Isla Saona revisited & Santo Domingo [07. - 08.01.2018]

In der Nacht hatte es ziemlich heftig geregnet und wir hatten bereits befürchtet, dass unser Ausflug auf die Insel Saona in Wasser fallen würde. Doch am Morgen hatte es aufgehört und obwohl das Wasser teilweise noch auf den Straßen stand, beschlossen wir die Tour durchzuführen.

99 - Wasser nach Regenfall / Water after rainfalls - El Cortecito

Die Fahrt sollte nicht von Punta Cana sondern von Bayahibe aus starten, so wie auch beim letzten Mal vor einem Jahr. Daher stand am Anfang des Ausflugs erst einmal eine vom Organisator durchgeführte Busfahrt von etwa 1 Stunde. In Los Melones, Bayahibe, angekommen, wurden wir nach dem Aussteigen aus dem Bus erst einmal von lokalen Verkäufern bestürmt, die Sonnenbrillen, Mützen, Zigarren und den anderen üblichen Tand an den Mann bzw. die Frau bringen wollten. Vom Bus-Parkplatz aus mussten wir dann erst einmal durch den halben Ort laufen, bis wir an einem Strand ankamen, von denen der Transfer zum Katamaran starten sollte.

100 - Am Strand von Bayahibe / Beach of Bayahibe

Am Strand wurde dann paarweise bzw. gruppenweise ein Foto von den Gästen geschossen – wofür sollten wir erst am Ende der Fahrt erfahren.
Wenig später konnten wir dann auch schon das Boot besteigen und und fuhren aus der kleinen Bucht, vor der die Katamarane für die Touristen warteten, um sie nach Saona zu bringen.

101 - Überfahrt zum Katamaran / Passage to catamaran

102 - Wartende Katamarane / Waiting catamarans

Schließlich machte der Katamaran sich auf den gemächlichen Weg in Richtung der Isla Saona. Die Besatzung versuchte dabei unter den Gästen durch Musik, Tanz und den Ausschank von alkoholischen Getränken ein wenig Stimmung aufkommen zu lassen. Und trotz bewölkten Wetters und einem oder zwei kleinen Schauern während der Fahrt schien ihnen das gut zu gelingen.

103 - Auf dem Katamaran / On the catamaran

Für das Anlanden an der Insel mussten wir schließlich wieder auf ein kleines Schnellboot wechseln, das uns zum Strand brachte.

104 - Anfahrt auf Saona

105 - Isla Saona

106 - Isla Saona

Die zahlreichen Liegen die den Strand entlang verteilt waren, befanden sich allerdings in keinem guten Zustand. Die Hälfte war zerbrochen oder zumindest angeknackst, so dass wir uns lieber nicht darauf legen wollten. Doch zum Glück fanden sich einige Exemplare, die zwar nass, aber stabil zu sein schienen. Also relaxten wir etwas am Strand, genossen die kostenlosen Getränke und versuchten aus dem wolkigen, aber dennoch angenehm warmen Tag das beste zu machen. Ein paar kleinere, kurze Nieselschauer konnten uns den Spaß dabei kaum vermiesen. Und wir gönnten uns sogar etwas besonderes für das anstehende Mittagsmahl, doch dazu gleich mehr.
Als die Bootsleute schließlich zum Essen riefen, war der erste Ansturm natürlich wieder groß, doch wir warfen uns sogleich ins Getümmel, denn wir hatten wirklich Hunger.

107 - Buffet 01 - Isla Saona

Das Angebot war dem vor zwei Tagen auf der Isla Catalina sehr ähnlich: Verschiedene Reissorten, Bohnengemüse, Weißbrot, Kartoffeln und Pasta mit Tomatensauce. Außerdem gab es per Default Hähnchen und etwas Fisch.

109 - Lunch - Isla Saona

Nicht schlecht, aber auch nichts besonderes. Daher hatten wir uns zusätzlich zum Standardangebot hatten wir uns außerdem eine Langosta (sprich einen kleinen Hummer) bestellt, der uns gegrillt serviert wurde.

110 - Langosta - Islao Saona

Garniert mit etwas Limettensaft eine sehr gelungene Ergänzung zum Standard-Buffet.
Gegen 15:30 Uhr rief die Besatzung unseres Bootes schon wieder zum Aufbruch.

111 - Abfahrt von Isla Saona / Leaving Isla Saona

Zu Beginn gab es etwas Verwirrung, welches der vielen wartenden Boote für uns bestimmt war, doch letztlich fanden wir unseren Platz und machten uns via Schnellboot auf den Rückweg. Natürlich nicht ohne zwischendurch noch einmal im Piscina natural, der größten natürlichen Badewanne an der Küste von Bayahibe einen kurzen Zwischenstopp einzulegen. Hier kann man im gerade einmal hüft- bis brusttiefen Wasser wunderbar das karibische Meer genießen.

112 - Piscina natural - Bayahibe

Kurz bevor wir schließlich wieder im Hafen bzw. am Strand von Bayahibe anlegten, startete es schließlich heftig zu regnen und wollte gar nicht mehr aufhören.

113 - Regenschauer / Rainstorm - Ankunft in Bayahibe / Arrival in Bayahibe

Als wir vom Boot runter waren, suchten wir Schutz unter einem der nahen Bäume, der aber auch nicht den ganzen Regen abhalten konnte. Während der Bus einer russischen Reisegruppe bis direkt vor diesen Baum gefahren wurde, musste unsere Gruppe aus Punta Cana letztlich wieder durch den halben Ort laufen, um pitschnass und durchgeweicht schließlich im Bus Platz nehmen zu können. Und obwohl es regnete, wurden wir am Parkplatz erneut von den zahlreichen Verkäufern bestürmt, die uns trotz unserer klar ersichtlichen, misslichen Lage wieder irgend welches Zeug andrehen wollten. Meine Stimmung war auf jeden Fall ziemlich am Boden.
Und dann wurden uns im Bus schließlich noch Rumflaschen mit dem zu Beginn der Reise am Strand geschossenen Fotos als Souvenir angeboten. Ich bin zwar kein Rumtrinker, aber ich griff dennoch zu, da ich es als schöne Erinnerung an diesen Ausflug sah. Leider ging die Flasche später bei der Rückreise nach Santo Domingo kaputt, daher waren die elf Euro letztlich sinnlos investiert.
Am Abend packten wir bereits unsere Sachen, denn am nächsten Morgen, einem Montag, sollte es erst einmal zurück nach Santo Domingo gehen. Außerdem wuschen und trockneten wir unsere feuchten Sachen vom Ausflug. Die Übergabe des Appartments am nächsten Morgen verlief problemlos und wir erhielten unsere Kaution vollumfänglich zurück. Dann ging es in einem privaten Taxis in Richtung Santo Domingo – eine Fahrt die 70 Euro kosten sollte, aber das war es uns wert. Leider machte das Taxis am Stadtrand von Santo Domingo schlapp, so dass uns der Fahrer ein lokales Taxis organisieren musste, das uns zu unserem eigentlichen Ziel brachte: dem Apart Hotel Atalaya im Stadtteil El Manguito, in dem wir in den letzten Jahren bereits mehrfach Station gemacht hatten. Wir erhielten sogar das selbe Zimmer im Erdgeschoss wie vor zwei Jahren.

114 - Aparta Hotel Atalaya - Santo Domingo

115 - Aparta Hotel Atalaya - Santo Domingo - Zimmer / Room

Wir nutzen dieses Hotel ja nicht wegen seines besonderen Komforts oder seinen besonders günstigen Preises. Viel mehr liegt es einfach günstig am Rand des Stadtteils El Manguito, in dem Verwandtschaft meiner Begleitung lebt. Touristen verirren sich wohl eher selten in diese Gegend. Hinzu kam dieses Mal, dass man auch noch die Straßen aufgerissen hatte, was den Zugang zu den Wohnbereichen noch etwas erschwerte.

116 - El Manguito - Santo Domingo

Bevor wir irgend etwas anderes unternehmen konnten, mussten wir natürlich erst einmal diese Verwandtschaft besuchen, was natürlich einige Zeit in Anspruch nahm. Ich nutzte die Zeit dabei auch, die abenteuerliche Architektur von El Menguito mit seinen engen Gassen und seinen eher willkürlich wirkenden Gebäuden zu bewundern.

117 - Gassen von El Manguito - Santo Domingo

118 - El Manguito - Santo Domingo

119 - El Manguito - Santo Domingo

Noch während wir in El Menguito saßen und redeten, warf ich das Internet an und begann, eine schöne Location für ein Abendessen in Santo Domingo zu suchen. Dabei stieß ich auf eine Liste der Top 10 Restaurants in Santo Domingo und entschied mich nach kurzem Überlegen für Sophia’s Bar and Grill (kurz SBG) im Stadtteil Paintini. Doch so einfach sollte es nicht sein dort hin zu kommen.
An einer Straße nahe El Menguito winkten wir uns erst einmal einen Fahrer heran, der gar nicht so nach Taxi aussah und der uns zu einem Restaurant fahren sollte. Meine Einwürfe, ich wolle zu besagten SBG fahren, wurden erst einmal ignoriert und der Fahrer brachte uns zu einem Restaurant, das zwar nicht schlecht aussah, aber eben nicht das war, was ich mühevoll ausgesucht hatte. Erst meine Argumentation dass ich etwas besonderes wolle und nicht in irgend eine “Cantina” gehen wolle, bewegte meine Begleitung und ihren Cousin schließlich dazu, dass wir uns ein zweites Taxis kommen ließen, das uns schließlich zum SBG brachte.
Ich muss zugeben dass ich mir etwas underdressed vorkam, als wir schließlich vor den SBG hielten, denn ich war nur in T-Shirt, Shorts und Flip Flops gekleidet und das Restaurant wirkte sehr edel und verfügte sogar über einen Portier inklusive Parking Service. Doch einem Gringo und Blanco wie mir schien man da nicht ganz so genau hinzusehen, denn wir wurde überaus freundlich begrüßt und sogleich an einen der wenigen freien Tische geleitet.

120 - Sophia's Bar & Grill - Santo Domingo

121 - Sophia's Bar & Grill - Santo Domingo

122 - Sophia's Bar & Grill - Santo Domingo

Ich sah Geschäftleute in Anzügen – wobei ich bis heute nicht verstehen kann wie man bei der Hitze und Luftfeuchtigkeit mit Jacket und Krawatte rumlaufen kann, eine größere Geburtstagsentourage jüngerer, offensichtlich wohlhabenderer Dominikaner und einige Tische mit Pärchen oder jungen Familien besetzt. Alles durchgehend hellhäutige Dominikaner, da war weniger ich, aber doch meine dunkelhäutige Begleitungen eher eine Ausnahme. Die Ober erwiesen sich aber als überaus aufmerksam und wir orderten aus der umfangreichen Weinkarte zuerst einen guten lokalen Weißwein aus der exklusiven Weinkarte, anschließend begannen wir die umfangreiche, aber nicht überladene Speisekarte zu studieren. Diese war zwar in spanisch gehalten, aber ich fahre inzwischen lange genug in dieses Land um zumindest eine solche Speisekarte sicher lesen zu können.
Als Vorspeise wählte ich Rock Shrimps Tempura, die in einem Bett aus frischem Blattspinat serviert wurden.

122 - Sophia's Bar & Grill - Santo Domingo - Rock Shrimps Tempura

Tempura Shrimps zählen ja zur bekannten japanischen Küche und wurden stilecht auch gleich mit Stäbchen serviert, aber ich griff dann doch lieber auf Messer und Gabel zum verzehr zurück. Die in dünner Panade frittierten und in einer süß-scharfen Sauce angemachten Shrimps erwiesen sich jedenfalls als wahrer Genuss und waren jeden der 500 Pesos (ca. 10 Euro) Wert, die sie kosteten.
Für die Hauptspeise griff ich schließlich mit Crispy Red Snapper Caramel zu einem Fischgericht.

123 - Sophia's Bar & Grill - Santo Domingo - Crispy Red Snapper Caramel

Auf einer Reiszubereitung aus Wild- und Vollkornreis waren zwei über großzügig portionierte Fischfilets vom Roten Schnapper drapiert, die man mit einer knusprigen, leicht pikanten aber gleichzeitig auch süßlichen Hülle umgeben hatte. Eine eher ungewöhnlich Form um Fisch zu servieren, vor allem wegen der deutlichen Karamelnote, aber dennoch (oder gerade deswegen) sehr lecker. Dabei war das Fischfilet von wirklich vorzüglicher Qualität und auch die Reiszubereitung erwies sich als überaus gelungen. Auch hier schienen die 780 Pesos gut investiert.
Während unseres gesamten Aufenthalts hielt sich ständig eine der Bedienungen dezent im Hintergrund und schenkte unaufgefordert aus der gekühlt bereits stehenden Flasche Wein nach, sobald sich das Glas zu sehr leerte. Genau so erwarte ich es von einem guten und hochklassigen Restaurant und ich denke das SBG (Sophia’s Bar and Grill) hat sich seinen Platz in den Top 10 der besten Restaurants der dominikanischen Hauptstadt redlich verdient. Dass man dann für 3 Personen bei 3 Vorspeisen, 3 Hauptspeisen und 2 Flaschen eines guten Weißwein über 10.000 Pesos löhnen muss, versteht sich dabei von selbst.
Nach dem Besuch in SBG ließen wir uns schließlich noch in eine Disco fahren, in der wir den Abend ausklingen ließen. Irgendwann zwischen halb eins und ein Uhr wurde der Laden dann jedoch von uniformierter und schwer bewaffneter Polizei geschlossen wurde. Was genau los war, ließ sich nicht heraus finden und ich wagte es auch nicht von den Polizisten in Körperpanzern und mit Sturmgewehr irgend welche Fotos zu machen, aber sie waren bestimmt nicht wegen uns da, denn wir konnte uns ohne weitere Probleme von einem Taxi ins Hotel fahren lassen, wo wir dann auch bald schon einschliefen.

Rückkehr nach Puerto Plata [08.01.2017]

Wir hatten zuerst überlegt, von Bayahibe weiter nach Punta Cana an die Ostküste der Dominikanischen Republik zu fahren. Doch das Wetter sollte sich eintrüben und es war Regen angekündigt, daher entschlossen wir uns kurzfristig dazu, erst einmal nach Puerto Plata zurückzukehren. Doch zuerst einmal wollten wir Frühstücken und heute hatten wir mehr als genug Zeit dazu. Unsere Wahl fiel schließlich auf das La Marina, eine Bar mit Restaurant, in der gestern die erwähnte Quinceañera stattgefunden hatte.

140 - Bar Restaurante La Marina - Bayahibe

Neben dem üblichen Kaffee wählte ich heute mal wieder Huevos Revueltos, also Rühreier, die ich mir heute mit Bacon zubereiten ließ – alles zum Preis von 350 Pesos. Sie wurden wenig später mit etwas frisch zubereiteten Toastbrot serviert.

141 - Huevos Revueltos con bacon - La Marina - Bayahibe

Nach dem Frühstück packten wir die letzten Sachen zusammen und begaben uns an einen kleinen Platz, an dem Public Taxis in Form von Kleinbussen in Richtung La Romana abfuhren. Als unser Kleinbus voll besetzt war ging es auch schon los und die Fahrt bis La Romana mit zahlreichen Zwischenstops, an denen Fahrgäste ein- oder ausstiegen, verlief vollkommen Ereignislos. Am Parque Central Duarte in La Romana stiegen wir schließlich aus und überquersten die Straße, um dort auf den nächsten Bus zu warten, der uns weiter in Richtung Santo Domingo bringen sollte. Gegenüber des Parks ragte die Iglesia Santa Rosa de Lima in die Höhe, direkt daneben war das Ayuntamiento de La Romana, das Rathaus, zu sehen.

142 - Iglesia Santa Rosa de Lima - La Romana

143 - Ayuntamiento de La Romana

Meine Begleitung entschloss sich dazu, an einigen Verkaufsständen vor der Kirche noch Erfrischungen und Snacks zu kaufen, bevor der Bus abfuhr.

144 - Verkaufsstände - La Romana

Sie hielt sich noch dort auf, als bereits alle anderen Fahrgäste eingestiegen waren und der Bus sich in Bewegung setzte – es war etwa 12:45 Uhr. Laut rief ich “STOP!” und der Fahrer reagierte glücklicherweise, so dass sie noch zusteigen und wir die Fahrt gemeinsam fortsetzen konnten.
Im Westen von La Romana hielt der kleine Bus im Hof eines Gebäudes der Firma Sichoem – dem Betreiber dieser Buslinie – wo wir in einen größeren Bus umstiegen, welcher uns endgültig bis Santo Domingo bringen sollten.

144a - Sichoem - La Romana 01 144b - Sichoem - La Romana 02

Mit einigen Zwischenstops benötigte der Bus für die etwa 150 Kilometer von La Romana bis Santo Domingo ungefähr eineinhalb Stunden, so dass wir schließlich gegen 14:30 Uhr im Norden des Stadtteils San Francisca inmitten von zahlreichen Marktständen aus dem Bus stiegen und in eines der dort wartenden Taxis wechselten.

145 - Ankunft in Santo Domingo
Überquerung des Rio Ozama

146 - Umstieg in Santo Domingo
Umstieg in Santo Domingo

Dieses Taxi brachte uns zum zentralen Busbahnhof von Caribe Tours, von wio wir nach Puerto Plata weiter reisen wollten. Nach Erwerb der Tickets blieb noch etwas Zeit, die wir nutzten indem wir uns in die Cafeteria im ersten Obergeschoss des Busbahnhofs begaben und einen Snack zu uns nahmen.

147 - Cafeteria - Busbahnhof Caribe Tours - Santo Domingo 148 - Theke - Cafeteria - Busbahnhof Caribe Tours - Santo Domingo
Caferia – Busbahnhof Caribe Tours – Santo Domingo

Ich entschied mich für einen Cheeseburger mit Pommes Frites, der mit Coca Cola serviert wurde und 180 Pesos kosten sollte.

149 - Cheeseburger & Pomme Frites - Busbahnhof Caribe Tours - Santo Domingo

Natürlich ist das Fast Food, aber der Burger war reichlich belegt und das Fleisch-Patty erwies sich als angenehm saftig. Einzig den Käse hätte ich mir angeschmolzen gewünscht, aber man kann ja nichts alles haben.

150 - Cheeseburger Querschnitt - Cafeteria Busbahnhof Santo Domingo

Um 15:00 Uhr verließ unser große, voll klimatisierte Reisebus von Caribe Tours schließlich Santo Domingo und fuhr mit Zwischenstops La Vega und Santiago de la Caballeros nach Puerto Plata, wo wir gegen 18:45 Uhr schließlich ankamen. Vom Busbahnhof aus wählten wir wieder ein Public Taxi, das uns nach Hause brachte.

151 - Busbahnhof Puerto Plata

Etwas später am Abend gönnten wir uns dann schließlich noch etwas weiteres Fast Food in Form von etwas Pizza

152 - Pizza for Dinner

aber die Reisestrapazen hatten deutliche Spuren hinterlassen, so dass wir uns noch vor Mitternacht zur Bettruhe begaben.

Weiterreise nach Los Melones / Bayahibe [06.01.2017]

Heute wollten wir nun weiterreisen, waren uns jedoch zuerst über unser nächstes Ziel uneinig. Ursprünglich war es geplant, weiter in den etwa 53 Kilometer entferneten Ort Constanza zu fahren, der noch höher auf 1.200 Meter liegt und damit ein noch deutlich kühleres Klima als im 600 Meter hoch gelegenen Jarabacoa bietet. Jetzt im Winter dürften die Temperaturen dort kaum 20 Grad überschreiten – doch sowohl mir als auch meiner Begleitung war jetzt doch wieder mehr nach Wärme. Also beschlossen wir, das eigentlich übernächste Ziel, Bayahibe, einfach vorzuziehen und bereits heute in Richtung der westlichen Südküste aufzubrechen.
Doch erst mussten wir uns einmal für die Reise stärken und dazu war das im Zimmerpreis inbegriffene Frühstück im Restaurant des Hotels Brisas del Yaque II bestens geeignet.

81 - Restaurant Brisas del Yaque

Heute entschied ich mich neben dem Kaffee mal für Huevos Revueltos con Vegetales, also Rührei mit Gemüse, das mit Toastbrot, Butter und Mangomarmelade serviert wurde.

82 - Huevos Revueltos con Vegetales - Restaurant Brisas del Yaque

An der Rezeption hatten wir außerdem erfahren, dass Jarabacoa entgegen unserer vorherigen Annahme doch über einen Busbahnhof der Firma Caribe Tours verfügt – wir konnten also auf diesem Weg über La Vega in die insgesamt ca. 150 Kilometer entfernte Hauptstadt Santo Dominigo gelangen und von dort unsere Reise nach Bayahibe, unserem nächsten Ziel, fortsetzen. Und das für gerade mal 250 Pesos pro Person, also etwa fünf Euro – deutlich günstiger als mit dem Taxi wie bei der Anreise.

83 - Caribe-Tours nach La Vega
Im Bus Jarabacoa nach Santo Domingo

Die Fahrt bis La Vega zog sich aufgrund der kurvenreichen Strecke aber ziemlich dahin und da wir ja vor der Abreise noch packen mussten, waren wir erst gegen 13:30 Uhr am Busbahnhof abgefahren und erreichten gegen 14:15 Uhr schließlich La Vega, wo der Bus einen kurzen Zwischenstop einlegte. Wir brauchten aber glücklicherweise nicht umzusteigen.

84 - Zwischenstop in La Vega
Zwischenstop in La Vega

Die Fahrt im voll klimatisierten Bus verlief vollkommen ereignislos. Vorbei an weiten Feldern sowie durch kleine oder größere Siedlungen ging es über die Autopista Duarte Non-Stop weiter nach Santo Domingo. Ich versuchte ein wenig zu dösen, spielte am Mobiltelefon, redete oder starrte aus dem Fenster.

85 - Se Vende - South of Bonao 86 - Reiter - South of Bonao
Links: Se Vende – Rechts: Reiter
Beide Bilder aufgenommen südlich des Ortes Bonao

Es war also bereits 16:15 Uhr, als wir nach einem kleinen Zwischenstop im Norden der Hauptstadt schließlich am Terminal des Haupt-Busbahnhofs von Caribe Tours in Santo Domingo ankamen.

87 - Plaza Caribe - Santo Domingo

88 - Terminal Caribe Tours - Santo-Domingo
Am Busbahnhof in Santo Domingo

Dort nahmen wir uns ein Taxi und fuhren etwa 12 bis 15 Minuten durch Santo Domingo bis zu einem Ort an dem eine weitere Buslinie startet, die uns in die westlich gelegene Stadt Romana bringen sollte und passenderweise Expreso Romana hieß. Neben den Busfahrkarten für 150 Pesos pro Person versorgten wir uns dort auch mit ein paar Snacks in Form von konisch geformten frittierten Fleischstückchen.

89 - Fleichbällchen 90 - Fleischbällchen - angebissen

Nach einem letzten Zwischenstop im Osten von Santo Domingo

92 - Expreso Romano

ging es dann mit dem mittelgroßen Bus in einem ziemlichen Höllentempo über die Autovia del Este vorbei am Flughafen und dem in diesem Beitrag von mir bereits vorgstellten Boca Chica in Richtung Romana. Feste Haltestellen gab es jetzt scheinbar nicht mehr, viel mehr hielt der Fahrer dort, wo ihn die Fahrgäste darum baten – zum Beispiel vor einer Tankstelle, am Tor einer Ferienanlage, in der die Damen die Ausstiegen scheinbar arbeiteten, oder auch mal irgendwo am Rande der Autovia.

91 - Auf dem Weg nach Romana

Schließlich erreichten wir Romana und was nun folgte, war ein ziemliches Chaos, das ich als Europäer und nur rudimentär der Sprache Spanisch fähiger Gringo kaum alleine geschafft hätte. Wir stiegen irgendwo am Rande von Romana aus und winkten dort ein Public Taxi in Form eines Kleinbusses heran. Der Helfer des Fahrers warf unseren Koffer einfach auf das Dach, während wir mit offener Tür in dem vollkommen überfüllten Fahrzeug quer durch die Stadt heizten. Mit 50 Pesos pro Person unschlagbar günstig. Irgendwo mitten in der Stadt wollte uns der Helfer dann aussteigen lassen, doch von dort fuhren gar keine weiteren Wagen in die Richtung in die wir eigentlich wollten. Also fuhren wir weiter bis zu einem weiteren Parkplatz ganz im Osten von Romana, an dem wiederum weitere Kleinbusse warteten. Nach dem Umsteigen bei Dunkelheit und umgeben von teilweise ziemlich zwielichtigen Gestalten ging es dann in einem vollkommen überfüllten Kleinbus für noch einmal 100 Pesos weiter in Richtung unseres eigentlichen Zieles Los Melones oder auch Bayahibe. Auf Google Maps, Bing Maps oder Apple Maps gab es auf jeden Fall keine Ortschaft mit dem Namen Bayahibe, aber ich fand später heraus dass beide Ortschaften offensichtlich identisch waren. Bei Dunkelheit kamen wir schließlich in Los Melones aka. Bayahibe an und stiegen dort aus. Es war inzwischen inzwischen 19:30 Uhr.

93 - Ankunft in Los Melones - Bayahibe

Jetzt ging es daran, eine Unterkunft zu finden – und das um diese fortgeschrittene Uhrzeit. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich im bereits im Vorfeld ein Zimmer gebucht – aber die Uhren ticken hier in der Dominikanischen Republick ja bekanntlich anders und meine Begleitung war der Meinung gewesen, dies wäre nicht notwendig. Und als wir im ersten Hotel abgewiesen wurden – ich war müde und verschwitzt von der Reise und entsprechend knatschig – unkte ich bereits dass wir wohl auf der Straße schlafen müssten. Doch da war ich wohl mal wieder zu pessimistisch gewesen, denn bereits im nächsten Hotel, dem Hotel Bayahibe, waren wir erfolgreich und erhielten dort nicht nur ein Zimmer, sondern eine kleine Ferienhütte mit Bad und Veranda – und das für den Preis von gerade mal 1500 Pesos pro Nacht, also 30 Euro.

94 - Ferienhütten - Hotel Bayahibe
Ferienhütte mit Veranda

Die Hütte war zwar klein und bestand aus einem Hauptraum mit einem großen Bett, einem kleinen Bett, einem Schrank, Kühlschrank, Spiegel und Fernsehen sowie einem kleinen Bad mit Toilette und Dusche – und was brauch man schon mehr für einen Strand-Kurzurlaub an der Südwestküste der Dominikanischen Republik – zumal die Dusche sogar Warmwasser bot, was in günstigeren Unterkünften hier eher Luxus ist. Ich stelle da keine allzu hohen Ansprüche. ;-)

95 - Schlafraum - Ferienhütte - Hotel Bayahibe 96 - Schlafraum -  Ferienhütte - Hotel Bayahibe 02

97 - Bad - Ferienhütte - Hotel Bayahibe 98 - Schlafraum Ferienhütte - Hotel Bayahibe-03

Ich zumindest war mit der Unterkunft sehr zufrieden.
Nachdem wir uns etwas eingerichtet hatten und einer Dusche, um Schmutz und Schweiß der Reise abzuwaschen, verschlossen wir die Hütte und machten uns daran, Bayahibe etwas zu erkunden. Als erstes stießen wir dabei auf einen kleinen Park, der ebenso wie der Park im Zentrum von Jarabacoa mit zahlreichen LED-Lichtern um die Bäume bunt illuminiert war – allerdings noch eine ganze Ecke hübscher gelungen als dort – wobei der See in der Mitte, der die Lichter reflektierte, nicht ganz unschuldig daran war.

99 - Parque illuminiert - Bayahibe 100 - Parque illuminiert 02 - Bayahibe
101 - Feliz Navidad - Bayahibe 102 - Parque illuminiert 03 - Bayahibe
Park in Bayahibe – Illuminiert

Inzwischen machte sich auch der Hunger bei uns Bemerkbar und wir machten uns auf die Suche nach einem Ort, um diesen zu stillen.. Und da wir außer dem Frühstück und den popeligen Fleischbällchen in Santo Domingo seit einigen Stunden nichts mehr gegessen hatten, war der Appetit entsprechend groß. Aber ebenso groß war die Auswahl an Restaurants und Imbissen in Bayahibe.

103 - Restaurante Bamboo Beach - Bayahibe

104 - Fontoni Pizzas - Bayahibe

Direkt am Meer gelegen lag uns der Appetit natürlich nicht gerade nach Steak oder Pizza, sondern nach Fisch. Und da wurde uns das Capitan Kidd empfohlen, welches sich zwar als Restaurante & Pizzeria bezeichnete, aber über ein umfangreiche Fischkarte und außerdem auch über Plätze direkt am Strand verfügte – und das mitten in Bayahibe nur wenige hundert Meter von unserer Unterkunft entfernt.

105 - Restaurante Pizzeria Capitan Kidd
Restaurante & Pizzeria Capitan Kidd

10 6 - Laguna - Restaurante Pizzeria Capitan Kidd
Laguna am Strand des Capitan Kidd

Ich entschied mich für ein Mero al limone, einen Zackenbarsch in Limonensauce, zu dem ich mir – mal wieder – Pommes Frites servieren ließ. Wir mussten etwas warten, denn es war viel los und die Servicekräfte entsprechend beschäftigt, aber schließlich man überbrückte die Wartezeit mit kostenlosen geröstetem, mit Olivenöl beträufeltem Weißbrot, das man noch warm am Tisch servierte.

107 - Geröstetes Brot / Toast bread - Restaurante Pizzeria Capitan Kidd

Schließlich wurden aber auch die Hauptgerichte gebracht und ich war mit dem was ich da bekam wirklich überaus zufrieden.

108 - Mero al limone - Restaurante Pizzeria Capitan Kidd

Das Fischfilet vom Zackenbarsch war nicht nur angenehm groß, saftig und vollkommen grätenfrei, auch die cremige Sauce mit ihrer leichten, aber nicht zu dominanten Limonen-Note passte gut ins geschmackliche Gesamtkonzept. Dazu hatte ich mir, wie bereits erwähnt, Pommes Frites bestellt, die auf einem separaten Teller serviert worden waren.

109 - Pommes Frites - Restaurante Pizzeria Capitan Kidd

An den heißen, knusprigen und gut, aber nicht übermässig gesalzenen Pommes Frites gab es ebenfalls nichts auszusetzen, einen besonderen Augenmerk möchte ich aber auf den – leider nicht auf dem Foto gezeigten, weil erst später nachbestellten – Ketchup wenden. Hier handelte es sich um das übersüsste Zeug dass man im Supermarkt erhält, sondern offensichtlich um ein selbst hergestellte Variante. Allein die Konsistenz war großartig und der fruchtige, natürliche Geschmack gab einen weiteren Hinweis auf seine natürliche Herkunft.
Nach dem Essen begaben wir uns zurück in die Ferienhütte und waren auch schon bald eingeschlafen – die leicht strapaziöse Reise hatte letztlich doch ihre deutlichen Spuren an uns hinterlassen. Vor allem nachdem wir so gut gespeist hatten…

Sightseeing in Santo Domingo [13.06.2016]

Bevor ich gegen 14:00 Uhr den Mietwagen zurückgeben musste, wollte ich natürlich noch etwas von der Hauptstadt der Dominikanischen Republik sehen, daher brachen wir am Vormittag zu einer kleinen Sightseeing-Tour auf, nachdem ich mich zwei Catibias gestärkt hatte – das sind hier weit verbreitete, mit Käse gefüllte und frittierte Teigtaschen.

Catibias for breakfast | Santo Domingo

Erstes Ziel war der Parque Indepencia im kolonialen Nordosten der Stadt, einem Ort an dem man ein wenig in die Geschichte des Inselstaates eintauchen konnte. Der Autoverkehr in der Innenstadt dieser Metropole mit etwa 3 Millionen Einwohner ist natürlich nur dem erfahrenen Autofahrer zu empfehlen, denn es gibt wie bereits erwähnt kaum jemanden, der sich an irgendwelche Verkehrsregeln hält. Doch ich war es ja inzwischen gewohnt, daher erreichte ich unbeschadet das Zentrum und fand sogar in der Nähe meines Zieles einen freien Parkplatz im Schatten einiger Bäume. Von dort aus ging es in Richtung des Parque Indepencia. Wenig später erreichten wir Puerta de la Conde, ein Tor das zu einem alten Fort, dem El Baluarte del Conde gehörte. Hier soll einer der Gründerväter dieses Lande, Francisco del Rosario Sánchez, am 27. Februar 1844 die Unabhängigkeit des Landes proklamiert haben, nachdem das Land viele Jahre vom benachbarten Haiti besetzt gewesen war.

La Puerta del Conde | Parque Indepencia | Santo Domingo
Puerta del Conde

Tritt man durch das Tor, erreicht man einen großen, von Bäumen umgebenen Platz, an dessen Kopfende ein großes Gebäude ins Auge fällt. Bei diesem Gebäude handelt es sich um den Altar de la Patria, den Altar der Gründerväter, in dem die Gebeine der drei Begründer dieses Landes ruhen: Juan Pablo Duarte, Francisco del Rosario Sánchez und Matías Ramón Mella ruhen und das somit ein Nationalheiligtum der Dominikanischen Republik ist. Der Name Duarte dürfte jedem Besucher der Dominkanischen Republik auch schon einmal untergekommen sein, denn es gibt kaum einen Ort, in denen nicht mindestens eine Straße oder ein Platz den Namen dieses Herren trägt.

Altar de la Patria | Parque Independencia | Santo Domingo
Altar de la Patria

Als wir den Innenraum betraten, wurde uns die Erhabenheit dieses Raumes auch sogleich bewusst gemacht, denn eine Person die mit mir hinein gekommen war wurde sogleich von einem der Aufpasser darauf hingewiesen, seine Baseballkappe abzunehmen. In einer runden Grube in der Mitte des Raumes fällt der Blick auf einen marmornen Sakropharg, auf dessen Deckel die Nachnamen der bereits erwähnten Gründerväter in goldenen Lettern geschrieben sind. Außerdem brennt auf seinem Deckel ein ewiges Licht. Soweit ich Erfahrung bringen konnte, hat man die hier befindlichen Gebeine erst lange nach dem Tod dieser Herren hier zusammengeführt, denn der Altar de la Patria wurde erst im Jahre 1976 errichtet.

Grave of Duarte, Sanchez & Mella inside Altar de la Patria | Parque Independencia | Santo Domingo

Wichtigster Bestandteil des Raumes sind aber eindeutig die drei überlebensgroßen Standbilder dieser drei Herren, die man auch als La Trinitaria (Dreifaltigkeit) bezeichnet. Dies war nämlich auch der Name der Organisation, welche sie während der Besatzung ihres Landes gründeten um die Unabhägigkeit zu erlangen.

La Trinitaria | Parque Indepencia | Santo Domingo
La Trinitaria

Über eine Treppe kann man innerhalb des Gebäudes scheinbar auch noch auf eine obere Ebene gelangen, von der man mit Sicherheit einen guten Blick in das Innere gehabt hätte, doch leider war diese zu dem Zeitpunkt in dem ich mich dort aufhielt gesperrt.
Der umgebende Park mit seinen schattenspendenden Bäumen ist auch recht sehenswert, zumal man hier auch noch Reste des alten Forts finden kann, zu dem mal die Puerta del Conde gehört haben muss. Doch wir hielten uns hier nicht mehr allzu lange auf, sondern machten uns daran die gegenüber des Tors liegende Calle EL Conde, eine lange, gerade Straße durch den kolonialen Kern der Stadt zu erkunden.
Gleich am Eingan gebrüßte uns ein metallenes Standbild von Coronle Francisco Alberto Caamaño, einer weiteren nationalen Persönlichkeit der Dominikanischen Republik, der während des Militärputsches von 1965 und der anschließenden us-amerikanischer Intervention (Operation Power Pack) auf Befehl des damaligen US-Präsidenten Lindon B. Johnsons eine wichtige Rolle gespielt hatte.

Coronel Francisco Alberto Caamaño | Calle El Conde @ Santo Domingo
Coronel Francisco Alberto Caamaño

Wir folgten der Straße in Stück hinein in den historischen Stadtkern, vorbei an Wechselstuben, Bars, Restaurants und zahlreichen Geschäften, die aber zu großen Teilen auch jetzt zur Mittagszeit an einem Montag noch geschlossen zu sein schienen.

Calle El Conde | Santo Domingo

Calle El Conde | Santo Domingo
Calle El Conde – Santo Domingo

Ich ahnte auch schon bald, warum sie geschlossen waren: Die Sonne brannte erbarmungslos von senkrecht oben in die Straße hinein, die kaum Schatten bot. Von den wenigen Spaziergängern hier trugen viel Schirme, um sich vor der Hitze zu schützen. Es war einfach zu heiß für weitere Exkursionen, daher entschied ich mich auf halber Strecke dazu diesen Ausflug abzubrechen und erst einmal zum Auto zurückzukehren. Es gab ja auch noch andere Plätze in der Stadt, die es zu erkunden galt.
Als nächstes landeten wir im Stadtteil Villa Francisca etwas nördlich vom alten kolonialen Stadtkern und fanden am dortigen Parque Enriquillo einen Stelle um das Auto zu parken. Im Zentrum des Parks fand sich ein großer steinerner Pavillion mit vergoldetem Dach, in dem wohl gerade eine christliche Veranstaltung statt fand. Ein Prediger rief auf spanisch Sätze mit Dios (Gott) und Jesus in die vor em Pavillion versammelten Menge, bekam von ihnen zustimmendes Raunen und begann schließlich sogar zu singen. Das Ganze erinnerte an die Show eines evangelikalen Wanderprediger in den USA. ;-)
Doch wir waren nicht für unser Seelenheil hierher gekommen, sondern um ein schattiges Plätzchen zu finden. Jene Parkbänke, die wirklich im Schatten waren, waren aber bereits durch Einheimische okkupiert, so dass wir uns letztlich auf einigen bemalten Holzstämmen am Rande eines Kinderspielplatzes niederließen. Hier kaufen wir etwas frisches, gekühltes Wasser von einem der zahlreichen Verkäufer die mit lauten “Aqua! Aqua! Aqua!”-Rufen durch den Park liefen und erfrischten uns etwas.

Parque Enriquillo | Santo Domingo

Parque Enriquillo | Santo Domingo

Was mir besonders auffiel waren die großen Scharen an Tauben, die pulkweise durch den Park flogen und immer dort landeten, wo einer der Einheimischen sie grade mit trockenem Reis oder Brotkrumen fütterte, die ebenfalls überall verkauft wurden.

Doves @ Parque Enriquillo | Santo Domingo

Nach etwas Erholung im Schatten machten wir uns daran die Gegend etwas zu erkunden. Die Umgebung um den Park wurde hauptsächlich von Geschäften beherrscht, die Kleidung und Schuhe aus chinesischer Produktion verkauften. Zwischen den geschäftigt umher eilenden Einheimischen liefen Verkäufer umher, die Snacks und Wasserflaschen verkauften und hier und dort stieß man auch mal auf einen Bettler oder eine Bettlerin. Dabei blieb mir vor allem die Begegnung mit einer sehr alten Frau in Erinnerung, die dabei unerwartet aggressiv vorging, sich mir in den Weg stellte und mich sogar versuchte am Arm festzuhalten, als ich ihr auswich. Dabei führte sie die zusammengelegten Finger ihrer anderen Hand zum Mund, um mir zu signalisieren dass sie Hunger habe. Ich gab ihr einige Münzen aus meiner Tasche, worauf hin sie von mir abließ. Normalerweise unterstütze ich ja keine aggressiven Bettler, aber sie tat mir einfach leid.
Ohne Vorwarnung wurden wir etwas später von vollkommen unerwartet herein brechenden Platzregen überrascht, der ohne Vorwarnung über uns herein brach und uns zwang, unter den Markisen der Geschäfte Schutz zu suchen.

Platzregen | Santo Domingo
Platzregen in Santo Domingo

Etwa zehn Minuten lang regnete es wie aus Kübeln, dann hörte der Regen aber ebenso schnell wieder auf und die Wolken lösten sich auf bzw. zogen weiter, worauf hin die Sonne wieder heraus kam. Abkühlung hatte der Regen aber kaum gebracht, nur die Luftfeuchtigkeit noch einmal erhöht – das Wasser in den Straßen begann auch gleich wieder zu verdunsten.
Ich begab mich zurück zum Auto, denn es wurde langsam Zeit für die Rückgabe des Mietwagens. Gerne hätte ich noch mehr gesehen, aber dazu fehlte leider die Zeit. Auf dem Weg zur Mietwagenfirma tankte ich das Auto noch einmal voll, gab es so ab und bekam die 200 US-Dollar Sicherheitsleistung, die vorsorglich auf meine Kreditkarte belastet worden war wieder zurückerstattet. Ein Angestellter der Mietwagenfirma fuhr mich anschlieend sogar noch zu meinem Hotel, so dass ich mir das Geld für ein Public Taxi sparen konnte.
Langsam musste ich dann leider auch schon mit den Vorbereitungen für die Rückreise beginnen. Doch vorher wollte ich mich noch Stärken und daher traf es sich gut, dass man mich eingeladen hatte und bekochen wollte.

Pollo | arroz | bean sauce | ensalada

Das Gericht bestand aus den für dominkanische Verhältnisse üblichen Zutaten wie Reis und gebratenen Hähnchenteilen, die mit einer milden Bohnensauce (links im Bild) sowie einem Salat (oben Links) samt Tomaten-Öl-Dressing (Mitte rechts) serviert wurden.
Nach dieser Stärkung ging es mit einem Taxis zum Busbahnhof am Plaza Caribe, an dem wir ja bereits angekommen waren.

Bus station @ Santo Domingo

An einem der zahlreichen Ticketschalter wurden die Bus-Tickets zum Preis von 320 Pesos pro Stück gekauft, außerdem gab es für 50 Pesos mehr noch die Option mit dem Bus von Puerto Plata bis Sosua weiter zu fahren, die ich dankend nutzte.

Ticket counter | bus station @ Santo Domingo

Die etwa vierstündige Rückreise verlief vollkommen ereignislos, ich konnte im abgedunkelten und voll klimatisierten Bus hin und wieder sogar etwas schlafen. Am Busbahnhof in Puerto Plata angekommen musste ich noch in einen kleineren Bus umsteigen, der mich schließlich bis zu meinem entgültigen Ziel brachte. Nach einer ausgiebigen Dusche ging es ins Bett, wo ich auch schnell einschlief.

Fahrt nach Santo Domingo [11.06.2016]

Nach einem Tag Erholung sollte es heute wieder auf große Fahrt gehen. Und dieses Mal auf wirklich große Fahrt, denn ich wollte von Puerto Plata an der Nordküste in nach Santo Domingo, die Hauptstadt der Dominikanischen Republik an der Südküste fahren. Da ich ja bereits gestern meinen Mietwagen abgegeben hatte – und mir auch eine vier bis fünfstündige Autofahrt durch das Inland nicht antun wollte – hatte ich mich für eine Fahrt mit der lokalen Buslinie Caribe Tours entschieden, mit der ich hoffentlich Streßfrei im klimatisierten Reisebus an mein Ziel kommen wollte. Zuerst musste ich aber erst einmal mit dem Public Taxi nach Puerto Plata kommen, wo Caribe Tours einen eigenen Busbahnhof unterhält. Daran angeschlossen gibt es auch noch eine eigene Banco Caribe. aber das nur am Rande erwähnt, denn dort kann mit westlichen Kreditkarten, z.B. Visa oder MasterCard, nichts anfangen – sie werden weder am Geldautomat noch am Schalter akzeptiert. An dieser Stelle noch eine kleine weitere Anmerkung zu Banken in der Dominikanischen Republik: Es gibt richtige Banken wie die Banco Real, Banco Leon oder Banco Popular, in denen man meistens auch mit Englisch gut weiter kommt, außerdem gibt in jeder Ortschaft kleine Hütten an denen Banca irgendetwas steht. Das sind jedoch keine echten Banken, sondern soweit ich es verstanden habe kann man dort scheinbar Lotterie spielen. Nicht das ich auf Idee gekommen wäre, dort Geld abheben zu wollen – aber die Bezeichnung ist für Gringos wie mich eben etwas verwirrend. ;-)
Schließlich erreichte ich den Busbahnhof in Puerto Plata.

Caribe Tours bus station @ Puerto Plata Caribe Tours Bus station @ Puerto Plata
Am Busbahnhof Puerto Plata

Das Ticket war erstaunlich günstig: Für gerade einmal 320 Pesos, umgerechnet etwas mehr als 6 Euro, konnte man die komplette Strecke zurücklegen. Und in 15 bis 20 Minuten sollte auch schon der nächste Bus starten. Wenig später fuhr das gepflegte und modern aussehende Gefährt aus dem Hause Scania auch schon vor und ich konnte mich einreihen, um einzusteigen. Wer wollte, konnte kostenlos seinen Koffer für den Laderaum abgeben und bekam einen kleinen Beleg, um später auch das richtige Gepäckstück zurück zu bekommen.

Bus Caribe Tours Bus Caribe Tours
Beim Einsteigen

Fest zugewiesene Sitzplätze gab es nicht, jeder suchte sich einfach einen freien Platz bis der Bus schließlich fast voll war. Nur ganz hinten links wollte niemand sitzen, denn hier befand sich die Toilette und von ihr ging ein minimaler Uringeruch aus. Kurz vor der Abfahrt ging der Busfahrer noch einmal kurz durch den Gastraum und schien die Mitfahrenden zu zählen, dann ging es auch schon los.

Inside Caribe Tours Bus

Die Fahrt ging natürlich nicht Non-Stop, sondern über verschiedene Zwischenziele, z.B. in der im Inland gelegenen Stadt Santiago

Zwischenstop in Santiago Zwischenstop in Santiago
Zwischentopp in Santiago

oder in der Ortschaft La Vega etwa auf halber Strecke.

Zwischenstop @ La Vega

Überall stiegen Fahrgäste aus oder zu, man konnte aussteigen, draußen rauchen, auf Toilette gehen und sich an den Busbahnhöfen kleine oder größere Snacks kaufen. Der Aufenthalt dauerte jeweils zwischen 15 und 20 Minuten.
Ganz zu Beginn ging einmal kurz ein Mann durch den Bus und verteilte Proben einer braunen, süßen Kokos-Creme. Wenig später kam er dann zurück und verkaufte ganze Päckchen dieser Creme für 50 Pesos sowie die hier üblichen süßen Nuss- und Sesamriegel für 25 Pesos.
Ich konnte auf der Fahrt glücklicherweise hin und wieder kurz etwas schlafen. Die ständig laufende Lüftung der Klimaanlage störte zu Beginn zwar etwas, aber man gewöhnte sich daran. Einziger Kritikpunkt war, dass man den Luftstrom aus fixen Öffnungen über den Sitzplätze nicht steuern oder regulieren konnte.
Schließlich kam wir in Santo Domingo an, der größten Stadt der Dominikanischen Republik und deren Hauptstadt. Über mehrspurige Straßen und vorbei an riesigen Viadukten fuhren wir in die Innenstadt. Ein interessantes Detail hier war, dass unter allen Brücken und Überführungen die ich sah kleine Pyramiden aus Beton gegossen worden waren. Ich vermute mal dass dies verhindern sollte, dass sich hier Obdachlose häuslich einrichten können – aber genau konnte ich es nicht in Erfahrung bringen.

Under a bridge @ Santo Domingo

Schließlich kamen wir am Caribe Tours Busbahnhof in Santo Domingo im Stadtteil Miraflores an und stiegen alle aus – hier war Endstation.

Plaza Caribe / at the bus station @ Santo Domingo

Um zum Hotel zu kommen, wählte ich eines der lokalen Taxis die vor dem Busbahnhof in Massen warteten. Die Fahrt von etwa 4 Kilometern vom Miraflores nach La Manguito dauerte etwas weniger als eine halbe Stunde und kurz darauf konnte ich im Apart Hotel Atalaya einchecken. Den Zimmerpreis von 1600 Pesos pro Nacht, also etwa 30 Euro, fand ich für Santo Domingo absolut akzeptabel. Frühstück oder ähnliches gab es allerdings nicht im Hotel – ich glaube auch dass das Hotel weniger für Touristen als für Einheimische gedacht war. Aber das passte schon – ich stelle ja auch keine übermäßig hohen Ansprüche. Der angenehm große Zimmer im Erdgeschoss war mit einer kleinen Küche samt Kühlschrank und Gasherd ausgestattet, außerdem gab es einen großen Deckenventilator und – was noch viel wichtiger war – eine professionelle Klimaanlage inklusive Fernbedienung. Im einfachen Bad mit Dusche lagen frisch Handtücher bereit. Außerdem gab es eine große Terasse mit einem Tisch und zwei Plastikstühlen, von der aus man in einiger Entfernung sogar den Ozean ausmachen konnte.

Apart Hotel Atalaya @ Santo Domingo

Room @ Apart Hotel Atalaya
Zimmer im Apart Hotel Atalaya

View vom balcony / Apart Hotel Atalaya @ Santo Domingo
Blick von der Terrasse

Jetzt musste ich mich erst einmal von der langen Reise etwas erholen – die Temperaturen waren in Santo Domingo nicht viel niedriger als an der Nordküste, daher war ich froh eine Klimaanlage im Zimmer zu haben. Außerdem hatte ich Hunger, daher besorgte ich mir eine große Portion Hähnchen mit Sauce und Bohnenreis für 150 Pesos (ca. 3 Euro) in einem nahen Laden und verzehrte es auf dem Zimmer.

Pollo con arroz @ Santo Domingo

Die Hähnchenteile waren – landestypisch – mit vielen Knochen versetzt, was den Genuss aber nur minimal minderte, da das Fleisch angenehm zart und saftig war. Und auch an der würzigen Sauce gab es nichts auszusetzen und der mit kleinen Bohnen versetzte Reis sorgte für die notwendige Sättigung. Nichts kulinarisch besonders hochwertiges, aber ich hatte einfach Hunger.
Am Abend ging es dann noch einmal mit einem Public Taxi auf Tour durch die Stadt und wir landeten schließlich auf einer Karaoke-Party an der Avenida George Washington gegenüber eines Kinos, die auf einer großen Terasse direkt oberhalb des Strandes stattfand.

Karaoke Night @ Santo Domingo

Die lokalen Hits, welche die Gäste mit mehr oder auch weniger Talent von sich gaben, kannte ich ich nur vom hören – ich war ja schon ein paar Tage in der Dominikanischen Republik und der allgegenwärtigen Musik konnte man hier nirgendwo entkommen – aber mit ein bis drei Presidente-Bier ließ sich das gut ertragen. ;-)
Nach eineinhalb bis zwei Stunden ging es dann zurück ins Hotel und ich bin wohl recht schnell eingeschlafen – die lange Reise hatte eben doch ihre Spuren hinterlassen…