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Szegediner Gulasch & Fächerkartoffeln – das Rezept

Saturday, January 7th, 2012

Heute war mir mal nach einem Szegediner Gulasch – auch als Krautfleisch bekannt. Beim Fleisch gibt es sowohl Rezepte mit Rind- als auch Schweinefleisch, da ich aber bisher noch keinen Gulasch vom Schwein zubereitet hatte, entschied ich mich für mageres Schweinefleisch von der Schulter. Als Sättigungsbeilage werden zwar normalerweise Salzkartoffeln oder Weißbrot, in Tschechien auch gerne mal Knödel serviert, hier wich ich aber mal etwas von der Tradition ab und entschied mich Fächerkartoffeln mit Kräuterbutter und Knoblauch dazu zu reichen – ein Rezept das schon seit längerem bei mir herum geisterte und das ich nun endlich mal testen wollte. Hier war zwar etwas mehr Timing als sonst angesagt, aber die Zubereitung ist zeitlich wunderbar gelungen und erwies sich als wahrer Genuss so dass ich es natürlich nicht versäumen möchte das Rezept hier kurz vorzustellen.

Was benötigen wir also für 2-3 Portionen?

Für die Fächerkartoffeln:

6-8 große Kartoffeln – festkochende Sorte
01-Zutat-Kartoffeln

ca. 50-60g Kräuterbutter
02-Zutat-Kräuterbutter

2-3 Zehen Knoblauch
03 - Zutat Knoblauch

sowie etwas Salz

Für den Szegediner Gulasch:

550-600g mageres Schweinefleisch
04 - Zutat Schweinefleisch - mager

1 große oder 2 kleine Zwiebeln (ca. 250g)
05 - Zutat Zwiebel

500g Sauerkraut – küchenfertig
06 - Zutat Sauerkraut

3-4 Zehen Knoblauch
07 - Zutat Knoblauch

1/8 Liter Rotwein – trocken
08 - Zutat Rotwein

200g Passierte Tomaten
09 - Zutat Passierte Tomaten

400ml Gemüsebrühe
10 - Zutat Gemüsebrühe

1 Lorbeerblatt
11 - Zutat Lorbeerblatt

1 TL Kümmel
12 - Zutat Kümmel

2 TL Paprikapulver – edelsüß
13 - Zutat Paprikapulver edelsüß

Pfeffer und Salz
14 - Zutat Pfeffer & Salz

4 EL Sauerrahm (Saure Sahne)
15 - Zutat Saure Sahne

sowie etwas Butterschmalz zum anbraten
und ggf. etwas Wasser zum nachgießen

Beginnen wir nun damit, die Fächerkartoffeln vorzubereiten da diese am längsten brauchen. Dazu schälen wir erst einmal unsere rohen Kartoffeln
16 - Kartoffeln schälen

und schneiden sie vorsichtig zu etwa 2/3teln im Abstand von einigen Millimetern ein so dass kleine Fächer entstehen. Diese legen wir auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech.
17 - Fächerförmig einschneiden

Dann schälen wir die Knoblauchzehen und schneiden sie in sehr dünne Scheiben
18 - Knoblauch in dünne Scheiben schneiden

um dann die Kartoffeln alle paar Einschnitte mit einem solchen Scheibchen Knoblauch zu spicken.
19 - Mit Knoblauch spicken

Abschließend salzen wir die Kartoffeln, bestreichen sie mit etwa der Hälfte der Kräuterbutter, also ca. 25-30g und beginnen dann den Backofen auf 180 Grad vorzuheizen.
20 - Mit Kräuterbutter bestreichen

Während der Backofen vorheizt wenden wir uns den Zutaten für den Gulasch zu. Wir beginnen am besten mit dem Fleisch, das wir abwaschen, trocken tupfen und dann in mundgerechte Würfel – ca. 2x2cm – schneiden.
21 - Fleisch würfeln

Die Zwiebel, schälen wir, halbieren sie und schneiden sie in dünne Ringe, die wir bei großen Zwiebeln noch einmal halbieren.
22 - Zwiebeln in Ringe schneiden

Des weiteren schälen wir auch die Knoblauchzehen und zerhacken sie.
23 - Knoblauch hacken

Sobald der Ofen aufgeheizt ist schieben wir dann die Fächerkartoffeln auf mittlerer Schiene hinein.
24 - Kartoffeln in Ofen schieben

In einer großen Pfanne oder einem Topf zerlassen wir nun etwas Butterschmalz
25 - Butterschmalz zerlassen

und braten dann die Schweinefleischwürfel darin kräftig von allen Seiten an. Dabei entsteht zwar etwas Flüssigkeit, die verdunstet aber auch wieder – also keine Sorge.
26 - Fleisch anbraten

Ist das Fleisch gut durchgebraten, stellen wir auf die Platte auf mittlere Stufe herab, gießen wir den Rotwein auf
27 - Rotwein aufgießen

und lassen ihn einreduzieren bis das Fleisch wieder zu braten beginnt.
28 - Einreduzieren lassen

Nun geben wir Zwiebeln und Knoblauch hinzu
29 - Zwiebeln und Knoblauch dazu

und lassen sie glasig andünsten. Aber bitte hier vorsichtig sein damit nichts anbrennt.
30 - Glasig andünsten

Sind die Zwiebeln gut angedünstet, gießen wir die Gemüsebrühe hinein und lassen alles kurz aufkochen.
31 - Mit Gemüsebrühe aufgießen

Gleichzeitig gießen wir das Sauerkraut ab
32 - Sauerkraut abgießen

und fügen es dann in die Pfanne hinzu
33 - Sauerkraut hinzufügen

wo wir es gut unterheben.
34 - Sauerkraut unterheben

Den Pfanneninhalt würzen wir dann mit dem Lorbeerblatt, dem TL Kümmel und den zwei TL Paprikapulver.
35 - Würzen

Anschließend addieren wir die passierten Tomaten
36 - Passierte Tomaten rein

und verrühren sie gut
37 - verrühren

bevor wir alles noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken.
38 - Mit Salz und Pfeffer würzen

Das Ganze muss jetzt ca. 45 Minuten schmoren wobei wir es natürlich gelegentlich umrühren.
Sind die Kartoffeln etwa eine dreiviertel Stunde im Ofen, entnehmen wir das Blech kurz und streichen die andere Hälfte der Kräuterbutter darauf um sie dann noch einmal für ca. 30 Minuten weiter zu backen.
39 - Kräuterbutter nachstreichen

Sollte sich die Flüssigkeit in der ersten haben Stunde zu sehr reduzieren, gießen wir außerdem zwischendurch etwas Wasser nach.
40 - ggf. Wasser nachgießen

Außerdem können wir zwischendurch natürlich auch mal probieren und wenn notwendig noch Pfeffer und Salz hinzugeben.
41-Probieren

Nach ca. 45 Minuten schalten wir dann die Platte aus oder auf die niedrigste Stufe herab, fügen den Sauerrahm hinzu
42 - Sauerrahm addieren

und heben ihn unter die Sauerkraut-Fleisch-Masse.
43 - Verrühren

Zur etwa gleichen Zeit müssten auch unsere Fächerkartoffeln fertig sein, die wir nun entnehmen und den Backofen abschalten.
44 - Fächerkartoffeln fertig

Nun können wir unser Gericht sofort servieren und genießen.
45 - Serviert

Sehr lecker wie ich feststellen durfte. Nicht nur dass der Szegediner Gulasch mit seinem gut durchgekochten Sauerkraut, den zarten Fleischwürfeln und der gut abgestimmten Würzung mehr als gelungen zu bezeichnen war – nein – auch die Fächerkartoffeln erwiesen sich als überaus passende Sättigungsbeilage zu Gerichten wieder Art. Dabei gaben ihnen die kleinen, eingelegten Knoblauchscheibchen ein angenehmes, aber nicht allzu kräftiges Knoblaucharoma. Der kleine Mehraufwand hatte sich hier auf jeden Fall gelohnt wie ich fand. Nur mit dem Salz hätte ich an den Kartoffeln etwas großzügiger sein können, aber das liess sich mit Hilfe eines Salzstreuers schnell und unkompliziert beheben.

46 - CloseUp

Von den Kalorienwerten erwies sich der Szegediner Gulasch mit einem Gesamtwert von c. 1700kcal pro Pfanne, also ca. 567kcal pro Portion auch als angenehm leicht – hier zeichnete es sich aus dass ich Saure Sahne mit nur 11% Fett und mageres Schweinefleisch verwendet hatte. So eine Fächerkartoffel mit Kräuterbutter macht diese Ersparnis aber schnell wieder wett. Eine dieser Kartoffeln hat laut meiner Berechnung fertig gebacken ca. 180kcal, das macht bei drei Kartoffeln noch mal 540kcal dazu. Das war mir der Genuss aber alle Male Wert. Ich hoffe mit diesem Rezept dem einen oder anderen eine Anregung gegeben zu haben und wer nicht so viel Aufwand betreiben will dem sei gesagt: Normale Salzkartoffeln tun es hier natürlich auch 😉

In diesem Sinne: Guten Appetit

Szegediner Rindergulasch mit Salzkartoffeln [14.07.2011]

Thursday, July 14th, 2011

Einen Moment lang liebäugelte ich mit den Asia-Thai-Gerichten bei denen heute Gebratenes Curry-Gemüse nach Thai-Art und Gaeng Dang Nua – Gebratenes Rindfleisch mit frischem Paprika, Zucchini und Bambussprossen und scharfem rotem Curry auf der Karte standen. Aber auch das Kartoffelgeröstel mit Lauch und Schafskäse bei Vitality (welches ich hier und hier bereits verköstigt hatte) und Kartoffelgeröstel Tiroler Art mit Rindfleisch als heutiges Sonderangebot reizten mich durchaus und selbst das Putensteak Hawaii mit Curryreis bei Globetrotter (das ich hier bereits versucht hatte) klang ganz gut. Dann aber entdeckte ich den traditionell-regionalen Szegediner Rindergulasch mit Salzkartoffeln, der zwar mit Sicherheit nicht das kalorientechnisch optimalste Gericht darstellte, mich aber heute am meisten reizte. Etwas ähnliches hatte ich hier schon mal versucht. Also entschied ich mich für dieses Gericht und kombinierte es mit einem kleinen Becherchen Caramel-Mousse von der Dessert-Theke zu meinem heutigen Mittagessen.

Szegediner Rindergulasch / Beef Gulyás à la Szeged

Ich hatte lange – über ein Jahr – keinen Szegediner Gulasch, also eine Zubereitung mit Sauerkraut und Sauerrahm, mehr probiert. Und mit der heutigen Entscheidung für dieses Gericht hatte ich eine gute Wahl getroffen. Fettfreie, gut durchgeschmorte Rindfleischwürfel in einer würzigen Sauce, getoppt von einer Portion Sauerkraut und kombiniert mit einigen kleinen Salzkartoffeln ein wirklich sehr leckeres Mittagsgericht. Normalerweise kenne ich es zwar so dass das Sauerkraut mit dem Gulasch und der Sauce vermischt ist, aber geschmacklich machte es meiner Meinung keinen Unterschied – man konnte beide Komponenten ja auch nachträglich mischen. Einziger kleiner Wermutstropfen war es, dass zwei oder drei der Kartoffeln wohl etwas länger hätten gekocht werden können, denn sie waren innen noch etwas härter als gewünscht – wenn auch nicht mehr roh. Sie waren aber absolut essbar, daher hier nur kleine Abzüge. Das lufitg-lockere Mousse entschädigte mich aber allemal dafür.
Auf der allgemeinen Beliebtheitsskala sah es heute mal wieder sehr durchwachsen aus. Ich würde den Asia-Gerichten aber mit knappen Vorsprung vor dem Putensteak Hawaii den ersten Platz zubilligen. Auf Platz drei folgte der Szegediner Gulasch und schließlich das Kartoffelgeröstl, wobei ich hier keine genaue Platzierung aufgrund meiner Beobachtungen abgeben kann, aber nach meiner Erfahrung die Tiroler knapp vor der vegetarischen Variante einordnen würde.

Mein Abschlußurteil:
Szegediner Gulasch: ++
Sauerkraut: ++
Salzkartoffeln: +
Caramel-Mousse: ++

Szegediener Rindergulasch [11.02.2010]

Thursday, February 11th, 2010

Am heutigen Donnerstag bot man wieder eine interessante Auswahl an Speisen an. In der Asia-Ecke lockten u.a. “Asiagemüse gebraten mit Ernußsauce nach Peking Art” oder “Gaeng Phet Gai – Hühnerfleisch gebraten mit Gemüse und Kokosmilchsauce“, bei den regulären Gerichten gab es zum einen bei Vitality eine Portion “Tortelloni al pesto basillico“, in der Sektion der traditionell-regionalen Gerichte “Schweinekrustenbraten mit Dunkelbiersoße und Semmelknödel” und bei den Globetrotter-Gerichten schließlich noch “Szegediener Rindergulasch mit Salzkartoffeln“. Mit dem Schweinekrustenbraten hatte ich ja nicht so gute Erfahrungen gemacht und auf Tortelloni hatte ich keinen Appetit, also wählte ich heute einmal den Szegediener Gulasch, der außer mit Salzkartoffeln aus noch mit einem Klacks Sour Cream und etwas Sauerkraut kam. Das ganze wertete ich dann noch mit einem Dessert aus Erdbeerpudding auf, welches man dieses mal in einem etwas ungewöhnlichen Schälchen anbot. Normalerweise gibt es hier ja nur die kleinen Becherchen.

Szegediener Rindergulasch

Und ich war mit meiner Wahl heute wirklich sehr zufrieden muss ich zugeben. Der würzige Rindergulasch war mit reichlich Rindfleischstücken versehen und mundete vorzüglich. Auch an Kartoffeln gab es nichts auszusetzen und das Sauerkraut passte vorzüglich zu dem Gericht – einzig hätte man hier gerne etwas mehr davon auf den Teller tun können. Sour Cream auf dem Gulasch kannte ich so zwar noch nicht, aber auch das passte geschmacklich wie ich fand sehr gut in die Gesamtkomposition.
Das Dessert schließlich war zwar ziemlich süß, vor allem durch die zusätzlich oben auf gegebene Erdbeermarmelade, schmeckte aber auch sehr gut. Von der Menge her gab es sich aber nichts im Vergleich zu den sonst üblichen kleinen Becherchen.
In der Beliebtheit schließlich lag der Krustenbraten wie mir schien knapp vor dem Gulasch, gefolgt von den Asia-Gerichten und dann den Tortelloni. Vielleicht sollte ich den Braten bei Gelegenheit mal eine zweite Chance geben, wenn er so viel Zuspruch findet kann er ja eigentlich gar nicht soooo schlecht sein.

Mein Abschlußurteil:
Szegediener Gulasch: ++
Salzkartoffeln: ++
Sauerkraut: ++
Erdbeerpudding: ++