus
Hypo-Haus

und folgte dann der Denninger Straße weiter in Richtung Süden

Denninger Straße
An der Denninger Straße

bis ich schließlich – es dämmerte schon – die Einsteinstraße mit seinem Einkaufzentrum dasEinstein erreichte.

DasEinstein
dasEinstein – Einsteinstraße

Von hier aus war es nur noch ein Katzensprung bis zum S-Bahnhof Leuchtenbergring mit seinen steril wirkenden, gekachelten Tunnelwänden, von wo aus man zu den Gleisen hinauf steigen konnte.

Am S-Bahnhof Leuchtenbergring
Unter dem S-Bahnhof Leuchtenbergring

Somit hatte ich meine Rundgang für heute beendet. Mit etwas mehr als 11 Kilometern wieder kein neuer Rekord, aber doch ausreichend um sagen zu können das ich mich ausreichend bewegt hatte. Und es gibt immer noch viele Gegenden von München die es zu entdecken gilt – ich bin also gespannt wo es mich das nächste Mal hin verschlagen wird. 😉

Westpark über Theresienwiese bis Orleansplatz – Photowalk 03.08.2012

Friday, August 3rd, 2012

Auch an diesem Freitag wollte ich meine Erkundungen von München fortsetzen und entschied mich nach einem kurzen Blick auf die Karte dazu, mir mal den Westpark anzusehen.

Die Strecke


Streckenlänge: 12,2km
Dauer: ca. 2 3/4 Stunden

Als Startpunkt wählte ich dieses mal den U-Bahnhof Holzapfelkreuth an der Fürstenrieder Straße an der Grenze zwischen den Münchner Stadtteilen Sendling-Westpark und Hadern.

Holzapfelkreuth
Am U-Bahnhof Holzapfelkreuth

Von hier aus bewegte ich mich ein Stück Richtung Norden und bog dann in die Andreas-Vöst-Straße ein, die mich schließlich zum südwestlichen Ende des Westparks führte.

Westpark - Schild
Schild Westpark

Der Münchner Westpark wurde hier anlässlich der Internationalen Gartenbauausstellung im Jahr 1983 hier angelegt und seit Ende der Veranstaltung für jedermann frei zugänglich. Das Gelände mit seinen 69 Hektar Gesamtfläche hat seine größte Ausdehnung von 2,4km in der Ost-West-Achse.

Das erste Objekt was ich nun sah nachdem ich einen Stück in den Park hinein gegangen war, war das sogenannte Theatron, eine stufenförmige Vertiefung mit einigen schattenspendenden Bäumen am Rande.

Theatron - Westpark
Theatron – Westpark

Wie der Name schon aussagt ist die kleine, wie ein Amphitheater angelegte Anlage für Veranstaltungen aller Art gedacht und scheint auch tatsächlich dafür genutzt zu werden. Eine kurze Google-Suche zeigte, dass sie tatsächlich für Events genutzt wird. Aktuell war jedoch nichts los hier, also zog ich weiter.

Etwas nördlich des Theatron war ein kleiner Garten angelegt, der laut Karte wohl primär den Iris- & Liliengewächsen gewidmet sein soll. Trotz Hochsommer im August wirkte er aber etwas verwildert als ich mich durch die kleine Anlage bewegte. Trotzdem ganz hübsch, auch wenn natürlich nicht mit dem gepflegten Botanischen Garten in Nymphenburg vergleichbar ist.

Gartenanlagen - Westpark

Gartenanlagen - Westpark Gartenanlagen - Westpark
Gartenanlagen im Westpark

Vorbei an einigen Sitzecken und weiteren Bepflanzungen, an deren Rändern sich einige Gänse tummelten

Sitzecke - Westpark

erreichte ich schließlich den Rand des westlichen Sees, der mit seinem grünlichen, brackig wirkenden Wasser zwar nicht gerade zum Schwimmen einlud, aber das Landschaftsbild dennoch auflockerte.

Am westlichen See - Westpark
Am westlichen See – Westpark

Von hier aus wollte ich den See über die nördliche Route passieren, da ich wusste dass dort wohl eine Art Seebühne sein soll. Also wandte ich mich in diese Richtung. Vorbei an im Kunsstil der frühen 1980er Jahre gestalteten Pflanztöpfen

Pflanztöpfe - Westpark
Pflanztöpfe – Westpark

und dem Restaurant Rosengarten an ebendiesem Rosengarten des Westparks

Restaurant Rosengarten - Westpark
Restaurant Rosengarten – Westpark

bewegte ich mich schließlich über einen leicht ansteigenden Weg weiter in Richtung Norden und passierte bald die durch Graffiti verunstaltete Skulptur Terrasse des französischen Künstlers Jean Clareboudt (1944-1997).

Skulptur "Terasse" von Jean Clareboudt - Westpark
Terasse von Jean Clareboudt

An die wie ein Amphitheater angelgte Seebühne mit ihren 1200 Sitzplätzen kam ich dann leider aber nicht heran, da hier aktuell mit der Veranstaltung Kino, Mond und Sterne ein Freiluftkino geboten wird und ich hätte Eintritt bezahlen müssen. Also wandte ich mich weiter in Richtung Süden und erreichte bald schon asiatischen Bereich des ehemaligen Gartenbau-Ausstellung von 1983, wo mit als erstes natürlich die Thai-Sala (Sala = offener Pavillion) mit ihrer Budda-Statue ins Auge fiel.

Thai-Sala - Westpark

Budda in der Thai-Sala - Westpark
Thai-Sala & Budda

Direkt gegenüber befindet sich die Nepal-Pagode, von den ich allerdings nur eine etwas unscharfe Aufnahme habe, die ich aber dennoch dem Leser nicht vorenthalten will.


Nepal-Pagode – Westpark

Etwas südöstlich davon befindet sich schließlich der ummauerte Chinesische Garten mit seinen für die dortige Architektur typischen, geschwungenen Dächern auf den Maueranlagen und den darin befindlichen Pavillons.

Chinesischer Garten - Westpark

Chinesischer Garten - Westpark
Chinesischer Garten – Westpark

Westlich, direkt am See gelegen, gibt es außerdem noch einen japanischen Garten mit dem für diesen Kulturkreis typischen Steingarten-Bepflanzungen, einem See, darin gelegenen Laternen und einer kleinen Holzplattform mitten im See.

Japanischer Garten - Westpark
Japanischer Garten

Neben dem Japanischen Garten konnte ich dann auch endlich einen, wenn auch entfernten, Blick auf die Seebühne werfen. Bei dem weißen Rahmen im Wasser vor der Seebühne handelt es sich übrigens um das Kunstwerk Wasserwand des Bidhauers Alf Lechner und soll die Diagonale eines Würfels darstellen, der sich aus dem Wasserfall und seiner Spiegelung im See ergibt.

Seebühne - Westpark
Seebühne – Westpark

Auf der großen Wiese südwestlich des Sees konnte ich des weiteren eine größere Menschenmenge beobachten, die sich mit körperlichen Ertüchtigung beschäftigte. Wie ich durch die Recherche im Rahmen dieses Beitrags erfuhr, handelt es sich dabei wohl um kostenlose, im Sommer täglich angebotene Gymnastik-Übungen unter fachlicher Anleitung handelt. Ein wirklich begrüßenswertes Angebot, das ich leider nicht nutzen konnte da ich dummerweise meinen Trainingsanzug und meine Iso-Matte vergessen hatte. 😉

Übungen - Westpark
Gymnastik-Übungen im Westpark

Vorbei an größeren Gruppen von Gänsen, die sich auf den Wiesen und unter den Bäumen tummelten

Gänse - Westpark
Gänse im Westpark

erreichte ich schließlich das Bayerwaldhaus, ein historisches Bauernhaus von 1747 aus dem Bayerischen Wald, das anlässlich der Gartenbauausstellung aus dem Museumsdorf in Tittling in den Westpark gebracht worden war und hier verblieben ist. Hier gibt es neben einem traditionellem Garten vor dem Haus auch im Inneren veranstaltete monatliche Volksmusik-Veranstaltungen des bayrischen Volksmusikarchives zum Mitsingen.

Bayerwaldhaus - Westpark

Bayernwaldhaus - Westpark
Bayerwaldhaus – Westpark

Kurz darauf erreichte kam ich an die Brücke über die Garmischer Straße, einem Teil des Mittleren Rings, der den Westpark in einen westlichen und einen östlichen Bereich zerteilt. Am Eingang zu der Brücke steht ein großer, mit Kletterpflanzen bewachsener Stahlgitter-Bogen, der wie ich erst hinterher feststellte ebenfalls eines von drei zusammengehörenden Kunstwerken des Münchner Künstlers Johannes Leismüller mit der Bezeichnung Raumbögen ist. Die beiden anderen Bögen auf der anderen Brückenseite habe ich daher wohl leider übersehen.

"Raumbögen" von Johannes Leismüller - Brücke zum östlichen Westpark
Skulptur Raumbögen – Brücke zum östlichen Westpark

Von der Brücke kann man schließlich auf den Mittleren Ring an der Garmischer Straße Blicken, der hier aktuell Baustelle ist. Im Norden kann man des weiteren den Olympiaturm im Olympiapark erkennen.

Garmischer Straße - Südteil Garmischer Straße - Nordteil
Garmischer Straße – Links: Südteil – Rechts: Nordteil mit Olympiaturm

Kurz hinter der Brücke fiel mein Blick auf einen auf einer Wiese aufgestellten Ring auf einer ca 3 Meter hohen Stange. Zuerst dachte ich es handelt sich hierbei um ein weiteres Werk der Kunst im öffentlichen Raum – bei näherer Betrachtung stellte sich jedoch dabei heraus dass es wohl um ein Gerät für Ballspiele handelt.

Ballring - Westpark
Ballring

Durch eine mit zahlreichen schattenspendenden Bäumen bewachsene Parklandschaft wandte ich mich nun weiter in Richtung Osten

Schattenwurf - Westpark
Schattenwurf – Westpark

und erreichte schließlich die ersten Ausläufer des östlichen Sees.

Baden verboten - Westpark
Baden verboten – Westpark (Ost)

Ein Stück weiter konnte ich schließlich eine kleine Halbinsel entdecken, die mit zahlreichen Tischen und Stühlen bestellt war. Wie sich wenig später herausstellte handelte es sich hierbei um das See-Café, in dem jedoch, wohl aufgrund des eher durchwachsenen Wetters, nur einige wenige Gäste saßen.

Am östlichen See - Westpark
Am östlichen See

See-Café - Westpark
See-Café – Westpark

Vorbei an einem kleinen Wasserfall

Wasserfall - Westpark
Wasserfall – Westpark

erreichte ich schließlich den Mollsee. In diesem Teil standen früher wohl die Ausstellungshallen der IGA 1983. Im Jahr 1992 wurde hier durch den Bauunternehmer Leonhard Moll (daher auch Mollsee) die Wohnanlage Hansapark sowie eine Erweiterung des Westparks durchgeführt. Das wäre mir, hätte ich es nicht gelesen, gar nicht aufgefallen, da sich die hier befindlichen Anlagen wunderbar in den Park einfügten.

Gartenrondell - Westpark

Gartenrondell - Westpark
Gartenrondell im östlichen Westpark

Ich passierte nun mit dem Werk Die Arche des Künstlers Steffen Schuster, das 15 Tierfiguren in einem stilisierten Schiffskörper darstellt, aber aktuell beschädigt ist, da im unteren rechten Teil eine Nashorn-Figur fehlt.

Die Arche - Steffen Schuster - Westpark
Die Arche von Steffen Schuster

Das nächste Kunstwerk, eine kugelartige Skulptur aus verchromten Stahlrohren, konnte ich leider keinem Künstler zuordnen, aber das soll mich nicht daran hindern sie hier kurz zu zeigen.

Skulptur - Westpark
Skulptur – Westpark (Ost)

Nördlich passierte ich schließlich die Wohnanlage Hansapark

Wohnen am Westpark
Wohnen am Westpark

und verließ den Park schließlich durch eine kleine Passage am Leonhard-Moll-Bogen.

Leonhard-Moll-Bogen
Passage am Leonhard-Moll-Bogen

Wenig später erreichte ich den Mittleren Ring wieder an der Garmischer Straße und folgte ihm bis zum Heimaranplatz, wo auch das Sharaton München Westpark zu finden ist.

Sheraton München Westpark
Sharaton München Westpark

Eigentlich hatte ich überlegt, hier wieder in die U-Bahn mit den Linien U4 und U5 verkehren, doch ich entschloss mich noch weiter zu gehen und bog in die Heimaranstraße ab, über die ich schließlich die Ganghofer Straße am Georg-Freundorfer-Platz erreichte.

Ganghoferstraße am Georg-Freundorfer-Platz
Ganghoferstraße am Georg-Freundorfer-Platz

Wo ich schon mal hier war, konnte ich mir auch gleich mal den nahen Bavariapark ansehen. Also wandte ich mich ein Stück die Ganghofer Straße entlang und erreichte über die kurze Ben-Chorin-Straße schließlich den eher kleinen Bavariapark, an dessem Rand mich einige Skulpturen eben dieser stilisierten Symbolfigur und weltlichen Patronin von Bayern begrüßten.

Plastik am Bavariapark

Plastik am Bavariapark
Figuren am und im Bavariapark

Viel gab es hier sonst aber nicht zu sehen, also durchquerte ich den kleinen Park im nördlichen Bereich

Im Bavariapark
Im Bavariapark

und erreichte wenig später das Verkehrszentrum des Deutschen Museums, eine Außenstelle des auf der Museumsinsel befindlichen Hauptmuseums in dem man alles zum Thema Mobiliät und Verkehr bestaunen kann.

Deutsches Museum - Verkehrszentrum
Verkehrszentrum Deutsches Museum

Hier findet sich auch die Sweet Brown Snail, ein Kunstwerk das der inzwischen verstorbene amerikanische Künstler Jason Rhoades in Zusammenarbeit mit seinem Landsmann und Performancekünstler Paul McCarthy hier aufgestellt hat. Die 29fache Vergrößerung einer Schnecke aus bemalten Fiberglas gilt als ironisches Zeichen im Zeitalter der stetigen Beschleunigung gegenüber des Verkehrszentrums.

Schneckenplastik
Sweet Brown Snail

Und natürlich darf auch hier am Bavariapark der übliche Biergarten mit seinem Maibaum nicht fehlen.

Biergarten am Verkehrszentrum Deutsches Museum
Biergarten am Bavariapark / Verkehrszentrum

Ich passierte eine Kongresshalle

Kongresshalle
Kongresshalle Theresienhöhe

und einige im freien aufgestellte Elektroloks, die Besucher wohl auf das dahinter liegende Verkehrszentrum des Deutschen Museums hinweisen sollen,

Elektrolok
Elektroloks – Theresienhöhe

und erreichte schließlich die große Bavaria-Statue vor der Ruhmeshalle an der Theresienwiese, über die ich ja schon mehrfach im Rahmen meiner Berichte von den Oktoberfesten der letzten Jahre geschrieben habe.

Bavariastatue

Bavariastatue
Bavariastatue – Theresienwiese

Eigentlich war es mein Plan gewesen, nun quer über die Theresienwiese zu gehen. Doch da bereits jetzt, Anfang August, die Aufbauarbeiten für die Festzelte des kommenden Oktoberfests in vollem Gange waren und das Gelände mit Bauzäunen abgesperrt war, musste ich einen kleinen Umweg nehmen. Gut, wenn man es drauf angelegt hätte wäre man vielleicht auch auf das Gelände gekommen – aber man muss ja keinen Ärger herausfordern falls sich dort irgendwo Sicherheitsleute rumtrieben.

Aufbauarbeiten Theresienwiese

Aufbauarbeiten Theresienwiese
Aufbauarbeiten Theresienwiese

Also ging ich ein Stück nach Norden und passierte der dortige Hacker Pschorr Brauhaus

Der Pschorr an der Theresienwiese
Hacker Pschorr Brauhaus an der Theresienwiese

und der von 1892 und 1906 im neugotischen Stil errichteten, katholischen St. Paul Pfarrkirche, die mit ihrem 47 Meter hohen Glockenturm übrigens die zweithöchste Kirch in München ist, gleich nach dem Liebfrauendom (im Volksmund meist Frauenkirche genannt) nahe des Marienplatz, dessen beiden Türme über 48 Meter hoch sind.

St. Paul Pfarrkirche
St. Paul

Von dieser Seite sah die Theresienwiese übrigens recht offen aus, aber ich denke mal dass es dennoch besser war nicht über eine Baustelle zu laufen.

Theresienwiese
Theresienwiese Ostseite und Aufbauarbeiten

Wenig später bog ich in die Pettenkofer Straße ab, die mich weiter in Richtung Osten führen sollte.

Pettenkoferstraße, Ecke Paul-Heyse-Straße
Pettenkoferstraße, Ecke Paul-Heyse-Straße

Ein Stück weiter in dieser Straße liegt übrigens auch die Medizinische Klink und Poliklinik IV, die auf die 1820 von Franz Reisinger gegründete Poliklinik an diesem Standort zurückzuführen ist. Die Pettenkoferstraße wird hier zur künstlichen Sackgasse, wahrscheinlich um die Patienten nicht durch den Durchgangsverkehr zu stören.

Poliklinik IV - Isarvorstadt
Poliklinik

Und auch das letzte Stück der Petenkoferstraße ist wieder eine Sackgasse – zumindest für den Fahrzeugverkehr. Fußgänger wie ich können unter dem vor Kopf liegenden Gebäude zum Sendlinger-Tor-Platz durchgehen.

Pettenkoferstraße, Durchgang zum Sendlinger-Tor-Platz
Pettenkoferstraße, Durchgang zum Sendlinger-Tor-Platz

So kam ich schließlich auf den Sendlinger-Tor-Platz mit dem 1972 von Heiner Schumann (dem Bildhauer, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fußballspieler und Trainer) errichteten Brunnen. Mit 18,60 Metern Durchmesser und einer Gesamtfläche von 320 Quadratmetern ist dieser Brunnen mit seinen 3,50 Meter hoch strahlenden Fontainen eine der größten Brunnenanlagen hier in Müchen.

Sendlinger-Tor-Platz
Brunnen am Sendlinger-Tor-Platz

Nachdem ich die hier verlaufende, mehrspurige Sonnenstraße überquert hatte, erreichte ich schließlich das eigentliche Sendlinger Tor, das südlichste der fünf erhaltenen Stadttore Münchens. Insgesamt hat es wohl mal 21 Stadttore gegeben, aber neben dem Sendlinger Tor sind nur noch das Isartor, das Maxtor, das Karlstor und das Talburgtor erhalten geblieben.

Sendlinger Tor
Sendlinger Tor – München

Außerdem befinden sich hier das 1913 von Carl Gabriel eröffnete Filmtheater Sendlinger Tor, das wohl zu den ältesten noch in Betrieb befindliche Lichtspielhäusern in München zählt und natürlich über einen kleinen Biergarten direkt vor dem Theater verfügt.

Sendlinger Tor Filmtheater
Filmtheater Sendlinger Tor

Ich folgte nun ein Stück der Sendlinger Straße, die vom Sendlinger Tor bis kurz vor den Marienplatz führt. Doch wie ich hier schon bemerkte, bewegte ich mich mal wieder in typischen Touristengebiet, wo angetrunkene, meist englischsprachige Jugendliche und junge Erwachsene in schlecht sitzenden Lederhosen versuchten, das Oktoberfest bereits jetzt zu feiern. Daher bog ich kurz vor der St.-Nepomuk-Kirche in die Schmidstraße ab. Die St.-Nepomuk-Kirche wird im Volksmund übrigens meist als Asamkirche bezeichnet, benannt nach den Brüdern Asam, zwei Bildhauern, Stuckateuren, Malern und Architekten die hier eines der bedeutendsten Werke des süddeutschen Spätbarocks geschaffen haben.

Asamkirche - Sendlinger Straße
St.-Nepomuk-Kirche (Asamkirche)

Als ich die Straße Oberanger erreichte, weckte ein gläsernes Konstrukt mein Interesse. Wie sich herausstellte handelt es sich dabei um das erst letztes Jahre am 30. Mai 2011 an die Öffentlichkeit übergebene und begehbare Kurt-Eisner-Denkmal der Künstlerin Rotraut Fischer, an dessen Stirnseite Eisners Ausspruch “Jedes Menschenleben soll heilig sein” aufgedruckt ist. Der 1867 in Berlin geborene Kurt Eisner war ein sozialistischer deutscher Politiker und erster Ministerpräsident des von ihm nach der deutschen Novemberrevolution ausgerufenen Freistaats Bayern. Er wurde am 21. Februar 1919 von Anton Graf von Arco auf Valley der dem völkisch-nationalen Umfeld der Thule-Gesellschaft nahe stand auf der Promenadenstraße (heute Kardinal-Faulhaber-Straße) erschossen.

"Jedes Menschen leben soll heilig sein"
Kurt-Eisner-Denkmal – Oberanger

Nun überquerte ich den Oberanger und erreichte über die Klosterhofstraße den St.-Jakobs-Platz, wo sich unter anderem das im März 2007 eröffnete Jüdische Museum und Gemeindezentrum von München befindet.

Jüdisches Museum - St.-Jakobs-Platz

Direkt daneben wurde im Jahr 2006 bereits die neue Hauptsynagoge von München errichtete, ein kubistischer, moderner Bau der ebenso wie das Jüdische Museum vom Architekturbüro Wandel, Hoefer und Lorch aus Saarbrücken entworfen wurde, einem Architektenteam das bereits die neue Synagoge in Dresden entworfen hatte.

Jüdische Hauptsynagoge München - St.-Jakobs-Platz

Jüdische Hauptsynagoge München - St.-Jakobs-Platz
Neue Hauptsynagoge – St.-Jakob-Platz

Vorbei an der Schrannenhalle erreichte ich wenig später den Viktualienmarkt

Auf dem Viktualienmark
Maibaum am Viktualienmarkt

und zog dann weiter zum Isartor. Es war inzwischen schon Viertel vor Neun und die wochenendliche Sperrung der S-Bahn Stammstrecke war bereits in Kraft getreten, daher konnte ich hier nicht einfach in die S-Bahn einsteigen und weiter fahren. Zwar gab es Ersatzverkehr mit Bussen, doch ich entschloss mich weiter zu Fuß zu gehen.

Am Isartor
Am Isartor

Über die Zweibrückenstraße erreichte ich schließlich die die Ludwigsbrücke, die ich überquerte und bis zum Gassteig weiter ging

Gasteig
Gassteig München

um dort in die Rosenheimer Straße einzubiegen und ihr bis zum Rosenheimer Platz zu folgen.

Rio Filmpalast
Rio-Palast am Rosenheimer Platz

Weiter gings in die Weißenburger Straße, wo ich über den Weißenburger und den Pariser Platz den Orleansplatz erreichen wollte, mein heutiges Ziel. Am Weißenburger Platz machte ich ein letztes Bild für heute von dem dort illuminierten Glaspalastbrunnen, über den ich mich hier ja schon mal ausgelassen habe.

Weißenburger Platz
Illuminierter Glaspalastbrunnen – Weißenburger Platz

Inzwischen war es auch zu dunkel, um ohne Stativ gute Aufnahmen machen zu können. Also durchquerte ich wie schon so häufig zuvor das Franzosenviertel um vom Ostbahnhof aus, von wo aus wieder S-Bahnen fuhren den Heimweg anzutreten. Mit 12,2km kein neuer Rekord, aber dennoch ein wirklich interessanter Photowalk, der mir wieder neue Teile von München gezeigt hat. Mal schauen wo es mich das nächste Mal hin verschlägt…

Hirschgarten bis Isartor – Photowalk 01.08.2012

Wednesday, August 1st, 2012

Und auch am heutigen Mittwoch wollte ich meine per pedes Erkundungen Münchens fortzusetzen. Da ich im Osten ja bereits einiges gesehen hatte, entschied ich mich heute, mir mal den Hirschgarten anzusehen, eine kleine Parkanlage südöstlich des Schloßparks Nymphemburg, den ich ja hier schon exzessiv erkundet hatte. Die Strecke war heute zwar etwas kürzer als gestern, aber dennoch ausreichend wie ich fand.

Die Strecke


Streckenlänge: 7,5km
Dauer: ca. 2 Stunden

Als Startpunkt wählte ich heute die S-Bahn Haltestelle Laim an der Stammstrecke zwischen den Stadtteilen Neuhausen-Nymphenburg und Laim. Es gibt zwar auch eine Station früher eine Haltestelle mit Namen Hirschgarten, jedoch wollte ich vom Westen her in die Parkanlage gehen, daher stieg ich erst eine Station weiter aus. Über die Wotanstraße und die Winfriedstraße erreichte ich schließlich die Parkanlage Hirschgarten. Diese ursprünglich 44,6 Hektar große Anlage geht auf Kurfürst Karl Philipp Theodor (1724 – 1799) zurück, der hier 1780 durch seinen Oberjägermeister eine Jagdanlage für den Adel anlegen ließ. Zuvor wurde das Gelände als Fasanerie, zum Hopfenanbau und für eine Seidenraupenzucht samt Maulbeerenbaum-Plantage (die sich aber als nicht rentabel zeigte) genutzt. Es war auch dieser aufgeklärte Fürst, der die Anlage 1791 zur öffentlichen Nutzung freigab, was großen Zuspruch bei den Münchner Bürgern fand. Als die südlich verlaufende Bahnstrecke München Augsburg gebaut wurde, verlor der Hirschgarten aber einen Teil seiner ursprünglichen Fläche.

Am Eingang zum Hirschgarten

Gleich im Eingangsbereich findet sich im Zentrum mit einer großen Wiese, an deren Rand sich ein Art kleiner Wasserspielplatz befindet, wo Kinder (und junggebliebene Erwachsene) erfrischen können. Auf ein Foto verzichtete ich hier jedoch lieber, da unbekannte Männer die unaufgefordert Fotos von Kindern machen einen falschen Eindruck erwecken könnte.
Im Nordwesten der Anlage erreichte ich schließlich den umzäunten Wildpark, in dem ich ein wenig junges Damwild wie Rehe und Hirsche sowie einen Widder beobachten.

Hirsch - Hirschgarten
Hirsch

Rotwild - Hirschgarten Junger Hirsch - Hirschgarten
Links: Damwild – Rechts: Junger Hirsch

Widder - Hirschgarten
Widder

Gleich neben dem Wildgehege fand sich schließlich der bekannte Biergarten Hirschgarten, der bei dem sommerlichen Wetter brechend voll war und auch weiterhin guten Zustrom hatte – obwohl der Mittwoch ja nicht so der typische Tag zum weggehen ist.

Biergarten im Hirschgarten
Biergarten Hirschgarten

Von hier aus setzte ich meinen Weg durch den Hirschgarten in Richtung Westen fort und passierte neben eine Platz mit einigen Halfpipes für Skateboarder

Halfpipes - Hirschgarten
Halfpipes

schließlich auch die südwestlich der Anlage gelegene Grillzone, in der zahlreiche Gruppen bereits ihre Grills angeworfen hatten und sich ihr Abendessen bei einem Bierchen zubereiteten. Die aktuell sehr beliebten Einweg-Bodengrille hatten natürlich hier und dort bereits ihre typischen Brandlöcher im Rasen hinterlassen.

Grillzone - Hirschgarten
Grillzone – Hirschgarten

Ganz im Westen kurz vor dem Ausgang zur Arnulfstraße entdeckte ich schließlich auch noch einen kleinen, in einem Waldstück gelegenen See an denen einige Leute saßen und teilweise sogar ihre Hunde in dem trüben Wasser schwimmen ließen. Hätte mich auch gewundert wenn es hier keine Wasserfläche gegeben hätte – aber Preise würde man mit dieser nicht sonderlich ansehnlichen Pfütze nicht gewinnen…

See - östlicher Hirschgarten
See im Hirschgarten

Ich verließ nun den Hirschgarten und folgte der Arnulfstraße in Richtung Westen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite entdeckte ich wenig später an der Ecke zur Karl-Schurz-Straße eine Beschriftung, die mich an einen Lampenladen erinnerte – wie sich doch aufgrund der davor stehenden Stühle schnell herausstellte handelt es sich dabei wohl um ein Restaurant oder eine Kneipe. 😉

Ewiges Licht - Arnulfstraße / Karl-Schurz-Straße
Ewiges Licht

Der Bereich an der Arnulfstraße stellte sich als ein für München typisches Mischgebiet aus großen Wohnblöcken und Häusern meiste älteren Baujahrs und kleineren Geschäften, Restaurants und Supermärkten meist in den Erdgeschossen dieser Wohnblöcke heraus Durchaus etwas gehoben, aber mit Sicherheit kein Luxusviertel wie z.B. Bogenhausen. Bald schon konnte ich in einiger Entfernung einen Glasturm entdecken, der wie sich bei näherem Hinsehen herausstellte mit einem drehenden Mercedes-Stern gekrönt war – wohl eine der Niederlassungen dieser Automarke hier in München, die direkt an der Donnersberbrücke gelegen zu sein schien.

Blick Richtung Donnersbergbrücke - Arnulfstraße
Arnulfstraße – Blick in Richtung Donnersbergbrücke

An der Ecke Arnulfstraße zur Blücherstraße entdeckte ich in einem kaminroten, scheinbar frisch renoviertem Haus ein Restaurant, das mein Interesse weckte: Das Yak & Yeti, das sich selbst als Himalayan Food House bezeichnete. Das landete natürlich gleich auf der Liste der zu besuchenden Restaurants – denn ich hatte zwar schon indisch, japanisch, mongolisch, chinesisch in verschiedenen Varianten und vieles andere probiert, aber nepalesisch bzw. himalayisch war mir dabei noch nicht untergekommen. Die Speisekarte auf deren Webseite liest sich auf jeden Fall schon mal sehr interessant. Wenn ich dazu komme, werde ich natürlich hier darüber berichten.

Yak & Yeti - Himalayan Food House
Yak & Yeti

Ein Stück weiter an der Ecke zur Donnersbergstraße entdeckte ich ein weiteres Ladengeschäft, das so wohl nur in größeren Städten wie München funktioniert: Die Katzenboutique. Wenn ich mir mal ein solches Tier anschaffen sollte, weiß ich also jetzt wo ich Futter und Zubehör bekommen könnte. 😉

Katzenboutique München
Katzenboutique

Gleich daneben unterquerte Ich die Donnersbergbrücke und setzte meinen Weg auf der Arnulfstraße in Richtung Westen fort.

Donnersbergbrücke
Donnersbergbrücke

Kurz hinter der Donnersbergbrücke entdeckte ich schließlich einen Flachbau hinter einer noch sehr nach Baustelle aussehenden Freifläche, der von der Architektur her mein Interesse weckte. Wie sich bei einer Recherche herausstellte handelt es sich hier um den Neubau einer Grundschule an der parallel verlaufenden Marlene-Dietrich-Straße.

Neubau Grundschule & Skyline an der Marlene-Dietrich-Straße
Neubau Grundschule & Skyline an der Marlene-Dietrich-Straße

Wenig später folgte auf der linken Seite an der Arnulfstraße ein älteres, langgestrecktes Gebäude, dass mich ein wenig an eine Kaserne erinnerte. Aufgrund einiger Relief-Darstellungen an einem Tor in der Mitte, vor allem dem Elefant auf der rechten Seite vermutete ich zuerst dass es sich hier um ein Teil des Winterquartier des Circus Krone handelt – doch weit gefehlt. Viel mehr handelt es sich hier um den sogenannten Postpalast, ein zwischen 1924 und 1927 errichtetes, ehemaliges Paketzustellzentrum das heute für Veranstaltungen aller Art genutzt wird.

Am Postpalast
Am Postpalast

Gleich daneben zwischen der Werderstraße und findet sich ein großes modernes, wohl auch erst vor kürzerem renoviertes Bürogebäude, welches mir mit dem dahinter zu erkennenden BR-Gebäude eine weitere Aufnahme wert erschien.

Blick in Richtung BR
Blick in Richtung BR

Zuerst hatte ich überlegt weiter der Arnulfstraße zu folgen, doch spontan entschied ich mich dann doch, die Hackerbrücke zu überqueren und mich ein Stück in Richtung Theresienwiese zu bewegen. Diese zwischen 1890 und 1894 im für das 19. Jahrhundert typischen Stahlbogen-Bauweise errichtete Brücke ist mit ihrer Stützweite von 28,4 m und einer Bogenhöhe von 8 Metern eine der letzten erhaltenen Brücken dieser Art. Bis zum Bau des Mittleren Ringes und vor allem der Donnersbergbrücke war sie eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen Münchens um die vom Bahnhof aus verlaufenden Gleisstränge in Richtung West zu überwinden. Aber auch heute ist sie noch ein wichtige Nord-Süd-Verbindung über das Gleisvorfeld – außer zur Oktoberfestzeit, denn dann wird sie abends und am Wochenende zur reinen Fußgängerbrücke und ein wichtiger Zubringer für die Oktoberfestgäste.
Das freistehende, graubraune Gebäude links der Brücke das etwas an einen Flughafentower erinnert ist übrigens das Stellwerk des Hauptbahnhofs München.

Hackerbrücke
Hackerbrücke

Von der hackerbrücke aus hat man dann natürlich auch einen sehr schönen Blick auf den Münchner Hauptbahnhof mit seinen 32 oberirdischen (und 2 unterirdischen) Gleisanschlüssen – übrigens ein typischer Kopfbahnhof. Das heutige Gebäude stammt übrigens aus den 1960er Jahren, die ursprünglich 1848 eröffnete alte Bahnhofshalle wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und nach einigen Versuchen sie wieder aufzubauen am 16. August 1949 gesprengt. Die heutige Glas-Stahlkonstruktion mit 140 Meter Breite und 222 Meter Länge wurde dann am 1. August 1960 vollendet.

Hauptbahnhof München
Blick auf den Münchner Hauptbahnhof

Hinter der Hackerbrücke bog ich nach einigen Metern in die Kurt-Haertel-Passage ein, benannt nach dem gleichnamigen Präsidenten des deutschen Patentamts, an der übrigens auch passenderweise die Europäische Patentorganistion (EPO) ihren Sitz hier in München hat. Die Gebäude hier wirken sehr nüchtern und wenig einladend, aber dieser Bereich ist ein wichtiger Abschnitt für Besucher, die von der Hackerbrücke in Richtung Oktoberfest strömen, denn die Fußgängerbrücke am Ende der Passage ermöglicht eine gefahrlose Überquerung der stark befahrenen Bayerstraße direkt dahinter.

Kurt-Haertel-Passage
Kurt-Haertel-Passage

Anstatt mich aber jetzt in Richtung Theresienwiese zu wenden, betrat ich am Ende des Passage den Bürgersteig an der Bayerstraße und wandte mich weiter in Richtung Westen. Hier oben, sowohl in Nähe des Bahnhofs als auch in Laufweite der Thersienwiese liegen viele Hotels und Hostels, die wohl ihr Hauptgeschäft gerade zu dieser Zeit machen.

Hotel Bayernland - Bayerstraße
Hotels & Hostels – Bayerstraße

Kurz darauf passierte ich den südlichen Ausgang des Hauptbahnhofs und das daneben gelegene InterCity-Hotel – die Touristendichte nahm hier deutlich zu

Hauptbahnhof - Südausgang Bayerstraße
Hauptbahnhof – Südausgang Bayerstraße

und erhöhte sich sogar noch einmal deutlich bis ich schließlich den Karlsplatz / Stachus erreichte. Ursprünglich wollte ich diese Touristengebiete ja heute meiden, aber von hier führte der kürzeste Weg nun mal über den Karlsplatz und die Neuhauser Straße, daher wählte ich dann doch den Weg über diese typische Touristenmeile.

Am Karlsplatz / Stachus
Am Karlsplatz /Stachus

Der Brunnen, den ich hier heute in Aktion erleben konnte, entstand übrigens erst ab 1970 im Rahmen des Baus der Münchner S-Bahn errichtet. Nachts wird er von insgesamt 28 Leuchten angestrahlt.

Fontaine Karlsplatz
Brunnen am Karlsplatz / Stacchus

Vorbei an der Jesuitenkirche St. Michael, die aktuell renoviert wird und nur mit einer bedruckten Leinwand einen Eindruck von der stilistisch zwischen Renaissance und Barock liegenden Fassade bietet

Jesuitenkirche St. Michel
Jesuitenkirche St. Michael

erreichte ich schließlich den Marienplatz mit dem Neuen Rathaus.

Am Marienplatz
Am Marienplatz

Hier bog ich rechts in die Rosenstrasse ein und erreichte wenig später den Rindermarkt, der zu sehr viel früheren Zeiten tatsächlich als Viehmarkt genutzt worden war und später ein begehrter Wohnort der Münchner Patrizier war, die hier ihre Häuser errichteten. Leider wurde die ursprüngliche Bebauung im zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass der heutige Rindermarkt nur noch teilweise im nördlichen Bereich dem Originalverlauf vor dem Krieg entspricht.

Rindermarkt
Rindermarkt & Sankt Peter

Am südöstlichen Rand des heutigen Rindermarkts fällt dem aufmerksamen Beobachter ein 23m Meter hoher Turm aus Rohbacksteinen mit Zinnen im neugotischen Stil. Hier handelt es sich um den sogenannten Löwenturm, der vermutlich aus dem 15ten Jahrhundert stammt. Ob er zur ersten Münchner Stadtbefestigung gehörte ist bis heute nicht geklärt, wenn auch wahrscheinlich. Da er direkt über dem Stadtgrabenbach, einem der kanalisierten Münchner Stadtbäche, steht, wird aber vermutet dass er u.a. als Abortturm genutzt wurde.

Löwenturm Rindermarkt
Löwenturm am Rindermarkt

Vom Löwenmarkt ging es weiter zum Viktualienmarkt, an dessen Rand ich eine Gruppe von abendlichen Bierkonsumenten vor dem Der Pschorr am südwestlichen Rande beobachten konnte.

Der Pschorr - Viktualienmarkt
Der Pschorr – Viktualienmarkt München

Aber auch der etwas weiter nordöstlich gelegene Biergarten Viktualienmarkt erfreute sich für einen Mittwoch regen Besuches. Ich nutzte die Gelegenheit hier eine Aufnahme des Brunnens zu machen, welches der bayerische Soubrette, Schauspielerin und Kabarettistin Liesl Karlstadt (1892 – 1960) gewidmet ist. Sie hatte zusammen mit Karl Valentin, ebenfalls ein Münchner, eines der damals bekanntesten Komikerduos Deutschland gebildet. Bei Gelegenheit muss ich mir mal eine Gesamtübersicht über alle sechs hier am Viktualienmarkt stehende Brunnen machen – aber das ist ein Task für einen anderen Photowalk.

Liesl-Karlstadt-Brunnen - Viktualienmarkt
Liesl-Karlstadt-Brunnnen – Viktualienmarkt

Von hier aus führte mich mein Weg nur noch bis zum Isartor, wo ich in den Untergrund stieg und mit der S-Bahn den Heimweg antrat. Somit war dieser Photowalk mit nur 7,5 Kilometern zwar etwas kürzer als die vorherigen, aber lieber etwas weniger Bewegung als gar keine.

S-Bahnhof Isartor
S-Bahnhof Isartor

Mal schauen wo es mich dann das nächste Mal hin verschlägt.

Photowalk München Oberföhring 30.07.2012

Monday, July 30th, 2012

Nachdem ich kürzere, nicht erwähnenswerte Spaziergänge durchgeführt und am Wochenende andere Pläne verfolgt hatte, wollte ich am Montag nun wieder eine größere Aktion in Angriff nehmen.

Die Strecke


Streckenlänge: ca. 13km
Dauer: 2 Stunden 45 Minuten

Startpunkt war wie zuvor auch der S-Bahnhof Leuchtenbergring, von wo aus ich mich nach Norden wandte und der Richard-Strauss-Straße immer auf der rechten Seite folgte bis ich schließlich das Hypo-Hochhaus erreichte, über das ich mich ja in Bericht über diesen Photowalk bereits ausgelassen hatte.

Hypo-Haus
Hypo-Haus


Doch dieses Mal wandte ich mich nicht nach links in die Denninger Straße, sondern bewegte mich weiter in Richtung Norden, wo ich bald den Effnerplatz erreichte, benannt nach zwei Münchner Prominenten, nämlich dem Baumeister Joseph Effner und dem Gartengestalter Carl von Effner. Hier an einem wichtigen Verkehrspunkt des Münchner Stadtteils Bogenhausen hat die us-amerikanische Bildhauerin und Installationskünstlerin Rita McBride die nach der gleichnamigen Schauspielerin und Drehbuchautorin (1893 – 1980) benannte Installation Mae West errichtet – eine 52 Meter hohe Kohlenstofffaser-Konstruktion die aus 32 Rohren errichtet wurde und welche hier am 30. Januar 2011 fertiggestellt wurde. Ich erinnere mich noch genau an die Zeit an die Zeit wo ich hier während meiner Pendelzeit vorbei fuhr und die Bauarbeiten beobachten konnte.

Mae West by Rita McBride
Skulptur Mae West am Effnerplatz

Über eine längere, visuell eher uninteressante Strecke am Isarring entlang erreichte ich schließlich die John-F-Kennedy-Brücke, welche den Mittleren Ring – zu dem auch der Isarring gehört – durch über die Isar und durch den Englischen Garten führt. Die nördlichste Brücke des Münchner Innenstadtbereiches, die als erste Brücke nicht den Namen eines bayrischen Königs, sondern eines amerikanischen Präsidenten führt. Ursprünglich sollte sie Herzog Heinrich Brücke heißen, doch nach dem Attentat in Dallas erhielt sie diesen Namen und den Namen des Herzog Heinrich erhielt die nördlichere Brücke am Föhringer Ring. Kennedy selbst war aber nie in München, die Abschlußarbeit seines Studium (Senior Thesis) hatte aber den Titel “Appeasement at Munich” und behandelte die Langsamkeit der Verhandlungen des NS-Regimes mit England vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs.

John-F-Kennedy-Brücke
An der John-F-Kennedy-Brücke

Ich überquerte die Brücke jedoch nichts, sondern wandte mich auf der Heinrich-Mann-Allee, einem Fuß- und Fahrradweg entlang der Isar in Richtung Norden – immer noch östlich der Isar und benannt nach dem gleichnamigen Schriftstellers des vielleicht noch bekannteren Schriftstellers Heinrich Mann.

Am Isarufer - Heinrich-Mann-Allee
Heinrich-Mann-Alle – am Isarufer

Wenig später erreichte ich das Oberföhringer Sperrwerk, das ich ja hier in meinem Bericht über den Englischen Garten, Kleinhesseloher See und den Biergarten Aumeister bereits ausgelassen hatte.

Stauwerk Oberföhring Ost
Stauwerk Oberföhring

Vonhier startet ja wie man weiß der Isarkanal, der nach etwa 64 Kilometern bei Landshut wieder in den Fluss Isar mündet.

Isarkanal
Isarkanal

Daneben verläuft der “normale” Lauf der Isar ihrem weiteren, normalen Lauf.

Isar am Oberföhringer Stauwerk
Isar am Oberföhringer Sperrwerk

Zuerst hatte ich ja geplant am Oberföhringer Sperrwerk die Isar zu überqueren und den Rückweg anzutreten, doch ich hatte Appetit auf mehr – daher wandte ich mich weiter nach Norden und überquerte die Isar schließlich an der Sankt-Emmeran-Brücke, über die ich hier ja schon mal etwas detaillierter geschrieben hatte. Immerhin eine zusätzliche Strecke von 2,7 Kilometer, die ich aber gerne in Kauf nahm.

Isarkanal St. Emmeran Brücke
Oberföhringer Sperrwerk – von der St. Emmeran Brücke gesehen

St. Emmeran Brücke
St.-Emmeran-Brücke

Wenig später erreichte ich wieder das Oberföhringer Sperrwerk

Stauwerk Oberföhring West
Oberföhringer Sperrwerk – Westseite

und setzte meinen Weg am westlichen Isarufer in südlicher Richtung fort. Andere Spaziergänger traf ich nur wenige, dafür aber viele Radfahrer und noch mehr Jogger die einzeln, zu zweit und manchmal auch in größeren Gruppen durch den oberen Teil des Englischen Gartens liefen. Bald schon passierte ich den Ausfluss des Tivoli-Kraftwerks, einem denkmalgeschützten Wasserkraftwerk im Englischen Garten, das 1895/96 hier errichtet wurde um für die damalige Lokomotivfabrik Maffei (später Kraus-Maffei) in Hirschau mit Hilfe des durch den Englischen Garten fließenden Eisbachs Strom zu produzieren. Muss ich mir bei Gelegenheit mal näher anschauen – vorausgesetzt man kommt bis an das Gebäude heran.

Ausfluss Tivoli-Kraftwerk
Isar-Ausfluss Tivoli-Kraftwerk

Wenig später unterquerte ich die John-F-Kennedy-Brücke und überlegte kurz hier wieder auf das andere Isar-Ufer zu wechseln – dann entschied ich mich aber noch bis zur nächsten Brücke, der Max-Joseph-Brücke weiter zu gehen.

Unter der John-F-Kennedy Brücke
Unter der John-F-Kennedy-Brücke

An der Max-Joseph-Brücke verließ ich schließlich den englischen Garten, wechselte wieder auf das östliche Isarufer und bog wenig später von der Mentgelasstraße in die Möhrlstraße ab, um mich ein wenig in Bogenhausen umzusehen. Über die Mompeschstraße bewegte ich mich dann in Richtung Sternwartstraße, um über sie diesen Stadtteil zu durchqueren.

Bogenhausener Hof
Bogenhausener Hof – Mompeschstraße, Ecke Ismaininger Straße

Hier in Bogenhausen stehen wirklich einige ansehnliche Villen und Anwesen musste ich feststellen – eindeutig eines der gehobeneren Wohngebiete der Stadt und angenehm ruhig. Leider versäumte ich hier ein paar Aufnahmen zu machen, aber das hole ich bei Gelegenheit mal nach.
Über Sternwartstraße, den Galileiplatz und die Röntgenstraße erreichte ich am Internat Max-Joseph-Stift schließlich die Mühlbaurstraße, die mich wie ich wußte zurück zur Richard-Strauß-Straße führen würde.

Röntgenstraße, Ecke Mühlbaurstraße
Röntgenstraße, Ecke Mühlbaurstraße

So konnte ich über die Richard-Strauß-Straße, unter der ja ein Teil des Mittleren Rings verläuft, zurück zur Einsteinstraße gehen, wo sich das Einstein-Einkaufscenter befindet.

DasEinstein
DasEinstein – Einsteinstraße, Ecke, Richard-Strauß-Straße

Von hier aus waren es nur noch ein paar Meter bis zum S-Bahnhof Leuchtenbergring, wo ich meinen heutigen Rundgang beendete. Mit einer Strecke von insgesamt etwas mehr als 13 Kilometern eine neue Bestleistung was die Entfernung angeht. Aber das Ganze soll ja mehr Spaß machen und meine Kenntnis von München verbessern, weniger irgendeinen Wettbewerb darstellen. Mal schauen wo es mich das nächste Mal hin verschlägt – München ist ja Groß und es gibt noch viel zu entdecken… 😉

Anmerkung: Dieser Beitrag ist etwas später entstanden und wurde entsprechend zurückdatiert.

Photowalk München 26.07.2012 – Ostfriedhof, Deutsches Museum und Isar-Beachclub

Thursday, July 26th, 2012

Nach einem Tag Pause machte ich mich schließlich am Donnerstag wieder auf den Weg, um meine abendlichen Erkundungsgänge und Photowalks durch München fortzusetzen – das Wetter war einfach zu schön.

Die Strecke

Strecke: 11km
Dauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten

Als Startpunkt wählte ich wieder den S-Bahnhof Leuchtenbergring und wandte mich von dort in Richtung Süden, überquerte die Berg-am-Laim-Straße und folgte der Ampfingstraße in südlicher Richtung. Zu Beginn war ich etwas “Fotografierfaul”, die einzige Aufnahme die ich tätigte war ein Bild vom Glockenturm der katholischen St. Pius Kirche, dort wo die Ampfingstraße in die Aschheimer Straße überging.

St. Pius - Aschheimer Straße
St. Pius Kirch – Aschheimer Straße

Als ich die Anzingstraße erreichte, bog ich in diese ab und folgte ihr sowie der direkt an sie anschließenden Sankt-Martin-Straße bis durch ein durch ältere Wohnblöcke und Firmengebäude geprägtes Gebiet bis zum St.-Martin-Platz im Stadtteil Obergiesing, wo ein sakral aussehendes Gebäude mit einer großen Kuppel mein Interesse weckte. Wie sich herausstellte handelte es sich nicht um eine Kirche, sondern eine Aussegnungshalle und gehörte zum Ostfriedhof von München.

Sankt-Martins-Platz - Moosach
Aussegnungshalle – St.-Martin-Platz – Obergiesing

Eigentlich bin ich kein großer Fan von Friedhöfen, doch als ich ein Stück die Mauer entlang gegangen war, entdeckte ich einen Durchgang und nutzte die Gelegenheit mir mal dieses Gräberfeld näher anzusehen – und der Blick lohnte sich durchaus, da hier wirklich einige kunstvolle Gräber zu entdecken waren, von denen ich ein paar Aufnahmen machte.

Erzengel - Ostfriedhof Kunstvoller Grabstein - Ostfriedhof
Links: Erzengel – Rechts: Justizrat Dr. Weber

Aussegnungshalle Ostfriedhof
Aussegnungshalle Ostfriedhof – Innenseite

Christus - Ostfriedhof München
Christus-Statue – Ostfriedhof München

Grabstein - Ostfriedhof München Christus - Ostfriedhof München
Links: Engel – Rechts: Christus

Cruzifix - Ostfriedhof München
Cruzifix

Trauer - Grabstein Ostfriedhof München
Trauer

Engel - Ostfriedhof München
Engel & Trauerkranz

Auf dem Gelände des Friedhofs befindet sich auch ein 1929 eröffnetes Krematorium, in dem – wie ich bei meiner Recherche für diesen Beitrag herausfand – während der NS-Zeit die Leichen von Tausenden der Opfer des damaligen Regimes verbrannt worden sind. Passender Weise wurde es am 17. Oktober 1946 auch dazu genutzt um die Leichen der in Nürnberg gehenkten NS-Kriegsverbrecher zu verbrennen bevor ihre Asche anschließend in die Isar gestreut wurde. (Quelle)

Zum Krematorium - Ostfriedhof München
Zum Krematorium

Des weiteren befinden sich hier auch die Gräber vieler Prominenter der Stadt wie Rex Gildo, Klaus Löwitsch oder Rudolph Mooshammer, die ich aber nicht (be)suchen wollte.

An der Tegernseer Landstraße verließ ich das Friedhofsgelände und bog dann an der Sankt-Bonifazius-Straße in Richtung Nockherberg ab. Wenig später überquerte ich einige Bahngleise

Bahngleise - Am Nockherberg
Bahngleise am Nockherberg

Kurz darauf erreichte ich dann den berühmten Paulaner Biergarten Am Nockherberg, wo jedes Jahr am Josefstag (17. März) mit der Starkbierprobe (Starkbieranstich) zu Beginn der Fastenzeit für 17 Tage der Salvator-Ausschank auf dem Nockherberg gefeiert wird. Das wird auch gerne als die Fünfte Jahreszeit Münchens bezeichnet. 😉

Am Nockherberg - Biergarten

Biergarten Am Nockherberg
Biergarten “Am Nockherberg”

Die Bezeichnung Nockherberg geht übrigens für die Bankiersfamilie Nockher zurück, die ab dem frühen 18. Jahrhundert hier ein Sommerhaus, das sogenannte “Nockherschlösschen” besaß. Soweit ich weiß existiert dieses Gebäude aber heute nicht mehr.

Paulaner Biergarten Am Nockherberg
Paulaner “Am Nockherberg”

Über eine Treppe stieg ich von der Hochstraße, an der dieser Biergarten liegt, herab zur Straße Am Nockherberg, wo ich dann den Auer Mühlbach – ich war jetzt im Münchner Stadtteil Au – überquerte.

Auer Mühlbach - München
Auer Mühlbach

Schräg gegenüber an dem nun Ohlmüllerstraße genannten Verkehrsweg liegt auch die bekannte Paulaner-Brauerei.

Paulaner Brauerei - Ohlmüllerstraße
Paulaner Brauerei – Ohlmüllerstraße

Wie ich hier gelesen habe soll diese aber ab ca. 2016 zum großen Teilen nach nach Langwied an den nordwestlichen Stadtrands Münchens um und auf dem 85.000 Quadratmeter großen Gelände sollen teilweise Wohnungen und Geschäftsräume entstehen. Der Biergarten bleibt aber wohl erhalten. Damit wäre die seit 1634 hier beheimatete Brauerei die letzte der Münchner Brauereien, die ihren angestammten Platz aufgibt. Aber das nur am Rande erwähnt…

Über die weiter führende Ohlmüllerstraße erreichte ich schließlich die Reichenbachbrücke und die Isar unterhalb des Deutschen Museums auf der Museumsinsel, wo sich am Isarufer wieder zahlreiche Menschen versammelt hatten um den schönen Sommertag zu genießen.

Deutsches Museam & Isar - Reichenbachbrücke

Deutsches Museum & Isar - Reichenbachbrücke
Deutsches Museum & Isar – Reichenbachbrücke

Hier wo der Stadtteil Au in die Isarvorstadt überging entschied ich mich, ein wenig ins Gärtnerviertel hinein zu gehen und erreichte wenig später den ebenfalls gut besuchten Gärtnerplatz mit dem bekannten Staatstheater am Gärtnerplatz, das aktuell allerdings bis vorraussichtlich 2015 rennoviert und umgebaut wird. Über den Gärtnerplatz und seine Namensherkunft hatte ich mich hier ja schon mal ausgelassen.

Am Gärtnerplatz

Am Gärtnerplatz
Am Gärtnerplatz

Von hier aus ging es ein Stück in Richtung Norden bis zum Reichenbachplatz, wo ich in die Rumfordstraße abbog und ihr, vorbei am Zwingereck,

Gaststätte Zum Zwingereck
Zwingereck

bis zur Zweibrückenstraße, der ich wieder in Richtung Osten folgte und schließlich über die Ludwigsbrücke die Museumsinsel betrat. Dort sah ich, dass am Vater Rhein Brunnen (über den ich hier ja schon mal geschrieben hatte) irgend etwas abging – das wollte ich mir näher ansehen.
Wie ich feststellen durfte hatte man rund um den Brunnen hellen, dünnen Sand aufgeschüttet und den Platz in einen Beachclub verwandelt und in der Mitte des Brunnens war sogar eine kleine Bühne für Livemusik aufgebaut. Sehr schön – doch ich musste leider auch schon weiter.

Beachclub am Vater Rhein Brunnen
Beachclub am Vater-Rhein-Brunnen

Über den Wehrsteg, von dessen Rand ich noch einmal einen kurzen Blick auf die bereits beim letzten Photowalk erwähnten evangelischen Sankt Lukas Kirche werfen konnte

Sankt Lukas
Sankt Lukas

und vorbei am ebenfalls gestern erwähnten Isarstrand an der kleinen Isar

Isarufer - Kleine Isar - Müllersches Volksbad
Isarstrand an der kleinen Isar

erreichte schließlich den Kabelsteg, von dem aus ich Licht der untergehenden Sonne noch einmal meinen Blick in Richtung Sankt Lukas wandte

Dusk over Sankt Lukas - Munich
Dusk over Sankt Lukas

bevor ich mich durch den Park der Maximiliananlagen ein Stück in Richtung Maximilaneum wandte und kurz davor in Richtung Grütznerstraße

Grütznerstraße
Grütznerstraße

und dann in Richtung Wiener Platz an der Inneren Wiener Straße wandte, den ich wenig später auch erreichte. Dank seines meterhohen Maibaums war er auch kaum zu verpassen.

Maibaum am Wiener Platz
Maibum am Wiener Platz

Vom Wiener Platz ging es über die Steinstraße bis zur Preysingstraße im schönen Haidhausen, in die ich dann abbog und ihr in Richtung Nordosten folgte. Wenig später erreichte ich am Übergang Preysing- zu Wolfgangsstraße ein kleines, schnuckelig anmutendes Gebäude, dass sich als das sogenannte Überlacker-Häusl herausstellte.

Üblacker-Häusl Haidhausen
Übelacker-Häusl

Wie ich über die Webseite der Freunde Haidhausens erfuhr, handelt es sich dabei um ein am Ende des 18. Jahrhunderts am Rande einer kleinen Kiesgrube errichtetes Herbergsanwesen – wobei Herberge hier eine frühe Form der Eigentumswohnung bezeichnet. Bis 1974 war es noch bewohnt und sollte eigentlich abgerissen werden, wurde aber auf bestreben des Bezirksausschusses schließlich unter Denkmalschutz gestellt und ab 1977 renoviert. Im Inneren kann man die typischen Wohn- und Schlafräume einer Tagelöhner-Familie besichtigen – doch leider war ich bereits zu spät dran als dass ich dies noch wahrnehmen konnte – es war schon nach 20:00 Uhr.

Wenig später erreichte ich die Kirchstraße, der ich weiter in Richtung Osten folgte und kam dabei an der Alten Haidhauser Stadtkirche am Südende des Haidhauser Friedhofs vorbei.

Alte Haidhauser Kirche (am Ostfriedhof)
Alte Haidhauser Stadtkirche

Diese Kirche wurde erstmal in einer Urkunde vom 12. Februar 808 erwähnt, in der ein Priester Erlaperht die Kirche und seinen Besitz zur Kirche der heiligen allzeit reinen Jungfrau Maria zu Freising in die Hände seines Bischofs Atto übergibt. Das heutige Gebäude wurde aber erst 1875 errichtet – mehr Infos dazu gibt es hier.

Schließlich erreichte ich den Haidenauplatz und konnte auch schon das Technische Rathaus sehen, über das ich ebenfalls beim letzten Photowalk-Bericht etwas geschrieben hatte.

Am Haidenauplatz
Am Haidenauplatz

Von hier war er nur noch ein kleines Stück weg bis zum Anfang und Ziel des heutigen Münchenrundgangs, dem S-Bahnhof Leuchtenbergring. Damit war mein heutiger beendet – knapp 11km in etwas mehr als 2 Stunden. Na mal schauen wo es mich das nächste Mal hin verschlägt… 😉

Photowalk München 24.07.2012 – Englischer Garten, Maximilianstraße & Isar-Spaziergang

Tuesday, July 24th, 2012

Auch am heutigen Dienstag hielt trieb mich das schöne Wetter wieder an die frische Luft, um meine Exkursionen durch meine Wahlheimat München fortzusetzen.

Die Strecke

Zurückgelegte Strecke: 11,2km
Dauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten


Als Startpunkt wählte ich wieder einmal den S-Bahnhof Leuchtenbergring und brach dieses Mal wieder in Richtung Norden auf. Anstatt wie gestern in die Prinzregentenstraße abzubiegen, setzte ich meinen Weg weiter auf der Richard-Strauß-Straße in Richtung Norden fort. Als erstes fällt hier oben natürlich das Verwaltungsgebäude der Hypovereinsbank auf, kurz einfach Hypo-Haus genannt.
Hypovereinsbank-Hochhaus

Hypovereinsbank-Hochhaus
Hypo-Haus
Dieses vom Architektenpaar Walther und Bea Betz geplante und zwischen April 1975 und November 1981 errichtete, 114 Meter hohe, futuristisch anmutende Hochhaus war bis 2004 das höchste Bürogebäude in München, wurde aber mit der Fertigstellung des Uptown München – das 148 Meter hohe O2-Hochhaus am Georg-Brauchle-Ring im Norden der Stadt – ich erwähnte es schon einmal kurz in meinem Bericht über den Olympiapark – das noch übertroffen.

Uptown München / O2-Hochaus (Aufnahme vom Ausflug zum Olympiapark 2011)

Hier bog ich in die Denninger Straße nach links ab und folgte dieser bis zum Herkomerplatz, benannt nach dem Maler, Bildhauer, Musiker, Theater- und Filmemacher und Schriftsteller Sir Huber von Herkomer (1849-1919).
Herkomerplatz
Herkomerplatz

Hier bog ich in die Montgelasstraße ab, die mich in Richtung Englischer Garten führen sollte.
Montgelastraße, Ecke Mauerkircher Straße
Montgelasstraße, Ecke Mauerkircher Straße

Montgelas ist übrigens der Name eines Adelsgeschlechts, dessen bekanntester Vertreter wohl Maximilian Graf von Montgelas (1759−1838) war, der als Minister unter dem späteren bayrischen König Joseph I. Maximilian diente.
Passenderweise heißt die Isar-Brücke, in die diese Straße mündet, auch Max-Joseph-Brücke nach eben diesem König. Natürlich hatten sich auch den hiesigen Ufern einige Münchner niedergelassen, um den schönen Sommertag zu genießen.
Isar
Isar – von der Max-Joseph-Brücke

Hinter der Max-Joseph-Brücke überquert der nun Tivolistraße genannte Verkehrsweg die Ifflandstraße, die aktuell erneuert wird.
Ifflandstraße
Ifflandstraße

Von hier aus machte ich mich auf den Weg in den Englischen Garten, vorbei am Biergarten am Chinesischen Turm, der natürlich wie immer bei solchem Wetter brechend voll und bestens besucht war.
Chinesischer Turm
Chinesischer Turm – Englischer Garten München

Nun ging es südwärts durch den ebenfalls gut besuchten Englischen Garten, wo sich überall auf den Wiesen und an den Ufern der zahlreichen Gewässer die Menschen tummelten und den Sommertag genossen,
Im englischen Garten
Im Englischen Garten

vorbei am Monopteros, über das ich ja in meinem Beitrag über den Englischen Garten, Kleinhesseloher See und den Biergarten Aumeister berichtet hatte, setzte ich meinen Weg fort
Monopteros
Blick auf das Monopteros

um schließlich den Eisbach zu überqueren
Bachlauf im englischen Garten
Am Eisbach

und am südlichen Ende den Englischen Garten an der Stelle zu verlassen, an der die bekannten Eisbachsurfer (über die ich ja bei einem meiner ersten großen Rundgänge durch München bereits berichtet habe) ihrem Hobby nachgingen und dabei viele Schaulustige anzogen.
Eisbachsurfer

Von hier aus durchquerte ich den Stadtteil Lehel in südlicher Richtung und machte hier einen kurzem Abstecher, um mir die architektonisch sehr gelungene Pfarrkirche Sankt Anna im Lehel kurz näher anzuschauen.
Sankt Anna Kirche
Pfarrkirche Sankt Anna im Lehel

Dieses zwischen 1887–1892 nach Plänen von Gabriel von Seidl im Stil des Historismus errichtete Gebäude ist die katholische Hauptpfarrkirche im Münchner Stadtteil Lehel.

Vom vor der Kirche liegende Sankt-Anna-Platz ging es weiter nach Süden über die Sankt-Anna-Straße, wo ich wenig später einer Arkade erreichte, die mir bekannt vorkam.
Sank Anna Straße
Arkadendurchgang an der Sankt-Anna-Straße

Und ich hatte mit meiner Vermutung richtig gelegen: Ich war auf der Maximilianstraße gelandet, die vom Maximilaneum über das ich gestern ja bereits berichtet hatte weiter nach Westen in Richtung Altstadt führte. Und wo ich schon mal hier war, nutzte ich die Gelegenheit das hier befindliche Maxmonument mal anzusehen.

Maximilianstraße

Maximilianstraße
Maxmonument – Maximilianstraße

Beim Maxmonument, auch Max-II-Denkmal genannt, handelt es sich um ein Denkmal des bayrischen Königs Maximilian II. Auf einer dreistufigen Basis aus Granitsyenit und einem Sockel rötlichem Meißner Granit mit einer Gesamthöhe von 5 Metern steht eine ebenfalls fünf Meter hohe, bronzene Statue des Wittelsbachers Maximilian II. Joseph von Bayern, (1811-1864) in seinem Krönungsornat. In seiner rechten, erhobenen Hand hält er die bayrische Verfassungsurkunde und in der Linken ein Schwert. Am Fuß des Sockels sitzen die als Figuren dargestellten vier Herrschertugenden, von denen auf dem obigen Bild nur drei zu sehen sind: Vorne sieht man Friedensliebe mit einem Palmzweig, links die Weisheit mit einer Fackel in der Hand, rechts die Gerechtigkeit mit Schwert und Gesetzestafel und auf der Rückseite (nicht im Bild) die Stärke mit einem Kriegerhelm auf einem Löwen sitzend.

Nun wandte ich mich wieder nach Westen und passierte das Staatliche Museum für Völkerkunde, das mit 150.000 Objekten das zweitgrößte Völkerkundemuseum Deutschlands ist – nach dem Völkerkundemuseum in der Hauptstadt Berlin.
Museum für Völkerkunde
Staatliches Museum für Völkerkunde
Bis heute habe ich es leider noch nicht besucht, aber sobald das Wetter mal schlechter ist werde ich auf jeden Fall nachholen.

Schräg gegenüber befindet sich ein architektonisch im selben Stil errichtetes Gebäude, dessen östlicher Teil für Ausstellungen genutzt wird während im westlichen Teil die Regierung von Oberbayern residiert.
Regierungsgebäude an der Maximilianstraße

Ich folgte der Maximiliansstraße noch ein Stück bis zum Maximiliansforum und bog dort auf den Thomas-Wimmer-Ring ab und machte mich von dort auf den Weg in Richtung Isartor.
Maximilianstraße, Ecke Karl-Schamagl-Ring

Beim Isartor angekommen, über das ich hier ja schon mal was geschrieben hatte, nutzte ich die Gelegenheit mir den Fortunabrunnen vor dem Gebäude der Bayrischen Beamtenversicherung näher anzuschauen, der hier 1907 vom Münchner Bildhauer Karl Killer im Jugendstil errichtet wurde und auf einem achteckigen Brunnenbecken aus roten Marmor die Glücksgöttin Fortuna mit einem Füllhorn zeigt.
Fortunabrunnen, Isarvorplatz

Nun ging es weiter bis zur Museumsinsel, wo ich in die Steinsdorfstraße abbog und mich ein Stück zurück in Richtung Maximiliansbrücke begab.
An der Steinsdorfstraße
An der Steinsdorfstraße

An der Isar konnte man einen Blick auf den Wehrsteg zwischen Praterinsel und Museumsinsel werfen, in deren Hintergrund eine Art Schornstein und ganz hinten die Spitze des Gassteigs zu sehen war.
Isar & Wehrsteg
Wehrsteg

An der Mariannenbrücke erreichte ich schließlich eine Möglichkeit die Isar zu überqueren. Hier findet sich auch das vom Deutschen Alpenverein (DAV) betriebene Alpine Museum in dem man sich über die Geschichte des Alpinismus informieren kann.
Alpines Museum
Alpines Museum

Nachdem ich die Mariannenbrücke überquert hatte, von der aus man einen sehr schönen Blick auf die Isar mit dem Deutschen Museum und dem Müllerschen Volksbad im Hintergrund.
Blick in Richtung Museumsinsel
Blick von der Mariannenbrücke

Von der anderen Seite auf dem Wehrsteg waren die Lichtverhältnisse nun auch besser, die Lukaskirche (St. Lukas Kirche) auf der Westseite des Isar auf digitale Speicherkarte zu bannen – eine von insgesamt drei lutherisch-evangelische Kirche in München, die zwischen 1893 und 1896 im Stil des Historismus (wie die weiter oben erwähnte katholische St. Anna Kirche) errichtete wurde.
Sankt Lukas München
St. Lukas (Lukaskirche) München

Vom Wehrsteg zwischen Prater- und Museuminsel hatte man außerdem auch einen wunderbaren Blick auf das breite Stück Kiesstrand unterhalb des Müllerschen Volksbads, auf dem sich zahlreiche Menschen niedergelassen hatte und die letzten Strahlen der untergehenden Sonne genossen.
Müllersches Volksbad
Isar am Müllerschen Volksbad

Weiter ging es über den sogenannten Kabelsteg in die Maximiliananlagen. Am Geländer des Kabelstegs fanden sich wie ich sah einige Schlösser mit aufgemalten oder teilweise sogar eingravierten Namen und/oder Jahreszahlen – wohl Liebesschlösser.
Schlösser - Kabelsteg

Gleich hinter dem Kabelsteg konnte ich einen Blick auf ein relativ prachtvolles Gebäude erblicken. Wie sich herausstellte handelte es sich dabei um die ehemalige Villa des Direktors des dahinter befindlichen ehemaligen Elektrizitätskraftwerks Muffathalle, das heute ein Kulturzentrum mit Biergarten beherbergt. Das nach dem Münchner Baurat Franz Karl Muffat und seinem Bruder Karl August benannte Gebäude wurde 1837 als Wasserwerk für die Versorgung Haidhausens errichtet. 1867 wurde daneben eine Maschinenhalle mit Dampfmaschine zur Elektrizitätserzeugung errichtet, während die Funktion als Wasserwerk 1883 beendet wurde. Die Maschinenanlagen wurden schrittweise erweitert bis das Werk 1973 schließlich geschlossen wurde. Ab 1992 begann der Umbau zum Kulturzentrum, das 1993 dann eröffnet wurde.
Ehemalige Villa des Kraftwerksdirektor Muffathalle - Maximiliananlagen
Villa an der Muffathalle

Ich setzte meinen Weg in Richtung des Müllerschen Volksbads fort, wo ich nun auch einen näheren Blick auf den im Jugendstil gehaltenen Schornstein des ehemaligen Muffatwerks werfen konnte.
Schornstein am Biergarten Muffathalle

Vorbei an den mit zahlreichen Graffitis verzierten Wand des Kulturzentrums mit seinem Biergarten
Graffiti - Muffathalle

setzte ich meinen Weg fort und ging stieg dann in Richtung Rosenheimer Straße hoch. Von dort aus folgte ich dieser Straße und bog dieses Mal aber nicht wie gestern am Rosenheimer Platz in Richtung Weißenburger Platz ab, sondern folgte der Rosenheimer Straße weiter bis sie die Orleansstraße kreuzte.
St. Wolfgang - Ecke Rosenheimer Straße, Orleansstraße
St. Wolfgang – Rosenheimer Straße, Ecke Orleansstraße

Holzkontor - Ecke Rosenheimer Straße, Orleansstraße
Holzkontor Grombach – Rosenheimer Straße, Ecke Orleansstraße

Hier entschloss ich mich zurück auf den Weg in Richtung S-Bahn zu machen und erreichte wenig später den Ostbahnhof am Orleansplatz.
Orleansplatz

Zwar hätte ich hier schon in die S-Bahn steigen können, doch ich wollte den Rundgang komplett machen und bis zu meinem Weg bis zu meinem Startpunkt am Leuchtenbergring fortsetzen. Also ging ich weiter der Orleansstraße, wo nördlich des Ostbahnhofs die Fläche zwischen der Straße und dem Schienennetz von verschiedenen Gebrauchtwagenhändlern besiedelt wird. Dahinter konnte man die Telekom-Hochhäuser am mittleren Ring und den runden Turm des Technischen Rathauses erkennen, welches das Baureferat der Stadt München beherbergt. Auf der Spitze des Turms sieht man nicht etwa Mobilfunk-Antennen, sondern Kunst am Bau – es handelt sich um einen Rotor der bei genügend Wind eine Scheibe im frei zugänglichen Innenhof des Gebäudeanlage antreibt.
T-Gebäude & Technisches Rathaus
Telekom-Gebäude & Technisches Rathaus

Am Haidenau-Platz machte ich schließlich das letzte Foto für heute
Leitwerk
Leitwerk – Haidenauplatz

nach 11km Fußmarsch hatte ich mein Pensum für den heutigen Tag wirklich erfüllt. Mal schauen wo es mich das nächste Mal hin verschlägt – es gibt noch viel in München zu erkunden. 😉

PS: Dieser Beitrag ist später entstanden und wurde zurückdatiert

Photowalk München 23.07.2012 – Prinzregentenstraße, Maximilianeum & Haidhausen

Monday, July 23rd, 2012

Ich bewege mich einfach zu wenig, soviel stand schon seit längerem für mich fest daher entschloss ich mich bereits vor einiger Zeit, wenn es das Wetter zulässt Abends noch mal aufzubrechen und das schöne München zu Fuß zu erkunden. Ich hatte bereits meine ersten Strecken hinter mir als mir der Gedanke kam, doch mal meine Kamera mitzunehmen und meine ausgedehnten Erkundungs- und Spaziergänge etwas zu dokumentieren. Hier also nun die erste Ausgabe der Subnetmask Photowalks durch München.

Die Strecke

Startpunkt war der S-Bahnhof Leuchtenbergring, von dort aus ging es nach Norden bis zur Prinzregentenstraße und dieser folgend bis über die Luitpoldbrücke unterhalb der Friedensengels. Nach der Luitpoldbrücke folgte ich an der Isar entlang der Widenmayerstraße bis zur Maximiliansbrücke, die ich in Richtung Maximilaneum (Bayrischer Landtag) überquerte und dann an den Maximiliansanlagen vorbei bis zum Max-Weber-Platz ging. Von dort an ging es die Innere Wiener Straße bis zum Gasteig und dann die Rosenheimer Straße hoch bis zum Rosenheimer Platz, um dann über den Weißenburger Platz und den Pariser Platz schnurstracks bis zum Orleansplatz zu laufen. Vom Orleansplatz ging es dann zurück zum S-Bahnhof Leuchtenbergring.
Strecke insgesamt: ca. 7,5km
Dauer: 1 Stunde 20 Minuten

Die Fotos
Mein erstes Photo machte ich an der Katholischen Pfarr- und Klosterkirche Sankt Gabriel [Mehr].
Sankt Gabriel Kirche
Dieser an der Ecke Prinzregentenstraße, Versailler Straße zwischen 1925 und 1926 errichtete Backsteinbau mit seinem 45m hohen Glockenturm und dem 17m hohen Mittelschiff dient den mehr als 13.000 Katholiken des 1922 entstandenen neue Seelsorgsbezirk St. Gabriel als Gotteshaus.

Ein Stück weiter erreichte schließlich den Prinzregentenplatz
Prinzregentenplatz
dessen imposantestes Gebäude mit Sicherheit das zwischen April 1900 und August 1901 im Jugendstil errichtete Prinzregententheater, vor dem sich als ich ankam gerade viele gut gekleidete Gäste tummelten und wohl auf die nächste Vorstellung warteten.
Prinzregententheater
Schräg gegenüber vor dem Gebäude der Commerzbankfiliale Prinzregenzenplatz entdeckte ich des weiteren noch einen Brunnen der mit ein Foto wert schien. Da ich ihn in der Liste der Münchner Brunnen nicht entdecken konnte, nenne ich ihn aufgrund seiner beiden Figuren einfach mal Knabenbrunnen.
Knabenbrunnen - Prinzregentenplatz

Ein Stück weiter findet sich, ebenfalls an der Prinzregentenstraße das am 16. Dezember 1933 eröffnete Prinzregentenstadion mit seiner Eislaufbahn, das heute mit dem 1936 eröffneten, dahinter befindlichen Prinzregentenbad eine bauliche Einheit bildet.
Prinzregentenstadion

Das nächste sehenswerte Bauwerk in der Prinzregentenstraße ist die im neoklassizistischen Stil zwischen 1896 und 1897 errichtete Villa Stuck, die dem der Malerfürst Franz von Stuck bis zu seinem Tod als Atelier und Wohnhaus diente und heute als Museum für seine Werke sowie für wechselnde Ausstellungen anderer Künstler genutzt wird.
Villa Stuck

Direkt hinter der Villa Stuck beginnt der Europaplatz, an dessen Seiten sich die Straße für die Auto in einem weiten Bogen nach rechts und links in Richtung der Luitpoldbrücke windet. Am westlichen Ende des Europaplatzes findet sich schließlich der berühmte Münchner Friedensengel auf seiner 35m hohen Säule. Die zwischen April 1896 und Juli 1899 errichtete Skulptur erinnert an die 25 friedlichen Jahre nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71.

Säule & Friedensengel Friedensengel München
Friedensengel

Sockel der Friedensengel-Säule
Sockel des Friedensengel

Friedensengel - CloseUp Friedensengel
Friedensengel – Links: Nahaufnahme – Rechts: Vom Delfinbrunnen

Diese auf einer hohen Säule ruhende Nachbildung der Nike des Paionios dient als point de vue der Sichtachse der unteren Prinzregentenstraße.
Untere Prinzregentstraße - Sichtachse
Untere Prinzregentenstraße – Sichtachse

Unterhalb der Säule findet sich der sogenannte Delfinbrunnen mit seiner Fontaine, die von vier von Putten (kleinen Engelchen) gerittenen Delfinen umringt ist.

Delfinbrunnen & Blick in die Prinzregentenstraße
Delfinbrunnen & Blick in die Prinzregentenstraße

Delfinbrunnen & Friedensengel
Delfinbrunnen & Friedensengel – von unten gesehen

Über die Luitpoldbrücke, von der aus man in einiger Entfernung die Maximilianbrücke und dahinter sogar Teile des Müllerschen Volksbad sehen konnte, überquerte ich die Isar
Isar - Blick Richtung Maximiliansbrücke
Isar & Blick in Richtung Müllersches Volksbad

und folgte dann der Widenmayerstraße am westlichen Isarufer entlang. Auf der anderen Seite hinter den dort gelegenen Maximiliansanlagen tauchte auch schon bald die Spitze des Maximilaneums, dem Bayrischen Landtag auf.
Isar & Maximiliananlagen

An der Maximiliansbrücke angekommen konnte schließlich ich mehr dieses Gebäudes sehen.
Maximiliansbrücke & Maximilianeum
Maximiliansbrücke & Maximilianeum

Von der Maximiliansrücke aus konnte man einen weiteren schönen Blick auf die Isar zurück in Richtung Luitpoldbrücke werfen.
Isar & Luitpoldbrücke

Bald schon konnte ich das Maximilaneum in Gänze überblicken. Dieses zwischen 1957 und 1874 nach mehrmaligen Nachbesserungen auf Geheiß von König Maximilian II errichtete Gebäude beherbergt neben dem Bayrischen Landtag auch die von Maximilian II ins Leben gerufene Stiftung Maximilaneum, die begabte Studenten aus Bayern und der Pfalz unterstützt. Namhafte Günstlinge dieser Stiftung waren u.a der Politiker Franz-Josef Strauß, der Physiker Werner Heisenberg und der Schriftsteller Carl Amery.
Maximilaneum / Bayrischer Landtag

Links vorbei am Maximilaneum machte ich mich auf den Weg hoch in Richtung Max-Planck-Straße und Max-Weber-Platz, wobei ich weitere Einblicke in das Gebäude neben konnte.
Bayrischer Landtag - Seitenflügel
Seitenflügel Maximilaneum

Deutsche Flagge - Bayrischer Landtag
Deutsche Flagge – Maximilaneum

Bald schon erreichte ich den Max-Weber-Platz mit seinem überdachten, an einen Pavillion erinnerten U-Bahn Ausstieg. Er ist im übrigen zwei Personen dieses Namens gewidmet – ursprünglich nur dem Haidhausener Gemeindeschreiber und späteren Magistratsrat Max Weber, aber seit 1998 auch dem 1920 verstorbenen Soziologen und Nationalökonomen Max Weber, der zwischen 1919 und 1920 Nationalökonomie an die Universität München lehrte.
Max-Weber-Platz

Von hier aus hätte ich über die Einsteinstraße schnell zurück zum Leuchtenbergring gefunden, aber die bisher zurückgelegte Strecke war mir einfach noch zu kurz. Also bog ich in die Innere Wiener Straße ab, in der am Wiener Platz auch der Hofbräukeller München liegt, über den ich hier ja schon mal berichtet hatte.
Löwe am Wiener Platz
Löwenfigur am Wiener Platz

Diese Straße führte mich in Richtung Gasteig und Museumsinsel – doch noch vorher weckte ein Gebäude rechts in einem kleinen Park mein Interesse. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um die Ukrainische orthodoxe Kirche von München.
Ukrainische orthodoxe Kirche München Ukrainische orthodoxe Kirche München
Ukrainisch orthodoxe Kirche München

Am Gasteig bog ich schließlich in die Rosenheimer Straße ab und erreichte schließlich den Rosenheimer Platz, dessen unterirdische S-Bahn Station mir natürlich von jeder Fahrt in die Innenstadt bekannt war.
Rosenheimer Platz
Rosenheimer Platz

Von hier aus entschied ich mich der Weißenburger Straße mit ihren vielen Gaststätten und Cafés zu folgen und erreichte über der kurze Stück vom Rosenheimer Platz, das als Fußgängerzone ausgewiesen bin kurz den Weißenburger Platz, der von dem in seinem Zentrum stehenden und von zahlreichen Blumenbeeten und außen von Bäumen umgebenen Glaspalastbrunnen beherrscht wird.
Weißenburger Platz
Glaspalastbrunnen am Weißenburger Platz
Dieser 1853 von August von Voit entworfene Brunnen, der ursprünglich im Glaspalast des Alten Botanischen Garten nördlich des Karlsplatzes stand. Nachdem das Gebäude 1931 niedergebrannt war, wurde der Brunnen zuerst an dem Orleansplatz beim Ostbahnhof und bei dessen Umbau dann hierher verlegt.

Die komplette Weißenburger Straße entlang durchquerte ich dann das sogenannte Franzosenviertel von Haidhausen, das wegen seiner vielen französischen Straßennamen (Orleansstraße, Pariser Straße, Metzsstraße, Sedanstraße usw.) so genannt wird und erreicht schließlich den Orleansplatz am Ostbahnhof, dem wohl wichtigsten Verkehrsknotenpunkt im Osten Münchens.
Orleansplatz
Am Orleansplatz

Von hier folgte ich der Orleansstraße bis zur Berg-am-Laim-Straße und von dort aus ging es dann zurück zum Leuchtenbergring. Mit über sieben Kilometer ein überaus ansehnlicher Spaziergang, der mir Lust auf mehr gemacht hat – zumal es in München ja so viel zu entdecken gibt. Bald wird es also weitere Photowalks durch meine Wahlheimat München geben. 😉

PS: Dieser Bericht ist erst später entstanden und wurde zurückdatiert.