Die Sekte – Mo Hayder

Nachdem ich mit Tokio (hier mein Review) ja bereits einen Roman der englischen Krimiauthorin Mo Hayder verschlungen und für gut befunden hatte, war ich mit einiger Vorfreude an ihr Folgewerk Die Sekte (engl. Pig Island) aus dem Jahre 2006 ran gegangen, das ich wie immer bei meinem Hörbuch-Dealer Audible erworben hatte. Mit 11 Stunden und 44 Minuten Laufzeit ist dieses ungekürzte Buch kein Leichtgewicht, aber in Zug und S-Bahn gehört hatte ich das Buch schnell durch. Alternativ ist es aber auch in einer gekürzten, etwas über 7 Stunden langen Version verfügbar. Aber ich hatte mich bewusst für die lange Variante entschieden. Gelesen wurde das ganze von David Nathan, den ich ja bereits bei anderen Werken als Sprecher kennen und schätzen gelernt hatte.
Auf der vor der schottischen Küste gelegenen Insel Cuagach Eilean, auch Pig Island genannt, soll der Teufel umgehen. Spätestens seit ein verwackeltes Touristenvideo aufgetaucht ist, welches ein seltsames Wesen am Strand dieses Eilands zeigt, wollen die Gerüchte nicht verstummen. Und die dort lebende fundamental-christliche Glaubensgemeinschaft hat bisher wenig zur Aufklärung beigetragen. Als der Journalist Joe Oakes, dessen Spezialität es ist paranormale und übersinnliche Phänomene zu entzaubern, eine Einladung erhält genau diese Insel zu besuchen, nimmt er diese natürlich gerne an. Auch wenn ihm nicht ganz wohl bei der Sache ist, denn er war am Anfang seiner Laufbahn bereits mit dem Sektengründer aneinander geraten und befürchtet nun dass seine Vergangenheit ihn einholen wird. Doch als er schließlich die Insel betritt, ahnt er nicht dass er eine Kette von Ereignissen aus Gewalt und Mord auslöst, die alles übertrifft was er sich auch nur entfernt vorstellen konnte.
Mo Hayder wählte für ihre Erzählung die Ich-Form und lässt Joe Oakes und stellenweise auch dessen Frau Alex, genannt Lex, die Ereignisse aus jeweils ihrer Sicht erzählen. Dabei geht sie immer wieder sehr detailliert auf die Umgebung ein und lässt Oakes und dessen Frau minutenlang über die Handlungsorte beschreiben, was aber nicht Langeweile ausartet, sondern viel mehr zur Spannung beiträgt, da sich der Leser oder in meinem Fall Hörer dadurch sehr stark mit den Protagonisten identifizieren kann. Wie wohl bei allen Büchern dieser Autorin üblich lässt sie dabei tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken und schreckt auch nicht davor zurück Gewalt und Tod sehr detailgenau zu beschreiben. Stellenweise fand ich das Buch zwar etwas langatmig, aber insgesamt hat es meine Erwartungen doch erfüllt – auch wenn ich meine dass die Auflösung am Ende des Buches etwas zu schnell auf nur wenigen Seiten abgehandelt wird. Dabei hatte ich mir die Lösung fast schon gedacht, möchte aber dennoch nicht das Wort “vorhersehbar” verwenden. Aber ich will hier nicht “rumspoilern“, daher belasse ich es bei dieser Andeutung. Ich fand zwar dass dieser Krimi nicht ganz an ihr Werk Tokio heran kam, aber dennoch ein lesenswertes bzw. hörenswertes Buch.
Meine Wertung: 2 Sterne

Limit – Frank Schätzing

Mit seinem aktuellen Werk Limit habe ich nun nach Der Schwarm das zweite Buch des deutschen Authors Frank Schätzing verschlungen. Mit einer Laufzeit von fast 28 Stunden ein Hörbuch von wirklich imposanten Ausmaßen, und das obwohl es (leider) nur gekürzt bei meinem Hörbuch-Dealer Audible vorlag.
Die Geschichte die das Buch erzählt spielt im Jahre 2025, in einer Zukunft in der neben den Amerikanern auch China damit begonnen hat auf dem Mond das Element Helium-3 zu fördern – ein Element mit dessen Hilfe die Energiesorgen der Erde der Vergangenheit anzugehören scheinen. Schätzing baut gleich zu Beginn mehrere parallele Handlungsstränge auf, der eine dreht sich um den in Shanghai ansässigen Detektiv Owen Jericho, der den Auftrag erhält die untergetauchte chinesische Dissidentin Chen Yuyun, genannt Yoyo, ausfindig zu machen, der zweite dreht sich um den Industriellen und Betreiber des einzigen Weltraumfahrstuhls Julian Orley, der sich mit einer Gruppe wohlhabender Geschäftsleute auf die Reise zum Mond macht, um dort sein neues Hotel, das Gaia, einzuweihen. Außerdem werden noch mehrere Nebenschauplätze aufgebaut. Die Geschichten verlaufen eine zeitlang parallel und scheinen wenig mit einander zu tun zu haben – aber finden nach einiger Zeit wirklich sehr passend gelungen zusammen. Schätzing beschreibt die Schauplätze und Geschehnisse wieder sehr detail- und wortreich, was wohl auch mit dazu beiträgt dass das Buch einen solchen Umfang hat – dabei ist erschien mir nichts vom erzählten aber unwichtig oder banal. Man merkt, dass Schätzing wieder viel Aufwand in die Recherche des Erzählten gesteckt hat. Ein spannender Thriller, der in einer nahen und nicht phantastischen, sondern sogar wahrscheinlichen Zukunft spielt.
Gesprochen wird das von mir gewählte Hörbuch von österreichischen Schauspieler Heikko Deutschmann, dem wirklich gut gelungen ist den einzelnen Charakteren ihre Eigenheiten zu geben – auch wenn er meiner Meinung nach manchmal leicht zum “Overacting” neigte. Das störte aber im Gesamteindruck nicht. In der Summe ein weiteres, sehr empfehlenswertes Werk von Frank Schätzing, der ja spätestens seit dem Schwarm aus der deutschen Bücherszene nicht mehr wegzudenken ist. Kann dieses Buch nur empfehlen, mir hat es viele Stunden Spaß und Spannung beschert.
Meine Wertung: 3 Sterne