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Weiterreise nach Los Melones / Bayahibe [06.01.2017]

Friday, January 6th, 2017

Heute wollten wir nun weiterreisen, waren uns jedoch zuerst über unser nächstes Ziel uneinig. Ursprünglich war es geplant, weiter in den etwa 53 Kilometer entferneten Ort Constanza zu fahren, der noch höher auf 1.200 Meter liegt und damit ein noch deutlich kühleres Klima als im 600 Meter hoch gelegenen Jarabacoa bietet. Jetzt im Winter dürften die Temperaturen dort kaum 20 Grad überschreiten – doch sowohl mir als auch meiner Begleitung war jetzt doch wieder mehr nach Wärme. Also beschlossen wir, das eigentlich übernächste Ziel, Bayahibe, einfach vorzuziehen und bereits heute in Richtung der westlichen Südküste aufzubrechen.
Doch erst mussten wir uns einmal für die Reise stärken und dazu war das im Zimmerpreis inbegriffene Frühstück im Restaurant des Hotels Brisas del Yaque II bestens geeignet.

81 - Restaurant Brisas del Yaque

Heute entschied ich mich neben dem Kaffee mal für Huevos Revueltos con Vegetales, also Rührei mit Gemüse, das mit Toastbrot, Butter und Mangomarmelade serviert wurde.

82 - Huevos Revueltos con Vegetales - Restaurant Brisas del Yaque

An der Rezeption hatten wir außerdem erfahren, dass Jarabacoa entgegen unserer vorherigen Annahme doch über einen Busbahnhof der Firma Caribe Tours verfügt – wir konnten also auf diesem Weg über La Vega in die insgesamt ca. 150 Kilometer entfernte Hauptstadt Santo Dominigo gelangen und von dort unsere Reise nach Bayahibe, unserem nächsten Ziel, fortsetzen. Und das für gerade mal 250 Pesos pro Person, also etwa fünf Euro – deutlich günstiger als mit dem Taxi wie bei der Anreise.

83 - Caribe-Tours nach La Vega
Im Bus Jarabacoa nach Santo Domingo

Die Fahrt bis La Vega zog sich aufgrund der kurvenreichen Strecke aber ziemlich dahin und da wir ja vor der Abreise noch packen mussten, waren wir erst gegen 13:30 Uhr am Busbahnhof abgefahren und erreichten gegen 14:15 Uhr schließlich La Vega, wo der Bus einen kurzen Zwischenstop einlegte. Wir brauchten aber glücklicherweise nicht umzusteigen.

84 - Zwischenstop in La Vega
Zwischenstop in La Vega

Die Fahrt im voll klimatisierten Bus verlief vollkommen ereignislos. Vorbei an weiten Feldern sowie durch kleine oder größere Siedlungen ging es über die Autopista Duarte Non-Stop weiter nach Santo Domingo. Ich versuchte ein wenig zu dösen, spielte am Mobiltelefon, redete oder starrte aus dem Fenster.

85 - Se Vende - South of Bonao 86 - Reiter - South of Bonao
Links: Se Vende – Rechts: Reiter
Beide Bilder aufgenommen südlich des Ortes Bonao

Es war also bereits 16:15 Uhr, als wir nach einem kleinen Zwischenstop im Norden der Hauptstadt schließlich am Terminal des Haupt-Busbahnhofs von Caribe Tours in Santo Domingo ankamen.

87 - Plaza Caribe - Santo Domingo

88 - Terminal Caribe Tours - Santo-Domingo
Am Busbahnhof in Santo Domingo

Dort nahmen wir uns ein Taxi und fuhren etwa 12 bis 15 Minuten durch Santo Domingo bis zu einem Ort an dem eine weitere Buslinie startet, die uns in die westlich gelegene Stadt Romana bringen sollte und passenderweise Expreso Romana hieß. Neben den Busfahrkarten für 150 Pesos pro Person versorgten wir uns dort auch mit ein paar Snacks in Form von konisch geformten frittierten Fleischstückchen.

89 - Fleichbällchen 90 - Fleischbällchen - angebissen

Nach einem letzten Zwischenstop im Osten von Santo Domingo

92 - Expreso Romano

ging es dann mit dem mittelgroßen Bus in einem ziemlichen Höllentempo über die Autovia del Este vorbei am Flughafen und dem in diesem Beitrag von mir bereits vorgstellten Boca Chica in Richtung Romana. Feste Haltestellen gab es jetzt scheinbar nicht mehr, viel mehr hielt der Fahrer dort, wo ihn die Fahrgäste darum baten – zum Beispiel vor einer Tankstelle, am Tor einer Ferienanlage, in der die Damen die Ausstiegen scheinbar arbeiteten, oder auch mal irgendwo am Rande der Autovia.

91 - Auf dem Weg nach Romana

Schließlich erreichten wir Romana und was nun folgte, war ein ziemliches Chaos, das ich als Europäer und nur rudimentär der Sprache Spanisch fähiger Gringo kaum alleine geschafft hätte. Wir stiegen irgendwo am Rande von Romana aus und winkten dort ein Public Taxi in Form eines Kleinbusses heran. Der Helfer des Fahrers warf unseren Koffer einfach auf das Dach, während wir mit offener Tür in dem vollkommen überfüllten Fahrzeug quer durch die Stadt heizten. Mit 50 Pesos pro Person unschlagbar günstig. Irgendwo mitten in der Stadt wollte uns der Helfer dann aussteigen lassen, doch von dort fuhren gar keine weiteren Wagen in die Richtung in die wir eigentlich wollten. Also fuhren wir weiter bis zu einem weiteren Parkplatz ganz im Osten von Romana, an dem wiederum weitere Kleinbusse warteten. Nach dem Umsteigen bei Dunkelheit und umgeben von teilweise ziemlich zwielichtigen Gestalten ging es dann in einem vollkommen überfüllten Kleinbus für noch einmal 100 Pesos weiter in Richtung unseres eigentlichen Zieles Los Melones oder auch Bayahibe. Auf Google Maps, Bing Maps oder Apple Maps gab es auf jeden Fall keine Ortschaft mit dem Namen Bayahibe, aber ich fand später heraus dass beide Ortschaften offensichtlich identisch waren. Bei Dunkelheit kamen wir schließlich in Los Melones aka. Bayahibe an und stiegen dort aus. Es war inzwischen inzwischen 19:30 Uhr.

93 - Ankunft in Los Melones - Bayahibe

Jetzt ging es daran, eine Unterkunft zu finden – und das um diese fortgeschrittene Uhrzeit. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich im bereits im Vorfeld ein Zimmer gebucht – aber die Uhren ticken hier in der Dominikanischen Republick ja bekanntlich anders und meine Begleitung war der Meinung gewesen, dies wäre nicht notwendig. Und als wir im ersten Hotel abgewiesen wurden – ich war müde und verschwitzt von der Reise und entsprechend knatschig – unkte ich bereits dass wir wohl auf der Straße schlafen müssten. Doch da war ich wohl mal wieder zu pessimistisch gewesen, denn bereits im nächsten Hotel, dem Hotel Bayahibe, waren wir erfolgreich und erhielten dort nicht nur ein Zimmer, sondern eine kleine Ferienhütte mit Bad und Veranda – und das für den Preis von gerade mal 1500 Pesos pro Nacht, also 30 Euro.

94 - Ferienhütten - Hotel Bayahibe
Ferienhütte mit Veranda

Die Hütte war zwar klein und bestand aus einem Hauptraum mit einem großen Bett, einem kleinen Bett, einem Schrank, Kühlschrank, Spiegel und Fernsehen sowie einem kleinen Bad mit Toilette und Dusche – und was brauch man schon mehr für einen Strand-Kurzurlaub an der Südwestküste der Dominikanischen Republik – zumal die Dusche sogar Warmwasser bot, was in günstigeren Unterkünften hier eher Luxus ist. Ich stelle da keine allzu hohen Ansprüche. 😉

95 - Schlafraum - Ferienhütte - Hotel Bayahibe 96 - Schlafraum -  Ferienhütte - Hotel Bayahibe 02

97 - Bad - Ferienhütte - Hotel Bayahibe 98 - Schlafraum Ferienhütte - Hotel Bayahibe-03

Ich zumindest war mit der Unterkunft sehr zufrieden.
Nachdem wir uns etwas eingerichtet hatten und einer Dusche, um Schmutz und Schweiß der Reise abzuwaschen, verschlossen wir die Hütte und machten uns daran, Bayahibe etwas zu erkunden. Als erstes stießen wir dabei auf einen kleinen Park, der ebenso wie der Park im Zentrum von Jarabacoa mit zahlreichen LED-Lichtern um die Bäume bunt illuminiert war – allerdings noch eine ganze Ecke hübscher gelungen als dort – wobei der See in der Mitte, der die Lichter reflektierte, nicht ganz unschuldig daran war.

99 - Parque illuminiert - Bayahibe 100 - Parque illuminiert 02 - Bayahibe
101 - Feliz Navidad - Bayahibe 102 - Parque illuminiert 03 - Bayahibe
Park in Bayahibe – Illuminiert

Inzwischen machte sich auch der Hunger bei uns Bemerkbar und wir machten uns auf die Suche nach einem Ort, um diesen zu stillen.. Und da wir außer dem Frühstück und den popeligen Fleischbällchen in Santo Domingo seit einigen Stunden nichts mehr gegessen hatten, war der Appetit entsprechend groß. Aber ebenso groß war die Auswahl an Restaurants und Imbissen in Bayahibe.

103 - Restaurante Bamboo Beach - Bayahibe

104 - Fontoni Pizzas - Bayahibe

Direkt am Meer gelegen lag uns der Appetit natürlich nicht gerade nach Steak oder Pizza, sondern nach Fisch. Und da wurde uns das Capitan Kidd empfohlen, welches sich zwar als Restaurante & Pizzeria bezeichnete, aber über ein umfangreiche Fischkarte und außerdem auch über Plätze direkt am Strand verfügte – und das mitten in Bayahibe nur wenige hundert Meter von unserer Unterkunft entfernt.

105 - Restaurante Pizzeria Capitan Kidd
Restaurante & Pizzeria Capitan Kidd

10 6 - Laguna - Restaurante Pizzeria Capitan Kidd
Laguna am Strand des Capitan Kidd

Ich entschied mich für ein Mero al limone, einen Zackenbarsch in Limonensauce, zu dem ich mir – mal wieder – Pommes Frites servieren ließ. Wir mussten etwas warten, denn es war viel los und die Servicekräfte entsprechend beschäftigt, aber schließlich man überbrückte die Wartezeit mit kostenlosen geröstetem, mit Olivenöl beträufeltem Weißbrot, das man noch warm am Tisch servierte.

107 - Geröstetes Brot / Toast bread - Restaurante Pizzeria Capitan Kidd

Schließlich wurden aber auch die Hauptgerichte gebracht und ich war mit dem was ich da bekam wirklich überaus zufrieden.

108 - Mero al limone - Restaurante Pizzeria Capitan Kidd

Das Fischfilet vom Zackenbarsch war nicht nur angenehm groß, saftig und vollkommen grätenfrei, auch die cremige Sauce mit ihrer leichten, aber nicht zu dominanten Limonen-Note passte gut ins geschmackliche Gesamtkonzept. Dazu hatte ich mir, wie bereits erwähnt, Pommes Frites bestellt, die auf einem separaten Teller serviert worden waren.

109 - Pommes Frites - Restaurante Pizzeria Capitan Kidd

An den heißen, knusprigen und gut, aber nicht übermässig gesalzenen Pommes Frites gab es ebenfalls nichts auszusetzen, einen besonderen Augenmerk möchte ich aber auf den – leider nicht auf dem Foto gezeigten, weil erst später nachbestellten – Ketchup wenden. Hier handelte es sich um das übersüsste Zeug dass man im Supermarkt erhält, sondern offensichtlich um ein selbst hergestellte Variante. Allein die Konsistenz war großartig und der fruchtige, natürliche Geschmack gab einen weiteren Hinweis auf seine natürliche Herkunft.
Nach dem Essen begaben wir uns zurück in die Ferienhütte und waren auch schon bald eingeschlafen – die leicht strapaziöse Reise hatte letztlich doch ihre deutlichen Spuren an uns hinterlassen. Vor allem nachdem wir so gut gespeist hatten…

Reiten, Saltos de Baiguate & Bergrestaurant [05.01.2017]

Thursday, January 5th, 2017

Der heutige Tag begann für uns um kurz nach 8:30 Uhr. Die Sonne war bereits über dem Städtchen Jarabacoa im Mittelegebirge der Dominikanischen Republik aufgegangen und sendete ihre warmen Strahlen aus, um die Kühle der Nacht zu vertreiben.

38-Jarabacoa-2 37-Jarabacoa
Blick über Jarabacoa

Nach einer kurzen Morgentoilette begaben wir uns in das Restaurant des Hotels Brisas del Yaque II, um dort unser im Zimmerpreis inkludiertes Frühstück einzunehmen. Ein wirklich sehr schönes Restaurant in Form einer offenen, von Pflanzen umrankten Terasse mit rustikalem Innendesign und einigen Werken lokaler Künstler an den Wänden. Sehr heimelig – gefiel mir sehr gut und ich ärgerte mich ein wenig, dass wir nicht schon gestern Abend hier gespeist hatten.

39 - Restaurant Brisas del Yaque 40 - Restaurant Brisas del Yaque 02
Restaurant Brisas del Yaque II

Die Karte der Frühstücksgerichte war zwar übersichtlich, aber einigermaßen vielseitig, denn es gab Sandwich, Toast, Pfannkuchen, Eier und Früchte zur Auswahl.

41 - Restaurant Brisas del Yaque - Breakfast-Menu

Ich entschied mich für das Sandwich Jamon y Queso, das sich ganz oben auf der Liste befand. Dazu gab es natürlich einen schönen schwarzen Kaffee, den man hier übrigens in einer Flatrate servierte – d.h. es wurde kostenlos nachgeschenkt so oft man wollte.

41 - Sandwich Jamon y Queso - Restaurant Brisas del Yaque
43 - Sandwich Jamon y Queso - Closeup - Restaurant Brisas del Yaque

Mit gleich mehreren Schichten aus gekochtem Schinken (Jamon), Käse (Queso) und frischen Tomaten war das Sandwich wirklich reichlich belegt. Sehr lecker.
Außer uns waren nur noch zwei weitere Gäste – offensichtlich amerikanische – im Restaurant. An der Rezeption hatte man uns auch erzählt, dass jetzt am Jahresanfang nur wenige Gäste nach Jarabacoa kamen.
Nach dem Frühstück riefen wir uns ein Taxi, das uns für 400 Pesos zu unserem ersten Ziel des Tages bringen und dort später wieder abholen sollte. Aus Erfahrung wussten wir: Am besten verhandelt man mit dem Fahrer vor Antritt der Fahrt über den Preis, dann ist man vor Überraschungen und unerwarteten Preiserhöhungen gefeit. Wir wurden uns aber schnell einig und das Taxi brachte uns schließlich in die nördlichen Außenbezirke von Jarabacoa, wo die erste Aktivität des Tages anstand: Ein Ausritt auf Pferden.

44 - Caballos se rentan

46 - River & horse

Weitere Preisverhandlungen waren hier nicht notwendig, denn die Kosten für einen Ausritt waren klar auf der Tafel mit der Aufschrift “Caballos se rentan” (Pferde zu vermieten) zu lesen: 500 Pesos die Stunde, also etwa zehn Euro. Das war mir der Spaß alle mal wert. Also machten sich die Mitarbeiter gleich daran, einige der am Gebäude wartenden Tiere zu satteln.

45 - Pferde werden gesattelt

Ich hatte seit über zehn Jahren kein Pferd mehr geritten – den letzten Ausritt hatte ich meines Wissens Anfang bis Mitte der 2000er Jahre irgendwo in der Nähe von San Francisco gemacht, aber es gelang mir dennoch ohne Probleme, mich in den Sattel zu schwingen und auch auf dem Pferd zu halten – auch wenn die Steigbügel etwas klein für meine großen Füße erschienen. Vom eigentlichen Ausritt, der zuerst über schmale Feldwege am Fluss entlang und später auch über asphaltierte Straßen führte, habe ich leider keine Fotos machen können – ich war zu sehr damit beschäftigt das schmal gebaute, braun-weiße Pferd in Zaum zu halten, das mich aber sicher und ohne Zwischenfälle den ganzen Weg trug.

47 - On the horse 47a - On the horse-02

Erst am Ende des Ausritts ließen wir uns von einem der Pferdeführer am Rande eines Flusses ein paar Erinnerungsfotos schießen. Die Tour hatte zwar nicht ganz eine Stunde, sondern nur 50 Minuten gedauert, aber auf eine Diskussion mit den Pferdeleuten verzichteten wir dennoch. Das hätte nichts gebracht. 😉
Nach dem Ausritt brachte uns das Taxi, wie abgesprochen, zurück ins Hotel, wo wir uns erst einmal frisch machten und dann einen kleinen Spaziergang durch Jarabacoa bei Tageslicht begannen. Letztlich landeten wir an dessen Ende wieder im Parque Juan Pablo Duarte, den ich ja schon im gestrigen Beitrag aufgrund seiner nächtlichen Illumination erwähnt hatte.

48 - Parque Juan Pablo Duarte Jarabacoa

Während wir auf einer Bank saßen und etwas entspannten, wurden wir mehrere Male von verschiedenen “Guides” angesprochen, die uns Touren zu einem oder beiden der beiden Wasserfälle Saltos de Jimenoa und Saltos de Baiguate in der Nähe von Jarabacoa anboten. Dabei waren auch Angebote für mehrtägige Touren in die Berge mit Übernachtung im Zelt oder Motorraddtouren. Aber die Preise waren recht gesalzen, und begannen bei 3.500 bis 4.000 Pesos, also 70 bis 80 Euro. Es reizte zwar mich schon, zumindest einen dieser Wasserfälle zu besuchen, aber das musste doch auch billiger gehen.
Wir gingen also zurück zum Hotel und die Dame an der Rezeption empfahl uns, einfach eines der lokalen Taxis zu nehmen, das uns angeblich sehr nah an einen der Wasserfälle, den Saltos de Baiguate, heran bringen könnte. Und von dort aus könnten wir dann zu Fuß zu diesem laufen. Und das für einen Bruchteil des Preises, den die Guides verlangt hatten. Das nahmen wir natürlich gerne in Anspruch und ließen uns ein solches Taxis rufen.
Nach etwas zähen Verhandlungen – der Fahrer wollte zuerst deutlich mehr für seine Dienste haben, da er mich offensichtlich als Gringo, also Fremden, identifiziert hatte und das Alleine schon in den Augen vielen Einheimischer Reichtum bedeutet – einigten wir uns schließlich auf 400 Pesos und der Fahrer würde sogar am Zielort auf uns warten, um uns später wieder zurück zum Hotel zu bringen.
Diesmal ging es in den Osten der Stadt, wo wir bald die asphaltierten Straßen verließen und über teilweise überflutete Feldwege in eher gemächlichen Tempo unserem Ziel entgegen fuhren.

49 - Durch die Pampa

Dabei passierten wir neben Feldern – Jarabacoa ist ja ein vor allem durch den Ackerbau geprägtes Gebiet – auf einige kleine Siedlungen oder einzeln stehende Gebäude.

50 - Felder nahe Jarabacoa 02 51 - Felder nahe Jarabacoa

Nach 20 bis 30 Minuten Fahrt erreichten wir schließlich ein offensichtlich leerstehendes, grünes Gebäude, vor dem ein Schild prangte, dass auf Spanisch verkündete dass ab hier keine Motorfahrzeuge mehr zugelassen sind.

52 - Prohibido el paso en motores

Nachdem wir ausgestiegen waren, löste sich aus dem Schatten des Gebäudes ein einheimischer Junge im violetten Anorak, der sich uns für 50 Pesos, etwa einen Euro, als Fremdenführer anbot. Für diesen Preis ließen wir ihn gewähren und den Weg zeigen – auch wenn ich mir sicher bin dass wir diesen auch ohne ihn gefunden hätten. Hinter dem Gebäude begann ein Feldweg,

53 - Feldweg zum Saltos Baiguate 54a - Weg durchs Dickicht

der aber bald in einen befestigten Weg aus dem hier so beliebten Gußbetons überging. Hier und da waren noch Reste von Erdrutschen auf dem Weg zu sehen, die man aber größtenteils bei Seite geräumt hatte.

54 - Betonweg zum Salto Baiguate

55 - Little Guide

Auf der Häflte des Weges kam uns ein junges Pärchen entgegen, das kurz stoppte als wir passierten und den Jungen fragte, was er hier mache – er hätte doch Geld bekommen um auf das Auto der Beiden aufzupassen. Doch der Kleine winkte nur ab und ging weiter – scheinbar ein schlauer junger Geschäftsmann, der sich keine Gelegenheit entgehen ließ. 😉 Der Mann ließ es glücklicherweise darauf beruhen.
Zwischen den Blättern des umgebenden Waldes sahen wir am Hang ein Gebäude und unser junger Fremdenführer erklärte uns, dass es sich dabei um ein etwas kostspieligeres Restaurant handelte, von dem aus man einen wunderbaren Blick über das Tal hätte.

56 - Gebäude am Berg
Restaurant am Berg

Daher fiel der Entschluss, heute Abend dort zu speisen – nach all dem Fast Food der letzten Tage wollte ich mal wieder etwas hochwertigeres zu mir nehmen.
Schließlich erreichten wir eine baufällig wirkende Treppe, die uns hinunter zum Fluß und zum eigentlichen Wasserfall führen sollte.

57 - Stairs to Saltos de Baiguate

Ein wirklich hübscher Wasserfall, der sich da in das kleine Tal ergoss – ich machte einige Fotos und Panoramaaufnahmen der Umgebung.

58 - Salto Baiguate 01

59 - Panorama Salto Baiguate

60 - Salto Baiguate 02

Unser junger Begleiter hatte sich am Fuß der Treppe sofort seines Anoraks entledigt und durch das nicht sonderlich tiefe Wasser am Fuß des Wasserfalls auf die andere Seite des Flusses begeben, wo eine weitere kleine Gruppe von Besuchern badete. Der junge Einheimische kletterte auf den Felsen und führte einige waghalsige Sprünge in der Becken unterhalb des Wasserfalls durch, was vor allem von der anderen Reisegruppe bestaunt und wohl auch mit ein paar Pesos entlohnt wurde.

60b - Klippenspringer 02 60a - Klippenspringer 01

Schließlich kletterten wir wieder die Stufen hinauf und oben angekommen entschlossen wir uns dazu, noch zu erkunden was hinter dem Wasserfall lag – denn der Weg führte nach der Treppe noch weiter am Ufer entlang.

61 - Oberhalb des Saltos de Baiguate

62 - Oberhalb des Saltos de Baiguate

63 - Oberhalb des Saltos de Baiguate
Oberhalb des Saltos de Baiguate

Nach wenigen hundert Metern erreichten wir einen kleinen Betonsockel, auf den eine Treppe führte und sich zwei große Stellräder befanden.

64 - Sperrwerk am Oberlauf Salto Baiguate

Sah alles etwas verrostet aus – was bei dem feuchtheißen Klima aber auch nicht verwunderlich ist – aber schien noch benutzt zu werden, denn die Stellräder waren mit recht neu aussehenden Schlössern und Ketten gesichert. Scheinbar konnte man bei niedrigem Wasserstand von hier aus den Wasserfall in Betrieb halten, indem man über eine Schleuse etwas mehr Wasser aus dem Oberlauf abließ.

65 - Salto Baiguate - Auf dem Sperrwerk 01 66 - Salto Baiguate - Auf dem Sperrwerk 02

Mit etwas Klettern wäre man von hier aus zwar auf einen Trampelpfad gelangt, der uns hinter dieser Schleuse noch weiter am Fluss entlang in den Dschungel geführt hätte, doch wir entschlossen uns dazu, den Rückweg anzutreten. Wieder am Parkplatz angekommen stellten wir zufrieden fest: Der Taxifahrer döste im Schatten eines großen Baumes im Auto. Anstandslos brachte er uns – vorbei an weiteren Anbaufläuchen rund um Jarabacoa – zurück ins Hotel.

67 - Near Jarabacoa 68 - Near Jarabacoa
Am östlichen Stadtrand von Jarabacoa

Am Abend schließlich machten wir uns auf den Weg in das Restaurant am Berg, das wir auf dem Weg zum Wasserfall gesehen hatten. Wir hatten uns inzwischen ein wenig erkundigt und herausgefunden, dass es sich hier um einen Teil der Anlage Jamaca de Dios handelte, das nicht nur dieses Restaurant mit Namen Aroma de la Montaña, sondern auch am Berg gelegene Villen und Häuschen zum Mieten oder auch kaufen umfasste. Auf jeden Fall eine sehr exklusive Adresse hier in Jarabacoa und genau das richtige, um den heutigen Tag erfolgreich abzuschließen.
Ein Taxi brachte uns für wiederum 400 Pesos bis zum Restaurant, wobei wir eine bewachte Sicherheitsschleuse passierten, an welcher der Taxifahrer eine Tafel erhielt, die aussagte dass seinen Wagen bis zum Restaurant zugelassen ist. Da er diese aber beim rausfahren wieder hätte abgeben müssen, befürchteten der Fahrer aber Probleme beim späteren Abholen, denn ohne Fahrgäste wäre er vielleicht nicht herein gekommen. Daher erklärte sich der bereits ältere Taxifahrer bereit, einfach im Wagen zu warten bis wir mit dem Essen fertig sind. Eine nette Geste. Nach einigen Minuten Fahrt über schmalen Straßen am Berg und vorbei an vereinzelt stehenden prachtvollen kleinen Villen und Wohnhäusern erreichten wir schließlich das Restaurant.

69 - Restaurant Jamaca de Dios - Jarabacoa
Vor dem Restaurant Aroma de la Montaña – Jamace de Dios

Eine Empfangsdame nahm sich unserer an und fragte uns, wo wir sitzen wollten: Draußen auf der Terrasse, im oberen oder im unteren Bereich des Gebäudes. Da es aufgrund eines kräftigen Windes auf der Terasse wohl auf Dauer zu kalt geworden wäre und es oben bereits recht überfüllt war, blieben wir letztlich also im Erdgeschoss, in dem wir aber fast die einzigen Gäste waren.

70 - Restaurant Jamaca de Dios - Jarabacoa
Erdgeschoss des Restaurant Aroma de la Montaña – Jamaca de Dios

Man brachte uns auch sogleich die Speisekarten und fragte uns nach ersten Getränkewünschen. Ich wählte erst einmal einen Fruchtpunsch und bevor ich meine Entscheidung traf was ich essen wollte, begab ich mich draußen auf die mehrstöckige Terrasse und machte ein paar Aufnahmen der Lichter von Jarabacoa zu machen, die unten im Tal funkelten.

71 - Jarabacoa@Night

72 - Jarabacoa@Night 02
Jarabacoa bei Nacht

73 - Auf der Terrasse des Jamaca de Dios / On the platform of Jamaca de Dios
Restaurant Aroma de la Montaña – Jamaca de Dios – von der Terrasse aus gesehen

Natürlich sollte es zum Essen auch einen guten Rotwein geben und ich wählte einen 2014er Condado Real Tempranillo, der mit stolzen 1000 Pesos pro Flasche in der Weinkarte zu finden war.

74 - Condado Real 2014

Ein klein wenig säuerlicher als ich ihn mir gewünscht hätte, aber dennoch angenehm fruchtig und trocken – eine mehr als nur passable Entscheidung.
Als kleines Entrée entschieden wir uns für Weißbrot mit Käse, Pan y queso und bekamen zwei aufgetoastete Brötchen und etwas angeschmolzenen geriebenen Hartkäse, der geschmacklich etwas an Parmesan erinnerte.

75 - Pan & queso / Weißbrot & Parmesan

War als Einstieg in Ordnung – in deutschen Restaurants bekommt man ja auch meist nur kleine Baguettscheiben mit etwas Butter.
Für den Hauptgang hatte ich mich für ein 320g schweres Filete de ternera al montaña con salsa de piementa, also ein Rindersteak mit Pfeffersauce – Medium gebraten – zu dem ich ein paar Pommes Frites orderte und auch nach einer akzeptablen Zeit an den Tisch gebracht bekam. Den Preis von 800 Pesos, also etwa 16 Euro war natürlich deftig.

76 - Filete de ternera con salsa de pimienta

78 - Filete de ternera - Lateral cut

Obwohl man sich beim Anrichten deutlich Mühe gegeben hatte, fand ich die Portion Pommes Frites recht mickrig geraten. Aber das wurde durch das riesige und genau richtig Medium durchgebratene, wunderbar zarte und saftige Steak in seiner würzigen Pfeffersauce ein wenig ausgeglichen.
Meine Begleitung hatte zu etwas noch teureren gegriffen: einer Langosta al plancha, einem gegrillten Hummer, der mit Kartoffeln und einem Schälchen Pilz-Sahnesauce serviert wurde. Mit 1200 Pesos, also 24 Euro, eines der teuersten Einzelgerichte auf der Karte – aber ich hatte es ja so gewollt und sie aufgefordert mal richtig zuzugreifen.

77 - Langosta al plancha con papas

Zum Abschluss gab es – für mich – schließlich noch einen kleinen Espresso. Außerdem luden wir den noch immer wartenden Taxifahrer auf einen Kaffee ein, den er an der Theke zu sich nahm – denn das Essen hatte etwas länger gedauert als ursprünglich erwartet.

79 - Kaffee Espresso

Anschließend ging es mit dem Taxi zurück zum Hotel – doch es war gerade erst kurz nach 21:00 Uhr und damit noch zu früh um ins Bett zu gehen. Also begaben wir uns noch einmal ins hoteleigene Restaurant und orderten dort aus der gut sortierten Weinkarte noch ein weiteres Fläschchen Rotwein, einen Herederos del Marques de Riscal aus dem Jahre 2012, der aber mit 1200 Pesos pro Flasche noch etwas teurer war – aber man gönnt sich ja sonst nichts. 😉

80 - Herederos del Marques de Riscal 2012

Ich habe mal im Internet recherchiert und gesehen, dass der Ladenpreis für diesen Wein in Deutschland bei 17 Euro pro Flasche liegt – also sind 24 Euro in einem guten Restaurant nicht ungewöhnlich. Und ich muss außerdem sagen, dass dieser Tropfen jeden Euro seines Preises absolut wert war – mit seinem fruchtig-würzigen Geschmack einer der besten Weine die ich seit langem getrunken hatte. Danach ging es aber schließlich endgültig zu Bett – es war ein langer Tag gewesen.

Erneuter Aufbruch in die Karibik [30.12.2016]

Friday, December 30th, 2016

Wie auch bereits zum letzten Jahreswechsel wollte ich auch diesen Jahreswechsel wieder in der Karibik, besser gesagt in der Dominikanischen Republik verbringen. Doch die Entscheidung war erst recht kurzfristig gefallen, so dass ich – zumindest zu akzeptablen Preisen – nur noch einen Flug bei Air Berlin für den 30. Dezember ab 6:20 Uhr ab München bekommen hatte. So brach ich also am frühen Morgen so gegen 3:30 Uhr bereits auf zur S-Bahn und nahm die S8 in Richtung Flughafen München.

00 - S8 zum Flughafen München

Dort angekommen machte ich mich sogleich auf den Weg zum Eincheck-Tresen von Air Berlin, wobei ich erst einmal durch die größtenteils noch leeren Gänge des Flughafens irren musste um vom S-Bahnhof dorthin zu gelangen.

01 - München Airport 01a - Flughafen München

Doch der Eindruck täuschte, denn dort angekommen hatte sich bereits jetzt eine lange Schlange gebildet hatte. Und nur zwei der zehn Schalter waren geöffnet, was erst einmal Warten bedeutete. Doch schließlich erhielt auch ich meine Bordkarte und begab mich um etwa 6 Uhr schließlich an Bord des Flugzeugs das mich nach Düsseldorf bringen sollte. Im Vergleich zu führeren Flügen, mein letzter war ja im März dieses Jahres gewesen, gab es aber inzwischen keine kostenlose Bordverpflegung auf diesem nicht einmal eine Stunde dauernden Fluges. Es wurden zwar kostenpflichtige Speisen und Getränke angeboten, aber darauf verzichtete ich.

02 - Düsseldorf Airport

Am Flughafen in Düsseldorf begab ich mich zu Gate 44, wo bereits mein Flieger, ein Airbus A330, bereits wartete. Ich musste allerdings noch ein wenig warten, bis ich an Bord gehen konnte.

03 - A330 nach Puerto Plata - Air-Berlin Düsseldorf

Um 9:15 Uhr ging das Boarding endlich los und um 9:45 Uhr hoben wir endlich ab und machten uns auf den circa achtstündigen Flug in Richtung Puerto Plata.

04 - Air-Berlin über Deutschland

Zum Glück wurde auf diesem Langstreckenflug mit der Verpflegung nicht gegeizt und wir erhielten bereits kurz nach dem erreichen der Reiseflughöhe ein paar Rosmarin-Kekse und etwas Kaffee als erste kleinen Snack.

05 - Rosmarinkeks & Kaffee - Air Berlin

Etwa eine Stunde später, es war etwa 11:30 Uhr und ich hatte mir die Zeit mit dem vorzüglichen Filmangebot an relativ aktuellen Kinofilmen des in der Rückenlehne des Vordersitzes integrierten Entertainment-Systems vertrieben, wurde dann schließlich das Mittagessen serviert. Es gab wahlweise irgend eine vegetarische Pasta oder ein Hähncheninnenfilet mit Broccolipüree und Pariser Möhren. Ich wählte natürlich das Geflügel.

06 - Hähncheninnenfilet mit Broccoilipüree - Air Berlin

Dazu gab es noch einen Schokopuddung, zwei Scheiben Käse und ein paar Cräcker sowie Wasser und Getränke nach Wahl. Die Hähnchenbrust war wirklich sehr gut gelungen: zart, saftig und in einer dunklen Balsamicosauce angerichtet. Und obwohl ich zerkleinertes Broccoli nicht gerade als vollwertige Sättigungsbeilage sehe, vermisste ich dennoch keine Kartoffeln oder ähnliches. Gemeinsam mit dem cremigen Schokopudding, dem Käse und den salzigen Crackern ein ausreichend sättigendes Mittagsgericht.
Nach dem Mittagsmahl versuchte ich ein wenig zu schlafen und es gelang mir tatsächlich für etwa zwei Stunden vor mich hin zu dösen – trotz des Fluglärms und der Umgebungsgeräusche. Schließlich vertrieb ich mir noch etwas Zeit mit einem weiterem Film auf dem Unterhaltungssystem und kurz vor Beginn des Landeanfluges auf Puerto Plata

07 - Flug nach Puerto Plata

wurde schließlich noch eine kalte Mahlzeit serviert: Frikadellen mit Nudelsalat, kombiniert einem Stück Apfelstreuselkuchen, etwas Frischkäse und wieder einigen Cräckern.

08 - Frikadellen & Nudelsalat - Air Berlin

Normalerweise bin ich zwar kein so großer Fan von Nudelsalaten, aber diese Kräutern und Öl angemachte sowie mit Paprika und Frühlingszwiebeln erwies sich als überaus schmackhaft und passe gut zu den kleinen, würzigen Frikadellen. Und auch am frisch wirkenden Apfelstreuselkuchen gab es nichts auszusetzen.
Schließlich wurden auch noch die blauen Zollerklärungen ausgeteilt, die wir bei unserer Einreise abzugeben hatten und wir hatten noch genug aus, diese auszufüllen bevor der Flieger schließlich sicher auf dem kleinen Flughafen von Puerto Plata aufsetzte und wir uns zu den Zollkontrollen begaben. Es war etwa 14:30 Uhr Ortszeit.

09 - Anflug auf die Dominikanische Republik

Wie üblich musste ich noch die Touristenkarte für 20 US-Dollar erwerben, eine kurze Passkontrolle über mich ergehen lassen, mein Gepäck holen und schließlich noch die aufdringlichen Kofferträger abwimmeln, die direkt nach den Zollkontrollen auf Kundschaft warteten, dann konnte ich auch schon den Flughafen verlassen, wo ich bereits erwartet wurde und mich auf den Weg zu meiner Unterkunft machen konnte.

Rückreise & Nordsee Fischburger [10.09.2016]

Saturday, September 10th, 2016

Am Samstag hatten wir Vormittags noch ein Seminar in den Konferenzräumen des Best Western Hotels Steinsgarten in Gießen, über das ich hier allerdings nicht weiter berichten möchte, da es nichts zur Sache tut. Nach Ende dieses Seminars wurde uns noch eine Kartoffelsuppe mit Brot als kleine Stärkung,

Potato soup / Kartoffelsuppe - Best Western Hotel Steinsgarten - Gießen

dann ging es zum Bahnhof in Gießen, damit wir von dort unsere Rückreise antreten konnten. Nun konnte ich auch das erste Mal einen vollständigen Blick auf das historisch wirkende Bahnhofsgebäude in Sandsteinbauweise mit seinem Uhrenturm werfen, das ich bei unserer Ankunft in Dunkelheit nur am Rande wahrgenommen hatte.

Bahnhof Gießen
Bahnhofsgeböude Gießen

Dort stiegen wir in einen Regionalexpress der uns nach Frankfurt bringen sollte. Und damit es uns nicht zu langweilig wurde, stieg auch gleich eine Gruppe Frauen gemischten Alters mit ein, die offensichtlich auf dem Weg nach Frankfurt waren um dort einen Jungesellinenabschied zu feiern und die auf der glücklicherweise nur leicht verspäteten Fahrt für Stimmung sorgten.
In Frankfurt angekommen, merkten wir dass die Kartoffelsuppe uns wohl nicht bis München satt halten würde, daher schwärmten wir aus um uns hier am Hauptbahnhof noch einmal mit etwas Reiseproviant einzudecken. Ich selbst stattete dazu dem hiesigen Nordsee-Restaurant einen Besuch ab, wo ich mir ein paar Fisch-Burger einpacken ließ. Anschließend ging es zu Gleis 7, wo erstaunlich pünktlich unser ICE nach München eintraf und auch wenig später wieder pünktlich abfuhr.

Am Frankfurter Hauptbahnhof

Doch das sollte nicht so bleiben – die 120 Minuten Verspätung eines von München kommenden ICEs am selben Gleis ließ schon böses ahnen.
Als wir unsere reservierten Sitzplätze eingenommen hatte, machte ich mich sogleich über meine beiden Fischburger von Nordsee her. Als erstes musste ein Backfisch-Baguette für 2,99 Euro dran glauben, das mit etwas Remoulade und einem Salatblatt in einem labbrigen Weißbrot-Baguettebrötchen daher kam.

Nordsee Backfisch-Baguette

Und da ich wusste dass das nicht ganz reichen würde, hatte ich mir außerdem noch einen sogenannten Bremer zum Preis von 1,99 Euro einpacken lassen.

Nordsee Bremer

Die panierte Fischfrikadelle aus verschiedenen gewürzten Fischsorten kam in einem normalen Kaiserbrötchen und war auf einem Salatblatt gebettet und oben mit Ketchup und Röstzwiebeln garniert. Einfach, aber wie ich finde immer wieder lecker.
Als wir schließlich Nürnberg erreichten, bekamen wir per Lautsprecherdurchsage die Mitteilung dass ein Oberleitungsschaden auf der Strecke zwischen Nürnberg und München dazu führen würde, dass der Zug (ohne dortigen Halt) über Augsburg umgeleitet würde, was eine verspätete Ankunft von etwa 40 Minuten bedeuten würde. Na ja, wäre ja auch zu schön gewesen wenn alles pünktlich abgelaufen wäre. So kamen wir also um kurz vor sieben Uhr in München an. Zum Glück erwischte ich auch gleich eine passende S-Bahn um nach Hause zu kommen, so dass der kleine Ausflug nach Hessen letztlich zu einem glücklichen Abschluss kam.

Dominikanischer Straßenverkehr & Mietwagen [31.05.2016]

Tuesday, May 31st, 2016

In der Dominikanischen Republik gibt es viele Wege, von A nach B zu kommen. Wer lange Fußwege scheut, kann zuerst einmal auf eines der Moto-Taxis zurückgreifen. Sobald man unterwegs ist, hört man ständig die Frage “Moto?” oder “MotoTaxi?” von an Ecken parkenden oder vorbei fahrenden Zweirad-Fahrern. Sie bringen Personen für nur wenige Pesos zu fast jedem beliebigen Punkt, auch über weitere Entfernungen. Jedoch gibt es hier so gut wie nie Helme und die Fahrer legen gerade auf freier Strecke zwischen den Ortschaften eine recht halsbrecherische Fahrweise an den Tag – es gehört also etwas Mut dazu auf diese Motorräder zu steigen, die teilweise nicht mal Beleuchtung für die Nacht besitzen. Eine weitere Möglichkeit sind Public Taxis, das sind Autos mit einer Art Taxi-Schild auf dem Dach, die auf den Hauptstraßen zwischen zwei Punkten, z.B. der Touristenortschaft Sosua und der Stadt Puerto Plata hin und her fahren und jeden am Straßenrand auflesen, die ihnen zuwinken. Wenn die Fahrer dabei langsamer werden halten sie meist eine Hand mit ein, zwei oder drei Fingern aus dem Fenster, um anzuzeigen wie viele Plätze sie noch frei haben. Winkt der wartende ab, z.B. weil er zwei Plätze braucht und nur noch einer frei ist, beschleunigt der Fahrer einfach wieder. Der Preis hier ist auch sagenhaft günstig, auf Kurzstrecken zahlt man 25 bis 50 Pesos, auf längeren Strecken vielleicht 100 bis 125 Pesos. Allerdings muss man damit leben können, dass sich in solchen Public Taxis fünf bis sechs Personen auf der Rückbank und zwei Personen auf dem Beifahrersitz drängen. Der Zustand der Wagen lässt außerdem auch teilweise sehr zu wünschen übrig. Eine Variante dieses System sind die Kleinbusse, die genau wie die Public Taxis funktionieren, aber etwas mehr Leuten Platz bieten. Zum gleichen Preis wie bei den Taxis ist das teilweise etwas komfortabler, aber auch hier werden so lange Menschen mitgenommen, bis wirklich kein Platz mehr ist – das geht so weit dass die Leute direkt auf dem Boden sitzen oder mehrere Kinder auf dem Schoß der Erwachsenen. Natürlich gibt es auch “normale” Taxis, die sind aber deutlich teurer und hier kann man selbst für die Kurzstrecke gerne mal 400 bis 500 Pesos löhnen und man muss sie wirklich suchen oder explizit telefonisch bestellen.
Wer ein wenig Erfahrung im Autofahren besitzt, kann natürlich auch – wie ich – einen Mietwagen nehmen. Es gibt überall kleine, private Autovermietungen, die zu erträglichen Preisen Wagen anbieten. Für unter 10.000 Pesos kann man für 7 Tage einen fahrbaren Untersatz bekommen, bei dem man allerdings keine allzu hohen Ansprüche stellen darf. Meist erhält man für einen solch niedrigen Preis ein Auto, das in Deutschland keinerlei TÜV mehr erhalten würde und bei dem man damit leben muss, dass die Motorkontrolleuchte im Dauerbetrieb ist – aber er bringt einen dennoch gut zu seinen Zielen. Vorausgesetzt man kann mit dem Dominikanischen Verkehr umgehen. Theoretisch gibt es wohl Verkehrsregeln, praktisch hält sich aber niemand daran. Das bedeutet, dass überall und jederzeit sowohl rechts als auch links überholt wird, Geschwindigkeitsbegrenzungen prinzipiell nicht eingehalten werden und man vor allem bei Nachtfahrten auf Fahrzeuge ohne Beleuchtung achten muss – sowohl Autos als auch Motorräder. Hinzu kommt, dass Motorräder sich so gut wie niemals an Ampelphasen halten, also auch bei Rot einfach weiter fahren, dass sie die Autofahrer schneiden, ausbremsen und bevorzugt behindern. Außerdem kann scheinbar geparkt werden, wo man möchte – es gibt zwar so etwas wie Parkverbote, Schilder mit der Aufschrift “No Estacione”, aber daran hält sich niemand. Außerdem können Public-Taxis jederzeit, auch im laufenden Verkehr, unvermittelt anhalten um Fahrgäste aufzunehmen oder abzusetzen. Und gehupt wird dauernd, egal um anzuzeigen dass man gleich rechts oder links überholt wird, um einer wartenden Person anzuzeigen dass sich ein Public Taxis nährt oder einfach so. Kann man mit all diesen Widrigkeiten leben, ist das eigene Auto aber dennoch die beste Möglichkeit um zum Ziel zu kommen.
Ich hatte also in der kleinen Ortschaft Villan Monte Llano einen privaten Autovermieter ausgemacht, der mir einen etwas in die Tage gekommenen, kleinen weißen Honda CRV zu einem erträglichen Preis zur verfügung stellte. Natürlich gibt es auch Niederlassungen von Autovermietungs-Ketten wie Hertz, Nellys oder Alamo, aber die Preise sind hier deutlich höher. Da griff ich lieber auf einen der kleinen Anbieter zurück und nahm ein paar Abstriche in der Qualität des Wagens hin. Bezahlt wurde hier natürlich bar und der Vertrag wurde schnell im Auto ausgefüllt. Ich musste allerdings Führerschein und Reisepass vorlegen, um mich zu authentifizieren – obwohl ich bezweifle dass ein Einheimischer bei einem europäischen Führerschein erkennen kann, ob der Inhaber berechtigt ist den vermieteten Wagen zu führen. Aber das ist sowieso egal, da die Polizei zwar hier und dort zu sehen ist, aber nie die Fahrer kontrolliert.

Villa Monte Llano

Das Auto – natürlwar sauber und im erträglichen Zustand, aber der Tank war bei der Übergabe fast leer, so dass ich erst einmal an der nächsten Tankstelle für 1000 Pesos (etwa 20 Euro) tanken musste. Vorteil an dominikanischen Tankstellen ist, dass man hier nicht auszusteigen brauch, denn es gibt an jeder Zapfsäule einen Angstellten, der den gewünschten Betrag an Benzin in den Tank füllt. Man muss nur die Tankklappe öffnen und anschließend bezahlen – ein Service den ich mir in Deutschland auch wünschen würde. 🙂