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Schloss Nymphenburg, Schlosspark & Botanischer Garten – ein Rundgang

Sunday, September 4th, 2011

Am Samstag sollten die Temperaturen angenehme 29 bis 30 Grad erreichen – ein wunderschöner Sommertag den ich natürlich ungern zu Hause verbringen wollte. Also nutzte ich die Gelegenheit mir einen Teil Münchens anzusehen den ich bisher noch nicht kannte. Dabei fiel meine Wahl auf Neuhausen nordöstlich des Hauptbahnhofes, Nymphenburg und natürlich das Nymphenburger Schloß mit seinem Schlosspark und dem botanischen Garten. Als ich heute morgen gegen 10:00 Uhr aufbrach waren die Temperaturen aber noch einigermaßen angenehm, so dass ich mich dazu entschloss mit der S-Bahn bis zum Hauptbahnhof zu fahren und von dort meine Tour zu beginnen.
Ich verließ also den Hauptbahnhof auf der Seite der Arnulfstraße und folgte dieser ein Stück, um dann in die Seidlstraße einzubiegen und ihr Richtung Norden zu folgen. Dieser Teil Münchens gehört wohl noch knapp zum Stadtteil Maxvorstadt. Am Stiglmaierplatz‎ fand sich das erste Motiv das es mir wert erschien abgelichtet zu werden: Der Löwenbräukeller – natürlich mit angeschlossenem Biergarten.

Löwenbräu-Brauhaus
Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz

Diese 1883 eröffnete Schankwirtschaft, die zum angrenzenden Brauereigelände der Löwen-Brauererei gehört, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Am Anfang des 20ten Jahrhunderts entwickelte sich dieser Ort zu einem wichtigen Veranstaltungszentrum in dem internationale Künstler auftraten und während des Dritten Reiches wurden nach der Zerstörung des ursprünglichen Veranstaltungsort Bürgerbräukeller durch das missglückte Hitler-Attentat des Schreiners Georg Elser alle Veranstaltungen der NSDAP hierher verlegt. Zwar wurde das Gebäude durch einen Luftangriff Ende 1944 schwer beschädigt, aber 1950 schon wieder aufgebaut und baulich verbessert. Seit 1984 und 1985 stehen Teile des Löwenbräukellers unter Denkmalschutz. Heute finden dort – wie ich anhand von Ankündigungen auf Plakaten sehen konnte – u.a. auch After-Oktoberfest-Partys statt.
Nach dem Stiglmaierplatz wird die die Scheidlstraße zur Dachauer Straße. Wie ich im Nachhinein feststelle hätte ich am Löwenbräukeller eigentlich nach links in die Nymphenburger Straße abbiegen sollen, das hätte mir einen Umweg erspart, aber damals war mir das nicht bewusst. Ich folgte also der Dachauer Straße weiter, vorbei ein einem hübschen und schattigen Platz zwischen Schleißheimer und Dachauer Straße

Platz an der Dachauer Straße, Höhe Schleißheimer Straße
Platz zw. Dachauer und Schleißheimer Straße

und erreichte schließlich die Kreuzung Dachauer und Sandstraße. Hier überlegte ich zwar kurz ein Stück mit der Straßenbahn zu fahren, entschied aber dann doch dagegen.

Sandstraße
Haltestelle Sandstraße – Dachauer Straße

Kräne - Sandstraße, Ecke Dachauer Straße
Kräne über der Sandstraße

Nachdem ich die Straßenseite gewechselt hatte und der Dachauer Straße ein Stück weiter gefolgt war, entdeckte ich in einer Seitenstraße einen recht imposant anmutenden Sakralbau, den ich mir mal näher anschauen wollte.

St. Benno Kirche - Neuhausen
St. Benno Kirche – Kirchenschiff

St.Benno Kirche - Neuhausen
St. Benno Kirche – Front

Diese neoromanische, katholische Pfarrkirche am Übergang von Neuhausen zum Stadtteil Maxvorstadt, früher nannte man diesen Bereich zwischen Dachauer Straße/Leonrodstraße und der Winzererstraße Kasernenviertel, ist dem Münchner Stadtpatron St. Benno (Benno von Meißen) gewidmet, dessen Gebeine allerdings nicht hier sondern in der Frauenkirche beerdigt sind.
Nach diesem kurzen Abstecher kehrte ich über die Linprunstraße und die Lothstraße auf die Dachauer Straße zurück. Hier von der Tram-Haltestelle Lothstraße konnte man im Schein der immer heißer strahlenden Sonne gerade noch die Türme der Frauenkirche erkennen.

Lothstraße - Blick Richtung Frauenkirche
Frauenkirche – Gesehen von Dauchauer Straße, Ecke Lothstraße

Ein Backsteingebäude erweckte hier kurz meine Aufmerksamkeit, das mit seinen stilisierten Türmchen recht interessant anzusehen war. Wie sich herausstellte handelte es sich um ein Gebäude der Technischen Universität München, das wohl einige seiner Institute beherbergt.

Institut der Technischen Uni München
Institute der TU München – Lothstraße

Ich begann nun wieder der Dachauer Straße in Richtung Norden zu folgen. Es folgten viele Mehrfamilienhäuser aus den fünfziger und sechziger Jahren des 20ten Jahrhunderts und einige kleine Geschäfte, aber bis zum Leonrodplatz an der Kreuzung Dachauer Straße – Leonrodstraße erschien mir nichts besonders beachtenswert zu sein.

Leonrodplatz
Leonrodplatz – München

Hier entschied ich mich endlich dazu, mich erneut via iPhone GPS zu orientieren. Der schnellste Weg in Richtung Schloß Nymphenburg wäre wohl der Weg durch die kleine Dom-Pedro-Straße gewesen, doch ich entschloss mich dazu doch der Leonrodstraße in Richtung Rotkreuzplatz zu folgen. Vorher holte ich mir noch in einem Kiosk am Leonrodplatz ein Getränk zum Preis von 1,35 Euro plus 0,15 Pfand.

Leonrodstraße
Blick in die Leonrodstraße – Leonrodplatz

Vorbei am Bayrischen Kriegsarchiv, einem gedrungenem Backsteingebäude mit reichlich Efeubewuchs in dem Unterlagen und Materialien über die Bayrische Militärgeschichte seit dem 17ten Jahrhundert lagern sowie seinem dazugehörigen kleinen Park

Bayrisches Kriegsarchiv - Leonrodstraße
Bayrisches Kriegsarchiv

folgte ich also der Leonrodstraße, vorbei an einer großen Audi-Niederlassung an der Ecke Albrechtstraße,

Audi - Leonrodstraße - München
Audi – Leonrodstraße, Ecke Albrechtstraße

überquerte an der Landshuter Allee einen Teil des hier unterirdisch verlaufenden Mittleren Rings

Landshuter Allee
Landshuter Allee

und erreichte schließlich den Rotkreuzplatz.

Rotkreuzplatz München
Rotkreuzplatz München

Dieser Platz wird im Allgemeinen als das Zentrum des Münchner Stadtteils Neuhausen bezeichnet. Aktuell fand hier ein kleiner Markt statt, der sich um den Brunnen Das steinerne Paar (gestaltet von Prof. Klaus Schultze von der hiesigen Akademie der bildenden Künste) auf dem vorderen Teil des Rotkreuzplatzes gruppierte.

Brunnen Das steinerne Paar am Rotkreuzplatz München
Das Steinerne Paar” – Rotkreuzplatz München

Natürlich durfte aber auch der obligatorische Biergarten – hier Bestandteil der Gaststätte Jagdschlössl – nicht fehlen.

Gaststätte Jagdschlüssel mit Biergarten - Rotkreutplatz
Biergarten Jagdschlössl – Rotkreuzplatz

Als dominantestes Gebäude kann man aber zweifellos des große Schwesternwohnheim des Rotkreuzkrankenhauses bezeichnen, dass den ganzen Platz überragt.

Schwesternschaft - Rotkreuzplatz München
Schwesternschaft – Schwesternwohnheim Rotkreuzplatz München

Ich wandte mich nun die Nymphenburger Straße entlang wieder in Richtung Norden. Durch das schöne Nymphenburg kam ich schließlich südlich des Grünwaldparkes ein kleines, einzelstehende Gebäude entdeckte, über dem die Aufschrift “Warteraum” prangte und das sich beim Umrunden als kleiner Kiosk herausstellte. Vermutlich war hier wirklich mal ein Warteraum gewesen, doch in Zeiten von im 10 bis 15-Minuten-Takt fahrenden Trams ist so etwas nicht mehr wirklich notwendig.

Warteraum - Kiosk Nymphenburger Straße - Westseite Warteraum - Kiosk Nymphenburger Straße - Südwestseite
Warteraum - Kiosk Nymphenburger Straße - Südseite Warteraum - Kiosk Nymphenburger Straße - Ostseite
Warteraum – Kiosk Nymphenburger Straße, Ecke Waisenhausstraße

Als nächstes betrat ich den Grünwaldpark, eine der vielen Grünflächen hier in München, der mit Basketballnetz, Tischtennisplatte und Spielplatz unter reichlich altem, schattenspendenden Baumbestand und sonnigen Wiesen recht hübsch anzusehen war und eigentlich zum verweilen einlud. Doch ich durchquerte ihn nur schnellen Schrittes, denn ich wusste dass ich meinem Ziel, dem Schloss Nymphenburg, nahe war.

Grünwaldpark

Grünwaldpark
Impressionen aus dem Grünwaldpark – München-Neuhausen

Dann endlich erreichte ich das “untere” Ende des Nymphenburger Kanals mit dem Gebäude Hubertusbrunnen.

Hubertusbrunnen - Westende Schloßkanal Nymphenburg

Grade als ich ankam landete ein Pärchen Schwäne und flog kurz darauf wieder weg – ein interessantes Schauspiel wie ich fand da die Vögel hierbei niedrig über das Wasser fliegen und mit den Spitzen ihrer Flügel das Wasser berühren. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen das Ganze abzulichten.

Landende Schwäne
Landende Schwäne

Startender Schwan
Startender Schwan

Aber das nur am Rande erwähnt – eigentlich wollte ich ja über den Hubertusbrunnen berichten. Dieses zwischen 1903 und 1904 nach Plänen von Adolf von Hildebrands als Tempel ausgeführte Brunnenhaus ist das östlichste alle Bauwerke, die wie der vor ihm in einem Weiher endende Kanal zur Schloßanlage Nymphenburg gehört.

Brunnenhaus am Westende des Kanals
Hubertusbrunnen

Leider war das Innere verschlossen, denn hier findet sich ein Brunnen mit großer Hirschfigur, die gemäß der Legende des Heiligen Hubertus ein Kreuz im Geweih trägt. Auch von der Figur des heiligen Hubertus selbst, die auf dem Dach kniet, konnte ich keine gute Aufnahme machen – aber die beiden Figuren die links und rechts in den Nischen zu sehen waren konnte ich kurz meine Aufmerksamkeit widmen.

Rechte Figur - Brunnenhaus
Recht Figur – Neptun – Hubertusbrunnen

Linke Figur - Brunnenhaus
Linke Figur – Hubertusbrunnen

Die rechte Figur sollte wohl den Meeresgott Neptun darstellen, die linke konnte ich nicht genau identifizieren – wohl eine alte Frau mit Bündel in abgerissenen Kleidern. Irgend ein Witzbold hatte diese Figur noch mit einem Zigarettenstummel verziert, was mich kurz zum schmunzeln brachte, da es der Statue einen etwas verwegenen Ausdruck gab.

Raucher?
Hubertusbrunnen-Figur mit Zigarettenstummel

Und natürlich konnte man von hier aus auch einen ersten Blick den Nymphenburger Kanal entlang auf das in einiger Entfernung zu erkennende Hauptgebäude des Nymphenburger Schlosses werfen.

Blick Richtung Schloß Nymphenburg vom Brunnenhaus
Blick Richtung Nymphenburger Schloss vom Hubertusbrunnen

Ich folgte der Nördlichen Ausfahrtsallee bis zu der kleinen Fußgängerbrücke im obigen Bild. Von dieser Brücke aus konnte man noch einmal einen Blick zurück in Richtung Hubertusbrunnen und in Richtung Schloß wenden.

Blick in Richtung Brunnenhaus
Blick in Richtung Hubertusbrunnen

Schloß Nymphenburg von Renatastraßen-Brücke
Blick Richtung Schloss Nymphenburg

Von hier an folgte ich der Südlichen Auffahrtsallee vorbei ein einigen hübschen kleinen Häusern mit Garten und zwei oder drei Biergärten bis zur Brücke zwischen Notburgastraße und Menzinger Straße, vorbei an Joggern, Spaziergängern und meist älteren Leuten die auf den reichlich vorhandenen Parkbänken den Vormittag genossen.

Brücke Notburgastraße
Brücke Notburga-/Menzinger Straße

Von der Brücke warf ich noch einen letzten Blick in Richtung Schloss

Schloß Nymphenburg von der Brücke Notburgastraße
Schloß Nymphenburg von der Brücke Notburgastraße

dann wandte ich mich über das letzte Stück der Südlichen Auffahrtsallee endlich in Richtung Hauptgebäude. Als die Bäume sich lichteten gelang mir das erste Mal, den Gebäudekomplex in seiner Gesamtheit zu erfassen.

Schloß Nymphenburg
Schloß Nymphenburg

Der Mittelteil und somit das Hauptgebäude des Schlosses wurde 1674/75 vom italienischen Baumeister und Architekten Agostino Barelli im Stil eines italienischen Landhauses des Hochbarock aus Kelheimer Sandstein errichtet, nachdem Kurfürst Ferdinand Maria dieses Gebäude 1664 als Geschenk für seiner Frau Adelheid von Savoyen für die Geburt des lang erhofften Thronfolgers Max Emmanuel in Auftrag gegeben hatte. Die beiden Galerien links und rechts sowie die daran anschließenden Pavillons folgten durch Kurfürst Max Emanuel zwischen 1702 und 1704. Im Jahre 1716 wurde die Fassade des Hauptgebäudes schließlich im Französischen Stil des Hofes des dortigen Sonnenkönigs verändert. Nach und nach wurde bis 1730 vor dem Schloss eine Rondellbebauung angeschlossen, die als Wohnräume für Hofbedienstete gedacht waren – hier sollte nach Plänen von Joseph Effner eine barocke Idelastadt (“Carlstadt“) mit sternförmige Alleen entstehen und die drei Sommerresidenzen Nymphenburg, Schleißheim und Dachau sollten mit einem Kanalsystem verbunden werden. All dies wurde aber nie realisiert.
Vor dem Schloß findet sich mehrere Teiche und ein Steg mit einer kleinen Wiese, die ich hier einfach mal als Schwanenwiese bezeichnen möchte.

Blick auf den Nordflügel - Schloß Nymphenburg
Blick auf den Nordflügel von der Schwanenwiese

Hier finden sich neben Schwänen und Kanadischen Gänsen zahlreiche andere Wasservögel die von den Besuchern gefüttert werden und sich im Gegenzug recht zutraulich ablichten lassen. Ich hatte zwar kein Futter bei mir, nutzte die Gelegenheit aber auch den hiesigen reichhaltigen Vogelbestand im Bild festzuhalten. Leider konnte ich nicht alle Arten identifizieren – für Hinweise wäre ich aber dankbar.

Schwan im Ganzen
Schwan im Ganzen

Schwan - Großaufnahme
Schwan – Nahaufnahme

Kanadagans
Kanandagans

Wasservogel Moewe?
Weitere Wasservögel

Ente / Gans ?
Graugans (?)

Außerdem hat man hier auch einen schönen Blick auf das Schloss.

See mit Schwan - Schloß Nymphenburg
Schloss Nymphenburg von der Schwanenwiese

Bei all der Fotografierei muss man hier allerdings höllisch aufpassen nicht allzu sehr in die reichlich vorhandenen Ausscheidungen dieser Tiere (Vogelscheiße) zu treten. 😉 Zum Glück hatte ich keine Schuhe mit allzu tiefem Profil an, so dass sich die Beschmutzung in Grenzen hielt.

Schwanenwiese vor Schloß Nymphenburg
Schwanenwiese mit Exkrementen

Ich nährte mich nun weiter dem Schloss und betrat den Vorplatz neben der vorderen Fontaine, die in einem runden Teich zwischen einigen Steinen lokalisiert ist. In Aktion konnte ich sie allerdings nicht sehen.

Fontaine vor Schloß Nymphenburg
Vorplatz mit Fontaine

Direkt am Mittelgang findet sich hier auch ein aus Sandstein gehauenes Wappen – ich vermute mal dass es sich um das Wappen des Kurfürsten handelt. Zumindest ist es nicht das Wappen des Hauses Wittelsbacher, denn das sieht meines Wissens anders aus.

Wappen - Schloß Nymphenburg
Wappen vor dem Schloss Nymphenburg

Über den Durchgang an der nördlichen Galerie erreichte ich schließlich den vorderen Teil des Schlossgartens, den man mit seinem gepflegten Rasen und Beeten sowie den Vasen und Figuren als Großes Parterre bezeichnet.

Blick auf das Große Parterre - Schlosspark Nymphenburg
Blick auf das Große Parterre

Nachdem ich mir aufgrund der inzwischen aufkommenden Mittagshitze eine weitere Flasche Wasser zum stolzen Preis von 3 Euro (im Vergleich zu 1,50 Euro am Leonrodplatz) gekauft hatte, wandte ich mich einem Rundgang im Schlosspark zu und durchquerte dabei zuerst einmal das Große Parterre auf dem mittleren Weg, von wo man einen schönen Blick auf den inneren Teil des Schlossgebäudes mit seiner Doppeltreppe hat.

Parterre - Schlosspark Nymphenburg
Blick auf das Hauptgebäude vom Großen Parterre

Wie bereits weiter oben erwähnt zieren zahlreiche Statuen und Vasen diesen Teil des Gartens, wobei vor allem die Statuen alle der griechischen und römischen Mythologie entlehnt sind. So entdeckte ich einen seinen Sohn fressenden Saturn, einen Herkules, eine weibliche Figur die wohl Hera darstellte und Neptun mit seinem Dreizack.

Saturn-Statue - Schlosspark Nymphenburg Herkules-Statue - Schlosspark Nymphenburg
Links: Saturn frisst eines seiner Kinder – Rechts: Herkules

Hera Statue - Schlosspark Nymphenburg Neptun Statue - Schlosspark Nymphenburg
Links: Hera(?) – Rechts: Neptun

Von etwas weiter hinten konnte man außerdem noch einmal den mittleren Teil des Schlosses im Ganzen betrachten.

Schloß Nymphenburg & Großes Parterre
Schloß Nymphenburg & Großes Parterre

Ich wandte mich aber nun in Richtung Osten, wo gleich hinter dem Parterre und einer weiteren Fontaine ähnlich jener vor dem Schloss der Kanal weiter geführt worden war.

Blick entlang des Kanals - Schlosspark Nymphenburg

Über die südliche, schattige Allee bewegte ich mich nun etwas den Kanal entlang.

Weg am Kanal
Allee am Kanal – Schlosspark Nymphenburg

Etwa auf der Hälfte der Strecke überquert eine kleine Fußgängerbrücke den Kanal. Hier entschied ich mich dazu von der Süd- auf die Nordseite zu wechseln und noch ein paar Schnappschüsse zu tätigen – einer davon in Richtung Schloss und einer in Richtung der Großen Kaskade, die an Ende des Kanals bereis zu erkennen war und die mein nächstes Ziel sein sollte.

Blick entlang des Kanals Richtung Schloß
Blick entlang des Kanals in Richtung Schloss

Blick entlang des Kanals in Richtung Große Kaskade
Blick entlang des Kanals in Richtung Große Kaskade

Nach einigen weiteren Metern erreichte ich schließlich das zu einem kleinen See verbreiterte Ende des Kanals und die dahinter liegende Große Kaskade.

See & Große Kaskade
See & Große Kaskade

Man muss wissen dass all das Wasser, das den Schlosspark und den Nymphenburger Kanals durchfließt über den westlichen Pasing-Nymphenburger Kanal vom Fluss Würm herangeführt wird. Dieser Fluss ist der einzige Abfluss des Würmsees, der seit 1962 amtlich aber nur noch als Starnberger See bekannt ist. Ein Beachtlicher Teil dieses Wassers fließt dabei über genau diese Große Kaskade, die mit ihren drei Treppen im Jahre 1717 von Joseph Effner nach Plänen von François Roëttiers erbaut wurde. Flankiert ist die Große Kaskade dabei wieder von zahlreichen Statuen mit Motiven des klassischen Altertums.

Große Kaskade
Große Kaskade und Figuren

Große Kaskade Große Kaskade - Nahaufnahme
Große Kaskade – Nahaufnahmen

Das Wasser kommt dabei stoßweise über die drei zweistufigen Wassertreppen geflossen, was ein “flappendes” Plätschern mit sich bringt.
Die Große Kaskade bildet außerdem das Ende der langen Sichtachse vom Schloss her, dessen große Freitreppe man mit einiger Anstrengung noch in großer Entfernung erkennen kann.

Blick Richtung Schloß von der Großen Kaskade
Blick Richtung Schloss von unterhalb der Großen Kaskade

Blick Richten Schloß von der Großen Kaskade
Blick Richtung Schloss von oberhalb der Großen Kaskade

Hinter dieser Großen Kaskade sieht man schließlich noch einen Teil des Pasing-Nymphenburger Kanals, der jedoch mit einem Zaun übergrenzt ist, der das Ende des Schlossparks bezeichnet.

Oberhalb der großen Kaskade
Ende des Schlossparks oberhalb Große Kaskade

Ich entschloss mich dazu, nun zuerst den südlichen Teil des Schlossparks Nymphenburg etwas näher zu erkunden. Von der Kaskade aus kommend wandte ich mich also nach rechts und begab mich in den unteren Teil des Parks. Nach einer gewissen Strecke durch dichtes, naturbelassenes Gehölz – angeblich soll hier sogar Wild leben – kam ich schließlich an der Südlichen Durchsicht an – einer von drei Sichtachsen die Sternförmig vom Schloss weg nach Westen verlaufen. Der Kanal bildet dabei die mittlere Sichtachse.

Südliche Durchsicht - Schlosspark Nymphenburg

Südliche Durchsicht - Schlosspark Nymphenburg
An der Südlichen Durchsicht

Das betreten der Wiesen hier wie auch in anderen Teilen des Parks ist durch zahlreiche Schilder untersagt – wohl auch um die zahlreichen Krokusse zu schützen die überall auf den Grünflächen blühen. Dabei ist die Formulierung auf den Schildern sehr freundlich gewählt wie ich finde.

Verbotsschild - Schloßpark Nymphenburg
Verbotsschild

Krokusse - Schlosspark Nymphenburg
Krokus – Schlosspark Nymphenburg

Dann erreichte ich den Großen See und erblickte einen Rundbau im klassischen Stil, der sich bei näherer Betrachtung als kleiner Apollontempel herausstellte.

Apollontempel - Schlosspark Nymphenburg
Apollontempel

Während ich den Großen See umrundete konnte ich noch einen weiteren Blick darauf werfen.

Apollontempel - Schlosspark Nymphenburg
Apollontempel von der südlichen Seeseite

Auf der Südostseite des Großen Sees erreichte ich schließlich die sogenannte Badenburg.

Badenburg - Nordwestseite
Badenburg – Nordwestseite

Badenburg - Südseite
Badenburg – Südseite

Dieses zwischen 1718 und 1721 von Joseph Effner für Kurfürst Max Emanuel erbaute Lustschlösschen war wohl das erste Gebäude in Europa, das ausschließlich dazu diente ein komfortables Bad zu genießen. Neben dem sich über zwei Stockwerke Baderaum, der von dem 8,70 × 6,10m großen, mit holländischen Fliesen ausglegten Becken mit 1,45 Metern Tiefe, finden sich aber auch im Obergeschosse einige weitere Zimmer, die als Schlaf-, Schreib- Garderoben- und Spielzimmer dienten. Die Anlagen für die Warmwasserzubereitung befinden sich im Unterschoss.
Südlich des Schlosses findet sich außerdem eine weitere Sichtachse, die tief in den südlichen Teil des Parks hinein reicht. Diesen Part wollte ich mir aber heute sparen.

Sichtachse südlich Badenburg - Schlosspark Nymphenburg
Sichtachse südlich der Badenburg

Viel mehr wandte ich mich weiter in Richtung Osten und durchquerte ein weiteres, naturbelassenes Teilstück des Schlossparks

Weg im südlichen Schlosspark Nymphenburg Dichte Bewaldung
Im südlichen Schlosspark Nymphenburg

und kam nach einiger Zeit am Brunnenwärterhaus und dem daneben gelegenen Hirschgartenbrunnhaus – dem sogenannten “Dörfchen” – am südlichen Parkkanal an. Hier wurde das höflich idealisierte Landleben zelebriert. Außerdem finden sich hier auch Pumpenanlagen, die die Fontaine im Großen Parterre versorgen.

Dörfchen mit Brunnenwärterhaus
Dörfchen mit Brunnenwärterhaus
Dörfchen und Brunnenwärterhaus

Mein nächstes Ziel war die Amalienburg, die 1734 bis 1739 als Jagdschlösschen für die Fasanenjagd erbaut worden war.

Amalienburg - Ostansicht
Amalienburg – Ostseite

Amalienburg - Westansicht
Amalienburg – Westansicht

Neben dem großen Spiegelsaal finden sich in diesem einstöckigen Gebäude im Rokoko-Stil auch ein Fasanenzimmer, ein Ruhezimmer und ein Jagdzimmer in ein Blaues Kabinett. Ich verzichtete jedoch mir das Gebäude von Innen anzusehen, sondern wandte mich weiter in Richtung Osten.
Hier passierte ich wenig später den Prinzregentengarten – auch als Kronprinzengarten oder Ludwigsgarten bekannt – mit seinem kleinen zweistöckigen Holzgebäude, das im Volksmund gerne als “Hexenhäuschen” bezeichnet wird.

Hexenhäuschen am Prinzregentengarten

“Hexenhäuschen” am Prinzregentengarten

Dieses kleine, übersichtliche Garten wurde 1799 für den jungen Ludwig I. errichtet und diente ihm zur Erholung.
Wenig später erreichte ich wieder das Große Parterre vor dem Schloss, dass ich überquerste und mich nun dem nördlichen Teil des Parks zuwandte. Dabei galt meine erste Aufmerksamkeit den Gewächshäusern gleich oberhalb des Gartenparterre (Großes Parterre). Diese drei Gewächshäuser befinden sich in den sogenannten Blumengärten. Am nächsten zum Schloss findet sich erst einmal das Palmenhaus

Palmenhaus - Schlosspark Nymphenburg
Palmenhaus – Blumengärten Schlosspark Nymphenburg

Getrennt durch eine hohe Hecke, an deren Südende sich eine kleine, mit einer einzelnen frischen Blume geschmückte Frauenfigur versteckte,

Figur mit Blumen

erreicht man schließlich den mittleren Blumengarten mit dem Geranienhaus, das aufgrund seiner Glas-Eisen-Konstruktion auch als “Eisenhaus” bezeichnet wird. Die Kegelförmigen Abdeckungen in den Vorgärten verdecken übrigens Brunnen – warum man sie jetzt im Sommer allerdings nicht abdeckt ist mir unbekannt.

Geranienhaus- Schloßpark Nymphenburg
Geranienhaus
Geranienhaus – Blumengärten Schlosspark Nymphenburg

An der südlichen Seite des Gartens direkt gegenüber des Geranienhauses findet sich außerdem die Figurengruppe Urteil des Paris. Die Statuen zeigen Paris mit dem Apfel (ganz links) als Gegenstand des Streits, sowie Aphrodite, Hera und Pallas Athene (von links nach rechts); sie wurden von Landolin Ohmacht in Sandstein ausgeführt (1804–1807).

Figurengruppe Urteil des Paris von Landolin Ohmacht
Figurengruppe “Urteil des Paris”

Im linken Blumengarten findet sich schließlich das Palmenhaus mit dem Schloßcafé. Hier kann man sich unter reichlich schattenspendenden Sonnenschirmen ein wenig erfrischen.

Palmenhaus mit Café
Palmenhaus mit Schlosscafé

Ich jedoch setzt meine Erkundung fort und wandte mich weiter in Richtung Westen, wo ich nach einem längeren Fußmarsch schließlich den Pagodenburger See erreichte.

Pagodenburger See
Pagodenburger See

Direkt an diesem See findet sich Pagodenburg, das älteste der Lustschlösser hier im Schlosspark. Die Pagodenburg wurde als maison de plaisance unter Leitung von Joseph Effner 1716 bis 1719 der Überlieferung nach mit Verwendung eines Grundrissentwurfs von Max Emanuel erbaut. Bereits 1767 erfolgte eine Überarbeitung durch François Cuvilliés d. Ä. in der Art des Rokoko. Das doppelgeschossige Gebäude ist ein achteckiger Bau, der durch vier sehr kurze Flügel einen kreuzförmigen, nord-südlich ausgerichteten Grundriss hat. Im Erdgeschoss findet sich ein einzelner, mit holländischen Keramikkacheln ausgestatteter Raum, im Obergeschoss gibt es vier weitere Zimmer.

Pagodenburg - Schloßpark Nymphenburg

Pagodenburg - Schloßpark Nymphenburg
Pagodenburg – Schlosspark Nymphenburg

Von hier aus wandte ich mich in Richtung Norden um diesen Teil des Schlossparks noch einmal einer näheren Begehung zu unterziehen. Doch hier oben gibt es außer dichten, naturbelassenen Wäldern und natürlich der Nördlichen Durchsicht wenig sehenswertes. Einzig einige auf Parkbänken an Zeitung- oder Bücher lesende älteren Damen sowie ein paar Jogger begegneten mir.

Schloßpark Nymphenburg - Nördlicher Teil Schloßpark Nymphenburg - Nördlicher Teil
Im nördlichen Schlosspark

Schließlich passierte ich an der Südseite wieder den Pagodenburger See und konnte über die Wasserfläche einige weitere Blicke auf die Pagodenburg werfen.

Pagodenburg - Schloßpark Nymphenburg

Pagodenburg - Schloßpark Nymphenburg
Pagodenburg vom südlichen Pagodenburgsee-Ufer

Vorbei an der südliche der Blumengärten gelegenen Magdalenenklause, die ab 1725 durch Joseph Effner im Auftrag Max Emanuels als bewohnbare künstliche Ruine errichtet wurde und deren Innenräume als Grotten ausgestattet sind. Und ich hatte mich schon über den schlechten Zustand des Gebäudes gewundert – doch das scheint hier Absicht.
Aufgrund schlechten Sonnenstandes und dichtem Baumbewuchs konnte ich hier nur ein Foto schießen konnte wandte ich mich in Richtung Botanischer Garten – denn man hatte mir gesagt man sollte sich diesen bei einem Besuch im Schlosspark nicht entgehen lassen.

Magdalenenklause

An einer kleinen Mauer, die wohl Bestandteil der Schlossmauer ist, führte mich ein kleiner Durchgang schließlich in Richtung Botanischer Garten.

Durchgang zum Botanischen Garten München
Durchgang zum Botanischen Garten

Der hier am Schloss befindliche Botanische Garten ist übrigens der Nachfolger des früher im Stadtzentrum am Karlsplatz angesiedelten Alten Botanischen Gartens. Aufgrund des rasanten Stadtwachstums zog dieser jedoch 1914 hierher um – am Karlsplatz sind nur noch einige Reste davon zu erkennen.
Am Eingang zum Botanischen Garten München waren erst einmal fünf Euro Eintritt fällig, die ich etwas zähneknirschend löhnt – denn man hatte mir diese Einrichtung ja wärmstens empfohlen.


Eintrittskarte – Botanischer Garten

Also machte ich mich auf den Weg den Botanischen Garten zu erkunden und durchquerte hier als erstes den sogenannten Rhododendronhain.

Weg - Botanischer Garten München
Rhododendronhain – Botanischer Garten

Ich wandte mich nach rechts und kam wenig später auf einer Freifläche heraus, die von einem Teich im japanisch-asiatischen Stil beherrscht wurde. Innerhalb des Teiches fanden sich einige Krebsscheren (Stratiotes aloides), eine Wasserpflanzenart der Froschbissgewächse.

Teich - Botanischer Garten München
Teich

Krebsschere (Stratiotes aloides) - Botanischer Garten München
Krebsscheren (Stratiotes aloides)

Am südwestlichen Ende des Gartens erreichte ich schließlich den Systemgarten, in dem in konzentrischen Ringen angeordneten Beeten um ein kleines Pavillon einige Zier- und Zuchtpflanzen angepflanzt sind. Dieser Teil gehört zum Institut für Systematische Botanik der hiesigen Ludwig-Maximilians-Universität.

Pavillon Systemgarten - Botanischer Garten München
Pavillon – Systemgarten

Systemgarten - Botanischer Garten München
Systemgarten

Über die verwinkelten Wege erkundete ich weiter den Botanischen Garten und kam dabei an zahlreichen weiteren Lauben und Pavillons vorbei, die überall in diesem Teil zu sehen waren.

Pavillon - Botanischer Garten München
Pavillon

Links an dem sonst für Besucher unzugänglichen Teil bei den Gewächshäusern vorbei am Frühlingsgarten

Gewächshäuser - Botanischer Garten München
Gewächshäuser – Botanischer Garten München

kam ich schließlich im Schmuckhof vor dem Hauptgebäude an.

Schmuckhof - Botanischer Garten
Erster Blick auf den Schmuckhof

Von hier aus konnte man auch das kleine Parkcafé etwas oberhalb des Hauptgebäudes erkennen.

Parkcafé - Botanischer Garten München
Parkcafé

Mit unzähligen, blühenden Zierpflanzen bepflanzt und vorzüglich gepflegt kann man diesen Teil des Botanischen Gartens durchaus als Schmuckgarten bezeichnen – ein wirklich sehr erbaulicher Anblick der sich dem Besucher hier bietet. Im Zentrum vor dem Hauptgebäude findet sich ein großer Teich in dem zahlreiche Seerosen gezüchtet werden.

Hauptgebäude & Seerosenteich - Botanischer Garten München
Hauptgebäude

Seeroseteich - Botanischer Garten München
Seerosenteich

Jede einzelne Pflanze – nicht nur hier sondern im gesamten Botanischen Garten – ist im übrigen mit einem kleinen Schild versehen die sowohl den Deutschen als auch den lateinischen Namen sowie die Art bezeichnet – ein ziemlicher Aufwand den man hier treibt, aber doch recht hilfreich muss ich sagen.

Schmuckdahlie mit Beschriftung - Botanischer Garten München
Dahlia – mit Beschriftung

Vom Schmuckgarten aus wandte ich mich nach Osten und betrat nun das Arboretum (Bäume) und den Bereich des Pinetum (Nadelgehölze).

Arboretum - Botanischer Garten
Arboretum

Ein Weg führte im weiten Bogen durch den Nordosten des Botanischen Gartens, wo neben vielen heimischen Nadelbäumen auch einige arktische Gehölze gezeigt wurden, die ich so in dieser Form hier noch nie gesehen hatte.

Nadelgehölze - Botanischer Garten Artkisches Nadelgehölz - Botanischer Garten
Nadelgehölze – Links: Heimische Arten – Rechts Arktische Nadelbäume

Auch im Botanischen Garten fand sich natürlich ein kleiner See, an dessen Rand einige pflanzliche Moorbewohner gezeigt wurden.

Großer See - Botanischer Garten
See im Botanischen Garten

Außerdem findet sich hier am See auch das Alpinem – eine Gruppe von felsigen Hügeln die dazu dienen die Flora der Gebirge zu zeigen. Kleine Treppen zwischen den Bepflanzungen ermöglichen es dem Besucher darin ein wenig herumzuklettern.

Alpinum - Botanischer Garten Alpinum - Botanischer Garten
Alpinum – Botanischer Garten München

Vorbei an einem kleinen, schmucken Pavillon direkt am See der wohl das Pumpenhaus beherbergt

Pavillon Pumpenhaus
Pavillon / Pumpenhaus am See – Botanischer Garten

kam ich nach kurzem Fußmarsch wieder am Parkcafé raus, von dessen Terrasse man einen schönen Blick auf die darunter liegende Ökologische und Biologische Abteilung und das dahinter liegende Hauptgebäude hat. Im Café im Botanischen Garten herrscht übrigens Selbstbedienung, man muss sich seine Speisen und Getränke von innen selbst auf einem Tablett nach draußen holen.

Hauptgebäude - Botanischer Garten
Blick auf das Hauptgebäude

Durch einen mit Efeu gegrünten Gang

Begrünter Gang

begab ich mich ich noch einmal kurz zum hinteren Teil des Cafés

Gartencafé - Hinterer Teil - Botanischer Garten

und ging dann in einem Bogen in Richtung Ausgang an der Menzinger Straße. Dabei kam ich am Eingang zu den Gewächshäusern vorbei, die ich natürlich nicht ganz auslassen wollte – auch wenn ich langsam etwas Fußlahm wurde.

Eingang Gewächshäuser - Botanischer Garten
Eingang Gewächshäuser

Hier finden sich im mittleren Teil zuerst einmal einige Kakteen

Kakteen
Kakteen

in den seitlichen Gewächshäusern, die nach Pflanzenarten sortiert sind, gibt es aber auch zahlreiche Orchideen,

Orchidee
Orchideen

verschiedene Farnarten

Farne
Farne

sowie Wasserpflanzen zu sehen.

Wasserpflanzen
Wasserpflanzen

Im Wasserpflanzenhaus muss man außerdem auf die Schildkröten achten, die hier frei herum laufen – so besagte es zumindest das Schild am Eingang. Als ich diesen Teil besuchte lagen diese Tiere aber nur träge an einem kleinen Teich im Zentrum und beäugten gelangweilt die Besucher die vorbei gingen.

Schildkröten / Turtles
Schildkröten im Wasserpflanzen-Gewächshaus

Schildkröte / Turtle - CloseUp
Schildkröte – Nahaufnahme

Mit dem Besuch der Gewächshäuser beendete ich meinen heutigen Rundgang. Es war inzwischen ca. 15:30 und ich war über fünf Stunden unterwegs gewesen. Von der Haltestelle Botanischer Garten der Tram 17 an der Menzinger Straße aus machte ich mich auf den Rückweg.

Eingang Botanischer Garten - Menzinger Straße
Eingang Botanischer Garten – Menzinger Straße

Von den fast 500 Fotos die ich auf dieser Tour geschossen habe zeige ich hier natürlich nur eine Auswahl – die komplette Palette würde den Rahmen absolut sprengen. Ich hoffe mit diesem Bericht einen interessanten Einblick in den nordwestlichen Teil Münchens mit Neuhausen, Nymphenburg, dem Schloss Nymphenburg und dem Botanischen Garten gegeben zu haben. Zum Abschluss wie üblich noch eine kleine Übersichtskarte über die zurückgelegte Strecke – heute das erste Mal als interaktive, zoombare Karte auf Basis von Google Maps.


Meiner Berechnung nach dürften es fast 19km Fußmarsch gewesen sein – eine recht passable Leistung für einen Samstag mit Temperaturen bis zu 30 Grad. Bis auf ein wenig wundgelaufene Füße habe ich auch gut überstanden und bin schon mal gespannt wo es mich beim nächsten Mal hin verschlagen wird. Es gibt noch genug in und um München zu entdecken – soviel steht fest…

Rundgang durch München

Sunday, May 8th, 2011

Bei sonnigen Wetter und Temperaturen bis zu 25 Grad wollte ich heute mal den Tag nutzen um mir meine neue Wahlheimat München etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Umfangreicher Phototouren wurden ja schon damals bei meinem Aufenthalt in San Francisco begründet (man siehe dazu hier, hier, hier, hier, hier oder hier um nur einige Beispiele zu nennen – mehr gibt in der Übersichtseite Reisen &/ Orte) und ich möchte diese alte Tradition nicht sterben lassen.
Ich startete also am Ostbahnhof und wandte mich von dort zu Fuß in Richtung der Isar. Entgegen meiner ursprünglichen Planung wählte ich nicht die Weißenburger Straße über den Pariser Platz, sondern wandte mich über die Wörthstraße in Richtung Nordwesten und erreichte bald den Bordauxplatz, einen sehenswerten Grünstreifen zwischen der zweigeteilten Wörthstraße.

Bordeauxplatz - Haidhausen
Bordeauxplatz – München-Haidhausen

Auf dem Bürgersteig an der Wörthstraße schien außerdem eine Art Flohmarkt veranstaltet zu werden. Ich wandte mich weiter entlang dieser Straße und folgte ihr über eine kleine Allee bis zur Preysingstraße.

Allee - Wörthstraße
Allee an der Wörthstraße

Von hier aus wandte ich mich intuitiv die Preysingstraße entlang, wo ich nur einen Block weiter die St. Johannes erreichte, eine ab 1913 errichtete und 1916 eingeweihte evangelisch-lutheranische Kirche als Backsteinbau mit neoromanischer Formensprache. Fand ich sehr malerisch und durchaus ein bis zwei Schnappschüsse wert.

St. Michael - Haidhausen St. Michael - Haidhausen
Ev. Kirche St. Johannes – Haidhausen

Weiter ging es die Preysingstraße entlang bis zur Straße Am Gasteig am Gebäude mit gleichem Name. Von diesem Gebäude konnte ich aufgrund blendenden Gegenlichtes leider kein Foto schießen, aber auf der anderen Straßenseite entdeckte ich ein Motiv dass mir einen Schnappschuss wert erschien.

Christi & Engel gegenüber Gasteig
Christus & Figuren

Wie ich im Rahmen der Recherche zu diesem Beitrag erfuhr, gehört diese Darstellung des gekreuzigten Christus, flankiert von zwei weiteren FIguren (Heilige?) wohl zu der kleinen katholischen Kirche St. Nikolai am Gasteig, die sich unentdeckte von mir etwas weiter oben hinter einigen Bäumen befand.
Ich folgte dem Gasteig weiter in Richtung Ludwigsbrücke und kam dabei zwangsweise am Müllerschen Volksbad, dem Jugenstil-Volksbad das ich in der Nacht ja hier schon mal abgelichtet hatte.

Müllersches Volksbad Müllersches Volksbad
Müllersches Volksbad

Vorbei an einem Teil der Isarauen

Isaraue am Müllerschen Volksbad
Isarauen


und dem Vater-Rhein-Brunnen – einem zwischen 1897 und 1903 vom Bildhauer Adolf von Hildebrandt für Straßburg errichtetes und nach dem ersten Weltkrieg nach München umgezogenes Kunstwerk

Vater Rhein Brunnen
Vater-Rhein-Brunnen an der Ludwigsbrücke

überquerte ich schließlich den Fluß Isar, der München von Süden aus dem Karwendel kommende München in Richtung Nordosten durchfließt und bei Deggendorf schließlich in die Donau mündet.

Isar Isar
Isar an der Ludwigsbrücke

Nachdem ich die Steindorfstraße überquert hatte, folgte ich die Zweibrückenstraße bis zum Isartor, das die Grenze zwischen Graggenauer Viertel und Angerviertel bildet. Hier beginnt die Münchner Altstadt. Der 1337 fertiggestellte, etwas 40 Meter hohe Hauptturm in der Mitte ist das alteste Teil dieses Bauwerks, die beiden vorgesetzten Seitentürme wurden später bei Errichtung der Zwingermauer hinzugefügt. Zwischen den beiden Toren ist das Fresko mit einer Darstellung des Triumphzug Ludwigs des Bayern nach seiner siegreichen Schlacht gegen den Habsburger Friedrich den Schönen bei Mühldorf im Jahre 1322 zu sehen.

Isartor Isartor
Isartor vom Isartorplatz gesehen

Ich folgte nun der Straße Tal mit zahlreichen Geschäften. Hier fiel mir vor allem das Wies’n Tracht & mehr mit seiner Markise in den Bayrischen Landesfarben und den Frauenfiguren in den Fenstern der ersten Etage.

Steindel Trachten Steindel Trachten
Wies’n Trachten & mehr

Kurz vor dem Talburgtor

Talburgtor
Talburgtor

wandte ich mich nach links und ging durch die schmale Heiliggeiststraße in Richtung Viktualienmarkt, vorbei an einigen recht sehenswerten Gebäuden wie dem Hotel am Markt und erreichte am Löwe am Markt den Viktualienmarkt wo ich mich mit einem Kollegen traf der ebenfalls in der Münchner Innenstadt unterwegs war.

Hotel am Markt Löwe am Markt
Links: Hotel am Markt – Rechts: Löwe am Markt

Von hier aus setzten wir unseren Gang durch München gemeinsam fort. Aber bevor es wieder los ging machten wir einen kleinen Zwischenstop um eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen. Direkt am Viktualienmarkt sah es jedoch mit Sitzplätzen schlecht aus, aber wir fanden nach kurzem suchen etwas in einer Seitengasse – doch dazu in einem separaten kleinen Artikel mehr.
Gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg. Nach einem kleinen Abstecher zum etwas Abseits von der linearen Route am sogenannten Platzl gelegenen, berühmten Hofbräuhaus – dessen Replikat ich ja bereits in Las Vegas in Augenschein genommen hatte

Hofbräuhaus
Hofbräuhaus

wandten wir uns zum Marienplatz mit dem sehenswerten Neuen Rathaus – hier war ich während meines Ersten Münchenrundgangs und auch bei nicht hier dokumentierten Gelegenheiten gewesen. Die Touristendichte hier war unglaublich hoch – das Verhältnis von Einheimischen zu Touristen – darunter unglaublich viele Amerikaner und Inder, aber auch viele Italiener – betrug mindestens 3:1 – wenn nicht sogar mehr. Aber damit muss man in Städten wie München natürlich rechnen – die Stadt ist ja auch einfach sehenswert.

Marienplatz
Marienplatz

und folgten der Käufingerstraße und der Neuhauser Straße bis zum Karlstor und dem dem dahinter liegenden Karlsplatz-Stachus. Hier bin ich schon öfters – unterirdisch – mit der S-Bahn vorbeigefahren und hatte mich schon immer gefragt warum man den Karlsplatz umgangssprachlich als “Stachus” bezeichnet. Jetzt weiß ich es – und ich zitiere hier einfach mal Wikipedia:

Auf dem Gelände Ecke Sonnenstraße/Bayerstraße, wo heute der Kaufhof steht, stand im 18. Jahrhundert ein Haus, das seit 1710 im Besitz der Familie Föderl war, die dort und in dem dazugehörigen Garten Bier ausschenkten. Seit 1728 ist dort ein Mathias Eustachius Föderl, genannt „Eustachi“, als Wirt verzeichnet. Nach ihm erhielt die Gastwirtschaft den Namen “Stachus”, der als Stachus-Wirt und Stachus-Garten auch noch bezeugt ist, nachdem der Betrieb von einer anderen Familie übernommen worden war. Von der Gastwirtschaft wurde der Name „Stachus“ dann auf den Platz übertragen, an dem sie lag.

Karlstor - von Neuhauser Straße Karlstor - vom Karlsplatz Stacchus
Karlsplatz – Stachus

Über die Prielmayerstraße und die Luisenstraße erreichten – im nachhinein gesehen wäre der Weg über die Elisenstraße sehenswerter gewesen – kamen wir schließlich am Ring am The Charles Hotel an. Wie ich heraus finden konnte ist dieser Ring den ich schon einige Male gesehen hatte eine Skulptur des italienischen Bildhauers Mauro Staccioli, das mit einem Durchmesser von 12 Meter und einem von Gewicht 14 Tonnen eine Schenkung der Stadtsparkasse München mit einem Wert von 102.000 DM ist und im Jahr 1996 an dieser Kreuzung errichtet wurde.

Ring und The Charles Hotel
Mauro Stacciolis Ring

Über die am The Charles Hotel entlang führenden Sophienstraße und vorbei am Park Café

Park Café
Park Café

bogen wir in die Katharina-von-Bora-Straße, früher Meiserstraße, ein und gingen vorbei am Zentralinstitut für Kunst- & Zeitgeschichte, welches wie ich im Rahmen der Recherche für diesen Beitrag erfuhr früher wohl ein Verwaltungsbau der NSDAP gewesen ist. Und vom Baustil her passte es auf jeden Fall auh gut in diese Zeit.

Zentralinstitut der Zeit- und Kunstgeschichte
Zentralinstitut für Zeit- und Kunstgeschichte

Unser Ziel war natürlich der Königsplatz gewesen mit der Staatlichen Antikensammlung, der Glyptothek und den Dorische Propyläen, die mit diesen Musterbeispielen des europäischen Neoklassizismus auch gerne als Isar-Athen bezeichnet wird.

Staatliche Antikensammlung Glyptothek
Links: Staatliche Antikensammlung – Rechts: Glyptothek

Könisgplatz
Dorische Propyläen am Königsplatz

Von hier aus – nach einem kurzen, aber leider erfolglosen Versuch einen Geocache in der Nähe zu finden – gingen wir nun in Richtung der drei Pinnakotheken (griechisch πινακοθήκη pinakotheke „Bildersaal“, „Gemäldesammlung“) von München, bestehend aus der Alten Pinakothek, Neuen Pinakothek und der Pinakothek der Moderne die wir alle zumindest in Augenschein nahmen. Besuche von Museen sollte man auf regnerische Tage verlegen – auch wenn z.B. die Alte Pinakothek mit Bildern von Vermeer und Cranach ein durchaus verlockendes Ausstellungsangebot hatte.

Alte Pinakothek Blick in Richtung Neue Pinakothek
Links: Alte Pinakothek – Rechts: Blick auf die Neue Pinakothek

Pinakothek der Moderne
Pinakothek der Moderne

Obwohl aktuell durchaus interessante Ausstellungen hier zu sehen sind – in der Alten Pinakothek waren zum Beispiel Bilder von Vermeer und Cranach ausgestellt – entschieden wir Museumsbesichtigungen doch eher auf Tage mit schlechtem Wetter zu verschieben und unseren Wanderung durch München fortzusetzen.
Über die Türkenstraße, wo ich schräg gegenüber des Brandhorst Museums diese Aufnahme einer Sichelfrau-Figur an einer Häuserfront aufnehmen konnte,

Sichelfrau - Brandhorst Museum Türkenstraße
Sichelfrau

wandten wir uns über die Gabelsbergstraße, an der ich diese Aufnahme der Evangelisch-Lutherische Pfarr-, Universitäts- und Dekanatskirche St. Markus machen konnte,

St. Markus

wandten wir uns nach rechts auf den Oskar-von-Miller-Ring in Richtung der Brienner Straße, in die wir dann in RIchtung Osten abbogen und so den Wittelsbacher Platz mit seinem Reiterstandbild des Kurfürst Maximilian I.

Wittelsbacherplatz
Wittelsbacher Platz mit Reiterstandbild

und erreichten schließlich den Odeonsplatz mit der berühmten Feldherrenhalle erreichten, wo heute eine Kunstveranstaltung mit klassischem Gesang stattfand.

Feldherrenhalle Feldherrenhalle
Feldherrenhalle – Odeonsplatz

Über das direkt am Odeonsplatz befindlichen Tor betraten wir nun den Hofgarten.

Tor zum Hofgarten
Tor zum Hofgarten

Im Hofgarten wollten wir zuerst eine kleine Rast im direkt am Café Tambosi am Westende dieser Parkanlage einlegen und wären auch bereits gewesen die dort teilweise als gesalzen zu bezeichnenden Preise zu bezahlen – doch leider schienen die durchaus vorhandenen Servierkräfte einen Tisch mit zwei Gästen keine große Bedeutung zuzubemessen, also verließen wir nach einiger Wartezeit dieses Etablissement und machten uns daran den Hofgarten einer nähren Betrachtung zu unterziehen.

Café Tambosi - Hofgarten Boule-Spieler im Hofgarten
Links: Biergarten des Café Tambosi im Hofgarten – Recht: Boule-Spieler

Als prägendstes Bauwerk innerhalb des Hofgartens zu München ist dabei wohl eindeutig der Dianatempel zu berzeichnen, der umgeben von einer wirklich vorzüglich gepflegten Grünanlage in seinem Zentrum liegt.

Dianatempel - Münchner Hofgarten
Dianatempel – Hofgarten München

Dianatempel - Münchner Hofgarten Münchner Hofgarten
Links: Diana Tempel – Rechts: Grünanlagen & Springbrunnen

Springbrunnen - Hofgarten
Springbrunnen im Hofgarten

Im Gegensatz zu anderen Parks und Grünanlagen in München ist das Liegen auf den Wiesen hier untersagt – dafür tummelten sich zahlreiche Passanten auf den vielen Parkbänken die überall verteilt in dieser Parkanlage zu finden waren. Ob man dabei unbedingt in der prallen Sonne Helles (Bayrische Bezeichnung für Pils) trinken muss, was einige hier taten, sei mal so dahin gestellt, aber ich muss wirklich feststellen dass der Hofgarten eine angenehm idyllische und vor allem ruhige Anlage im schönen München ist.
Nachdem wir den Hofgarten gemächlichen Schrittes durchquert hatten, erreichten wir schließlich die ebenfalls im neoklassizistischen Stil errichtete Bayrische Staatskanzelei.

Bayerische Staatskanzlei

Dieses Gebäude beheimatet die Behörde, die den Bayrischen Ministerpräsident und die Landesregierung unterstützt indem sie die Arbeit der einzelnen Ministerien koordiniert und die Beschlussfassung der Staatsregierung vorbereitet. Bevor dieses Gebäude hier errichtet wurde, befand sich an diesem Ort die sog. Max-Joseph-Kaserne oder Hofgartenkaserne der Bayrischen Armee. Sie wurde jedoch 1899 abgerissen und das danach errichtete Armeemuseum wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört. Nachdem die Ruine lange Zeit leer stand, wurde 1982 der Kuppelbau, der noch von dem 1905 errichteten Armeemusuem stammt, rennoviert und schließlich die Staatskanzeleri darum errichtet, die am 6. Mai 1993 vom damaligen Ministerpräsidenten Edmond Stoiber erstmalig bezogen wurde.
Direkt vor der Staatskanzelei findet sich ein Kriegederdenkmal für die gefallenen des Ersten Weltkrieges, das wie ich erfuhr auch begehbar ist.

Statue an der Staatskanzelei
Kriegedenkmal & Statue vor der Staatskanzelei

Nachdem wir den Hofgarten verlassen hatten, wussten wir erst einmal nicht wohin wir uns wenden sollten. Nach kurzer Konsolidierung meines iPhones entdeckten wir aber dass wir uns nahe des unteren Endes des Englischen Gartens befanden. Das schien uns ein lohnendes nächstes Ziel zu sein. Also wandten wir und in diese Richtung und betraten wenig später diese Parkanlage an ihrem unteren westlichen Ende, wo auch das Gewässer das an der Staatskanzlei vorbei geht in diese Grünanlage einfliesst.

Zufluss River - English garden Munich
Flüsschen am westlichen Ende des Englischen Garten

Vorbei am Haus der Kunst erreichten wir wenig später einen kleinen See, in dessen Mitte sich eine kleine Insel mit einem idyllisch anmutenden Japanischen Teehaus befand. Wie ich auf Schildern las kann man hier wohl an traditionellen original durchgeführten japanischen Teezeremonien teilnehmen – doch leider schien es aktuell nicht geöffnet zu sein.

Japanisches Teehaus
Japanisches Teehaus – Englischer Garten

Japanisches Teehaus Tor zum Teehaus
Links: Japanisches Teehaus – Rechts: Eingangsbereich mit Brücke zum Teehaus


Auf der Suche nach einer Möglichkeit den kleinen Fluss der den See mit besagten Japanischen Teehaus speiste, sein Name ist wohl Eisbach, zu überqueren erreichten wir nach einiger Zeit die Eisbach-Brücke, wo wir Zeuge einer sportlichen Veranstaltung wurden, die hier in München wohl einzigartig ist: Den berühmten Eisbach-Surfern. Eben dieser Eisbach tritt an der Eisbachbrücke an der Prinzregentenstraße mit hoher Fließgeschwindigkeit aus den beiden Röhren aus und erzeugt eine Eisbachwelle, die von einigen Männern und Frauen dazu genutzt wird um mitten in der Bayrischen Landeshauptstadt ihrem Hobby, dem Flussurfen zu fröhnen.

Eisbach & Surfer Eisbach-Surferin
Eisbach-Surfer

Eisbach-Surfer Eisbach-Surfer
Flusssurfer an der Eisbach-Brücke

Aufgrund von “Störsteinen” im Fluss ist das kein ungefährliches unterfangen und sollte nur von erfahrenen Surfern praktiziert werden – aber zum Zuschauen eignet sich dieses Happening auch wunderbar und dies wurde auch zahlreich sowohl von Touristen und Einheimischen getan wie man auf den Bildern sehen kann.
Nachdem wir uns an den Surfern satt gesehen hatten, überquerten wir die Eisbachbrücke und wandten uns auf der anderen Parkseite gen Norden. Trotz zahlreicher anderer Besucher erwies sich der Englische Garten hier als teilweise angenehm ruhiger und teilweise wahrlich malerischer Ort, der zum Entspannen einlud.

Flüsschen im Englischen Garten
Idyllisches Flüsschen im Englischen Garten

Erst als wir die große Liegewiese etwas weiter nördlich erreichten, änderte sich dies ein wenig – denn hier hatten sich Massen an Menschen niedergelassen um sich zu Sonnen, Ball zu spielen, zu trinken und zu feiern. Aufgrund der Weitläufigkeit dieses Wiesenbereiches hielt sich die Lautstärke aber glücklicherweise in Grenzen.

Englischer Garten
Liegewiese im Englischen Garten

Liegewiese im Englischen Garten
Sonnenanbeter im Englischen Garten München

Leider verpasste ich hier den Monopteros – einen kleinen runden Tempel im griechischen Stil abzulichten. Da wir ihn an der Ostseite passierten befand sich dieser nicht in unserem Blickfeld und ich erfuhr erst beim Schreiben dieses Beitrages dass er sich genau hier befand.
Schließlich erreichten wir die nächste Sehenswürdigkeit, die bei keinem München-Besuch wohl fehlen darf: Den Chinesischen Turm im Englischen Garten.

Chinesischer Turm
Chinesischer Turm

Dieser Zierturm wurde 1789/1790 nach Entwürfen von Joseph Frey von Johann Baptist Lechner errichtet und ist eine Nachbildung des doppelt so großen Pagode in den Kew Gardens in London. Ihn umgibt ein riesiger Biergarten, der sowohl von Einheimischen als auch von Touristen und wie wir amüsiert feststellten auch von zahlreichen Gruppen junger Männer auf Junggesellenabschied genutzt wurde. Gleich mehrere Trüppchen solcher Feiernden durchquerten die mit reichlich Bierbänken gespickte Anlage, wobei die bald Heiratenden seltsame Aufgaben erfüllen mussten – aber das kennt man ja aus ganz Deutschland.

Biergarten am Chinesischen Turm

Hier ließen wir uns nieder und stärkten uns ein wenig. Wie ich feststellen musste war es schon spät geworden und ich war tatsächlich schon über sechs Stunden – mit kleineren Unterbrechungen – zu Fuß in München unterwegs. Da sowohl ich als auch mein Begleiter noch einkaufen wollten, entschieden wir, den Rundgang durch München hier zu beenden. Nach der Rast am Chinesischen Turm wandten wir uns gen Osten und nahmen die Tram an der Tivolistraße um wieder zurück in die Innenstadt zu gelangen von wo aus ich mich dann auf den Heimweg machte.
Hier abschließend noch eine kleine Übersichtskarte des bewältigten Weges – es waren etwa 12km die ich zurück gelegt hatte:

Das war mit Sicherheit nicht mein letzter Rundgang durch die Bayrische Landeshauptstadt gewesen – so viel steht fest. Ich habe zwar viel gesehen, aber es gibt noch vieles was es zu Besuchen wert ist. Wenn mein Muskelkater von sechs Stunden Fußmarsch etwas nachgelassen hat werde ich bereit sein meine Erkundung meiner neuen Wahlheimat alsbald fortzusetzen.