Flugwerft & Schloßanlage Schleißheim
10.09.2011 21:23 München, Photowalks4 Kommentare
Auch heute wollte ich natürlich wieder nicht zu Hause versauern, daher machte ich mich auf den Weg nach Oberschleißheim nördlich von München, wo neben der sogenannten Flugwerft, einer Außenstelle des hiesigen Deutschen Museums, auch das dortige Schloß mit dem Wilhelmshof und seinem Schloßpark zu bewundern war. Zwar wäre ich auch mit der S-Bahn hingekommen, die Linie S1 hat direkt in Oberschleißheim einen Haltepunkt, doch ich rang mich dann doch dazu durch mit dem Auto zu fahren. Hätte ich den Verkehr auf dem Mittleren Ring bedacht, wäre die S-Bahn im Nachhinein gesehen auf jeden Fall Stressfreier gewesen, aber sei es drum. Nach etwa einer halben Stunde Autofahrt erreichte ich schließlich die Gemeinde Oberschleißheim, die im Norden direkt an München angrenzt. Der Verkehr auf dem Mittleren Ring an einem so schönen Samstag ist natürlich höllisch, aber glücklicherweise bin ich ohne größere Verzögerungen durchgekommen.
Flugwerft Schleißheim
Ich parkte mein Auto direkt neben dem alten Schloß und machte mich von dort aus erst einmal auf den Weg zur etwas südlich gelegenen Flugwerft, um genau zu sein die Deutsches Museum Flugwerft Schleißheim, einer Außenstelle des deutschen Museums die sich südlich des Alten Oberschleißheimer Schloßes direkt am Sonderlandeplatz Schleißheim befindet, dem ältesten noch in Betrieb befindlichen Flughafen Deutschlands.
Die Einrichtung schien gut relativ besucht wie es schien. Vor allem viele Familien mit Kindern konnte ich hier sehen. Auch viele Gruppen von Radfahrer hatten sich scheinbar diese Gegend als Ausflugsziel gewählt zu haben. Nachdem ich am Eingang meine Eintrittskarte zum Preis von 6 Euro gelöst hatte (diese Eintrittskarte gilt am selben Tag auch für das Hauptgebäude auf der Museumsinsel sowie das Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe),

Eintrittskarte – Links von vorne – Rechts von hinten
betrat ich wenig später die erste Halle des alten Gebäudeteils, in dem vor allem Gleitflieger und kleine Motorflugzeuge zu sehen waren – darunter auch ein Fieseler Fi 156 – genannt Storch.
Von hier aus führte ein langer, zu beiden Seiten mit hohen Glaswänden abgegrenzter Gang in den hinteren Bereich der Ausstellung – vorbei an einer großen, für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Wartungshalle mit allerlei KrimsKrams darin. Über eine Empore konnte ich jedoch einen kurzen Blick hinein werfen.
Schließlich erreichte ich die drei zusammenhängenden Hallen, die hier 1992 als Erweiterungsbau errichtet worden waren. Und hier fand sich der größte Teil der Exponate. Im ersten Teil der Hallen fanden sich dabei vor allem größere Propellermaschinen, darunter eine Antonov AN-2 aus dem Zweiten Weltkrieg und eine kleinere Cessna 195 aus den späten 1940ern und frühen 1950ern.
Ab der zweiten Halle beherrschten jedoch die Düsenflugzeuge die Ausstellung. Als erstes fiel hier eine begehbare Dornier DO31 E3 ins Auge, eine senkrechtstartende Transportmaschine die 1959 von Dornier als Prototyp entwickelt worden war. Bei ihren frühen Flügen stellte sie damals gleich mehrere Rekorde für Senkrechtstarter, unter anderem im Bereich Geschwindigkeit mit 514km/h auf, aber bis auf die drei Prototypen, von denen die E3 einer ist, wurden das Programm in den frühen 1970er Jahren eingestellt.
Des weiteren fanden sich hier auch einige Hubschrauber, darunter ein russischer Kamow KA-26 aus den 1970er Jahren in seiner Agrar-Version mit großem Chemikalienbehälter zum besprühen von Feldern. Dieser konnte aber bei Bedarf auch gegen eine sechssitzige Passagierkabine ausgetauscht werden, was den KA-26 zu einem vielseitigen Fluggerät machte.
Der Rest der Halle wurde von weiteren frühen Düsenjägern beherrscht, währen man an der Decke einige Segelflieger sehen konnte. Im vorderen Teil der Halle fand sich außerdem ein kleiner “Flugzirkus” an dem Kinder ein kleines Modellflugzeug an einer Schnur um einen Pfahl fliegen lassen konnten, indem sie einen Knopf drückten. Na ja, wenn so etwas den Kindern Spaß macht…
In der dritten Halle fanden sich wieder einige Düsenjäger, teilweise etwas modernerer Bauart. Darunter ein Lockhead F-104 “Starfighter” sowie die berühmte Mig-21.
Außerdem gab es hier die erste Raktenstufe einer kommerziellen EUROPA-Trägerrakete wie sie in den 1960er und 1970er Jahren vom europäischen ESA-Vorläufer ELDO (European Launcher Development Organisation) entwickelt worden waren.
Als ich die Halle wenig später verließ, konnte ich auch sehen dass weiter unten auf dem Flugplatz eine Vorführung von Modellflugzeugen stattfand. Hätte die Sonne nicht so gebrannt und hätte mich das mehr interessiert, hätte ich es mir vielleicht mal genauer angesehen – aber ich entschloss mich dazu weiter zu ziehen. Zumindest erklärte das warum auch einige Modellflugzeuge in der ersten Halle ausgestellt worden waren.
So begnügte ich mich damit hier noch einige Aufnahmen von den Gebäuden zu machen, bevor ich die Flugwerft wenig später wieder verließ und meine heutige Erkundung fortsetzte.
Schloßanlage Oberschleißheim
In Oberschleißheim gibt es um genau zu sein nicht nur ein, sondern sogar drei Schlößer. Der älteste Teil, der sogenannte Wilhelmshof oder Wilhelmsbau, den sich im Jahr 1598 der Bayrische Herzog Wilhelm V. zu der von ihm erworbenen Schwaige errichten ließ. Unter dem Begriff Schwaige, Schwaighof oder bayrisch Schwoag versteht sich dabei ein meist herrschaftlicher Hof in dem in Form einer Sennerei primär Vieh- und Milchwirtschaft betrieben wird. Vollendet wurde das Gebäude aber erst von dessen Sohn Maximilian I, der diesen Bereich später noch bis zu seinen heutigen Ausmaßen ausbaute. Auf beiden Seiten verläuft dabei ein Wasserkanal – über einen dieser Kanäle konnte ich auf meinem Rückweg von der Flugwerft schon mal einen Blick in Richtung Schloß werfen.
Der große Hof bildet den hinteren Teil der gesamten Anlage und wird offensichtlich auch heute noch regulär bewohnt – zumindest sah ich an einigen Seitengebäuden Briefkästen und Wäschespinnen auf dem Rasen davor. Den westlichen Abschluß des ersten Hofes bildet schließlich ein Haus, in dessen Mitte ein Durchgang mit ihm krönenden Uhrenturm zu finden ist.
Der Rest des Hofes wird heute durch eine T-förmig verlaufende Straße, für den öffentlichen Verkehr freigegebene Straße mit Allee beherrscht. Dieser Bereich schien aber keine nähere Betrachtung wert, daher wandte ich mich dem Durchgang unter dem Uhrenturm zu.
Durch dieses Tor betritt man einen weiteren, kleinen Innenhof mit gepflegtem Rasen, der etwa in der Mitte durch einen fließenden Bach in zwei Hälften getrennt wird. Hier hatte man auch das erste Mal Gelegenheit das Alte Schloß im Ganzen zu sehen, welches aber eher einem herrschaftlichem Haus als wirklich einem Schloß ähnelt.
In vorderen Bereich des rechten Flügels findet sich die sogenannte Schloßwirtschaft, ein Gasthaus in dem Besucher Speisen und Getränke zu sich nehmen können. Links beherrschen ein großer Baum und ein Brunnen mit Heiligenfigur das Bild. Als ich näher kam konnte ich erkennen dass es sich bei dem Brunnen um einen Gedenkbrunnen für die Opfer des ersten Weltkrieges handelt.
Das Gebäude des alten Schloßes war geöffnet und konnte betreten werden, es existiert des weiteren im linken Bereich in weiterer kleiner Torbogen durch den man weiter gelangen kann. Sobald man auf der anderen Seite ankommt, erhält mein einen ersten Blick auf den Neuen Schloßbereich, der von Kurfürst Max Emanuel um 1700 als Residenz hinsichtlich der erhofften Kaiserwürde errichtet wurde. Ursrpünglich war hier eine vierflügelige Schloßanlage mit zusätzlichen Pavillions geplant, doch aufgrund des Spanischen Erbfolgekrieges 1704 und des Exils von Max Emanuel kamen die Bauarbeiten bis zu seiner Rückkehr aus dem Pariser Exil 1715 zum Stillstand. Realisiert wurde schließlich nur der monumentale Haupttrakt – auf die verbindenden Flügel zum alten Schloß und viele andere Pläne wurde aufgrund der schlechten finanziellen Lage verzichtet.
Mit seinem gepflegtem kleinen Park erinnerte dieses Schloß schon eher an das, was ich von meinem Besuch auf Schloß Nymphenburg her kannte. In diesem kleinen Park tummelte sich neben vielen anderen Besuchern auch ein Brautpaar, dass sich von einem Berufsfotografen wohl an ihrem Hochzeitstag vor dieser schönen Kulisse ablichten ließ. Verständlich – denn im Vergleich zum alten Schloß war dieses Gebäude wirklich pompös. Doch es sollte noch besser werden.
Sehenswert war auch die Tür des Neuen Schlosses mit seiner verspielten Ornamentik und seinen Figuren. Leider war sie verschlossen, so dass ich einmal komplett um das Gebäude herumgehen musste um in den hinteren Bereich zu gelangen.
Nachdem ich an einigen rechteckig ausgerichteten Baumreihen vorbei gegangen war, konnte ich hinter einer weiteren Reihe Bäume bereits erahnen was mich hier erwartete.
Und der Eindruck hatte nicht getrübt, den der Innenhof wurde von einer prächtigen, gepflegten Gartenanlage beherrscht, in der zwei kleinere Fontainen links und rechts sowie eine große Drillingsfontaine mit Kaskade im Hinteren Bereich des Hofgartens als Blickfang dienten.
Ähnlich wie in Nymphenburg verlief von der zentralen Treppe des Schloßes aus eine Sichtachse in den hinteren Bereich des Schloßparks. Hinter der Drillingsfontaine konnte ich dabei bereits das dritte der hiesigen Schlößer, Lustheim, erkennen.
Und auch der innere Bereich des Haupttraktes wirkte wirklich sehr prächtig. Der Baustil erinnerte klar an Nymphenburg, was aber auch nicht verwunderlich ist da auch hier der Architekt Joseph Effner gewirkt hat, der auch am Bau des Nymphenburger Schloßes beteiligt war.
Ich folgte dem mittleren Weg und nahm als erstes die Drillingsfontaine in näheren Augenschein. Die ständig sprühenden Wassersäulen, zwei davon im unteren Becken und eine etwas größere im oberen Becken direkt über der zweistufigen Kaskade, erwiesen sich wirklich als wunderbares Werk der Brunnenbaukunst.
Zwischen dem oberen und unteren Becken führte eine schmale Mauer bis an die Kaskade heran. Auch wenn der Weg etwas wackelig war und die Gefahr eines unfreiwilligen Bades mit sich brachte, bestieg ich diese Mauer und nährte mit so der Kaskade. Von hier aus hatte man einen schönen Blick zurück auf das Hauptgebäude
sowie in die andere Richtung auf Schloß Lustheim, das zum Greifen nah erschien.
Ähnlich wie bei der Hauptsichtachse in Nymphenburg hatte man auch hier im hinteren Bereich einen Kanal angelegt, an dem entlang gesäumt von Bäumen einige die Wege verliefen.
Ich folgte nun dem rechten Weg in Richtung Schloß Lustheim und musste schon bald feststellen dass die Entfernung weiter war als es erschien.
Wie bei solchen Wasserflächen üblich tummelten sich auch hier einige Wasservögel, die von einigen Besuchern sogar gefüttert wurden. Ich entdeckte unter anderem Wildgänse
einige Stockenten die ihre Runden über den Kanal zogen
sowie natürlich Schwäne, wobei ich dabei auch einige braune Exemplare entdeckte. Zuerst dachte ich ja dass es sich hier um weibliche Tiere handelt, denn auch bei Enten sind Weibchen eher braun während das Männchen mit prächtigen Gefieder aufwartet. Doch meine Recherche zeigte mir dass es sich hier wohl um ältere Jungtiere handeln muss, die noch nicht ihr weißes Gefieder bekommen haben.
Des weiteren fiel mir auf dass viele schmale, durch Hecken begrenzte Sichtachsen vom Hauptweg fort liefen – ohne dass diese jedoch als Wege für die Besucher zu erkennen waren. Einige kümmerte das auch nicht und sie schlugen sich im wahrsten Sinne des Wortes “in die Büsche” – ich entschloß mich aber dazu am Kanal zu verbleiben.
Schließlich erreichte ich Schloß Lustheim, ein kleines Jagd- und Gartenschlösschen welches Kurfürst Max Emanuel im Jahre 1685 anlässlich seiner Hochzeit mit der sterreichischen Kaisertochter Maria Antonia beauftragte und von seinem Hofarchitekten Henrico Zuccalli errichtet. Das im Stil italienischer Casinobauten errichtete Schloß sollte mit seinen 1300m Entfernung vom Hauptgebäude in der alten Planung das Zentrum der weitläufigen Schloßanlage werden. Heute liegt es am westlichen Ende – dahinter endet wenig später der Schloßpark.
Der kleine Garten vor dem Schloß wirkt dabei nicht ganz so sauber strukturiert wie der Garten vor dem Haupttrakt mit seinen Fontainen, hat aber auch irgendwie seinen Reiz.
Nachdem ich Lustheim einmal umrundet hatte, machte ich mich schließlich auf den Rückweg und wählte dabei dieses Mal das andere Ufer.
In der Mitte des Kanals – das hatte ich vorhin ganz vergessen zu erwähnen, gibt es außerdem eine “Ausbuchtung”, die die Gradlinigkeit des Wasserweges visuell etwas auflockert.
An der Kaskade vorbei wandte ich mich schließlich in Richtung der südlichen Spitze des Haupttrakts, wo ich den Park verließ.
Wäre ich nicht von meiner Tour vom letzten Wochenende noch etwas Fußlahm gewesen, hätte ich meine Erkundung bestimmt noch etwas ausgedehnt – da die Spuren aber wohl noch etwas brauchen um ganz zu verschwinden beließ ich es mit diesem Rundgang für heute dabei.
Zum Abschluß natürlich noch wie immer eine kleine Übersichtskarte des zurückgelegten Weges – auch dieses Mal wieder als interaktive Google-Maps-Karte.
Die Strecke dürfte sechs Kilometer knapp unterschreiten, also kein wirklich großer Rundgang heute. Aber ich bin sicher dass ich schon bald wieder mir größeren Aktionen dienen kann.
Abschließend möchte ich noch bemerken, dass sich der Besuch der Schloßanlage auf jeden Fall lohnt, ob die Flugwerft wirklich interessant ist sei jedem selbst überlassen, denn die Anzahl der ausgestellten Flugzeuge und die Bandbreite unterschreitet meiner Meinung nach das, was man auf der Museumsinsel im Hauptgebäude des deutschen Museums auf mehreren Etagen bewundern kann. Aber ob man die sechs Euro ausgeben will oder nicht sei jedem dabei natürlich selbst überlassen.
Tags: Bavaria, Bayern, flugwerft, fotos, oberschleißheim, Park, photos, photowalk, schleißheim, schloß, schloßpark
Schloss Nymphenburg, Schlosspark & Botanischer Garten – ein Rundgang
4.09.2011 16:41 München, Photowalks3 Kommentare
Am Samstag sollten die Temperaturen angenehme 29 bis 30 Grad erreichen – ein wunderschöner Sommertag den ich natürlich ungern zu Hause verbringen wollte. Also nutzte ich die Gelegenheit mir einen Teil Münchens anzusehen den ich bisher noch nicht kannte. Dabei fiel meine Wahl auf Neuhausen nordöstlich des Hauptbahnhofes, Nymphenburg und natürlich das Nymphenburger Schloß mit seinem Schlosspark und dem botanischen Garten. Als ich heute morgen gegen 10:00 Uhr aufbrach waren die Temperaturen aber noch einigermaßen angenehm, so dass ich mich dazu entschloss mit der S-Bahn bis zum Hauptbahnhof zu fahren und von dort meine Tour zu beginnen.
Ich verließ also den Hauptbahnhof auf der Seite der Arnulfstraße und folgte dieser ein Stück, um dann in die Seidlstraße einzubiegen und ihr Richtung Norden zu folgen. Dieser Teil Münchens gehört wohl noch knapp zum Stadtteil Maxvorstadt. Am Stiglmaierplatz fand sich das erste Motiv das es mir wert erschien abgelichtet zu werden: Der Löwenbräukeller – natürlich mit angeschlossenem Biergarten.
Diese 1883 eröffnete Schankwirtschaft, die zum angrenzenden Brauereigelände der Löwen-Brauererei gehört, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Am Anfang des 20ten Jahrhunderts entwickelte sich dieser Ort zu einem wichtigen Veranstaltungszentrum in dem internationale Künstler auftraten und während des Dritten Reiches wurden nach der Zerstörung des ursprünglichen Veranstaltungsort Bürgerbräukeller durch das missglückte Hitler-Attentat des Schreiners Georg Elser alle Veranstaltungen der NSDAP hierher verlegt. Zwar wurde das Gebäude durch einen Luftangriff Ende 1944 schwer beschädigt, aber 1950 schon wieder aufgebaut und baulich verbessert. Seit 1984 und 1985 stehen Teile des Löwenbräukellers unter Denkmalschutz. Heute finden dort – wie ich anhand von Ankündigungen auf Plakaten sehen konnte – u.a. auch After-Oktoberfest-Partys statt.
Nach dem Stiglmaierplatz wird die die Scheidlstraße zur Dachauer Straße. Wie ich im Nachhinein feststelle hätte ich am Löwenbräukeller eigentlich nach links in die Nymphenburger Straße abbiegen sollen, das hätte mir einen Umweg erspart, aber damals war mir das nicht bewusst. Ich folgte also der Dachauer Straße weiter, vorbei ein einem hübschen und schattigen Platz zwischen Schleißheimer und Dachauer Straße
und erreichte schließlich die Kreuzung Dachauer und Sandstraße. Hier überlegte ich zwar kurz ein Stück mit der Straßenbahn zu fahren, entschied aber dann doch dagegen.
Nachdem ich die Straßenseite gewechselt hatte und der Dachauer Straße ein Stück weiter gefolgt war, entdeckte ich in einer Seitenstraße einen recht imposant anmutenden Sakralbau, den ich mir mal näher anschauen wollte.
Diese neoromanische, katholische Pfarrkirche am Übergang von Neuhausen zum Stadtteil Maxvorstadt, früher nannte man diesen Bereich zwischen Dachauer Straße/Leonrodstraße und der Winzererstraße Kasernenviertel, ist dem Münchner Stadtpatron St. Benno (Benno von Meißen) gewidmet, dessen Gebeine allerdings nicht hier sondern in der Frauenkirche beerdigt sind.
Nach diesem kurzen Abstecher kehrte ich über die Linprunstraße und die Lothstraße auf die Dachauer Straße zurück. Hier von der Tram-Haltestelle Lothstraße konnte man im Schein der immer heißer strahlenden Sonne gerade noch die Türme der Frauenkirche erkennen.
Ein Backsteingebäude erweckte hier kurz meine Aufmerksamkeit, das mit seinen stilisierten Türmchen recht interessant anzusehen war. Wie sich herausstellte handelte es sich um ein Gebäude der Technischen Universität München, das wohl einige seiner Institute beherbergt.
Ich begann nun wieder der Dachauer Straße in Richtung Norden zu folgen. Es folgten viele Mehrfamilienhäuser aus den fünfziger und sechziger Jahren des 20ten Jahrhunderts und einige kleine Geschäfte, aber bis zum Leonrodplatz an der Kreuzung Dachauer Straße – Leonrodstraße erschien mir nichts besonders beachtenswert zu sein.
Hier entschied ich mich endlich dazu, mich erneut via iPhone GPS zu orientieren. Der schnellste Weg in Richtung Schloß Nymphenburg wäre wohl der Weg durch die kleine Dom-Pedro-Straße gewesen, doch ich entschloss mich dazu doch der Leonrodstraße in Richtung Rotkreuzplatz zu folgen. Vorher holte ich mir noch in einem Kiosk am Leonrodplatz ein Getränk zum Preis von 1,35 Euro plus 0,15 Pfand.
Vorbei am Bayrischen Kriegsarchiv, einem gedrungenem Backsteingebäude mit reichlich Efeubewuchs in dem Unterlagen und Materialien über die Bayrische Militärgeschichte seit dem 17ten Jahrhundert lagern sowie seinem dazugehörigen kleinen Park
folgte ich also der Leonrodstraße, vorbei an einer großen Audi-Niederlassung an der Ecke Albrechtstraße,
überquerte an der Landshuter Allee einen Teil des hier unterirdisch verlaufenden Mittleren Rings
und erreichte schließlich den Rotkreuzplatz.
Dieser Platz wird im Allgemeinen als das Zentrum des Münchner Stadtteils Neuhausen bezeichnet. Aktuell fand hier ein kleiner Markt statt, der sich um den Brunnen Das steinerne Paar (gestaltet von Prof. Klaus Schultze von der hiesigen Akademie der bildenden Künste) auf dem vorderen Teil des Rotkreuzplatzes gruppierte.
Natürlich durfte aber auch der obligatorische Biergarten – hier Bestandteil der Gaststätte Jagdschlössl – nicht fehlen.
Als dominantestes Gebäude kann man aber zweifellos des große Schwesternwohnheim des Rotkreuzkrankenhauses bezeichnen, dass den ganzen Platz überragt.
Ich wandte mich nun die Nymphenburger Straße entlang wieder in Richtung Norden. Durch das schöne Nymphenburg kam ich schließlich südlich des Grünwaldparkes ein kleines, einzelstehende Gebäude entdeckte, über dem die Aufschrift “Warteraum” prangte und das sich beim Umrunden als kleiner Kiosk herausstellte. Vermutlich war hier wirklich mal ein Warteraum gewesen, doch in Zeiten von im 10 bis 15-Minuten-Takt fahrenden Trams ist so etwas nicht mehr wirklich notwendig.
Als nächstes betrat ich den Grünwaldpark, eine der vielen Grünflächen hier in München, der mit Basketballnetz, Tischtennisplatte und Spielplatz unter reichlich altem, schattenspendenden Baumbestand und sonnigen Wiesen recht hübsch anzusehen war und eigentlich zum verweilen einlud. Doch ich durchquerte ihn nur schnellen Schrittes, denn ich wusste dass ich meinem Ziel, dem Schloss Nymphenburg, nahe war.
Dann endlich erreichte ich das “untere” Ende des Nymphenburger Kanals mit dem Gebäude Hubertusbrunnen.
Grade als ich ankam landete ein Pärchen Schwäne und flog kurz darauf wieder weg – ein interessantes Schauspiel wie ich fand da die Vögel hierbei niedrig über das Wasser fliegen und mit den Spitzen ihrer Flügel das Wasser berühren. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen das Ganze abzulichten.
Aber das nur am Rande erwähnt – eigentlich wollte ich ja über den Hubertusbrunnen berichten. Dieses zwischen 1903 und 1904 nach Plänen von Adolf von Hildebrands als Tempel ausgeführte Brunnenhaus ist das östlichste alle Bauwerke, die wie der vor ihm in einem Weiher endende Kanal zur Schloßanlage Nymphenburg gehört.
Leider war das Innere verschlossen, denn hier findet sich ein Brunnen mit großer Hirschfigur, die gemäß der Legende des Heiligen Hubertus ein Kreuz im Geweih trägt. Auch von der Figur des heiligen Hubertus selbst, die auf dem Dach kniet, konnte ich keine gute Aufnahme machen – aber die beiden Figuren die links und rechts in den Nischen zu sehen waren konnte ich kurz meine Aufmerksamkeit widmen.
Die rechte Figur sollte wohl den Meeresgott Neptun darstellen, die linke konnte ich nicht genau identifizieren – wohl eine alte Frau mit Bündel in abgerissenen Kleidern. Irgend ein Witzbold hatte diese Figur noch mit einem Zigarettenstummel verziert, was mich kurz zum schmunzeln brachte, da es der Statue einen etwas verwegenen Ausdruck gab.
Und natürlich konnte man von hier aus auch einen ersten Blick den Nymphenburger Kanal entlang auf das in einiger Entfernung zu erkennende Hauptgebäude des Nymphenburger Schlosses werfen.
Ich folgte der Nördlichen Ausfahrtsallee bis zu der kleinen Fußgängerbrücke im obigen Bild. Von dieser Brücke aus konnte man noch einmal einen Blick zurück in Richtung Hubertusbrunnen und in Richtung Schloß wenden.
Von hier an folgte ich der Südlichen Auffahrtsallee vorbei ein einigen hübschen kleinen Häusern mit Garten und zwei oder drei Biergärten bis zur Brücke zwischen Notburgastraße und Menzinger Straße, vorbei an Joggern, Spaziergängern und meist älteren Leuten die auf den reichlich vorhandenen Parkbänken den Vormittag genossen.
Von der Brücke warf ich noch einen letzten Blick in Richtung Schloss
dann wandte ich mich über das letzte Stück der Südlichen Auffahrtsallee endlich in Richtung Hauptgebäude. Als die Bäume sich lichteten gelang mir das erste Mal, den Gebäudekomplex in seiner Gesamtheit zu erfassen.
Der Mittelteil und somit das Hauptgebäude des Schlosses wurde 1674/75 vom italienischen Baumeister und Architekten Agostino Barelli im Stil eines italienischen Landhauses des Hochbarock aus Kelheimer Sandstein errichtet, nachdem Kurfürst Ferdinand Maria dieses Gebäude 1664 als Geschenk für seiner Frau Adelheid von Savoyen für die Geburt des lang erhofften Thronfolgers Max Emmanuel in Auftrag gegeben hatte. Die beiden Galerien links und rechts sowie die daran anschließenden Pavillons folgten durch Kurfürst Max Emanuel zwischen 1702 und 1704. Im Jahre 1716 wurde die Fassade des Hauptgebäudes schließlich im Französischen Stil des Hofes des dortigen Sonnenkönigs verändert. Nach und nach wurde bis 1730 vor dem Schloss eine Rondellbebauung angeschlossen, die als Wohnräume für Hofbedienstete gedacht waren – hier sollte nach Plänen von Joseph Effner eine barocke Idelastadt (“Carlstadt“) mit sternförmige Alleen entstehen und die drei Sommerresidenzen Nymphenburg, Schleißheim und Dachau sollten mit einem Kanalsystem verbunden werden. All dies wurde aber nie realisiert.
Vor dem Schloß findet sich mehrere Teiche und ein Steg mit einer kleinen Wiese, die ich hier einfach mal als Schwanenwiese bezeichnen möchte.
Hier finden sich neben Schwänen und Kanadischen Gänsen zahlreiche andere Wasservögel die von den Besuchern gefüttert werden und sich im Gegenzug recht zutraulich ablichten lassen. Ich hatte zwar kein Futter bei mir, nutzte die Gelegenheit aber auch den hiesigen reichhaltigen Vogelbestand im Bild festzuhalten. Leider konnte ich nicht alle Arten identifizieren – für Hinweise wäre ich aber dankbar.
Außerdem hat man hier auch einen schönen Blick auf das Schloss.
Bei all der Fotografierei muss man hier allerdings höllisch aufpassen nicht allzu sehr in die reichlich vorhandenen Ausscheidungen dieser Tiere (Vogelscheiße) zu treten.
Zum Glück hatte ich keine Schuhe mit allzu tiefem Profil an, so dass sich die Beschmutzung in Grenzen hielt.
Ich nährte mich nun weiter dem Schloss und betrat den Vorplatz neben der vorderen Fontaine, die in einem runden Teich zwischen einigen Steinen lokalisiert ist. In Aktion konnte ich sie allerdings nicht sehen.
Direkt am Mittelgang findet sich hier auch ein aus Sandstein gehauenes Wappen – ich vermute mal dass es sich um das Wappen des Kurfürsten handelt. Zumindest ist es nicht das Wappen des Hauses Wittelsbacher, denn das sieht meines Wissens anders aus.
Über den Durchgang an der nördlichen Galerie erreichte ich schließlich den vorderen Teil des Schlossgartens, den man mit seinem gepflegten Rasen und Beeten sowie den Vasen und Figuren als Großes Parterre bezeichnet.
Nachdem ich mir aufgrund der inzwischen aufkommenden Mittagshitze eine weitere Flasche Wasser zum stolzen Preis von 3 Euro (im Vergleich zu 1,50 Euro am Leonrodplatz) gekauft hatte, wandte ich mich einem Rundgang im Schlosspark zu und durchquerte dabei zuerst einmal das Große Parterre auf dem mittleren Weg, von wo man einen schönen Blick auf den inneren Teil des Schlossgebäudes mit seiner Doppeltreppe hat.
Wie bereits weiter oben erwähnt zieren zahlreiche Statuen und Vasen diesen Teil des Gartens, wobei vor allem die Statuen alle der griechischen und römischen Mythologie entlehnt sind. So entdeckte ich einen seinen Sohn fressenden Saturn, einen Herkules, eine weibliche Figur die wohl Hera darstellte und Neptun mit seinem Dreizack.
Von etwas weiter hinten konnte man außerdem noch einmal den mittleren Teil des Schlosses im Ganzen betrachten.
Ich wandte mich aber nun in Richtung Osten, wo gleich hinter dem Parterre und einer weiteren Fontaine ähnlich jener vor dem Schloss der Kanal weiter geführt worden war.
Über die südliche, schattige Allee bewegte ich mich nun etwas den Kanal entlang.
Etwa auf der Hälfte der Strecke überquert eine kleine Fußgängerbrücke den Kanal. Hier entschied ich mich dazu von der Süd- auf die Nordseite zu wechseln und noch ein paar Schnappschüsse zu tätigen – einer davon in Richtung Schloss und einer in Richtung der Großen Kaskade, die an Ende des Kanals bereis zu erkennen war und die mein nächstes Ziel sein sollte.
Nach einigen weiteren Metern erreichte ich schließlich das zu einem kleinen See verbreiterte Ende des Kanals und die dahinter liegende Große Kaskade.
Man muss wissen dass all das Wasser, das den Schlosspark und den Nymphenburger Kanals durchfließt über den westlichen Pasing-Nymphenburger Kanal vom Fluss Würm herangeführt wird. Dieser Fluss ist der einzige Abfluss des Würmsees, der seit 1962 amtlich aber nur noch als Starnberger See bekannt ist. Ein Beachtlicher Teil dieses Wassers fließt dabei über genau diese Große Kaskade, die mit ihren drei Treppen im Jahre 1717 von Joseph Effner nach Plänen von François Roëttiers erbaut wurde. Flankiert ist die Große Kaskade dabei wieder von zahlreichen Statuen mit Motiven des klassischen Altertums.
Das Wasser kommt dabei stoßweise über die drei zweistufigen Wassertreppen geflossen, was ein “flappendes” Plätschern mit sich bringt.
Die Große Kaskade bildet außerdem das Ende der langen Sichtachse vom Schloss her, dessen große Freitreppe man mit einiger Anstrengung noch in großer Entfernung erkennen kann.
Hinter dieser Großen Kaskade sieht man schließlich noch einen Teil des Pasing-Nymphenburger Kanals, der jedoch mit einem Zaun übergrenzt ist, der das Ende des Schlossparks bezeichnet.
Ich entschloss mich dazu, nun zuerst den südlichen Teil des Schlossparks Nymphenburg etwas näher zu erkunden. Von der Kaskade aus kommend wandte ich mich also nach rechts und begab mich in den unteren Teil des Parks. Nach einer gewissen Strecke durch dichtes, naturbelassenes Gehölz – angeblich soll hier sogar Wild leben – kam ich schließlich an der Südlichen Durchsicht an – einer von drei Sichtachsen die Sternförmig vom Schloss weg nach Westen verlaufen. Der Kanal bildet dabei die mittlere Sichtachse.
Das betreten der Wiesen hier wie auch in anderen Teilen des Parks ist durch zahlreiche Schilder untersagt – wohl auch um die zahlreichen Krokusse zu schützen die überall auf den Grünflächen blühen. Dabei ist die Formulierung auf den Schildern sehr freundlich gewählt wie ich finde.
Dann erreichte ich den Großen See und erblickte einen Rundbau im klassischen Stil, der sich bei näherer Betrachtung als kleiner Apollontempel herausstellte.
Während ich den Großen See umrundete konnte ich noch einen weiteren Blick darauf werfen.
Auf der Südostseite des Großen Sees erreichte ich schließlich die sogenannte Badenburg.
Dieses zwischen 1718 und 1721 von Joseph Effner für Kurfürst Max Emanuel erbaute Lustschlösschen war wohl das erste Gebäude in Europa, das ausschließlich dazu diente ein komfortables Bad zu genießen. Neben dem sich über zwei Stockwerke Baderaum, der von dem 8,70 × 6,10m großen, mit holländischen Fliesen ausglegten Becken mit 1,45 Metern Tiefe, finden sich aber auch im Obergeschosse einige weitere Zimmer, die als Schlaf-, Schreib- Garderoben- und Spielzimmer dienten. Die Anlagen für die Warmwasserzubereitung befinden sich im Unterschoss.
Südlich des Schlosses findet sich außerdem eine weitere Sichtachse, die tief in den südlichen Teil des Parks hinein reicht. Diesen Part wollte ich mir aber heute sparen.
Viel mehr wandte ich mich weiter in Richtung Osten und durchquerte ein weiteres, naturbelassenes Teilstück des Schlossparks
und kam nach einiger Zeit am Brunnenwärterhaus und dem daneben gelegenen Hirschgartenbrunnhaus – dem sogenannten “Dörfchen” – am südlichen Parkkanal an. Hier wurde das höflich idealisierte Landleben zelebriert. Außerdem finden sich hier auch Pumpenanlagen, die die Fontaine im Großen Parterre versorgen.
Mein nächstes Ziel war die Amalienburg, die 1734 bis 1739 als Jagdschlösschen für die Fasanenjagd erbaut worden war.
Neben dem großen Spiegelsaal finden sich in diesem einstöckigen Gebäude im Rokoko-Stil auch ein Fasanenzimmer, ein Ruhezimmer und ein Jagdzimmer in ein Blaues Kabinett. Ich verzichtete jedoch mir das Gebäude von Innen anzusehen, sondern wandte mich weiter in Richtung Osten.
Hier passierte ich wenig später den Prinzregentengarten – auch als Kronprinzengarten oder Ludwigsgarten bekannt – mit seinem kleinen zweistöckigen Holzgebäude, das im Volksmund gerne als “Hexenhäuschen” bezeichnet wird.
Dieses kleine, übersichtliche Garten wurde 1799 für den jungen Ludwig I. errichtet und diente ihm zur Erholung.
Wenig später erreichte ich wieder das Große Parterre vor dem Schloss, dass ich überquerste und mich nun dem nördlichen Teil des Parks zuwandte. Dabei galt meine erste Aufmerksamkeit den Gewächshäusern gleich oberhalb des Gartenparterre (Großes Parterre). Diese drei Gewächshäuser befinden sich in den sogenannten Blumengärten. Am nächsten zum Schloss findet sich erst einmal das Palmenhaus
Getrennt durch eine hohe Hecke, an deren Südende sich eine kleine, mit einer einzelnen frischen Blume geschmückte Frauenfigur versteckte,
erreicht man schließlich den mittleren Blumengarten mit dem Geranienhaus, das aufgrund seiner Glas-Eisen-Konstruktion auch als “Eisenhaus” bezeichnet wird. Die Kegelförmigen Abdeckungen in den Vorgärten verdecken übrigens Brunnen – warum man sie jetzt im Sommer allerdings nicht abdeckt ist mir unbekannt.
An der südlichen Seite des Gartens direkt gegenüber des Geranienhauses findet sich außerdem die Figurengruppe Urteil des Paris. Die Statuen zeigen Paris mit dem Apfel (ganz links) als Gegenstand des Streits, sowie Aphrodite, Hera und Pallas Athene (von links nach rechts); sie wurden von Landolin Ohmacht in Sandstein ausgeführt (1804–1807).
Im linken Blumengarten findet sich schließlich das Palmenhaus mit dem Schloßcafé. Hier kann man sich unter reichlich schattenspendenden Sonnenschirmen ein wenig erfrischen.
Ich jedoch setzt meine Erkundung fort und wandte mich weiter in Richtung Westen, wo ich nach einem längeren Fußmarsch schließlich den Pagodenburger See erreichte.
Direkt an diesem See findet sich Pagodenburg, das älteste der Lustschlösser hier im Schlosspark. Die Pagodenburg wurde als maison de plaisance unter Leitung von Joseph Effner 1716 bis 1719 der Überlieferung nach mit Verwendung eines Grundrissentwurfs von Max Emanuel erbaut. Bereits 1767 erfolgte eine Überarbeitung durch François Cuvilliés d. Ä. in der Art des Rokoko. Das doppelgeschossige Gebäude ist ein achteckiger Bau, der durch vier sehr kurze Flügel einen kreuzförmigen, nord-südlich ausgerichteten Grundriss hat. Im Erdgeschoss findet sich ein einzelner, mit holländischen Keramikkacheln ausgestatteter Raum, im Obergeschoss gibt es vier weitere Zimmer.
Von hier aus wandte ich mich in Richtung Norden um diesen Teil des Schlossparks noch einmal einer näheren Begehung zu unterziehen. Doch hier oben gibt es außer dichten, naturbelassenen Wäldern und natürlich der Nördlichen Durchsicht wenig sehenswertes. Einzig einige auf Parkbänken an Zeitung- oder Bücher lesende älteren Damen sowie ein paar Jogger begegneten mir.
Schließlich passierte ich an der Südseite wieder den Pagodenburger See und konnte über die Wasserfläche einige weitere Blicke auf die Pagodenburg werfen.
Vorbei an der südliche der Blumengärten gelegenen Magdalenenklause, die ab 1725 durch Joseph Effner im Auftrag Max Emanuels als bewohnbare künstliche Ruine errichtet wurde und deren Innenräume als Grotten ausgestattet sind. Und ich hatte mich schon über den schlechten Zustand des Gebäudes gewundert – doch das scheint hier Absicht.
Aufgrund schlechten Sonnenstandes und dichtem Baumbewuchs konnte ich hier nur ein Foto schießen konnte wandte ich mich in Richtung Botanischer Garten – denn man hatte mir gesagt man sollte sich diesen bei einem Besuch im Schlosspark nicht entgehen lassen.
An einer kleinen Mauer, die wohl Bestandteil der Schlossmauer ist, führte mich ein kleiner Durchgang schließlich in Richtung Botanischer Garten.
Der hier am Schloss befindliche Botanische Garten ist übrigens der Nachfolger des früher im Stadtzentrum am Karlsplatz angesiedelten Alten Botanischen Gartens. Aufgrund des rasanten Stadtwachstums zog dieser jedoch 1914 hierher um – am Karlsplatz sind nur noch einige Reste davon zu erkennen.
Am Eingang zum Botanischen Garten München waren erst einmal fünf Euro Eintritt fällig, die ich etwas zähneknirschend löhnt – denn man hatte mir diese Einrichtung ja wärmstens empfohlen.

Eintrittskarte – Botanischer Garten
Also machte ich mich auf den Weg den Botanischen Garten zu erkunden und durchquerte hier als erstes den sogenannten Rhododendronhain.
Ich wandte mich nach rechts und kam wenig später auf einer Freifläche heraus, die von einem Teich im japanisch-asiatischen Stil beherrscht wurde. Innerhalb des Teiches fanden sich einige Krebsscheren (Stratiotes aloides), eine Wasserpflanzenart der Froschbissgewächse.
Am südwestlichen Ende des Gartens erreichte ich schließlich den Systemgarten, in dem in konzentrischen Ringen angeordneten Beeten um ein kleines Pavillon einige Zier- und Zuchtpflanzen angepflanzt sind. Dieser Teil gehört zum Institut für Systematische Botanik der hiesigen Ludwig-Maximilians-Universität.
Über die verwinkelten Wege erkundete ich weiter den Botanischen Garten und kam dabei an zahlreichen weiteren Lauben und Pavillons vorbei, die überall in diesem Teil zu sehen waren.
Links an dem sonst für Besucher unzugänglichen Teil bei den Gewächshäusern vorbei am Frühlingsgarten
kam ich schließlich im Schmuckhof vor dem Hauptgebäude an.
Von hier aus konnte man auch das kleine Parkcafé etwas oberhalb des Hauptgebäudes erkennen.
Mit unzähligen, blühenden Zierpflanzen bepflanzt und vorzüglich gepflegt kann man diesen Teil des Botanischen Gartens durchaus als Schmuckgarten bezeichnen – ein wirklich sehr erbaulicher Anblick der sich dem Besucher hier bietet. Im Zentrum vor dem Hauptgebäude findet sich ein großer Teich in dem zahlreiche Seerosen gezüchtet werden.
Jede einzelne Pflanze – nicht nur hier sondern im gesamten Botanischen Garten – ist im übrigen mit einem kleinen Schild versehen die sowohl den Deutschen als auch den lateinischen Namen sowie die Art bezeichnet – ein ziemlicher Aufwand den man hier treibt, aber doch recht hilfreich muss ich sagen.
Vom Schmuckgarten aus wandte ich mich nach Osten und betrat nun das Arboretum (Bäume) und den Bereich des Pinetum (Nadelgehölze).
Ein Weg führte im weiten Bogen durch den Nordosten des Botanischen Gartens, wo neben vielen heimischen Nadelbäumen auch einige arktische Gehölze gezeigt wurden, die ich so in dieser Form hier noch nie gesehen hatte.
Auch im Botanischen Garten fand sich natürlich ein kleiner See, an dessen Rand einige pflanzliche Moorbewohner gezeigt wurden.
Außerdem findet sich hier am See auch das Alpinem – eine Gruppe von felsigen Hügeln die dazu dienen die Flora der Gebirge zu zeigen. Kleine Treppen zwischen den Bepflanzungen ermöglichen es dem Besucher darin ein wenig herumzuklettern.
Vorbei an einem kleinen, schmucken Pavillon direkt am See der wohl das Pumpenhaus beherbergt
kam ich nach kurzem Fußmarsch wieder am Parkcafé raus, von dessen Terrasse man einen schönen Blick auf die darunter liegende Ökologische und Biologische Abteilung und das dahinter liegende Hauptgebäude hat. Im Café im Botanischen Garten herrscht übrigens Selbstbedienung, man muss sich seine Speisen und Getränke von innen selbst auf einem Tablett nach draußen holen.
Durch einen mit Efeu gegrünten Gang
begab ich mich ich noch einmal kurz zum hinteren Teil des Cafés
und ging dann in einem Bogen in Richtung Ausgang an der Menzinger Straße. Dabei kam ich am Eingang zu den Gewächshäusern vorbei, die ich natürlich nicht ganz auslassen wollte – auch wenn ich langsam etwas Fußlahm wurde.
Hier finden sich im mittleren Teil zuerst einmal einige Kakteen
in den seitlichen Gewächshäusern, die nach Pflanzenarten sortiert sind, gibt es aber auch zahlreiche Orchideen,
verschiedene Farnarten
sowie Wasserpflanzen zu sehen.
Im Wasserpflanzenhaus muss man außerdem auf die Schildkröten achten, die hier frei herum laufen – so besagte es zumindest das Schild am Eingang. Als ich diesen Teil besuchte lagen diese Tiere aber nur träge an einem kleinen Teich im Zentrum und beäugten gelangweilt die Besucher die vorbei gingen.
Mit dem Besuch der Gewächshäuser beendete ich meinen heutigen Rundgang. Es war inzwischen ca. 15:30 und ich war über fünf Stunden unterwegs gewesen. Von der Haltestelle Botanischer Garten der Tram 17 an der Menzinger Straße aus machte ich mich auf den Rückweg.
Von den fast 500 Fotos die ich auf dieser Tour geschossen habe zeige ich hier natürlich nur eine Auswahl – die komplette Palette würde den Rahmen absolut sprengen. Ich hoffe mit diesem Bericht einen interessanten Einblick in den nordwestlichen Teil Münchens mit Neuhausen, Nymphenburg, dem Schloss Nymphenburg und dem Botanischen Garten gegeben zu haben. Zum Abschluss wie üblich noch eine kleine Übersichtskarte über die zurückgelegte Strecke – heute das erste Mal als interaktive, zoombare Karte auf Basis von Google Maps.
Meiner Berechnung nach dürften es fast 19km Fußmarsch gewesen sein – eine recht passable Leistung für einen Samstag mit Temperaturen bis zu 30 Grad. Bis auf ein wenig wundgelaufene Füße habe ich auch gut überstanden und bin schon mal gespannt wo es mich beim nächsten Mal hin verschlagen wird. Es gibt noch genug in und um München zu entdecken – soviel steht fest…
Tags: botanischer garten, hubertusbrunnen, leonrodplatz, leonrodstraße, münchen, munich, Neuhausen, nymphenburg, nymphenburger Kanal, photos, photowalk, rotkreuzplatz, rundgang, schloss nymphenburg, schlosspark, schwan, schwäne, st. benno, tour
Oberaudorf – Bergwandern, Sommerrodeln & Luegsteinsee
19.08.2011 16:01 Photowalks, reisen2 Kommentare
Eine der vielen Vorzüge von München ist die Nähe zu den Alpen und so die relativ schnelle Möglichkeit sich bei Bedarf auch mal in die gesunde Bergluft zurückziehen zu können. Diese Möglichkeit nutzten wir vor einigen Tagen und begaben uns ins schöne Oberaudorf im Landkreis Rosenheim nördlich von Kufstein.
Das Gebiet im Unterinntal zählt zwar noch zu den Voralpen, das erschien aber genau das richtige für alpin eher unerfahrene Leute wie mich um einen Vorgeschmack solcher Touren zu bekommen. Wie die meisten Gebiete in Bayern ist natürlich auch der gerade einmal 5000 Einwohner zählende Oberaudorf touristisch durchgehend erschlossen und bestreitet vor allem im Sommer wohl einen großen Teil seiner Einkünfte durch die Bewirtung und Unterbringung von Touristen. Über die Autobahn A8 und A93 ist es das etwa 80km entfernte Oberaudorf auch in unter einer Stunde erreichbar und bietet für Wahlmünchner wie mich die Möglichkeit eines schnellen Tagesausfluges.
Direkt an Oberaudorf findet sich auch das Freizeitgebiet Hocheck mit seinem 1.634 Meter hohen Gipfel des Brünnsteins und des daneben liegenden, etwas niedrigeren Schwarzenberg. An den Hängen dieses Berggebietes findet sich neben einer Seilbahn für Wanderfaule auch eine 1km lange Sommerrodelbahn, die einen schnellen Abstieg ins Tal bietet.
Wir begannen unsere Tour an der Talstation der Bergseilbahn Hofeck, mit der wir auch in 10 Minuten unser Ziel hätten erreichen können – aber wir wollten ja ein wenig Bergwandern, daher machten wir uns zu Fuss auf den Weg nach oben. Zwar war es vom Wetter her eher bedeckt, aber zum Glück blieb es vorerst trocken.
Ein Stück weiter die Straße hoch an der Talstation vorbei beginnt ein Wanderweg, der uns nach oben führen sollte. Die Schotterpiste dient im Winter wie wir erfuhren übrigens als Rodelbahn.
Als Anfänger machte ich dabei natürlich den Fehler den wohl jeder Anfänger im Bergwandern einmal macht: Ich legte ein viel zu hohes Tempo vor und sparte meine Kräfte nicht, so dass ich bald schon drohte aus der Puste zu geraten und musste etwas langsamer machen. Bald schon erreichte wir die Wiesen ein Stück oberhalb des Waldstücks das wir zuerst durchquert hatten. Hier drängten sich einige vereinzelte Höfe am Hang.
Bald schon kamen wir auf halber Höhe an einer Kreuzung an – und ich war eigentlich schon ziemlich fertig. Bin so etwas halt nicht gewöhnt. Jetzt stand zur Auswahl dass ich auch den Rest der Strecke weiterhin zu Fuß zu gehen oder nach links abzubiegen und den Rest des Weges mit dem Sessellift zu bewältigen.
Der Umweg über den Sessellift wäre zwar die bequemere Methode gewesen, doch hier fühlte ich mich in meinem Ehrgeiz angegriffen und ich machte mich nach kurzer Pause auf auch den Rest der Strecke auf eigenen Beinen zu absolvieren. Eine gute Entscheidung wie sich bald feststellte, denn je höher man kam desto besser wurde die Aussicht. So hatte man unter anderem einen wunderbaren Blick auf das unter uns liegende Tal und das Bergmassiv das als Kaisermassiv oder Wilder Kaiser bekannt ist.
Bei stetiger Steigung von 14 bis 20 Prozent zog sich der Weg
und zog sich
und zog sich.
bis wir endlich eine Kuppe erreichten, wo der Weg sich wieder gabelte.
Während wir rechts herum zwar weiter in Richtung des Berges Brünnstein laufen können – und ich wäre auch tatsächlich bereit gewesen noch weiter vorzudringen – doch der Teil unserer Gruppe der vorgegangen war, war bereits nach Links abgebogen und im Berggasthof Hocheck eingekehrt um dort eine kleine Erfrischung zu sich zu nehmen. So schlossen wir uns ihnen also an.
Ziel war natürlich nicht der Bauernhof selbst, sondern der direkt daneben gelegene Gasthof mit seiner großen Sonnenterasse – nur wenige Meter neben der Endhaltestelle des Sessellifts.
Nach einer längeren Verschnaufpause bei gekühlten Getränken machten wir uns dann wieder auf den Weg in Richtung Tal – direkt vorbei an besagter Endstation des Sessellifts.
Während sich die Straße immer weiter nach unten wand, konnten wir auch noch mal einen schönen Blick auf den Berggasthof erhaschen.
Vorbei an einigen anderen Bergbauernhöfen, die allerdings nicht zur Bewirtung von Touristen vorgesehen zu sein schienen bewegten wir uns also weiter ins Tal. Dabei passierten wir auch einen Hof der als Eck bezeichnet zu sein schien – das würde passen: Der Hocheck ist der obere Bauernhof und der Eck eben jener auf halber Strecke.
Aber neben weiteren hübschen Panaromablicken auf die Alpen bis an das direkt angrenzende Österreich hinein sehen wir auch einige weitere, malerisch wirkende Höfe und Gebäude, die sich malerisch in die Landschaft betteten.
Kurz vor einem röhrenförmigen Tunnel, der wohl einen Teil der hiesigen Ski-Abfahrtspiste zu untertunneln schien, wandten wir uns nach links
und sahen auch schon bald die sogenannte Mittelstation, von wir de Rest unseres Abstieges mit der Sommerrodel abkürzen wollten.
Nachdem wir die 4 Euro pro Abfahrt und Erwachsenen gezahlt hatten, erhielten wir unsere Rodelschlitten ausgehändigt und es konnte an die Abfahrt gehen. Das “Highlight” bei dieser nicht ganz zehnminütigen Fahrt ist wohl die 360Grad Zwirbelkurve auf etwa halber Strecke.
Als wir schließlich unten angekommen waren, war es zum Essen gehen noch etwas zu früh – also machten wir uns daran auch noch einmal Oberaudorf selbst ein wenig zu erforschen.
Durch das malerisch anmutende Dorf mit all seinen traditionell bemalten Häusern und vorbei an einem kleinen Marktplatz, auf dem der hier in Bayern übliche Maibaum stand
erreichten wir wenig später das sogenannte Burgtor. Diese Straßenüberbauung, die 1489 bis 1492 als Zoll- und Mautstelle der nahegelegenen Auerburg diente und später als Amtmann-Wohnung und als Schule genutzt wurde bevor seit 1991 ein Heimatmuseum dort einzog.
Als nächstes Ziel erschien uns das Wirtshaus Zum Weber an der Wand interessant. An der Stelle wo heute das architektonisch interessant in eine Felswand integrierte Wirtshaus steht, soll der Sage nach vor langer Zeit an Einsiedler mit Namen Hieronymus gelebt haben, der den Oberaudorfer mit seinen Heil- und Kräuterkünsten zur Seite stand und bis zu seinem Tod dafür von ihnen versorgt wurde. Lange nach dem Tod des Einsiedlers wurde das Gelände 1817 von einem Weber erworben, der dann dort dieses heute noch zu findende, direkt an der Felswand gebaute Haus errichtete, dessen Innenräume in den Höhlen dahinter liegen. Dadurch sparte sich der Weber jede weitere Überdachung. Nachdem er einige Jahre sein Handwerk dort ausgeübt hatte, erhielt er die Genehmigung eine Gastwirtschaft zu eröffnen, die schon bald über die Grenzen Bayerns bekannt wurde und nicht nur von berühmten Dichtern und Denkern, sondern auch von Fürsten, Königen und sogar Zar Alexander I. von Russland besucht wurde.

Schild – Wirtshaus Zum Weber an der Wand

Links: Lichterkette – Rechts: Frontalansicht “Der Weber an der Wand“
Als nächstes Ziel bot sich der nur wenige hundert Meter weiter gelegene Luegsteinsee an, der bei wärmeren Temperaturen und im Sommer wohl ein beliebtes Bade- und Ausflugsziel zu sein scheint.
Nicht nur dass man hier eine Art Sprungschanze installiert hat, von der die Badegäste ähnlich wie beim Skispringen wohl mit Surfboards oder was auch immer in den See abtauchen können,
es finden sich auch zahlreiche Plattformen, Aufbauten und sogar eine Wasserrutsche – also alles was das Herz eines Badenden erfreut. Im hinteren Bereich sahen wir sogar eine Art Schullandheim, in der Kinder und Jugendlich untergebracht werden können. Einige der aktuellen Gäste konnten wir bei unserer Umrundung des Sees beim Musizieren auf einem direkt vor der Einrichtung gelegenen Bootssteg beobachten.
Langsam bekamen wir aber Hunger und machten uns auf den Weg zurück zum Gasthaus “Zum Ochsenwirt”, wo wir einen Tisch reserviert hatten.
Aus dem reichhaltigen, traditionell-bayrisch orientierten Essensangebot wählte ich nach kurzer Überlegung ein Überbackenes Kalbssteak auf Blattspinat mit Kartoffelpuffern und rosa Pfeffersauce, das mit einem Salatteller von der Salatbar ergänzt wurde.
Sehr lecker muss ich sagen. Der Salat aus Blattsalat mit Joghurtdressing, eingelegten Bohnen, Karottensalat und Roter Beete bot schon mal eine gute Vorspeise, aber das Highlight waren eindeutig die beiden zarten, gebratenen Kalbssteaks auf einem Bett aus Blattspinat und überbacken mit einer Art Käse, die mit drei kleinen Kartoffelpuffern sowie einer Pfeffersauce mit grob gerieben, rosafarbenen Pfefferkörnern serviert wurde. Absolut hochwertig und einen Preis von knapp 18 Euro durchaus wert.
Nach dieser Stärkung war unser Ausflug nach Oberaudorf beendet. Zum Abschluss konnten wir noch einen Regenbogen genießen, der sich wie zum Abschied über die malerische Skyline von Oberaudorf wölbte
und uns noch einen Moment begleitete, während wir uns schließlich auf den Rückweg ins schöne München machten.
Tags: abendessen, Alpen, ausflug, ausflugslokal, Bayern, Berge, bergwandern, Der Weber an der Wand, essen, luegsteinsee, oberaudorf, ochsenwirt, photowalk, see, sommerrodeln, wandern
Englischer Garten, Kleinhesseloher See & Aumeister
16.07.2011 23:58 München, Photowalks5 Kommentare
Nach einigen Wochen in denen es zwar während der Arbeitstage schön, aber am Wochenende verregnet gewesen war gestaltet sich der heutige Samstag mal wieder wunderbar sonnig und trocken. Daher nutzten wir die Gelegenheit, mal wieder unsere Erkundung des schönstgrößtefeinsten Dorfes Deutschlands, eben München, fortzusetzen. Nachdem wir uns am Marienplatz getroffen hatten, wandten wir uns rechts am Neuen Rathaus vorbei in Richtung Norden. Menschenmassen verstopften regelrecht die Innenstadt, darunter viele Touristen die sich vor allem rund um Marienplatz tummelten. Bald erreichten wir den Max-Joseph-Platz mit dem Bayrischen Nationaltheater, dessen Säulen aktuell bunt geschmückt sind.
Weiter ging es über die Residenzstraße in Richtung Odeonsplatz, vorbei am Eingangstor zur Residenz, das rechts und links von zwei bronzenen Löwen mit dem Wappen der Wittelsbacher flankiert wird. Das Berühren des kleinen Löwenkopfes unterhalb des Wappens soll dem Volksglauben nach Glück bringen – entsprechend abgenutzt und blank sind diese auch anzusehen.
Je näher wir dem Odeonsplatz kamen, umso mehr Sicherheitspersonal und Eventagentur-Mitarbeiter kreuzten unseren Weg. Als wir wenig später die Feldherrenhalle und die Theatinerkirche erreichten, wurde uns auch schnell klar weshalb: Hier fand heute Abend mal wieder eine große Veranstaltung statt: William Shakespears Sommernachtstraum wurde mit dem chinesischen Starpianisten Lang Lang aufgeführt und man war mitten drin in den Vorbereitungen für diese Großveranstaltung. Also hatte ich wieder keine Möglichkeit mal einen freien Blick auf die Feldherrenhalle zu erhaschen – denn die Bestuhlung und einige Aufbauten waren bereits aufgestellte worden.
Zuerst überlegten wir durch den Hofgarten zu weiter zu gehen, doch da wir diesen ja schon während des ersten großen Rundgangs durch München gesehen hatte, entschlossen wir uns der Ludwigstraße weiter in Richtung Norden zu folgen, vorbei am Standbild Ludwig I. von Bayern direkt am Nordende des Odeonsplatzes.
So folgten wir der Ludwigstraße bis zur Kreuzung mit der Von-der-Tann-Straße und überquerten dort die Fahrbahn, um uns nun über genau diese Von-der-Tann-Straße in Richtung des Südendes des englischen Gartens zu wenden.
Am Englischen Garten konnten wir verstärkte Polizeipräsenz beobachten – einige Beamte standen herum und beäugten die zahlreichen Einheimischen und Touristen die hier flanierten. Das gehörte wohl auch zu den Sicherheitsmaßnahmen der Veranstaltung am Odeonsplatz.
An der Staatskanzlei und dem kleinen klassizistischen Gebäude daneben vorbei – ich glaube es gehört wohl zur Hofbrunnwerk des Hofgarten – wandten wir uns schließlich in den Englischen Garten.
Unser erstes Ziel sollte hier das Monopteros sein, jener Bau nördlich der südlichen Liegewiese – auch Schönfeldwiese genannt – den wir beim letzten Besuch hier leider verpasst hatte da unser Weg zu weit westlich verlief. Und bald konnten wir auch schon einen ersten Blick darauf werfen.
Der Rundtempel im griechischen Stil ist als eine Art Pantheon für bayrische Persönlichkeiten gedacht und wurde zwischen 1832 und 1836 nach einem Entwurf des Architekten Leo von Klenze errichtet, der 15m hohe Hügel auf dem das Monopteros steht war dazu vom Landschaftsarchitekten Carl August Sckell gestaltet worden, der ihn extra für diesen Zweck aufschütten ließ.
Was uns erst auffiel als wir uns dem Tempel über verschlungene Pfade nährten war die Tatsache, dass hier auf der Schönfeldwiese mit scheinbar recht großer Begeisterung der Freikörperkultur gefrönt wurde, wobei sich die Nackerden und die bekleideten Sonnenanbeter ohne große Berührungsängste vermischten und gemeinsam das schöne Wetter genossen.
Vorbei an einem kleinen Wasserfall am Schwabinger Bach, in dem einige junge Männer das kühle Wasser genossen
nährten wir uns eher schlängelnd als geradlinig dem Monopteros. Sah man zurück konnte man einige Kuppeln der Münchner Stadt bereits über den Bäumen am südlichen Ende des englischen Gartens erkennen.
Langsam kamen wir schließlich unserem Ziel näher – nur noch wenige Meter trennten uns von diesem Rundtempel, der ja zu den großen Blickfängen innerhalb des Englischen Gartens zählt.
Über einen kleinen, steil ansteigenden Weg bestiegen wir schließlich den Hügel und erreichten den Rundtempel, unter dessen Kuppel ein Gitarrenspieler mit lautstarkem Gesang die zahlreichen Besucher des Gebäudes mit zeitgenössischer Rockmusik unterhielt. Was mir ebenfalls gleich auffiel war die Tatsache dass man von hier oben einen wunderbaren Blick auf die Skyline von München mit vielen ihrer Kuppeln und Türmen hatte – das musste ich natürlich auch gleich mal auf die Speicherkarte meiner Kamera bannen – auch wenn die hohen Hecken direkt um den Tempel dieser Sache nicht gerade dienlich waren.

Skyline München – gesehen vom Monopteros

Monopteros – Links: Innenbereich – Rechts: Dachkonstruktion

Kuppel und Türme der Münchner Innenstadt – aufgenommen vom Monopteros
Erst als wir uns wieder an den Abstieg machten, fiel uns das achtlos beiseite geworfene, abgerissene Absperrband in bayrischen Staatfarben auf, an dem ein Schild prangte dass die Anlage gesperrt sei. Ob das nun absichtlich entfernt oder von einem Besucher abgerissen worden war blieb unaufgeklärt – wäre aber auch ärgerlich gewesen wenn wir nicht bis ganz nach oben hätten gehen können, also war uns das auch ganz recht so.
Bald schon erreichten wir den Chinesischen Turm und da wir Hunger hatten überlegten wir hier eine kleine Brotzeit zu uns zu nehmen. Doch hier tummelten sich solche Menschenmassen und es gab keine Aussicht auf freie Sitzplätze dass wir diese Idee bald wieder aufgaben und weiter zogen – der Englische Garten war ja noch groß und das hier war nicht der letzte Biergarten auf unserem Weg. Vorbei am Kinderkarusell machten wir uns weiter in Richtung Norden.
Am Kleinhesseloher See hatten wir mehr Glück – der Biergarten am Seehaus war hier zwar auch gut besucht, aber es gab noch genügend freie Plätze so dass wir uns entschlossen hier unseren Hunger und Durst zu stillen.
Natürlich war hier mal wieder – wie in bayrischen Biergärten üblich – Selbstbedienung angesagt. Aus dem reichhaltigen Angebot von Braten, Würsten und Leberkäse wählte ich eine einfache Weiße Currywurst mit Pommes Frites, die ich mit einem halben Russ’n ergänzte.
Das mit Sprudel versetzte Weizenbier war in Ordnung – aber der Rest ließ wirklich zu wünschen übrig. Mit dem Pommes Frites konnte ich noch leben, aber die so gut wie kalte und ohne Sauce auch fast geschmacklose Wurst entsprach nicht gerade meinen Vorstellungen – und das bei einem Preis von über elf Euro für alles. Zumindest sättigte es – ich hatte heute noch nichts gegessen gehabt.
So gestärkt machten wir uns daran den Kleinhesseloher See, auf dem sich reichlich Tret- und Ruderbotten vom nahen Bootsverleih tummelten, in Richtung Norden zu passieren, wobei wir uns natürlich nicht nehmen ließen dem Friedrich Ludwig von Schkell Denkmal dort einen kurzen Besuch abzustatten.
Nachdem wir den stark befahrenen Mittleren Ring, der hier quer durch den Englischen Garten verläuft, überquert hatten, erreichten wir den ruhigeren und weniger stark frequentierten nördlichen Bereich des Englischen Gartens. Die Anzahl von Fußgängern und Radfahrern die uns begegneten wurde deutlich geringer. Dabei ist dieser Bereich dieser Parkanlage nicht weniger idyllisch – aber ich vermute mal dass viele die Unter- bzw. Überquerung des Mittleren Ringes abschreckt.
Unser nächstes Ziel sollte das Stauwehr Oberföhring sein, welches wir über verschlungene, aber glücklicherweise ausreichend ausgeschilderte Pfade schließlich erblicken konnten.
Dieses zwischen 1921 und 1924 errichtete Bauwerk, das auch als Einlaufbauwerk für den Mittlere-Isar-Kanal dient, ist das südlichste von insgesamt sieben, heute von e.On betriebenen Wasserkraftwerken an diesem Kanal. Im Wehr selber befindet sich zwar kein Kraftwerk, aber in einem Nebengebäude wird ein solches betrieben. Der Mittlere-Isar-Kanal, der sich hier vom Fluß Isar abspaltet, verläuft 64km nordwärts parallel des Flusses und mündet bei Landshut wieder in diesen.
Wir überquerten hier sowohl die Isar als auch den angrenzenden Kanal. Direkt hinter dem Sperrwehr finden sich einige der für die Isar üblichen Sand- und Kiesbänke, die natürlich auch hier von den Bewohnern genutzt wurden um sich ein wenig zu sonnen und das kühlende Wasser der Isar zu genießen.
Durch einen kleinen Tunnel am Westende des Gebäudes erreichten wir schließlich den eigentlichen Sperrwehr-Bereich mit seinen großen Schleusen.
Von hier konnten wir auch einen ersten Blick auf den beginnenden Mittlere-Isar-Kanal werfen.
Nun ging es ein Stück über die Halbinsel, die sich zwischen Isar und dem Kanal entlang zieht, ein dicht bewaldetes und kaum frequentierter Teil des Englischen Gartens mit reichlich verschlungenen Wegen und kleinen Pfaden.
Erst kurz vor der St-Emmeram-Brücke wurde es wieder etwas belebter. Direkt am Fuß der Brücke feierten und grillten sowohl Jugendliche als auch Familien mit Kindern. Wir verließen kurz den Hauptweg und durchquerten diesen Freizeitbereich, denn von hier untern konnte ich die Brücke besser vor die Linse bekommen.
Als wir wieder nach oben auf den “richtigen” Weg gestiegen waren, fiel mir eine Statue ins Auge, die man hier direkt neben der St.-Emmeram-Brücke augestellt hatte. Wen sie darstellte konnte ich mir natürlich sofort denken: Hier muss es sich um diesen Emmeram handeln.
Der heilige Emmeram (Heimrammi) war ein Wandermönch und Bischof aus dem französischen Poitiers, der sich nach einer Pilgerreise auf drängen des dortigen Herzogs bei Regensburg niederließ. Die Geschichte ist ziemlich grauselig, denn als die Tochter des Herzogs von einem jungen Hofbeamten schwanger wird, rät ihr Emmeram ihn als Vater anzugeben. Dann reist er nach Rom zum Papst ab. Als die Tochter diese Geschichte ihrem Vater erzählt, erzürnt dieser und sein Sohn so sehr, dass der Sohn mit seinen Mannen losreitet und den Wanderbischof kurz vor München abfängt, wo er ihn auf eine Leiter binden und einzelne Körperteile abschneiden lässt bevor er ihn enthauptet. Hier wird die Geschichte unlogisch – ich zitiere: Seine Begleiter Vitalis und Wolflete fanden den Bischof in seinem Blut liegend und versuchten, den Sterbenden rasch nach Aschheim zu bringen. Auf dem Weg nach Aschheim verstarb Emmeram bei Feldkirchen. Gut, ist eine Heiligengeschichte, aber ich bezweifle dennoch dass ein Enthaupteter erst auf dem Weg zum nächsten Ort verstirbt.
Aber ich schweife ab – wen die Story interessiert kann sie hier bei Wikipedia nachlesen.
Wir machten uns nun daran die St.Emmeran-Brücke, die aktuell durch Baugerüste und reichlich Kabel behangen ist, zu überqueren.
Von hier konnten gelangen einige hübsche Schnappschüsse des Mittlere-Isar-Kanales mit dem direkt an der Brücke befindlichen Publikum.
Nun waren wir wieder im Englischen Garten angelangt, wo wir uns in Richung Nordosten wandten. Schon bald erreichten wir den sogenannten Entenfallweiher.
Vorbei an einer weiteren großen Liegeweise, der sogenannten Hirschau, auf der vereinzelt ebenfalls Leute die Sonne genossen
erreichten wir schließlich den letzten Biergarten am nördlichesten Ende des Englischen Gartens: Den Aumeister. Neben dem großen Biergarten zwischen zahlreichen noch jungen Kastanienbäumen findet sich hier auch ein Restaurant mit Bedienung. Außerdem sorgt ein großer, sehr gute ausgestatter Kinderspielplatz dafür, dass sich auch die jüngeren Gäste nicht langweilen.
Hunger hatten wir zwar keinen mehr, dennoch nutzte wir die Gelegenheit uns hier niederzulassen und noch eine Apfelschorle zur Erfrischung zu genießen. Obwohl ich zugeben muss dass das Essen beim Aumeister eindeutig besser aussah als das, was wir am Seehaus am Kleinhesseloher See verzehrt hatten. Außerdem konnte ich hier auch das erste Mal die Verhaltensweise der Gäste beobachten, von der ich schon häufiger gehört hatte: Sie breiteten auf den Bierbänken des Biergartens selbst mitgebrachte Brotzeiten aus und verzehrten diese. Anderswo würde dies wohl böse Blicke der Mitarbeiter oder sogar einen Platzverweis bedeuten – aber in Bayern ist dies wohl normale Tradition. Der Aumeister scheint meiner Meinung nach ein beliebtes und an sonnigen Tage wie heute durchaus stark frequentiertes Ausflugsziel zu sein. Ein großer Teil des Gäste hier waren wohl zu Fuß oder mit dem Rad gekommen – davon zeugten alleine die Massenhaft abgestellten Drahtesel vor dem Eingang.
Schließlich machten wir uns auf unseren letzten größeren Weg für heute. Durch den Nordeingang verließen wir den Aumeister-Biergarten
und machten uns durch den schönen Münchner Stadtteil Freimann auf den Weg zum gleichnamigen U-Bahnhof. Hier so weit im Norden Münchens verläuft die U-Bahn noch oberirdisch. Die Linie U6 die hier verkehrt ist außerdem die am weitesten nach Norden führende Linie überhaupt – sie führt bis zum Forschungszentrum in Garching nördlich von München. Und wir waren wirklich froh dass es hier oben noch Nahverkehr gab – denn darauf die ganze Strecke zurück zu laufen hatten wir wirklich keine Lust.
Zum Abschluß natürlich wie immer eine kleine Übersichtskarte über die zurückgelegte Strecke.
Nachtrag 07.09.2011:
Hier noch der Nachtrag als zoombare, interaktive Google Maps Karte mit dem genauen zurückgelegtem Weg
Meiner Kalkulation noch müssten es so dreizehn bis vierzehn Kilometer Fußmarsch gewesen sein – eine stolze Leistung für einen Samstag Nachmittag. Wobei ich zugeben muss dass ich nicht alle Kreuzwege, Querfeldeinläufe und andere Richtungsänderungen hier berücksichtigen konnte, es handelt sich bei der Entfernungsangabe nur um eine ungefähre Bemessung.
Zum Abschluss kann ich nur noch sagen, dass sich der Besuch der englischen Gartens – auch nördlich des mittleren Rings – auf jeden Fall lohnt. Es gibt viel zu sehen, viel zu entdecken und die Landschaft ist wirklich mehr als sehenswert. Und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt – neben den hier genannten Biergärten finden sich auch einige Kioske und kleinere Verkäufsstände für Speisen und Getränke auf der Strecke. Einzig ein wenig Bewegungsdrang und Neugierde muss man mitbringen. Und dabei ist der Englisch Garten nur ein kleiner Teil dieses schönstgrößtefeinen Dorfes im Süden der Bundesrepublik Deutschland. Mal schauen wo es uns das nächste Mal hin verschlägt – es gibt hier auf jeden Fall noch viel zu entdecken, soviel steht fest. ![]()
Tags: aumeister, ausflugslokal, Bavaria, Bayern, biergarten, brücke, deutschland, englischer garten, freimann, germany, hirschau, kleinhesseloher see, münchen, monopteros, munich, oberföhringer stauwehr, photowalk, seehaus, st. emmeram
Isarauen, Flaucher & Tierpark Hellabrunn
23.05.2011 23:26 bilderbuch, München, Photowalks4 Kommentare
Auch diesen Samstag meinte es das Wetter gut mit uns und so entschied ich mich, begleitet von einem Kollegen, die Erkundung meiner neuen Wahlheimat auch dieses Wochenende fortzusetzen. Nicht dass ich das nicht alleine könnte, aber in Begleitung finde ich des einfach angenehmer.
Dabei fiel die Wahl auf die Isarauen im Süden Münchens inklusive des Bereichs in Höhe von Sendling, der unter dem Namen Flaucher bekannt ist bis hinunter zum Tierpark Hellabrunn bei Untergiesing-Harlaching im Stadtbezirk 18. Ich kannte diesen Bereich noch gar nicht, daher war es wirklich an der Zeit mir diesen Bereich der Stadt mal näher anzusehen.
Als Startpunkt diente das Isartor, das ich über die S-Bahn bequem erreichte. Nachdem auch mein Begleiter eingetroffen war folgten wir der Frauenstraße bis zum Viktualienmarkt und bogen dort in die Reichenbacherstraße ab.
Das erste Ziel sollte der Gärtnerplatz sein, der Mittelpunkt des nach ihm bezeichneten Gärtnerplatzviertels hier in München. Seinen Namen hat diese Platz, an dem sich im übrigen auch eines von drei Staatstheater der Bayrischen Haupstadt befindet, nach Friedrich von Gärtner, einem deutschen Architekten unter Ludwig I von Bayern, welcher unter anderem an der Errichtung der Feldherrenhalle, der Ludwigskirche, des Universitätsgebäudes und des Siegestors beteiligt war.
Von dort aus führte uns unser Weg weiter die Reichenbacherstraße hinunter bis wir schließlich die dortige Brücke erreichten, die wir überquerten. Von hier konnten wir einen ersten Blick auf die Isarauen werfen – in der Ferne waren deutlich die riesigen Schornsteinen des Heizkraftwerks Süd zu erkennen.
Isarauen
Auf der Ostseite dieser Brücke bogen wir schließlich nach Süden ab und betraten die Isarauen. Was hier natürlich als erstes ins Auge fiel waren die beiden Türme der zwischen 1895 und 1905 erbauten Sankt Maximilian Kirche, die sich auf dem anderen Uferseite erhoben.
Vorbei an den Frühlingsanlagen durchquerten wir nun die Isarauen direkt am Ufer des Flusses. Die Sonne brannte ziemlich unerbärmlich vom Himmel bis wir schließlich nach einem längeren Fußmarsch die Wittelsbacher Brücke und überquerten sie.
Überall nutzten Münchner das schöne Wetter und lagen am Kiesstrand der Isar, wo sie sich sonnten und teilweise sogar im Wasser des Flusses badeten. Eine wirklich schöner Naturstreifen mitten in der Stadt, auch wenn der steinige Strand mit Sicherheit nicht die idealste Stelle ist um sich auf längere Zeit niederzulassen. Unter einer kleinen Eisenbahnbrücke hindurch, die im übrigen nicht für Fußgänger zugänglich war,
erreichten wir schließlich die Brücke zwischen Candidstraße und der Brudermühlstraße, die wir nutzten um auf die andere Seite der Isar zu kommen. Denn hier lag jener Abschnitt der unter dem Begriff Flaucher bekannt ist und dies war unser nächstes Ziel.
Flaucher
Der Begriff Flaucher stammt von der kleinen Gastwirtschaft Zum Flaucher, die hier 1870 vom Wirt Johannes Flaucher in einem alten Forsthaus errichtet wurde. Und hier im angeschlossenen Biergarten wollten wir unser Mittagessen verzehren.
Nicht nur dass eine Baustelle am Gebäude den Eindruck etwas trübte – auch Bedienung gab es hier leider nicht. Ähnlich wie in anderen Biergärten die ich hier bisher besucht habe musste sich der Gast an einer Bude mit Grill und Ausschank selbst versorgen, an einer zentralen Kasse bezahlen und alles auf einem Tablett an eine der freien Bierzelt-Tische transportieren. Neben Würstchen und Braten fanden sich auch Buletten und Sülzegerichte auf der Karte. Dabei vermisste ich abgesehen von Brötchen und Klößen, die aber nur in Kombination mit gewissen Gerichten angeboten wurden, aber ein wenig die Sättigungsbeilagen. Schön wäre es gewesen wenn zumindest optional noch Bratkartoffeln oder zumindest Pommes gewesen. Aber es ging natürlich auch so. Ich entschied mich für einige Schweinswürstel aus Sauerkraut, eine große Brezel und einem 0,5l Glas Russ’n – Weizenbier mit Zitronenlimonade.
War in Ordnung, wenn auch nicht überragend. Vor allem die Würstchen hätten meiner Meinung nach etwas länger auf den Grill gekonnt. Bin aber – auch vor allem wegen der riesigen Brezel – gut satt geworden. Nachdem wir uns so gestärkt hatten zogen wir weiter in Richtung Süden.
Am Isarsperrwerk am Süden des Flaucher-Abschnitts entdeckten wir des weitere Imbissmöglichkeit, die im übrigen auch nicht schlecht aussah. Ob diese besser als der Flaucher Wirt ist kann ich natürlich nicht sagen – sollte es mich aber noch einmal hierher verschlagen werde ich diese Location auch noch mal probieren.
Nun betraten wir den Holzsteg am sogenannten Flaucherwehr – eine Holzbrücke ein Stück die Isar entlang über den Fluss nach Süden führte.
Und hier hatte sich die Dichte an Badegästen noch einmal erhöht. Und ich sah etwas, was ich hier im eher als Konservativ bekannten München nicht erwartet hatte: Es wurde Freikörperkultur (FKK) betrieben. In einigen Bereichen sah ich immer wieder Menschen meist fortgeschrittenen Alters, die vollkommen unbekleidet in der Isar badeten oder sich an ihrem Rand sonnten. Ich verzichtete aus nachvollziehbaren Gründen dies aber bildlich mit meiner Kamera festzuhalten.
Des weiteren kamen vornehmlich junge Leute in Gruppen, meist mit Holzkohlengrill und kästenweise Bier beladen, um den Samstag Nachmittag wohl hier am Fluß zu feiern. Wie auf einigen Schildern zu lesen war gibt es hier unten Bereiche, in denen das Grillen am Ufer explizit erlaubt ist. Das lässt mich natürlich darauf schließen dass es sonst verboten ist. Und einige Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma die uns wenig später begegneten lassen mich des weiteren vermuten, dass dies auch kontrolliert wird und notfalls forciert wird – es muss ja alles seine Ordnung habe, nicht wahr… ![]()
Durch ein kleines Wäldchen legten wir noch einen Endspurt hin

und erreichten schließlich den Eingang zum Tierpark Hellabrunn an der Tierparkbrücke am nordwestlichen Ende der Anlage.
Tierpark Hellabrunn
Als wir für 11 Euro pro Erwachsenen unsere Eintrittskarten gelöst hatten, händigte man uns auch kostenlos einen Lageplan aus, der uns einen grundsätzlichen Überblick zu verschaffen. Sehr servicefreundlich muss ich sagen, in anderen Zoos hätte man hierfür vielleicht extra zahlen müssen. Zwar standen auch an vielen Stellen im Park Tafeln mit Karten herum, aber Erfahrungsgemäß findet man ja immer dann keine, wenn man eine braucht.
Schnell hatten wir einen groben Überblick zu verschaffen und einen Weg festzulegen der uns zu allen interessanten Punkten des Tierparks bringen würde.
Nach einem Gehege mit Europäischen Damwild, in dem sich die Tiere leider nur ziemlich weit hinten im Gehege aufhielten, erreichten wir schließlich das Wolfsgehege, in dem mindestens drei Tiere ihre Runden drehten. Da ein dichtes Blätterwerk hier genügend Schatten vor der warmen Sonne spendete schienen sie recht aktiv zu sein. So konnte ich einige schöne Aufnahmen dieser wilden Verwandten der Hunde zu machen.
In vielen anderen Gehegen hatten wir weniger Glück, denn die Tiere hatten sich irgendwo im hinteren Bereich an der Umzäunung zusammen gedrängt um sich dort vor der brennenden Sonne zu schützen. Nur einige Auerochsen dösten auf offenem Gelände in der Mittagssonne einigermaßen sichtbar vor sich hin.
Erst an einem Bereich, in dem südamerikanische Capybaras, südamerikanischen Wasserschweinen, gemeinsam mit ein paar Pampahasen gehalten wurden hatten wir etwas mehr Glück – denn viele von ihnen – darunter auch ein paar Jungtiere, hielten sich im vorderen, gut einsehbaren Bereich auf. Hier gelangen mir wieder ein paar schöne Aufnahmen.

Junge Pampashasen (Maras)

Links: Junge Pampashasen – Rechts: Capybara (Südamerikanisches Wasserschwein)
Während ich die Fotos schoss, betrat eine Tierpflegerin das als Insel angelegte Gehege – auf ihrem Arm ein Greifvogel. Wir hatten hier Glück gehabt und waren offensichtlich genau rechtzeitig hier angekommen um einer Vorführung und Raubvogelfütterung beizuwohnen. Ohne große Vorankündigung oder irgend eine Ansage ließ sie den Vogel frei fliegen, in hoher Geschwindigkeit seine Runde flog und dann auf das Wirbeln der Tierpflegerin mit einer Art Lockvogel wieder heran kam und den Lockvogel wie eine Stück Beute schlug. Das Schauspiel wiederholte sich mehrmals, dann ließ die Angestellte des Tierparks schließlich den Vogel seinen Hunger an einem im Lockvogel versteckten Stück Fleisch stillen.

Links: Pflegerin mit Greifvogel – Rechts: Fliegender Greifvogel

Links: Mit Lockvogel wirbeln – Rechts: Fressender Greifvogel
Nach dieser Vorführung setzten wir unseren Weg fort und erreichten wenig später das Primaten-Haus. Im Außenbereich tummelten sich auf Konstruktionen aus Bambus und Seilen einige Gibbons, die wir einer näheren Betrachtung unterzogen. Zuerst nahmen wir eine Graugibbon-Weibchen mit Jungtier, das sich zuerst mit dem Jungen auf dem Bauch tragend herum trieb. Später löste sich das Kleine und entfernte sich mit einem Grashalm als Futter oder Spielzeug.
Im daneben gelegenen Freigehege war ein einzelner Siamang Gibbon zu sehen, der an seinem Schwanz hängend einen Apfel zu verzehren schien – kein allzu interessanter Anblick, daher wandten wir uns weiter in Innere des Primatenhauses.
Was uns hier zuerst ins Auge fiel war das riesige Orang-Utan Gehege direkt vor uns. Doch leider war von den Tieren keine Spur zu sehen. Nach links gewandt kamen wir zu ein Bereich in dem eine Gruppe von Mandrills sich träge von den Besuchern begaffen ließen. Das enge Maschendraht vor dem Freigehege verhinderte es hier aber wirklich annehmbare Schnappschüsse zu tätigen.
Andere Gehege waren derzeit nicht belegt oder seine Bewohner hatten sich in einen Bereich verdrückt in denen die Besucher sie nicht sahen. Erst am Lemurengehege konnten wir wieder einige Tiere genauer in Augenschein nehmen. Der Grund dafür war auch klar zu sehen: Es hatte offensichtlich gerade Futter gegeben. Ein Jungtier zog hier besonders große Aufmerksamkeit der Besucher auf sich während es die älteren Tiere offensichtlich immer wieder neckte und dann wie von einer Hummel gestochen durch das Geäst im Gehege flitzte. Gute Aufnahmen waren hier kaum möglich, aber ein Schnappschuss ist recht gut gelungen, den ich hier natürlich nicht vorenthalten möchte.
Ein Stück weiter im selben Gebäude kamen wir noch in den Genuss ein kleines Totenkopfäffchen beobachten zu können, das Einsam auf einem Ast nahe der Scheibe innerhalb des riesigen Geheges saß und abwechselnd mit sich selbst beschäftigt schien und dann wieder die Besucher beäugte. Viele Fingerabdrücke auf der Scheibe zeugten davon, dass viele der hier gaffenden Menschen scheinbar durch Klopfen die Aufmerksamkeit des Tieres auf sich zu ziehen versucht hatten – und dass obwohl auf Schildern gebeten wurde, dies nicht zu tun.
Viel mehr gab es hier im Primatenhaus dann leider nicht zu sehen. Wir verließen das Gebäude und folgten weiter dem Weg, wo wir wenig später vorbei an einigen etwas zerrupft aussehenden Kamlen kamen.
Doch hier hielten wir uns nur kurz auf, denn in Sichtweite drängten sich Menschenmassen vor einem weiteren Gehege, dass sich wenig später als der Freilauf des Elefantenhauses heraus stellte. Hier zogen eine Elefantenkuh mit einem noch sehr jungen Kalb die Aufmerksamkeit vieler Besucher auf sich. Hier handelte es sich wohl um die Elefantendame Temi, die ihren kleinen Elefantenbullen am 6. Mai 2011 zur Welt gebracht hatte. Zuerst hielten sich Mutter und Sohn nur im hinteren Bereich des Freilaufes auf, doch nachdem ein Pfleger einige “Leckereien” auf den Boden im vorderen Bereich verteilt hatte raffte sich das ältere Tier auf und las diese – ständig Begleitet von ihrem Jungtier – auf um sie zu verspeisen. Dabei gab sie natürlich auch ihrem Baby etwas davon ab.
Der Andrang war uns hier aber viel zu groß, wobei vor allem einige ältere Herren, teilweise mit bis zu zwei Kameraausrüstungen im Preisbereich eines Kleinwagens ausgestattet, wohl meinten hier im Zoo auf Safari zu sein und ziemlich rücksichtslos durch die Menge drängten um ihre Aufnahmen zu machen. Ich kenne solche Ausrüstungen von professionellen Pressefotografen auf Großveranstaltungen oder für Tierfotografen die in freier Wildbahn ihre Aufnahmen machen – aber in einem Tierpark mit so etwas rumzurennen kommt wohl etwa auf der selben Ebene wie Leute die ihre Sportwagen ständig um den Block spazieren fahren um die Aufmerksamkeit der Nachbarn auf sich zu ziehen. Unterstes Niveau so etwas – einfach nur erbärmlich. Aber wenn man etwas zu kompensieren hat, kann man dies auch durch das spazierentragen teurer, vollkommen überdimensionierter Kameras tun. Na ja, wer so was braucht soll damit glücklich werden – nur bitte nicht dabei andere Belästigen. ![]()
Nach einer kleinen Erfrischung zu vollkommen überteuerten Preisen und einer kurzen Pause machten wir uns schließlich wieder auf den Weg. Vorbei an einem Gehege in dem sich einige Damagzellen bzw. Mhorrgazelle tummelten
erreichten wir schließlich das Gehege der Mantelpaviane, wo sich einige der Tiere direkt vorne am Wassergraben aufhielten und in den Rinnen und am Boden nach Nahrung zu suchen schienen oder am Wassergraben tranken, während sich in den schattigeren Bereichen andere Tiere gegenseitig lausten oder einfach nur in der Wärme des Nachmittags dösten.

Links: Junger Mantelpavian – Rechts: Mantelpavian-Männchen und Jungtier

Links: Trinkende Mantelpaviane – Rechts: Jungtier

Links: Gegenseitiges Lausen – Rechts: Fressender Mantelpavian
Weiter ging es an einem geschlossenen Gehege vorbei, in dem sich einige Königspinguine tummelten. Leider waren hier so viele Menschen und so verschmierte Scheiben, dass ich jegliche Aufnahmen verzichten musste. Schräg gegenüber beäugte ein Vogel Strauß das bunte Treiben träge aus seiner Position im Schatten eines großen Baumes – leider so nah an der Begrenzung dass ich keine Ganzkörper-Aufnahme machen konnte – jedoch gelang mir ein schönes Portrait des Tieres.
Weiter hinten trieben sich außerdem im selben Gehege einige Marabus herum – Vögel die nicht gerade einen Schönheitswettbewerb gewinnen würden, aber dennoch interessant anzusehen sind.
Der nächste Bereich den wir erreichten beschäftigte sich mit der arktischen Tierwelt. Als erstes erreichten wir dabei die Becken mit den Seelöwen, rechts die erwachsenen Tiere und links ein kleineres Becken mit einigen Jungtieren – der sogenannte “Kindergarten”. Von der erwachsenen Seelöwen gelang mir leider kein schöner Schnappschuss, da sie sich entweder unter Wasser oder mit dem Rücken zum Publikum auf einem Felsen aufhielten. Anders bei den Jungtieren, die gut sichtbar in der Wärme des Nachmittags auf einem Felsen vor sich hin dösten.
Bei den Eisbären fanden wir eine ähnliche Situation vor – durch die aktuelle Wärme waren die Tiere nicht sonderlich geneigt dazu sich viel zu bewegen. Aber zumindest hatten sich eines von ihnen so platziert dass man es einigermaßen gut beobachten konnte – zumindest etwas.
Wir hatten nun das südliche Ende des Tierparks erreicht und wandten und wieder in Richtung Norden. Bald schon kamen wir an einem niedrig umzäunten Gelände vorbei, in denen sich einige seltene Hausziegen-Rassen aufhielten. Besonders fiel uns dabei ein älterer Bock auf, der mit den Vorderläufen über den Zaun hing und versuchte mit der Zunge einige Leckerchen aus einem Automaten zu lecken.
Vorbei an einem Biergarten mit angeschlossenem Spielplatz, in dem sich passenderweise vornehmlich junge Familien mit Kindern aufhielten setzten wir unseren Weg in Richtung Norden fort.
Wir passierten nun einen Bereich in dem wir einige Nilgau- und Hirschziehen-Antilopen beobachten konnten.
Kurz hielten wir uns dann am Gehege mit zwei Bartschweinen, einer südostasiatischen Schweineart die sich vor allem durch ihren schmaleren Körperbau und die weißlich-gelben Haare um ihre Schnauze auszeichnen, auf um wenig später ein Stück in Richtung Osten abzubiegen.
Hier gab es schließlich Tapire – um genau zu sein südostasiatische Schabrackentapire – zu bewundern – wobei bewundern wohl etwas übertrieben ist, denn der eine döste relativ unbeweglich im Schatten eines Baumes, während der andere weit hinten im Gehege hin und her lief.
Im nächsten Bereich stand ein großer Gaur Bulle, ein zu einer ebenfalls aus Südostasien stammenden Rinderrasse gehörendes Tier, das uns kritisch zu beäugen schien während wir langsam an ihm vorbei gingen. Zumindest war ich der Meinung, dass uns das Tier mit seinem Blick folgte – aber da konnte der Eindruck auch täuschen.
In der nun folgenden Villa Dracula mit ihrer Höhlennachbildung, in der echte Fledermäuse in relativer Dunkelheit flogen, konnte ich verständlicherweise keine Aufnahmen machen. Erst an einem weiteren Pinguingehege mit einigen Tieren die in einer großen Gruppe zusammen standen und die Besucher ansahen, während einige andere von ihnen im Wasserbecken davor schwammen. Ich meine sie als Brillenpinguine identifizieren zu können, die Musterung vor allem am Kopf erscheint unverkennbar.
Vom Sibirischen Tiger in einem der folgenden Freigehege konnten wir leider nur wenig sehen – das einzige was wir erkennen konnten war ein Stückchen Fell zwischen einigen Gräsern und Stämmen wo sich das Tier wohl zum Nickerchen niedergelassen hatte. Erst das Panzernashorn im gegenüberliegenden Bereich war es wieder wert die Kamera aus meiner Tasche zu holen – auch wenn das Horn besagten Nashorns fehlte. Schade – um eine Sicherheitsmaßnahme gegen Wilderer konnte es sich hier ja wohl kaum handeln. Immerhin waren wir in einem Zoo.
Nach einem felsigen Bereich mit einigen weißen Bergziegen
kamen wir schließlich zu einem weitläufigen Gelände das einen Braunbären beherbergte. Und wir hatten Glück, denn das Tier hielt sich nicht nur im sichtbaren Bereich auf, das Gehege war auch angenehm grün und recht naturgetreu, so dass die Fotos die ich hier machen konnte fast wie die Aufnahmen eines frei lebenden Tieres wirkte. Sehr schön muss ich sagen – denn wie viele andere Zoos ist auch Hellabrunn an vielen Stellen doch leicht “betonlastig”. Aber ganz naturgetreu wäre wohl doch etwas zu kostspielig.
Damit neigte sich unser Besuch im Tierpark Hellabrunn im Süden Münchens auch schon dem Ende zu. Zuletzt machte ich noch eine Aufnahme einer Gruppe von Rosa Pelikanen
und wenig später erreichten wir schon wieder den Eingang an der Tierparkstraßen-Brücke und verließen den Zoo nach unserem ausgiebigen Besuch. Das einzige was ich vermisst habe waren die Erdmännchen, die ich sowohl im Karlsruher Zoo als auch in der Wilhelma in Stuttgart gesehen hatte. Außerdem hatten wir die begehbare Voliere mit freifliegenden Vögeln verpasst, die wir – wohl unbewusst – geschickt umgangen hatten. Schade – aber ich war bestimmt nicht das letzte Mal hier. Das werde ich bei Gelegenheit mal nachholen.
Nachdem wir die Brücke über die Isar überquert hatten, entschieden wir die dort befindliche U-Bahn Station Thalkirchen zu nutzen, um zurück in die Innenstadt zu kommen.

U-Bahn Station Thalkirchen
Sendlinger Tor
Mit der U3 fuhren wir schließlich bis zur Haltestelle Sendlinger Tor im sogenannten Hackenviertel am südlichen Ende der Sendlinger Straße. Hier stiegen wir zurück an die Oberfläche.
In einem Café direkt neben dem klassisch anmutenden Filmtheater Sendlinger Tor ließen wir den Tag schließlich ausklingen.
Von hier aus machte ich mich über die Sendlinger Straße dann zu Fuß über zurück zum Marienplatz von wo ich dann die S-Bahn der Stammstrecke in nach Hause nutzte. In der Summe in wirklich interessanter Ausflug, der mir einen weiteren interessanten Teil Münchens nähre gebracht hat. Und es gibt noch viel zu entdecken – bleibt nur zu hoffen dass sich das Wetter auch nächstes Wochenende etwas freundlich gestaltet, so dass ich weitere Bereiche dieser Stadt erkunden kann.
Wie immer zum Abschluss dieses Berichtes eine kleine Übersichtskarte über die zurückgelegte Strecke.
Update 07.09.2011:Hier nun auch eine interaktive zoombare Karte auf Basis von Google Maps:
Müssten in der Summe an die 10km reiner Fußmarsch gewesen sein – die Strecke mit der U-Bahn mal raus gerechnet. insgesamt dauerte ungefähr von Tour von 11:15 bis 18:30 Uhr. Für einen Spaziergang nicht schlecht – mal schauen wo es mich bei der nächsten Tour hin verschlagen wird – aktuell habe ich noch keine konkreten Pläne gemacht.
Tags: ausflugslokal, Bavaria, Bayern, biergarten, flaucher, Gärtnerplatz, Gärtnerviertel, hellabrunn, isar, isarauen, münchen, munich, photo, photowalk, tierpark, tierpark hellabrunn, zoo





















































































































































































































































































































































