Oktoberfest 2012 – und die Befüllung der Maß

Besser spät als nie, dachte ich mir – daher kommt der diesjährige Beitrag etwas später.
Natürlich war ich auch dieses Jahr wieder beim Oktoberfest gewesen, als Wahlmünchner darf man sich eine solche Veranstaltung natürlich nicht entgehen lassen – auch wenn sich im nunmehr vierten Jahr die ich diese Veranstaltung besuche langsam eine Gewöhnung und Ernüchterung (wenn auch nicht im wortwörtlichen Sinne!) einstellt. Aber soweit dass ich zum Totalverweigerer werde bin ich noch lange nicht – dazu macht es dann doch einfach zu viel Spaß mit den richtigen Leuten durch die Zelte zu ziehen. ­čśë

Oktoberfest 2012

Für die Anreise zur Theresienwiese eignen sich natürlich am besten die hiesigen öffentliche Verkehrsmittel, bevorzugt die U-Bahnen der Linie U4 oder U5, die beide eine direkte Haltestelle unterhalb des Festplatzes verfügen. Natürlich sind die Bahnen gut gefüllt, umfallen kann man spätestens ab der Haltestelle Hauptbahnhof nicht mehr, aber es ist wenn man das eine oder andere Maß genießen möchte die unkomplizierteste Möglichkeit. Zumal die Zahl der Parkplätze rund um die Theresienwiese stark eingeschränkt ist und der Bavariaring rund um den Festplatz für den Verkehr gesperrt ist.

U-Bahnhof Theresienwiese

Gleich zu Beginn sei erwähnt, dass ich den Fahrgeschäften dieses Jahr wenig Beachtung geschenkt habe – die paar Male dass ich die Festwiese dieses Jahr besucht habe, hat sich mein Aufenthalt ausschließlich auf die Zeltstraße beschränkt. Daher gibt es dieses Jahr nur ein paar Fotos von diesem Abschnitt der Wiesn – einzig erwähnen möchte ich, dass man das Riesenrad im Jahr 2012 von der Zeltstraßen-Seite weg auf die andere Seite hat umziehen lassen – eine Entscheidung die ich sehr bedaure da man so keine schönen Aufnahmen eben dieser Zeltstraße aus diesem Fahrgeschäft hat machen können. Aber dies nur am Rande erwähnt.

Rocket
Rocket

Riesenrad
Riesenrad

Natürlich sollte man bevor man zur Maß greift erst mal eine Kleinigkeit essen. Dieses Jahr entschieden wir uns spontan dazu, mal Burtschers Bratwursthütt’n auszuprobieren, wo man die übliche Palette an Bratwürsten, Steaks, Fleischpflanzerl und ähnlichen Schlemmereien erhalten konnte.

Burtschers Bratwursthütt'n

Nach einigem Abwägen entschied ich mich für eine Weißwurst-Bratwurst im Brötchen, die ich mit etwas Ketchup garnierte. Normalerweise sollte man die Weißwurst der bayrischen Tradition nach ja eigentlich vor Mittag “zuzeln”, aber auch gebraten und im knusprigen Brötchen am frühen Abend verzehrt erwies sie sich als gute schlechte Wahl. Aber Fastfood bleibt natürlich Fastfood… ­čśë

Weißwurst im Brötchen

Zu einem Besuch auf dem Oktoberfest gehört natürlich auch der besuch in den Bierzelten, von denen es ja einige auf den Wiesn gibt. Das größte Problem ist dabei nur, einen Sitzplatz zu finden, der erst einmal als Grundlage dient dass man Getränke oder Speisen bestellen kann.

Hippodrom Augustiner Festzelt
Links: Hippodrom – Rechts: Augustiner Festzelt

Am Wochenende kann man das in der Regel komplett vergessen – ich selbst habe auf Besuche an den Freitagen oder Samstagen komplett verzichtet, aber ein Kollege berichtete mir davon dass um 11:00 Uhr Vormittags die meisten Zelte bereits wegen Überfüllung geschlossen waren – und in den Biergärten rund um die Zelte sah es logischerweise auch nicht viel besser aus. Also waren unsere Besuche immer auf verschiedene Wochentage gelegt – und glücklicherweise fanden wir, wenn auch nach einigen Suchen, zumindest in den Biergärten jedes Mal genügend freie Plätze.

Paulaner Festzelt Löwenbräu
Links: Paulaner Festzelt – Rechts: Löwenbräu Festzelt

Schnell war auch dann immer eine der Servicekräfte zur Stelle, um unsere Bestellungen aufzunehmen und uns in wenigen Minuten mit der einen oder andere Maß zu versorgen. Jedoch ließ der Füllstand der Krüge bis auf seltene Ausnahmen sehr zu wünschen übrig – hier einige Beispiel:

Maß - Hofbräu Festzelt Maß - Käfer Festzelt
Links: Maß im Biergarten des Hofbräu Festzelt – Rechts: Maß im Biergarten des Käfer Festzelts

Maß - Löwenbrau Festzelt Maß - Paulaner Festzelt
Links: Maß im Löwenbräu Festzelt – Rechts: Maß im Paulaner Festzelt

Und auch wenn der Schaum sich gesetzt hat, was die meisten Gäste aber wohl kaum abwarten, ist die Füllmenge immer noch deutlich unter dem Eichstrich. Aber auf Diskussionen über die Füllstände ließen sich die Bedienungen auch gar nicht erst ein – dennoch gab man der Bedienung, auch wenn die Preise eigentlich “nur” zwischen 9,50 und 9,80 Euro pro Maß lagen, immer gleich einen Zehner mit dem Kommentar “Stimmt so.” Aber so ist eben das Oktoberfest und spätestens nach dem zweiten Maß ist es den Meisten glaube ich sowieso egal. ­čśë
Mit etwas Glück kann man übrigens auch innerhalb der Zelte einen Platz ergattern. Besonders kleinere Gruppen haben zum einen die Möglichkeit in den öffentlichen Bereichen ein paar freie Plätze zu finden oder sich, später am Abend in die gemieteten Boxen herein zu schmuggeln, wenn die ersten Gäste der häufig bereits seit dem Nachmittag dort feiernden bereits nach Hause gegangen sind. Aber da gehört dann schon ein bisschen Dreistigkeit dazu, gerade weil häufig Männer der Security an den Aufgängen wacht und die zahlenden Gäste ein farbiges Armband tragen. Ist man aber erst einmal drin und hat einen Platz gefunden, wird man erfahrungsgemäß selten wieder vertrieben.

Im Pschorr Festzelt
Im Pschorr Festzelt

Im Paulaner Festzelt
Im Paulaner Festzelt

In der Summe kann ich auch dieses Jahr wieder sagen, dass der Besuch, solange man nicht unter Klaustrophobie leidet oder eine Abneigung gegen riesige Menschenmassen hat, auf jeden Fall lohnt. Auch wenn man nichts trinken möchte, lohnt es sich schon alleine um die Atmosphäre mal erlebt zu haben und gegebenenfalls ein wenig in sie einzutauchen. Nur an der vorschriftsgemäßen Füllung der Getränke muss man eindeutig noch arbeiten… ­čśë

Westpark über Theresienwiese bis Orleansplatz – Photowalk 03.08.2012

Auch an diesem Freitag wollte ich meine Erkundungen von München fortsetzen und entschied mich nach einem kurzen Blick auf die Karte dazu, mir mal den Westpark anzusehen.

Die Strecke
[sgpx gpx=”http://blog.subnetmask.de/tracks/2012-08-03-Westpark-photowalk.gpx”]
Streckenlänge: 12,2km
Dauer: ca. 2 3/4 Stunden

Als Startpunkt wählte ich dieses mal den U-Bahnhof Holzapfelkreuth an der Fürstenrieder Straße an der Grenze zwischen den Münchner Stadtteilen Sendling-Westpark und Hadern.

Holzapfelkreuth
Am U-Bahnhof Holzapfelkreuth

Von hier aus bewegte ich mich ein Stück Richtung Norden und bog dann in die Andreas-Vöst-Straße ein, die mich schließlich zum südwestlichen Ende des Westparks führte.

Westpark - Schild
Schild Westpark

Der Münchner Westpark wurde hier anlässlich der Internationalen Gartenbauausstellung im Jahr 1983 hier angelegt und seit Ende der Veranstaltung für jedermann frei zugänglich. Das Gelände mit seinen 69 Hektar Gesamtfläche hat seine größte Ausdehnung von 2,4km in der Ost-West-Achse.

Das erste Objekt was ich nun sah nachdem ich einen Stück in den Park hinein gegangen war, war das sogenannte Theatron, eine stufenförmige Vertiefung mit einigen schattenspendenden Bäumen am Rande.

Theatron - Westpark
Theatron – Westpark

Wie der Name schon aussagt ist die kleine, wie ein Amphitheater angelegte Anlage für Veranstaltungen aller Art gedacht und scheint auch tatsächlich dafür genutzt zu werden. Eine kurze Google-Suche zeigte, dass sie tatsächlich für Events genutzt wird. Aktuell war jedoch nichts los hier, also zog ich weiter.

Etwas nördlich des Theatron war ein kleiner Garten angelegt, der laut Karte wohl primär den Iris- & Liliengewächsen gewidmet sein soll. Trotz Hochsommer im August wirkte er aber etwas verwildert als ich mich durch die kleine Anlage bewegte. Trotzdem ganz hübsch, auch wenn natürlich nicht mit dem gepflegten Botanischen Garten in Nymphenburg vergleichbar ist.

Gartenanlagen - Westpark

Gartenanlagen - Westpark Gartenanlagen - Westpark
Gartenanlagen im Westpark

Vorbei an einigen Sitzecken und weiteren Bepflanzungen, an deren Rändern sich einige Gänse tummelten

Sitzecke - Westpark

erreichte ich schließlich den Rand des westlichen Sees, der mit seinem grünlichen, brackig wirkenden Wasser zwar nicht gerade zum Schwimmen einlud, aber das Landschaftsbild dennoch auflockerte.

Am westlichen See - Westpark
Am westlichen See – Westpark

Von hier aus wollte ich den See über die nördliche Route passieren, da ich wusste dass dort wohl eine Art Seebühne sein soll. Also wandte ich mich in diese Richtung. Vorbei an im Kunsstil der frühen 1980er Jahre gestalteten Pflanztöpfen

Pflanztöpfe - Westpark
Pflanztöpfe – Westpark

und dem Restaurant Rosengarten an ebendiesem Rosengarten des Westparks

Restaurant Rosengarten - Westpark
Restaurant Rosengarten – Westpark

bewegte ich mich schließlich über einen leicht ansteigenden Weg weiter in Richtung Norden und passierte bald die durch Graffiti verunstaltete Skulptur Terrasse des französischen Künstlers Jean Clareboudt (1944-1997).

Skulptur "Terasse" von Jean Clareboudt - Westpark
Terasse von Jean Clareboudt

An die wie ein Amphitheater angelgte Seebühne mit ihren 1200 Sitzplätzen kam ich dann leider aber nicht heran, da hier aktuell mit der Veranstaltung Kino, Mond und Sterne ein Freiluftkino geboten wird und ich hätte Eintritt bezahlen müssen. Also wandte ich mich weiter in Richtung Süden und erreichte bald schon asiatischen Bereich des ehemaligen Gartenbau-Ausstellung von 1983, wo mit als erstes natürlich die Thai-Sala (Sala = offener Pavillion) mit ihrer Budda-Statue ins Auge fiel.

Thai-Sala - Westpark

Budda in der Thai-Sala - Westpark
Thai-Sala & Budda

Direkt gegenüber befindet sich die Nepal-Pagode, von den ich allerdings nur eine etwas unscharfe Aufnahme habe, die ich aber dennoch dem Leser nicht vorenthalten will.


Nepal-Pagode – Westpark

Etwas südöstlich davon befindet sich schließlich der ummauerte Chinesische Garten mit seinen für die dortige Architektur typischen, geschwungenen Dächern auf den Maueranlagen und den darin befindlichen Pavillons.

Chinesischer Garten - Westpark

Chinesischer Garten - Westpark
Chinesischer Garten – Westpark

Westlich, direkt am See gelegen, gibt es außerdem noch einen japanischen Garten mit dem für diesen Kulturkreis typischen Steingarten-Bepflanzungen, einem See, darin gelegenen Laternen und einer kleinen Holzplattform mitten im See.

Japanischer Garten - Westpark
Japanischer Garten

Neben dem Japanischen Garten konnte ich dann auch endlich einen, wenn auch entfernten, Blick auf die Seebühne werfen. Bei dem weißen Rahmen im Wasser vor der Seebühne handelt es sich übrigens um das Kunstwerk Wasserwand des Bidhauers Alf Lechner und soll die Diagonale eines Würfels darstellen, der sich aus dem Wasserfall und seiner Spiegelung im See ergibt.

Seebühne - Westpark
Seebühne – Westpark

Auf der großen Wiese südwestlich des Sees konnte ich des weiteren eine größere Menschenmenge beobachten, die sich mit körperlichen Ertüchtigung beschäftigte. Wie ich durch die Recherche im Rahmen dieses Beitrags erfuhr, handelt es sich dabei wohl um kostenlose, im Sommer täglich angebotene Gymnastik-Übungen unter fachlicher Anleitung handelt. Ein wirklich begrüßenswertes Angebot, das ich leider nicht nutzen konnte da ich dummerweise meinen Trainingsanzug und meine Iso-Matte vergessen hatte. ­čśë

Übungen - Westpark
Gymnastik-Übungen im Westpark

Vorbei an größeren Gruppen von Gänsen, die sich auf den Wiesen und unter den Bäumen tummelten

Gänse - Westpark
Gänse im Westpark

erreichte ich schließlich das Bayerwaldhaus, ein historisches Bauernhaus von 1747 aus dem Bayerischen Wald, das anlässlich der Gartenbauausstellung aus dem Museumsdorf in Tittling in den Westpark gebracht worden war und hier verblieben ist. Hier gibt es neben einem traditionellem Garten vor dem Haus auch im Inneren veranstaltete monatliche Volksmusik-Veranstaltungen des bayrischen Volksmusikarchives zum Mitsingen.

Bayerwaldhaus - Westpark

Bayernwaldhaus - Westpark
Bayerwaldhaus – Westpark

Kurz darauf erreichte kam ich an die Brücke über die Garmischer Straße, einem Teil des Mittleren Rings, der den Westpark in einen westlichen und einen östlichen Bereich zerteilt. Am Eingang zu der Brücke steht ein großer, mit Kletterpflanzen bewachsener Stahlgitter-Bogen, der wie ich erst hinterher feststellte ebenfalls eines von drei zusammengehörenden Kunstwerken des Münchner Künstlers Johannes Leismüller mit der Bezeichnung Raumbögen ist. Die beiden anderen Bögen auf der anderen Brückenseite habe ich daher wohl leider übersehen.

"Raumbögen" von Johannes Leismüller - Brücke zum östlichen Westpark
Skulptur Raumbögen – Brücke zum östlichen Westpark

Von der Brücke kann man schließlich auf den Mittleren Ring an der Garmischer Straße Blicken, der hier aktuell Baustelle ist. Im Norden kann man des weiteren den Olympiaturm im Olympiapark erkennen.

Garmischer Straße - Südteil Garmischer Straße - Nordteil
Garmischer Straße – Links: Südteil – Rechts: Nordteil mit Olympiaturm

Kurz hinter der Brücke fiel mein Blick auf einen auf einer Wiese aufgestellten Ring auf einer ca 3 Meter hohen Stange. Zuerst dachte ich es handelt sich hierbei um ein weiteres Werk der Kunst im öffentlichen Raum – bei näherer Betrachtung stellte sich jedoch dabei heraus dass es wohl um ein Gerät für Ballspiele handelt.

Ballring - Westpark
Ballring

Durch eine mit zahlreichen schattenspendenden Bäumen bewachsene Parklandschaft wandte ich mich nun weiter in Richtung Osten

Schattenwurf - Westpark
Schattenwurf – Westpark

und erreichte schließlich die ersten Ausläufer des östlichen Sees.

Baden verboten - Westpark
Baden verboten – Westpark (Ost)

Ein Stück weiter konnte ich schließlich eine kleine Halbinsel entdecken, die mit zahlreichen Tischen und Stühlen bestellt war. Wie sich wenig später herausstellte handelte es sich hierbei um das See-Caf├ę, in dem jedoch, wohl aufgrund des eher durchwachsenen Wetters, nur einige wenige Gäste saßen.

Am östlichen See - Westpark
Am östlichen See

See-Caf├ę - Westpark
See-Caf├ę – Westpark

Vorbei an einem kleinen Wasserfall

Wasserfall - Westpark
Wasserfall – Westpark

erreichte ich schließlich den Mollsee. In diesem Teil standen früher wohl die Ausstellungshallen der IGA 1983. Im Jahr 1992 wurde hier durch den Bauunternehmer Leonhard Moll (daher auch Mollsee) die Wohnanlage Hansapark sowie eine Erweiterung des Westparks durchgeführt. Das wäre mir, hätte ich es nicht gelesen, gar nicht aufgefallen, da sich die hier befindlichen Anlagen wunderbar in den Park einfügten.

Gartenrondell - Westpark

Gartenrondell - Westpark
Gartenrondell im östlichen Westpark

Ich passierte nun mit dem Werk Die Arche des Künstlers Steffen Schuster, das 15 Tierfiguren in einem stilisierten Schiffskörper darstellt, aber aktuell beschädigt ist, da im unteren rechten Teil eine Nashorn-Figur fehlt.

Die Arche - Steffen Schuster - Westpark
Die Arche von Steffen Schuster

Das nächste Kunstwerk, eine kugelartige Skulptur aus verchromten Stahlrohren, konnte ich leider keinem Künstler zuordnen, aber das soll mich nicht daran hindern sie hier kurz zu zeigen.

Skulptur - Westpark
Skulptur – Westpark (Ost)

Nördlich passierte ich schließlich die Wohnanlage Hansapark

Wohnen am Westpark
Wohnen am Westpark

und verließ den Park schließlich durch eine kleine Passage am Leonhard-Moll-Bogen.

Leonhard-Moll-Bogen
Passage am Leonhard-Moll-Bogen

Wenig später erreichte ich den Mittleren Ring wieder an der Garmischer Straße und folgte ihm bis zum Heimaranplatz, wo auch das Sharaton München Westpark zu finden ist.

Sheraton München Westpark
Sharaton München Westpark

Eigentlich hatte ich überlegt, hier wieder in die U-Bahn mit den Linien U4 und U5 verkehren, doch ich entschloss mich noch weiter zu gehen und bog in die Heimaranstraße ab, über die ich schließlich die Ganghofer Straße am Georg-Freundorfer-Platz erreichte.

Ganghoferstraße am Georg-Freundorfer-Platz
Ganghoferstraße am Georg-Freundorfer-Platz

Wo ich schon mal hier war, konnte ich mir auch gleich mal den nahen Bavariapark ansehen. Also wandte ich mich ein Stück die Ganghofer Straße entlang und erreichte über die kurze Ben-Chorin-Straße schließlich den eher kleinen Bavariapark, an dessem Rand mich einige Skulpturen eben dieser stilisierten Symbolfigur und weltlichen Patronin von Bayern begrüßten.

Plastik am Bavariapark

Plastik am Bavariapark
Figuren am und im Bavariapark

Viel gab es hier sonst aber nicht zu sehen, also durchquerte ich den kleinen Park im nördlichen Bereich

Im Bavariapark
Im Bavariapark

und erreichte wenig später das Verkehrszentrum des Deutschen Museums, eine Außenstelle des auf der Museumsinsel befindlichen Hauptmuseums in dem man alles zum Thema Mobiliät und Verkehr bestaunen kann.

Deutsches Museum - Verkehrszentrum
Verkehrszentrum Deutsches Museum

Hier findet sich auch die Sweet Brown Snail, ein Kunstwerk das der inzwischen verstorbene amerikanische Künstler Jason Rhoades in Zusammenarbeit mit seinem Landsmann und Performancekünstler Paul McCarthy hier aufgestellt hat. Die 29fache Vergrößerung einer Schnecke aus bemalten Fiberglas gilt als ironisches Zeichen im Zeitalter der stetigen Beschleunigung gegenüber des Verkehrszentrums.

Schneckenplastik
Sweet Brown Snail

Und natürlich darf auch hier am Bavariapark der übliche Biergarten mit seinem Maibaum nicht fehlen.

Biergarten am Verkehrszentrum Deutsches Museum
Biergarten am Bavariapark / Verkehrszentrum

Ich passierte eine Kongresshalle

Kongresshalle
Kongresshalle Theresienhöhe

und einige im freien aufgestellte Elektroloks, die Besucher wohl auf das dahinter liegende Verkehrszentrum des Deutschen Museums hinweisen sollen,

Elektrolok
Elektroloks – Theresienhöhe

und erreichte schließlich die große Bavaria-Statue vor der Ruhmeshalle an der Theresienwiese, über die ich ja schon mehrfach im Rahmen meiner Berichte von den Oktoberfesten der letzten Jahre geschrieben habe.

Bavariastatue

Bavariastatue
Bavariastatue – Theresienwiese

Eigentlich war es mein Plan gewesen, nun quer über die Theresienwiese zu gehen. Doch da bereits jetzt, Anfang August, die Aufbauarbeiten für die Festzelte des kommenden Oktoberfests in vollem Gange waren und das Gelände mit Bauzäunen abgesperrt war, musste ich einen kleinen Umweg nehmen. Gut, wenn man es drauf angelegt hätte wäre man vielleicht auch auf das Gelände gekommen – aber man muss ja keinen Ärger herausfordern falls sich dort irgendwo Sicherheitsleute rumtrieben.

Aufbauarbeiten Theresienwiese

Aufbauarbeiten Theresienwiese
Aufbauarbeiten Theresienwiese

Also ging ich ein Stück nach Norden und passierte der dortige Hacker Pschorr Brauhaus

Der Pschorr an der Theresienwiese
Hacker Pschorr Brauhaus an der Theresienwiese

und der von 1892 und 1906 im neugotischen Stil errichteten, katholischen St. Paul Pfarrkirche, die mit ihrem 47 Meter hohen Glockenturm übrigens die zweithöchste Kirch in München ist, gleich nach dem Liebfrauendom (im Volksmund meist Frauenkirche genannt) nahe des Marienplatz, dessen beiden Türme über 48 Meter hoch sind.

St. Paul Pfarrkirche
St. Paul

Von dieser Seite sah die Theresienwiese übrigens recht offen aus, aber ich denke mal dass es dennoch besser war nicht über eine Baustelle zu laufen.

Theresienwiese
Theresienwiese Ostseite und Aufbauarbeiten

Wenig später bog ich in die Pettenkofer Straße ab, die mich weiter in Richtung Osten führen sollte.

Pettenkoferstraße, Ecke Paul-Heyse-Straße
Pettenkoferstraße, Ecke Paul-Heyse-Straße

Ein Stück weiter in dieser Straße liegt übrigens auch die Medizinische Klink und Poliklinik IV, die auf die 1820 von Franz Reisinger gegründete Poliklinik an diesem Standort zurückzuführen ist. Die Pettenkoferstraße wird hier zur künstlichen Sackgasse, wahrscheinlich um die Patienten nicht durch den Durchgangsverkehr zu stören.

Poliklinik IV - Isarvorstadt
Poliklinik

Und auch das letzte Stück der Petenkoferstraße ist wieder eine Sackgasse – zumindest für den Fahrzeugverkehr. Fußgänger wie ich können unter dem vor Kopf liegenden Gebäude zum Sendlinger-Tor-Platz durchgehen.

Pettenkoferstraße, Durchgang zum Sendlinger-Tor-Platz
Pettenkoferstraße, Durchgang zum Sendlinger-Tor-Platz

So kam ich schließlich auf den Sendlinger-Tor-Platz mit dem 1972 von Heiner Schumann (dem Bildhauer, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fußballspieler und Trainer) errichteten Brunnen. Mit 18,60 Metern Durchmesser und einer Gesamtfläche von 320 Quadratmetern ist dieser Brunnen mit seinen 3,50 Meter hoch strahlenden Fontainen eine der größten Brunnenanlagen hier in Müchen.

Sendlinger-Tor-Platz
Brunnen am Sendlinger-Tor-Platz

Nachdem ich die hier verlaufende, mehrspurige Sonnenstraße überquert hatte, erreichte ich schließlich das eigentliche Sendlinger Tor, das südlichste der fünf erhaltenen Stadttore Münchens. Insgesamt hat es wohl mal 21 Stadttore gegeben, aber neben dem Sendlinger Tor sind nur noch das Isartor, das Maxtor, das Karlstor und das Talburgtor erhalten geblieben.

Sendlinger Tor
Sendlinger Tor – München

Außerdem befinden sich hier das 1913 von Carl Gabriel eröffnete Filmtheater Sendlinger Tor, das wohl zu den ältesten noch in Betrieb befindliche Lichtspielhäusern in München zählt und natürlich über einen kleinen Biergarten direkt vor dem Theater verfügt.

Sendlinger Tor Filmtheater
Filmtheater Sendlinger Tor

Ich folgte nun ein Stück der Sendlinger Straße, die vom Sendlinger Tor bis kurz vor den Marienplatz führt. Doch wie ich hier schon bemerkte, bewegte ich mich mal wieder in typischen Touristengebiet, wo angetrunkene, meist englischsprachige Jugendliche und junge Erwachsene in schlecht sitzenden Lederhosen versuchten, das Oktoberfest bereits jetzt zu feiern. Daher bog ich kurz vor der St.-Nepomuk-Kirche in die Schmidstraße ab. Die St.-Nepomuk-Kirche wird im Volksmund übrigens meist als Asamkirche bezeichnet, benannt nach den Brüdern Asam, zwei Bildhauern, Stuckateuren, Malern und Architekten die hier eines der bedeutendsten Werke des süddeutschen Spätbarocks geschaffen haben.

Asamkirche - Sendlinger Straße
St.-Nepomuk-Kirche (Asamkirche)

Als ich die Straße Oberanger erreichte, weckte ein gläsernes Konstrukt mein Interesse. Wie sich herausstellte handelt es sich dabei um das erst letztes Jahre am 30. Mai 2011 an die Öffentlichkeit übergebene und begehbare Kurt-Eisner-Denkmal der Künstlerin Rotraut Fischer, an dessen Stirnseite Eisners Ausspruch “Jedes Menschenleben soll heilig sein” aufgedruckt ist. Der 1867 in Berlin geborene Kurt Eisner war ein sozialistischer deutscher Politiker und erster Ministerpräsident des von ihm nach der deutschen Novemberrevolution ausgerufenen Freistaats Bayern. Er wurde am 21. Februar 1919 von Anton Graf von Arco auf Valley der dem völkisch-nationalen Umfeld der Thule-Gesellschaft nahe stand auf der Promenadenstraße (heute Kardinal-Faulhaber-Straße) erschossen.

"Jedes Menschen leben soll heilig sein"
Kurt-Eisner-Denkmal – Oberanger

Nun überquerte ich den Oberanger und erreichte über die Klosterhofstraße den St.-Jakobs-Platz, wo sich unter anderem das im März 2007 eröffnete Jüdische Museum und Gemeindezentrum von München befindet.

Jüdisches Museum - St.-Jakobs-Platz

Direkt daneben wurde im Jahr 2006 bereits die neue Hauptsynagoge von München errichtete, ein kubistischer, moderner Bau der ebenso wie das Jüdische Museum vom Architekturbüro Wandel, Hoefer und Lorch aus Saarbrücken entworfen wurde, einem Architektenteam das bereits die neue Synagoge in Dresden entworfen hatte.

Jüdische Hauptsynagoge München - St.-Jakobs-Platz

Jüdische Hauptsynagoge München - St.-Jakobs-Platz
Neue Hauptsynagoge – St.-Jakob-Platz

Vorbei an der Schrannenhalle erreichte ich wenig später den Viktualienmarkt

Auf dem Viktualienmark
Maibaum am Viktualienmarkt

und zog dann weiter zum Isartor. Es war inzwischen schon Viertel vor Neun und die wochenendliche Sperrung der S-Bahn Stammstrecke war bereits in Kraft getreten, daher konnte ich hier nicht einfach in die S-Bahn einsteigen und weiter fahren. Zwar gab es Ersatzverkehr mit Bussen, doch ich entschloss mich weiter zu Fuß zu gehen.

Am Isartor
Am Isartor

Über die Zweibrückenstraße erreichte ich schließlich die die Ludwigsbrücke, die ich überquerte und bis zum Gassteig weiter ging

Gasteig
Gassteig München

um dort in die Rosenheimer Straße einzubiegen und ihr bis zum Rosenheimer Platz zu folgen.

Rio Filmpalast
Rio-Palast am Rosenheimer Platz

Weiter gings in die Weißenburger Straße, wo ich über den Weißenburger und den Pariser Platz den Orleansplatz erreichen wollte, mein heutiges Ziel. Am Weißenburger Platz machte ich ein letztes Bild für heute von dem dort illuminierten Glaspalastbrunnen, über den ich mich hier ja schon mal ausgelassen habe.

Weißenburger Platz
Illuminierter Glaspalastbrunnen – Weißenburger Platz

Inzwischen war es auch zu dunkel, um ohne Stativ gute Aufnahmen machen zu können. Also durchquerte ich wie schon so häufig zuvor das Franzosenviertel um vom Ostbahnhof aus, von wo aus wieder S-Bahnen fuhren den Heimweg anzutreten. Mit 12,2km kein neuer Rekord, aber dennoch ein wirklich interessanter Photowalk, der mir wieder neue Teile von München gezeigt hat. Mal schauen wo es mich das nächste Mal hin verschlägt…

Oktoberfest 2011 – ein Rundgang

Heute geht es wieder mal zu Ende: Das wohl größte und internationalste Trinkgelage der Welt, das Oktoberfest in München. Natürlich war ich wieder mehr als ein Mal dort gewesen, doch dieses Jahr möchte ich alles in einem Beitrag zusammenfassen – im dritten Jahr in Folge die ich hier in München arbeite und das Oktoberfest besuche – siehe dazu auch die Berichte vom Oktoberfest 2009 und dem Oktoberfest 2010 (Teil 1 / Teil 2) – stellt sich natürlich eine gewisse Ernüchterung und Gewöhnung ein.

Oktoberfest 2011 - Eingang

Dennoch war das Ganze auch dieses Jahr natürlich wieder einen Besuch wert. Sobald man die Gedenkstehle für den Oktoberfestanschlag von 1980 passiert hat

Gedenkstehle Oktoberfestanschlag

erreicht man auch schon das bunte Treiben auf der Theresienwiese und befindet sich in der berühmten Bierzelt-Straße. Gleich rechts findet sich wie immer das berühmte Hippodrom, das sich ja vor allem durch seine Promi-Dichte auszeichnen soll. Das konnte ich zwar nicht bestätigen, denn ich glaube eher dass die meisten in die kleineren Zelte gehen, doch das Gerücht hält sich stetig.

Hippodrom
Hippodrom Festzelt

Etwas weiter auf der linken Seite finden wir schließlich das Fischer-Vroni-Festzelt, das zwar recht groß ist, aber von seiner Fassade her eher unscheinbar daherkommt verglichen mit den anderen Festzelten. Dabei ist es nur unwesentlich kleiner als diese.

Fischer-Vroni
Fischer-Vroni Zelt – Frontansicht

Fischer-Vroni
Fischer-Vroni-Festzelt

Zwischen den Festzelten finden sich verschiedene Buden mit Süßigkeiten und mehr oder weniger lokalen Snacks. Bei einem Hendelpreis von über 9 Euro ist das eine gute Alternative zum Essen im Zelt – und Bier macht ja bekanntlich hungrig.

Süsse Spezialitäten Wildmoser
Links: Süße Spezialitäten – Rechts Wildmoder Alt-Münchner Entenbraterei

Als nächstes folgt rechte Hand das Armbrustschützenzelt, auf das man sich auch zubewegt wenn man von der U-Bahn Station Theresienwiese in Richtung Bierzeltstraße geht – ein imposantes Gebäude, das sich unter anderem durch seinen Turm links des Eingangs auszeichnet.

Armbustschützenzelt
Armbrustschützenzelt

Direkt vor dem als nächstes folgendem Spatenbräu-Festzelt, hatte man dieses Jahr das große Kettenkarussell Wellenflug hin verlegt. Von den Jahren zuvor kannte ich es eher deutlich weiter hinten direkt an der Ecke beim Riesenrad, doch wahrscheinlich gibt es hier vorne mehr Laufkundschaft als dort hinten. Dennoch schade, denn ich fand die alte Position irgendwie passender.

Wellenflug
Kettenkarussell Wellenflug

Es folgt wie bereits erwähnt links die Spatenbräu Ochsenbraterei mit den beweglichen Figuren die während des gesamten Okotberfests unermüdlich den Plastikochsen über einem künstlichen Feuer drehen. Eindeutig ein Blickfang – keine Frage.

Spatenbräu
Spatenbräu Ochsenbraterei

Auf der rechten Seite folgt nun das wohl bekannteste alles Festzelte auf dem Oktoberfest: Das Hofbräu-Zelt mit seinem Kronen-Logo, das beleuchtet über der Spitze des Festzelts thront.

Hofbräu-Festzelt
Hofbräu-Festzelt

Bis hier waren die Festzelte noch versetzt angeordnet, ab dem Hofbräu-Festzelt liegen sie sich aber nun direkt gegenüber. Links findet sich das Augustiner-Bräu Zelt mit seiner aufwendigen Dekoration und den beiden Edeltstoff-Aufstellern rechts und links des Eingangs.

Augustiner Bräu Festzelt
Augustiner-Bräu Festzelt

Davor fiel noch das Boarisch Dinner ins Auge, das mit einem Portrait Ludwig II. geschmückt war.

Boarisch Dinner

Direkt gegenüber findet sich das Hacker-Pschorr Zelt mit seiner bunten Bemalung mit Münchner Motiven.

Hacker-Pschorr Festzelt
Hacker-Pschott-Zelt

Nun folgen als nächste Zelte der Schottenhamel auf der rechten Seite

Schottenhamel
Schottenhamel

und gegenüber links das Pschorr Brausrosl.

Pschorr-Braurosl-Festzelt

Vorbei am Glöckle-Wirt mit seinem Straßenverkauf

Glöckle-Wirt Glöckle-Wirt
Glöckle-Wirt

erreicht man schließlich mit dem Paulaner-Festzelt rechts und dem Löwenbräu-Festzelt links das Ende der Bierzelt-Straße – die beiden Türme dieser Zelte mehr oder weniger direkt an der Gasse in Richtung Bavaria-Statue bilden sozusagen die Grenze.

Löwenbräu Paulaner-Festzelt
Links: Löwenbräu-Festzelt – Rechts: Paulaner-Festzelt

Löwenbräu-Turm Paulaner-Turm
Links: Löwenbräu-Turm – Rechts: Paulaner-Turm

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt dass neben dem Löwenbräu-Festzelt noch vor der Quergasse Able Spanferkel folgt, eine Fressbude die mich jedes Jahr von neuem mit ihrer Dekoration fasziniert.

Able Spanferkel

Nun ist man am Offiziellen Wiesn-Shop angekommen, einer von vielen Souvenir-Ständen hier auf dem Platz. Auf der Rückseite befindet sich ein Gemälde vom Oktoberfest dass vor allem bei Touristen gerne als Fotomotiv verwendet wird um davor zu posieren.

Offizieller Wiesn-Shop
Offizieller Wiesn-Shop

Rechts geht es zur Bavaria-Statue, die dieses Jahr allerdings nicht so imposant beleuchtet ist wie letztes Jahr

Bavaria

und gerade aus geht es zum berühmten Willenborg Riesenrad, jenes Fahrgeschäft welches ohne Frage als größter Blickfang auf der Theresienwiese dient.

Riesenrad

Ab hier folgen fast nur noch Fahrgeschäfte und Fress- sowie Süßigkeitenbuden, die ich hier nur auszugsweise kurz besprechen möchte – vieles kennt man ja schon vom Vorjahr. Ich sage deswegen “fast” weil direkt neben dem Riesenrad sich die sogenannten “Oide Wiesn”, die “Alten Wiesn” befinden, ein abgetrennter Bereich für den man Eintritt (soweit ich weiß 3 Euro) bezahlen muss und in dem das Oktoberfest aus alten Zeiten sowohl mit zwei Festzelten als auch mit einigen alten Fahrgeschäften dargestellt wird. Wären die Schlangen vor dem Eingang nicht so lange gewesen, hätte ich mir das natürlich angesehen, so aber begnügte ich mich mit einem Sneak-Peak durch den bewachten Zaun kurz bevor ich von dort verjagt wurde.

Eingang - Oide (alte) Wiesen Blick in die historischen Wiesen
Links: Schlangen vor dem Eingang zu den “Oide Wiesn” – Rechts: Blick auf den historischen Festplatz

Zumindest konnte ich hier noch eine schöne seitliche Aufnahme des Riesenrads tätigen.

Riesenrad - Seitenaufnahme

Die Stelle direkt gegenüber des Riesenrades, da wo letztes Jahr noch das Wellenflug Kettenkarussell dominierte hat übrigens wie ich sehen musste eine dieser Kinder-Reitbahnen übernommen, die Abends natürlich schon geschlossen haben. Schade, ich fand dass das Karussell hier besser passte – einziger Vorteil ist es dass man nun einen besseren und ungetrübtere Blick auf das Riesenrad hat.
Biegen wir am Riesenrad links ab, fällt zur rechten Seite das Rocket ins Auge, in dem sich der Gast in raktenförmigen Kabinen hoch durch die Luft schleudern lassen können.

Rocket
Rocket

Gegenüber findet sich das Moto Drome, ein Attraktion die in der einige waghalsige Männer (ob Frauen dabei sind weiß ich nicht) in einer Arena an den Wänden entlang fahren. Etwas ähnliches kennen wir ja schon vom letzten Jahr. Und da Deutschlands größte Motorsport-Show dieses Jahr auch wieder auf der Theresienwiese ist halte ich diese Dopplung einer ähnlichen Attraktion für etwas unpassend. Gerade bei solchen Dingen sollte man sich doch auf ein Geschäft beschränken.

Moto Drome
Moto Drome

Deutschlands grösste Motorsport-Show
Deutschlands grösste Motorsport-Show – weiter vorne beim Spaten-Zelt

Neu erschien mir die aber die Münchner Rutschen, die gleich schräg gegenüber des Moto Dromes zu sehen war: Mehrere lange, nebeneinander liegende Rutschen auf denen man offensichtlich auf einer Matte abwärts rutschen konnte. Zu so später Stunde war hier aber nichts mehr los.

Münchner Rutschen
Münchner Rutschen

Nun bewegt man sich auf Bossle’s Teufelskerle zu, die Stuntshow die ich ja letztes Jahr besucht an genau der gleichen Stelle hatte.

Bossle's Teufelskerle
Bossle’s Teufelskerle

Rechts davon findet sich, auch wie jedes Jahr, die Olympia Looping Achterbahn.

Olympia Looping
Olympia Looping

Neben Bossle’s Teufelskerlen findet sich schließlich ein meiner Erinnerung nach ebenfalls neues Fahrgeschäft, der Höllenblitz – wohl eine Art Indoor-Achterbahn.

Höllenblitz

Links gegenüber findet sich die erste eine ganzen Reihe von Geisterbahnen die dieses Jahr auf dem Oktoberfest vor Ort sind: Der Shocker, über dessen beleuchteten Schriftzug unermüdlich ein mechanisches Skelett hin und her radelt – dieses Fahrgeschäft kannte ich schon aus dem Vorjahr.

Shocker

An der nächsten Quergasse, der Matthias-Pschorr-Straße, gab es weiteren alten Bekannten vom letzten zu sehen: Das High Energy mit seinem kreisenden Überschlag.

High Energy
High Energy

Einige Meter weiter folgt mit dem Fahr zur Hölle eine weitere Geisterbahn, bei der besonders eine animierte Dämonenfigur ins Auge fiel, die sich regelmäßig aus einem gescheckten Ei befreite, sich aufrichtete und dann Feuer spie – sehr sehenswert.

Fahrt zur Hölle
Fahr zur Hölle – Geisterbahn

Wenig später erreichte ich, vorbei an einer Schießbude mit Namen Jäger-Alm

Jäger-Alm

das Fahrgeschäft Parcour, ein modernes Karusell,

Parcour
Parcour

und direkt daneben der große Freefall-Tower, der nach dem Riesenrad wohl zu den höchsten Fahrgeschäften hier zählt. Eine kleinere Variante für Kinder eines solchen Fahrgeschäfts findet sich in der Nähe des U-Bahnhofs Theresienstraße.

Freefall Tower
Freefall-Tower

Außerdem gab es hier eines von mehreren Spaßhäusern mit Spiegelkabinetten, optischen Täuschungen und wackelnden Böden zu sehen – das Lach-Freu-Haus, das sich vor allem durch die große Menge an Seifenblasen auszeichnete die Stoßweise aus der obersten Etage ausgestoßen wurden.

Lach-Freu-Haus

Durch eine Seitengasse mit weiteren Fahrgeschäften wie dem Großen Irrgarten

Der grosse Irrgarten

sowie dem in München etwas exotisch anmutenden Hanseaten-Imbiss

Hanseaten-Imbiss
Hanseaten-Imbiss

Natürlich sahen wir uns auch in den Zelten ein wenig um. Im Hofbräu-Festzelt war jedoch zum Beispiel so gut wie kein Durchkommen

Hofbräu Festzelt
Im Hofbräu-Festzelt

Besser sah es da schon in den Biergärten aus, wo sich hier und da noch ein paar Sitzplätze finden ließen und man auch prompt bedient wurde. Bei Maß-Preisen von 8,80 bis 9,10 Euro jedoch kein billiger Spaß – gerade weil man wenn man auf weitere prompte Bedienung wert legte, am besten gleich 10 Euro inkl. Trinkgeld bei den Thekenkräften ließ.
Mehr Glück hatten wir im Paulaner-Festzelt, wo wir sogar im Zelt freie Plätze bekamen.

Paulaner München
Im Paulaner-Festzelt

Paulaner Festzelt Im Paulaner Festzelt
Feiern im Paulaner-Festzelt

Hier konnten wir bis zum Ausschankschluß um 22:30 Uhr verbleiben, zu dem die Gäste ruhig, aber bestimmt langsam nach draußen bugsiert wurden während man teilweise schon die Bänke auf die Tische legte und begann das Zelt aufzuräumen.

Kehraus im Paulaner-Festzelt
Ausschankschluß im Paulaner-Festzelt

Ein Schild, dass fälschlicherweise aussagte dass das Zelt wegen Überfüllung geschlossen wäre, sowie einige Sicherheitskräfte verhinderten dass neue Gäste in das Zelt flossen.

Wegen überfüllung geschlossen

Rauchen war übrigens in allen Zelten überall verboten. Dennoch konnte ich einige betrunkene Gäste entdecken, die sich eine Zigarette ansteckten – und einige kamen sogar in den meisten Fällen damit durch da sie von keinem der Security-Leute oder der Bedienung entdeckt wurden.

Rauchen verboten
Rauchen Verboten

Hier kein Bierverkauf
Hier kein Bierverkauf

Wer genug hat kann übrigens nach Ausschankschluß mehr oder weniger komfortabel mit der U-Bahn seinen Heimweg antreten – jedoch gibt es sowohl rund um die Theresienwiese und überall sonst in München genügend Möglichkeiten auch nach 22:30 Uhr weiter zu feiern.

U-Bahn Station Theresienwiese
U-Bahnhof Theresienwiese

Mir haben meine Besuche auf dem Oktoberfest auf jeden Fall auch diese Jahr wieder viel Spaß gemacht und ich bin sicher dass ich mich auch 2012 dem Oktoberfest nicht verwehren werde.

Impressionen vom Winter Tollwood 2010

Gestern Abend ließen wir uns dazu hinreißen, dem hiesigen Tollwood Festival auf der Theresienwiese einen Besuch abzustatten. Im Jahre 1988 wurde das erste Tollwood Musikfestival im Sommer im Olympiapark Süd hier in München veranstaltet und findet seit 1991 auch im Winter statt. Nach einem heftigen Schneesturm im Jahre 1999 auf dem alten Veranstaltungsort in der Arnulfstraße, bei dem das Festival heftig in Mitleidenschaft gezogen wurde, zog die winterliche Veranstaltung im Jahre 2000 auf die Theresienwiese um, wo sie heute noch stattfindet. Ein weiterer Bonus im Winter ist der zusätzlich stattfindende Weihnachtsmarkt, der für uns auch der Hauptgrund war dieser Veranstaltung einen Besuch abzustatten. Im Winter findet Tollwood vom ersten Adventssonntag bis Neujahr statt, wobei der Weihnachtsmarkt mit dem 23ten Dezember endet.

Tollwood
Tollwood Logo

Direkt am Ausgang des U-Bahnhof Theresienwiese (Linie 5) trafen wir erst einmal auf einige Lichttürme, einer Kunstinstallation die vielen Besuchern als Fotomotiv diente. Daneben fanden wir eine Tafel, auf der die einzelnen Veranstaltungen in den verschiedenen Zelten aufgezeigt wurden.

Lichttürme Heute auf Tollwood
Links: Lichttürme – Rechts: Veranstaltungshinweise

Skulptur
Skulptur

Dabei fiel mir auf, dass nicht alle Zelte für Musik reserviert waren, viel mehr umfasste das Angebot ein breites Spektrum an Kunst- und Zerstreuungsangeboten. Neben zwei Orten mit Essensangeboten las ich von Comedy, Theater, Musik über Akrobaten bis hin zu Kinderangeboten und einem Vorlesezelt – ein extrem breites Angebot an Kultur das wirklich für jeden Geschmack etwas zu bieten schien.
Unser Augenmerk lag aber primär auf den Aussenangeboten. Und was die Buden angeht war dieses deutlich alternativ angehauchte Weihnachtsmarkt wirklich viel zu bieten.

Capi-Club Feuerzangebowle
Links: Capi-Club – Rechts: Feuerzangenbowle

Neben zahlreichen Getränkeangeboten wie den hier gezeigtem Capi-Club, der neben Mixgetränken natürlich auch mit Glühwein aufwartete oder diesem Feuerzangenbowlen-Stand fanden sich auch reichlich amüsant betitelte Angebote. Da fanden sich zum Beispiel die Schräglage, das Hölleneck die Bärenhöhle oder die Schwedenbar.

Schräglage Hölleneck
Links: Schräglage – Rechts: Hölleneck

Bärenhöhle Schwedenbar
Links: Bärenhöhle – Rechts: Schwedenbar

Met
Met Amensis

Dass das Angebot solcher Lokalitäten natürlich primär aus alkoholischen Getränken verschiedenster Ausprägung bestand brauche ich wohl kaum noch zu erwähnen. Auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass Alkohol nicht wirklich zum aufwärmen bei niedrigen Temperaturen eignet schien dass die meisten Besucher nicht wirklich zu kümmern. Viel mehr wurde fröhlich dem Glühwein, heißen Caipirinha, heißem Eier- oder Schokopunsch, heißem Met oder anderen Kreationen gefrönt. Da wir jedoch morgen arbeiten wollten und teilweise noch mit dem Auto fahren wollten, hielten wir uns jedoch natürlich etwas zurück.
Neben Getränkeangeboten fanden sich natürlich auch passend dazu reichlich Essensangebote aus aller Welt. Im Freien sah ich unter anderem Buden wie die Türken Oase mit Döner und Lahmacun, eine Pizza Hütte mit Holzofenpizza, Die Kartoffel-Reiberei mit verschiedenen Kartoffel-Reibekuchen

Türken Oase Pizza Hütte - Holzofenpizza
Links: Türken Oase – Rechte: Pizza Hütte

Die Kartoffel-Reiberei
Die Kartoffel-Reiberei

oder die Bratwursthütte an der wir erst einmal unseren abendlichen Hunger stillten. Ich entschied mich dabei für einen 1/2 Meter Bratwurst zum Preis von vier Euro.

Bratwursthütte
Oben: Bratwursthütte – Unten: Pommestüten-Figur an der Bratwursthütte
Pommestüte

1/2 Meter Bratwurst
1/2 Meter Bratwurst

Die dünne, in der Mitte zerbrochen im Baguette servierte Bratwurst erwies sich als recht lecker, vom Preis-Leistungsverhältnis fand ich es absolut in Ordnung.
In einem der Zelte fanden sich aber noch viel exotischere Angebote, die mich teilweise noch weitaus mehr interessiert hätten.

Berberhaus Master Fu - Chinesische Garküche
Links: Berberhaus – Rechts: Master Fu – Chinesische Garküche

African Cuisine Die Griechin
Links: African Cuisine – Rechts: Die Griechin

Chada Thai Siam Thai-Suppen
Links: Chada Thai Thailändische Spezialitäten – Rechts: Siam Nudeln Thai-Suppen

Beim Berberhaus bot man z.B. Hanfteigtaschen an, Master Fu, eine chinesiche Garküche, hatte einige Live im Wok gebratene Asiagerichte und in der African Cuisine fanden sich Speisen mit Springbock oder afrikanische Teigtaschen. Außerdem gab es bei Die Griechin mit Gyros und anderen Spezialitäten aus dem südöstlichen Mittelmeerraum sowie mit Chad Thai und Siam Nudeln einige thailändische Angebote. Ein weiterer Bonus wäre es gewesen, dass man sich mit etwas Glück hier noch an einen der Tische hätte setzen können. Aber wie gesagt: Nur mit etwas Glück, denn in der wohligen Wärme des Zeltes war es natürlich brechend voll.
An so gut wie jedem der Essensstände hing im übrigen ein Schild, welches anzeigte dass Tollwood eine “gentechnikfreie Zone” sei. Na dass der Begriff von “Gentechnikfrei” nicht zu genau so einem abgedroschenen Marketingbegriff wie “light”, “bio” und ähnliches verkommt. Dank einiger finanzieller Nachhilfe durch Lobbyisten erlassenen EU-Bestimmungen kann man dannwahrscheinlich wieder viel darunter verstehen, nur nicht das was der Verbraucher eigentlich erwartet. ­čśë Aber den Aussagen hier schenkte ich natürlich durchaus Glauben.

Tollwood - gentechnikfreie Zone

Abschließend sei natürlich noch zu erwähnen, dass der Tollwood Weihnachtsmarkt natürlich nicht nur aus Essens- und Getränkeständen besteht – auch wenn ich den Eindruck hatte das diese überwiegten. Auch für den Einkauf mehr oder origineller Weihnachtsgeschenke findet sich einiges.

Giraffenstand Ausstiegsturm
Handshake

Wäre es nicht so klirrend kalt gewesen, hätten wir mit Sicherheit noch etwas mehr Zeit auf dem Festival verbracht, aber da nicht nur mir langsam die Zehen abzufrieren begannen entschieden wir uns schließlich dazu, unserem Besuch langsam zum Ende kommen zu lassen. Als kleinen Snack zum Abschluß holte ich mir noch eine Scharfe Rote, eine angeblich besonders pikante Bratwurst an einem Stand der Metzgerei Forche auf dem Weg zum Ausgang / Parkplatz.

Forche Bratwurst Forches Scharfe rote Bratwurst

Für 3,50 Euro ein wirklich angenehm scharf gewürzte Wurstzubereitung – bis auf die eigentlich nicht mehr unbedingt notwendigen zusätzlichen Kalorien bereute ich diesen Spontankauf wirklich nicht.

Unseren Besuch auf dem Tollwood hat mir wirklich sehr gut gefallen was ich hier gesehen habe – ich kann diese Veranstaltung jedem Besucher in München vorbehaltlos weiterempfehlen – dem aktuellen Wetter angepasste Kleidung natürlich vorausgesetzt…

Oktoberfest 2010 – Revisited

Am Donnerstag Abend entschlossen wir uns dazu, dem diesjährigen Oktoberfest einen weiteren Besuch abzustatten. Nicht um Bier zu trinken, sondern viel mehr um noch einige Motive abzulichten, die wir aus Zeitgründen beim letzten Besuch nicht in Angriff nehmen konnten. Außerdem wollten wir noch die eine oder andere Show besuchen. Doch wie immer eins nach dem anderen.
Nachdem wir das Auto in der Nähe des Zirkus Krone Winterquartiers am Marsplatz abgestellt hatten, war es nur noch ein Fußweg von nicht ganz 15 Minuten über die Hackerbrücke hin zur Theresienwiese. Erstes beim letzten Besuch ganz ignoriertes Fotomotiv war für uns die Gedenkstele für das Oktoberfestattentat am Haupteingang zur Bierstraße. Im Gegensatz zum letzten Besuch lagen dieses Mal Kränze an der Hinterwand und Blumen mit kleinen Schildern, welche mit den Namen der damaligen Opfer bedruckt waren.


Gedenkstele Oktoberfestattentat Gedenkstätte Oktoberfestattentat - Blumen

Die mit unregelmäßigen Löchern versehene Wand gleich hinter der Stele dient wohl dazu, zu verhindern dass die Leute einfach über die Blumen laufen, die man hier verteilt hatte. So zeigten die meisten Oktoberfestbesucher zumindest etwas Respekt vor den Opfern und einige blieben sogar kurz stehen – und sei es nur drum um wie wir ein Foto zu machen.
Wir betraten nun den Teil des Oktoberfests, der allgemein die Bierstraße genannt wird. Es handelt sich hierbei den westlich gelegenen Hauptweg in Richtung des Riesenrads, an dem sich alle Bier- und Festzelte sowie die meisten Fressbuden befinden.

Entering the Oktoberfest
Entering the Oktoberfest

Spatenbräu Löwenbräu
Links: Spatenbräu Festzelt – Rechts: Löwenbräu Festzelt

Paulaner Festzelt Feisinger's Kas und Weinstub'n
Links: Paulaner Festzelt – Rechts: Feisinger’s Kas und Weinstub’n

Wir bewegten und langsam in Richtung Riesenrad und schossen ein paar Photos der Buden und Zelte rechts und links dieser Bierstraße. Die fortschreitende Dämmerung gab dem ganzen dabei eine recht sehenswerte Kulisse.

Fischbraterei
Fischbraterei

Ammer Hühner- u. Entenbraterei Fisch-Haus
Links: Ammer Hühner- u. Entenbraterei – Rechts: Fisch-Haus

Paulaner-Turm Löwenbräu-Turm
Links: Paulaner-Turm – Rechts: Löwenbräu-Turm

Spanferkel Spanferkel
Able Spanferkel

Zwischendurch entschieden wir dabei, uns eine kleine Stärkung zuzuführen. Die Auswahl ist auf dem Oktoberfest natürlich riesig und so die Entscheidung fiel mir schwer. Ich wählte als erstes Ziel das Kalbs Kuchl und wählte dort eine Kalbsfleischpflanzerl-Semmel zum Preis von 5,50 Euro.

Kalbs Kuchl
Kalbs Kuchl Bude

Kalbsfleischpflanzerl
Kalbsfleischpflanzerl-Semmel

Garniert mit etwas Krautsalat und zwei Tomatenscheiben erwies sich dieses Gericht als durchaus schmackhaftes Fastfood-Gericht. Eigentlich hätte ich es dabei belassen können, aber um einen besseren Überblick über verschiedene Speisen auf dem Oktoberfest zu erhalten, entschied ich mich noch dazu auch noch der Schweinebraten-Semmel vom gegenüberliegenden Glöckle Wirt eine Chance zu geben.

Glockle Wirt
Glöckle Wirt

Schweinebraten
Schweinebraten-Semmel

Von diesem Gericht für 3,50 Euro, das ohne jegliche zusätzliche Garnitur serviert wurde, war ich aber ziemlich enttäuscht. Die Semmel war zwar einigermaßen knusprig, aber das darin enthaltene Fleisch war kalt und enthielt sogar Stücke die so hart gebraten waren, so dass ich sie entfernen und wegwerfen musste.
Nach dieser Stärkung bewegten wir uns weiter in Richtung Riesenrad – vorbei am Kettenkarussell und einer Irrgarten-Bude.

Irrgarten Riesenrad
Links: Irrgarten – Rechts: Riesenrad

Als erste der Shows wandten wir uns schließlich Bossles Teufelskerlen zu, einer Motorshow direkt neben der Olympia Ringe Achterbahn an der südöstlichen Ecke der Theresenwiese.

Bossle's Teufelskerlse

Für 4 Euro Eintritt betraten wir den hinter der Fassade verborgenen Teil des Showgeschäfts, wo eine lange Reihe Plastikstühle neben dem Showbereich aufgestellt waren. Dort nahmen wir Platz und wenig später begann die Show, bei der einige Auto- und Motorradkunststücke vorgeführt wurden, unter anderem das Wenden auf der Stelle, das fahren auf zwei Reifen und der Absprung mit Salto auf einem Motorrad. War ganz amüsant, aber wie ich persönlich fand auch nichts soo extrem besonderes.

Als fernsehverwöhnter Konsument reißt einen so etwas leider nicht mehr allzu schnell vom Hocker.
Wir nächstes wandten uns nach der Show nun nach rechts und gingen ein Stück die Fahrgeschäfte-Straße entlang.

Blick in die Bierstraße
Fahrgeschäfte-Straße

Unser nächstes Ziel war die Revue der Illusionen – eine weitere Show die mit Kuriositäten wie der Frau ohne Unterleib und der Frau ohne Kopf warb. Für zwei Euro Eintritt wurden wir in einen kleinen Raum gelassen, an dessen Kopfende sich eine kleine Bühne befand.

Revue der Illusionen
Revue der Illusionen

Bühne – Revue der Illusionen

Von der Show selbst durften natürlich keine Fotos gemacht werden. Es wurde aber in der ca. 10 bis 15minütigen Show – so viel möchte ich erwähnen – die Frau ohne Kopf und die ohne Unterleib gezeigt, einige Kunststücke mit Marionetten sowie ein paar Zauberkunststücke vorgeführt. War aber wie ich fand auch nicht wirklich etwas besonderes – mehr als die zwei Euro die es gekostet hatte war das ganze auf jeden Fall nicht wert gewesen. Aber das ist natürlich nur meine Meinung.
Eigentlich wollten wir anschließend in die Motorshow gehen, doch bis zur nächsten Show war noch etwas Zeit und so konnte ich meinen Begleiter überreden, dem Teufelsrad einen Besuch abzustatten.

Feldls Teufelsrad

Für 3,50 Euro Eintritt betraten wir den durch einen Sichtschutz abgetrennten Showbereich. Dieses Fahrgeschäft zählt wohl zu den ältesten Attraktionen auf dem Oktoberfest und besteht aus einer sich drehenden Scheibe in der Mitte eines überdachten Bereiches und setzt auf die Interaktion mit dem Publikum. Ein älterer Ansager auf einer kleinen Bühne forderte so zum Beispiel kurz nachdem wir eingetreten waren alle jungen Frauen im Dirndl auf, das zum Stillstand gebrachte Teufelsrad – eben jene Scheibe – zu betreten. Es wurden Hula Hoop Reifen verteilt und die Scheibe dann in langsame Drehung versetzt. Unter den Lachern und anfeuernden Rufen des Publikums versuchten die jungen Frauen nun, die Hula Hoop Reifen um ihre Hüften zu schwingen.

Hula Hoop Dirndl Girls - Teufelsrad Hula Hoop Dirndl Girls - Teufelsrad
Teufelsrad – Hula Hoop Dirndl Girls

Wenig später wurden als Männer zwischen 19 und 49 Jahren in Lederhosen auf die Scheibe gerufen, die sich mit dem Gesicht nach unten auf die Scheibe legen sollten. Auf deren Hintern sollten sich nun die Mädels setzen und die Scheibe wurde wieder in Drehung versetzt, wodurch nach und nach alle durch die Zentrifugalkraft von der Scheibe befördert wurden.

Teufelsrad

Das selbe wurde wenig später noch einmal nur mit den Lederhosenträgern wiederholt. Es gelang mir eine Serie von Aufnahmen zu machen, welche das Prozedere ganz gut wiedergibt:

Einfache, aber effektive Unterhaltung, die meiner Meinung nach eine wohl urtümlichste Art der Unterhaltung ist die auf dem Oktoberfest geboten wird. Ich bin der Meinung dass man das mal gesehen haben muss.

Als nächstes wandten wir uns schließlich Deutschland größter Motorshow zu.

Deutschlands größte Motorsport-Schau
Deutschlands größte Motorshow

Für 4 Euro Eintritt wurden wir über eine Rampe nach oben geleitet und blickten in eine Art runde, aus Bretter gefertigte Grube, an dessen Grund einige Motorräder und ein Go-Kart standen.

Motorshow

Auch hier wurde mit der Zentrifugalkraft gespielt – denn die Motorräder fuhren einzeln und in der Gruppe senkrecht die Wand entlang. Sehr sehenswert muss ich sagen – die Fotos die ich schießen konnte (fotografieren wurde hier nicht untersagt und viele Gäste machten Fotos) geben natürlich nur ansatzweise das wirkliche erleben der Show wider. Zum Abschluss der ca. 15 – 20minütigen Vorführung wurde sogar das Go-Kart in Senkrechte gebracht.

Motorradfahrer Motorradfahrer

Drei Motorräder GoKart

Muß man auf jeden Fall mal live gesehen haben – ich kann den Besuch dieser Show auf jeden Fall empfehlen.
Als letztes Ziel stand schließlich noch das Riesenrad auf unserem Programm.

Riesenrad
Riesenrad

Der Eintritt von 6 Euro war zwar ziemlich happig, aber um einen Überblick über das Oktoberfest zu bekommen gibt es kein besseres Fahrgeschäft. Zumindest wenn man Fotos machen will. ­čśë

Riesenrad von unten
Riesenrad von unten

Wir stellten uns in eine der vier Schlangen zu den Gondeln an und ließen sogar zwei Pärchen vor, um möglichst weit vorne in den Gondeln sitzen und gute Sicht auf die nächtliche Theresienwiese zu erhalten. Und der Blick den wir so festhalten konnten entlohnt uns für die etwas längere Wartezeit.

Bierstraße Oktoberfest
Links: Blick auf die Bierstraße – Rechts: Fahrgeschäfte

Oktoberfest Bierstraße von Oben
Lichtermeer Oktoberfest

Oktoberfest & Bierstraße Lichtermeer Oktoberfest
Lichtermeer Oktoberfest

Bierstraße - Oktoberfest 2010
Bierstraße Oktoberfest 2010

Wie wir bereits früher gesehen hatten konnten wir auch vom Riesenrad einen guten Blick auf die aktuell besonders illuminierte Bavaria-Statue am Rande der Theresienwiese werfen.

Bavaria - illuminiert vom Riesenrad
Illuminierte Bavaria-Statue – vom Riesenrad aus gesehen

Das erschien doch auch noch ein lohnendes Fotomotiv zu sein. Also beschlossen wir, der Statue noch einen Besuch abzustatten und stiegen am Ende auch die Treppe bis zur Bavaria und dem tempelartigen Gebäude hinauf.

Lichtkegel Bavaria - illuminiert

Bavaria - illuminiert II Bavaria - illuminiert III

Bavaria - illuminiert IV Bavaria - illuminiert V
Bavaria Statue – illuminiert

Bavariastatue Bavariastatue - Closeup
Bavaria – CloseUp

Oben an der Statue angekommen entschlossen wir uns, unseren Oktoberfestbesuch für zu beenden und machten uns am Rande des Festplatzes entlang zurück auf den Weg in Richtung Auto. Natürlich nutzten wir auch hier die Möglichkeit, noch ein paar letzte Fotos zu schießen.

Lichtermeer Oktoberfest Oktoberfest
Seitenblick aufs Oktoberfest

Zwischen mehr oder weniger betrunkenen Oktoberfestbesuchern bahnten wir uns unser Weg über die Hackerbrücke, auf der wir noch Zeugen einer schnell von der Polizei beendeten Schlägerei wurden und erreichten wenig später den Wagen. Das ist auch erst einmal genug Oktoberfest für dieses Jahr. Zum Fotografieren lohnt es sich aber auf jeden Fall – mal schauen ob ich, falls ich nächstes Jahr noch immer in München bin und ein weiteres Mal hin gehen werde.