Ruhige Tage & Jahreswechsel-BBQ [29.12.2017 – 02.01.2018]

Die nächsten Tage gab es nur wenig, worüber ich hier im Blog groß berichten könnte. Am ersten Tag nach meiner Ankunft mussten wir erst einmal einkaufen und den Kühlschrank füllen, wozu wir uns in Einkaufszentrum La Sirena in Puerto Plata begaben. Am Abend landeten wir schließlich am Strand von Sosua, wo ich mir an einer der vielen Strandbars, dem Ristorante Culio, einen Cheeseburger gönnte.

18 - Cheeseburger - Sosua Beach

war jetzt kein kulinarischer Hochgenuss, zumal die Pommes Frites fast kalt und ungesalzen waren und der Salzstreuer verklumpt und somit unbrauchbar war. Aber die Fleischfrikadelle war wirklich gut gelungen, da kann man nichts sagen.
Am nächsten Tag waren wir wieder in Puerto Plata unterwegs und ließe uns in einem einlockend wirkeden kleinen Bistro an der Clinica de Frenos im Stadtzentrum nieder, um dort etwas zu Mittag zu essen. Ich wählte ein Baguette mit Steak, das nach akzeptabler Wartezeit schließlich serviert wurde.

19 - Steak Baguette - Bistro Clinica de Frenos - Puerto Plata

Neben zahlreichen Steakstreifen war das Baguette mit Zwiebelringen, Tomatenscheiben, Salat, etwas Käse und einer leicht pikanten Salsa belegt sowie schließlich mit etwas Parmesan garniert. Das Baguettebrot oder die dominikanische Interpretation davon war schließlich leider nur aufgebacken und nicht frisch, aber darüber konnte man hinweg sehen.
Und auch am Folgetag landeten wir, zufällig, wieder im selben Bistro am Clinica de Frenos, dieses Mal entschied ich mich jedoch für einen Quesadilla con res, sprich mit krümelig angebratenen Hackfleisch, der mit Dips aus Guacamole, Sour Cream und einer fruchtigen, leicht scharfen Gemüsesalsa serviert wurde. Auch hier gab es wirklich nichts auszusetzen, auch dieses Mal wieder eine überaus gute Wahl.
Den eigentlichen Jahreswechsel verbrachten wir schließlich mit einem kleinen, spontan organisierten Grillfest, einem BBQ. Größtes Problem war dabei gewesen kurzfristig einen Grill zu organisieren. Zuerst hatten wir nur einen winzigen Elektrogrill, doch irgendwie gelang es dann doch noch einen größeren, gasbetriebenen Profigrill aufzutreiben, so dass der Zubereitung von Schaschlik, Steaks, Würstchen und Rippchen schließlich nichts mehr im Wege stand.

21 - New year BBQ

Ein Feuerwerk gab es nicht um 12 Uhr, ich hatte in den hiesigen Märkten auch keinerlei Böller oder Feuerwerksraketen gesehen. Das scheint hier einfach nicht üblich und ich glaube auch nicht, dass sich viele der hiesigen Bevölkerung so etwas leisten könnten oder wollten. Es wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert, daher standen wir am nächste Tag auch erst spät auf und erst am Abend begaben wir uns in die Siedlung Montellano zwische Sosua und Puerto Plata, um dort in einer kleinen Pizzaria eine Pizza Supereme zu verzehren.

22 - Pizza Supreme - Montellano

Der Belag bestand aus Salami, Schinken und Hähnchenfleisch sowie verschiedener Gemüsesorten, darunter Tomaten, Mais, Paprika und Stangensellerie. Sehr reichhaltig und in der mittleren Größe mehr als ausreichend, um zwei Personen satt zu bekommen.
Später am Abend begaben wir uns wiederum nach Puerto Plata, wo wir zuerst in einer Bar oberhalb einer Shell-Tankstelle an der Kreuzung von Calle 27 de Febrero und Calle 12 de Julio Einzug hielten.

24 - Calle 27 de Febrero / 12 de Julio

Dort war es aber echt zugig, weswegen wir wenig später in die La Casona Bar direkt gegenüber begaben, wo wir bis nach 2:00 Uhr nachts blieben.

23 - La Casona Bar - Puerto Plata

Einer der Mitfeiernden verzichtete dabei freiwillig auf Alkohol und fuhr uns schließlich sicher nach Hause.
Am Folgetag ging es gegen 13:30 Uhr zum Mittagessen nach Sosua, wo wir uns für das Bologna Ristorante begaben, einem italienischen Restaurant in der Calle Dr. Alejo Martinez begaben. Nachdem wir bestellt hatten, servierte man uns erst einmal kostenlos etwas frisch getoastetes Brot und etwas Knoblauch-Kräuterbutter als Aperetif.

25 - Bologna Ristorante Sosua - Bread & Herb butter / Brot & Kräuterbutter

Schon mal sehr lecker, vor allem die Kräuterbutter war ein wahrer Genuss. Ich musste mich etwas zurückhalten, nicht jetzt schon zu viel zu essen. 😉
Als Hauptgericht hatte ich mich für Hähnchenfilet mit einer kreolischen Sauce entschieden, dazu gab es gedünstetes Gemüse von Blumenkohl, Möhren, Paprika und Brokkoli.

26 - Bologna Ristorante Sosua - Pollo creole & vegetales fritos

Eine zusätzliche Sättigungsbeilage wurde nicht serviert und war hier auch nicht nötig. Das machte das Gericht angenehm leicht und vor allem dank seiner pikanten kreolischen Sauce und das zarten und saftigen Hähnchenfilets sehr schmackhaft. Ich war sehr zufrieden.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit Vorbereitungen für die morgige Reise, über die ich dann im nächsten Bericht zu sprechen kommen werde. Am Abend bestellten wir uns schließlich noch eine Pizza mit Salami und Schinken aus der Pizzeria in Montellano, die uns eines der hiesigen Moto-Taxis frei Haus lieferte.

27 - Pizza Salame Jamon - Montellano

Mit Condor nach Puerto Plata [27. & 28.12.2017]

Genau wie die Jahre zuvor wollte ich auch dieses Jahr den Jahreswechsel wieder in der Wärme der Karibik verbringen. Doch seit dem Konkurs von Air Berlin war das leider nicht mehr ganz so einfach wie früher und ich musste, wie auch bereits bei meinem letzten Flug im Oktober, wieder über Frankfurt fliegen. Dazu hatte ich mir beim Flugdienst Condor einen Flug mit zugehörigen Rail and Fly Ticket gebucht. Das Flugzeug sollte um 9:30 Uhr am Morgen des 28. Dezember starten, eine Anfahrt aus München mit dem Zug am selben Tag war bei mindestens 3:30 Stunden Fahrtzeit und einer empfohlenen Ankunft am Flughafen 2 Stunden vor Abflug also kaum denkbar. Daher hatte ich mich dazu entschlossen, auch dieses Mal bereits am Vorabend nach Frankfurt zu fahren, dort nahe des Flughafens in einem Hotel zu übernachten und jeglichen Stress bei Anreise zu verhindern. Nach der Arbeit fuhr ich also nach Hause, packte letzte Dinge in meinen bereits vorbereiteten Koffer und begab mich dann mit der S-Bahn zum Bahnhof, wo bereits der ICE 524 wartete, der mich zum Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen bringen sollte.

01 - Am Bahnhof München / At train station Munich 02 - Zug nach Frankfurt Flughafen

Ich hatte mir sicherheitshalber darin einen Sitzplatz reserviert, denn ich konnte nicht sicher sein wie stark der Zug frequentiert sein würde. Die vier Euro hätte ich mir aber sparen können, da am Mittwoch Abend doch deutlich weniger mit dem Zug fuhren als ich befürchtet hatte – ich hatte die gesamte Fahrt sogar ein ganzes kleines Abteil für mich alleine.
Nach etwa dreieinhalb Stunden ereignisloser Fahrtzeit erreichte ich schließlich den Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen und begab mich durch den darüber errichteten The Squaire zur Straße zwischen den Flughafen-Terminals, wo die Shuttle-Busse zu den Hotels abfuhren.

03 - Ankunft an Frankfurt Flughafen Fernbahnhof / Arrival at Frankfurt Airport train station 03 - The Squaire East - Frankfurt Flughafen Fernbahnhof

Ich hatte wieder das NH-Hotel Frankfurt Flughafen gebucht und hoffte, dieses Mal nicht wieder, wie im Oktober, in das 16 Kilometer entfernte Schwesterhotel “abgeschoben” zu werden.

04 - NH-Hotel Frankfurt Flughafen

Und ich hatte Glück und erhielt dieses Mal tatsächlich das gebuchte Zimmer vor Ort.

05 - NH-Hotel Frankfurt Flughafen - Zimmer / Room 06 - NH-Hotel Frankfurt Flughafen - Bad / Bathroom

Das Zimmer selbst erwies sich wie üblich als einfach, aber gemütlich und gut ausgestattet. Mit 58,65 Euro pro Nacht – Frühstück nicht inbegriffen – kein billiger Spaß, aber ich wollte den Flug keinesfalls verpassen.
Als kleinen Abendsnack vor dem Schlafengehen hatte ich mir aus der Kühltheke gegenüber der Rezeption noch einen BBQ-Chicken-Wrap mitgenommen, der sich mit seiner einigermaßen reichhaltigen Füllung aus Mais, Paprika, Kidneybohnen und Hühnerfleisch in BBQ-Sauce als durchaus gute Wahl erwies.

07 - BBQ-Chicken-Wrap - NH Hotel Frankfurt Flughafen

Außerdem führte ich über mein Mobiltelefon bereits den Online-CheckIn durch. Schließlich legte ich mich unmittelbar schlafen, denn ich wollte morgen um 6:30 Uhr bereits mit dem Shuttle zum Flughafenterminal aufbrechen.
Ohne Probleme wachte ich am nächsten Morgen auch um 5:45 Uhr auf, duschte mich kurz und machte mich dann fertig, um zum Flughafen zu fahren. Dass ich dieses Mal 3 Euro extra für den Shuttle zahlen musste nahm ich zähneknirschend in Kauf – die Fahrt vom NH-Schwesterhotel Frankfurt Flughafen West im Oktober war noch kostenlos gewesen. Auf ein Frühstück im Hotel, das 21 Euro extra gekostet hätte, verzichtetet ich aber dieses Mal.

08 - NH-Hotel Frankfurt Flughafen - Shuttle 1

Am Terminal angekommen, die Fahrt dauerte keine zehn Minuten, begab ich mich unmittelbar zum CheckIn-Schalter von Condor, wo sich bereits eine kleine, aber erträgliche Warteschlange gebildet hatte.

09 - CheckIn-Schalter - Condor - Flughafen Frankfurt

Ich hatte dieses Mal “nur” normale Economy Class gebucht, nicht wieder Premium Economy wie beim letzte Mal im Oktober. Der Urlaub war auch so schon kein billiger Spaß. 😉
Im Grunde genommen brauchte ich am Schalter nur noch mein Gepäck abgeben, bekam meinen ausgedruckten Flugschein mit dem Abfluggate machte mich dann durch die langen Wege des Frankfurter Flughafens auf den Weg, um die Sicherheits- und Passkontrollen zu passieren. Am Gate angekommen besuchte ich noch kurz den Duty-Free-Shop und entschied mich danach dazu, noch eine kleine Laugenstange mit Schinken sowie einen Kaffee an einem der dortigen Bistros zu verzehren.

10 - Laugenstange mit Schinken & Kaffee - Frankfurt Flughafen

Mit etwa sieben Euro kein billiger Spaß, aber noch deutlich günstiger als die einundzwanzig Euro im NH-Hotel. Und nicht nur die Laugenstange war gut belegte, auch der Kaffee erwies sich als wirklich überaus gut gelungen.
Am Gate wartete bereits die Boing 767-300, welche uns in die Dominikanische Republik bringen sollte.

11 - Flieger  nach Puerto Plata / Airplane to Puerto Plata

Doch wie auch schon beim letzten Mal im Oktober kam es auch dieses Mal zu Verzögerungen beim Boarding. Mehrfach wurden verschiedene Fluggäste namentlich aufgerufen und schließlich sollten sogar alle Fluggäste, die nicht am Frankfurter Flughafen eingecheckt hatten sich mit Pass am Schalter melden. Mit über einer halben Stunde Verspätung konnten wir schließlich beginnen, in das Flugzeug zu steigen und unsere Sitzplätze einzunehmen. Da wir nun noch einmal auf irgend welche Fluggäste warten mussten, war das Boarding schließlich erst mit fast vierzig Minuten Verspätung abgeschlossen und wir konnten endlich zur Startbahn rollen und abheben.
Im Gegensatz zur Premium Economy Class gab es in der normalen Economy Class einige Dinge, die man kostenpflichtig dazu erwerben musste – und dass bei einem Flugpreis von insgesamt fast neunhundert Euro für Hin- und Rückflug. Dazu gehörte das Entertainment-Programm, das mit einem für 8 Euro zu werbenden Code freischalten lassen musste, außerdem kostete der Kopfhörer drei Euro, es gab keine kostenlosen alkoholischen Getränke und keine Auswahl beim Menu, welches man etwa eineinhalb Stunden nach Abflug servierte. Alle Economy-Fluggäste erhielten Nudeln mit Hackfleisch-Tomatensauce, dazu ein kleiner Kartoffelsalat, ein Mousse Chocolate sowie ein kleines warmes Laugenbrötchen mit Butter und Käse.

12 - Nudeln mit Hackfleisch-Tomatensauce / Paste with mince & tomato sauce - Economy Class - Condor

Vor allem die an den Rändern der Aluschale befindlichen Nudeln zwar etwas hart gebacken, aber ingesamt erwies sich das Hauptgericht als durchaus akzeptabel. Und auch am Kartoffelsalat, dem luftig-lockeren Schoko-Dessert oder dem aufgebackenen Laugenbrötchen gab es nichts auszusetzen, auch wenn ich mir bei letzterem etwas mehr Belag gewünscht hätte. Schließlich teilte man die Einreiseformulare aus in Form einer Zollerklärung und eines Visaantrags aus, die ich unmittelbar ausfüllte.
Die nächsten Stunden sah ich mir zwei Filme im kostenpflichtig freigeschalteten Entertainment-System an und schlief dann ein wenig, bis man uns schließlich etwa eineinhalb Stunden vor der Ankunft weckte.

13 - Flugstrecke nach Puerto Plate / Flight way to Puerto Plata

Es gab als kalten Snack zwei kleine Würstchen, etwas fruchtigen Ananas-Karottensalat, eine Bretzel und ein Stück Zwetschgenkuchen.

14 - Würstchen & Bretzel / Sausages & pretzel - Economy Class - Condor

Schließlich setzte das Flugzeug zur Landung auf Puerto Plata an. Ich hatte mir zwar wieder einen Fensterplatz ergattert, aber saß dieses Mal direkt über einer Tragfläche, so dass ich nur wenig von der Landschaft aufnehmen konnte während die Boing auf dem kleinen Flughafen des Karibikstaates aufsetzte. Wir hatten die 40 Minuten Verspätung glücklicherweise fast aufholen können, es war jetzt etwa 15:15 Uhr Ortszeit, also 20:15 Uhr in Deutschland.

15 - Anflug auf Puerto Plata / Landing in Puerto Plata

Es folgte die übliche Prozedur: Erwerb der Tourist Card für 10 Euro, Abgabe des Visaformulars und Vorlage des Reisepasses für den Einreisestempel, warten auf das Gepäck am Gepäckband und passieren der eher lässigen Zollkontrollen, bei denen man die Zollerklärung abgeben musste. Dann endlich verließ ich das Flughafengebäude und wurde, wie üblich bereits erwartet. Mit dem Auto fuhren wir zur Unterkunft und ich gönnte mir nach einer ausgiebigen Dusche noch eines der hier üblichen Yaroas.

16 - Yaroa con jamon

Dieses Mal hatte ich eine Variante mit Käse und Schinken gewählt, die sich aber als nicht ganz so gelungen wie die sonst übliche Version mich krümelig angebratenen Hackfleisch erwies. Beim nächsten Mal werde ich auf jeden Fall wieder zu Hackfleisch greifen.
Ansonsten verlief der restliche späte Nachmittag und Abend ohne weitere berichtenswerte Ereignisse. Bald aber mehr zu meinem nun neunten Aufenthalt in der Karibik.

Austern in Cabarete, Geburtstagsparty & am Strand in Puerto Plata [29. & 30.07.2017]

Heute war nun der große Tag der Party, jedoch gab es nicht mehr viel vorzubereiten, daher entschlossen wir uns bis in den Nachmittag hinein ein wenig am Strand von Cabarete westlich von Puerto Plata abzuhängen. Cabrete ist genau wie Sosua ein typischer Touristen-Ort an der Strandpromenade sowie am Strand ziehen sich Bars, Restaurants und Andenkengeschäfte entlang, außerdem gibt es natürlich viele Hotels und Unterkünfte aller Art. Allerdings scheint jetzt eher Nebensaison zu sein, denn es ist hier viel zu heiß und nur wenige Touristen tummelten sich in den Etablisments – nur die Kite Surfer waren wie üblich in Cabarete zahlreich und der Wind wehte kräftig vom Atlantischen Ozean und brachte neben guten Wetterverhältnissen für diese Sportart auch etwas Erfrischung für die wenigen Strandgäste wie uns.

16 - Kite Surfers in Cabarete

Da nur wenige andere Touristen am Strand saßen, stürzten sich aber leider auch die dennoch zahlreichen Strandverkäufer regelrecht auf uns. Es vergingen selten zehn Minuten dass man uns nicht Schmuck, Zigarren oder Lebensmittel anbot. Auf Wunsch meiner Begleitung griffen wir schließlich bei einem Verkäufer zu, der unter anderem frische Austern anbot. Ich hatte seit Ewigkeiten keine Austern mehr gegessen, daher war ich der Sache nicht ganz abgeneigt. Die Austern wurden am Tisch mit einem Messer geknackt und mit frisch gepressten Limonensaft garniert, bevor sie an uns weiter gereicht wurden.

17- Austern in Cabarete / Oysters in Cabarete

Ich bin aber weiterhin der Meinung, dass man bei Austern nur wenig vom Eigengeschmack dieser Muscheln schmeckt, einen großen Teil des Geschmacksmacht der Limonensaft aus. Aber lecker sind sie, in solch frischem Zustand, allemal. Einziger kleiner Wermutstropfen waren die kleinen Splitter der Schale, die manchmal in das Muschelfleisch gerieten. Aber wir aßen dennoch bestimmt insgesamt an die zwanzig Stück davon.
Schließlich verließen wir Cabarete und kehrten in unsere Unterkunft zurück. Meine Begleiterin, das Geburtstagskind, musste sich noch umziehen und ließ sich noch die Haare richten. Das zog sich hin und es war beriets nach 21:00 Uhr, als wir schließlich in Richtung Puerto Plata aufbrachen, um die Torte abzuholen. Auf dem Weg dorthin holten wir noch einige der Gäste ab, die mit uns zur Ziellocation fahren sollten. Ich als Deutscher hatte ständig im Hinterkopf, dass bei all der Trödelei wir niemals rechtzeitig ankommen würden – aber die Einheimischen hatten hier die Ruhe weg und wir schafften es tatsächlich, noch rechtzeitig den Kuchen abzuholen und am Ziel anzukommen. Die fertige Torte machte übrigens einiges her. Und da ich mich gestern beschwert hatte, dass ich so lange am Strand alleine gelassen worden war, zierte als kleine Entschädigung mein Initial sogar noch zusätzlich zum Initial des Geburtstagskindes die Torte.

18 - Geburtstagstorte

Über den eigentlichen Veranstaltungsort kann ich zwar einiges erzählen, allerdings habe ich das wichtigste von allen nicht herausfinden können: den Namen des Musikclubs. Es handelte sich dabei um eine im ersten Obergeschoss eines Gebäudes befindliche Art Discothek, in der aber natürlich vornehmlich die lokal beliebten Musksorten wie Merengue, Bachata und Reggeaton gespielt wurden. Der Ort war ganz normal geöffnet und gut gefüllt, für die Feiernden der Party hatte man jedoch die sogenannte VIP Lounge, eine Empore mit weißen Sitzmöbeln oberhalb der Tanzfläche reserviert. Es gab rosa Champanger und natürlich viel Bier, vor allem die lokale Marke Presidente und das hier ebenfalls sehr beliebte Corona. Außerden wurde natürlich getanzt, viel getanzt.

19 - Party in Puerto Plata

Der Abend war bereits weit fortgeschritten und die Torte hatte bereits erste Kollateralschäden hinnehmen müssen, als wir gegen kurz vor 3:00 Uhr endlich drei Funkenfontänen in den Kuchen gesteckt und angezündet wurden, um das Geburtstagskind noch einmal hoch leben zu lassen.

20 - Geburtstagstorte 21 - Feuerwerk auf Geburtstagstorte / Fireworks on birthday cake

Nachdem die Lichter abgebrannt waren, wurde der Kuchen schließlich unter den Anwesenden aufgeteilt. Jetzt beim zerlegen sah man auch, dass hier viel mit Holzstäbchen, Strohhalmen und einer Styroporplatte getrickst worden war, um den Kuchen stabil zu halten. Nach Aufteilung eines Teils des Kuchens, die Reste nahmen wir mit nach Hause, löste sich die Party dann schließlich auf und es muss schon fast vier Uhr gewesen sein, also wir schließlich in die Betten fielen und fast unmittelbar einschliefen.
Verständlicherweise begann der nächste Tag daher auch erst gegen Mittag. Wir aßen zu Hause ein Sandwich und brachen dann in Richtung Puerto Plata auf – denn ich hatte bisher die Strände in Sosua und Cabarete zwar ausführlich erkunden können, war aber noch nie in der Provinzhauptstadt am Meer gewesen. Das sollte sich heute ändern. Am westlichen Ende der Stadt bogen wir in Richtung der dort gelegenen Playa Costambar ab. Durch ein bewachtes, aber offenes Tor kamen wir in ein Gebiet, in dem wohl vornehmlich Luxus-Ferienhäuser angesiedelt waren. Alle fünfhundert Meter waren hier Bremsschwellen in die Straße eingelassen, so dass es größtenteils nur in Schrittgeschwindigkeit voran ging. Nachdem wir direkt an der Strandpromenade das Auto auf einem bewachten Parkplatz im Schatten einiger Bäume abgestellt hatten, erkundeten wir den nahgelegenen, mit zahlreichen Palmen schattig bewachsenen Strand, an dem sich natürlich einige Bars und Restaurants befanden. Das Publikum hier schien aber eher einheimischer Natur zu sein, ich sah weniger westliche Touristen. Schließlich ließen wir uns in einer Bar mit Namen “El Carey” nieder und bestellten einige Getränke. Von dessen Terasse hatte man einen schönen Blick auf einen Teil des Ozeans, in dem sich zahlreiche Badegäste tummelten.

22 - Am Strand in Puerto Plata / At the beach in Puerto Plata

24 - Badende am Strand in Puerta Plata / Bathing at beach in Puerto Plata

Natürlich wurde auch hier wieder viel einheimische Pop-Musik gespielt und es wurde natürlich auch wieder gerne und viel getanzt – das gehört in der Karibik scheinbar einfach zum Lebensgefühl. 😉

23 - Tanz im El Carey / Dance in El Carey

Am späteren Nachmittag machten wir uns dann auf den Rückweg, legten allerdings noch einen kleinen Zwischenstop in der Pizzeria San Fernando in der Camino Real in Puerto Platas Innenstadt ein – ein Schnellrestaurant das ich ja bereits hier und dort erwähnte hatte – um einen Abendsnack zu uns zu nehmen. Ich entschied mich dabei für eine “kleine” Pizza Salsiccia Italiana für 320 Pesos, die in relativ kurzer Zeit frisch für mich zubereitet wurde.

25 - Pizza Salsicca Italiana - Puerto Plata

Neben Stücken von verschiedenen Wurstsorten wie Salami und Mortadella bestand der Belag aus Zwiebeln, Mais, Tomaten und natürlich viel Käse. Definitiv kein leichter Genuss, aber dennoch – oder gerade deswegen? – sehr lecker.
Wieder im Appartment angekommen, standen wir vor dem Problem war wir mit dem vielen restlichen Kuchen von gestern machen sollten, der noch immer im Kühlschrank wartete. So kam es zu der Entscheidung, in den nahegelegenen, etwas einfachereren Teil von Cangrejo zu fahren und die dortigen Leute, vor allem die Kinder, mit den Resten der riesigen Torte zu beglücken. Und unser Geschenk wurde natürlich dankbar angenommen. 🙂

26 - In Cangrejo 01 27 - In Cangrejo 02

Hinzu kam, dass ich als “Blanco” scheinbar eine ziemlich Attraktion für die Jungen und Mädchen war – viele Touristen kommen hier nämlich bestimmt nicht her.
Am späteren Abend verschlug es uns dann schließlich noch einmal nach Cabarete. Wobei Nachtfahrten in der Domnikanischen Republik etwas sind, was ich selbst meinem schlimmsten Feind nicht wünsche. Die Menschen hier fahren ja schon Tagsüber als gäbe es kein Morgen und überholen selbst in Hochrisikosituationen gnadenlos. Hinzu kommen die vielen Motorradfahrer, die weder rote Ampeln noch irgend welche anderen Verkehrsregeln berücksichtigen. Aber Nachts ist wirklich die Hölle, denn das Fernlicht bleibt bei den meisten Autos scheinbar immer eingeschaltet, egal ob jemand entgegen kommt oder nicht. Und als wäre das noch nicht genug, montieren sich viele Fahrer noch riesige, ultrahelle LED-Panels am Frontgrill oder auf dem Dach, die den Gegenverkehr noch zusätzlich zu blenden. Es macht Nachts wirklich keinen Spaß, in der Dominikanischen Republik über Land zu fahren. Aber dennoch kamen wir schließlich unbeschadte in Cabarete an und begaben uns in eine der Standbars, die jetzt kurz vor Mitternacht zu einer Diskothek mit Türstehern mutiert war.

28 - Nacht in Sosua / Night in Sosua

Am Stand war weniger los, aber im Gebäude wurde auch hier wieder viel getanzt und natürlich getrunken. Lange blieben wir aber nicht, denn leider war ja morgen bereits meine Rückreise angesetzt und ich hatte noch einiges zu packen. Daher kehrten wir schließlich schweren Herzens in die Unterkunft zurück.

Erneuter Aufbruch nach Puerto Plata [11.04.2017]

Für das Osterfest in diesem Jahr hatte ich mir mal etwas besonderes überlegt und beschlossen, es in der Karibik oder besser gesagt in der Dominikanischen Republik zu verbringen. Der Preis für den Flug bei der von mir bevorzugten Fluglinie Air Berlin war zwar ziemlich happig, aber ich war dennoch bereit das Geld auszugeben, um mal wieder etwas mehr Sommer zu erleben. Heute, am Dienstag dem 11. April ging es nun also los und wie üblich verzichtete ich darauf, in der Nacht zu schlafen und machte mich bereits um kurz vor vier Uhr früh auf den Weg zum S-Bahnhof, um mit der S8 in Richtung des Flughafens zu fahren.

S8 Richtung Flughafen - München

Die Fahrt dorthin in der relativ leeren S-Bahn verlief ereignislos und auch auf dem Weg durch die verwaist wirkenden Gänge des Flughafens zum Check-In-Schalter von Air Berlin passierte nichts erwähnenswertes.

Airport Munich

Allerdings wurde als Sondermeldung in der iPhone-App von Air Berlin bereits seit gestern angezeigt, dass es bei Personen welche die EU verlassen zu intensiveren Passkontrollen mit Suche in allen Fahndungsdatenbanken kommen würde und dass man sich auf längere Wartezeiten einstellen müsste. Und ich hatte ursprünglich den Flug um 8:20 Uhr von München nach Düsseldorf gebucht, mit dem ich allerdings nur knapp 45 Minuten Zeit zwischen Ankunft und Abflug haben würde. Und ein Kollege hatte mich gestern mit der lapidaren Bemerkung: “Na, das wird aber knapp!” auch noch zusätzlich etwas in Unruhe versetzt, weswegen ich nun hier am Flughafen versuchte, meinen Verbindungflug auf den früheren 6:30 Uhr Flug umzubuchen. Zum Glück war der zugehörige Schalter, der gegenüber des Check-Ins lag, so früh bereits besetzt und die dortige Dame machte es, natürlich gegen Aufpreis, tatsächlich möglich dass ich zwei Stunden früher flog – auch wenn ich dafür einen Business-Class Platz nehmen musste. Aber lieber ein paar Euro mehr bezahlt als den Flug verpassen – so dachte ich zumindest.
Der eigentlich Check-In ging dann relativ schnell und auch die Sicherheitskontrolle verlief ohne Probleme, so dass ich schließlich endlich im Sicherheitsbereich angekommen mich dazu entschloss, mich erst einmal mit einem Kaffee und einem kleinen Snack in Form einer Laugenstange mit Wachholderschinken zu stärken. Den Preis von fast zehn Euro für beides nahm ich zähneknirschend in Kauf.

Pretzel stick with ham & coffee / Laugenstange mit Wacholderschinken & Kaffee @ Airport Munich

Dann ging es zum Abfluggate, wo nach einigem Warten schließlich das Boarding startete. Der Flug im kleinen Airbus A320 nach Düsseldorf, der weniger als eine Stunde dauerte, verlief ereignislos und dort angekommen machte ich mich sogleich auf den Weg zu den Passkontrollen, um keine Zeit zu verschwenden. Doch dort angekommen, fühlte ich mich ziemlich verarscht, denn es war absolut NICHTS los dort. Es hätte eigentlich nur noch der vetrocknete Busch gefehlt, der vor den Passkontrollschaltern über den Boden geweht wird, um die Farce komplett zu machen. Ich sprach den freundlichen Bundespolizisten auch noch einmal darauf an, während er meinen Reisepass kontrollierte, aber der winkte nur ab. Ich hatte den Aufpreis für den früheren Flug mir also sparen können – sehr ärgerlich. Aber ich nahm es mit Humor und nutzte die Zeit, noch ein wenig im Duty Free Bereich des Düsseldorfer Flughafens zu Shoppen, bevor ich mich schließlich zum Gate C35 begab, wo bereits mein Airbus A330 in Richtung Puerto Plate vorbereitet wurde.

Air Berlin Airbus A330 to Puerto Plata @ Airport Düsseldorf

Nicht aus Hunger, sondern wohl eher aus Langeweile orderte ich mir in den zwei Stunden Wartezeit bis zum Abflug sogar noch eine Currywurst mit Brötchen für etwa fünf Euro an einem der Tresen im Abflugterminal.

Currywurst & Brötchen @ Airport Düsseldorf

Dann endlich begann das Boarding und ich hatte mir für diesen Langstreckenflug mal etwas besonderes gegönnt. Ein Platz in der Business-Class war mir zwar zu teuer gewesen, aber ich hatte mir einen XL-Sitzplatz mit besonders viel Beinfreiheit direkt am Fenster reserviert. Das kostete zwar 75 Euro extra, aber so würde ich wenigstens meine Ruhe haben und ein wenig schlafen können – so hoffte ich.

AB 7382 to Puerto Plata @ Airport Düsseldorf

Nach Abschluss des Boardings machte sich der Airbus auf den Weg zur Startbahn und hob wenig später ab. Während wir immer weiter in den Himmel stiegen, dachte ich so bei mir, dass jetzt eigentlich nichts mehr passieren kann. Doch ich sollte mich geirrt haben. Noch während des Steigfluges auf Reiseflughöhe ging ein Ruck durch das Flugzeug, wenig später folgte ein zweiter Ruck und wir bemerkten schließlich, dass der Pilot begann den Steigflug abzubrechen. Dann erklang die Stimme des Kapitains in der Passierkabine und verkündete, dass beide Autopiloten des Airbus ausgefallen seien und dass die Flugkontrolle es nicht zuließ, dass man ohne Autopilot über den Atlantik flöge. Daher müsse man nun zum Flughafen Düsseldorf zurückkehren und dort alles überprüfen lassen.
Weiter erfuhren wir erst einmal nichts, während des Flugzeug weiter sank und über eine große Schleife zum Flughafen zurückkehrte.

Return to Airport Düsseldorf

Rückkehr nach Düsseldorf

Wieder gelandet fuhren wir allerdings nicht zurück zum Terminal, sondern zu einem der Hangars von Air Berlin, vor dem wir parkten während eine Treppe ans Cockpit gefahren wurde und einige Techniker an Bord kamen. Die Passagiere sollten erst einmal sitzen bleiben. Ich befürchtete etwas, dass ich die Nacht hier in Düsseldorf verbringen und erst morgen früh nach Puerto Plata käme, denn eine zweite Treppe für die Passagiere wurde wenig später heran gefahren.

At the Air Berlin Repair Hangar

Doch nach einer bangen Stunde verkündete der Pilot schließlich, dass man das Problem habe beheben können und dass wir nun zu unserem eigentlichen Flug aufbrechen würden. Wenig später stiegen wir dann wieder in den Himmel und erreichten schließlich unsere Reiseflughöhe von 10.000 Metern, wo das Boardpersonal sogleich damit begann, Getränke auszuteilen und wenig später auch schon das erste, warme Menu zu servieren. Es bestand die Auswahl zwischen einem vegatarischen Pasta- und einem Geflügel-Gericht, wobei ich mich natürlich für das Geflügel entschied.

Chicken meat loaf with spaetzle & onion sauce / Geflügelhackbraten mit Knöpfle & Zwiebelsauce

Dieses entpuppte sich als Geflügelhackbraten mit Knöpfle, Zwiebelsauce und grünen Bohnen, dazu wurde Käse, einige Cracker und ein Dessert in Form eines Beerenmousses serviert. Das Hauptgericht war natürlich aufgewärmt, aber Qualitativ durchaus hochwertig. Ich war auf jeden Fall damit sehr zufrieden.
Nach dem Essen sah ich mir einen der Filme aus dem Entertainment-Angebot – Marvels Dr. Strange mit Benedikt Cumberbatch – an, außerdem füllte ich die Einreiseformulare aus, die man im Flugzeug verteilte. Dann versuchte ich etwas zu schlafen, was mir auch für einige wenige Stunden gelang. Als ich wieder aufwachte, hatte man wohl bereits die zweite Mahlzeit serviert gehabt, doch eine des Stewardessen hatte mir glücklicherweise etwas zurückgelegt, so dass ich doch noch in den Genuss der zweiten, kalten Mahlzeit kam.

Chicken breast & noodle salad / Hähnchenbrust & Nudelsalat

Es handelte sich um eine marinierte, gebratene und wieder erkaltete Hähnchenbrust mit etwas Nudelsalat, einem Stück Käsekuchen, ein wenig Frischkäse und wieder Crackern, dazu gab es noch Wasser, einen Kaffee und Orangensaft als Getränke.
Wenig später verließ der Flieger auch schon seine Reiseflughöhe und setzte zur Landung am Flughafen Puerto Plata an – mit fast drei Stunden Verspätung.

Anflug auf Puerta Plata / Arrival at Puerto Plata

Zum Glück kam ich recht früh aus dem Flugzeug und konnte mich weit vor den Pulk an Fluggästen setzen, so dass ich schnell das “Eintrittsgeld” in Form von 20 Dollar für die Tourist-Card bezahlen, dann die Passkontrolle passieren konnte und schließlich am Gepäckband ankam, das gerade angelaufen war und die ersten Koffer ausspuckte. Leider musste ich hier recht lange warten, bis endlich auf mein guter alter Samsonite aus dem Tiefen des Flughafens nach oben befördert wurde, aber das machte nicht viel aus, da am Zoll scheinbar niemand kontrollierte.
Ich brauchte also nur noch die aufdringlichen Kofferträger abwimmeln, die sich sogleich bemühten mir den Koffer wieder zu entreißen, um sich damit ein paar Pesos zu verdienen.
Und draußen empfing mich nicht nur eine feuchte Hitze, sondern auch einige Personen die mich begrüßten und abholen wollten. Somit war alles letztlich doch noch gut ausgegangen und wir fuhren gemeinsam zur Unerkunft, wo ich mich erst einmal von der anstrengenden und langwierigen Anreise erholen konnte.

Abschied von der Karibik [14 & 15.01.2017]

Heute war es nun soweit, dass ich leider ins kalte Europa zurückkehren musste. Und die Aussichten waren nicht sonderlich rosig, denn ich hatte über das Internet bereits gelesen dass vor allem Deutschland mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad zu kämpfen hatte. Mein Flug ging zwar erst um 17:20 Uhr am späten Nachmittag, aber ich hatte bereits am Vormittag alles Zusammengepackt und hatte alles vorbereitet. Eigentlich wollte ich ja noch mal kochen, doch als wir feststellten dass das Mobiltelefon meiner Begleiterin gestern Abend abhanden gekommen war, verbrachten wir mehrere Stunden damit es zu suchen – es sollte aber leider nicht mehr auftauchen. Ein ärgerliches Ereignis, aber nicht zu ändern.
Außerdem musste ich noch den Mietwagen zurück geben und wir hatten mit dem Vermieter des Autos vereinbart, dass wir ihn in seinem Heimatort Montellano ein paar Kilometer westlich abholen und mit ihm zum Flughafen fahren, wo er den Wagen dann übernehmen würde. So brachen wir also kurz vor 15:00 Uhr auf und fuhren in den Nachbarort, wo er bereits auf uns wartete. Anschließend ging es zum Flughafen, wo ich direkt am Terminal ausstieg und den Wagen übergab. Damit war zumindest das erledigt und ich konnte mich daran machen, in meinen Flug einzuchecken. Mobiles CheckIn wie in Deutschland war hier leider nicht möglich und zu meinem Entsetzen hatte sich bereits jetzt eine lange Schlange vor den Schaltern von Air Berlin gebildet.

173 - Warteschlange am Schalter Air Berlin - Airport Puerto Plata

Doch man hatte glücklicherweise alle vorhandenen Arbeitsplätze am CheckIn besetzt und rief sogar die normalen Gäste zum Priority CheckIn, so dass die Schlange sich einigermaßen schnell bewegte – dennoch wartete ich fast eine Dreiviertelstunde. Ich gab meinen großen Koffer ab und fragte noch, ob es möglich sei einen XL-Sitz zu erhalten. Das wäre zwar Machbar gewesen, doch nur gegen Barzahlung, nicht über Kreditkarte – und ich hatte nicht mehr genügend bares im Portmonaie. Also musste ich mich mit einem Platz in der “Insel” in der Mitte des Flugzeuges, aber zumindest am Gang, begnügen. Danach hatte meine Flugtickets in den Händen und mir blieb noch kurz Zeit, mich von meinen Gastgebern zu verabschieden, bevor ich mich zum Sicherheitscheck begab. Und dieser ist hier wirklich streng – deutlich strenger als ich ihn aus Deutschland kenne. Keinerlei Flüssigkeiten oder auch keine Feuerzeuge durften den Scanner passieren. Außerdem mussten alle Gäste ihre Schuhe ausziehen und natürlich auch die Gürtel aus den Hosen entfernen, was die Sicherheitüberprüfung unnötig in die Länge zog. Nachdem ich endlich den Sicherheitscheck passiert hatte, musste ich noch das Duplikat meiner blauen Einreiseerklärung vom Hinflug an der Passkontrolle abgeben und bekam meinen Ausreisstempel in den Reisepass. Kurz besuchte ich noch den Duty Free Shop im Obergeschoss, dann ging es zu meinem Abflugterminal 6 auf der gleichen Ebene, wo bereits zahlreiche andere Fluggäste warten und vor den großen Panoramafenstern der Airbus A330 betankt und beladen wurde, der mich zurück nach Deutschland bringen sollte. Der leichte Regen, der bisher niedergegangen war, hatte inzwischen aufgehört und es begann aufzuklaren.

174 - Air Berlin - A330 Puerto Plata nach Düsseldorf

Da ich zur Gruppe A gehörte, die als nach den Priority-Gästen als erstes das Flugzeug betreten durften, machte ich mir nicht die Mühe mich noch groß hinzusetzen, sondern wartete direkt am Eingang zur Boarding-Brücke. So gelang es mir nach Beginn des Boardings auch als einer der ersten zwanzig Fluggäste ins Flugzeug zu gelangen und meinen Platz einzunehmen. Brachte mir zwar wenig, aber zumindest saß ich und hatte noch freie Auswahl bei den Gepäckfächern über den Sitzen, die zu einem späteren Zeitpunkt wahrscheinlich vollkommen überfüllt gewesen wären.

175 - Beginn des Boardings - Puerto Plata

Der Flieger startet dann auch fast pünktlich mit weniger als 5 Minuten Verspätung und erhob sich in den langsam dunkler werdenden Himmel über Puerto Plata. Ich fühlte mich etwas wehmütig – aber ich würde bestimmt bald wieder kommen.
Etwa zwei Stunden nach dem Abflug – ich hatte mir bereits den ersten Film über das Entertainment-System des Flugzeugs angesehen – wurde schließlich das Abendessen im Flugzeug serviert. Mal wieder konnte man zwischen vegetarischer Pasta und einem Fleischgericht wählen. Wie üblich griff ich natürlich zum Fleischgericht, das heute durch Rindergeschnetzeltes mit Gemüse und Curryreis repräsentiert wurde. Dazu gab es Maissalat, ein Stück Käsekuchen, einige Cracker und eine Ecke Schmelzkäse.

176 - Rindergeschnetzeltes & Curryreis - Air Berlin

Genau das selbe Gericht hatte ich überigens auch schon bei meinem letzten Rückflug im Sommer des (nun) vorherigen Jahres erhalten – hier ist man scheinbar nicht sonderlich kreativ was das Angebot an Speisen angeht 😉 – aber das nur mal am Rande erwähnt.
Etwa eine weitere Stunde später wurden die Lichter gedimmt und den Gästen die Möglichkeit zur Nachtruhe gegeben. Ich versuchte etwas zu schlafen, war aber nicht sonderlich erfolgreich.

177 - Nachtruhe im Air Berlin A330

Das lag aber wohl vor allem daran, daß ich das “riesige Glück” hatte, hinter jemanden zu sitzen der sofort nach erlöschen der Anschnallsignale den seinen Sitz so weit wie möglich nach hinten fallen ließ und mir, der ich ja nicht sonderlich zierlich bin, jeglichen Platz raubte. Aber auf meine milden Proteste reagierte er nicht und ich wollte keinen Streit mit diesem A****loch beginnen. Also wünschte ich ihm in Gedanken alle Pest der Welt an den Hals, verfluchte mich gleichzeitig ein wenig dass ich mal wieder nur Touristenklasse flog und versuchte das Beste daraus zu machen – aber mehr als ein paar mal leichtes Eindösen bekam ich nicht hin.
Wir waren bereits südlich von Irland, also die Lichter wieder heller wurden und ich meine Versuche zu schlafen endgültig aufgab.

178 - Anflug auf Düsseldorf

Es blieb aber noch etwas Zeit für einen zweiten Film auf den Display vor mir ansehen, während wenig später noch ein kleines Frühstück serviert.

178 - Frühstück bei Air Berlin

Auf dem Tablett warteten zwei aufgetoastete Brötchen, etwas Schinken, Käse, Butter, Marmelade, Frischkäse, Schokocreme, ein Joghurt und etwas Orangensaft. Außerdem wurde natürlich noch Kaffee ausgeschenkt. Dieses Frühstück entsprach auch wiederum genau jenem, das ich beim Rückflug im letzten Sommer erhalten hatte – sogar der Joghurt war wieder mit Erdbeergeschmack…
Noch während ich frühstückte, trat eine der Flugbegleiterinnen an mich heran und teilte mir mit, dass man mich auf einen früheren Flug nach München hätte umgebuchen können – dort wären noch Plätze frei gewesen. Normalerweise hätte ich nämlich über 4 Stunden am Düsseldorfer Flughafen warten müssen, bis mein ursprünglich gebuchter Flieger um kurz nach 11:00 Uhr startete, so bot sich mir aber die Möglichkeit bereits um 8:20 Uhr in Richtung meiner Heimatstadt aufzubrechen. Das kam mir natürlich gerade recht.
Es war etwa 6:45 Uhr, als der Airbus A330 endlich am Terminal des Flughafens Düsseldorf angedockt hatte und wir beginnen konnten, das Flugzeug zu verlassen. Hier zeigte sich aber mal wieder ein Nachteil zur ersten Gruppe gehört zu haben, die ins Flugzeug durfte. Denn damit war ich auch einer der letzten, die nach der Ankunft hinaus kamen. Als internationaler Flug musste ich natürlich hier erst einmal die komplette Zoll- und Passkontrolle über mich ergehen lassen – wobei ich glücklicherweise ja über einen elektronischen Reisepass verfüge und sich somit Einreise an der automatischen Passkontrolle angenehm schnell vollziehen ließ. Viel mehr Zeit nahm die Sicherheitskontrolle in Anspruch, an der ich mein Handgepäck wieder mal auf Förderband, Notebook und iPad auspacken sowie die Taschen leeren und den Gürtel aus der Hose ziehen musste. Aber zumindest konnte ich hier die Schuhe anbehalten. So gelangte ich schließlich zum nationalen Abflugterminal B33, von wo eigentlich um 7:45 Uhr das Boarding beginnen sollte.

179 - Weiterflug von Düsseldorf nach München

Leider verspätete sich dieses um etwa 20 Minuten und somit verspätete sich auch der Abflug um etwa die selbe Zeit – aber das war mir inzwischen eigentlich scon egal. Ich wollte nur nach Hause und mich noch ein paar Stunden aufs Ohr hauen.

180 - Im Kurzstreckenflieger nach München

Wie bereits auf der Kurzstrecke während des Hinflugs gab es auch dieses Mal keine kostenlosen Erfrischungen oder Getränke. Aber für die etwa fünfzig Minuten Flug ging das schon mal. Nach der Landung begab ich mich unmittelbar zum Gepäckband, um endlich meinen Koffer wieder ein Empfang zu nehmen. Doch ich wartete erst einmal, weil sich das Ausladen des Gepäcks scheinbar verspätete und ich wartete auch weiter, als sich die Förderbänder endlich in Bewegung setzten um Koffer und Taschen aller Art aus den Tiefen des Flughafens nach oben zu transportieren, wartete ich weiter vergeblich.

181 - Gepäckausgabe Flughafen München

Schließlich endete die Flut von Koffern und eine Lautsprecherstimme verkündete, dass alle deren Gepäckstücke bisher nicht gekommen waren sich doch bitte im Büro am Ende der Halle melden sollten. Mir schwante schlimmes. Zum Glück setzte ich mich sofort in Bewegung und war der dritte in der Warteschlange, während sich hinter mir eine kleine Menschentraube bildete. Scheinbar waren – mal wieder – alle aus Puerto Plata kommenden Koffer in Düsseldorf nicht umgeladen worden – das weckte Erinnerungen an die Rückreise von meinem ersten Besuch in die Karibik im Oktober 2015. Auch dort war bereits mein Gepäck in Düsseldorf nicht umgeladen worden und kam erst mit einem späteren Flieger. 🙁
Das schlimmste daran war aber, dass ich meine dicke Wolljacke im Koffer hatte und jetzt bei -7 Grad Außentemperatur nur mit T-Shirt und langärmeligen Hemd bekleidet im Flughafen hockte. Die Dame am am Verlustschalter nahm meine Anzeige über den vermissten Koffer auf und versprach diesen nachschicken zu lassen, sobald er in München eingetroffen war. Aber das half mir jetzt auch nichts. Nach dieser Enttäuschung, es war inzwischen 11:00 Uhr, wollte ich mir vor der Rückkehr in meine Wohnung noch eine kleine Stärkung gönnen und machte mich auf der Wege, etwas passendes zu suchen. Meine Wahl fiel letztlich auf McDonalds, das jedoch leider nicht im Inneren des Gebäudes lag, sondern an einem Platz zwischen Terminal 1 und 2.

182 - Vor dem Flughafen München

183 - McDonalds Flughafen München

Aber das war jetzt egal, die paar Meter konnte ich auch ohne Jacke im freien Laufen und ich bin ja hart im nehmen. 😉 Eigentlich wollte ich mir einen Cheeseburger und einen 6er Chicken McNuggets gönnen, doch jetzt vor 12 Uhr gab es in dieser Filiale nur die Frühstücksangebote. Daher wich ich auf einen McMuffin Bratwurst und einen McMuffin Bacon und ergänzte sie mit einem Becher schwarzem Kaffee. Der Bratwurst-Muffin war dabei im Grunde genommen nichts anderes als eine Art Muffin Burger mit einer Scheibe Eimasse und einer Scheibe Hackfleisch-Patty – aber geschmacklich absolut in Ordnung. Ebenso wie der Muffin mit der klassichen Kombination aus Rührei und Bacon.

184 - McMuffin Bratwurst & McMuffin Bacon - McDonalds Flughafen München

Danach begab ich mich auf das Gleis der S-Bahn, fuhr mit einem Zug der Linie 8 nach in Richtung Innenstadt – was etwa 25 – 30 Minuten dauerte – und lief von der Haltestelle die Strecke bis zur Wohnung durch die Kälte. Zum Glück war es nicht allzu weit. Nachdem ich sichergestellt hatte, das hier alles in Ordnung war, gönnte ich mir eine Mütze dringend benötigten Schlaf. Und damit endete meine vierte Reise in die Karibik endgültig – aber wie gesagt: mal schauen ob es mich nicht bald wieder mal in diese Gegend verschlägt. 😉